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Fluorit

Fluorit
Fluorit

Bildbreite: 8 mm; Fundort: Steinbruch "Juchem", Niederwörresbach, Idar-Oberstein, Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Auke Bleeker


Deutschland (Teil 1)


Geologie

Die ältesten Einheiten sind das Erzgebirge (paläozoische erzgebirgische Granitbatholite) mit kambrisch-pelitischen Serien, kambro-ordovizischen Metasedimenten, variszischen Granitoiden und Rhyolithen im Osterzgebirge, das aus präkambrischen bis karbonischen kristallinen Graniten und Gneisen aufgebaute sächsisch-thüringische und nordostbayrische Grundgebirge, Frankenwald, Oberpfälzer Wald und Fichtelgebirge, präkambrisch bis ordovizische Sedimente sowie permisch-triassische Gesteine des Schwarzwalds und des Harzes (paläozoische Gesteinsserien). Zur mitteldeutschen Kristallinzone gehören der Odenwald, Spessart und der Thüringer Wald mit metamorphen Komplexen und Magmatiten.

Tertiäre Vulkangebiete sind die Eifel, das Siebengebirge, der Westerwald, Taunus, das Rheinische Schiefergebirge und der Kaiserstuhl, die Vulkanzone des Vogelsbergs, sowie die Eruptivzentren Rhön, Hegau und Urach.

Lagerstätten


Die wichtigsten deutschen Flussspatlagerstätten befinden sich in der Oberpfalz (Nabburg-Stulln-Wölsendorf), im Schwarzwald, im Thüringer Wald (Schmalkalden, Ilmenau), im Harz sowie im sächsischen Vogtland (Schönbrunn).

Die bekanntesten deutschen Vorkommen gut ausgebildeter Fluorite

Sachsen - Erzgebirge und Vogtland

Mitteleres Erzgebirge
Mitteleres Erzgebirge

Blick zum Pöhlberg, Bärenstein, Keilberg; von links nach rechts

uwe
Steinbruch Dörfel
Steinbruch Dörfel

westlich von Frohnau bei Annaberg im Erzgebirge

JürgenG

Altenberg

Bergbaurevier Geising-Altenberg (in älterer Literatur auch als Zinnwald-Altenberg bezeichnet). Zinnerzlagerstätte. Pegmatite, Sn-W-Greisen und Eruptivbrekzien. Bergbau seit dem 15. Jh.; eingestellt seit 1991. Farblose, tiefviolette, bis hellgrüne, flächenreiche Fluorite mit Quarz, Kombinationen von krummflächigen Pyramidenwürfeln mit glatten Würfelflächen und Hex'Oktaeder; auch paragenetisch mit bunt angelaufenem Hämatit und mit eingestäubten Hämatitkernen; seltener mit eingeschlossenem oder begleitendem Emplektit; auch Partien von violettem Fluorit, welche Pyknit durchziehen und als Seltenheit Prosopit, welcher in Fluorit umgewandelt ist. Von Halden des Bielastolln bei Hirschsprung; ca. 5 km NE von Altenberg (Probeschurf auf Zinn) farblose bis gelbliche Kuben mit Baryt auf Quarz.

Annaberg


Bergbaurevier Annaberg-Frohnau. Bi-Co-Ni-Gänge in Gneis. Erzbergbau seit dem 15. Jh. Bekannteste Gruben Marcus Röhling, Fundgrube Krönung (mit Schacht Malwine), Himmlisch Heer, Eisernes Schaf, Bäuerin, Uranus, 10.000 Ritter und Dorothea Stollen-Himmlisch Heer; Buchholz: Reicher Spat und Galiläische Wirtschaft. Bergbau seit dem 15. Jh. (Frohnau). Fluorit kommt in orangegelben Kuben bis 4 cm mit Baryt und Quarz vor; auch sehr attraktive Stufen mit rötlichen, gelben, rosa-violetten und violetten Kristallen. Manche gelbe Kristalle sind tw. an den Kanten violett verfärbt. Scharfkantiger Stinkspat von Marcus Röhling. Tief-öligbraune bis honiggelbe Fluorit in Würfeln bis mehrere cm-Kantenlänge, tw. bedeckt mit feinsten Chalkopyritkristallen, stammen aus Neufunden (u.a. Spatgang Getreue Freundschaft Stehender). Schwarzvioletter Fluorit auch von der Grube Zehntausend Ritter; honiggelbe, zonar violette Fluorite vom Malwinenschacht der Grube Fundgrube Krönung, zonar verfärbte und parkettierte bernsteinfarbene Fluorite vom Dorotheastollen - Grube Himmlisch Heer bei Cunersdorf. Fluorit mit ged. Arsen von der Grube Uranus bei Kleinrückerswalde. Allgemeine Paragenese: Calcit, Baryt, Dolomit, Galenit.

Aus dem Steinbruch Dörfel westlich von Frohnau stammen Fluorite von hellgrünlicher Farbe, bisweilen mit violetten Phantomen, ausgebildet als Hexaeder und Kub'Oktaeder, meist vergesellschaftet mit Quarz und Feldspat. Gelbe und gelb-blaue Hexaeder bis mehrere cm Kantenlänge; neuere Funde auch Kombinationen aus Hexaeder mit Ikositetraeder.

Bösenbrunn

Vogtland; Ort im Bergbaurevier > Schönbrunn > Vogtland. Der Bösenbrunner Gangzug wurde 1861 mit dem Schönbrunner Gangzug vereinigt. > Grube Ludwig Vereinigt Feld > Schönbrunn. > Schönbrunn. S.a. > Glockenpöhl.

Im Jahr 2000 gelang im Diabas-Steinbruch Bösenbrunn ein spektakulärer Fund von Fluorit und Gersdorffit.

Breitenbrunn

10 km S von > Schwarzenberg, in einem Seitental des Schwarzwassers (Breitenbrunn-Anthonstal). Quarz-Fluorit-Gesteine in Skarnen; Glimmerschiefer und Quarzite. Historisches Zinn-Bergbaurevier seit dem 14. Jh. Im 19. und 20. Jh. wesentlich Abbau von Flussspat und Kalkstein in den Gruben Kaltwasser, St. Richard, St. Christoph, St. Margarethe, Unverhofft Glück und Fortuna (zuletzt 1946 aufgewältigt). Der Flussspat diente als Flussmittel für die Eisenhütten des Reviers. Fluorit kam in St. Richard und Fortuna in cm-großen, oft zonar verfärbten farblosen, gelben, grünen, bläulichen bis violetten Kristallen, oft in Drusenräumen von Quarz. Die vorherrschenden Formen sind Würfel, seltener Oktaeder, Rhombendokaeder (grün mit violetten Spitzen). Farblose, stark parkettierte Würfel und Oktaeder in 1-3 mm großen Kristallen mit gebogen erscheinenden Oberflächen in einer Helvin-Paragenese von den Gruben Unverhofft Glück und St. Christoph. Von der Grube Kaltwasser grünliche Fluorite als Kombinationen von Oktaedern mit Rhombendodekaedern und Aufwachsungen von violetten Würfeln einer zweiten Generation.

Ehrenfriedersdorf

Bergbaurevier. Paläozoischer Intrusivkomplex. Pneumatolytische Zinnlagerstätte; Granite, Aplite und Greisen im Sauberger Granit (> Greifensteine); auch Gneise und Glimmerschiefer (Sauberg).

Historischer Bergbau; Gruben: Greifensteinstollen, Christi Besserung, Sauberg, Lorenzstollen. Bergbaurechte seit Mitte des 15. Jh.; die letzte Grube Sauberg wurde bis ca. 1990 betrieben.

Greifensteinstollen

Mit der Grube > Sauberg verbunden; häufig rötlichvioletter und grüner Fluorit in kleinen Kuben, welche tw. zu Oktaedern und Rhombendodekaedern aufgebaut sind. Als Gangart trat gelber Fluorit auf; weniger häufig hellblaue, lösungsanisotrope Kuben mit rotvioletter Restfläche.
Paragenese: Quarz, gut kristallisierter Apatit, Lepidolith und tw. Markasit.

Grube Christi Besserung

Fluorit in dunkelvioletten, graugrünen und gelben sowie transparenten Kristallen mit tw. violettem Kern, mit Apatit und seltener Fluorapatit auf Quarz.

Grube Sauberg

Während DDR-Zeiten wurde die Grube als VEB-Zinnerz Ehrenfriedersdorf benannt. Zinnerzbergbau seit dem 15. Jh., 1990 eingestellt. Fluorit kam in purpurfarbenen bis verschiedenfach violett gefärbten Tönen, selten wein- bis bernsteingelb und hellgrün in zonar aufgebauten Kuben bis mehrere cm Kantenlänge, seltener auch in Okatedern, meist mit Quarz vor. Vom Sauberg stammen violette "Phantom-Fluorite", d.h. Phantomkristalle mit Oktaeder-, Rhombendodekaeder- und Hexaederflächen im Innern von Fluorit-Hexaedern. Typisch sind Oktaeder, welche aus glatten Würfeln aufgebaut sind.
Paragenese: Gelblicher bis violetter Fluorit kommt paragenetisch mit Quarz, Kassiterit, Wolframit, Arsenopyrit, Chalkopyrit, seltener mit Silber, Argentit, Polybasit, Magnetit, Turmalin.

Lorenzstollen

Von der 5. Sohle des Lorenzstollen kamen honigfarben-violette, farbübergehende, tw. plattig-würfelige Fluorite auf einer grünen Flussspatmatrix; dicht vergesellschaftet mit Silber.

Freiberg

Weltberühmtes Bergbaurevier seit Ende des 12. Jh. Erzgänge in Gneisen mit eingelagerten Kalken, Schiefern, Amphiboliten und Phylliten, welche im kristallinen Grundgebirge des Erzgebirges aufsetzen. Pb-Ag-Zn-Braunspat-, Fluor-Baryt-, Bi-Co-Ni-Ag-Formationen.

Die Bildungsbedingungen der Baryt-Fluorit-Mineralisation wurden wie folgt klassifiziert (Tischendorf, G.; 1955)
a) Hartes Trum: Rhythmische Ablagerung von Baryt, Chalcedon, Fluorit und Sulfiden
b) Zwischenfolge: Lokale Prezipitationen von Baryt und Sulfiden
c) Weiches Trum: Fluorit-Baryt-Folgen mit grobkörnigem Fluorit, Quarz und Sulfiden
d) Umlagerungen: Hauptsächlich Kristalle von Baryt, Fluorit und Galenit.

Der Lagerstättenbezirk umfasst die Reviere Freiberg-Muldenhütte, Halsbrücke und Brand-Erbisdorf sowie vier weitere Reviere. Die bekanntesten Gruben sind: Anna, > Beihilfe, Gesegnete Bergmannshoffnung, Himmelfahrt Fundgrube, Himmelsfürst Fundgrube, Himmlischer Erzbischof, Hilfe Gottes, Johannes, Ferdinandschacht, Gotthard, Trau auf Gott, Träger, König August, Friedrich Erbstolln im Rammelsberg, Kurprinz Friedrich August, Gottvertr. Daniel, Christbescherung, Emanuel, Reiche Zeche, Romanus, Segen Gottes, Gotthard, König August, Davidschacht, Kurprinz, Lorenz Gegentrum, Abrahamschacht, Neue Hoffnung Gottes, Alte Hoffnung Gottes, Heilige Drei Könige, Erasmus, Reiche Zeche Richtschacht, Drey Weiber, Hoffnung, Gottes Hilfe, Hilfe Gottes, Lichtenberg, Segen Gottes, Traugott Erbstollen.

Blei-Zink-Silbererze und Fluorit wurden über eine Periode von über 800 Jahren abgebaut, der Bergbau ab etwa 1969 eingestellt.

Fluorit kommt als Gangmineral mit Baryt, Quarz, Ankerit, Dolomit, Siderit, Galenit, Sphalerit, Pyrit, Markasit und Chalkopyrit vor. Es dominieren Würfel, welche nicht selten Durchkreuzungszwillinge bilden. Auch Pseudomorphosen von Quarz nach Fluorit. Vom Steinbruch Naundorf blassviolette bis gelbliche Hexaeder mit Baryt auf Kluftflächen des Granit von Niederbobritzsch.

Alte Hoffnung Gottes

Grube bei Kleinvoigtsberg - Obergruna; Weingelbe Würfel mit blaugrünen Zonen.

Anna

Grube im Revier > Halsbrücke. Gelber Fluorit mit Quarz, Baryt und Galenit.

Beihilfe

Grube im Revier > Halsbrücke. Farblose, weingelbe, tw. zonar verfärbte Würfel bis über 10 cm Kantenlänge; berühmt sind hellblaue, rosaviolett bis tiefviolette Würfel bis 14 cm, tw. mit schöner Phantombildung und dunkelblauem Kern; tiefblaue Kristalle mit gelbem Kern, verschiedenfarbige Fluorite, auch weiße, teilweise milchigweiße Würfel mit Chalcedon und Quarz. Die Farbe der blauen Fluorite kann im Tages- und Sonnenlicht verblassen bzw. in graublau übergehen. Paragenese: Baryt, Galenit, Calcit, Chalkopyrit, Sphalerit, Quarz, seltener Wurtzit. S.a. > Gotteshilfe

Bräunsdorf

Grubengebiet ca. 8 km NW von Freiberg; u.a. Grube Neue Hoffnung Gottes. Klassische Sb-Ag-Paragenese; Erzgänge zwischen Graugneisen und Glimmerschiefern. Der Bergbau wurde 1862 eingestellt. Fluorit kam als Gangmineral vor.

Davidschacht

Grube im Revier > Freiberg; Hervorragende weingelbe Hexaeder

Ferdinandschacht

Grube bei Rothenfurth, Revier > Halsbrücke. Bekannt für bis cm-große gelbe und sehr selten blaue Fluorit-Kuben mit Galenit, Pyrit und Sphalerit.

Freudensteinstolln

In Nähe des Ortskerns von Halsbrücke. Farblose, gelbliche und bläuliche Kuben bis 5 mm mit rötliche Hämatiteinschlüssen; begl. von Quarz, Baryt und tw. Pyromorphit

Gottes Hilfe

Bei > Halsbrücke. Kleine Grube, auf welcher an dem gleichen Spatgang wie in der Grube > Beihilfe abgebaut wurde. Fluorit in bis zu 12 mm großen farblosen, weißen bis seltener violetten Würfeln.
Paragenese: Quarz, Baryt, Calcit, Pyrit, Galenit.

Halsbrücke

Grubenrevier; u.a. Gruben Anna, Kronprinz August-Friedrich, Beihilfe, Lorenz Gegentrum, Isaak-Erbstolln, Gottes Hilfe u.a. berühmt für graugrünliche, weingelbe, gelborange, und besonders tintenblaue Fluorit-Hexaeder bis zu 12 cm Kantenlänge, auch farblose Kristalle; verschiedene Generationen; oft vergesellschaftet mit Pyrit. Von Halden des 7. Lichtloches des Rothschönberger Entwässerungsstollens farblose, gelbliche und tw. bläuliche Würfel bis 1 cm in Klüften und Drusen des anstehenden Gneises, begl. von Quarz, Baryt, Galenit und Sphalerit.

Himmelfahrt

Grube bei Freiberg; Tagesschächte Alte Elisabeth und Reiche Zeche; Fluorit-Fundgrube Barytgänge (Nicht zu verwechseln mit der Grube Himmelfahrt im Revier Johanngeorgenstadt)

Himmelsfürst

Grube bei Brand-Erbisdorf mit den Gängen David, Beschert Glück und Felix; Fluorit, Baryt und Quarz bildeten die wesentlichen Gangarten. Honiggelbe Würfel mit rotvioletten Ecken, auch vielfarbig.

Isaak-Erbstolln

Grube im Revier > Halsbrücke. Gelber Fluorit.

König August

Grube nahe Brand-Erbisdorf. Fluorit mit Baryt, Calcit, Chalkopyrit.

Kurprinz Friedrich August

Bei Groß-Schirma. Bis cm-große gelbe Fluoritwürfel mit Galenit-Oktaedern

Lorenz Gegentrum

Grube im Revier > Halsbrücke. Fluorit in verschiedenen Generationen bis 5 mm auf Quarz, Begleiter Baryt.

Ludwig

Ca. 1,5 km N von Freiberg. Alte Halden am linken Muldenufer. Farblose, gelbe und violette Würfel bis 1 cm mit Quarz; tw. Galenit und Baryt.

Traugott Erbstollen

(Traugott Spat), bei Lichtenberg. Blauer, lagiger Flussspat, tw. durchsetzt mit Quarz, sowie massiver grüner und violetter (selten strahliger) Fluorit sowie bräunliche bis farblose Fluorit-Hexaeder auf Quarz.

Frohnau

Bergbaurevier bei > Annaberg.

Fluorite von Frohnau stammen i.d.R. von der Grube Marcus Röhling. Bis wenige cm-große gelbe Fluorite von der Grube Eisernes Schaf. Ausgezeichnete scharfkantige, sehr dunkelviolette bis fast schwarz erscheinende Fluoritwürfel bsi ca. 3 cm Kantenlänge stammen aus der ehemaligen Grube 10.000 Ritter, in welcher ab 1500 Silber und ab 1650 Kobalt gefördert wurde (eingestellt 1852).

Gelbe Birke

3 km NE von > Schwarzenberg. Skarne, metasomatisch veränderte dolomitische Kalke und Kalkschiefer. Epithermale Mineralbildung. Erzbergbau von 1655 bis 1920, aktivste Periode um 1873; um die Jh.-Wende nur noch Abbau von Calcitmarmor, von 1910-1920 hauptsächlich Verkauf von Fluorit-Scheelit-Schaustufen. Schließung der Grube 1920. Im Jahre 1908 wurden im Calcitmarmor mehrere Drusen geöffnet, die größte etwa so groß wie ein Zimmer. Die Druseninnenräume waren mit grünen Fluorit-Oktaedern bis 5 cm ausgekleidet, manche mit violetten Spitzen; in kleineren Drusen kamen klare bis grüne Kuben und Triakisoktaeder vor. Paragenese: Calcit, Scheelit, Quarz, Stilbit, Chabasit; seltener Orthoklas und Bertrandit. Hervorragende Schaustufen von Fluorit mit Scheelit.

Heilige Dreifaltigkeit

Ehemalige Grube im Revier von Zschopau. Bleivererzter Barytgang in Glimmerschiefer. Abbau von Bleierz seit dem 15. Jh., aufgelassen um 1830.

(Achtung: Es gab auch eine Grube "Heilige Dreifaltigkeit" im Revier > Schönbrunn, > Vogtland.) Bekannt für schöne Pyromorphite und Pseudomorphosen von Galenit nach Pyromorphit (Blaubleierz), welche nach Auflassung nur für Sammlerzwecke gesucht wurden.

Aus dem Tiefen Erbstollen stammen gelbe und rötlichgelbe, stark verzerrte nach der trigonalen Achse gestreckte, gerundete Pyramidenwürfel bis mehrere cm-Kantenlänge; es sind auch weingelbe bis blassgrüne, skalenoedrisch verzerrte Fluorite bis über 2 cm bekannt. Die Kuben sind i.d.R. parkettiert.

Paragenese: Baryt, Galenit.

Ältere Sammlungsstufen mit der Angabe "Zschopau" sind i.d.R. identisch mit Heilige Dreifaltigkeit.

Marienberg

Bergbaurevier zwischen Lauta, Pobershau und Wolkenstein. Bi-Co-Ni-Lagerstätte mit mehr als 150 Baryt-Fluorit-Quarz-Erzgängen in Zweiglimmer-Paragneisen.

Von 1523 bis 1899 Silbererz-Bergbau (bekannteste Grube Vater Abraham mit dem Hauptschacht Rudolph), von 1947 bis 1954 Abbau von Uranerz durch die SAG/SDAG Wismut. Reine Flussspat-Abbauperiode von 1955 bis 1958 im Revier des Schachtes 139 bei Lauta.

Blauer und gelber Fluorit; bekannte Fluoritfunde aus den Jahren 1969-1976. Aus Wolfsberg violette Würfel mit Quarz und gelblich-farblose Würfel auf massivem hellviolettem Flussspat. Von Vater Abraham gediegen Silber mit dunkelviolettem Fluorit sowie gelber und blauer Fluorit aus der SDAG-Wismutperiode der Jahre 1969-1976. Vom Tzscherper Flacher farbloser bis rötlich-bräunlichgelber Fluorit mit Quarz und Baryt; die Fluoritwürfel tw. bedeckt mit Goethit, Chalkopyrit, Malachit und seltener Markasit. Vom Schacht 137 bei Wolkenstein bläulichviolette Kub'-Oktaeder und honiggelbe Würfel; vom Schacht 139 bei Lauta purpurfarbene, violettgelbe und bräunliche Würfel; vom Elisabeth Flacher Pseudmorphosen von Quarz nach Fluorit.

Pöhla

Grube bei > Schwarzenberg; Magnetit-Zinkblende-Skarne; Sn-U-Lagerstätte. Violette, aber auch besonders schöne weingelbe, stark glänzende und matte Hexaeder, oft mit Limonit überkrustet. Spektakuläre honigfarbene Baryte. Sehr gute Fluoritstufen wurden zwischen 1965 bis 1978 geborgen.

Paragenese: Arsen, Calcit, Zinkblende, Magnetit, Fluoborit, selten Datolith, Ludwigit, Szaibelyit, Priceit und gelbgrüner Granat.

Sadisdorf

2-3 km SW Schmiedeberg über die B 170 von Dippoldswalde oder Altenberg (in älterer Literatur Niederpöbel bzw. Schmiedeberg); Granitpegmatite, Greisen, Eruptivbrekzien; Pneumatolytisch-hydrothermale Sn-W-Lagerstätte mit Wolframit, Kassiterit, Zinnwaldit, Molybdänit und Baryt. Farblose, violette bis rotviolette, tw. zonar gefärbte würfelige Kristalle bis über 1 cm; Rhombendodekaeder und Tetrakishexaeder; auch grüne Oktaeder bis 2 cm in Dolomit. Sehr selten Fluorit mit Kolbeckit auf Dolomit, Fluorit mit Goyazit und mit Emplektit. Paragenese: Quarz, Hämatit, Dolomit, Chalkopyrit, Apatit u.a.

Von der Schachthalde der Kupfergrube Sadisdorf (Betriebszeit bis 1954) kleine pflaumenblaue bis violette Würfel bis 5 mm in Quarz-Zinnwaldit-Drusen. Von der Pinge am Gerichtsberg ca. 500 m SW der Kupfergrube farblos violette Würfel bis 8 mm in Drusen mit Quarz und Apatit sowie farblose, violette und gelbliche Kristalle auf Quarzklüften.

Schlema-Hartenstein

Ehem. Uranbergbau-Revier. Erzgänge in paläozoischen Schiefern. Bi-Co-Ni-U-Formation. Wichtigster Uranbergbau der ehem. DDR (SDAG "Wismut").

Die Förder- und Blindschächte wurden tw. bis fast 2 km abgeteuft; die Gesamtlänge der aufgefahrenen horizontalen Grubenbauten betrug 4.200 km. (T. Uhlig, 2008).

Gelbe Fluorite auf Calcit-Skalenoedern. Kombinationen von Würfeln mit Pyramidenwürfeln. Alte Funde mit Akanthit pseudomorph nach Argentit und mit Stephanit. Seltenes Vorkommen von wasserklaren Fluoritwürfeln mit Whevellitkristallen und Hämatit auf Quarz. Tiefschwarz-violetter Stinkspat bis cm-Größe vom Gang Cubanit (Schacht 371) und Fluorit mit Dolomit vom Schacht 38 in Niederschlema. Paragenese: Calcit, Dolomit, Baryt, Quarz; Uraninit, ged. Wismut, ged. Arsen, ged. Silber, reiche Ag-Cu-Co-Ni-Bi-As- Mineralisation.

Schönbrunn

Vogtland; Flussspatgrube bei Ölsnitz; Hydrothermale Lagerstätte. Paläozoische Sedimente (Schiefer, Spilite, Spilittuffe mit eingelagerten Grauwacken), selten Quarzite und Kalksteine, vulkanische Intrusionen und Ablagerungen von Tuffen. Abbau von Kupfererz seit dem Ende des 16. Jh.; im Laufe der Jahrhunderte wechselnde Namen: Ludwig Fundgrube (1831), nach Vereinigung mit der Grube Brüder Eingkeit aus dem Bösenbrunner Gangzug (1861) als Ludwig Vereinigt Feld benannt, ab 1884 auf dem "Planschwitzer Bruch" im Tagebau Abbau von Brauneisenstein und Fluorit.

Nach mehrfachem Besitzerwechsel weiterer Betrieb von 1945 bis 1991 (Vogtländische Flußspatwerke, Ebner, Stengel, Klinghammer, ab 1953 als Grube VEB "Patriot Wiedersberg" bzw. "Patriot", oder einfach "Flußspatgrube Schönbrunn"). Auch Bergbaurevier Schönbrunn, Bösenbrunn, Grüne Tanne/Kulmspalte.

In den 70er Jahren Tagebau. Die Grubennamen Ludwig Geviert Feld, Alte Kunst, Heilige Dreifaltigkeit und Glück mit Freuden stehen für Gangzüge stammen i.d.R. aus der zweiten Hälfte des 19. Jh.

Flussspatgänge bis 10 m Mächtigkeit, bestehend aus hellbläulichem bis grünem Fluorit. Bedingt durch unterschiedliche Bildung tritt Fluorit einmal mit Quarz und Adular auf sowie in Baryt-Fluoritgängen.

Bekannt wurden die sogenannten "Ochsenaugen", welche sowohl in dünnen Schichten aus gealtertem Feldspat sowie an gut entwickelten Oktaedern vorkommen. Dies sind oktaedrische Kristalle mit gekrümmten Flächen bzw. Oktader, deren gekrümmte Oberflächen aus einer Parkettierung von Oktaedern bestehen. Sie stammen aus dem alten Tagebau I.

Die bekanntesten Fluoritstufen wurden in der Zeit von 1970 bis 1990 im Tagebau gefunden. Sehr gute Stufen von farblosen, blaugrauen bis hellblauen Hexaedern bis über 20 cm Kantenlänge, zonar gebaute, hellviolette Kuben, dunkelviolette und grünliche Oktaeder bis 10 cm. Tw. Fluoritkristalle mit Einschlüssen von Ankerit, Chalkopyrit und Bismuthinit. Einige Kristalle haben Flüssigkeitseinschlüsse. Paragenese: Baryt, Calcit, Ankerit, Quarz, Cu-Fe-Zn-Bi-Co-Ni-Sulfide.

Fluorit
Fluorit

Fluorit intensiv blau, im Tageslicht petrolfarben
Kantenlänge bis 2,3 cm, Stufe 14 x 9,5 cm.
Fundort: 300m-Sohle, Samuel Spat, Grube Beihilfe, Halsbrücke, Erzgebirge, Deutschland

Schluchti
Fluorit
Fluorit

Fluorit gelbe, hochglänzende, transparente Hexaeder, KL bis 2,2 cm
Maße der Stufe: 13 x 9 cm
Fundort: 420m-Sohle, Halsbrücker Spat, Grube Beihilfe, Halsbrücke, Erzgebirge.

Schluchti
Fluorit
Fluorit

Fluorit tintenblau, Kantenlänge bis 8,2 cm
Größe: Stufe 9 x 7,5 cm
Fundort: -350m Sohle, Grube Beihilfe, Halsbrücke, Erzgebirge, Deutschland.

Schluchti
Fluorit
Fluorit

Prächtig ausgebildete Kristalle aus dem Freiberger Revier (ohne Grubenangabe); Größe: 13 x 9,8 cm

Dan Weinrich
Fluorit, Calcit und Galenit
Fluorit, Calcit und Galenit

Fluorit fliederfarben und hochglänzend, teils in Zwillingskristallen ausgebildet,
mit Calcit und Galenit
Maße der Stufe: 25,5 x 14,5 cm, Kantenlänge bis 2,7 cm
Fundort: Firste 419...

Schluchti
Fluorit, Baryt und Chalkopyrit
Fluorit, Baryt und Chalkopyrit

Fluorit honiggelbe, hochglänzende Hexaeder mit Baryt und Chalkopyrit
Maße der Stufe: 9 x 9 cm
Fundort: Grube Romanus, Nossen/Siebenlehen b. Freiberg, Erzgebirge.

Schluchti
Fluorit
Fluorit

intensiv gelbe hochglänzende und transparente Fluorit xx bis 1 cm
Maße der Stufe: 6 x 4,5 x 4 cm
Fundort: Segen Gottes, Gersdorf, Freiberger Revier, Sachsen, Deutschland

Schluchti
Fluorit
Fluorit

Grube Beihilfe, Halsbrücke, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland

Schluchti
Fluorit
Fluorit

honiggelbe Fluorit xx bis 5,9 cm KL mit lila Kern, mit Chalkopyrit besetzt
Maße der Stufe: 13,5 x 11 cm
Fundort: Bergmännisch Glück Flacher, Frohnau, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland

Schluchti
Fluorit - Frohnau/Annaberg
Fluorit - Frohnau/Annaberg

2,8x3,5cm

Dan Weinrich
Fluorit - Grube Beihilfe
Fluorit - Grube Beihilfe

Historische Fluoritstufe Grube Beihilfe, Halsbrücke, Sachsen Größe: 21 x 25 cm

Joe Freilich
Fluorit
Fluorit

Fluorit-Würfel, Kantenlänge bis 25 mm, Oberfläche und Kanten leicht violett gefärbt
Fundort: Grube Uranus, Kleinrückerswalde b. Annaberg-Buchholz, Erzgebirge, Deutschland

berthold
Fluorit
Fluorit

Scharf ausgebildete, zonar kantenverfärbte Hexaeder; Frohnau, Annaberg, Erzgebirge; Größe: 2,5 x 3,8 cm

Dan Weinrich
Fluorit
Fluorit

Fluorit hochglänzende tiefschwarze xx, KL bis 0,8cm
Stufe 5 x 3 x 3 cm
Fundort: Frisch Glück Stehender, Stollen Frisch Glück, Frohnau b. Annaberg, Erzgebirge, Deutschland

Schluchti
Fluorit-10.000 Ritter
Fluorit-10.000 Ritter

Grube 10.000 Ritter
Revier Annaberg-Frohnau
Foto: Andre Hüttner (Mineralienkiste)

mineralienkiste
Fluorit-Grube 10.000 Ritter
Fluorit-Grube 10.000 Ritter

Revier Annaberg-Frohnau Erzgebirge
Foto: Andre Hüttner (mineralienkiste)

mineralienkiste
Fluorit - Grube 10.000 Ritter
Fluorit - Grube 10.000 Ritter

Revier Annaberg-Frohnau, Erzgebirge
Foto: Andre Hüttner (mineralienkiste)

mineralienkiste
Fluorit
Fluorit

grün-lila hochglänzende Kubooktaeder, KL bis 1,7 cm
Maße der Stufe: 4,5 x 3 x 3 cm
Fundort: 1. Sohle, Steinbruch Bögl, Dörfel, Schlettau, Erzgebirge

Schluchti
Fluorit
Fluorit

Fluorit: honiggelbe Würfel, KL bis 0,8cm auf Quarz
Stufe 8 x 5,5 cm
Fundort: Pöhla, Erzgebirge

Schluchti
Fluorit
Fluorit

Fluorit: gelb-braune Würfel, lila zonar, Kantenlänge bis 0,7 cm
Maße der Stufe: 4,5 x 2 cm
Fundort: Schacht 137, Wolkenstein, Erzgebirge

Schluchti
Fluorit
Fluorit

"Gefrostete", sehr hellblaue Hexaeder; Bösenbrunn, Oelsnitz, Vogtland, Deutschland; Größe: 2,7 x 3,2 cm

Fabre Minerals
Fluorit
Fluorit

Fluorit blau-violette Oktaeder in und auf Paradoxit, KL bis 1,9 cm
Stufe 5 x 4 x 6 cm
Fundort: Schönbrunn, Vogtland, Sachsen, Deutschland

Schluchti
Fluorit-Frohnau-Annaberg
Fluorit-Frohnau-Annaberg

6x7 cm

Dan Weinrich
Fluorit
Fluorit

himmelblau-gelb zonar gebaute Fluorit xx bis 1,3 cm KL
mit violettem Gitter, hochglänzend auf Quarz
Maße der Stufe: 3,5 x 2 x 1,5 cm
Fundort: Frohnau, Revier Annaberg, Erzgebirge, ...

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