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Fluorit

Italien

Geografie
Halbinsel im S Europas, benachbart zu Frankreich, Österreich und Kroatien. Im N die italienischen Alpen mit dem Aosta-Tal, den lombardischen Alpen, Dolomiten und den Friuli-Venezia-Alpen; im zentralen Teil die Appeninen, im S die Abruzzen und das kalabrische Gebirge. Zu Italien gehören die Inseln Sardinien, Elba und Sizilien mit den vorgelagerten Äolischen (liparischen) Inseln. Der größte Fluss ist der Po, welcher der gleichnamigen Ebene im N den Namen gibt. Das Land ist in 20 Regionen und 96 Provinzen aufgeteilt

Geologie
Im N Teile der Westalpen (Penniden, Helvetiden, Piemont-Zone), der Ost-Alpen (Karnische Alpen), sowie die eigentlichen italienischen Süd-Alpen (Metamorphite NE von Ivrea, Paläozoikum (Alpi Pennine, Alpi Orobie) und variszische Intrusionen (zwischen Domodossola und Verbania), Perm und Mesozoikum N von Bergamo, Dolomiten und Dinariden, tertiäre Intrusionen bei Adamello und permische Vulkanite E von Trento.

Die Appeninen sind der wichtigste geologische Teil Italiens; die ältesten Gesteine sind paläozoische (permische) metamorphe Konglomerate (Verrucano nach dem Monte Verruca bei Pisa), triassische Karbonate, massive jurassische Kalksteine (Marmor von Carrara) und grobkörnige, miozänische Sedimente; im S wesentlich mesozoische Kalksteine. Die eigentliche Gebirgsbildung fand zwischen Oligozän und Pleistozän statt. Das kalabrische Massiv am Fuß des italienischen Stiefels liegt auf einem prävariszischen Granulit-Sockel, devonischen Sedimenten und karbonischen Granitintrusionen.

Es gibt spät-tertiäre Vulkanzonen; in Ligurien und der Toscana (Lardarello), NW und SE von Rom (Monte Amiata, Vulsini, Cimino, Sabatini, Latian); bei Napoli (Vesuv, Rocca Monfino), die Sizilien vorgelagerten äölischen (liparischen) Inseln (Stromboli, Volcano), die südliche Insel Pantellaria sowie den Ätna auf Sizilien.

Sizilien besteht zum großen Teil aus dem zentralen, spät-tertiär bis quartär gebildeten Becken und dem Ragusa-Monte Iblei Plateau im SE; kainozoische Vulkanzonen im E (Ätna).

Sardinien bildete sich aus paläozoischen Sedimenten im E (Sandsteine, Dolomite, Kalksteine) und SW (Iglesias), variszischen Graniten im N, mesozoisch-tertiären Sedimenten, tertiären Vulkanen im NW und quartären Sedimenten im zentralen Teil der Insel.

Flussspatlagerstätten
Die wirtschaftlich wichtigsten Flussspatvorkommen des Landes befinden sich in den Provinzen Trentino-Alto Adige (Südtirol), in der Lombardei, Latium und in Sardinien (siehe jeweilige Kapitel). Italien war bis 1992 der weltweit elftgrößte Flussspatproduzent.


VORKOMMEN

LOMBARDIA

Paglio Pignolino
Ca. 40 km N von Bergamo, Val Brembana, Bergamesker Alpen. Metasomatische Lagerstätte in Kontaktzonen triassischer Kalksteine, welche rote Sandsteine aus dem Perm überlagern. Die fluoritisierten Kalkmassen können Mächtigkeiten bis 10 m erreichen und führen stellenweise durch zinkhaltige Schichten. Blei-Zinkbergbau. Violetter Fluorit in schönen Kombinationen mit Rhombendodekaeder, Tetrakishexaeder und Trisoktaeder. Paragenese Pb-Zn-Cu- mineralien : Sphalerit, Smithonit, Hydrozinkit, Galenit, Bindheimit, Aurichalcit u.a.

Selvino-Rigosa
Zwischen der Ortschaft Selvino und dem Weiler Rigosa, SE von San Pellegrino, Bergamesker Alpen. Triassische Karbonatgesteine. Bei Straßen- und Grundstücksaufschlüssen wurden sehr flächenreiche hochglänzende , hellviolette Fluoritwürfel bis 3 cm in bituminösen Dolomit-Drusen gefunden. Bei Rigosa kamen kleinere, violette und grüne, bis 8 mm große Fluoritkristalle auf Dolomit vor, wobei einige Kristalle bis 114 Flächen aufweisen. Das nur etwa 2 km2 große Gebiet ist auch bekannt für ausgezeichnete große Quarz-Doppelender.

Torgola
Ca. 35 km N von Brescia, S von Gardone, Valle Trompia. Porphyrite. Flussspat-Pb-Zn-Erzlagerstätte. Ein über 1000 m langer und zwischen 8-10 m mächtiger Flussspatgang, welcher bis in die 70er Jahre abgebaut wurde und aus welchem bis dahin mehr als 1 Mio. to Flussspat gefördert wurden. Paragenese: Calcit, Galenit, Sphalerit.

Fluorit
Fluorit

Bildbreite: 8 mm; Fundort: Miniera di Camissinone, Zogno, Bergamo, Lombardei, Italien

Enrico Bonacina
Fluorit
Fluorit

Zogno, Bergamesker Alpen;
Größe: 6 x 9 cm

John Veevaert

Zogno
Dorf ca. 20 km N von Bergamo; S von San Pellegrino ;am Fuß des Canto Alto, Camissinone, Bergamesker Alpen; > s.a. Selvino-Rigosa. Metasomatisch-schichtgebundene Karste gebunden an triassische Dolomite. Hydrothermale Flussspatlagerstätte. Ab 1973 Tagebau, später Untertagebergbau; Höhepunkt in den 70er Jahren, 1981 aufgelassen. Die besten Funde wurden 1994 gemacht. Fluorit mit Quarz und wenig Calcit tritt als ausschließliche Gangart auf. Die wohl im gesamten Alpenraum größten Fluoritkristalle bis über 40 cm Kantenlänge; einzelne matrixfreie Gruppen bis 50 cm. Der Habitus ist i.d.R. der Würfel, abgestumpft von Rhombendodekaederflächen. Die großen Kristalle haben oft korrodierte Flächen, bedeckt mit Tetrakis-, Triakis- und Hexakisoktaedern. Die Farben reichen von hell- bis schwärzlichviolett, auch farblose bis grüne Kristalle von hervorragender Transparenz, welche tw. als Schmucksteine verschliffen wurden.



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Rosafarbener oktaedrischer Fluorit
auf Feldspat mit Chlorit
Charakteristisches Pegmatitvorkommen
bei Baveno
Größe: 6 9 cm
Foto: Fabre Minerals

Fluorit
Fluorit

Cave di Pietra di Luserna, Val Luserna;
San Giovanni, Torino, Piemonte;
2,82 mm

Matteo Chinellato

PIEMONTE

Baveno
Ort am westlichen Seitenzipfel des Lago Maggiore, 8 km N von Stresa. Hercynische Granitintrusionen in Gneis. Granitsteinbrüche: Monte Camoscio, Oltrefiume, Montecatini, Feriolo, Cirla, Diverio oberhalb Agrano, Locatelli bei Levo; Pegmatitisches Vorkommen, welches schon gegen Ende des 18. Jh. abgebaut wurde. In den Geoden des Granit bis zu 3 cm große farblose, hellblaue, purpurrot-bläuliche Würfel und Oktaeder mit gerundeten Kanten; seltener Hexakisoktaeder, Rhombendodekaeder, Trisoktaeder und Tetrakishexaeder. Paragenese: Quarz, Microklin (Orthoklas), Chlorit, Zinnwaldit, Bavenit, Babingtonit, Gadolinit, selten Bazzit. Ausgezeichnete Stufen in den Sammlung des MCSN (Milano) und MNHN (Paris)

Beura
Wenige km von > Domodossola; > Valle d`Ossola. Steinbrüche Restelli, Zacra, Mattarone, Maddalena (Cava Maddalena). Granitische Plattengneise, welche abgebaut werden. Fluorit kommt in beigeweißen, rosa, graugrünen, grünen, gelben, orangeroten Oktaedern bis max. 10 mm vor, aus der Cava Maddalena stammen rosa Fluorit-Oktaeder bis 3,5 cm, sehr selten Kristalle bis 7 cm Kantenlänge (s.a. > Villadossola). Verwachsungen mit Turmalin; Einschlüsse von Chlorit. Paragenese: Quarz, Calcit, Adular, Chlorit, Titanit, Laumontit und Schörl. RMI,1987,2,105

Crevoladossola
Nördlich > Domodossola; Marmorsteinbrüche, besonders Cava Pavia. Silikatreiche Dolomitmarmore. Fluorit kommt meist in farblos-durchsichtigen Würfeln mit Baryt und Adular vor, seltener bis 1 cm große hellviolette flächenreiche Kristalle, manchmal begleitet von Galenit. PREITE, D.; 1988; La dolomia di Crevoladossola, RMI; 4, 227-234

Villadossola
(Valle d`Ossola), bei Domodossola; Valle di Antigorio. Plattengneis- Steinbruch (Cava) Pianasca, ehem. Steinbrüche Cadarese. Fluorit in klaren grünen, bis 2,5 cm großen, und rosafarbenen bis max 1 cm großen Oktaedern: es werden Kristalle bis max. 7 cm Kantenlänge erwähnt. Modifikationen durch triakisoktaedrische Flächen, welche die Kanten abgerundet erscheinen lassen. Paragenese: Quarz, Adular, Laumontit, Calcit , Scheelit, Titanit, Stilbit, Skolezit, Sphalerit. Als Seltenheit wurde eine Stufe gefunden, welche gleichzeitig grüne und rosa Kristalle trägt.


SARDEGNA


Sardinien. Zweitgrößte Insel des Mittelmeers, welche zusammen mit Korsika einen Teil des iberischen Massivs bildet.

Geologie
Kambrische, ordovizische und silurische Sedimente mit einer bedeutenden karbonatischen, erzführenden Abfolge aus dem Kambrium. Die geologischen Verhältnisse sind wesentlich durch paläozoische Granite, triassische Kalksteine und Dolomit sowie kaledonische und variscische Migmatite und Anatexite geprägt.

Lagerstätten und Bergbau
Im Norden Vorkommen von Pb-, Ag- und Zn-Erzen; Cu-Erzlagerstätten nahe Alghero im Westen, Pb-, Zn-, Cu-; Sb-, Mn- und Co-Erze im S und SW Sardiniens, nahe Iglesiente; einem der größten Bergbaugebiete Europas. Viele der Vorkommen waren bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. bekannt. Höhepunkt der Bergbauaktivitäten um 1870 (Pb- und Zn-erze im SW); die meisten Gruben wurden, trotz geschätzter großer Reserven, zwischen 1948 bis 1963 aufgelassen.

Vorkommen

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Mina Arenas, Domusnovas
Größe: 13 x 11 cm
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

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Charakteristische Kristalle von
Genna Tres Montis
Größe der Stufe: 12,5 x 9 cm
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

Domusnovas
Ca. 10 km E von Iglesias. P-Zn-Lagerstätte mit zahlreichen aufgelassenen Gruben, Fluorit in > Is Muruonis (Is Murvonis), > Sta. Lucia, > Su Zurfuru. Flussspatgänge in einer Kalksteinformation in Kontakt mit dem Granitsockel. Stratiforme Flussspatlagerstätte, welche ursprünglich auf Magnetit abgebaut wurde. Fluorit kommt in bis zu 1 cm großen, tw. sehr hellvioletten, aber auch gelben und grünen Hexaedern sowie in kristallinen Aggregaten auf Chalecedon vor. Paragenese: Calcit, Magnetit, Quarz, Hydrozinkit, Aurichalcit.

Genna Trés Montis > Sarrabus-Gerrei

Is Muruonis
(Is Murvonis); > Domus Novas. Farblose und hellviolette, semitransparente Hexaeder bis mehrere cm Grßse; tw. mit Quarz und Hydrozinkit.

Montevecchio
Ca. 50 km N von Iglesias, 8 km W von Guspini, Arburese. Hercynische Granitintrusionen in silurischen Schiefern und ordovizischen Sandsteinen. Pb-Zn-Lagerstätte. Fluorit kommt in abgerundeten violetten, grünlichgelben und bläulichen Kristallen zusammen mit Pyrit vor. Paragenese: Galenit, Sphalerit, Cerussit, Chalcopyrit, Limonit.

Muscadrociu
Eine der weltweit wichtigsten Flussspatlagerstätten mit den Gängen San Giuseppe und San Giovanni, welche sich in einer Teufe von 250 m vereinigen. Die Gänge sind ca. 3,5 km lang und haben eine mittlere Mächtigkeit von 5 m, welche stellenweise bis zu 18 m beträgt. Das Gesamtvorkommen wird auf ca. 8 Mio. to Flussspat geschätzt. Neben Fluorit treten auch Baryt und Galenit in abbauwürdigen Mengen auf. Paragnese: Calcit, Baryt,Quarz .

Santa Lucia
Ca. 18 km NNW von Iglesias, 3 km W von Fluminimaggiore. Kambrisch-silurische Sedimente; verkarstete Karbonate. Baryt-Flussspatlagerstätte. Farblose, weiße bis verschiedenfarbige Oktaeder, Hexaeder und Rhombendodekaeder sowie Kombinationen; Kristalle i.d.R. in mm-Größe bis etwa 1 cm; teilweise kugelig und tropfenförmig. Viele Fluoritkristalle sind bergfrisch mit Limonit überkrustet. Paragenese: Baryt, Calcit, Galenit, Pyromorphit, Sphalerit sowie Aurichalcit, welcher farblose Fluoritkristalle grün färbt.

Santa Lucia
Aufgelassene Grube bei Domusnovas. Semitransparente, gelbe Würfel bis 2 cm, tw. mit goldgelbem-honigbraunem Baryt.

Sarrabus-Gerrei
Gebirge ca. 20 km NE von Cagliari. Im N-Ausläufer, nahe des Ortes Silius ehemalige Gruben Genna Trés Montis, San Nicolas Gerrei. Granite und Schieferschichten über einem Porphyritmassiv. Ehem. Abbau von Silbererzen. Flussspat-Baryt-Pb-Zn-Erzlagerstätte Genna Trés Montis. Fluorit in violetten, grobspätigen Massen sowie in hellpurpurfarbenen Würfeln bis 2 cm-Größe; meist mit Baryt, auch Galenit, Calcit und Quarz.

Su Zurfuru
s.u. > Domusnovas. Farblose, grauweiße, gelbliche, wasserklare und hellgrüne Würfel in cm-Größe.


SICILIA

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Fluoritwürfel mit deutlichen Phantomen
Kantenlänge 2,4 cm
Größe der Stufe 13 x 9,5 cm
Poggio Balate
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

Poggio Balate
Vorkommen auf einem Hügel gegenüber des Berges San Calogero bei Termini Imerese, ca. 25 km von Palermo. Das Vorkommen ist bekannt für sehr gut ausgebildete, relativ große (bis mehrere cm Kantenlänge), farblose, grünliche bis violette Hexaeder mit flüssigen Inklusionen. Paragenese: Baryt



TOSCANA

BILD:1187262133

Fluoritkristall (Kombination von Würfel und
Rhombendodekaeder) auf Quarz
Größe des Kristalls: 8 mm
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

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Fluorit von der Mina Campiano
Größe: 5 x 4 cm
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

Campiano
Ca. 35 km NE von Massa Marittima; SE der Colline Metallifere; Boccheggiano Distrikt; Provinz Grossetto. Pyrit-Chalcopyritlagerstätte; Abbau seit 1983. Erzkörper gebunden an Anhydrit und Dolomit. Vielflächige, transparente farblose bis wassergrüne Würfel und Kombinationen von Würfel und Rhombendodekaeder bis zu 2 cm. Die Würfelflächen sind glatt und hochglänzend, die Rhombendodekaeder und Oktaeder meist stufig. Selten auch Kub'oktaeder. Der Fluorit wird meist von tafeligem bis nadeligem Anhydrit, Quarz und Dolomit begleitet.


BILD:1187262164

Fluorit auf Adular
Steinbruch Fantiscritto, Carrara
Größe des Kristalls ca. 1,4 cm
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

Carrara
Provinz Massa-Carrara, Apuanische Alpen. Metamorpher Komplex. Historische Marmorsteinbrüche. Fluorit kommt im Steinbruch Gioia (Cave Colonnata Gioia) in glasklaren, transparenten, farblosen Würfeln und selten langgestreckten Quadern bis 1 cm in Höhlungen des Marmor vor, oft mit sehr scharfen, glasklaren Quarzen und / oder Adular vergesellschaftet. Weitere Fluoritvorkommen: Steinbrüche Battaglino, Calagio, Campanili, Carbonera, Colle Stretto, Crestola, Fantiscritto, Fossa degli Angeli, La Facciata, La Piastra, La Tagliata, Lorano, Polvaccio, Ravaccione, Tecchia (alle Carrara), Madielle (Massa) sowie in den Steinbrüchen im Val Bona und im Val Pulita. Paragenese: Quarz, Adular, Rutil, Sphalerit, Enargit, Sulfide.

Isola del Giglio
Ca. 20 km SW von Porto Santo Stefano. Farblose, klare Oktaeder, modifiziert durch Dodekaeder. Kristalle im cm-Bereich.



TRENTINO-ALTO ADIGE

Altenburg
Ca. 4 km S von Kaltern. Hydrothermal gebildete Erzgänge in Porphyr.Abbau von silberhaltigem Galenit zwischen 1472 und 1659. Fluorit kam als wichtigstes Gangmineral vor. Zart hellblaue, gelbe, violette und braune, tw. zweifarbige, parkettiert aufgebaute, hochglänzende Hexaeder bis max. 20 mm. Manche Fluoritstufen erscheinen sattelförmig. Das Aussehen erinnert an Fluorit von > Zogno (Bergamo) Paragenese; Baryt, Quarz, Malachit, Galenit.

Cinquevalli
s.a. > Val Sugana. Aus der Grube Cinquevalli kamen transparente, auch rosaviolette, violette, rauchgraue und seltener grüne Fluorite mit Kantenlängen von 10-12 cm, teilweise bedeckt mit Quarz; als Begleiter treten auf: Chalcopyrit (welcher manchmal die Oberflächen des Fluorits bedeckt), Pyromorphit, Mimetesit, selten Wolframit.

Corvara > Rabenstein

Deutschnofen
(Nova Ponente); 25 km S von Bozen (Bolzano, Brantental). Störungszonen im Porphyr (Bozner Porphyrplatte). Hydrothermales Vorkommen. Zusammen mit dem Brantental die zweitgrößte Flussspatlagerstätte von Südtirol, mit Flussspatgängen bis 7 m Mächtigkeit. Abbau in der Grube Wolf. Matte, dunkelgelbgrüne Würfel bis 2 cm Kantenlänge. Begleiter Baryt, Calcit, Galenit; auch Kristalle mit eingelagertem Hämatit oder Goethit.

Pfunderer Berg
(ital. Montefondoli) Alter Bergbau auf der Villanderer Alm, bei Klausen (Chiusa), zwischen Bozen (Bolzano) und Brixen (Bressanone). Historischer Abbau auf Silber seit dem frühen 12. Jhdt., Blütezeit um 1313; seit dem 15. Jhdt. Schwerpunkt Bleierze. Abbau bis zur endgültigen Schließung 1943. Intrusive Diorite in einer Quarzphyllit-, Paragneis- und Glimmerschieferzone. Fluorit kam in würfeligen, glasklaren Kristallen (zuletzt gefundene bis 8 mm) als Gangart neben Calcit, Quarz, Baryt, Dolomit, Chlorit und Anhydrit vor.

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Fluorit vom Rabenstein (Corvara)
Größe: 4 x 3,5 cm; Fund 1965
Foto: Dan Weinrich

BILD:1181447536

Fluorit vom Rabenstein (Corvara)
Größe: 5,6 x 4,5 cm
Ex. Sammlg. Jan Buma
Foto: Fabre Minerals

Rabenstein
(Ital. Corvara); Oberer Teil des Sarntals (Val Sarentino) im Penstal (Val di Pennes) bei Bozen (Bolzano); 15 km von Sarnthein. Glimmerschiefer und Gneise mit permischen Intrusionen von Graniten, Granodioriten und Gabbro; Störungszone in Quarzphylliten. Klüfte in is zu 4 m mächtigen Fluoritgängen. Hydrothermale Lagerstätte.

Hervorragend ausgebildete farblose Kuben, Oktaeder, Kub'oktaeder, Rhombendodekaeder, Ikositetraeder, Deltoidikositetraeder, Hexakisoktaeder und Tetrakishexaeder sowie Kombinationen aus Kuben und Hexakisoktaedern. Die vorherrschende Farbe ist glasgrün, milchigweiß und als gesuchte beste Qualität wasserklar farblos (Optikspat). Die Kristalle leuchten stark unter UV-Strahlung. Die Oberflächen der Kristalle sind parkettiert und erscheinen leicht geätzt, gewöhnlich von rechtwinkligen, dem Hexaeder entsprechenden Vertiefungen unterbrochen und bedingen dadurch Treppenbildungen und Verzerrungen. Die Kristalle sind teilweise mit drusigem Quarz überzogen. Sehr schön sind auch die weniger häufig gefundenen leicht rosafarbenen, himmelblauen, gelben und grauen Fluorite.

Paragenese: Dolomit, Ankerit, Galenit, Sphalerit in prachtvollen honiggelben Kristallen; Wulfenit, Pyromorphit, Baryt, Pyrit, Siderit, Chalcopyrit

Sarntal
(Val Sarentino); Tal N von Bozen (Bolzano), zwischen Bozen und Penserjoch (Passo Pennes) (Gasser, G.; 1913) beschreibt Fluoritfundstellen vom hinteren > Penstal unweit Asten; > Sarnthein (Sarentino) bei Bozen; > Rabenstein, Ritten (Renon) bei Klobenstein (Collalbo) und Lengmoss. In Alten Sammlungen (Prag) auch Stufen mit der Lokalitätsbezeichnung Pare in Val Sarentina.

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Cinquevalli, Val Sugana
Größe: 6 x 5,4 cm
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

BILD:1182841096

Vignola, Val Sugana
Größe: 9,5 x 9 cm
Sammlg. und Foto: Fernando Metelli

Val Sugana
Ca. 20 km W von Trento; Tal zwischen Pérgine und Arsiè; Vorkommen von Fluorit bei Brennstall; Canezza (nahe des Fersental-Baches); Cento Pozzi (oberhalb von Roveda), Cinquevalli (nahe Roncegno), Frassilongo, Rio Prighel, Sant Orsola Terme; Silberspitz; Tingherla (Fersental, nahe Roveda), Vignola (nahe Levico) und Vetriolo. Hierzu gehört auch der Gang, bzw. die Lagerstätte von Cima d`Orno, des Monte Zava, sowie Campolongo, oberhalb der Val Sugana Schnellstraße auf der Höhe des Calonazzo-Sees. Quarzphyllite, Paragneise, Porphyr. Hydrothermales Vorkommen, in welchen der Fluorit als Gangart vorkommt und Gänge mit Fluorit, Quarz, Calcit und Baryt. In einem Tal oberhalb von Sant Orsola Terme permische Vulkanite. Historisches Blei- Silbererz-Bergbaugebiet (mit Ausnahme Sant Orsola Terme) seit dem 14. Jh. Die Fluorite des Val Sugana kommen als Hexaeder vor. Die einzig bekannten Oktaeder stammen von Sant Orsola Terme.

Cinquevalli
Aus der Grube Cinquevalli kamen transparente, auch rosaviolette, violette, rauchgraue und seltener grüne Fluorite mit Kantenlängen von 10-12 cm, teilweise bedeckt mit Quarz; als Begleiter treten auf: Chalcopyrit (welcher manchmal die Oberflächen des Fluorits bedeckt), Pyromorphit, Mimetesit, selten Wolframit.

Tingherla
Fersental. Einige Quarz-Flussspatgänge, welche tw. abgebaut wurden. Von hier stammen hervorragende transparente, farblose, himmelblaue, weiße und rosa Hexaeder, manchmal mit Pyrit und Cu-Sulfiden vergesellschaftet.

Vignola
Das Vorkommen von Vignola wurde seit dem späten Mittelalter auf Blei-Silbererz und von 1953 bis ca. 1973 auf Flussspat abgebaut. Die Vignola-Fluorite sind hellgrüne, grünblaue, grüngraue und rosaviolette, parkettierte Würfel mit Kantenlängen bis über 20 cm, manchmal verzwillingt, gelegentlich von kurzprismatischen Milchquarzen überzogen. Begleiter ist Baryt in Kristallen bis 15 cm, Galenit, Sphalerit sowie seltener Erythrin, Wolframit und Bournonit

Virgolo
(Kalvarienberg); Berg bei Bolzano (Bozen). Permische Porphyroide, welche in Rissen und Spalten gelblichen bis grünlichen Fluorit führen. Historische Fundstelle, bereits 1913 von Gasser als alt erwähnt. Gelbliche bis farblose Würfel. Wasserklare Würfel bis 10 mm Größe finden sich als Belege im Naturhistorischen Museum in Wien. Um 2000 bis 2001 ein einmaliger Fund von Drei-Generationsfluoriten: Blassgelbe, bis mehrere cm große Kristalle, welche in himmelblau übergehen und von einer Schicht kleiner weißer bis gelblicher Kristalle bedeckt sind. Zwischen der ersten und zweiten Generation sitzt manchmal rekristallisierter Quarz. UV-Färbung ist violett.


Literatur

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