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Fluorit

Namibia

Geografie
Ehemals Deutsch-Südwestafrika, angrenzend an Angola im N, Zambia im NE (Caprivi-Streifen), Botswana im E und Südafrika im S (Oranje-Fluss) und SE. Die W-Grenze bildet der Atlantik. Zum großen Teil Hochplateaus (Erongo, Waterberg, Khomas, Zorisberge und Groote Karasberge) und die Wüsten Namib entlang der Küste und Kalahari im E. Höchste Erhebungen sind der Brandberg (2.696 m) und der Königstein (2.606 m). Im N die Etosha-Pfanne. Hauptstadt ist Windhoek.

Geologie
Einer der erdgeschichtlich ältesten Teile der Welt. Präkambrische Gesteine, welche tw. bei der Bildung der Erdkruste entstanden und im Laufe der nachfolgenden Zeitalter vielfach metamorphisiert wurden. Die wichtigsten lithogenetischen Phasen sind präkambrisch; die ältesten Gesteine stammen aus der Epoche zwischen Vaalian (2,7 bis 2,1 Mrd. Jahre) bis zum frühen Mokolian (2,1 Mrd. bis 1,1 Mrd. Jahre) unter Bildung der metamorphen Epupa-, Huab-, Grootfontein-, Ababis-, Hohewarte-und Kangaskomplexe, Schiefer des Hochlandes von Windhoek und Khomas.

Darauffolgend jüngere Sedimente und Vulkanite (mittleres Mokolian), Bildung des Rehoboth-Sinclair-magmatischen Bogens und des Namaqualand-Komplexes (spätes Mokolian), die Damara-orogenetische Phase (Kalk-Dolomitgesteine, wesentlich im Norden, bei Otavi, Grootfontein und Tsumeb, Marmore bei Karibib (Beginn vor ca. 900 Mio. Jahren, Dauer ca. 450 Mio. Jahre). Im Verlauf der Trias zerbrach der Superkraton Pangea. Afrika, mit Südamerika, Indien und Australien Teil des Gondwana-Kontinents, trennte sich, (nach anfänglicher Riftbildung im Jura und Loslösung von Nordamerika) in der Kreidezeit (vor ca. 135-120 Mio. Jahren) unter Bildung des Südatlantik von Südamerika. Bildung der Karoo-Sequenz zwischen Karbon und Unterer Kreide (Sandsteine), weitere Sedimentierung und aktiver Vulkanismus zwischen Oberer Kreide und dem Tertiär (Kimberlitschlote bei Gibeon, Bildung der Etenga-Basaltdecken im Kaokoland, Granitintrusionen (Brandberg, Messum, Spitzkoppe, Erongo)).

In den folgenden Jahrmillionen Abtragung der Gesteine an der Oberfläche und Entstehung der Rumpfflächen mit einzelnen Inselbergen. Zwischen Pleistozän und Holozän entstanden die Wüsten Kalahari und Namib.

Lagerstätten
Von den zahlreichen bekannten Flussspatlagerstätten sind nur wenige erschlossen. Die wichtigsten sind die Verdrängungslagerstätte Okorusu (Alkalikomplex), verschiedene Gänge in magmatischen, metamorphen und sedimentären Gesteinen (Husab), sowie die vulkanisch-brekziöse Blei-Kupferlagerstätte Garub.

Bergbau
Flussspat wurde, mit Unterbrechungen, seit den 20er Jahren gefördert. Die größte Fördermenge betrug 1974 ca. 35.000 to.

"Falsche Smaragde"
In den 30er Jahren wurden geschliffene Fluorite als "südafrikanische Smaragde" gehandelt. Es ist anzunehmen, dass diese aus den Pegmatiten des Spitzkoppe - bzw. Erongo-Gebietes kamen, resp. von der > Pforte .


Vorkommen

Aris
Distrikt Windhoek; Steinbruch ca. 40 km südlich von Windhoek. Phonolith. Farbloser Fluorit in Würfeln bis 2 mm in Hohlräumen des Phonolith, Begleiter Hydroxylapophyllit, Microclin, Aegirin, Natrolit, Eudialit, Villiaumit, Tuperssuatsiatit, Makatit, Zeolithe u.a.

Aukam
Farm im Distrikt Bethanien; ca. 70 km SW von Goageb (Konkiep), etwa 1,5 km E der Graphitmine. Quarzite, welche Granite überlagern; Pegmatite. S.a. > Sabidas. Gangförmige Lagerstätte, welche Anfang der 40er Jahre ca. 70 to Flussspat förderte. Etwa 5 km N der Graphitmine weitere Flussspatgänge in Gneisen und Schiefer, in welchen Fluorit in farblosen bis grünlich-violetten Kristallen vorkam.

Brabant
Farm am Hohenstein-Massiv (Erongo), Karibib-Distrikt. Pegmatite und Quarze. Kleine, bis 1 cm große violette Fluoritkristalle, tw. mit Beryll.

Erongo
Bergmassiv W von Omaruro; Granitpegmatitkomplex. Vorkommen von hell- bis blaugrauen, tief-bis smaragdgrünen und rosavioletten Hexaedern und gut ausgebildeten Kub'Oktaedern in tw. turmalinisierten Feldspat-Brekzien. Beste Einzelvorkommen auf den Farmen > Brabant und > Etemba, bei Etiro und NE von Tubessis. Paragenese: Quarz, Hyalith, Turmalin (Schörl), Beryll (Aquamarin), Muscovit, Mikroklin, Cassiterit, Topas, Fluorapatit und Orthoklas (bzw. Mikroklin). Hervorragend ausgebildete grüne würfelige (seltener oktaedrische) Fluoritkristalle bis mehrere cm Kantenlänge wurden 1999 - 2006 und fantastische Kontaktzwillinge nach dem Spinellgesetz im Jahr 2008 gefunden.

Aus einigen Probeschürfen der 1970er Jahre am Osthang des Erongo-Massivs, linkerhand des Pads von Omaruru zur Farm Etemba, stammen bs mehrere cm-große würfelige Pseudomorphosen von Topas nach Fluorit, bzw. Fluoritkristalle, welche epitaktisch auf dunkelvioletten Fluoritflächen aufgewachsen sind.

Etemba
Farm im Distrikt Omaruru; ca. 30 km W von Omaruru. Granitpegmatite. Fluorit in farblosen bis hellgrünen, wasserklaren Dodekaedern bis 3 cm auf Quarz. Paragenese: Wolframit, Topas, Turmalin, Beryll, Fluorapatit, Granat u.a.

Etiro
Teil des Erongo-Gebirges, zwischen Karibib und Omaruru. Pegmatit. Scharfkantige, klare, farblose bis gelblichviolette Fluoritwürfel (auch Zwillinge) bis cm-Größe auf Quarz.


Fluorit aus dem Erongo-Gebirge

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Fluorit mit Schörl auf Feldspat
Größe: 2,4 x 3,6 cm
Foto: Kevin Ward

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Fluorit auf weißem Feldspat
Größe: 7,2 x 10,4 cm
Foto: Kevin Ward

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Die für das Erongo-Gebirge eher seltene
Form des Ku'Oktaeders
Größe: 4,5 x 6 cm
Foto: Roger Lang

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Dunkelvioletter Fluorit mit epitaktisch
aufgewachsenem Topas (winzige Kristallspitzen)
Probeschürfe Nähe Omaruru
Größe des Kristalls; 2,2 cm
Sammlg. und Foto: Collector

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Fluorit mit Goshenit und Muskovit
Größe: 3,7 x 4,5 cm
Foto: Kevin Ward

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Fluorit-Zwilling auf Feldspat
Größe: 4 x 4,7 cm
Foto: Kevin Ward

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Fluorit-Kub'Oktaeder auf Schörl
Größe: 7,5 x 4,1 cm
Foto: Rob Lavinsky

Fluorit
Fluorit

Fluorit auf pegmatitischer Matrix;
Erongo, Namibia;
Größe: 5 x 2,7 cm

Carles Milan

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Fluoritwürfel auf Feldspat
Größe: 3,5 x 4,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Eine der fantastische Kombinationsstufen aus
grünem Fluorit, Aquamarin und Schörl
auf Feldspat, für welche das Erongo-Massiv
berühmt geworden ist
Größe: 4,1 x 3,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Fluorit -Kub'Oktaeder auf Beryll
Größe: 3,5 x 4 cm
Foto: Christiane David

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Fluorit mit Muskovit und Beryll
Foto: Christiane David

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Kub'Oktaeder mit Schörl, Beryll, Quarz
und Muskovit
Größe: 6 x 5,8 cm
Foto: Christiane David

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Kontaktzwilling nach dem Spinellgesetz
Größe: 6,1 x 1,5 cm
Foto: Kiyoshi Kiikuni

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Kontaktzwilling nach dem Spinellgesetz
Größe: 3,7 x 1,1 cm
Foto: Kiyoshi Kiikuni

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Kontaktzwilling nach dem Spinellgesetz
Größe: 4,9 x 2,5 cm
Foto: Kiyoshi Kiikuni

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Ein kubischer (nicht monokliner!)
Fluoritkristall aus einem Fund von 2008
Foto: John Veevaert

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Fluorit mit winzigen Topas-Kristallen
Größe: 12 x 15 cm
Foto: Christiane David

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Fluorit mit Beryll und Muskovit
Größe: 2,5 x 2,5 cm
Foto: Christiane David

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Fluorit mit Topas und gelbem Fluorapatit
Größe: 5,5 x 6 cm
Foto: Christiane David

Garub
Distrikt Karasburg; Ca. 100 km N von Karasburg, nahe der Farmen Garub und Stinkdoorn, östliche Seite der Great Karas Mountains. Kaolinisierte Tuffe in porphyritischen, granatführenden Granit-Gneisen. Die einzige namibische Flussspatlagerstätte, in welcher das Mineral in einem brekziösen Schlot vorkam. Der Erzkörper mit einem Durchmesser bis zu 8 m befand sich am oberen Kontakt des Schlotes. Untertagebergbau seit ca. 1913 (zu dieser Zeit nur der Cu-mineralisierte Eiserne Hut bekannt); bis 1923 weniger erfolgreicher Abbau von Bleierz, ab 1928 Förderung von Flussspat und Bleierz; vorübergehende Einstellung um 1932; letzte Förderung von 1938 bis 1940. Es wurden insgesamt ca. 1.650 to gefördert.

Massiver und außergewöhnlich reiner, farbloser, gelblicher, blassgrüner bis hellblauer Fluorit in Lagen bis 10 cm, mit violetten Rändern; auch perfekte, bis 10 cm große violette Würfel und langgestreckte Kub'Oktaeder mit einem gelben Kern. 1932 wurden im Schacht hervorragende gelbliche, taflige, bis 22 cm messende Anglesitkristalle gefunden. Paragenese: Calcit, Quarz, Limonit, Galenit, Azurit, Chrysokoll, Cerussit und Anglesit.

Hochfeld
Farm im Karasburg-Distrikt; Metamorpher Gneis-Komplex. Kleinere gangförmige Lagerstätte. Fluorit in grünen Kristallen, begleitet von Galenit.

Hoopverloor
Farm ca. 2 km S der Henties Bay-Usakos Straße, nahe der > Kleinen Spitzkoppe. Quarzgänge im Spitzkoppe-Granit. Sehr kleines Vorkommen. Tiefviolette Oktaeder.

Husab Mine
Distrikt Swakopmund; (früher Müller`s mine); ca. 65 km SE von Swakopmund, Naukluft-Gebiet; nahe des Tumas-Flusses nach Karibib; am Westhang des Husab-Berges. Granite, Gneise, Quarzite, Schiefer und kalksilikatische Gesteine mit Quarz-Fluorit-Gängen über 4 km. Zwischen 1970 und 1973 wurden im Untertagebau ca. 50.000 to Flussspat gefördert. Tiefrotvioletter, rosavioletter, gelblichbrauner, grüner und farbloser, kristalliner Flussspat (tw. muschelige Aggregate) und stark glänzende, violette bis farblose Fluoritoktaeder, meist vergesellschaftet mit Quarz oder Calcit. Der Fluorit ist durch die Vergesellschaftung mit Uranmineralien radioaktiv. Paragenese: Quarz, Calcit, Baryt, Magnetit, Diopsid, Hedenbergit, Granat, Vesuvian, Epidot, Uranmineralien.

Jerusalem
Farm im Karasburg-Distrikt; benachbart mit den Farmen Ondermatje und Blydeverwacht. Metamorpher Gneiskomplex. Gangförmige Lagerstätte mit verschiedenen Vorkommen, welche auf der Farm Jerusalem untertage abgebaut wurde. Die Förderung betrug von 1970 bis 1971 ca. 5400 to.

Kamerun
Farm im Gebiet Goabeb, Distrikt Karibib, ca. 25 km NW von Usakos. Hellviolette und grüne Oktaeder bis 1 cm in Granit.

Kawab
Ca. 70 km SE von Uis, ca. 45 km W von Omaruru; ca. 5 km S von Otjionamewa. Distrikt Omaruru, Gebiet Okambahe (nicht zu verwechseln mit Okambahe nahe Otjiharongo; > Otjinamewa ), S der Farm Goedehoop. Leuco- und jüngere Sorris-Sorrisgranite. Hervorragende violette Würfel und Kub'Oktaeder mit gelblichem Kern; Kristalle bis 10 cm. Auch weiße Kristalle von Edelsteinqualität

Khan Mine
Historische Mine im S von Arandis, ca. 45 NE von Swakopmund. Hochmetamorphe Zone komplex gefalteter Gneise, Amphibolite und Marmor, welche von Graniten und Pegmatiten intrudiert wurden. Aus einer Linse (pocket) stammen ca. 30 Stufen mit tw. hochglänzendse, tiefviolett-schwarzen oktaedrischen Fluoriten. Es ist nicht auszuschliessen, dass diese Stufen mit denjenigen, unter dem Namen "Pforte" angegebenen Fluoriten identisch sind.

Kranzberg
Distrikt Omaruru; Nordklippe; Omaruru-Townlands. Turmalinisierte Erongo-Granitbrekzien mit Albit- und Greisenzonen. (Nicht zu verwechseln mit dem Kransberg zwischen Karibib und Usakos). Ehemaliger Abbau von Cassiterit, aufgelassen seit den 70er Jahren. Tiefdunkelviolette, zonar verfärbte Hexaeder, tw. vollständig überkrustet mit farblosem Topas-xx in Würfeln bis bis 3 mm, auf und mit Topas, sehr seltener Begleiter Kassiterit, in Pegmatit. Paragenese: Quarz, Muskovit, Mikroklin, Beryll, Topas, Kassiterit, Wolframit. 3,5 km SE des Kranzberges, kommt Fluorit neben feinkörnigem Turmalin in Linsen des Pegmatits vor > Erongo.

Loskop
Farm im Omaruru-Distrikt; ca. 5 km SE von Omaruru, 500 m SW des Loskop-Hügels. Granite. Eine Flussspat-Quarz-Chalcedongang, aus welchem ca. 25 to gefördert wurden. Gelbe Würfel.

Marburg
Synonym für > Okorusu. Oft als Fundortangabe benutzt (u.a. Farm Marburg).

BILD:1191852803

Charakteristische Blaugrün-Purpur-Färbung der
Kristalle von Okorusu
Größe: 5,8 x 4,2 cm
Foto: Mineralsandfossils

Okorusu
(auch Okarusu); Ca. 50 km N von Otjiwarongo (Farmen Marburg und Belvedere). Die Okorusu Mine liegt in Nordzentral-Namibia, genauer an den Grenzen vom Otjiwarongo- und vom Grootfontein-Distrikt (ca. 50 km nördlich des Ortes Otjiwarongo).Sie ist die größte Flussspatlagerstätte Namibias (in welcher neben Flussspat auch Eisenerz abgebaut wurde (Limonit und Hämatit)).

Okoruso ist eine große Verdrängungslagerstätte, in welcher neben Flussspat auch auf Eisenerz (Limonit und Hämatit) abgebaut wurde. In Okorusu ist der Fluorit schon seit der deutschen Kolonialzeit bekannt. Der erste Abbau erfolgte in den 1920er Jahren. Damals waren es lediglich zwei kleine Stollen. Die südafrikanische Firma ISCOR kaufte die Mine Ende des Zweiten Weltkriegs. Später wurde das gesamte Gebiet erkundet. Bis 1955 wurden 200.000 Tonnen Flußspat abgebaut. Man beendete den Abbau, als in Südafrika neue Vorkommen entdeckt wurden, obwohl die Reserven auf mehrere Mio. Tonnen geschätzt wurden. 1972 wurde die Mine von der Firma Bethlehem Steel verwaltet. Im Jahre 1988 nahm die Firma Okorusu Fluorspar Limited (ISCOR Ltd. mit 26% beteiligt) den Betrieb in Okorusu wieder auf: der größte Abnehmer des Flußspats ist die Solvay-Gruppe.

Okorusu ist eine der weltgrößten Carbonatit-Verdrängungslagerstätten, bestehend aus drei Erzkörpern (A, B und C) unterschiedlicher Form und Größe. Die Vorräte des Erzkörpers A werden auf mehr als 2,0 Mio. Tonnen (mit mehr als 60% CaF2) geschätzt. Am Kontakt zum Nebengestein tritt tw. Magnetit auf. Für keinen der drei Erzkörper ist in der Teufe ein Ende der Flußspatführung bekannt. Der Flußspat wird durch Bohren und Sprengen im Tagebau abgebaut, zerkleinert, entschlämmt und anschließend das Konzentrat durch Flotationsprozesse angereichert und eingedickt. Das Konzentrat gelangt per Bahn nach Walvisbay und wird per Schiff nach Übersee exportiert. Fluorit

Fluorit kommt in Okorusu unterschiedlich vor. Zum einen körnig, vor allem in einem Feldspat-Limonit-Calcit-Gestein, sowie als Gangfüllung und in Brekzien. In Kontakten zur Carbonatitüberlagerung weist der Erzkörper zahlreiche Hohlräume auf, in welchen sich unzählige, prächtige Fluoritstufen finden und zu Sammlerzwecken auf den Weltmarkt gelangen. Typische Fluorite kommen als einfache und modifizierte Würfel (Hexaeder) bis 15cm, als gestufte Oktaeder und als Kombinationen vor. Typische Farben sind tiefviolett bis grünlichviolett, auch grünlichblau zonar verfärbt, seltener sind gelbe Kristalle. Fast immer sind die Kristalle hochglänzend und transparent. Ganz selten hat der Fluorit Anlauffarben. Die interessantesten Stufen bestehen aus Kristallen mit Phantombildungen, Kristalle mit Kub'Oktaederkernen und / oder parkettierten Oberflächen. Der Fluorit ist nicht selten mit Goethit oder Calcit verwachsen.

Von Okorusu kamen besonders zwischen 1994 und 1998 ausgezeichnete Stufen, welche aus Hohlräumen der Lagerstättenkörper im Kontakt zu Carbonatit stammen. Tiefviolette und grünlichviolette, auch grünlichblaue zonar verfärbte einfache und modifizierte Hexaeder bis 15 cm, seltener gelbe oder violette Würfel. Typische Formen sind Kombinationen aus Würfel und gestuftem Oktaeder. Häufig auch Phantombildungen, Kristalle mit Kub'Oktaederkernen und treppenförmigen Oktaederflächen. Die Kristalle sind oft mit Goethit und Calcit verwachsen. Paragenese: Calcit, Baryt, Quarz, Apatit, Goethit, Limonit, Psilomelan, Pyrit, Ti-Magnetit u.a.

Geologie

Metasomatisch gealterte Alkaligesteine, wesentlich Hortonolit-Monzonit-Syenite, Foyait, Urtit, Tinguait, Bostonit, Alkali-Pyroxen-Fenite und magnetitführende Carbonatite, welche in Quarzit, Schiefer und Dolomit intrudiert sind, sowie Sedimente. Es gibt auffallende genetische Analogien zur Lithologie und zu den Flussspatvorkommen von Santa Catarina, Brasilien (mesozoische Riftbildung im Kontinent Gondwana).

Sammlerinfo

  • Auf älteren Sammlungsetiketten wird für Fluorite aus Okorusu als Fundort auch der Name " Farm Marburg " angegeben
  • Ein Besuch der Grube ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Selbersammeln ist so gut wie unmöglich (es soll ein Abkommen mit einem Aufkäufer geben, welchem die Rechte an der Bergung von Sammlerstufen zustehen).

BILD:1183120658

Größe: 7,7 x 6,4 cm
Foto: Kevin Ward

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Scharf ausgebildeter Kub'Oktaeder mit deutlicher
Ausbildung der matten und der glatten Flächen
Größe: 4 x 5,5 cm
Foto: Christiane David

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Größe: 5,5 x 4,0 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Größe: 5,1 x 2,6 cm
Foto: Heliodor1

BILD:1183120726

Größe: 8 x 5 cm
Foto: Heliodor1

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Okorusu-Fluorit mit charakteristischer Färbung
Größe: 7,2 x 5 cm
Foto: Rob Lavinsky



Omatjette
Distrikt Omaruru, ca. 60 km NW von Omaruru. Granite. Kleinere Lagerstätte. Tiefgrüne Würfel und Oktaeder mit Quarz; oft mit Pyrit vergesellschaftet.

Omburo
Farm ca. 34 km NE von Omaruru und ca. 16 km von Epako. Granite und Marmor. Gangförmige Lagerstätte, in welcher Fluorit und Quarz in präkambrischem Granit und in Marmor auftritt. Von 1927 bis 1930 und von 1973 bis 1975 wurden ca. 32.000 to Flussspat gefördert. Aufgelassen 1975. Betreiber war Gypsum Industries of South Africa. Die Reserven an hochgradigem Säurespat betragen ca. 600.000 to. Fluorit kam in weißen, grünen und gelegentlich gelben Kristallen vor. Gelbe Fluoritkristalle können grün fluoreszieren.

Onganja
Distrikt Okahandja: NW von Windhoek; Piste B6 in Richtung Gobabis, nahe der Ortschaft Seeis. Es existieren verschiedene, aufgelassene Erzminen, in welchen Kupfererz abgebaut wurde. Die wichtigsten Gruben sind Onganja (synonym mit Emke oder Emka Mine), Otjozonati, Voigtskopf, Thorn Tree und Crown Reef. Fluorit mit der Fundortangabe Onganja kam in violetten Würfeln bis 1 cm mit Calcit und seltener gediegen Kupfer vor.

Oranje-Fluss
S von Warmbad, N- und S-Ufer. Präkambrische Gneise, Glimmerschiefer und Amphibolite mit intrudierten Graniten. Quarz-Karbonatgänge, in welchen Fluorit vorkommt (s.a. Fluorit aus Südafrika/Oranje).

Pforte (Die Suche nach den Pforte-Fluoriten)

Pforte-Fluorite in der Kunst
Pforte-Fluorite in der Kunst

Eines der wunderschönen Aquarelle, welche Martin Haubenreißer aus Leipzig von Pforte-Fluoriten malte; Die Stufen dieses und des nebenstehenden Aquarells stammem aus den Sammlungen Dr. R. Bast, H.D....

Martin Haubenreißer

Die Geschichte der Pforte-Fluorite ist eines der spannenden Kapitel der Mineralogie. Diese Fluorite haben mich fasziniert, seit ich in den frühen 1970er Jahren in einem Schmuck- und Mineralienladen in München die ersten grünen "South African emeralds", die sog. "grünen südafrikanischen Smarage" von der Pforte in Form eines prächtigen Colliers in der Hand hielt, ohne zu ahnen, dass diese „Smaragde“ in Wirklichkeit grüne geschliffene Fluorite waren. Eine erste Stufe mit dunkelvioletten Fluoritoktaedern mit der Fundortangabe "Pforte" habe ich 1973 bei Walter Khan in Wedesbüttel erstanden, diese aber in Unwissenheit ihrer geschichtlichen Bedeutung irgendwann in Spanien vertauscht. Die schönsten Pforte-Fluorite allerdings konnte ich während der Vorbereitungsarbeit zu einer großen mineralogischen Namibia-Reise im Jahr 1998 in einer bedeutenden deutschen Namibia-Sammlung bestaunen. Zu dieser Zeit gehörte Fluorit zu meinen bevorzugten Mineralien. Ich kannte nicht nur unzählige weltweite Vorkommen, sondern hatte in vielen Jahren selbst eine umfassende Fluoritsammlung aufgebaut. Solche Fluorite jedoch, wie ich sie in dieser Sammlung sah, waren mir bisher in dieser Schönheit nicht untergekommen, leider gab es zu der Herkunft dieser Kristalle so gut wie keine Informationen und – wie leicht zu erraten - leider auch keine Stufen auf dem Markt.

Seitdem ließ mich der Begriff "Pforte" nicht mehr los. Die schönen Exponate in der erwähnten Namibia-Sammlung gingen mir nicht mehr aus dem Kopf und 1999 fuhr ich dann mit einem kleinen Sammlerteam auf Sammel- und Feldforschungsreise nach Namibia. Als Mitglied der wissenschaftlichen Gesellschaft von Namibia in Swakopmund (seit 1996) nutzte ich deren reich bestückte Sam Cohen Bibliothek und wälzte unzählige Bücher und Fotoarchive zum Thema „Pforte“ mit ungezählten Informationen in den Themenbereichen Eisenbahn in Südwest sowie Krieg 1914-1918. Wir fanden jedoch keinerlei Informationen zu Fluoritvorkommen, lediglich sehr wenige Artikel zur Geschichte des kolonialen Bergbaus und zur Geologie der Gebiete, in welchen Erze gesucht worden sind. Wir besuchten private und öffentliche Sammlungen, ohne auch nur eine einzige Pforte-Stufe zu finden.

Mangels spezifischer Information, jedoch voller Vermutungen, entschieden wir, die aufgrund von Geologie und Geschichte infragekommenden Gebiete zu Fuß und mit einem einheimischen Führer abzusuchen; d.h., von der Welwitschia-Ebene über die Pforte und Jakalswater bis hin zu den Husab-Bergen zu recherchieren - einem Areal von ca. 3 km Breite und fast 40 km Länge inmitten des Naukluft-Parks, wo man nur über Zäune hinweg in Gebiete mit "Zutritt verboten" hereingelangte, wobei wir auf nicht wenige Bergbaurelikte, inbegriffen alte Grubenbaue und zahlreiche jedoch tw. versandete und/oder eingebrochene Probeschürfe bis 25 m Teufe und auf Reste der alten Bahnstationen mit Relikten (tausende von zerbrochenen Flaschen) der Pforte-Kämpfe von 1915 gestoßen sind. In allen dieser von uns erkundeten Stollen stießen wir auf Chalkosin, Chalkopyrit, Karbonate, Quarz, Calcit und Fluorit. Allen gemeinsam war das Auftreten dunkelvioletter bis schwarzvioletter oktaedrischer Fluoritkristalle, sowohl in den Graniten, als auch in den Kalk-Silikaten (Skarnen).

Die Pforte

Verzeichnis der Eisenbahnstationen
Verzeichnis der Eisenbahnstationen

Stationen der deutschen Eisenbahn von Swakopmund nach Windhoek; Übersichtsskizze ca. 1904

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Pforte war der Name einer Station an der im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika von Deutschen gebauten Swakopmund-Windhoek-Eisenbahnlinie bei km 83,9 (errichtet 1898-1902); sie liegt zwischen den historischen Stationen Welwitsch (km 62,73) und einem Bedarfshalt bei km 86,5; die nächste Station in Richtung Windhoek war Jakalswater bei km 98,63. Sie ist auch unter der Bezeichnung Weiße Pforte (Wipoort, Witpoortberge Marmorpforte) bekannt. Die eigentliche Pforte ist ein Durchbruch bzw. ein Pass durch die Pforteberge, einer Hügelkette in der Naukluft, einem Teil der Namib-Wüste östlich von Swakopmund, südlich des Flusses Khan und nördlich des Flusses Swakop. Im Bereich der Pforte liegen die Höhenrücken Husabberg (870 m) im Süden, ca. 1,5 km im NE der Pforte der Pforteberge (809 m) und der Geisebberg (1057 m) im N der Pforte. In diesem Bereich wurde von 1912-1914 intensiv nach Kupfer geschürft, u.a. in den Gruben Ida Dome (Garnet Valley) und Husab. Nach 1914 bis Beginn der 1950er Jahre und einem kurzen Aufflammen bis zu den 1970er Jahren lag der Bergbau still. Seit etwa 1900 ist auch bekannt, dass in diesem Gebiet Uran vorkommt; das Thema ist brandaktuell (Husab Uran-Projekt), weil gerade eine staatlich-chinesische Gesellschaft Anteile der Abbaurechte erworben hat und weil dieses Gebiet als drittgrößte Uranerz-Lagerstätte der Welt betrachtet wird. Desweiteren existieren Scheelit- und Manganvorkommen sowie ausgedehnte Flussspatgänge in Gesellschaft von Uraninit und sekundären U/Th-Mineralien (Brannerit, Coffinit, tw. auch Thorit).

Die im Bereich Welwitsch bis Jakalswater bzw. bis ins Garnet Valley von den Deutschen zwischen ca. 1900 und 1914 geförderten oder probegeschürften Kupfererze sowie der von 1912 bis 1914 geförderte Flussspat wurden - da am nächsten - an der Bahnstation Pforte auf Waggons in Richtung Swakop verladen.
Es gibt noch weitere Bergeinschnitte in Namibia, welche als "Pforte" bezeichnet werden (u.a. die Hatsameser Pforte) (FAHRBACH, H.; 2003; Pers. Mttlg.); eine Lagerstätte „Pforte“ NWW von Usakos und E der Kleinen Spitzkoppe; die Pomona-Pforte S von Lüderitz sowie die Pforte von Aris am Weg von Windhoek nach Rehoboth.

Deutsche Eisenbahn
Deutsche Eisenbahn

Die deutsche Eisenbahn;
von Swakopmund nach Windhoek;
Ca. 1900

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Deutsche Eisenbahn-Übersichtsskizze
Deutsche Eisenbahn-Übersichtsskizze

Die deutsche Eisenbahn;
von Swakopmund nach Windhoek;
Übersichtsskizze;
Ca. 1900

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Streckenplan der deutschen Eisenbahn
Streckenplan der deutschen Eisenbahn

Streckenplan der deutschen Eisenbahn;
von Swakopmund nach Windhoek;
Ca. 1904

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Die Eisenbahn mit den Pfortebergen
Die Eisenbahn mit den Pfortebergen

Die deutsche Eisenbahn in Höhe der Station Welwitsch, mit Blick auf die Pforte-Berge im Hintergrund;
Etwa 1904-1910

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Bedarfshaltepunkt  Khan
Bedarfshaltepunkt Khan

Bild des Bedarfshaltepunktes Khan in den Khan-Bergen

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Station Pforte
Station Pforte

Die Station Pforte an der Eisenbahnlinie Swakopmund nach Windhoek. ;
Hinter dem barackenartigen Gebäude zwei Hügel mit Explorationsschächten;
Seltenes Dokument, ca. 1900

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Station Jakkalswater
Station Jakkalswater

Relikte der Bahnstation Jakkalswater in direkter Nachbarschaft zur Station Pforte.

Collector
Husab-Berge
Husab-Berge

Die Husab-Berge in der Naukluft, Wüste Namib, Namibia

Harald Süpfle
Khan Mine
Khan Mine

Die Khan Mine (Khan Kupfergrube) bei Arandis um 1915.

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Mögliche Alternativen

Eingang zur stillgelegten Husab-Mine
Eingang zur stillgelegten Husab-Mine

im Hintergrund Halden mit den Mineralfundmöglichkeiten

Collector
Explorationsschaft
Explorationsschaft

Einer der aufgefundenen Explorationsschächte in den Pforte-Bergen

Collector

Ein „de facto“ Fluoritvorkommen "Pforte", d.h. eine Lagerstätte, Mine oder ein Tagebau mit diesem Namen, ist bisher nicht bewiesen. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Stufen zwischen 1898 und 1902 in den abgetragenen und bewegten Gesteins- und Erdmassen beim Bau der Eisenbahntrassen in einem Gelände mit schwierigen topographischen Verhältnissen (BRAVENBOER & BUSCH, 1997) gefunden wurden. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass die Fluorite aus den Kupfererz-Probeschurfen der Pforte-Berge nahe der alten Station Pforte stammen. Erzproben der alten Schurfe führen tiefvioletten Fluorit oder sind mit diesem assoziiert (SEROKA, 2001).

Husab, Khan und Rössing

Es könnte aber auch sein, dass Fluorit aus der nahe der Bahnstation Pforte liegenden Flussspatlagerstätte Husab stammt, welche um 1912 ursprünglich auf Kupfer erschlossen wurde (und erst viel später in den 1970er Jahren auf Flussspat abgebaut wurde) (WENNING, 2010). Hierfür spricht einmal die Tatsache, dass hier abbauwürdige Fluoritgänge vorhanden sind sowie die Radioaktivität der vorkommenden Uran-Mineralien, welche der Grund der schwarzvioletten Farbe der Pforte-Fluorite ist. (Alternative Namen dieser Lagerstätte waren „Rössing South Mine“ sowie „Müller's Mine“ während der aktiven Fluorit-Abbauphase). Die Husab-Berge sind ein kleines Gebirge nördlich des Swakoptals. Sie erstrecken sich über eine Fläche von rund 25 km² und liegen in der Naukluft innerhalb nördlicher Ausläufer der Namib-Wüste. Die Husabberge verlaufen über eine Länge von rund 10 km in SW-NE Richtung, parallel zum weiter nördlich gelegenen Khan-Rivier und die daran anschließenden Khan-Berge und die Rössing Mine. Höchster Gipfel der Husabberge ist der Husabberg auf 857 m über Normalnull.

Fluorite gab es nicht nur in den o.a. Vorkommen, sondern auch in der Khan-Kupfermine, einer historischen Mine 7 km S von Arandis, welche von 1914 bis 1918 förderte. Diese Lagerstätte liegt in einer hochmetamorphen Zone komplex gefalteter Gneise, Amphibolite und Marmor, welche von Graniten und Pegmatiten intrudiert wurden. Aus einer Linse (pocket) stammen ca. 30 Stufen mit tw. hochglänzenden, tiefviolett-schwarzen oktaedrischen Fluoriten. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Stufen mit den unter dem Namen "Pforte" angegebenen Fluoriten identisch sind. Ob diese Fluorite kommerziell verwertet wurden, ist nicht nachzuvollziehen; schließt jedoch nicht aus, dass größere klare Kristalle aus diesen Alaskiten (Leukograniten) zu Schmucksteinen verschliffen wurden.

Auch die nahegelegenen Rössing-Pegmatite führten (schleifwürdige) Fluorite. Alternativ könnte auch die Ida Mine als Fundort infrage kommen (ein Gang zwischen den Zebra- und Husab-Bergen), in welcher von 1912 bis ca. 1914 von Michael Küstner Kupfererz abgebaut wurde. Fluorite (violette und grüne Oktaeder bis mehrere cm Kantenlänge und smaragdgrüne Würfel bis 3 cm) in ausgezeichneter, tw. schleifwürdiger Qualität wurden und werden auch in den Pegmatiten des Erongo-Gebirges und der Kleinen Spitzkoppe gefunden.

Nachstehend drei Fotos von Fluoriten, die wir während unserer Suche im Jahr 1999 aus Probeschürfen im Bereich der Husab- und Pforte-Bergen geborgen haben.

Fluorit
Fluorit

Größe: 75x35x28 mm; Fundort: Husab Mine, Naukluft-Nationalpark, Kreis Swakopmund, Region Erongo, Namibia

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Fluorit
Fluorit

Größe: 55x50x23 mm; Fundort: Husab Mine, Naukluft-Nationalpark, Kreis Swakopmund, Region Erongo, Namibia

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Fluorit
Fluorit

Größe: 80x77x35 mm; Fundort: Husab Mine, Naukluft-Nationalpark, Kreis Swakopmund, Region Erongo, Namibia

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Die Fluoritkristalle

Unter dem Fundortnamen „Pforte“ existieren historische Fluoritstufen in hervorragenden, bis mehrere cm großen, tief schwärzlich-pupurfarbenen Oktaedern, resp. Kombinationen aus (100), (110) und (111) , meist mit einem dunkelgrünen Kern und assoziiert mit maximal wenige mm großen Quarzkristallen bzw. Quarzrasen. Von der "Pforte" sollen auch smaragdgrüne Fluorite stammen, deren Färbung auf einem Dreiphaseneinschluss aus Gasblasen, einer wässrigen, salzhaltigen Lösung und winzigen Halitkristallen beruht. Diese Fluorite wurden als Edelsteine (südafrikanische Smaragde) verschliffen.

Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

Größe: 5,9 x 4,5 cm

Felix Garcia
Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

4 x 5,5 x 3 cm;
Jahn-Etikett 1324

Dr. Rainer Bast
Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

3,5 x 4 x 3 cm

Dr. Rainer Bast
Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

6 x 5 x 5 cm

Dr. Rainer Bast
Fluorit
Fluorit

Größe: 48x33x25 mm; Fundort: "Pforte", Namibia

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Fluorit
Fluorit

Größe: 41x35x26 mm; Fundort: "Pforte", Namibia

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Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

Eine andere Ansicht der vorhergehenden Stufe
Ausgewogene Kombination von Hexaeder
und Dodekaeder

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Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

Andere Ansicht des vorherstehend abgebildeten
Fluorits mit deutlich sichtbarem grünem Kern

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Pforte-Fluorite sammeln und Geschichten

Pforte-Fluorit--Etikett von Willy Hirsch
Pforte-Fluorit--Etikett von Willy Hirsch

Ein W. Hirsch-Etikett;
Hirsch gründete seinen Mineralienhandel im Jahr 1909

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Wenngleich die Originalherkunft der Fluorite im Dunkeln bleibt, kann man dennoch einen Zeitabschnitt ihres Weges vom Fund bis zum Sammler anhand der Begleitetiketten nachvollziehen – und ggf. Schlüsse daraus ziehen.

Es ist anzunehmen, dass die ersten Pforte-Fluorite Anfang des 20. Jh. durch deutsche Mineraliengeschäfte angeboten und verkauft wurden. Die frühesten dieser Mineralienhändler waren Maucher (München, gegründet 1909) und Willy Hirsch (Kiel, gegründet 1909), gefolgt von Albin Jahn (Plauen im Vogtland, gegründet 1913).

Dies lässt darauf schließen, dass die angebotenen Fluoritstufen wohl kaum aus den Aushub- und Trassenarbeiten beim Bau der Eisenbahnlinie (1898-1902) stammen, sondern wahrscheinlicher aus irgendeinem der o.a. Probeschürfe in den Pforte-Bergen bzw. aus den Husab-Bergen, resp. der von 1912 bis etwa 1916 betriebenen Kupfergruben Husab, Ida oder Khan (wobei die Lagerstätte Husab Jahrzehnte später auf Flussspat abgebaut wurde und aktuell wieder im Rampenlicht inmitten des Husab-Projektes steht). Der dieser Lagerstätte nächstliegende geografische Bezugspunkt war die Bahnstation „Pforte“ der Swakopmund-Windhoek-Eisenbahnlinie.


Pforte-Fluorit--Etikett  von  W. Maucher
Pforte-Fluorit--Etikett von W. Maucher

Ein W. Maucher-Etikett;
Maucher gründete seinen Mineralienhandel im Jahr 1909

Martin Haubenreißer
Pforte-Fluorit--Etikett  von  G. Jasker
Pforte-Fluorit--Etikett von G. Jasker

Ein G. Jasker-Etikett; wahrscheinlich 1930er Jahre

Dr. Rainer Bast
Pforte-Fluorit--Etikett  von A. Jahn
Pforte-Fluorit--Etikett von A. Jahn

Ein A. Jahn-Etikett;
Jahn gründete seinen Mineralienhandel im Jahr 1913

Dr. Rainer Bast

Auf der Webseite des im Jahr 2009 verstorbenen Sammlers Claus Hedegaard (Faarvang, Dänemark) fand sich ein bemerkenswerter Kommentar zur Pforte:

Das war, als ob man ein Einhorn jagt! Aber letztendlich sah ich eine Stufe – diese befand sich in der Galerie des Narodni-Museums in Prag. Die 2-3 cm großen Kristalle sind violettschwarz und zeigen Kombinationen aus Würfel und Oktaeder swie Würfel, Oktaeder und Dodekaeder und stammen von Pforte in der Namib-Wüste in Namibia. Ich hatte immer schon von diesen Fluoriten gehört, wenn ich in Namibia war und mit Fluoritsammlern sprach usw., aber niemand hatte einen dieser Fluorite. Jetzt hatte ich die Möglichkeit, einen zu sehen; jedoch leider ist der Zugang zu dem Vorkommen verboten, weil es in einem Naturschutzgebiet liegt.

Die wohl schönsten Fluoritstufen von der Pforte sind Bestandteil der Namibiasammlung von Dr. Rainer Bast (siehe Fotos); sie stammen ursprünglich von Jahn, Maucher oder von Georg Jasker. Weitere Pforte-Fluoritstufen sind im Besitz der österreichischer Sammler Herbert Kaiser in Wien (Maucher-Etikett) sowie Wolfgang Sturm in Sollnau; im Naturhistorischen Museum in Basel soll auch eine sehr schöne Stufe existieren (Pers. Mttl. RB, 2012).

Geologie

Das Gebiet Rössing South, Ida Dome, Salem-, Husab- und Pforte-Berge liegt innerhalb des Damara Orogenese-Gürtels (DOB) in einer Zone, welche durch Grundgebirgswölbungen, regionale Faltungen, Verwerfungen und späte Damara Intrusivgesteine charakterisiert ist und durch eine Serie von NNE bis NE reichenden Antiklinalen und Synklinalen dominiert wird, welche wesentlich die strukturelle Architektur der gesamten Zentralzone der Damara ausmachen. Diese meta-sedimentären Gebirgsfalten sind domartige Strukturen des DOB, welche durch gneisische und metasedimentäre Gesteine der Abbabis-Formation überdeckt werden. Das Grundgebirge ist gegen NE und S durch flachliegende Calcret- und Alluvial-Lagerstätten überdeckt. Die intrusiven Gesteine sind uranführende Alaskite, assoziiert mit Kalksilikaten (Skarnen), Metasedimenten, Gneis und Biotitschiefer-Lithologien der Khan-, Rössing- und Chuos-Formation. Die Rössing-Formation ist das dominierende Grundgebirge, in welches die Alaskite intrudierten. Die Mineralisation ist verbunden mit den strukturellen und intrusionsassoziierten settings, welche während der Hauptverschubdeformation gebildet wurden, welche das Orogen (DOB) schlossen. Uranhaltige Alaskite, ähnlich der im Gebiet der Lagerstätte Rössing, treten sowohl in der Ida Mine, als auch in der Husab-Zone auf. Auch die ausgedehnten Fluoritgänge der Husab Mine sind uranführend.

Geschichte des Bergbaus in Südwest-Afrika

Während der Kolonialzeit gingen dem kommerziellen Bergbau zunächst Prospektionen voraus, in die die deutschen Kolonialherren zum Teil sehr hohe Erwartungen steckten. Allerdings gingen die Meinungen über die wirtschaftliche Rentabilität während dieser Zeit sehr stark auseinander. So schreibt FITZNER (1901): "Die hochgespannten Hoffnungen auf den Mineralreichtum des Landes haben sich bisher nicht erfüllt." Bereits zwölf Jahre später schrieb DOVE (1913) in einem sehr positiven Bericht: "Keines unserer Schutzgebiete ist nach unserer jetzigen Kenntnis so reich an wertvollen Mineralen wie Südwestafrika." In den Quellen dieser Zeit ist besonders von Gold, Kupfer und Marmor, dessen Qualität als sehr hoch eingestuft wurde (FITZNER, 1901), „Smaragdfunden“ und vereinzelten Diamantfunden die Rede. Jedoch wurde gleichzeitig ersichtlich, dass in dem infrastrukturell sehr schlecht ausgebautem Südwestafrika der lohnende Abbau noch nicht möglich war. So schreib 1905 ein Autor, der nur als "Ein Ausland-Deutscher" genannt wird "Nur Gesellschaften mit ihren großen Kapitalien sind imstande, derartige Minen nutzbringend zu verwerten ...", und dass die "... Verhüttung der kupferhaltigen Gesteine nur in Europa ..." möglich sei. Diese Tatsache sorgte für weitere logistische Probleme. (Quelle: Sebastian Langner, 2010) <brclear


Platrand
Farm im Karasburg-Distrikt, ca. 32 km SSE von Ariamsvlei. Quarzit. Kleine Lagerstätte, in welcher Fluorit in feinen, scharfen grünen bis tiefpurpurfarbenen Kristallen verwachsen mit Quarz vorkommt.

Rhinelands
Farm im Outjo-Distrikt; Paragneise, Quarz, Chloritschiefer. Hydrothermale Lagerstätte mit Quarz-Fluorit-Baryt-Magnetitgängen. Weißer bis violetter, massiver bis blasiger Flussspat, meist vergesellschaftet mit Quarz.

Sabidas
Farm im Bethanien-Distrikt; an der Grenze zur Farm > Aukam und der Farm Tweespruit. Zwei Flussspatadern in Gneis. Gangförmige Lagerstätte, ähnlich > Aukam. 1963 wurden 370 to Flussspat gefördert.

Spitzkoppe (Große)
Große Spitzkoppe; NO von Swakopmund. Pegmatitintrusionen in Marmor. Fluorit kommt in einer bis 250 m langen und 15-30 m breiten Zone vor. Weiße und farblos-grünliche Fluorite, welche, wenn sie im Kontakt zu Tremolit stehen, tiefviolett erscheinen. Paragenese: Calcit, Granat, Tremolit.

Spitzkoppe (Kleine)
Karibib-Distrikt. Kleine Spitzkoppe, NO von Swakopmund, die kleinere der beiden Spitzkoppen. Syngenetische Pegmatite in Granit. Triassische Granitintrusion innerhalb eines subvulkanischen Ringkomplexes. Klüfte im Granit erreichen bis zu mehrere Meter Durchmesser.(Stiepelmann Grube). Vorkommen von Fluorit an der östlichen Seite des Massivs, auf dem Gebiet der Farm Klein Spitzkoppe sowie in mehreren, tw. Probeschürfungen und Steinbrüchen des Gebiets. Fluorit in smaragdgrünen bis tiefgrasgrünen, auch tiefvioletten, transparenten bis durchscheinenden, auch matten Oktaedern und Kub'Oktaedern bis 14 cm Kantenlänge. In der berühmten Stiepelmann-Mine kam Fluorit in Drusen des Granits in scharfen farblosen, lichtblauen, smaragd- bis dunkelgrünen, sowie tiefvioletten Würfeln bis über 10 cm Kantenlänge in Mikroklin, (auch Perimorphosen), sowie auf Quarz, vergesellschaftet mit Albit, Beryll, Muscovit, Limonit, Topas, Phenakit, Columbit, Euxenit, Turmalin, Florencit-Y (Stiepelmannit) und Bertrandit vor. Tiefviolette Fluorite haben einen hohen Y-gehalt (Yttrofluorit). Seltener kommen auch Kub'Oktaeder und Rhombendodekaeder vor. Einige Aufschlüsse, berühmt für ihre wasserklaren Topase (Topasanteil im Granit ca. 2 %) liefern sporadisch gute Fluoritkristalle. S.a. > Pforte: Südafrikanische Smaragde.

Tsumeb
Tsumeb-Distrikt. Oxidationszonen in sedimentären Kalk-Dolomitgesteinen, Arkosen, Argiliten und Grauwacken. Fluorit kam in winzigen derben, bläulichen Aggregaten vor. Über einen sehr seltenen Fund von Fluorit in Kristallen mit Trapezoederflächen wird berichtet.Die Mehrzahl der Tsumeb zugeschriebenen Fluorite stammt aus > Okorusu.

Tubessis
Kein Fundort, sondern ein Ansammlung weniger Hütten und Lagerplätze im Westabhang des Erongo-Gebirges mit regem Handel der im Erongo-Massiv gefundenen Mineralien.

BILD:1183119009

Fluorit-Oktaeder "von der Uis-Zinngrube"
Größe: 11,8 x 6,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

BILD:1183118967

Wasserklare, hellgrüne parkettierte Stufe
aus der "Uis Zinngrube"
Größe: 20,2 x 12,9 cm
Foto: Rob Lavinsky

Uis - Pegmatite
In einigen der ca. 120 bekannten Pegmatitkörper in und um Uis (Groot Uis), bzw. in der Zinnerz-Grube Uis im Damaraland sollen vor 1970 sehr gut ausgebildete grünlichgraue Oktaeder sowie stark parkettierte hellgrüne Würfel gefunden worden sein. Die Angaben sind nicht unbedingt verlässlich. Uis ist seit längerem eines der namibischen Zentren für den Handel von Sammlermineralien, sodass nicht auszuschliessen ist, dass mancher als mit "Uis" gekennzeichnete Fluorit aus dem naheliegenden Erongo-Gebirge (Würfel) oder von einer der beiden Spitzkoppen (Oktaeder) stammt.


Bilder von namibischen Fluorit-Fundstellen

Rössing Mine, Arandis, Namibia
Rössing Mine, Arandis, Namibia

Die Rössing Mine in Namibia

montanpark
Okorusu
Okorusu

Blick in den Tagebau; Okorusu, Otjiwarongo District, Region Otjozondjupa, Namibia

Jürgen Tron
Große Spitzkoppe-Namibia
Große Spitzkoppe-Namibia

Große Spitzkoppe in Namibia; Vorkommen bester Fluorite und Topase

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Literatur

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  • Van Zijl, P.J.; 1953; The geology of the Omburo Fluorspar deposits, Omaruru district; Nicht veröff. Bericht Tsumeb Corp.;
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Literatur zur Pforte

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  • Wenning, M., 2010; A history of mining operations in the Namib-Naukluft Park; Gobabeb Training and Research Centre, PO Box 953, Walvis Bay.
  • http://en.wikipedia.org//w/index.php?title=User:Dr_Pule/Husab_Mine&oldid=517476226
  • http://www.infomine.com/minesite/minesite.asp?site=husab


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