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Gipshöhle Lechuguilla
Gipshöhle Lechuguilla

Der Chandelier Ballroom in der Lechuguilla-Höhle. Dies sind die größten bekannten Gips-Speleäotheme der Welt, welche oberflächlich eine Schicht aus Gipskristallen tragen.

Dave Bunell

Gips

Gipshöhlen


Die Marienglashöhle in Friedrichroda

Marienglashöhle
Marienglashöhle

Marienglashöhle Freidrichroda in Thüringen

Andreas Hannusch

Berühmt für ihr Marienglas ist die Kristallgrotte in der Marienglashöhle bei Friedrichroda, Landkreis Gotha in Thüringen. (Die Höhle liegt außerhalb von Friedrichroda). Die Marienglashöhle bei Friedrichroda ist ein altes Bergwerk, welches auf dem 1775 erteuften Herzog-Ernst-Stollens baute. Der Gipsabbau begann 1778; 1784 wurde die Kristallgrotte entdeckt. 1884 wurde ein weiterer Abbau von Marienglas untersagt; 1903 wurde die Grube geschlossen, danach Schaubetrieb, der aufgrund seiner Gipskristallhöhle auf der 2. Sohle als Schaubergwerk dient.

Die Marienglashöhle soll die schönste und größte Gipskristallhöhle in Europa sein. Bei der Führung wird neben der 2. Sohle mit den mit wasserklaren Gips-Kristallen überzogenen Wänden wird auch die 1. Sohle begangen. Der Sammler erfährt einiges über den alten Bergbau und kann auch einige Stufen in einem Schaukasten betrachten, die in den alten Bergwerken um die Marienglashöhle gefunden wurden. Darunter befindet sich auch ein interessantes Stück mit Erythrin aus der Höhle selbst. Selbst sammeln darf man das Marienglas und den rosafarbenen Fasergips, der auf der 1.Sohle vorkam, nicht mehr, die Höhle steht unter Naturschutz.


Besucherbergwerk "Marienglashöhle" Friedrichroda
Besucherbergwerk "Marienglashöhle" Friedrichroda

Kristallgrotte

geomueller
Besucherbergwerk "Marienglashöhle" Friedrichroda
Besucherbergwerk "Marienglashöhle" Friedrichroda

Gipskristalle in der Kristallgrotte, Kristalllänge bis BB ca. 0,5 m

geomueller
Besucherbergwerk "Marienglashöhle" Friedrichroda
Besucherbergwerk "Marienglashöhle" Friedrichroda

Gipskristalle in der Kristallgrotte, BB ca. 0,8 m

geomueller

Die Barbarossahöhle bei Rottleben

Die Barbarossahöhle ist eine Anhydrithöhle (Gipshöhle) im Kyffhäuser bei Rottleben (Thüringen). Es handelt sich um eine Höhle mit weiten Hohlräumen, Grotten und Seen. Der Anhydrit wird durch die Luftfeuchtigkeit in der Höhle oberflächlich zu Gips umgewandelt und vergrößert dabei sein Volumen. Die entstandenen Gipsschichten lösen sich allmählich vom Untergrund ab und hängen dann ähnlich wie abfallende Tapeten an den Decken und Wänden der unterirdischen Hohlräume.

Die Höhle wurde 1865 beim Vortrieb eines Stollens für den Kupferschieferbergbau entdeckt und schon 1866 als Schauhöhle mit dem Namen Falkenburger Höhle ausgebaut und eröffnet. Sie hat eine Grundfläche von etwa 25.000 m². Für Besucher interessant sind die durch den Gipsgehalt grün schimmernden unterirdischen Seen sowie der sogenannte Tisch und Stuhl von Barbarossa.

Gips
Gips

Gipswand in der Barbarossahöhle, gespiegelt im Höhlenwasser.

Jan Hartmann
Barbarossahöhle
Barbarossahöhle

Der "Tanzsaal" in der Gipshöhle Barbarossa im Kyffhäuser, Thüringen (1951)

Roger Rössing

Die Gipshöhle Lechuguilla in New Mexico

Guadelupe Mountains - New Mexico
Guadelupe Mountains - New Mexico

Die Guadelupe Mts. in New Mexico (und tw. in Texas); hier einer der markanten Punkte, der Berg El Capitan.

Public Domain

Die Lechuguilla-Höhle ist eine Gipshöhle in den Guadelupe Mountains im Carlsbad-Caverns-Nationalpark bei Carlsbad in New Mexico. Mit ihrer Ausdehnung von 205 km Länge ist sie die fünftlängste vermessene Höhle der Welt und mit ihrer Tiefe von 489 m ist sie die tiefste Höhle im Kernland der Vereinigten Staaten. Die erste Erkundung der Höhle erfolgte 1984. Die Verwaltung des Carlsbad-Cavern-Nationalparks hat die extrem nährstoffarme Höhle mit einem Eisengitter versperrt und gewährt nur wenigen ausgewählten Forschern Zutritt. Die BBC hat in der vierten Folge (Höhlenwelten) ihrer Naturdokumentationsserie Planet Erde neben anderen Bereichen den sogenannten Chandelier Ballroom, einen Teil der Höhle, in dem die bizarrsten Gipsformationen der Höhle zu sehen sind, gefilmt.

Die Höhle ist nicht nur wegen ihrer extremen Größe interessant, sondern wegen ihrer enormen Vielfalt an Gips- sowie zitronengelben Schwefelaggregaten und ihrer Vielfalt an seltenen Speläothemen; manche von ihnen waren bisher unbekannt, wie bis zu 6,1 m große „Kronleuchter“, bis zu 6 m lange Gipshaare und Bärte, bis zu 4,6 m lange „Strohhalme“, Hydromagnesit-Ballons, Höhlenperlen, Unterwasser-Helictite, Rusticel (Rostzapfen), U- und J-förmige Schlaufen und Schlingen. Die gesamte Lechuguilla-Höhle übertrifft die naheliegenden Calsbad-Höhlen in Größe, Tiefe und Varietäten der Speläotheme, obwohl bisher kein Raum entdeckt wurde, welcher größer als das Carlsbad „Große Zimmer“ ist. Die Tiefe der Lechuguilla-Höhle hat es erlaubt, dass bisher zum ersten Mal fünf voneinander getrennte geologische Formationen innerhalb der Höhle untersucht werden konnten. Das Vorhandensein von Gips und Schwefel unterstützt die Annahme, dass die Speläogenese durch Zersetzung von Schwefelsäure stattfand. Man nimmt an, dass die Schwefelsäure sich durch Schwefelwasserstoff bildete, welcher aus den in der Nähe liegenden Erdöl-Lagerstätten migrierte. Anders als normale Kalk-Tropfsteine, welche durch einen Kohlensäure-Lösungsmechanismus von oben nach unten entstanden, bildeten sich die Lechuigilla-Speläotheme vom Boden aus.


Lechuguilla-Höhle
Lechuguilla-Höhle

Unglaublich große und bizarre Gips-Speleotheme - der Mensch dazu im Vergleich nur winzig. Ann Bosted im Chandelier Ballroom.

Peter and Ann Bosted
Lechuguilla - Höhle
Lechuguilla - Höhle

Ungewöhnliche Speleotheme, welche als Stalaktit entweder nach einer bestimmten Wachstumslänge in einer Lösung weiterwachsen, bzw, den Oberflächenrand eines Lösungspools erreicht haben und nun in di...

Peter and Ann Bosted
Lechuguilla-Höhle
Lechuguilla-Höhle

Eine unwirkliche Welt aus Stalaktiten und Stalagmiten

Dave Bunell

Gipshöhle Optymistytschna in der Ukraine

Gipshöhle Optymistytschna Petschera
Gipshöhle Optymistytschna Petschera

Oberflächenform direkt über der Optymistytschna Petschera; beim Dorf Korolivka in der Ukraine

Wikisax

Die Optymistytschna Petschera (ukrainisch Оптимістична печера; deutsch etwa „Optimistische Höhle“) ist eine Gipskarsthöhle am Westrand der Podolischen Platte in der westlichen Ukraine. Sie ist mit vermessenen 236 km Ganglänge die längste Höhle Europas, die drittlängste Höhle der Erde und längste Gipshöhle der Welt und reicht maximal 15 m in die Tiefe. Kennzeichnend für sie sind enge und schmale Klüfte und Durchgänge, die größere, mit verschiedenen Gipskristallen und -Ausblühungen versehene Hohlräume miteinander verbinden. Das Netz der Höhlengänge ist teilweise sehr engmaschig, so dass sich der Grundriss der Höhle nur auf eine Fläche von etwa zwei Quadratkilometern erstreckt. Diese Eigenheit der podolischen Gipshöhlen führte in der Fachliteratur zur Bezeichnung als "maze cave" (Irrgartenhöhle). Bei der geologischen Schicht, in der sich die Höhle befindet, handelt es sich um eine ca. 20 m mächtige tertiäre Meeresablagerung aus Kalkstein, Muschelkalk, Ton und Lehm.

Die Optymistychna Höhle gehört zu einer Anzahl teils riesiger Gipshöhlen in Podolien. Nicht weit von der Optymistytschna-Höhle entfernt liegt eine weitere große Gipshöhle, Ozerna, mit einer Gesamtlänge von 127 km die zweitgrößte Gipshöhle und fünfzehntlängste Höhle der Welt.

Das Gipskarstgebiet mit den beiden Riesenhöhlensystemen und vielen kleineren Gipshöhlen liegt auf der Hochebene der Podolischen Platte ca. 12 km südwestlich der Kleinstadt Borschtschiw, 15 km nördlich des Flusses Dnister, beim Dorf Koroliwka. Nächstgrößere Städte sind Kamjanez-Podilskyj im Osten und Czernowitz im Süden. Das Gipskarstgebiet Podoliens ist nur ein Teil eines ausgedehnten Gipskarstes, der sich im Norden der Karpaten von der Grenze zu Rumänien bis zu den Prypjatsümpfen und nach Polen hinein erstreckt; eines der größten zusammenhängenden Gipskarstgebiete, weit größer als die Gipskarstgebiete Kleinasiens, des Urals oder des Harzes. Elf Höhlen mit Ganglängen über 1000 Meter sind bisher im Podolischen Karst bekannt, darunter die fünf längsten Gipshöhlen der Erde.

Die Optymistytschna liegt in einer meistens etwa 15 bis 30 m mächtigen Schicht aus Gips aus dem Obertertiär (Neogen). Im zentralen und westlichen Teil der Höhle nimmt die Mächtigkeit des Gipsgesteins auf 60 - 70 m zu. Ihre durchgehend in sich fast rechtwinkelig kreuzenden Kluftsystemen angelegten Gänge bilden ein riesiges Netzwerk, einen im Grundriss labyrinthisch verzweigten Irrgarten meist niedriger, oft verlehmter Passagen. Teilweise sind Höhlengänge in eingeschwemmten Sedimenten erstickt. In der höhlenbildenden Gipsformation sind auch Tonmineralien und andere Verunreinigungen (Karbonate) eingelagert, die bei Lösung und Abtransport des Gipses als feinkörniges Sediment zurückblieben. Um Höhlenforschern lange, nur kriechend zu überwindende Passagen zu ersparen, sind weiträumig begehbare Gräben im Sediment der Gänge ausgehoben. Entdeckung und Erkundung

Die Temperatur in der Höhle beträgt etwa 8 °C in den westlichen Höhlenteilen (in der mächtigeren Gipsschicht), in den östlichen Teilen zwischen 9 und 10 °C. Die Form der Gänge in der Optymistytschna ist von der Klüftung und Schichtung des Gipses abhängig, ihre Bindung an das enge Kluftsystem verursacht mit den gitterartigen, labyrinthischen Charakter der Höhle. In den feinkristallinen Gipsen der untersten Etage finden sich Gänge mit rundlichen, niedrigen flachen oder schmalen, kluftartigen Profilen. Im grobkristallinen Gips bildeten sich rundliche oder rechteckförmige Profile mit waagrechten Decken oder in der Form auf der Spitze stehender Dreiecke aus. In Übergangsbereichen finden sich bis 10 m hohe Galerien mit stark gegliederten Profilen. An Stellen intensiver Zerklüftung oder eingestürzter Zwischendecken liegen große Hallen. Röhrenförmige Kamine reichen bis in die überlagernden Kalksteinschichten, an Einstürzen derartiger Schlote bildeten sich hohe domartige Räume mit kuppelförmigen Decken.

(Quelle zu Gipshöhle Optymistytschna: Wikipedia: Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“)


Die Gipshöhlen von Sorbas in Spanien

Gipshöhle in Sorbas
Gipshöhle in Sorbas

Cueva de Yeso in Sorbas, Almeria, Spanien

JSanchezes

In der andalusischen Levante, im extremen Osten des wüstenartigen Korridors Tabernas-Sorbas in der Provinz Almeria, der aridesten Zone Europas, liegt eines der weltweit größten Systeme von ca. 1.000 Gipshöhlen. Vor ca. 6 Ma, im späten Miozän, drang das Meer in das Becken von Sorbas. Im Laufe der Zeit verdunstete dieses Meer und es entstand eine evaporitische Gipsschicht von ca. 100 Mächtigkeit. Als das Meer sich zurückzog, bzw. verschwand, wurde der Gips durch Regenwasser gelöst und das Land verkarstete unter Bildung von mehr als 1.000 Dolinen an der Oberfläche sowie von ebenfalls ca. 1.000 unterirdischer Höhlen , welche sich über sieben Niveaus erstrecken und zum größten Teil miteinander verbunden sind.

Das gesamte Höhlensystem beherbergt 15% der weltweit großen Höhlen mit mehr als 500 m Durchmesser und die dritt-, viert- und fünfttiefste Gipshöhle. Die wesentlichen Speleotheme sind Stalaktiten, Stalagmiten, Gipskugeln, Ringe, Säulen und koralloide Aggregate. Einzigartige Sonderformen wie die Tumuli zeichnen die Höhlen als ein geologisches Juwel Andalusiens aus. Die Gipshöhlen von Sorbas sind das beste Beispiel eines Gipskarstes in Spanien und eines der wichtigsten im weltweiten Vergleich. Die „Cueva del Agua“ (Wasserhöhle) ist mit 8 km Länge die größte und die „Cueva de Covadura“ mit 120 m Teufe die tiefste Höhle. Weitere bedeutende Höhlen sind die „Cueva del Yeso (Gipshöhle) und die „Cueva del Tesoro“ (Schatzhöhle).



Literatur

  • Birchali, J., 1992; Optimisticeskaja & Ozernaja, The International Caver (4), S. 4ff.
  • Courbon, P., Deux grandes cavités russes: Snieznja (-770m) Optimistitscheskaja (105 km), SPELUNCA S. 115f.
  • Dubljansky, W.N., Die Gipshöhlen der Ukraine.
  • Fritsch, E., Eichbauer, E., 1983; Schauhöhlen in der UdSSR, Mitteilungen des Landesvereins für Höhlenkunde in Oberösterreich, S. 16ff.
  • Gulden, B., 2012; Worlds longest gypsum caves. In: GEO2 Committee on long and deep caves. National Speleological Society (NSS), 15. Oktober 2011, abgerufen am 19. Februar 2012 (englisch).
  • Gulden, B., 2013; Worlds longest caves". Geo2 Committee on Long and Deep Caves. National Speleological Society (NSS). Retrieved June 23, 2013.
  • Klimchouk, A., Andrejchouk, V., 2003; Karst breakdown mechanisms from observations in the gypsum caves of the Western Ukraine: Implications for Subsidence Hazard Assessment. In: Speleogenesis and Evolution of Karst Aquifers. The Virtual Scientific Journal. 1/1/2003, Union International of Speleology & International Geographic Union, p.2-20, ISSN 1814-294X
  • Kupetz, M., 2005; Gipskarst am Kyffhäuser und die Genese der Barbarossahöhle. Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften e.V., Geowissenschaftlicher Exkursionsführer und Mitteilungen, 225, 12-17, Berlin/Hannover
  • Langbein, R., 2001; Über interessante Gips- und Anhydrit-Gefüge - Exkursionsführer zur 11. Jahreshauptversammlung vom 9. bis 10. Juni 2001 in Bad Frankenhausen/Thüringen, 41-48, Jena

Weblinks



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