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Granat

Andradit

Formel

Kristallsystem

Strunz

{Ca3}[Fe3+2](Si3)O12

kubisch

9.AD.25


Andradit
Andradit

Andradit, Varietät Melanit;
Solovskoe, Kasachstan;
2,5 x 3 cm

QuebulFineMinerals

Andradit wurde erstmals im Jahre 1868 von einem Vorkommen in Drammen, Buskerud, Norwegen beschrieben. Das Mineral wurde nach dem portugiesischen Mineralogen José Bonifacio de Andrade e Silva (1763-1838) benannt; dieser lebte viele Jahre in der damaligen Kolonie Brasilien und wurde nach deren Unabhängigkeit Innen- und Außenminister.

Die drei wesentlichen Varietäten des Andradit sind Demantoid (Lebhafte bis smaragdgrüne Farbe und deshalb einer der wertvollsten und begehrtesten Edelsteine), ??Topazolith (Gelb-grüne Farbe; bei ausreichend hoher Qualität können Topazolithe zu Edelsteinen geschliffen werden) und Melanit (Ti-Andradit) (Schwarze Farbe, aufgrund seines Ti-Gehaltes auch sogenannter "Titan-Andradit").

Zu den bekanntesten Vorkommen perfekter und spektakulärer Kristalle gehören die Weltklasse-Andradite aus Mali, Ti-Andradite aus Marokko (oft falsch als Schorlomit bezeichnet), Demantoide vom Val Malenco in Italien und vom Ural in Russland sowie Topazolith von Wurlitz im Fichtelgenirge.

Eher selten auf dem Mineralienmarkt zu finden sind Granate aus Afghanistan mit sehr schön ausgebildeten braunschwarzen Andraditkristallen auf Matrix. Fundort ist Marki Khel, ein Dorf im Distrikt Khogyani, südlich von Dschalalabad in der an Pakistan grenzenden Provinz Nangarhar im östlichen Teil von Afghanistan. Mineralogisch besonders interessant ist die Vergesellschaftung der Andradit-Dodekaeder mit olivgrünen Epidotkristallen, grünlichgrauem Diopsid, schwarzem blättrigem Klinochlor sowie schwarzen Magnetitkristallen. Aufgewachsen ist die Mineralparagenese auf einem grünlichgrauen Phyllitgestein, das bei allen Stufen sehr schön formatiert ist. (Quelle: Mineralium, 2010). In Kalifornien (San Benito County) werden seit 1949 fast reine Andradite gefunden, welche teilweise auch den sogenannten "Katzenaugen-Effekt" zeigen. In Mexiko wurden Andradite mit einem opalartigen Schiller entdeckt, die sog. "Regenbogen-Granate".


Andradit
Andradit

Größe: 5 x 5 x 3,5 cm, Fundort: Grube St. Christoph, Breitenbrunn, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland

Rob Lavinsky
Andradit
Andradit

Größe: 0,86 mm; Fundort: Wannenköpfe, Ochtendung, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Matteo Chinellato
Andradit
Andradit

Größe: 33x29x15 mm; Fundort: Dashkesan Co-Fe-Lagerstätte, Rayon Dashkesan, Aserbaidschan

Rob Lavinsky
Andradit
Andradit

Größe: 1,4 mm; Fundort: Steinbruch San Vito, San Vito, Ercolano, Monte Somma, Somma-Vesuv-Komplex, Neapel, Kampanien, Italien

Enrico Bonacina
Andradite
Andradite

Andradite garnet specimen, from Mega Horio, Serifos Island, Cyclade Islands, Kykládes Prefecture, Aegean Islands Department, Greece; Size 60 x 40 x 37 mm

pegmatite
Andradit
Andradit

Bildbreite: 3 mm; Fundort: Poudrette quarry (Demix quarry; Uni-Mix quarry; Desourdy quarry), Mont Saint-Hilaire, Rouville Co., Québec, Kanada

Stephan Wolfsried
Andradit
Andradit

Größe: 59x45x16 mm; Fundort: Shengus, Haramosh-Gebirge, Skardu-Distrikt, Nordgebiete, Pakistan

Rob Lavinsky
Andradit
Andradit

Größe: 66x50x32 mm; Fundort: Quartzite Mountain, Stanley District, Santa Teresa Mts, San Carlos Indian Reservation, Graham Co., Arizona, USA

Rob Lavinsky
Andradite
Andradite

Andradite garnet claster from Sinerechenskoe skarn occurrence, Sinerechenskiy Mine, Kavalerovo Mining District, Dalnegorsk, Primorskiy Kray, Far-Eastern Region, Russia; Size 37 x 28 x 27 mm

pegmatite
Andradit
Andradit

Größe: 80 x 80 x 35 mm; Fundort: Kayes Region, Mali

Joe Freilich
Andradit
Andradit

Sinerechenskoe, Kavalerovo Bergbaugebiet, Primorskiy Kray, Russland, 65x52 mm

Embarak
Andradit
Andradit

mit zonarer Struktur, Mia Horio, Serifos, Kykladen, Ägäisches Meer, Griechenland, 72x52 mm

Embarak
Andradit
Andradit

Avissalos, Insel Serifos, Kykladen, Griechenland;
Größe: 7cm

Marcus Lueg
Andradit
Andradit

Sogenannter Regenbogengranat;
Kitosumi, Tenkawamura, Yoshinogun, Nara-Ken, Japan;
Größe: 1,2 x 0,7cm

Jasun McAvoy
Andradit
Andradit

Diakon, Nioro du Sahel; Diakon Arondissement, Kayes Region, Mali;
Größe: 8cm

Marcus Lieg
Andradit
Andradit

Wessels Mine, Kuruman, Südafrika

Rob Lavinsky
Andradit
Andradit

Franklin, New Jersey, USA;
2,8 x 2,8 cm

Christian Rewitzer
Andradit
Andradit

Garnet Hill Mine, Calaveras County;
California, USA

Rob Lavinsky


Demantoid

Demantoid
Demantoid

Größe: 1,97 mm; Fundort: Asbestgruben von Sferlun, Val Malenco, Lombardei, Italien

Matteo Chinellato

Demantoid ist eine grüne Varietät des Minerals Andradit; die Ursache für die grüne Farbe ist Chrom. Demantoide sind per Definition immer grün, aber die genaue Tönung reicht von einem sehr starken gelblich-grün bis fast zur Farbe eines feinen Smaragds. Viele Steine haben eine bräunliche Nuance.

Demantoide wurden erstmals 1853 im westlichen zentralen russischen Ural, etwa 110 km NNW von Ekaterinburg nahe des Flusses Bobrovka in der Nähe des Dorfes Elizavetinskoye gefunden. Dieses erste und fünf weitere Lagerstätten liegen 75 km S von Ekaterinburg an den Flüssen Tschusowaja und Chrisolitka, SW des Dorfes Poldnevaya. Aufgrund seiner ungewöhnlichen Farbe und seine Dispersion (0,057) , welche größer als die von Diamant ist, wurde Demantoid schnell zu einem begehrten und teuren Edelstein. Ab dem Zeitpunkt der Erstentdeckung bis 1919 waren die grünen Granate so populär in Russland, dass sogar der berühmte Juwelier Fabergé Schmuck aus ihnen anfertigte. Mit Beginn der Revolution und innerhalb der kommunistischen Ära Russlands gerieten die Demantoide jedoch aus der Mode. Neuere Funde gab es am Fluss Bobrovka in den 1970er und 1980er Jahren . Um 1999 begann eine sehr begrenzte Produktion im zentralen Ural. Geschürft wird entlang der Flüsse, doch wird um die Fundstellen und die Förderung immer noch ein großes Geheimnis gemacht.

Außerhalb Russlands gab es seit 1996 Neufunde in der Green Dragon Mine in Namibia Zusätzlich zu den kommerziell wichtigsten Lagerstätten in Russland und Namibia gibt es auch Demantoide in anderen Vorkommen , darunter Italien (Val Malenco, Lombardei), Iran (Kerman) und Afghanistan gefunden. Um 2009, gab es eine signifikante Entdeckung von Demantoid in Madagaskar

Russische Demantoide enthalten oft Einschlüsse von goldfarbene Chrysotilfasern (Asbest). In der Gemmologie ist das Vorhandensein eines solchen Einschlusses ein Beweis für natürliche Demantoid. Etwa um 2003 gab es Grüchte, dass einige russische Demantoide routinemäßig einer Wärmebehandlung unterworfen würden, um ihre Farbe zu verbessern.


demantoid
demantoid

Gemmy quality, demantoid crystals on matrix rock, from Ambanja District, Diana (Northern) Region, Antsiranana Province, Madagascar; Size 56 х 48 х 26 mm

pegmatite
Demantoid
Demantoid

Größe: 7,8 x 7,5 x 3,9, Fundort: Val Malenco, Lombardei, Italien

Dan Weinrich
Demantoid
Demantoid

Größe: 4 mm; Fundort: Val Malenco, Lombardei, Italien

Matteo Chinellato
Demantoid
Demantoid

Gemmy quality, demantoid crystals on matrix rock, from Ambanja District, Diana (Northern) Region, Antsiranana Province, Madagascar; Size 43 х 20 х 16 mm

pegmatite
Demantoid
Demantoid

Größe: 30x25x18 mm; Fundort: Antetezambato, Distrikt Ambanja, Region Diana, Madagaskar

Watzl Minerals
Demantoid
Demantoid

Demantoid, Malenco Valley, Sondrio Province, Lombardy, Italy; Size 70 mm x 45 mm x 20 mm

pegmatite
Demantoid
Demantoid

Kerman, Afghanistan

Rob Lavinsky
Demantoid
Demantoid

Thetford, Quebec. 2,7 x 2 cm

Rob Lavinsky
Demantoid
Demantoid

Kerman, Iran

Mark Wrigley

Topazolith

Andradit
Andradit

Topazolith / Andradit (Granat) von Wurlitz / Fichtelgebirge. Bildbreite ca. 3mm

berthold

Diese zu den Edelhartsteinen oder Siliciden gezählte Steinart setzen einige neuere Mineralogen, wie Neumann, zu den Granaten, und nennen ihn, wegen seiner gelben bernsteinartigen Farbe: gelben Granat, auch Succinit. Bonvoisin betrachtet ihn aber als ein eigenes Fossil, und hat ihm den Namen Topazolith wegen der gelben Farbe des Topases gegeben. Man findet ihn, nach der Beschreibung Bonvoisins, weingelb, zuweilen weiß, und nur wenig strohgelb gefärbt, einige Exemplare fallen ins Grünliche, ja Manche sind vollkommen smaragdgrün. Er ist in Dodekaëdern mit Rautenflächen, wie der Granat, krystallisirt. Die Krystalle sind gewöhnlich kleine Drusen zusammen gehäuft; es lassen sich an ihnen meistentheils nur sechs Flächen sehr deutlich wahrnehmen, welche sehr glatt und glänzend sind. Die größten Krystalle sind von der Größe einer Kicherbse, die kleinsten von der eines Stecknadelknopfes, und noch kleiner. Der Bruch ist uneben und splitterig, die Bruchstücke scharfkantig, der Strich weißlich. Die Krystalle sind so hart, daß sie am Stahle Feuer, oder vielmehr Funken geben; sie lassen sich mit Quarz und der Feile schwer ritzen, und ritzen selbst das Gläs; sie sind nicht sonderlich schwer zersprengbar. Durch zweistündiges Rothglühen in einem silbernen Tiegel erlitten sie keine Gewichtsverminderung; auch wurde ihr Glanz und ihre Durchsichtigkeit nicht verändert; nur wurde die Farbe dunkler honiggelb, sich etwas ins Grüne ziehend. Der Fundort dieses Fossils ist der sogenannte schwarze Felsen auf der Gebirgebene Mussa in Piemont. Er soll hier in Gängen im Serpentin mit Diopsid krystallisiren.

Quellen:

  • 1.Krünitz, D.J.G., 1773-1858; Oeconomische Encyclopädie
  • 2.Journ. de Phys. Tom. LXII. p. 426; übersetzt im Journal für Chemie und Physik, Bd. 3, S. 502.

Topazolith
Topazolith

Größe: 5.5 x 5 x 2 cm; Fundort: Yellow Cat Mine, New Idria District, San Benito Co., Kalifornien, USA

Fabre Minerals
Topazolith
Topazolith

Größe: 1,21 mm; Fundort: Cava Monte Ferrato, Prato, Prato, Provinz, Toskana (Toscana), Italien

Matteo Chinellato
Andradit
Andradit

grüne Andradit-XX ca. 2 mm; Fundort: Wurlitz, Oberkotzau, Hof, Bayern, Deutschland

Conny3

Melanit (Ti-Andradit)

Ti-Andradit (Melanit)
Ti-Andradit (Melanit)

Region Imilchil, Hoher Atlas, Marokko. 3,5 x 6 cm

Jasun McAvoy

Melanit (von gr. melas = schwarz) oder Ti-Andradit ist eine dunkle, fast schwarze Ti-haltige (bis 11,5 % TiO2, gewöhnlich 5 oder weniger %) Varietät des Andradits, bei dem Calcium und Eisen (Fe3+) durch Natrium und Titan (Ti4+) ersetzt sind. Ti-Andradit kommt vor allem in alkalireichen vulkanischen Gesteinen wie in Phonolithen und häufig in Nephelin- und Leuzit führenden Ergussgesteinen sowie in Plutoniten wie dem Nephelinsyenit vor. Weitere Synonyme für den Ti-Andradit sind Iwariit, Talkgranat, Titangranat, Titanmelanit oder Yttergranat (letzterer für den yttriumhaltigen Ti-Andradit aus Norwegen).

Die schwarzen, opaken Melanite werden gelegentlich auch als Schmucksteine verschliffen und dienten bisweilen zu Trauerschmuck.


Ti-Andradit  (Melanit)
Ti-Andradit (Melanit)

Größe: 1,06 mm; Fundort: Montenero, Onano, Viterbo, Latium, Italien

Matteo Chinellato
Ti-Andradit  (Melanit)
Ti-Andradit (Melanit)

Montenero, Onano, Viterbo, Latium, Italien;
Größe: 1,64 mm

Matteo Chinellato
Ti-Andradit
Ti-Andradit

Größe: 5,7 x 5,4 x 3,3 cm; Fundort: Dallas Gem Mine, New Idria District, San Benito Co., Kalifornien, USA

Rob Lavinsky
Ti-Andradit (Melanit)
Ti-Andradit (Melanit)

Kristalle bis 1 cm; Größe: 12 x 18 cm; Fundort: Mina Nueva Vizcaya, Badajoz, Spanien

Carlos Pareja
Ti-Andradit
Ti-Andradit

Ojos Espanoles Mine, General Lázaro Cárdenas (Lázaro Cárdenas; Colonia Lázaro Cárdenas), Mun. de Julimes, Chihuahua, Mexico. 6 x 5,4 cm

Rob Lavinsky
Ti-Andradit
Ti-Andradit

Minas Inca de Oro, Copiapó, Chile. 4,2 x 3,6 cm

Rob Lavinsky

Melanit aus Mali

Die Melanit-Lagerstätten liegen nahe der Stadt Diakon in Mali, dem drittgrößten Staat in Westafrika (District Diakon, Circle Nioro du Sahel) und ist Teil der Region Kayes im SW des Landes, W der Hauptstadt Bamako.

Diakon wurde durch schleifwürdige Granate, besonders Andradit (Varietät Melanit) berühmt. Neben gelblichgrünen bis hin zu tabak-dunkelbraunen Granaten kommen aus Diakon recht gute Epidote sowie Prehnitstufen. Im Diakon-Distrikt werden neben tiefschwarzen Melaniten auch Grossulare gefunden, die meist Schmuckstein-Qualität haben und verschliffen werden. Allerdings fand zwischen 1994 und 1995 einen Massenabbau, bei dem zeitweise ca. 3000 Arbeiter nach Granaten schürften. Diese unkontrollierte Produktion förderte in kurzer Zeit mehr als 15 Tonnen Granat, was wiederum zu einer Sättigung des internationalen Marktes führte, der die Schürftätigkeit ebenso schnell wieder zum Erliegen brachte. Die Vorkommen sind nach wie vor sehr ergiebig.

Ti-Andradit  (Melanit)
Ti-Andradit (Melanit)

Diakon, Nioro du Sahel, Diakon Arrondissement, Kayes Region, Mali;
Größe: 7 x 9 cm

Mineralium
Ti-Andradit (Melanit) mit Prehnit und Epidot
Ti-Andradit (Melanit) mit Prehnit und Epidot

Gut ausgebildetee Melanitkristalle in Paragenese mit rötlichorangem Prehnit und etwas grünolivem Epidot. Tiefschwarze glasglänzende Mischkristalle aus Dodekaeder und Trapezoeder, bis zu 22 mm und a...

Mineralium
Melanit
Melanit

Diakon, Nioro du Sahel, Kayes Region, Mali. 6,6 x 5,2 cm

Rob Lavinsky

Ti-Andradite aus Marokko

In nicht wenigen Publikationen und vor allen Dingen in Sammlungen wird Melanit, resp. Ti-Andradit als Mineral Schorlomit bezeichnet. Das ist falsch. Schorlomit ist ein eigenständiges, selbständiges, von der IMA anerkanntes Mineral der Granatstrukturgruppe mit der chemischen Formel Ca3Fe23+(SiO4)3 - Ca3Ti24+(SiO4)3 und keine Granatvarietät. Die meisten der in mineralogischen Sammlungen als Schorlomit bezeichneten Mineralien (oft vom Jebel Bou Agrao, aber auch als Fundstellen Tamazehgt-Gebirge oder Imilchil in Marokko angegeben) sind Ti-Andradite (Melanite) bzw. sollten mangels genauer Analyse als Ti-Andradit-Schorlomit-Serie bezeichnet werden.

Der Jebel (Berg) Bou Agrao liegt im Gebiet des Tamazeght im Hohen Atlas in Marokko, zwischen den Dörfern Zebzate and Ait Labbes, ca. 20 km SE von Midelt, wo in einem ehemaligen Probeschurf ein minimaler Abbau von Nephelin stattfand. Geologisch handelt es sich beim Bou Agrao um einen alkalisch-peralkalinen Komplex aus Alkaligesteinen (Nephelin Syenite mit Pyroxeniten, Carbonatite mit Analcimiten und Trachybasalten, Alkali-Lamprophyre und Tinguaite) aus dem mittleren Eozän. Einige der Syenite und Pegmatite sind hydrothermal gealtert.

Mineralien

Die bekanntesten Mineralien vom Jebel Bou Agrao sind Nephelin und Ti-Andradit, wobei der letztere in den meisten Sammlungen falsch als "Schorlomit" bekannt ist. Nephelin kommt in hexagonalen, dickprismatischen, meist grauen oder weißen kompakten oder langgestreckten, extrem scharf ausgebildeten Kristallen, meist mit Ti-Andradit vergesellschaftet vor. Die Kristalle können bis 12 cm lang sein.

Die Ti-Andradite bilden idiomorphe, schwarze rhomboedrische oder mit dem Ikositetraeder kombinierte Kristalle bis mehrere cm. Nicht wenige der auf dem Markt befindlichen Stufen sind aus dem Trägermaterial ausgesäuert, Spuren der Behandlung sind deutlich erkennbar. Darunter leiden manchmal leider die Granate und Nepheline.

Seit einigen Jahren gelangten auch tiefschwarze Granate auf den Markt, welche i.d.R. mit Orthoklas vergesellschaftet oder auf diesem aufgewachsen sind. Diese schwarzen Granate sind ebenfalls Ti-Andradite (bzw. Melanite) (oder einfach nur schwarze Andradite) aus Miarolen der Episyenite vom Tizi-n-Inouzane bei Imilchil im Hohen Atlas und sind nicht mit den Ti-Andraditen aus den Nephelin Syeniten vom Jebel Bou Agrao verwandt.

Bedingt durch die andauernde wissenschaftliche Kontroverse, ob es sich bei den schwarzen Kristallen um das anerkannte Mineral Schorlomit, ein Mitglied der Granatstrukturgruppe oder um Ti-Andradit (Melanit) handelt, wurden auf dem Weg vom Finder über die Händler zum Sammler sehr viele der schwarzen Mineralien fehlbenannt. Als einfache Regel gilt, dass alle schwarzen Granate sowohl aus der Nephelin-Paragenese des Jebel Bou Agrao als auch von Imilchil Ti-Andradite sind. Ganz clevere Händler haben es sich mittlerweile leicht gemacht und nennen ihre Stufen Schorlomit-Ti-Andradit.

Ti-Andradit  - Schorlomit-Serie
Ti-Andradit - Schorlomit-Serie

Hoher Atlas, Marokko, 50x40 mm

Norbert Brieske
Ti-Andradit - Schorlomit-Serie
Ti-Andradit - Schorlomit-Serie

Jebel Bou Agrao, Tamazehgt-Massiv, Hoher Atlas, Marokko. Größe 6x7 cm

Peter Seroka
Ti-Andradit  - Schorlomit-Serie
Ti-Andradit - Schorlomit-Serie

Hoher Atlas, Marokko. 4,3 x 3,3 cm.

Tom Spirifer

Literatur zu Ti-Andradit

  • Dana, E.S. (1892) Dana's system of mineralogy, (6th edition), 437-447.
  • Deer, W.A., R.A. Howie, and J. Zussman (1982) Rock-forming minerals, (2nd edition), v. 1A, orthosilicates, 468-698, esp. 537-589.
  • Howie, R.A., A.R. Wooley, J.H. Scoon, R.C. Tyler & J.N. Walsh (1968), The role of titanium and the effect of TiO2 on the cell size, refractive index, and specific gravity in the andradite-melanite-schorlomite series: Min. Magazine: 36: 775-790.
  • Keita, S.: Etude sur les Mines Artisanales et Les Exploitations Minières à Petite Echelle au Mali, Mining, Minerals and Sustainable Developement (MMSD), August 2001, No. 8.
  • Korbel, P., Novac, M., 2002; Mineralien Enzyklopädie.
  • Manning, P.G. & D.C. Harris (1970), Optical absorption and electron-microprobe studies of some high-Ti andradites: Can. Min: 10: 260-271.
  • Marks, M. A. W., J. Schilling, I.M. Coulson, T. Wenzel and G. Markl (2008): The alkaline-peralkaline Tamazeght Complex, High Atlas Mountains, Morocco: Mineral chemistry and petrological constraints for derivation from a compositionally heterogeneous mantle source. Journal of Petrology, 49, 1097-1131.
  • Novak, G.A. and G.V Gibbs (1971) The crystal chemistry of the silicate garnets. Amer. Mineral., 56, 791-825.
  • Ramdohr, P., Strunz, H., 1978; (Klockmanns) Lehrbuch der Mineralogie (16. Aufl.), Ferdinand Enke Verlag
  • Schumann, W., 1976; Edelsteine und Schmucksteine, BLV Verlags GmbH Münch
  • Schwartz, K.B., Nolet, D.A., and Burns, R.G. (1980) Mössbauer spectroscopy and crystal chemistry of natural Fe-Ti garnets. American Mineralogist: 65: 142-153.

Weitere Daten und Bilder



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