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Kupfer

Malachit pseudomorph nach Kupfer
Malachit pseudomorph nach Kupfer

Größe: 9,6 x 7,9 x 5 cm,
Fundort: Tsumeb Mine, Tsumeb, Oshikoto Region, Namibia

Rob Lavinsky


Pseudomorphosen


Kupfer pseudomorph nach Azurit

Kupfer pseudomorph nach Azurit
Kupfer pseudomorph nach Azurit

Größe: 3,6 x 2,8 x 1,8 cm,
Fundort: Copper Rose Mine, San Lorenzo, Georgetown District, Grant Co., New Mexico, USA

Rob Lavinsky

Kupfer pseudomorph nach Cuprit

Kupfer pseudomorph nach Cuprit
Kupfer pseudomorph nach Cuprit

Größe: 4,3 x 3 x 1,9 cm,
Fundort: Emke Mine, Seeis, Windhoek, Khomas, Namibia

Rob Lavinsky

Kupfer Perimorphose (Calcit)

Kupfer Perimorphose
Kupfer Perimorphose

Kupfer mit Quarz und Epidot.
Größe: 2,8 x 1,5 x 1,5 cm,
Fundort: Phoenix Mine, Keweenaw Co., Michigan, USA

Rob Lavinsky

Weltberühmte Pseudomorphosen von Kupfer nach Aragonit aus Bolivien

Hintze
Hintze

Handbuch der Mineralogie, 1904

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Kupfer pseudomorph nach Aragonit
Kupfer pseudomorph nach Aragonit

Größe: 1.7 x 1.5 x 1.3 cm; Fundort: Corocoro, Pacajes Provinz, La Paz Department, Bolivien

Rob Lavinsky

Eine Pseudomorphose mit Geschichte

Bolivien. Kupfer kommt massenhaft in den Sandsteinen von Corocoro in derben Massen, baumförmigen Krystall- Aggregaten sowie auch sandförmig als „Barrilla" vor. Ebendaher bis 3 cm breite und noch höhere sechsseitig säulige Pseudomorphosen nach Aragonit; die rauhen, aber unter dem eventuell umhüllenden Thon oder Gyps ziemlich reinen und metallglänzendcn Flächen sämmtlich concav oder ausgehöhlt, die scharf hervortretenden Kanten meist gekrümmt, an den Prismenflächen oft eine oder mehrere Leisten vertikal herablaufend; die ganz aus Metall bestehenden oder einen Kern von Kalkcarbonat enthaltenden Gebilde gleichen äusserlich den Aragoniten von Dax in Frankreich und Molina in Spanien.

Beschrieben von BREITHAUPT (Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1853, 12, 401), SÖCHTING (Zeitschr. ges. Natarw. 1853, 2, 30; Zeitschr. d. geol. Ges. 1857, 10, 224; Poqo. Ann. 114, 333), KENNGOTT (Pogg. Ann. 1857, 100, 467), FORBES (Quart. Journ. GeoL Soc 1861, 17, 43), BLÜM (Pseud. 3. Nachtr. 1863, 254), DOMEYKO (Min. 1879, 194).

Corocoro ist nach Michigan weltweit die zweitgrößte Kupferlagerstätte, in welcher das Metall gediegen vorkommt. Der Name Corocoro steht für das Bergbaugebiet um die Stadt Corocoro, SW von La Paz, auf einer Höhe von 4032 m. Die Lagerstätte liegt in spät-oligozänen schwach verfestigten Sedimenten, die manchmal auch dem Miozän zugeschrieben werden. Kupfer von Corocoro war bereits in präkolumbianischer Zeit bekannt, wurde jedoch zum größten Teil auf der Erdoberfläche geborgen, wo das gediegene Metall in Zentimeter mächtigen und bis zu einem halben Meter dicken, plattigen Aggregaten vorkommt. Erster Untertageabbau wurde Anfang des 18. Jh. betrieben. Die tiefste Grube des Reviers erreichte ca. 440 m.

Corocoro wurde, seitdem DOMEYKO 1881 darüber berichtete (Des Cristaux épigènes de cuivre métallique provenant des mines de cuivre de Corocoro en Bolivie.- Ann. des mines 7, sér.18, S.531-537), bei Mineraliensammlern weltberühmt durch einmalige Pseudomorphosen von gediegen Kupfer nach Aragonit.

Die natürlichen, nicht pseudomorphisierten pseudohexagonalen Drillinge sind identisch mit den triassischen Aragoniten von Bastennes (Frankreich) und Molina de Aragon (Spanien). Sie treten als lose Schwimmer (floater) häufig in den Corocoro-Sedimenten auf und bilden außer den einzelnen Drillingen auch kugelförmige Verwachsungen (disco balls) bis 5 cm. Die vorherrschende Farbe natürlicher Aragonite ist gelblich-beige. Ein großer Teil der Aragonite ist paramorph zu Calcit umgewandelt.

Die Pseudomorphosen von gediegen Kupfer nach Aragonit zeichnen sich durch einen Austausch des gesamten Stoffbestandes aus. Kupferhaltige Lösungen verdrängen, an der Oberfläche beginnend, die Aragonitkristalle. Teilweise wird der Aragonit auch durch Chalkosin verdrängt, welcher wiederum in grüne Cu-Sekundärmineralien, wie z.B. Chalkophyllit, umgewandelt ist. Viele Pseudomorphosen von Kupfer nach Aragonit sind nur teilweise erfolgt, wie z.B. an einem Anschliff einer zerteilten Pseudomorphose zu erkennen ist, welche einen Aragonitkern zeigt, der durch gediegen Kupfer umrandet ist.


Kupfer nach Aragonit
Kupfer nach Aragonit

Corocoro. 3 x 2,7 cm

Rob Lavinsky
Kupfer nach Aragonit
Kupfer nach Aragonit

Corocoro. 2 x 1,7 cm

Rob Lavinsky
Kupfer nach Aragonit
Kupfer nach Aragonit

Corocoro. Links eine Peudomorphose, rechts ein nicht-pseudomorphisierter Original-Aragonit. (im Sprachgebrauch sogen. Disco ball floater) 2,7 x 3,7 cm

Rob Lavinsky
Kupfer nach Aragonit
Kupfer nach Aragonit

Corocoro. Fast schwarzroter Kristall mit oberflächlich gebildetem Carbonat. 1,9 x 1 cm.

Joe Freilich
Kupfer nach Aragonit
Kupfer nach Aragonit

Corocoro, Bolivien. 2,4 x 2,5 cm

Rob Lavinsky
Kupfer nach Aragonit
Kupfer nach Aragonit

Corocoro. Aggregat aus 6 pseudohexagonalen Drillingen. 3,4 x 3,8 cm

Ibrahim Jameel

Kupferrosen von der Rose Mine in New Mexico

Seltene, gut ausgebildete Pseudomorphosen von Kupfer nach Azurit sind seit Mitte des 20. Jh. von der Rose Mine (McGregor Mine, Copper Glance Mine, Potosi Mine), einer kleinen auf Kupfererz abgebauten Lagerstätte bei San Lorenzo, Georgetown District im Grant County in New Mexico, USA bekannt. Die meist mit einer braunen Patina überzogenen, oft scharf ausgebildeten Rosen (oder Rosetten) bestehen aus blättrigen Azuritkristallen, welche vollständig pseudomorphisiert wurden. Alle dieser Aggregate sind Schwimmer. Die meisten der heute noch bekannten Kristalle sind Bestandteile von (meist US-)- Sammlungen und wurden in den 1940er bis 1950er Jahren gefunden. Heutige Funde auf den Halden sind kaum zu erwarten, wenngleich dies mittels Metalldetektoren nicht ausgeschlossen ist.

Kupfer pseudomorph nach Azurit
Kupfer pseudomorph nach Azurit

Rose Mine, Grants County, New Mexico, USA; 3,6 x 2,8 cm

Rob Lavinsky
Kupfer pseudomorph nach Azurit
Kupfer pseudomorph nach Azurit

Rose Mine, Grants County, New Mexico, USA; 3,6 x 2,8 cm

Rob Lavinsky

Literatur

  • Domeyko, I., 1881; Des Cristaux épigènes de cuivre métallique provenant des mines de cuivre de Corocoro en Bolivie.- Ann. des mines 7, sér.18, S.531-537
  • Entwistle, L.P., Gouin, L.O., 1955; The chalcocite-ore deposits at Corocoro, Bolivia.Economic Geology : 1,50(6):555-570. DOI:10.2113/gsecongeo.50.6.555
  • Hanson, T.A. (1994): Copper roses from the Rose Mine near San Lorenzo, New Mexico.- Mineralogical Record, 25 (3), S.195-202.
  • Hyrsl, J., Petrov, A., 1998; Pseudomorphs from Bolivia," Rocks and Minerals, 73:110
  • Lieber,W., 1998; Die Pseudomorphosen von Kupfer nach Aragonit von Corocoro, Bolivien; Lapis :23, 9; 13-17


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