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Olivin

Die Olivingruppe

Olivin

Grüner Olivin
Grüner Olivin

La Hondura, Montanas del Fuego;
Timanfaya, Lanzarote, Kanarische Inseln, Spanien

Peter Seroka
Roter Olivin
Roter Olivin

Caldera Colorada;
Parque Natural de los Volcanos;
Lanzarote, Kanarische Inseln, Spanien

Peter Seroka

Olivin ist kein eigenständiges Mineral, sondern ein Mischglied der Mischserie Fayalith-Forsterit und gehört zur Olivingruppe, deren Endglieder Calcio-Olivin und Tephroit sind. Forsterit ist ein Magnesiumsilikat; Fayalith ein Eisensilikat. Das Magnesium-Eisenverhältnis von Olivin, der in der Mitte dieser Fayalith-Forsterit-Mischserie liegt, ist etwa 1,6 : 0,4. Die hypothetische Formel ist: Mg1.6Fe2+0.4(SiO4)

Wird gemeinhin von Olivin gesprochen, handelt es sich meist um einen mehr oder weniger eisenhaltigen Forsterit. Die Farbe von Olivin ist im allgemeinen gelblichgrün, olivgrün bis schwarzgrün. Je mehr Eisen der Olivin enthält, um so kräftiger ist seine grüne Farbe. Olivine mit weniger Eisen enthalten dann entprechend mehr Magnesium und dieses verleiht ihnen dann eine gelbliche Tönung.


Roter Olivin - Oxidation oder Einschlüsse ?


Es gibt rötliche bis tiefrote Varianten (Bsp. Lanzarote/Kanarische Inseln; s.o. Bild). Die Farbe wird allgemein durch Oxydation des Eisens erklärt.

Es soll jedoch auch eine Studie geben, in welcher dargestellt wird, dass die rote Farbe von Olivin durch mikroskopisch kleine Hämatiteinschlüsse hervorgerufen wird, entstanden bei höheren Temperaturen als diejenigen, welche zur Bildung von normalem grünem Olivin benötigt werden. (Pers. Mttlg. Alfredo Petrov, Mineralienatlas).

Chemische Verwitterung von Olivin


Forsteritische Olivine verwittern prinzipiell im Laufe der Zeit durch Auslaugung und daraus resultierender Abnahme des Magnesiums und Zunahme von Wasser und etwas Eisen. Die chemischen Reaktionen sind gewöhnlich komplex und beinhalten Hydratation, Oxidation und Karbonisierung. Fayalithische Olivine verwittern prinzipiell durch Oxidation und Abnahme von Silizium. Das gewöhnlichste Verwitterungsprodukt von Olivin ist das Mineral Serpentin, zumeist in Form von Pseudomorphosen.

Mechanische Verwitterung von Olivin - Olivinsand


Durch die mechanische Verwitterung olivinreicher Gesteine werden Olivinpartikel freigesetzt, welche in Gebieten mit praktisch nicht oder wenig existierender chemischer Verwitterung zu grünen oder schwarzgrünen Sanden akkumulieren. Diese sehr seltenen reinen Olivinsande findet man weltweit nur an den Stränden Diamond Head auf der Insel Oahu und South Point auf der Insel Hawaii (Big Island). Alluviale, olivinreiche Sande sind auch vom Navajo County in Arizona und von New Mexico bekannt.

Seltene Ausbildungen

Eine extreme Olivin-Rarität sind Katzenaugen- und Stern-Peridote



Die Mineralien der Olivingruppe

Calcio-Olivine

Ca2SiO4

Neudefinition September 2007 als Calcium-dominantes Endglied der Olivin-Gruppe. Calcio-Olivin ist das natürliche Equivalent von synthetischem γ-Ca2SiO4, nicht von synthetischem α-Ca2SiO4 wie teilweise fälschlich in der Literatur angegeben. Calcio-Olivin ist ein Polymorph von Larnit, monoklinem β-Ca2SiO4

kein Bild verfügbar

Forsterite

Mg2SiO4

Forsterit bildet mit Fayalit sowie mit Tephroit eine lückenlose Mischreihe, deren Zwischenglieder als „Olivin“ bezeichnet werden. Reiner Forsterit ist farblos oder durch Gitterbaufehler bzw. Verunreinigungen grauweiß. In der Natur ist Forsterit nur selten in reiner Form zu finden, sondern fast immer mit schwankenden Gehalten an Fayalit und/oder Tephroit. Farbgebend sind die im Fayalit (braun bis schwarz) überwiegenden Eisen-Ionen bzw. die im Tephroit (grau, rot) überwiegenden Mangan-Ionen, die dem Forsterit mit zunehmendem prozentualen Anteil seine hellgrüne über gelbgrün und braungrün bis schwarzgrüne Farbe geben.

Forsterit
Forsterit

Auf Sanidin. Ochtendung, Eifel, Deutschland.

Fred Kruijen

Glaukochroit

CaMn2+SiO4

Erstmals gefunden wurde der Glaukochroit 1899 in der „Franklin Mine“ bei Franklin (New Jersey) im Sussex County von New Jersey in den USA. Wissenschaftlich beschrieben wurde das Mineral von Samuel Lewis Penfield (1856–1906) und C. H. Warren, die es nach den griechischen Worten γλαυκός (glaukós) „hell“, „leuchtend“, „glänzend“; das Meer betreffend: „(grau)bläulich“ und χρώμα (chroma) „Farbe“ benannten.

Glaukochroit
Glaukochroit

Glaukochroit (rosafarben), Willemit (grünlich) und Franklinit (schwarz). Franklin Mining District, Sussex County, New Jersey, USA.

Public Domain

Fayalite

Fe2+2SiO4

In der Natur ist Fayalit nur selten in reiner Form zu finden, sondern fast immer mit schwankenden Gehalten an Forsterit und/oder Tephroit. Farbgebend sind die im Fayalit (braun bis schwarz) überwiegenden Eisen-Ionen bzw. die im Tephroit (grau, rot) überwiegenden Mangan-Ionen. Je nach prozentualem Anteil von Forsterit, der in reinem Zustand farblos ist, werden die Farben des Fayalit entsprechend abgeschwächt. Erstmals gefunden wurde der Fayalit 1840 auf der Ilha do Faial, einer zu Portugal gehörenden Azoreninsel, und beschrieben von Christian Gottlob Gmelin, der das Mineral nach seiner Typlokalität benannte.

Fayalit
Fayalit

Bildbreite: 3 mm; Fundort Stbr. Caspar, Ettringer Bellerberg, Ettringen, Eifel

Stephan Wolfsried

Kirschsteinit

CaFe2+SiO4

Gefunden am Mt. Shaheru, dem nicht aktiven südlichen Kegel des Mt. Nyiragongo, Provinz Kivu im Kongo (Zaire). Benannt nach dem deutschen Geologen Egon Kirschstein.

Kirschsteinit
Kirschsteinit

Harstigen, Pajsberg, Filipstad, Värmland, Schweden;
Bildbreite: 5 mm

Leonardus

Laihunite

Fe2+Fe3+2(SiO4)2

Erstmals gefunden 1976 in der Eisen-Lagerstätte bei Laihe bei Anshan (Liaoning) in China

Laihunit auf Fayalit
Laihunit auf Fayalit

Bildbreite: 2 mm; Fundort: Obsidian Cliffs, North Sister Mountain, McKenzie Pass, Lane Co., Oregon, USA

Stephan Wolfsried

Liebenbergite

(Ni,Mg)2SiO4

Von der kleinen Nickel-Lagerstätte Scotia Talc Mine, Bon Accord, Barberton, Transvaal, Südafrika am Kontakt von Quarzit und serpentinisierten Ultramafiten. Man nimmt an, dass sich das Mineral bei +/-730oC und < 2 kbar während einer thermalen Metamorphose - wahrscheinlich aus einem Ni-reichen Meteoriten gebildet hat Erstmals entdeckt wurde der Liebenbergit 1973 und benannt nach William Roland Liebenberg (1919-1988), dem stellvertretenden Generaldirektor des Nationalinstituts für Metallurgie von Südafrika.

Liebenbergit
Liebenbergit

Bildbreite: 1,5 mm; Fundort: Liebenbergit-Fundstelle, Kamariza, Lavrion, Attika, Griechenland

Stephan Wolfsried

Tephroite

Mn2+2SiO4

Tephroit bildet sich in Eisen-Mangan-Lagerstätten, in Skarnen und metamorphen, manganreichen Sedimenten

Tephroit
Tephroit

Laacher See-Vulkangebiet, Eifel, Deutschland

Stephan Wolfsried

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