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Olivin

Olivin
Olivin

Olivinbombe (Lherzolith) als Xenolith in Alkali Olivin Basalt; Alter: Miozän bis Holozän; Fundort: San Carlos Indian Reservation, Gila County; Arizona, USA

Peter Seroka

Weltweite Vorkommen



Die berühmten Peridot-Vorkommen

Die Klassiker von Zeberged im Roten Meer

Topazon oder Zeberged ?
Topazon oder Zeberged ?

Insel Zeberged im Roten Meer, Ägypten

Archiv: Mineralienatlas-Quelle: The giant crystal project; e.g. ims_namaste-flic

Die weltweit berühmteste Quelle für die Edelsteinvarietät Peridot, welche seit ca. 1.300 v.Chr. bis zum Jahr 1914 abgebaut wurde, ist die Insel Zeberged (auch Zabargad, Zaberged, Zaberjed, Jebel Seberget; St. John's Island, St. Johannes-Insel) im ägyptischen Roten Meer. Über mehr als 3.300 Jahre kamen so gut wie alle Peridote von dieser Insel. Der Peridot ist auf Zeberged in Peridotite eingebettet, die in großer Tiefe entstanden, dann aber rasch an die Erdoberfläche gelangten.

Die antike Quelle der Edelstein-Olivine war ursprünglich als Schlangeninsel berüchtigt, später als Topas bekannt (wonach Plinius den Peridot als "Topazion" beschrieb). Die Insel blieb über Jahrhunderte ein Geheimnis, da sie sich meist in dichten Nebeln versteckte und von den Seeleuten nur schwierig anzusteuern war. Legenden erzählen, dass es zuerst Piraten waren, welche die edlen Olivine in Spalten der Gesteine entdeckten. Die Lage dieser später als Zeberged bezeichneten Insel blieb Jahrhunderte lang für Außenstehende verschollen

Der griechische Geograph Agatharchides von Knidos (208 - 132 v.Chr. beschrieb in seinem 5 Büchern "Über das Rote Meer" (Περὶ Πόντου Έρυθροῦ; lat. De Mare Erthraeo), dass die ägyptischen Könige Befehl gegeben hatten, Edelsteine zu suchen und diese an die königlichen Steinschleifer zur Verarbeitung als Edelsteine zu liefern. In seinem Buch "Naturalis Historia" beschreibt Plinius (23-79 n.Chr.) den ersten Peridot (von Plinius als Topazion bezeichnet), welcher der unterägyptischen Thebener Königin Berenice um etwa 300 v.Cr. präsentiert wurde. Später, jedoch noch in vorchristlicher Zeit, waren es die Ptolemäer, welche Ägypten regierten, welche die Vorkommen auf Zeberged abbauten. Die Bergleute waren in der Regel Sklaven, wovon hunderte wegen der Schlangen und wegen Wassermangels starben und nur wenige jemals wieder die Insel verließen.


Peridot
Peridot

Insel Zeberged, Rotes Meer, Ägypten, 1,3 cm

Jasun McAvoy
Peridot
Peridot

Zeberged, Rotes Meer, Ägypten. 2x2 cm.

Rob Lavinsky

Die ersten Zeberged-Peridote gelangten durch die Kreuzritter nach Europa. Die mittelalterliche Kirche schmückte vor allem seine kostbaren Schätze mit Olivin, so auch den Dreikönigsschrein im Kölner Dom. Nach dem Barock, das den Olivin besonders liebte, geriet das Mineral als Schmuckstein in Vergessenheit.

Die Peridot-Gruben auf Zeberged waren nach Angaben arabischer Autoren in der Mitte des 13. Jh.,erschöpft, und sie lagen noch 1829 brach. Der Khedive Ismail Pascha (1867-1879) überschrieb ihre Ausbeutung einem französischen Konsortium, das sie in größere Tiefe vortrieb. Anmerkung: Von 1250 bis 1914 war Ägypten anfangs Herrschaftgebiet der türkischen Mamelucken und später eine Provinz des osmanischen Reiches, verwaltet vom Khediven (hochrangigen Staatsbediensteten)


Peridot
Peridot

Myanmar

Christian Rewitzer
Edelsteinschurf in einer alluvialen Lagerstätte
Edelsteinschurf in einer alluvialen Lagerstätte

Der Edelsteinhaltige Illam wird in Körben ausgewaschen.

Dieter1

Berühmte Peridote von Burma

Die burmesischen Peridote von Pyaung Gaung und Zalat Thaung nahe Bernardmyo im Edelsteingebiet Mogok waren und sind wegen ihrer Größe und ihrer Qualität berühmt, geschliffene Steine von 20 bis 40 Karat waren keine Seltenheit; manche geschliffenen Steine sind schwerer als 100 Karat. Steine aus Burma sind von lebhaftem hellen Grün mit feinen seidig glänzenden Einschlüssen. Seit der Machtübernahme Burmas durch die Militärs gelangten nur noch wenige Peridote auf den Weltmarkt; es ist nicht bekannt, ob die spezifischen Lagerstätten nicht weiter bearbeitet wurden oder erschöpft sind.


Naran-Tal, Fluss Kunhar
Naran-Tal, Fluss Kunhar

Olivin-Lagerstätte im Naran-Tal, Kohistan, NWFP, Pakistan;
Foto: Almazi

Public Domain

Kaschmir-Peridote von Sapat Gali in Pakistan

Als eine der wildesten, unzugänglichsten und unberührtesten Regionen Pakistans gilt das in der Nordwestprovinz gelegene Sapat Gali (Soppat, Sumpat) im Naran-Kaghan-Tal, Mansehra-Distrikt in der NWF (North-WEst Frontier)-Provinz im Karakorum-Gebirge. Dort liegt an der Grenze zu Kashmir ein Vorkommen, welches in den 1990er Jahren hervorragende Peridote in Edelsteinqualität geliefert hat. Unter harten klimatischen Bedingungen, die den Abbau nur während der Sommermonate erlaubten, werden die ungewöhnlich großen und feinen Kristalle und Bruchstücke ins Tale gebracht. Die aus Soppat stammenden Olivine sind eisenarm mit 5-10% Eisengehalt und können daher als Forsterite angesprochen werden. Einige der hier angebotenen Stufen weisen eine attraktive Paragenese mit Magnetit auf; selten enthalten Kristalle auch Ludwigit. Aus manchen der großen, feinen und klaren Kristalle von herrlichem, satten Grün haben kreative Edelsteinschleifer faszinierend schöne Einzelsteine von mehr als 100 Karat geschliffen. (Quelle: EuroGem.biz • Edelsteinlexikon)


Peridot
Peridot

Sapat Gali, Naran-Kaghan-Tal, MAnsehra, NWFP, Pakistan. 4x3 cm

Mineralium
Peridot
Peridot

Sapat Gali, Naran-Kaghan-Tal, Mansehra, NWFP, Pakistan. 2,3 x 1,9 cm

Rob Lavinsky
Peridot
Peridot

Sapat Gali, Naran-Kaghan-Tal, Mansehra, NWFP, Pakistan; 8 cm

Marcus Lueg
Peridot
Peridot

Sapat Gali, Manshera, Naran-Kaghan-Tal, Mansehra, NWFP, Pakistan; 45 x 25 x 35 mm

pegmatite
Peridot
Peridot

Peridot, Sapat Gali, Manshera, Naran-Kagan Valley, Kohistan District, North-West Frontier Province, Pakistan; Size 40 x 45 x 27mm

pegmatite
Peridot
Peridot

Sapat Gali, Naran-Kaghan-Tal, Mansehra, North-West Frontier Provinz, Pakistan. 5,3x4,9 cm

Rob Lavinsky

Peridot-Mesa  bei San Carlos, Arizona
Peridot-Mesa bei San Carlos, Arizona

Peridot Mesa nahe San Carlos, Apache Indian Reservation, Arizona, USA;
Foto: ww.gemland.net - Free use

Public Domain
Peridot
Peridot

San Carlos Indian Reservation, Graham County, Arizona, USA. Kristalle ca. 15x10 mm

Dan Weinrich

San Carlos Apache Indian Reservation in Arizona

Die USA gehören neben China und Pakistan zu den weltgrößten Lieferanten für Peridot. Die wichtigsten Vorkommen der USA befinden sich in der Peridote Mesa in der San Carlos Apache Indian Reservation, östlich von Globe im Gila County in Arizona. Von hier stammen ca. 80 – 95% aller amerikanischen Peridote. Ein weiteres Vorkommen ist Buell Park Apache County, ca. 16 km N von Fort Defiance, ebenfalls in Arizona.

Die Peridote Mesa ist Teil des San Carlos Vulkanfeldes und hat einen Durchmesser von etwa 3 km. Sie besteht aus einem riesigen Xenolith-reichen Lavastrom; fast 20% dieses Stroms besteht aus Olivinfragmenten. Das Mineral Olivin tritt in Körnern und kleinen Aggregaten in einer durchschnittlich 3-6 m mächtigen Basaltschicht auf, welche die Peridote Mesa bedeckt.

Die vulkanischen Gesteine, aus welchen die Peridot Mesa besteht, sind graue vesiculare feldspatoide Olivinbasalte des zwischen 3 bis 35 m mächtigen Peridot Mesa-Lavastroms, welcher während des Pleistozäns vor 580.000 Jahren eruptierte. In diesem Lavastrom wurden grüne Massen von Lherzolith, d.h. olivinreiche grobe ultramafische Peridotite aus dem oberen Erdmantel als Xenolithe an die Erdoberfläche transportiert. Diese Lherzolithe sind paläoproterozoischen Alters (ca. 60 bis 1600 Mrd Jahre); wogegen die sie transportierende Lava nur 20-22.000 Jahre alt ist.


Olivin - Kilbourne Hole
Olivin - Kilbourne Hole

Deming, New Mexico, USA. 4,6 x 5,6 cm

Dan Weinrich

Das Material tritt dort zutage, wo es aus dem Basalt herausgewittert ist und durch Canyons herabgespült wurde. Die Peridote von San Carlos sind zumeist klein, bis etwa 1 Karat Gewicht; Steine über 5 Karat sind ungewöhnlich; es wurden aber auch schon Peridote von 15 und 22 Karat geschnitten. Der San Carlos-Peridot zeigt häufig eine leicht gelbliche bis goldbraune Nuancierung. Im Reservat ist der Abbau der Peridote nur den Indianern erlaubt.

Ein weiteres Vorkommen ist das Buell Park Gebiet im McKinley County im NW von New Mexico und in der Kilbourne Hole und Potrillo Mar-Senke, beide nahe der mexikanischen Grenze im SE des Bundesstaates. Die Gesteine des Kilbourne Hole-Kraters, ein Maar in New Mexico, welches durch phreatomagmatische Eruption entstand, sind ebenfalls wie ihre Verwandten aus Arizona vulkanische Laven mit xenolithischen Lherzolithen.

Die Peridote von hier sind braun, grünlichbraun, gelblich-grün und von schönem Peridot-Grün. Manche Leute meinen, dass das Material vom der Kilbourne Hole besser als das vom San Carlos Reservat in Arizona sei.


Insel Otroy - Midsund, Norwegen
Insel Otroy - Midsund, Norwegen

Insel Otroy, Midsund. More og Romsdal, Norwegen;
Foto: Woudloper

Public Domain
Peridot
Peridot

More Og Romsdal, Norwegen. 2.3 x 1,7 cm

Rob Lavinsky

Weniger bekannte weltweite Peridot-Vorkommen


Norwegen

Farblich schöne Olivine, welche tw. Peridot-Qualität haben, stammen aus More og Romsdal in Norwegen. In Uglvik (Ugelvik) auf der Insel Otroy (s. Foto), bei Midsund befindet sich ein orogener Granatperidotit, welcher aus ca. 50% Granat (pyrop)- und 50% granatfreiem Peridotit besteht. Weitere Olivinvorkommen sind die Dunite, Lherzolithe und Websterite Kalkskaret bei Tafjord im Norddal, ebenfalls More og Romsdal.


Flutbasalte in China
Flutbasalte in China

Changbai Shan-Gebirge, Nordost-China.
Foto: Mates II

Sebastian Henckel
Peridot - China
Peridot - China

Damaping, Kreis Wanquan, Präfektur Zhangjiakou, Provinz Hebei, Nordost-China. 1 x 1,1 cm

Rob Lavinsky

Chongli in China

Die Kreise Chongli und Wanquan liegen in der Präfektur Zhangjiakou in der nordostchinesischen Provinz Hebei.

Bei Damaping im Kreis Wanquan werden Chinas bekannteste Olivine gefunden und abgebaut. Hier liegt das Hannuoba Basaltfeld, eine Zone cenozoischer Alkalibasalte mit spinellreichen Xenolithperidotiten aus dem oberen Erdmantel. Neben Olivin kommen Klinopyroxenkristalle bis 10 cm Größe vor.


Tay Nguyen Gebirge - Vietnam
Tay Nguyen Gebirge - Vietnam

Das zentrale Hochland von Tay Nguyen, Vietnam.
Foto: DXLINH

Sebastian Henckel
Peridot / Olivin - Vietnam
Peridot / Olivin - Vietnam

Olivine von peridotähnlicher, schleifwürdiger Qualität. Tay Nguyen-Gebirge, Vietnam. 6x9 cm. Sammlung Peter Seroka

Peter Seroka

Tay Nguyen-Gebirge in Vietnam

Gewöhnlicher Olivin, aber auch Peridot, kommt im zentralen Hochland bei Tay Nguyen, nahe der Grenze zu Kambodscha und Laos vor. Die besten vietnamesischen Peridote kommen nicht, wie meist angegeben, aus Luc Yen, sondern aus den Basalten von Ham Rong und Bien Ho in der Provinz Gia Lai. Die Peridote treten als schleifwürdige semitransparente Kristalle in Lherzolithen als Xenolithe in Lavaströmen auf. Die Peridotkristalle können bis 4x4 cm groß werden. Die Peridote werden in alluvialen Lagerstätten gefunden, in welchen die lokalen Edelsteinschürfer in bis zu 5 m tiefen Schächten die Kiese waschen (ähnlich wie die Edelsteine im Illam von Sri Lanka).

Ein weiteres, nicht näher bekanntes Vorkommen von Peridotitxenolithen ist das Ultramafit-Massiv Suôi Cun im Cao Bang Distrikt, Cao Bang Provinz.


Peridotitxenolithe

Durch vulkanische Eruptionen werden nicht selten Fragmente des oberen Erdmantels als Xenolithe an die Erdoberfläche transportiert. Dies ist unaufgeschmolzenes Material aus dem Erdmantel in ca. 60 km Tiefe, d.h. peridotitische Gesteine wie Dunite oder Lherzolithe, Peridotitbruchstücke oder sogenannte "Olivinknollen" (Einschlüsse in Vulkaniten meist alkalibasaltischer Zusammensetzung) oder "Olivinbomben" (Auswürflinge), welches vom flüssigen Magma mit an die Erdoberfläche gerissen und in Lockergestein abgelagert wurde. Die Olivinbomben bestehen überwiegend aus Olivin der Olivingruppe von Forsterit bis Fayalith und enthalten meist bestimmte Mengen an Pyroxenen und paragenetischen Mineralien wie Magnetit, Ilmenit, Spinell, Granat, und Ludwigit, sind also in sensu stricto Peridotitxenolithe.


Meerfelder Maar
Meerfelder Maar

Manderscheid, Eifel, Rheinland-Pfalz. 4/83

Doc Diether
Ettringer Bellerberg
Ettringer Bellerberg

Mayen, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland; Aufnahme: 2004

Frank de Wit

Deutschland

Die Landschaft der Vulkaneifel wird durch Vulkankomplexe in Form von Schlackenkegeln und von den Maaren, welche vulkanische Sprengtrichter sind, geprägt. Sehr gut ausgebildeter Forsterit in mm-großen Kristallen wurde in den verschiedensten Vulkankomplexen gefunden; berühmt sind aber auch die sogenannten "Olivinknollen- oder Olivinomben", d.h. peridotitische Xenolithe (Dunit bis Lherzolith), welche fast vollständig aus Olivin bestehen, wobei es nicht geklärt ist, ob es sich hier um Material des Erdmantels handelt, oder ob dieses auf magmatische Differentiation zurückgeht. Um die Herkunft des Materials ist die wissenschaftliche Diskussion immer noch im Gange.


Peridotitxenolith
Peridotitxenolith

Olivinbombe (Lherzolith) vom Dreiser Weiher, Eifel;
Foto: Woudloper

Unbekannter Autor
Emmelberg
Emmelberg

Emmelberg bei Üdersdorf, Eifel

Frank de Wit

Der Dreiser Weiher bei Daun ist ein wannenförmiges, bis zu 1.360 Meter langes und 1.160 Meter breites Maar in der Eifel. Es ist das zweitgrößte Eifelmaar. Das an einem Hang gelegene Trockenmaar gehört zu den Quartärvulkanen der Westeifel und ist von einem zwischen 36 und 120 m hohen Wall umgeben. In der Umgebung kommen ultrabasische Auswürflinge, so genannte Olivinbomben, in Lapilli-Tuffen mit verschiedenen Typen von Xenolithen vor, darunter die Peridotite Dunit, Lherzolith, Pyroxenit, Hornblendit, aber auch Glimmerschiefer, Metasomatite und Carbonatite. Es wurden auch klare Forsteritkristalle in den Tuffen identifiziert. Aufgrund der vielen, zumeist selten vorkommenden Minerale und Gesteine erlangte der Dreiser Weiher schon früh wissenschaftliche Berühmtheit.


Forsterit
Forsterit

Bildbreite: 1,5 mm; Fundort: Wannenköpfe, Ochtendung, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Fred Kruijen
Forsterit
Forsterit

Bildbreite: 3 mm; Fundort: Nickenicher Weinberg (Sattelberg), Nickenich, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Stephan Wolfsried
Forsterit
Forsterit

Bildbreite: 3 mm; Fundort: Emmelberg, Üdersdorf, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Stephan Wolfsried

Andere Vorkommen in Deutschland

Feuerberg - Rhön
Feuerberg - Rhön

Blick auf den Feuerberg(vorne) und Kreuzberg (hinten), bayrische Rhön, Unterfranken;
Foto: Mg-K. M. Klüber

Sebastian Henckel
Basaltsteinbruch Bramburg bei Adelebsen
Basaltsteinbruch Bramburg bei Adelebsen

Adelebsen ist ein Flecken in Niedersachsen, etwa 15 km westlich von Göttingen, Niedersachsen; Postkarte aus dem Jahr 1922;
Foto: Aug. Alten, Inh. Ad. Dahn, Hannover

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Rhön
Vor etwa 25 Millionen Jahren, im Oligozän, begann ein lang anhaltender Vulkanismus, welcher im geologischen Zusammenhang des geologischen Geschehens im Oberrheingrabens zu sehen ist. Zu Beginn wurden überwiegend effusive und intrusive Vulkanite gefördert, man stellt einen Übergang von anfänglich geförderten Basalten hin zu kieselsäurereichen Phonolithen fest. Der Vulkanismus dauerte bis zum ausgehenden Miozän (ca. vor 11 Ma). In den Olivinbasalten des Kreuzbergs, des Feuerbergs und der Wasserkuppe treten grünliche Xenolithe als Olivinknollen auf, welche vom Basaltmagma bei der Eruption durchschlagen worden sind. Diese nuss- bis kopfgroßen Knollen bestehen zumeist aus zusammengeballten Olivinkristallen


Basaltsteinbruch in der Vulkanregion Vogelsberg
Basaltsteinbruch in der Vulkanregion Vogelsberg

Basaltsteinbruch Oberwiddersheim in der nördlichen Wetterau, Hessen, Teil des Vogelsberg-Vulkanismus.

Bernd G
Olivin
Olivin

Aufgelassener Steinbruch am Feuerberg, bayrische Rhön. 7x7 cm

Peter Seroka

Nordhessische Senke und Niedersachsen
Vor 15 ca. Millionen Jahre gab es in Südniedersachsen und Nordhessen etwa 1000 aktive Vulkane; das Vulkangebiet erstreckte sich bis vor die Tore von Frankfurt, das Zentrum war der Vogelsberg. Die vulkanische Tätigkeit im Vogelsberg ist ebenso wie die des nördlich davon gelegenen, bis Adelebsen in Niedersachsen reichenden Nordhessischen Vulkangebiets mit der Bruchtektonik verbunden, die im Tertiär zur Entstehung der Niederhessischen Senke führte. Sie begann in Nordhessen vor etwa 20 Millionen Jahren im unteren Miozän, hatte ein Maximum vor etwa 12 bis 13 Millionen Jahren und erlosch vor etwa sieben Millionen Jahren im oberen Miozän. Das gesamte Gebiet war Teil eines ca. 700 Kilometer langen Vulkan-Bogens, der von Deutschland über Böhmen bis nach Polen reichte.


Olivin
Olivin

aus dem Steinbruch Bramburg bei Adelebsen, Niedersachsen, Deutschland, Bildbreite ca.5 cm

harzer
Olivin
Olivin

Olivin als Einschluss mit großen, klaren Partien im Basalt; Größe: ca. 6 cm; Fundort: Dreihausen, Ebsdorfergrund, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Hessen, Deutschland; Sonderausstellung der Siegener M...

Goldi85

Der nördlichste dieser Vulkane war der Bramburger Vulkan bei Adelebsen. Die Basaltvorkommen der Bramburg oberhalb von Lödingsen und Adelebsen, nahe Göttingen, wurden seit 1840 abgebaut. Neben Zeolithen kommen im Basalt auch Olivinknollen als Einschlüsse vor. Zu den vielen Basaltvorkommen westlich von Göttingen gehört auch der Backenberg, in dessen Basalt grünliche Olivin-Kristalle auftreten.

Weitere nennenswerte Vorkommen von kristallinem Olivin als Einschluss mit großen, klaren Partien in Basalt sind Dreihausen, Ebsdorfergrund, Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie der Westberg nördlich von Hofgeismar, an welchem bis Anfang der 60er Jahre in einem Steinbruch Basalt abgebaut wurde.


Totenkopf und Hohe Riffl
Totenkopf und Hohe Riffl

Der Totenkopf ist ein 3151 m hoher Berg in der Glocknergruppe in den Hohen Tauern im im österreichischen Bundesland Salzburg. Die Hohe Riffl ist 3338 m hoch und liegt zwischen Salzburg und Kärnten.

Klaus Robl

Österreich

Salzburg
Um 1918 löste sich vom Totenkopf ein riesiger Bergsturz, dessen Material auf dem flachen Gletscherausläufer des Rifflgletschers zu liegen kam. In der Blockmasse auf dem unteren Rifflkees befinden sich alle Gesteine des Totenkopfmassivs. Das Gestein besteht aus peridotreichen Serpentiniten, in denen bisher über 100 Mineralien nachgewiesen werden konnten; darunter bis faustgroße rhombendodekaedrische Magnetite sowie gelbe, oft säulige Apatite. Am bekanntesten sind die bis zu 10 cm großen, tw. wie Peridot schleifwürdigen grünen Olivine, die sonst im gesamten Alpenraum nicht in der hier vorgefundenen Qualität anzutreffen sind. Diese Olivine finden sich in Klüften der wahrscheinlich voralpidisch angehobenen Ultrabasiten. . Die oft in Chrysotilasbest umgewandelten Olivine enthalten eingewachsene Magnetite, Ilmenit, Scheelit, Apatit, Klinohumit, Covellin, Cuprit, Delafossit und Tenorit.


Peridot
Peridot

Peridot vom Totenkopf, Stubachtal, Hohe Tauern, Salzburg, Österreich.

Patrick Reith, Archiv Lapis
Olivin
Olivin

Totenkopf, Stubachtal, Hohe Tauern, Salzburg, Österreich. 9,8 x 6,8 cm

Rob Lavinsky

Vulkane im Steirischen Vulkanland
Die Vulkane im Südosten der Steiermark sind Zeugen des Aufeinanderpralles der afrikanischen und der eurasischen Platten vor 18 (Miozän) bis vor 1,8 (Pliozän) Ma. Dem jüngeren (pliozänen) Vulkanismus gehören rund 40 Vulkanschlote in der Südoststeiermark an. Drei größere Lavaergüsse ließen das Klöcher Massiv vor 2,6 Mill. Jahren, den Stradener Kogel vor 1,71 Millionen Jahren und den Steinberg von Mühldorf vor 2,64 Mill. Jahre entstehen. In einigen Tuffen dieser Vulkane finden sich Olivinbomben als Xenolithe aus ca. 60 km Tiefe; so im Tuffgebiet des Kuruzzenkogels bei Fehring, in Kapfenstein und rund um Feldbach in Unterweissenbach.
In den Tuffen eingeschlossen ist eine edle Kostbarkeit aus großer Tiefe. Die Olivinbombe ist zu finden. Olivine sind Repräsentanten der Gesteinszusammensetzung aus einer Tiefe von 60 km. Die wohl bekanntesten Vorkommen sind der Kuruzzenkogel, welcher für seine Basalttuffe mit großen Hornblenden und seine großen Olivinbomben bekannt ist, sowie der Vulkan von Kapfenstein, einem pliozänen phreatomagmatischem Vulkan (Magma-Wasser-Kontakt mit gewaltigen Eruptionen).


Vulkan Banya de Boc, Girona - Spanien
Vulkan Banya de Boc, Girona - Spanien

Ansicht des für seine Olivinbomben bekannten Vulkans Banya de Boc, nahe des Dorfes San Marti de Lllemena, Provinz Girona, Spanien.

David Soler
Vulkan La Garrinada - Garrotxa
Vulkan La Garrinada - Garrotxa

La Garrinada bei Olot, Provinz Girona, Katalonien, Spanien;
Foto: Puigalder

Sebastian Henckel

Banya de Boc in Spanien

Das auf der Iberischen Halbinsel bekannteste Olivinvorkommen ist der Vulkan Banya de Boc bei San Marti de Llémena, Gemarkung Gironés in der Provinz Girona, Region Katalonien in Spanien. Er ist Teil der Vulkanregion Garrotxa. Der Vulkan entstand (wie alle anderen Vulkane der Garrotxa) im Quartär durch abwechselnd strombolianische und phreatomagmatische Eruptionen mit Auswurf gewaltiger Tuffmengen und Bildung von Maaren. Die dominierenden Gesteine sind Basalte. In den Tuffen finden sich reichlich peridotitische Xenolithe als Olivinknollen bis Kopfgröße sowie Spinell, Chromdiopsid und Hypersthen.


Vulkan Banya de Boc, Girona - Spanien
Vulkan Banya de Boc, Girona - Spanien

Tuffe am Vulkan Banya de Boc, nahe des Dorfes San Marti de Lllemena, Provinz Girona, Spanien, Vorkommen schöner Olivinknollen.

David Soler
Olivin
Olivin

Vulkan Puig de la Banya de Bóc, Llorá, Girona, Katalonien, Spanien; Größe: 60 x 85 mm

Collector

Ein weiteres Vorkommen von bis zu 10 cm großen Olivinbomben im o.a. Vulkankomplex der Garrotxa, nahe der Stadt Olot ist der Vulkan La Garrinada. Kleinere Olivinknollen kommen auch in den miozänen Basalten des Vulkans Sant Corneli bei Fogars de Tordera in der Maresme, Provinz Barcelona vor.


Lanzarote - Montaña Colorada
Lanzarote - Montaña Colorada

Der rote Vulkan - Fundstelle schöner Olivine

Peter Seroka
Lanzarote - Lavafeld
Lanzarote - Lavafeld

Lava, so weit das Auge reicht. NE von Timanfaya, Fundgebiet schöner Olivinbomben.

Peter Seroka

Lanzarote

Montaña Colorada
Der Vulkan Montaña Colorado (Caldera Colorado) befindet sich zwischen Tiguaton und Masdache (LZ 30) östlich der Verbindungstraße, die von der LZ 30 nach Tiguaton führt . Die Fundstellen für Olivin befinden sich unmittelbar am Parkplatz und am Westhang des Montaña Colorado. Neben den äußerst häufig vorkommenden Olivintholeiten mit zahlreichen peridotischen Einschlüssen der Ausbruchsphase von 1736 in Form bis kopfgroßer Olivinbomben, sehr selten mit klaren Körnern, findet man vereinzelt Forsteritknollen (selten) und winzige Magnetiteinschlüsse innerhalb der Olivinbomben. In den Basalten kann man auch Fremdgesteinseinschlüsse und Kascholong finden. Begehrte Sammelstücke sind auch dunkelrost- bis blutrote Knollen mit tw. irisierendem (oxidiertem) Olivin.

Salinas de Janubio
Im Südwesten der Insel liegen die mittlerweile aufgelassenen Salinas del Janubio. Hier wurde das salzhaltige Meerwasser über einen am nördlichen Rand der Bucht verlaufenden Hauptkanal in die obersten Becken geleitet und durch ein enges Netz sich vielfach verzweigender und kreuzender kleinerer Kanäle auf zahlreiche weitere Bassins verteilt. Oberhalb der Salinen gibt es das wohl beste Fundgebiet für Olivinbomben bis über einen halben Meter Durchmesser. Olivin ist zwar in Lanzarote sehr verbreitet, aber die wohl schönsten Olivinknollen der Insel lassen sich am nördlichen Rande der Salinen zwischen dem Meerwasserkanal und der nach Los Hervideros und El Golfo führenden Straße finden. Innerhalb kurzer Zeit kann man hier große Mengen von "Olivinbomben" einsammeln, teils noch im Lavaverbund, teils lose liegend. Bomben mit bis zu 50 cm Durchmesser können dabei ebenso gefunden werden wie große (und schwere!) Museumsstufen aus mehreren eng beieinander liegenden Einzelbomben mit leuchtend grünem Olivin.

Daneben kommen ebenfalls oxydierte rotbraunglänzende Olivine vor und schließlich finden sich als mineralogische Rarität fast weiße Bomben, die mineralogisch aus reinem Forsterit bestehen. Weiter unten zu den Salinenbecken hin lassen sich auch Stufen aus Olivin bergen, auf denen Gipskristalle aufgewachsen sind - eine sicherlich nicht alltägliche Paragenese. Insgesamt gesehen stellt dieses Gebiet eines der mineralogisch interessantesten Exkursionsziele auf der Insel dar, an dem auch heute noch prächtige Stufen der hier vorkommenden Minerale gefunden werden können.


Forsterit in andesitischer Lava
Forsterit in andesitischer Lava

Montana Tremesana, Timanfaya, Lanzarote, Kanaren. 8,5 x 14 cm

Collector
Roter Olivin
Roter Olivin

Montana Colorada, Lanzarote. 8,5 x 14 cm

Peter Seroka
Olivin
Olivin

Montana Colorada, Lanzarote. 7x9 cm

Peter Seroka

Hawaii

Puu Mahana Strand auf Hawaii - Olivinsand
Puu Mahana Strand auf Hawaii - Olivinsand

Puu Mahana - Strand, Insel Hawaii (Big Island), Hawaii.

USGS Public Domain

Durch die mechanische Verwitterung olivinreicher Gesteine werden Olivinpartikel freigesetzt, welche in Gebieten mit praktisch nicht oder wenig existierender chemischer Verwitterung zu grünen oder schwarzgrünen Sanden akkumulieren. Diese sehr seltenen reinen Olivinsande (green sand) findet man weltweit nur an den Stränden Diamond Head auf der Insel Oahu und South Point, ein Ausläufer des Puu Mahana Vulkankegels auf der Insel Hawaii (Big Island).


Olivinsand - Puu Mahana, Hawaii
Olivinsand - Puu Mahana, Hawaii

Feinststalliner Olivin in Lava (green sand).
Big Island, Hawaii
Foto: Mila Zincova

Sebastian Henckel
Olivinsand
Olivinsand

Puu Mahana - Strand, Hawaii

James St. John
Mauna Loa
Mauna Loa

Schildvulkan Mauna Loa, Big Island, Hawaii;
Foto: Paul Kimberley

Smithsonian Institute Public Domain

Vulkanregion Glasshouse Range in Australien
Vulkanregion Glasshouse Range in Australien

Mt. Ngungun, Glasshouse Range, Queensland; Beispiel für den Vulkanismus in Australien;
Foto: Ant75

Public Domain
Olivin - Australien
Olivin - Australien

Olivinbombe (Spinell-Lherzolith); ein neoproterozoischer Mantelxenolith in Basalt vom Mt. Leura, Victoria, Australia; ausgebrochen im Pleistozän vor 22.000 Jahren.

James St. John

Australien

Victoria


Der Mount Leura ist ein 313 m hoher inaktiver vulkanischer Schlackekegel innerhalb eines größeren vulkanischen Komplexes SE der Stadt Camperdown in Western Victoria, 194 km SW von Melbourne. Sein letzter Ausbruch war for 5-20.000 Jahren. Zusammen mit dem nahen Mount Sugarloaf wird das Gebiet als Leura-Maar bezeichnet. Die Tuffe und Schlacken dieser Vulkane wurde in mehreren, heute aufgelassenen Steinbrüchen abgebaut. In den Tuffen traten Olivinbomben als Xenolithe aus dem Erdmantel auf.

Mortlake ist die Olivinhauptstadt von Victoria und liegt ca. 150 km W von Geelong entlang des Hamilton Highways. Die meisten Olivinbomben werden in den Schlackekiesen und Tuffen des Schlacke-Steinbruchs am Mt. Shadwell gefunden. Neben den gewöhnlichen grünen Olivinen kommen seltener auch schleifwürdige Peridote vor.

Queensland


Peridote von schleifwürdiger, d.h. Edelsteinqualität, kommen in cenozoischen Basalten im Chudleigh Park, ca. 155 km N von Hughenden, Flinders Shire, in Queensland vor. Die Steine wurden bereits in den 1920er Jahren abgebaut.


Erebus
Erebus

Antarktis;
Foto: Nick Powell

USGS Public Domain
Olivin - Antarktis
Olivin - Antarktis

Olivinbombe vom Mt. Erebus, Ross Island, Antarktis.
Größe 14 cm; Foto: Hannes Grobe

CC-BY-SA Creative Commons V.2.5 generisch

Erebus in der Antarktis

Der Mount Erebus auf der Ross-Halbinsel in der Antarktis entstand vor 1,3 Millionen Jahren. Er 3.794 m hoch und der südlichste aktive Vulkan der Erde. Die stark untersättigten Laven reichen von Basaniten zu Anorthoklas Phonolith und werden als Erebus Lineage bezeichnet. Die Laven sind porphyritisch mit Olivin, Klinopyroxen, opaken Oxiden, Feldspat und Apatit. Olivin tritt in Form peridotitischer Xenolithe auf.


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