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Pyromorphit
Pyromorphit

von der Grube Rosenberg Emser Gangzug, Bad Ems

Rob Lavinsky

Pyromorphit

Englisch: Pyromorphite; Französisch: Pyromorphite; Spanisch: Piromorfita



Geschichte

Pyromorphit
Pyromorphit

Eine der ältesten Darstellungen einer Braunbleierz-Stufe aus Zschopau in Sachsen aus der Mineraliensammlung von Johann Richter (1689-1751) (deutscher Banker aus Leipzig), Quelle: Hebenstreit, 174...

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Pyromorphit war, bevor er seinen Namen erhielt, schon seit Jahrhunderten als Grün-, Braun-, Buntbleierz oder Polychrom bekannt. Sehr gute Stufen aus Freiberg, Clausthal, Dornbach und Pribram schmückten die damaligen Mineralienkabinette von Johann Richter, Karl Pabst von Ohain, Christian Ludwig Stieglitz, Caroline Louise von Baden, Johann Wolfgang von Goethe, Abraham Gottlob Werner, Ignaz von Born, Sigmund Zois und anderen prominenten Sammlern des 18. bis frühen 19. Jahrhunderts. Die erste chemische Analyse unternahm M.H. Klaproth im Jahr 1784; der Name Pyromorphit, aus dem griechischen "Pyros" für Feuer und "Morphos" für Gestalt, wurde von J.F.L. Hausmann 1813 vergeben. Der Grund für diese eigenartige Wortkombination war, dass, wenn man Pyromorphit vor dem Lötrohr zu kleinen Kügelchen schmilzt, diese dann beim Abkühlen eine kristalline Form (Polyeder) annehmen.

Pyromorphit, sofern er nicht in abbauwürdigen Mengen auftrat, war niemals ein primäres Bleierz, dürfte jedoch ein unübersehbarer Begleiter in zahlreichen frühzeitlichen Erzgängen im Erzgebirge, Harz und im Schwarzwald gewesen sein. Die historische Heilige-Dreifaltigkeits-Fundgrube in Zschopau, südöstlich der Stadt Chemnitz im Erzgebirge, dürfte weltweit die einzige Grube sein, in welcher Pyromorphit bergmännisch für Sammlerzwecke gefördert wurde. Im Jahr 1808 wurden von einem Bergmann im Auftrag der damaligen Mineralienniederlage Freiberg in alten Abbauen Grünbleierz-Stufen gebrochen (zu dieser Zeit war der Name Pyromorphit noch nicht festgelegt). Zwischen 1834 und 1835, lange nachdem der Bergbau auf Bleierz eingestellt war, wurden größere Mengen von Pyromorphitstufen im Maßner-Schacht von dem Eigenlöhner und Mineralienhändler A.F. Müller aus Marienberg gewonnen und zu äußerst billigem Preis an die o.a. Freiberger Mineralienniederlage verkauft. Da nach Abzug der Gewinnungskosten nicht einmal soviel Gewinn übrigblieb, dass davon der Zehnte hätte bezahlt werden können, gab Müller den Stufenabbau nach zwei Jahren Arbeit auf.

Bemerkenswert ist, dass bereits Müller die Pyromorphitstufen (meist auf Barytmatrix) mit Säure behandelte, um sie zu reinigen und zu verschönern.


Literatur zur Geschichte

  • Frenzel,A., 1874; Mineralogisches Lexicon für das Königreich Sachsen; Leipzig
  • Kutschke,D., Arnold,C., Leissring,B., Ullrich,B.,1990; Die Heilige Dreifaltigkeit Fundgrube bei Zschopau. Einige bergbaugeschichtliche Betrachtungen und mineralogische Untersuchungen. Fundgrube:4
  • Stopp,G.,1991; Die Heilige Dreifaltigkeits-Fundgrube Zschopau, ein klassischer Fundort von Pyromorphit. Lapis:5, 13-18

Charakteristika, Ausbildungsformen und Aggregate

Pyromorphit
Pyromorphit

Typische hexagonale Kristalle mit flachen Endflächen Bad Emser Gangzug

Fabre Minerals

Pyromorphit, (Pb5(PO4)3Cl, ist ein wasserfreies Phosphat der Apatit-Pyromorphit-Gruppe und bildet eine komplette Serie mit Mimetesit (und Vanadinit). Es gibt zahlreiche Mischformen zwischen und mit diesen beiden Mineralien. Seltener findet man auch Pyromorphit mit Cr2O3-Gehalt, welcher das Mineral stark rot oder orangerot färbt, hin und wieder auch V2O5.
Das Mineral kristallisiert hexagonal (Klasse 6/m-dipyramidal), hat die Härte 3,5-4, eine Dichte von 7,04-7,14 (welche bei calciumhaltigen Abarten bis auf 5,9 geht), weißen Strich, hat harz-diamantähnlichen Glanz und ist durchsichtig bis durchscheinend. Die Farbpalette erstreckt sich über dunkel-grasgrün, grün, gelb, gelb-orange, rötlich-orange, gelbbraun, braun, rötlichbraun, grau bis farblos. Das Mineral ist schwach pleochroitisch und kann unter LW und SW gelb oder orange fluoreszieren.

Pyromorphit kommt in kurz- bis langprismatischen Kristallen vor, kann radialstrahlige Aggregate oder verzweigte Gruppen bilden, ist jedoch gewöhnlich gerundet, globular, nierenförmig oder botryoidal. Flachtafelige Kristalle sind eher selten, Zwillinge auf {1122} sind sehr selten.
Kristalle sind häufig und haben oft die Form hexagonaler Prismen mit ebenen Basisflächen. Bekannt sind auch typische bauchige Fass- oder Tonnenformen ("Emser Tönnchen").


Typische Aggregate

Pyromorphit
Pyromorphit

Bauchig-fassförmige Kristalle (Tönnchen) Daoping, China

Fabre Minerals
kugeliger Pyromorphit
kugeliger Pyromorphit

Größe:8 x 4.5 x 4 cm; Fundort: Schauinsland, Freiburg, Schwarzwald, Deutschland

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Sehr spitznadelige, prismatische Kristalle St. Salvy, Tarn, Frankreich

JHM

Pseudomorphosen - Blaubleierz

Pyromorphit
Pyromorphit

Blaubleierz aus dem Kautenbachtal, nahe Bernkaster-Kues Mittelmosel (Hunsrückseite). Historische Stufe

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Blaubleierz aus dem Kautenbachtal, nahe Bernkastel-Kues Mittelmosel (Hunsrückseite). Historische Stufe

Rob Lavinsky

Als Blaubleierz wird eine Pseudomorphose von Galenit nach Pyromorphit bezeichnet. Das heißt, der zu Pyromorphit oxydierte Bleiglanz wurde in einer zweiten sulfidischen Vererzungsphase - eine sogenannte Rejuvenation - wiederum in Galenit unter perfekter Beibehaltung der Kristallgestalt umgewandelt. Gelegentlich lassen sich auf den Stufen kleine Reste von Pyromorphit als dünne Überzüge und Zwickelfüllungen nachweisen. Die bekanntesten Vorkommen dieser klassischen mineralogischen Pseudomorphosen, die bereits im 19. Jahrhundert hochbegehrt waren, liegen in Zschopau, Sachsen (s.o. > Geschichte), dem Kautenbachtal an der Mittelmosel (auch manchmal als Bernkastel-Kues angegeben) und Cornwall. Der Vollständigkeit halber wird in diesem Portrait Blaubleierz sowohl unter Pyromorphit als auch Galenit dokumentiert.
Weitere bekannte Pseudomorphosen von Pyromorphit nach Cerussit, sowie von Vanadinit, Vauquelinit, Wulfenit, Sphalerit, Chalcedon und Calcit nach Pyromorphit.


Literatur

  • Gergens,F., 1856; Über Pseudomorphosen der Blei-Grube von Kautenbach bei Berncastel, Mosel. N.Jhb.F.Min.,Geogn.,Geol. u. Petrefacenkunde, 135-139
  • Noeggerath,J.J., 1846; Pseudomorphosen Bleiglanz nach Pyromorphit gebildet, von Berncastel an der Mosel; N.Jhb.f.Min., Geogn., Geol. und Petrefactenkunde, 163-170

Varietäten und Synonyme

  • Bleiapatit
  • Braunbleierz (historisch)
  • Bryoid
  • Buntbleierz (historisch)
  • Ca-haltiger Pyromorphit (Varietät (Pb,Ca)5(PO4)3Cl)
  • Calcian Pyromorphit (Ca-haltiger Pyromorphit)


Synonym mit Phosphohedyphan

  • Cherokin (aus dem Cherokee County, Georgia, USA)
  • Germanat-Pyromorphit (künstliches Analogon zu Pyromorphit)
  • Miesit (Ca-haltiger Pyromorphit aus Mies in Böhmen)
  • Muscoid
  • Nussierit (Varietät aus Nuzière, Chenelette, nahe Beaujieu, Rhone, Frankreich)
  • Oxypyromorphit (Pb10(PO4)6O)
  • Phosphorblei
  • Phosphorbleispat
  • Pseudokamplit
  • Polychrom (historisch)
  • Polysphärit (Ca-haltiger Pyromorphit, wegen der rundlichen Form)
  • Sexangulit

Vorkommen, Paragenesen und Lagerstätten

Pyromorphit ist ein Sekundärmineral in den oxidierten Zonen von (meist) sulfidischen Blei- oder Blei-Zink-Lagerstätten (als endogenes Mineral wird es bei einigen bei niedriger Temperatur entstandenen gangförmigen Lagerstätten erwähnt, welche sich nahe an der Oberfläche gebildet haben). Das Mineral kommt oft in Form von Drusen kleiner Kristalle oder kristalliner Krusten in Auslaugungshohlräumen vor. Die Phosphorsäure stammt aus den Oberflächenwässern, die in der Oxidationszone auf die Bleiminerale einwirken.
Selten als vulkanisches Sublimat.


Bekannteste Fundorte

Von den insgesamt bei mindat.org aufgeführten 991 Fundstellen sind nachstehend nur diejenigen aufgeführt, welche durch ausgezeichnete Kristalle bekannt wurden.

Argentinien
Mina Venus, El Guaico Distr., Córdoba (Pb-Zn-Lagerstätte)

Australien
Broken Hill, New South Wales
Rum Jungle, Alligator Rivers, Northern Territory
Cloncurry, Mt. Isa, Queensland
Comet Mine, Dundas, Tasmania

Bulgarien
Madhzarovo, Khaskovo Oblast, Rhodopen
Pcheloyad-Grube, Kavdzali Oblast, Rhodopen

Canada
Society Girl Mine, Moyie, British Columbia

China
Daoping, Gongcheng, Guilin, Guanxi (Weltklasse-Pyromorphite) mit phantastischer Farbe und großen Kristallen

Deutschland
Ahrtal, Eifel : Aus einer nicht näher bezeichneten Grube im Ahrtal wurden in den letzten Jahren sehr große - bis 8 cm ! - große Pyromorphit xx gefunden, die aber eine minder attraktive, gelbgraue Farbe aufweisen
Bad Ems, Lahn (ausführliche Beschreibung s.u.)
Badenweiler
Breitenbenden, Mechernich : Im Ortsbereich Breitenbenden sowie oberhalb in einer alten Sandgrube am Römerkanal treten nette, grasgrüne, nadelige Pyromorphit xx auf Klüften im Sandstein auf.
Grube Clemenslust, Siebengebirge : Die Grube und deren Halden lieferten bis in die 1980er Jahre hinein gute, bis 2 cm große, sattgrüne und gelbe Pyromorphit xx
Clausthal, Harz
Holzappel, Rhein-Lahn-Kreis
Freiberg, Sachsen
Johanngeorgenstadt, Sachsen (historisch)
Kransberg, Grube Jeanette (Taunus)
Mechernich : Insbesondere im Bereich der Teillagerstätte Gute Hoffnung wurden sehr gute, sattgrüne Pyromorphitstufen gefunden, die an Qualität nur wenig hinter den Bad Emser Funden zurückstehen
Ramsbeck, Meschede, Sauerland (Beschreibung s.u.)
Schauinsland, Schwarzwald (Beschreibung s.u.)
St. Andreasberg, Samson
Tanzfleck, Freihung, Grafenwöhr, Oberpfalz

England
Cumbria, Caldbeck Fells (Roughton Gill, Drygill, Driggith Mine, Mexico Mine)
Leadhills, Schottland
Penberthy Crofts, Crnwall (As-haltig)
Wheal Alfred, Phillack, Cornwall (sehr gute Kristalle)
Wheal Hope, Corwall (Blaubleierz)

Frankreich
Les Farges (Mine), Ussel, Corrèze (die berühmtesten französischen Kristalle)
Poullaouen, Finistère, Bretagne
La-Croix-aux-Mines, Vosges (Elsaß,historisch)
Asprières-Saint Martin de Bouillac, Aveyron
Saint-Salvy-de-la-Balme, Tarn

Italien
Sardinien, Sarrabus, Montevecchio und Monteponi

Kasachstan
Kyzyl-Espe

Mexiko
Erupción-Ahumada Mine, San Juan Guazapares, Chihuahua
Ojuela Mine, Mapimi
San Francisco Mine, Cerro Prieto, Sonora

Russland
Beresowsk, nahe Ekaterinburg, Ural (Golderzlagerstätte, zusammen mit Krokoit)
Silka und Serentujev, Cita (ehemals Transbaikal, mit As2O5-Beimengungen)

Sambia
Broken Hill, Kabwe : Relativ wenig bekannt, lieferte diese Lagerstätte noch kurz vor der Stillegung 1996 / 97 ganz hervorragende Aggregate gelbbrauner, bis 6 cm langer Pyromorphit xx

Spanien
El Horcajo, Ciudad Real (Beschreibung s.u.)
San Andrés, Córdoba (Beschreibung s.u.)
Santa Eufemia, Córdoba (Beschreibung s.u.)

Tschechien
Pribram, Grube Segen Gottes

USA
Bunker Hill u. andere Gruben bei Kellog, Coeur d'Alene, Shoshone County
(Amerika's berühmteste Pyromprohite in großen Kristallen)
Wheatley Mines, Phoenixville, Chester County, Pennsylvania (As-Pyromorphit)


Deutschland


Pyromorphit
Pyromorphit

Pyromorphit auf Limonit Grube Friedrichssegen, Bad Emser Gangzug

Michael Berghäuser (michael berghäuser)
Pyromorphit
Pyromorphit

Grube Friedrichssegen, Bad Emser Gangzug

Peter Haas
Pyromorphit
Pyromorphit

Fundort: Tanzfleck, Freihung, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

berthold
Pyromorphit
Pyromorphit

Bad Ems, ohne nähere Grubenbezeichnung

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Grube Merkur, Bad Emser Gangzug

Rob Lavinsky

Bad Ems (Bad Emser Revier, bzw. Bad Emser Gangzug)

Der Bad Emser Silber- und Bleibergbau ist seit römischer Zeit bekannt; eine erste urkundliche Erwähnung des Bergbaus stammt aus dem Jahr 1158. Der Abbau (anfangs im Tagebau) wurde mit Unterbrechungen bis ins 18. Jh. durchgeführt, wobei man zum Untertageabbau überging. Höhepunkt des Erzbergbaus war das 19. und 20. Jh. (1871 Emser Blei- und Silberwerk AG; 1909 Stolberger Zink AG bis 1945). Der Bergbau wurde nach dem 2. Weltkrieg eingestellt, bis 1959 wurden jedoch noch in Silberau Haldenbestände aufbereitet (bekannt unter dem Namen Mercur, zu welchem die Einzelgruben Malberg, Bergmannstrost (Lindenbach), Neuhoffnung, Fahnenberg, Pfingstwiese gehören). Zum Unternehmen gehörten auch die Arzbacher Grube Silberkaute und die Braubacher Grube Rosenberg.
Von der Grube Pfingstwiese kamen ursprünglich die begehrten "Emser Tönnchen".


Grube Friedrichssegen

Die Grube Friedrichssegen im Erzbachtal, östlich des Bad Emser Stadtteils Friedrichssegen (Altbergbau seit ca. 1220, erstmals als Friedrichssegen 1850 erwähnt; aufgelassen 1900, wiederholte Abbauversuche und Haldenaufbereitung 1952-1957) wurde weltweit berühmt für ausgezeichnet ausgebildete, bis 3 cm große braune und grüne Pyromorphite (auch als "Emser Tönnchen" bekannt). Im Jahr 1867 wurde ein 10x10x2m großer Hohlraum angefahren, welcher über und über mit Pyromorphitkristallen ausgekleidet war. Aus diesem Hohlraum stammen bis zu 50kg schwere Stufen. Die alten, in Privatbesitz befindlichen Halden bieten auch heute noch Fundmöglichkeiten.

Pyromorphite aus dem Bad Emser Revier gehören zu den weltweit schönsten und gesuchtesten.


Schauinsland (Schwarzwald)

Das seit dem 12. Jh. bestehende Silber-, Blei- und Zink-Grubengebäude des Schauinsland (mit 100 km Länge, verteilt auf 22 Sohlen) ist das größte Bergwerk des Schwarzwalds. Innerhalb einer reichen Mineralparagenese wurden auch gut ausgebildete Pyromorphite geborgen.


Ramsbeck (Sauerland)

Aus den Gruben Alexander, Bastenberg und Dörnberg stammen ausgezeichnete grüne Pyromorphitkristalle bis 2cm; die besten Stufen stammen aus der Grube Dörnberg, wo etwa um 1995 bis zu 20cm große Stufen geborgen wurden.


Freihung / Tanzfleck (Grafenwöhr/Oberpfalz)

Die Bleierzlagerstätte von Freihung gilt als größtes bayerisches Bleivorkommen. Zwar ruht der Bergbau schon über ein halbes Jahrhundert, die kaum überwachsenen weitläufigen Halden der Grube "Vesuv" zeugen von den Erzen auf die über 500 Jahre lang mehr oder weniger intensiv Bergbau betrieben wurde.


Pyromorphit
Pyromorphit

Bad Emser Revier, ohne Grubenangabe

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Historische Stufe aus der ehemaligen Sammlung des Erzherzogs Stefan von Österreich (1817-1867) Ex Sammlung F. Rumpf (1889), ex Smmlg. Humboldt-Univ. Bad Ems, ohne Grubenangabe; Kristalle 4cm

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Grube Friedrichssegen, Bad Emser Gangzug

Michael Berghäuser (michael berghäuser)
Pyromorphit
Pyromorphit

Pyromorphit von Bad Emser Revier, ohne Grubenangabe

Michael Berghäuser (michael berghäuser)
Pyromorphit
Pyromorphit

Grube Friedrichssegen

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Kugelige Aggregate; alte Stufe aus Bad Ems Ehem. Sammlg.: Gary Hansen, C. Sundt

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Pyromorphit aus dem Scharzwald, ohne nähere Fundortangabe

Dan Weinrich
Pyromorphit
Pyromorphit

Hofgrund, Schauinsland, Schwarzwald Ehem. Sammlung der Sorbonne (Coll. Jurin)

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Grube Dörnberg, Ramsbeck, Meschede, Sauerland

Peter Haas

Literatur zur Fundstelle

  • Greim,G.H., 1895; Die Mineralien des Großherzogtums Hessen. Gießen.
  • Pawlowski,D., 1991; Mineralfundstellen im Sauerland. Weise-Verlag, München
  • Schnorrer-Köhler,G.,1985; Ramsbeck-Bergbau, Geologie und Mineralbeschreibung. Aufschluss:36, 217-235
  • Walenta,K., 1993; Die Mineralien des Schwarzwaldes und ihre Fundstellen. Weise-Verlag, München
  • Werner,W., Dennert,V., 2003; Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald; Landesbergamt Freiburg

Spanien

Pyromorphit
Pyromorphit

El Horcajo, Ciudad Real

Carlos Pareja
Pyromorphit
Pyromorphit

San Andrés, Cordoba

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

El Horcajo, Ciudad Real

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Santa Eufemia, Cordoba

Carlos Pareja


El Horcajo, Ciudad Real

Die Lagerstätte El Horcajo liegt südlich der Kreisstadt Almodovar del Campo, zwischen den Sierras (-Gebirgen) El Nacedero und Madrona im Valcudia-Tal. Seit 1858 Untertage-Abbau von silberhaltigem Galenit in sechs Gängen mit einer max. Teufe von 600 m. Höhepunkt der Produktion gegen Ende der 1890er Jahren, Ende des Abbaus 1911, erneuter Bergbau von 1955-1961. Im Jahr 1910 beschrieb der berühmteste spanische Mineraloge Calderon das sehr reiche Vorkommen der schönsten spanischen Pyromorphite aus den Gruben von Horcajo. Die Pyromorphite gehören aufgrund ihrer Formenvielfalt zu den interessantesten der Welt, bis 1916 wurden bereits 28 verschiedene beschrieben (Im Vergleich Fiedrichssegen mit "nur" 4-5 Formen). Im Hauptgestein Quarzit kommt neben Pyromorphit eine umfangreiche Phosphat-Paragenese vor, tw. mit sehr gut ausgebildeten Dufrenit, Kakoxen, Strengit und Türkis; auch gute Anglesit- und Cerussitkristalle.


„Minas Viejas“, Santa Eufemia, Còrdoba

Die "Minas Viejas" (alte Gruben) sind ein Grubenkomplex ca. 5 km N des Ortes Santa Eufemia in der Provinz Córdoba, in welcher der Abbau von silberhaltigem Galenit schon seit römischer Zeit bekannt ist. Hydrothemale Pb-Ag-Lagerstätte in sedimentären Gesteinen. Die drei Gänge haben eine Gesamtlänge von 1.600m mit einer max. Teufe von 146 m und einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 4,5 m. Abbau von 1840 bis 1895. Im Jahr 1995 wurde von Sammlern in der Konzession "Resuperferolitica" ein Vorkommen von Pyromorphitkristallen entdeckt, welche die Wand eines Ganges sehr reich bedeckten.


Mina San Andrés, Córdoba

Die wenig bekannte Bleigrube Mina San Adrés liegt auf einem Privatgrundstück nahe des Stausees Puente Nuevo im Gebiet von Villaviciosa de Córdoba-Espiel. Über die aktive Abbauperiode in den beiden Gängen ist wenig bekannt (wahrscheinlich Ende der 1890er Jahre). Aus den Geoden "Victoria" (Realcar) und El Tunel stammen größere Mengen ausgezeichneter Pyromorphite, welche seit den 1980er Jahren mit großem Risiko von spanischen Sammlern geborgen wurden. Die Pyromorphite, meist auf Baryt, sind gelblich-grün und hochglänzend, erreichen jedoch nicht die Qualität derer von El Horcajo. Aufgrund der Einsturzgefahr ist die Suche in den alten Grubengebäuden lebensgefährlich.


Pyromorphit
Pyromorphit

San Andrés, Córdoba

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Santa Eufemia, Córdoba

Carlos Pareja
Pyromorphit
Pyromorphit

Santa Eufemia, Córdoba

Carlos Pareja
Pyromorphit
Pyromorphit

Santa Eufemia, Córdoba

Carlos Pareja
Pyromorphit
Pyromorphit

San Andres, Córdoba; 1,8 x 2 cm

Carlos Pareja
Pyromorphit
Pyromorphit

El Horcajo, Ciudad Real; 1 x 1,7 cm

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

San Andrés, Córdoba Ex Sammlung Martin Oliete, Fund um 1984

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

El Horcajo, Ciudad Real; 5,9 x 4,6 cm

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

El Horcajo, Ciudad Real

Rob Lavinsky

Literatur zur Fundstelle

  • Boletin Oficial de la Provincia de Córdoba; 1866; Solicitud de Francisco Lobo de un titulo minero "Resuperferolitica" en la localidad de Santa Eufemia
  • Bueno,A., Garcia,G., Palero,F.J., 2002; Santa Eufemia: Las Minas Viejas. Bocamina:9, 12-21
  • Caballero,A., Doval,M., Martin Pozas,J.M., 1973; Estudio mineralógico de la piromorfita de Horcajo (Ciudad Real). Bol.Geol. y Min.: TLXXXIV, 504-515
  • Calderon,S., 1910; Los minerales de Espana
  • Pareja.C., 1998; Piromorfita Mina San Andrés, Córdoba. http:/www.pareja-minerales.com/mina.htm
  • Sainz de Baranda,B., Palero,F.J., Garcia,G., 2004; El Horcajo: Las Piromorfitas más famosas el mundo; Bocamina:13, 32-67

Frankreich

Pyromorphit
Pyromorphit

Chaillak, Indre

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges

Rob Lavinsky


Les Farges

Die Grube Les Farges nahe Ussel (Dept. Corrèze im Massif Central) war schon in gallo-romanischer Zeit als Silbervorkommen (Ag-haltiger Galenit) bekannt, wurde jedoch aktiv zwischen 1975 bis 1981 abgebaut. Schon seit Beginn der Förderung, besonders aber in den Jahren 1976-1979, entdeckte man hervorragenden Pyromorphit mit lebhaft grüner Farbe. Es wurden große Mengen an phantastischen Stufen abgebaut, welche sich heute in jeder größeren oder bedeutenden Sammlung befinden. Die Bedeutung als Weltklasse-Fundort für Pyromorphite geriet durch neuere spektakuläre Funde in China und den USA in den Hintergrund. Aus Les Farges stammen ebenfalls sehr schöne lebhaft orangefarbene Wulfenite, die tw. auf grünem Pyromorphit aufsitzen und attraktive Stufen bilden sowie Arsen und Silber, Ag- und Fe-Sulfide, Sulfosalze und sekundäre Bleimineralien. Wesentliche Gangmineralien sind Baryt, Quarz, Fluorit und Calcit.

Die gangförmige Lagerstätte ist ein System aus brekzierten Baryt-Quarz-Sulfid und Baryt-Quarz-Fluoritgängen in einem der ältesten Granit-Batholithe des Zentralmassivs und wurde im Perm gebildet.

Der Name "Farges" kommt vom lateinischen "fabrica" und bedeutet hier sinngemäß Hütte (Silber-Bleihütte) oder Schmiede. In der gallo-romanischen Zeit wurde bis auf 10-12m wesentlich mehr auf Silber als auf Blei abgebaut. Aus unerfindlichen Gründen wurde die Lagerstätte nicht erkundet; bis zum Jahr 1963, als man einen Baryt-Quarz-Gang mit Galenit entdeckte. Zwischen 1971 bis 1973 wurde ein Probeschacht angelegt und ab 1975 begann der Abbau in einem Schacht von 150 m Teufe mit zwei Sohlen von zusammen ca. 1.000m Länge.


Poullaouen

In den Gruben von Huelgoat-Poullaouen (Chateaulin, Finistère, Bretagne) wurden gegen Ende des 18. Jh. ausgezeichnete Galenit- und Pyromorphitstufen geborgen, welche die Fundstelle bereits zur damaligen Zeit berühmt machten. Die Pyromorphite sind grün und braun. Manchmal traten auch Pseudomorphosen (Blaubleierz) auf, welche unter dem Namen "Sexangulit" bekannt wurden und deren bemerkenswerte Kristallformen von René Haüy in seinem 1801 erschienenen Werk "Minéralogie" beschrieben wurden. Die Lagerstätte Pouallouen wurde ebenfalls bekannt für gut ausgebildeten Cerussit, Anglesit, Bromargyrit, Chlorargyrit und als Typlokalität für Plumbogummit.


Saint Martin de Bouillac

Aveyron; Revier Asprières-Bouillac (Aveyron-Lot); Blei-Zinkerzlagerstätte, in welcher gut ausgebildete Pyromorphite vorkamen


Rossignol (Chaillac)

Die Lagerstätte Rossignol liegt bei Chaillac (Dept. Indre) in Form eines über 1.000m langen Ganges mit ca. 250m Mächtigkeit. Sie wurde berühmt für grasgrüne Pyromorphite auf Baryt sowie ausgezeichnete mehrfarbige, mit Pyrit überstäubte Fluorite


Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges

Ibrahim Jameel
Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges

Kevin Ward
Pyromorphit
Pyromorphit

Saint-Martin de Bouillac, Aveyron-Lot

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Pouallouen, Finistère, Bretagne

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Mine Les Farges Schwimmerkristall

Rob Lavinsky

Literatur zu den Fundstellen

  • Barriere,R., 2002; La mine de plomb des Farges, prés d' Ussel (Corrèze). Mineraux et Fossiles:308
  • Bayle,L.D.,(Hrsg.) 2000; Mine de Farges, Ussel, France. Le Règne Mineral:33
  • Chauris,L., Guigues,J., 1969; Gites mineraux de la France; Vol. I, Massif armoricain; Mem. B.R.G.M.
  • Chauris,L., 1977; Les associations paragenetiques dans la metallogenie varisque du massif armoricain; Mineralium Deposita:12, 353-371
  • Delporte,F., 2003; Un tour de France minéralogique; Catalogue de la 40ème expos.-bourse de minéraux; Sainte-Marie aux Mines

England


Pyromorphit
Pyromorphit

Roughtengill, Cumbria gefunden um 1840; Ex-Sammlg. David

Rob Lavinsky

Roughton Gill (Mexico Mine open-cut), Driggith und Dry Gill

Die wohl bekanntesten Pyromorphite Englands stammen aus dem Caldbeck-Fells-Bergbaurevier, welches ca. 12 km NNE von Keswick im NE des English Lake Districts liegt und von dem Granitberg Carrock Fell dominiert wird. Vor 1974 gehörten die "fells" zum County of Cumberland, wurden dann aber zusammen mit Westmorland und einem Teil von Lancashire zum aktuell gültigen Verwaltungsgebiet Cumbria verschmolzen. Die Caldbecks sind seit über 160 Jahren berühmt, wenngleich ihre Bergbaugeschichte bis ins 16. Jh. zurückgeht, als Königin Elizabeth I. deutsche Bergleute nach England holte, um dort Silber und Kupfer abzubauen.
Die Lagerstätten sind Gänge mit Pb-, Cu-, Zn-Führung, sowie reich an As- und Sb-haltigen Sulfiden und Sulfosalzen. Die Gänge liegen in einem Granitmassiv (Karbon).
Pyromorphit kommt zusammen mit Mimetesit (u.a. Var. Kampylit) in fast allen bleierzführenden Gängen vor und wurde in Roughton Gill, Driggith und Dry Gill als Erz abgebaut.
Die älteste bekannte Pyromorphitstufe stammt aus dem Jahr 1729 (Woodward-Sammlung), die meisten Sammlerstufen stammen jedoch aus dem 19. Jahrhundert und haben i.d.R. die Fundortangabe Caldbeck Fells.
Aus der Dry Gill Mine kamen arsenhaltige Pyromorphite, tw. als Überwachsungen auf Kampylit oder vergesellschaftet mit Plumbogummit vor. Von einer sehr reichen Pyromorphit-Zone wird aus der Mexico Mine berichtet, sehr gute Stufen wurden um 1850 gefunden.

Um 1978 fand der cornische Händler Richard Barstow ausgezeichnete gras- bis smaragdgrüne Pyromorphite im Roughton Gill-Süd-Schacht, welcher zur Mexico Mine gehört. Die Pyromorphite von Roughton Gill sind sowohl As-haltig als auch reine Endglieder, sind zwischen 10-25 mm groß und bilden meist botryoidale Aggregate oder tw. farbzonierte prismatische Kristalle.

Kristalle aus der Driggith Mine sind meist fassförmig und erreichen Längen bis über 10 cm. Viele Stufen wurden in den 1940er Jahren gesammelt. Die letzten nennenswerten Stufen wurden in den 50er Jahren von Halden geborgen.
Neben Pyromorphit wurden die Caldbecks auch für ausgezeichneten Plumbogummit, Mimetesit, Linarit und Hemimorphit bekannt, welche in Form schöner Stufen viele Sammlungen schmücken.


Cornwall

Die besten Pyromorphitkristalle Cornwalls wurden in der Grube Wheal Alfred bei Phillack gefunden, eine Kupfererz-Grube aus dem ersten Quartal des 19. Jh. (ca. 1823-1826). Eine hervorragende Stufe im British Museum of Natural History (BMNH) stammt aus dem Jahr 1826.
Von der Grube Wheal Hope bei Perranzabuloe kamen bis zu 8mm große prismatische Pseudokristalle der Pseudomorphose Galenit nach Pyromorphit, in Deutschland als Blaubleierz bezeichnet. Bekannte Funde wohl gegen Ende des 19. Jh.


Pyromorphit
Pyromorphit

Caldbeck Fells, Cumbria

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Roughtengill, Cumbria

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Blaubleierz von der Grube Wheal Hope Perranzabuloe, Cornwall Ex Sammlung C. Bosch

Rob Lavinsky

Literatur zu den Fundstellen

  • Adams,J.,1989; Mines of the Lake District Fells. Clapham:Dalesman
  • Buckley, A.,2005; The story of mining in Cornwall
  • Bulmer's History & Directory of Cumberland; 1901
  • Cooper,M.P., Stanley,C.J.,1990; Minerals of the English Lake District: Caldbeck Fells. London: Nat. Hist. Mus. Publication
  • Embrey,P.G., Symes,R.F., 1987; Minerals of Cornwall and Devon. BMNH und Min.record
  • POstlethwaite,J., 1913; Mines & Mining in the Lake District
  • Weir, H.E., 1989; Mining in Cumbria: A bibliography. Brit. Mining Supplement

Andere bekannte Fundstellen in Europa

Pyromorphit
Pyromorphit

Ptchaloyad (Pcheloyad)-Grube, Kavdzali Oblast, Rhodopen

Marcus Lueg
Pyromorphit
Pyromorphit

Madjavovo, Haskovo Oblast, Rhodopen

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Ptchaloyad (Pcheloyad), Kavdzali Oblast Ex coll. John Schneider

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Zvezdel-Grube, Kavdzali-Oblast Ex coll. John Schneider

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Pribram, Böhmen Ex Sammlung Smithsonian

Rob Lavinsky

Literatur zur den Fundstellen

  • Bernard,J.H. u. Kollektiv, 1981; Mineralogie Ceskoslovenska; Akademia Praha
  • Mladenova,V.,1989; Mineral parageneses from the Zvezdel-Pcheloyad ore field's periphery, East Rhdopes. Geol. Rhodopica:1, 487-490
  • Paulis,P., Haake,R., 1997; Mineralfundstellen in der tschechischen und slowakischen Republik. Bode-verlag

USA

Pyromorphit
Pyromorphit

Bunker Hill

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Bunker Hill

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Bunker Hill

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Bunker Hill

Uta Breitfeld
Pyromorphit
Pyromorphit

Bunker Hill

Rob Lavinsky


Bunker Hill Mine

Die Bunker Hill Mine (und 5 benachbarte ähnliche Gruben) liegt im Silver Valley, Coeur d'Alene District, Shoshone County, nahe Kellog in Idaho. Eine Blei-, Zink- und Silberlagerstätte, welche von 1887 bis 1983 abgebaut wurde; die Gesamtlänge aller Abbausohlen betrug mehr als 400 km. Benachbart der Bunker Hill Mining & Smelting Complex. Einer der Hauptgründe für die Schließung der Grube und der Aufbereitungsanlage war die sehr hohe Luftverschmutzung mit Blei und die gewaltigen Mengen bleihaltiger Schlacken, deren Ausspülung ins Grundwasser gelangte. Die Grube wurde in den späten 1980er Jahren von der New Hill Mining Co. ersteigert, deren Inhaber Mineraliensammler war, gefolgt von sporadischem Abbau von wenig, aber reichem Erz sowie Bergbau auf Pyromorphit- und Cerussit-Sammlerstufen. Die Grube wurde 1988 endgültig geschlossen. Bob Hopper (2011 gestorben) versuchte die Grube wiederzueröffnen mit der "New Bunker Hill Mining Company", scheiterte aber am erbitterten Widerstand der US-Umweltbehörde EPA. Aus dieser letzten Zeit stammen sehr schöne Pyromorphit und Cerrusit-Stufen. Derzeitiger Eigentümer sind Galena Mineral Resources.

Bunker Hill ist Inbegriff für die besten und schönsten Pyromorphite der USA, welche schon seit etwa 1981 bis 1988 auf den Markt kamen. Ausgezeichnete grüne, orangefarbene, braune und selbst weiße Kristalle, oft botryoidale Aggregate und Büschel bis 6 cm; As-haltige Pyromorphite und orange-grüne Farbübergangsformen sind charakteristisch für dieses Vorkommen.


Wheatley Mine

Die Wheatley Mine liegt im Chester County, nahe Phoenixville, Pennsylvania, einer der klassischen US-Mineralvorkommen. Unter dem Begriff Wheatley Mine wird eine Gruppe verschiedener Blei-Zinkerzgruben-Gruben (Wheatley-, Brookdale- und Phoenix Mines) bezeichnet, welche alle auf demselben Gang abbauten. Von 1851 bis 1860 ursprünglich eine Silbererzgrube, betrieben von Charles Moore Wheatley, 1917 wiedereröffnet und 1920 erneut geschlossen.
Die Lagerstätte, aus deren Hochblütezeit die besten Mineralien stammen, wird auf alten Etiketten meist nur als "Phoenixville" bezeichnet, wenngleich die besten Stufen aus der Wheatley Mine kamen. Charles M. Wheatley war selbst begeisterter Mineraliensammler und besaß mehr als 6.000 Stufen aus seinen Gruben. Die Pyromorphite gehören zu den schönsten der USA; daneben wurden auch sehr gute Stufen von Pb-, Zn-, Cu- und V-Mineralien gefunden.


Pyromorphit
Pyromorphit

Bunker Hill

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Größe: 24x18x12 mm; Fundort: Wheatley Mines, Phoenixville Mining District, Chester Co., Pennsylvania, USA

Rob Lavinsky

Literatur zu den Fundstellen

  • Crowley, J.A., Radford,N., 1982; Pyromorphite from the Bunker Hill and other mines, Coeur d'Alene District, Idaho. Min.Record:13, 273-285
  • Penminerals, 2004; The Wheatley Mine, Phoenixville, Chester Co., PA; Pyromorphite. http://www.penminerals.com/pyromorphite.htm
  • Radford,N., Crowley,J.A., 1981; The Bunker Hill Mine, Kellogg, Shoshone County, Idaho. Min. record:12, 339-347
  • Sloto,R.A., 191989; Famous mineral localities: Phoenixville lead-silver mines, Chester County, Pennsylvania. Min.Record:20, 369-386


China


Pyromorphit
Pyromorphit

Daoping

Dan Weinrich
Pyromorphit
Pyromorphit

Daoping

Fabre Minerals
Pyromorphit
Pyromorphit

Daoping

Dan Weinrich


Daoping

Eine hydrothermal gebildete Blei-Zink-Erzlagerstätte auf dem über 2.000 m hohen Berg Haiyang, SE der bekannten Stadt Guilin, 30 km von der Stadt Gongcheng, Landkreis Gongcheng, Provinz Guanxi.

Seit dem Jahr 1999 gelangten großen Mengen wunderbarer blassgelb-grünlicher bis gelborangefarebener, sowie mittel- bis tiefgrüner Pyromorphitstufen mit hervorragenden Kristallen bis mehrere Zentimeter Länge auf den internationalen Markt und wurden wegen ihrer herausragenden Schönheit meist schnell verkauft.
Zwischen Februar und April 2000 wurden mehr als 10.000 (!) meist gelbliche Pyromorphitstufen geborgen; beste Funde von mehreren tausend Stufen tiefdunkelgrüner Pyromorphite bis fast 3 cm Länge im Juni 2000. Nach diesen sensationellen Funden im Jahr 2000 gelangten kaum noch Stufen auf den Markt, zukünftige Funde werden jedoch nicht ausgeschlossen.

Die Pyromorphite stammen aus Hohlräumen in der Oxidationszone der Lagerstätte, welche in einem Grundgebirge aus devonischen Kalksteinen, Sandsteinen und Schiefern liegt und von granitischen Gesteinen und Lamprophyren intrudiert wurde.


Pyromorphit
Pyromorphit

Daoping

Jasun McAvoy
Pyromorphit
Pyromorphit

Daoping

Ibrahim Jameel
Pyromorphit
Pyromorphit

Daoping

Fabre Minerals

Literatur zu den Fundstellen

  • Liu,G., Ottens,B., 2005; Mineral. Record:36,1

Weniger bekannte Fundorte

Pyromorphit
Pyromorphit

Rum Jungle, Alligator River, Norhern Territories Foto: Arama Dulyan (Aramgutang), Public Domain Nat. History Museum, London

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Pyromorphit
Pyromorphit

Broken Hill, New South Wales

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Cordoba

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Kisaenmori, Kyouwa, Senbuku-Gun, Akita, Honshu, Japan Ex Smmlg. Roebling, ex Smmlg. Smithsonian Instit.

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Society Girl Mine, Moyie, British Columbia Canada

Rob Lavinsky
Pyromorphit
Pyromorphit

Mina San Luis, San José, Chihuahua Pyromorphit auf Limonit Ex coll. John Schneider

Rob Lavinsky

Literatur zu den Fundstellen

  • Sureda,1978; Rev. de la Asoc. Geol. Argent.:33,4, 299-324


Quellenangabe


Links


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