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Quarz


Fluoreszenz




Quarz

Quarz fluoresziert nicht, denn Quarz ist für UV-Licht durchlässig - es sei denn er hat irgendetwas eingeschlossen, das fluoresziert. Weil Quarz UV durchlässt, kann auch etwas fluoreszieren, was von Quarz überwachsen wurde,es leuchtet dann von unten durch.

Chalcedon und Opal fluoreszieren gelegentlich giftgrün, manchmal sogar sehr stark. Chalcedon kommt in Lithophysen oder den mexikanischen Drusen zusammen mit Quarz vor, in Achaten sowieso. Alles, was Chalcedon oder Opal enthält, kann fluoreszieren, muss es aber nicht. Hoher Gehalt an dreiwertigem Eisen (Hämatit, Goethit, etc.) zum Beispiel kann die Fluoreszenz unterdrücken, aber auch manche "reine" Chalcedone fluoreszieren nicht.

Da es beim Quarz ja Thermolumineszenz gibt, ist es vorstellbar, dass es geeignete Störstellen-Fluoreszenz gibt. Nur wird die (wohl aufgrund der Gitterstruktur ?) eher selten "Quarz fluoresziert nicht, es sei denn er hat irgendetwas eingeschlossen, das fluoresziert." Würde ich jetzt so nicht mehr ohne weiteres behaupten.

Kathodolumineszenz erzeugt Farben bei Beschuss mit Elektronen, z.B. in einem Elektronenmikroskop.. Frondel (1962) schreibt, dass manche Kristalle nach Röntgenbestrahlung leichte bläuliche Fluoreszenz zeigen. Blau ist nicht grün, aber jedenfalls könnte es u.U. auch Fluoreszenz durch die Gitterfehler geben (mit oder ohne Fremdionen im Gitter).

Fluoreszenz bei Quarz wurde anscheinend schon umfangreich untersucht. Frondel (1962) verweist auf die Arbeiten von D. Seaman (1952), der dazu 1417 Proben verschiedener natürlicher Quarze untersucht hat. Die Fluorezenz kam immer von oberflächlichen Verunreinigungen (in Ritzen etc.) oder Einschlüssen (leider war das eine persönliche Mitteilung an Frondel, es gibt also keinen Artikel dazu).

Japaner-zwillinge aus der Kami Wolframmine in Bolivien fluoreszieren manchmal gruen unter KW. Von einigen Japanerzwillingen aus Kami fluoreszieren allerdings nur die trüben Kristalle, vor allem aus der Seccion Jaldin, und dann nicht nur die Japaner, sondern auch normale Kristalle. Man sieht ein schönes grünes leuchtendes Phantom in einem Bereich mit vielen Einschlüssen, das die alte Kristallspitze abzeichnet. Die klaren Japaner-Zwillinge von Kami fluoreszieren dagegen überhaupt nicht. Bestimmte peruanischen Japanerzwillinge fluoreszieren auch, aber nur oberflächlich Im Lapis 6/2006 gibt es einen Artikel über die Achatlithophysen aus Sailauf im Spessart; dort beschreibt J.Lorenz "lebhaft gelbgrün bis grün" fluoreszierende Quarze, Ursache ist laut Artikel der "Einbau einer geringen, aber meßbaren Menge an Uranylionen im Kristallgitter". vorkommen. Fluoreszierende Japaner-Zwillinge gibt es auch von der Mine La Gardette in Frankreich.

Quarz /  Fluoreszenz
Quarz / Fluoreszenz

Grün fluoreszierende Quarz- Japaner Zwillinge;
Mine La Gardette, Bourg d'Oisans, Isère, Rhône-Alpes, France

Josef 84,55
Quarz  /  Fluoreszenz
Quarz / Fluoreszenz

Smaragdgrün fluoreszierende Quarzkristalle;
Mina Kami, Ayopaya Province, Cochabamba Department, Bolivia

Josef 84,55

Opal (Varietät Hyalith)

Zu den Gemeinen Opalen zählt der Hyalith (von griech. hyalos = Glas) oder auch Glasopal, der als einfacher, wasserklarer Opal mit traubig-nieriger bis krustenförmiger Ausbildung kein Farbenspiel zeigt. Lumineszenz bei Tageslicht ist bekannt; Unter kurzwelligem UV fluoresziert Hyalith schwach grünlich bis intensiv leuchtend grün


Hyalit
Hyalit (SNr: 4384)

Kugelig und farblos, BB = 32 mm, Fundort: Ungarn, Borsod-Abaúj-Zemplén, Tokajer Gebirge, Monok, Hosszú Hegy.

Manfred Früchtl
Hyalit im UVK 254nm
Hyalit im UVK 254nm (SNr: 4384)

Kugelige hellgrün leuchtende Kristalle, BB = 40 mm, 1/125sec.,F=2,9, Fundort: Ungarn, Borsod-Abaúj-Zemplén, Tokajer Gebirge, Monok, Hosszú Hegy.

Manfred Früchtl
Hyalit im UVK 254nm
Hyalit im UVK 254nm (SNr: 4658)

Kugelige hellgrün leuchtende Kristalle, BB = 60 mm, 1/50sec.,F=2,9, Fundort: Ungarn, Borsod-Abaúj-Zemplén, Tokajer Gebirge, Monok, Hosszú Hegy.

Manfred Früchtl

Literatur

  • Götte, T., Pettke, T., Ramseyer, K., Koch-Müller, M., Mullis, J., 2011; Cathodoluminescence properties and trace element signature of hydrothermal quartz: A fingerprint of growth dynamics. American Mineralogist Vol. 96, 5-6, S.802-813
  • Rusk, B., Koenig, A., Lowers, H., 2001; Visualizing trace element distribution in quartz using cathodoluminescence, electron microprobe and laser ablation-inductively coupled plasma-mass spectrometry. American Mineralogist vol. 96, 5-6, S.703-708

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