'._('einklappen').'
 

Quarz

Rosaquarz
Rosaquarz

Alto da Pitorra, Laranjeiras, Galiléia, Vale do Rio Doce, Minas Gerais, Brasilien; Größe: 4,3x3,4cm

Fabre Minerals

Rosenquarz und Rosaquarz



Rosenquarz und Rosaquarz

Im deutschen Sprachraum wird unterschieden

  • in „Rosenquarz (rosa gefärbter, massiver (derber) Quarz
  • in "Rosaquarz" (rosa gefärbter Quarz in meist gut ausgebildeten Kristallen)

Massiver Rosenquarz ist kein ungewöhnliches Mineral, während Rosaquarz jedoch sehr selten ist. Die Seltenheit von kristallisiertem Rosaquarz ist nach wie vor ein Geheimnis der Mineralienwelt.

Der Unterschied von Rosaquarz und Rosenquarz ist jedoch nicht allein, dass Rosaquarz Kristalle bildet, sondern es liegt eine andere Farbursache vor. Diese führt zu anderem Ausbleichverhalten , anderer Farb-Temperaturempfindlichkeit usw. Synthetisch kann man übrigens derzeit nur Rosaquarz herstellen.


Rosaquarz, vor und nach UV-Bestrahlung
Rosaquarz, vor und nach UV-Bestrahlung

Ein Rosaquarz-Kristall wurde 10 Stunden von zwei 18 Watt UV-C Lampen bestrahlt und wurde durch die Zerstörung der Farbzentren vollkommen gebleicht. Rosaquarz ist sehr UV-empfindlich. Unter gleichen...

aca

Unterschiedliche Chromophore

Die Färbung bei "Rosaquarz" und bei "Rosenquarz" beruht auf unterschiedlichen Chromophoren:

Mineralogisch-Kristallographisch ist ein Chromophor ein chemisches Element, bzw. der Farbträger, welcher in der Mehrzahl der Fälle für die bestimmte Farbe eines Minerals verantwortlich ist. Zu den wichtigsten Chromophoren gehören die Elemente der Eisengruppe (im Zentrum des periodisches Systems der Elemente); also Ti, V, Cr, Mn, Co und Ni, sowie in geringerem Maße W, Mo, U, Cu und Seltene Erden (REE). Einer der wichtigsten Farbträger ist Chrom.

  • Die Färbung von Rosaquarz in meist gut ausgebildeten Kristallen, meist aus Pegmatiten und tw. assoziiert mit Rauchquarz wird durch strahlungsinduzierte Al, Ti und P-Zentren (welcher Si im Gitter ersetzt) hervorgerufen (MASCHMEYER und LEHMANN, 1983). Klare Kristalle von Rosaquarz erhalten ihre Farbe nicht durch Einschlüsse, sondern durch den gekoppelten Einbau von Aluminium und Phosphor in die Quarzstruktur und nachfolgende Bestrahlung. Quelle ionisierender Strahlung ist im Allgemeinen der Zerfall des radioaktiven Kaliumisotops 40K.
  • Die Färbung von Rosenquarz wird durch mikroskopisch kleine faserige Einschlüsse eines rosafarbenen Borosilikates, verwandt mit Dumortierit (APPLIN & HICKS, 1987; GOREVA et al, 2001; MA et al, 2002, NADIN, 2007) hervorgerufen. Die Einschlüsse sind wahrscheinlich das Resultat der Auflösung eines ursprünglich homogenen Materials.


Rosaquarz

Gegen Ende der 1990er Jahre wurde in Russland synthetisch erzeugter Rosaquarz als kommerzielles Produkt für den Schmuck- und Edelsteinmarkt verkauft. Russische Wissenschaftler (BALITSKY, V.S., 1998) hatten herausgefunden, dass die Ursache der rosa Färbung brasilianischer Rosaquarz-Kristalle auf Spuren von im Kristallgitter eingebauten Phosphor beruht. Aufgrund dieser Erkenntnis gelang es den Russen, Rosaquarz von Edelsteinqualität zu züchten. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass natürliche Vorkommen von Rosaquarz-Kristallen gewöhnlich mit Phosphat-Mineralen assoziiert sind, zum Beispiel das Vorkommen von Childrenit mit den Rosaquarz-Kristallen in Brasilien.

Rosaquarz entstand aus hydrothermalen Lösungen, nicht selten sind gut ausgebildete Kristalle. Idiomorphe Kristalle (Kristalle mit regulär entwickelten Flächen) sind äußerst selten und frei von trübenden Einschlüssen. Die Farbe verblasst bei Einwirkung von UV-Licht und beim Erhitzen über 200°C.


Rosaquarz
Rosaquarz

Mina Sapucaia, Sapucaia do Norte, Galileia, Doce-Tal, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 14 cm

Rob Lavinsky
Rosaquarz mit Citrin
Rosaquarz mit Citrin

Mina Pitorra, Galilea, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 5,5 x 4,4 cm

Kevin Ward
Rosaquarz
Rosaquarz

Mina Pitorra, Galilea, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 7,8 x 5,9 cm

Rob Lavinsky

Rosenquarz

Die Farbe massiven Rosenquarzes, so wird angenommen, stammt von Spuren von Titan (BALITSKY, V.S., 1998). Folgt man anderen Autoren (APPLIN & HICKS, 1987; GOREVA et al, 2001; MA et al, 2002, NADIN, 2007), liegt die Farbursache in feinverteiltem, manchmal sogar orientiert eingewachsenen Dumortierit-ähnlichen Mineral, welches Rosenquarz die Farbe gibt.

Generell entstand Rosenquarz aus pegmatitischen Restschmelzen und ist de facto immer massiv (derb), da aus Schmelzen nur bei sehr langsamer Abkühlung idiomorphe Kristalle entstehen können. Es gibt jedoch auch hydrothermal gebildeten Rosenquarz. Bei den von GOREVA & ROSSMANN (2001) untersuchten 29 Proben aus verschiedenen Vorkommen waren auch Rosenquarz-Proben aus hydrothermalen Quarzgängen dabei (aber keine Kristalle). Eine mituntersuchte Rosaquarz-Probe (Kristalle aus Alto da Pitora, Galileia, Minas Gerais, Brasilien) zeigte keine Einschlüsse des Dumortierit-ähnlichen Minerals.

Rosenquarz
Rosenquarz

Roselis Rosenquarz Steinbruch., Rössingberge, Swakopmund, Namibia;
Größe: 7x10 cm

Peter Seroka

Literatur

  • Applin, K.R., Hicks, B.D. (1987) Fibers of dumortierite in quartz. American Mineralogist: 72: 170-172.
  • Balitsky, V.S., Makhina, I.B., Prygov, V.I., Mar'in, A.A., Emel'henko, A.G., Fritsch, E., McClure, S.F., Taijing, L., DeGhionno, D., Koivula, J.I., Shigley, J.E. (1998) Russian Synthetic Pink Quartz. Gems and Gemology: 34: 34-43.
  • Goreva, J.S., Ma, C., Rossman, G.R. (2001) Fibrous nanoinclusions in massive rose quartz: The origin of rose coloration. American Mineralogist: 86: 466-471.
  • Hori, H. (2001) Nomenclature of Quartz Color Variations: Pink and Rose. Mineralogical Record: 32, 1, 42
  • Kibar, R., Garcia-Guinea, J., Cetin, A., Selvi, S., Karal, T., Can, N. (2007) Luminescent, optical and color properties of natural rose quartz. Radiation Measurements: 42: 1610-1617.
  • Killingback, H. (2008) The positions of light spots on rose quartz star spheres. Journal of Gemmology: 31: 40-42.
  • Lehmann, G., Bambauer, H.U. (1973) Quarzkristalle und ihre Farben. Angewandte Chemie: 86: 281-290.
  • Ma, C., Goreva, J.S., Rossman, G.R. (2002) Fibrous nanoinclusions in massive rose quartz: HRTEM and AEM investigations. American Mineralogist: 87: 269–276.
  • Maschmeyer, D., Lehmann, G. (1983) A trapped-hole center causing rose coloration of natural quartz. Zeitschrift für Kristallographie: 163: 181-186.
  • Nadin, E. (2007): The secret lives of minerals. Engineering & Science: 1: 10-20.
  • Rykart, R. (1995) Quarz-Monographie - Die Eigenheiten von Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst, Chalcedon, Achat, Opal und anderen Varietäten. Ott Verlag, Thun.
  • Schmetzer, K., Krzemnicki, M. (2006) The orientation and symmetry of light spots and asterism in rose quartz spheres from Madagascar. Journal of Gemmology: 30: 183-191.
  • Wright, P.M., Weil, J.A., Buch, T., Anderson, J.H. (1963) Titanium colour centres in rose quartz. Nature: 197: 246-248.

Durchblättern

Mineralienportrait: Quarz [ Vorherige: Rauchquarz | Nächste: Tigerauge und Falkenauge ]