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Rhodochrosit

Rhodochrosit
Rhodochrosit

N'Chwaning Mines, Südafrika

Rob Lavinsky

Englisch: Rhodochrosite; Französisch: Rhodochrosite; Spanisch: Rodocrosita


Geschichte

Rhodochrosit dürfte aufgrund seiner auffallend rosaroten Farbe zu den ältesten Schmucksteinen der alten Welt gehören, was u.a. durch archäologische Funde von Grabbeigaben in alten äygpischen Gräbern belegt ist. Ob dieses Mangancarbonat bewusst oder gezielt abgebaut wurde, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass die alten Ägypter Manganerze aus dolomitisierten Kalksteinen in der östlichen Wüste und auf der Halbinsel Sinai abbauten, wo mit Sicherheit auch Rhodochrosit vorkam und als Nebenprodukt zur Schmuckherstellung diente.

Da die Verwendung von Manganoxid als Pigment bis zu 17.000 Jahre und in späterer Folge auch zur Herstellung von Glasuren zurückverfolgt werden kann, ist ebenfalls nicht auszuschließen, dass die frühen prähistorischen, ägyptischen, römischen und griechischen Bergleute immer wieder auf Rhodochrosit gestoßen sind. Es gibt (unbewiesene) Annahmen, dass die besondere Härte der spartanischen Stähle durch Zusätze von Mangan erreicht wurde. Da das erforderliche Manganerz u.a. aus den Gruben in Attika, Thracien und Makedonien (in Chalkidiki kommen ausgezeichnete Rhodochrosite vor) kam, wo auch regulär Rhodochrosit auftritt, dürfte das Mineral nicht unbekannt gewesen sein.

Die Geschichte des Rhodochrosit in der neuen Welt geht auf das prä-inkaische Reich der Tuhuantinsuyo zurück, welches im Norden des heutigen Argentinien lag und wo während der Herrschaft des Fürsten Ripac, der sich auch Viracocha nannte, das prächtig rote Mineral entdeckt wurde. Die Inkas bauten in den Hochanden, nahe des Berges Nevado del Aconquija, Silber und Kupfer in einer Höhe von 3.000 bis 3.300 m ab. Die Gruben wurden, als das Inkareich zerfiel, aufgegeben und gerieten in Vergessenheit. Im Jahr 1855 erwarb Don Samuel Lafone Quevedo die Grube "Restauradora" im alten Bergbaugebiet Capillitas in Catamarca, in welcher er von 1856 bis 1892 Kupfererz abbaute. Zwischen 1871 bis 1874 berichtete der deutsche Geologe Alfred Stelzner, welcher für die Wissenschaftsakademie in Cordoba arbeitete, über die Existenz von Rhodochrosit, begleitet von Galenit und Sphalerit, in den Gruben Restauradora, Esperanza, Ortiz, Rosario, Carmelita und anderen der insgesamt 39 Gruben der Lagerstätte Capillitas. Trotz des Wissens um dieses Vorkommen fand man aber für den Rhodochrosit keine Verwendung als Schmuckstein. Im Jahre 1934 entdeckte der Deutsche Dr. Franz Mansfeld einige Rhodochrosit-Muster in einem Karton im Museum von La Plata, tauschte ein Exemplar gegen eine Spende ein und brachte dieses Muster zum Britischen Museum in London. Es verging jedoch noch einige Zeit, bis Mansfeld begriff, dass es sich bei dem Muster um ein "... seltenes Mineral handelt und ich mich entschied, auf die Suche zu gehen ... ". Während Mansfeld sich in Catamarca aufhielt, entdeckte er auch ein Inkagrab, in welchem er Schmuck aus Rhodochrosit fand und bei dieser Gelegenheit diesen Stein auf den Namen Inka-Rose (Rosa de Inca oder Rosinca) taufte.

Im Jahr 1937 kehrte Mansfeld nach Catamarca zurück, organisierte eine Expedition von Andalgalá nach Capillitas und brachte von dieser Reise 300 kg Rhodochrosit nach Buenos Aires. Zwei Monate später gelang es ihm, weitere 4.000 kg Material aus den Gruben zu bergen. Im Jahr 1938 gründete Mansfeld mit einigen Gesellschaftern die Compania Minera de la Cordillera, um Rhodochrosit zu fördern. 1940 wurden aufgrund der großen Kriegsnachfrage nach Kupfer die Gruben vom argentinischen Militär besetzt. Seit 1947 wurde das riesige Vorkommen von Capillitas von Mansfeld in Zusammenarbeit mit dem argentinischen Staat bergmännisch abgebaut.

Zur Geschichte des Rhodochrosit gehört auch die Wiederentdeckung der alten Silbergrube Sweet Home Mine bei Alma in Colorado, USA. Dieses wohl auf der Welt einmalige und teilweise abenteuerliche Projekt einer privaten Gruppe von Investoren (unter Leitung von Bryan Lees, Inhaber von Collector's Edge), unternahm es, ein einziges Mineral mit modernsten Explorations- und Abbaumethoden für den Sammlermarkt zu finden und zu bergen. Von 1991 bis zur Schließung im Jahr 2004 gelang es, aus der Sweet Home Mine abertausende der weltbesten und atemberaubendsten Rhodochrosite ans Tageslicht zu bringen, darunter den weltgrößten Kristall "Alma King" mit einer Länge von 16,5 cm. Nicht wenige der Kristalle waren außergewöhnlich transparent und von solch schöner roter Farbe, dass sie zu Schmucksteinen verschliffen wurden (s.u. > USA).

Namensgebung

Der Name stammt vom griechischen rhodochroos, d.h. rosenfarbig (rhodon heißt Rose, chrosis Färbung). Ursprünglich bezeichnete der Deutsche Abraham Gottlob Werner (1749-1817) das Mineral aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung (Mangan als Element wurde 1774 von J.G. Gahn aus Mn-Oxid isoliert) und seiner guten Spaltbarkeit als Manganspat. Seinen heutigen Namen Rhodochrosit erhielt das Mineral 1813 von Johann F.L. Hausmann. Wenig später schlug Johann F.L. Breithaupt wegen der "übelklingenden und schweren Aussprechlichkeit" den Namen Rosenspat oder Himbeerspat vor.

Rhodochrosit ist der Nationalstein, bzw. das "Staatsmineral" von Argentinien und seit 2002 auch das "State Mineral" von Colorado in den USA, letzteres aufgrund der weltbesten Rhodochrosite von der Sweet Home Mine.

Literatur

  • El Shazly, E.M., Saleeb, G.S., 1959; Contribution to the mineralogy of Egyptian manganese deposits; Econ. Geol.:54, 873-888
  • Mansfeld, F., 1943; en Busca de la Rosa de Inca


Charakteristika, Ausbildungsformen und Aggregate

Rhodochrosit ist ein zur Calcit-Gruppe der wasserfreien Carbonate ohne fremde Anionen gehörendes Mineral. Seine chemische Formel lautet: MnCO3, ein Mangancarbonat mit 61,7% MnO und 38,3% CO2. Mineralserien sind mit Calcit und Siderit möglich. Rhodochrosit kann Fe, Ca, Mg, Zn und/oder Co als Beimengung enthalten. Das Mineral altert gewöhnlich durch Verwitterung zu Manganoxiden.

Das Mineral kristallisiert im trigonalen Kristallsystem (ditrigonal-skalenoedrische Kristallklasse). Die Kristallstruktur gleicht der Struktur des Calcits. In gut ausgebildeten Kristallen ist es selten und meist nur in Hohlräumen zu finden. Häufige Formen sind das Rhomboeder nach {1011} oder Skalenoeder nach {2131}, manchmal modifiziert nach {0001}, {1010}, {1120}. Die Kristalle sind meist spätig und weniger in den o.a. Formen ausgebildet. Selten sind dreieckige und hexagonale Platten und pseudokubische Kristalle nach der Basis. Die Flächen sind oft sattelförmig oder linsenartig gebogen. Rhodochrosit-Aggregate sind häufig sphärolithisch (botryoidal, nierig, traubig, kugelig, glaskopfartig), stalaktitisch, schalenartig gebändert, radialstrahlig, stengelig und oft körnig, krustig oder massiv bis erdig. Zwillinge sind nach {1012} als Kontaktzwillinge und abgeflachte Lamellen möglich, ebenso Durchdringungszwillinge.

Die Farbe reicht von rosa, hell- bis dunkelrot, orangerot, bräunlich bis schwarz. Eine dunke Farbe beruht meist auf Verwitterung zu Manganoxiden, u.a. zu Birnessit. Die Strichfarbe ist weiß. Rhodochrosit ist gegen das Licht durchscheinend bis durchsichtig. Kristalle haben Glasglanz, auf Bruchflächen auch Perlglanz. Sein Bruch ist uneben bis muschelig und nach {1011} vollkommen und nach {1012} möglich. Er hat eine Mohshärte von 3,5 bis 4 und eine Dichte von 3,7 g/cm³.

Rhodochrosit bildet Pseudomorphosen nach anderen Mineralien, u.a. Calcit und Serandit. Die größten bekannten Kristalle sind zwischen 10-16,5 cm groß.

Die Typlokalität für Rhodochrosit ist Cavnik in Rumänien.


Ursachen der Farbgebung

Die unterschiedliche Färbung von Rhodochrosit beruht auf den Temperaturverhältnissen bei der Bildung des Minerals. Die kirschroten Kristalle der Sweet Home Mine sind Resultat hoher Temperaturen bei relativ schwachen Mn2+ -Lösungen mit sehr niedrigem Fe-, Mg- und Ca-Gehalt. Blassrosafarbene bis helle Rhodochrosite, wie von Colorado, Rumänien und von vielen anderen Vorkommen, sind das Ergebnis von Niedrigtemperaturbildungen in Gegenwart eines Gemisches von Mn, Fe, Ca und Mg in den Lösungen.
Quelle: Wenrich,K.J., 1998; Sweet Home Rhodochrosite - What makes it so cherry red ?; Min. Record:29,4,123-132)


Erkennungsmerkmale

In kristallinen Massen leicht an der rhomboedrischen Spaltbarkeit, der rosa Farbe und der Härte (wird durch Messerspitze geritzt) erkennbar. Vor dem Lötrohr schmilzt er nicht, wird rissig und nimmt anfangs eine grünlichgraue, danach eine schwarze Farbe an. Mit Borax und Phosphorsalz gibt er die Reaktion auf Mangan (in der Oxidationsflamme eine violette, in der Reduktionsflamme eine farblose Perle). Von Salzsäure langsam, beim Erwärmen jedoch sehr schnell gelöst, wobei stürmisch CO2 frei wird.


Kristallformen und Aggregate

Rhodochrosit
Rhodochrosit

nach {1011} Sweet Home Mine, Colorado

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

nach {1120} Uchuccacua, Peru

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

nach {2131} N'Chwaning, Südafrika

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Flachtafelige Rhomboeder nach {1011} Morococha, Peru

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Pseudo-Oktaedrisch auf Basis nach {111} (selten) Mont Saint-Hilaire, Canada

Jasun McAvoy
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Botryoidal N'Chwaning, Südafrika

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Stalaktitisch Capillitas, Argentinien

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Radialstrahlige Aggregate flacher rhomboedrischer Rhodochrosit-Kristalle auf Stalaktiten Capillitas, Argentinien

Dr. Jorge A. Saadi
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Zwillinge; Zwillingsebene ist das Rhombeder nach {1011} Mont Saint-Hilaire, Canada

Rob Lavinsky

Rhodochrosit-Inkrustationen und Pseudomorphosen nach Fossilien

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit-Kristalldruse in einer Muschel aus einem sedimentären marinen Eisenrez-Vorkommen Kerch, Halbinsel Krim, Ukraine (Größe 6x8 cm)

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit pseudomorph nach einer Muschel aus einem sedimentären marinen Eisenerz-Vorkommen Kerch, Halbinsel Krim, Ukraine; Größe 10x11 cm

Rob Lavinsky

Rhodochrosit kommt in marinen Mangan- und Eisenlagerstätten vor. Die Manganspat-Sedimente wurden in einer gewissen Entfernung von der Küstenlinie in tieferen Teilen der Meeresbecken abgelagert, in denen infolge des Sauerstoffverbrauchs bei der Zersetzung organischer Reste unter Freisetzung von CO2 offensichtlich eine reduzierende Umgebung herrschte.

In den im mittleren Pliozän in einem alten Meer gebildeten Eisenerz-Lagerstätten von Kerch (Kertsch) im östlichen Teil der Halbinsel Krim (Ukraine) kommt Calcium-Rhodochrosit (Ca-Mn-Verhältnis ca. 1:1) neben 159 weiteren Mineralien vor, von denen eine Vielzahl nach fossilisierten Muscheln (Valensia, Arcicardium arcordo), Tintenfischen, Knochen, Pflanzen oder deren Fragmenten pseudomorphisiert sind oder als Kristalle den Innenraum großer Muscheln auskleiden (sogen. Inkrustationen). Diese sehr unterschiedlichen Fossilien sind meist in einem sehr guten Zustand.

Die schönsten Pseudomorphosen werden von Rhodochrosit, Vivianit, Siderit, Anapait, Baryt, Gips, Santabarbarait, Mitridatit, Carbonat-Hydroxylapatit und Mn-reichem Calcit gebildet.


Literatur

  • Betechtin,A.G., 1968; Lehrbuch der speziellen Mineralogie
  • Chukanov,N.V., 2005; Minerals of Kerch Iron-Ore Basin in Eastern Crimea; Min. Almanac:8, 112 S.
  • Yurk,Y.Y., 1960; Die Mineralogie der Eisenerzformationen des Kerch-Bassins; (in russisch)


Synonyme und Varietäten

  • Calciodialogit (Syn. für > Calciorhodochrosit)
  • Calciorhodochrosit (Gemisch aus manganhaltigem Calcit, Rhodochrosit und Rhodonit)
  • Capillita (meist gelblicher oder grau gebänderter R. von Capillitas)
  • Cobalt-Rhodochrosit (Mn,Co)CO3; u.a. Grube Virneberg, Rheinbreitbach)
  • Dialogit (meist US-Sprachgebrauch; IMA-diskreditiert 1962)
  • Himbeerspat
  • Inkarose
  • Kobaltmanganspat (> Cobalt-Rhodochrosit)
  • Manganese spar (engl.)
  • Manganspat
  • Rhodochrosit Onyx (Syn. f. Rosinca)
  • Rose der Inka
  • Rosinca
  • Sphärodialogit (botryoidaler R.)
  • Zink-Rhodochrosit (Varietät mit ca. 45% ZnCO3 von Rosseto, Rio Marina, Insel Elba)

Vorkommen, Paragenesen und Lagerstätten

Rhodochrosit-haltige Manganerze sind in großen Massen in sedimentären Lagerstätten bekannt, u.a. in marinen Lagerstätten sowie in Kalksteinen (nördliche Pyrenäen).

Als Primärmineral kommt Rhodochrosit in niedrig bis moderat temperierten hydrothermalen (und metasomatischen) gangförmigen Kupfer- Silber- Wolfram- oder Bleilagerstätten, häufig zusammen mit Carbonaten (Calcit, Siderit, Dolomit, Ankerit), Fluorit, Baryt, Quarz, Pyrit, Galenit, Sphalerit, Tetrahedrit, Sphalerit, Bementit und Hübnerit vor. Als Sekundärmineral in den Oxidationszonen von Manganerz-Lagerstätten. Metamorph mit Rhodonit, Granat, Alabandit und Hausmannit (mit Pyrit, Chlorit und anderen Mineralien in marmorisierten Kalksteinen). Seltener sind Vorkommen in Pegmatiten.


Bekannteste Fundorte gut ausgebildeter Kristalle

Argentinien
Capillitas, Andalgalá, Catamarca (weltgrößte Stalaktiten)

Canada
Mont Saint-Hilaire, Rouville, Quebec (Poudrette Quarry)

China
Yaogangxian, Chenzhou, Hunan

Deutschland
Hambach (Grube Hub, nahe Diez an der Lahn)
Herdorf, Sieg, Rheinland-Pfalz (Grube Wolf)
Horhausen, Altenkirchen, Wied, Westerwald, Rheinland-Pfalz
Hohenkirchen bei Kassel (historisch)
Hunsrück (Grube Elisenhöhe (Grube Amalienhöhe, Grube Dr. Geier), Waldalgesheim)
Oberneisen (auch als Grube Rothenberg genannt; nahe Diez an der Lahn)
Odenwald (Bockenrodt bei Waldmichelbach)

Gabun
Manganerz-Grube Moanda, Moanda, Haute-Ogoúe (Kristalle ähnlich wie von der Grube Wolf)

Griechenland
Madem-Lakko, Stratoni-Operation, Cassandra-Grube, Chalkidiki, Makedonien

Japan
Grube Oppu, Naka-Tsugaru-Gun, Aomori-Ken, Honshu

Kasachstan
Kara-Oba

Mexiko
Magdalena
Santa Eulalia, Chihuahua

Namibia
Tsumeb, Otavi-Bergland

Peru
Mina Chiuruca, Provinz Dos de Mayo, Dept. Huanuco
Mina Huallyapon, Distr. Pasto Bueno, Prov. Pallasca, Dept. Ancash
Mina Manuelita, Morococha, Provinz Yauli, Dept. Junin
Mina Uchucchacua, Prov. Oyon, Dept. Lima

Rumänien
Cavnik

Südafrika
Hotazel
N'Chwaning mine

Ukraine
Kerch Eisenerzlagerstätte, Halbinsel Krim

USA
Arizona: Humboldt Mine, Cochise County
Colorado (Lagerstätten)


Deutschland

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Grube Louise, Horhausen, Westerwald Größe 8,5x5,8 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Grube Wolf, Herdorf, Siegerland Größe: 3x2,5 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Grube Himmelsfürst, Brand-Erbisdorf, Freiberger Revier, Sachsen Fundortangabe vom Bildautor - ohne Gewähr Größe: 6,2x6,6 cm

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Grube Wolf, Herdorf, Siegerland Größe: 2,5x3,2 cm

Rob Lavinsky

Wenngleich in den letzten Jahrzehnten Rhodochrosit-Kristalle aus Peru und Colorado (USA) und Rhodochrosit-Stalaktiten aus Argentinien zu den weltweit spektakulärsten gehören, waren die Rhodochrosite aus der Grube Wolf bei Herdorf (Siegerland) bis 1962 die bis dahin schönsten Vertreter dieses Minerals. Die Eisenerzgrube Grube Wolf wird erstmals 1904 erwähnt, ist in diesem Sinne also keine historische, sondern eher eine der jüngeren Gruben im Siegerland, welche auf Spateisenstein (Eisenspat, Siderit) abgebaut wurde. In den Erzgängen trat Brauneisenstein (Goethit, bzw. Limonit) auf, welcher teilweise aus umgewandeltem Siderit gebildet wurde. Daneben waren auch Manganoxide anzutreffen. Im Eisernen Hut entstanden zudem Blei- und Zinkerze sowie Azurit und Malachit. Die besten Rhodochrosite entstanden aus der Bildung von Goethit aus Siderit und stammen aus den oberen Sohlen. Die schönsten, in der Regel skalenoedrischen Kristalle fanden sich in Klüften im Brauneisenstein. Die Grube Wolf wurde 1926 stillgelegt. Im mineralogischen Museum der Philipps-Universität Marburg befindet sich eine 21x14x13 cm große Stufe aus der Grube Wolf (ehem. Sammlung Gerhard Schweisfurth).

Nicht weniger schön als die Kristalle der Grube Wolf sind Rhodochrosite aus der Eisenerz-Grube Louise in Bürdenbach bei Horhausen (Westerwald, 1771 bis 1930). Des Weiteren von der Brauneisenstein-Grube Hub bei Hambach (NW von Diez, stillgelegt 1893) und der Roteisenstein (Hämatit)-Grube Oberneisen (auch als Grube Rothenberg bezeichnet, SE von Diez, stillgelegt 1928). Stufen aus diesen Vorkommen sind fast nur noch in Museen zu bestaunen. Kobalthaltiger Rhodochrosit kam aus der Grube Virneberg (Grube St. Josephsberg) bei Rheinbreitbach im Westerwald, welche von 1611 bis 1872 aktiv war.

Aus den Eisen-Manganerz-Lagerstätten bei Bockenrod bei Höchst-Waldmichelbach im Odenwald, welche bis etwa 1925 abgebaut wurden, sind gute Rhodochrosit-Funde bekannt.

Prächtige traubig-, botryoidal und stalaktitisch ausgebildete Rhodochrosite wurden in der 1971 aufgelassenen alten Eisen-Manganerzgrube Elisenhöhe (auch als Grube Amalienhöhe bekannt, bzw. Grube Dr. Geier) bei Waldalgesheim im Hunsrück gefunden.

Auch aus dem Freiburger Revier (Sachsen) ist Rhodochrosit bekannt. Ein fast historisches Vorkommen sind Rhodochrosit-Kristalle aus der aufgelassenen Eisen-Manganerz-Lagerstätte Lindener Mark (heute Bergwerkswald SW von Gießen).


Rhodochrosit
Rhodochrosit

Grube Wolf, Herdorf, Siegerland Begleiter Goethit; Größe 9,2x4,8 cm

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Oberneisen, Rheinland-Pfalz; Größe: 6x7x5 cm

loparit
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit in Pyrolusit Grube Schlossberg bei Geisenheim Größe: 8x9x7 cm

loparit
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Grube Dr Geier, Waldalgesheim, Rheinland-Pfalz;
Größe: 5,8 x 3,5 cm

montanpark

Literatur

  • Bäumler,G., 1981; Stollenportale im Spateisenbezirk Siegerland
  • Fettel,M., 1975; Bergbaugeschichte des Odenwaldes; Aufschluss:27; Sonderband Odenwald; 273-276
  • Leyerzapf,H., 1979; Erloschene Rhodochrosit-Vorkommen im Odenwald, Lahngebiet und Soonwald; Lapis:4,10, 17-18
  • Schäefer,A., 2004; Die Grube Louise: Ein Beitrag zur Geschichte des Eisenerzbergbaus auf dem Horhauser Gangzug
  • Schneider,R., 1934; Der Bergbau im Siegerland
  • Stoessel,W., Steffens,L.B., 2004; Bergmannskuh und Himbeerspat; der Siegerländer Bergbau


Rumänien und Griechenland

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Boldut, Cavnik, 6,4x5,8 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Quarz Cavnik

kraukl
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit auf Quarz Cavnik; Größe 4,3x5,5 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit-Rosetten Cavnik; Größe 9x6,7 cm

Rob Lavinsky

Der Bergbau in den damaligen Blei-, Silber-, Kupfer- und Golderz-Lagerstätten bei Baia Mare in Rumänien wurde erstmals 1336 erwähnt. Die ersten Gruben von Cavnik (ehemals ungar. Kapnikbanya oder deutsch Kapnik) wurden im 15. Jh. angelegt. Bis vor einigen Jahren wurde noch in den Hauptstollen Boldut, Roata und Gottlieb Blei- und Zinkerz gefördert (der vierte Stollen Varvara war nicht mehr in Betrieb). Die Erzgänge traten in andesitischen Gesteinen auf. Dort, wo die Gänge in tonig-mergeligen Sandstein eindrangen, wurden Drusen gefunden, welche mit Quarz und Rhodochrosit ausgekleidet waren. Als Begleiter kamen Dolomit, Ankerit, Rhodonit, Sulfide, Arsen und Schwefel vor. Die Cavnik-Rhodochrosite sind himbeerrot bis braunrosa und oft botryoidal kugelig-warzig. Die Kristalle sind rhomboedrisch ({1011} oder {1120}), seltener skalenoedrisch {2131}. Nicht selten sind auch dünntafelige, dicht aneinandergepackte Kristalle, manchmal rosettenartig gruppiert, sowie dichte Kristallrasen auf Quarz. Eindrucksvolle Stufen sind im mineralogischen Museum in Baia Mare aufbewahrt.

Nordöstlich von Chalkidiki in Griechenland, zwischen Olympiada, Stanos, M. Panagia und Ierissos, befindet sich das Bergbaugebiet Kassandra mit den polymetallischen Kupfer- und Gold-Lagerstätten Olympias (schichtförmige Verdrängungslagerstätte), Skouries (Kupfer-Porphyr in Schiefer) und Stratoni (Blei-Zink-Silber-Erzkörper Madem Lakkos und Mavres Petres). Der Höhepunkt des Bergbaus in Kassandra war zwischen 350 bis 300 v. Chr. zur Zeit der makedonischen Kaiser und Alexander des Großen. Die Stratoni-Gruben produzierten weiter bis in die römische, byzantinische und türkische Periode ab 1705. Der Name Kassandra als Bergbaurevier wurde erstmals 1893 erwähnt, als sich die Gruben im Besitz einer französisch-osmanischen Gesellschaft befanden. In Madem Lakkos wurde von 1901-1974, wesentlich untertage, Pyrit abgebaut. Nach 1920 war Stratoni griechisch, der heutige Besitzer ist Kinross Gold, welche die Betrieb von TVX Hellas kauften. Die Pb-Zn-Ag-Au-Vorkommen von Olympias wurden erst Ende der 1960er Jahre entdeckt, der Abbau fand von 1972-1996 statt. Im Jahr 2004 wurde durch eine englische Gesellschaft eine Durchführbarkeitsstudie erstellt, um die Reserven der Lagerstätten erneut zu schätzen, was bedeuten könnte, dass der Bergbau, gegen zu erwartenden großen Protest der Bevölkerung, ggf. wieder aufgenommen wird. Sowohl in Olympias als auch in den Stratoni-Gruben, jedoch nicht in Skouries, bildet Rhodochrosit neben Quarz und Calcit das wichtigste Gangmineral. Sehr schöne, meist stalaktitische und botryoidale Rhodochrosit-Kristalle kamen in Hohlräumen der Grube Madem Lakkos vor, die besten Funde waren zwischen 1973-1975.


Rhodochrosit
Rhodochrosit

Cassandra, Chalkidiki Größe: 9,2x6,5 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit pseudomorph nach Calcit Cassandra, Chalkidiki; Größe 9x8,2 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Cassandra, Chalkidiki Größe: 7x6 cm

Fabre Minerals

Literatur

  • Dunning,F.W., Mykura,W., Slater,D. (Hrsg), 1982; Mineral deposits of Europe; Vol.2, Southern Europe. Min.Soc.Instit. of Minining and Metallurgy
  • Gemeinde Stagiron-Akanthou, 2003; Kassandra: Der Bergbau und seine Geschichte. http://www.ierissos.gr/perioxh_olympiada_06.htm
  • Miclea,I., et.al., 1977; Cristalele Romaniei
  • Pohlert,M., 2002; Mineralogie und Geologie von Cavnik; Vortrag Univ. Halle
  • Szakall, S., 2002; Minerals of the Carpathians
  • TVX Hellas, 1998; Madem Lakkos Mine: Geol. Resosurces and Mining Reserves
  • TVX Hellas, 2002; Stratoni Operations: Geol. Resources and Mining Reserves


Lateinamerika

Peru - Formen und Farben

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Manuelita, Morococha, Yauli, Junin, Peru Größe: 8,3 x 6,6 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Huayllapon, Pasto Bueno, Pallasca, Ancash, Peru Größe: 6,3x4,8 cm

Collector
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Hübnerit Mina Huayllapon, Pasto Bueno, Pallasca, Ancash, Peru Größe: 5x3,8 cm

Dan Weinrich
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Huayllapon, Pasto Bueno, Pallasca, Ancash, Peru Größe: 4x6 cm

Stuart Wilensky

Die wohl schönsten Rhodochrosit-Kristalle wurden 1980 in der Mina Huayllapon bei Pasto Bueno (Provinz Pallasca, Dept. Ancash) gefunden, welche zwar nicht immer die Farbtiefe und die Größe der Fundstelle Sweet Home bei Alma in Colorado erreichen, jedoch außergewöhnlich scharf und formenreich, hochglänzend und teilweise transparent sind; meist als tiefrosa bis tiefrote Rhomboeder bis über mehrere cm Größe ausgebildet und mit Quarz oder Hübnerit vergesellschaftet. Nicht wenige der in Sammlungen befindlichen Pasto Bueno-Rhodochrosite sind allerdings keine Kristalle, sondern Spaltstücke.

Im Raura-Bergbaugebiet (Provinz Cajatambo, Dept. Lima) wurden in den 1970er Jahren Tonnen von Rhodochrosit gefördert. Die Kristalle sind eher blassrosa, bis 5 mm groß, und in der Regel mit Galenit assoziiert, bei weitem aber nicht von der Qualität anderer peruanischer Rhodochrosite. In Pachapaqui (Provinz Bolognesi, Dept. Ancash) wurden schöne rosettenartige Kugeln aus kleinsten Rhomboedern gefunden.

Seit Anfang 1991 kamen Stufen aus mattglänzenden, rosafarbenen, bis über 2,5 cm großen Rhomboedern bestehenden Kristallen mit dem Fundortnamen Mina Manuelita, Morococha, aber auch als von Casapalca, nahe Casapalca oder Santa Rita nahe Morococha auf den Markt. Sowohl die Gruben Manuelita und Santa Rita liegen nahe beieinander im Bergbaurevier Yauli, Dept. Lima. Beide Gruben haben sehr ähnliche, gut ausgebildete Rhodochrosite geliefert, welche nur schwierig auseinanderzuhalten sind und daher eine exakte Fundortangabe kaum möglich ist. Casapalca hingegen hat keine Rhodochrosite gefördert.

Die seit Mitte der 1980er Jahre besten Funde peruanischer Rhodochrosite sind himbeer- bis erdbeerfarbene, transparente bis durchscheinende Skalenoeder, Rhomboeder, hexagonale Prismen und Modifikationen vom Skalenoeder zum Prisma aus der Blei-, Mangan-, Zink-Grube Mina Uchuccacua (Provinz Oyon, Dept. Lima). Die Kristalle erreichen Größen bis 3,3 cm. Rhodochrosit tritt gewöhnlich auf einer dunklen manganreichen Matrix auf, was charakteristisch für die Fundstelle ist. Es gibt jedoch auch Vergesellschaftungen mit Quarz und wasserklaren Fluorit-Würfeln und Kub'Oktaedern.


Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Manuelita, Morococha, Yauli, Junin, Peru Größe: 8,3x6,7 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Uchucchacua, Oyon, Lima, Peru Größe: 6x4,9 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Uchucchacua, Oyon, Lima, Peru Größe: 4,5x3,4 cm

Joe George
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Huayllapon, Pasto Bueno, Pallasca, Ancash, Peru Größe: 9,4x7,2 cm; Fund 1980

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Uchucchacua, Oyon, Lima, Peru

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Uchucchacua, Oyon, Lima, Peru Größe: 4,5x3,5 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit auf Pyrit Mina Manuelita, Morococha, Yauli, Junin Größe: 3,3x2,8 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Ucchucchacua, Oyon, Lima Größe: 6,2x6 cm

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mina Manuelita, Morococha, Yauli, Junin, Peru Größe: 7,2x5,4 cm

Fabre Minerals

Capillitas in Argentinien - kein mineralogisches Erbe

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Innenansicht der Ende Dezember 1986 entdeckten weltgrößten Rhodochrosit-Stalaktithöhle mit einem Durchmesser von 2,5 m und einer sichtbaren Höhe von ca. 4,5 m; einzige Aufnahme, kurz bevor dieses g...

Dr. Jorge A. Saadi

Das weltgrößte Vorkommen stalaktitischer Rhodochrosite befindet sich in der polymetallischen Kupfer-, Blei-, Zink-, Silber- und Gold-Lagerstätte Mina Capillitas, auf einer Höhe von 3.000 bis 3.300 m, östlich der Sierra de Capillitas, nahe des Bermassivs Nevado del Aconquija, ca. 56 km nördlich von Andalgalá in Argentinien. Die Lagerstätte wurde bereits im 12. Jh. von den Inka, später von den spanischen Konquistadoren, Engländern, Deutschen und letztlich vom argentinischen Militär abgebaut, wobei das Hauptinteresse Kupfererz war (s.o. > Geschichte). Seit etwa 1994 wird der Bergbau von der Minera Andina S.A. betrieben. Mina Capillitas ist das größte argentinische Bergwerk mit mehr als 26 km Gängen und 36 Einzelgruben, darunter die wichtigsten Gänge Capillitas, Carmelitas, La Rosario, Ortiz, Restauradora und 25 de Mayo.

Die Erzmineralisation ist an miozänisch-pliozänische vulkanische Gesteine (Rhyolithe, Tuffe und Brekzien) in paläozoischem Granit gebunden. Rhodochrosit findet sich in sämtlichen Gängen der Lagerstätten und ist botryoidal (nierig, warzig, glaskopfartig), meist jedoch massiv. Im Jahr 1986 entdeckte man einen Hohlraum mit riesigen Stalaktiten, deren Zapfen 1/2 bis 20 cm dick und bis über 4,50 m lang waren. Leider wurde diese einmalige Höhle bereits bis Anfang 1987 durch vollständigen Abbau der Stalaktiten zerstört. Viele der dünneren Stalaktiten waren zuammengewachsen und bildeten dann dickere Tropfsteinaggregate mit mehreren Zentren.

Charakteristikum der Capillitas-Rhodochrosite ist deren bänderartige Struktur, welche durch rhytmische Ausfällungen entstand. Manche Aggregate haben bis 30 solcher meist feinen Bänder bis zu 5 cm Dicke, welche oft weiße oder rosafarbene kristalline Zwischenlagen aus Manganocalcit (Carbonatringe) und seltener Chalcedon haben. Aus anderen Zonen stammen Sulfide, die mit Rhodochrosit verheilt sind, d.h., das Mineral hat sich um Sulfidkerne angelagert. Perfekte rhomboedrische Kristalle von 3-5 mm sind äußerst rar und finden sich nur in wenigen kleineren Drusen.

Die Entdeckung und Zerstörung der weltgrößten Stalaktit-Höhle
Originalbericht von Dr. Jorge A. Saadi (s.u. > Literatur)

"Gegen Ende Dezember 1986, während des normalen Abbaus von gewöhnlichem Rhodochrosit auf dem Gang 25 de Mayo (auf der 15. Sohle der Mina Capillitas) wurde beim Öffnen der Gangdecke ein gewaltiger Hohlraum entdeckt, dessen Anblick an ein Wunder grenzte. Die Wände der Höhle waren komplett mit dicken stalaktitischen Formationen bedeckt und mächtige zusammengewachsene Stalaktiten hingen von der Höhlendecke. Während die Abbau-Arbeiten wegen des Sommeranfangs verzögert waren, hatte ich die Möglichkeit, während ich die Ferien in meinem Geburtsort Andalgalá verbrachte, diese Stalaktit-Höhle zu besichtigen. Dies wurde mir durch den Capillitas-Lagerstättengeologen der Bergbau-Betreibergesellschaft Establicimiento Minero Capillitas ermöglicht, der mir von diesem Fund berichtete. Nach Angaben der ältesten Bergleute der Grube war dies der größte je gefundene Hohlraum mit einem Durchmesser von 2,5 m und einer einsehbaren Höhe von ca. 4,5 m; die Stalaktiten hatten Durchmesser bis 20 cm.

Meine erste Besichtung blieb auch die einzige Gelegenheit, diese herausragend schöne Formation zu bewundern, ein wahres geologisches Monument. Bei diesem Besuch habe ich 18 Fotos von der Höhle gemacht, wobei das nebenstehende mit Stalaktiten zwischen 9 und 20 cm das beste ist.

Es ist bedauernswert, dass alle Anstrengungen und Bemühungen, dieses Naturwunder für die Wissenschaft, die Kultur und die Bildung als geologisch-mineralogisches Erbe zu bewahren, nutzlos waren. Es gab keinerlei Notwendigkeit, diesen Hohlraum als gewöhnlichen Rhodochrosit abzubauen. Bei einem zweiten Besuch im Februar 1987, bei welchem wir die bergbaulichen Aufgaben zur Konservation des Hohlraumes definieren wollten, war dieser bereits zerstört - aus Dummheit und aus Ignoranz, mit der alleinigen Absicht, mit den Rhodochrosit-Stalaktiten Geschäfte zu machen."

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit-Stalaktit (Zapfen) mit äußerlich umwachsenen Kristallen Größe 6,6x2.1 cm Mina Capillitas, Andalgalá

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Geschnittener Rhodochrosit-Stalaktit mit deutlich sichtbarem Nährkanal. Die weißen Zentren bestehen aus winzigen Rhodochrosit-Kristallen Größe 12,2x9,6 cm Mina Capillitas, Andalgalá

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Geschnittener und anpolierter Querschnitt durch einen Stalaktiten mit 19,6x13,1 cm Durchmesser welcher durch Zusammenwachsen von vielen kleineren Stalaktiten entstanden ist Mina Capillitas, Andalgalá

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Ein weiterer anpolierter Querschnitt eines Stalaktiten Größe: 11 x 6 cm

JHM

Mexiko

Die schönsten und größten Rhodochrosit-Kristalle aus Mexiko kamen aus dem silikatischen Erzkörper der Mina El Potosí der Lagerstätte Francisco Portillo, Municipio de Aquiles Serdán in Chihuhua. Die feinen, rosaroten Kristalle aus diesem Vorkommen sind bis zu 8 cm lang, wobei ihre Kristallform sich mit zunehmender Größe vom Rhomboeder zum Skalenoeder ändert. Es kommen auch botryoidale Aggregate aus kleinen rhomboedrischen Kristallen vor. Die häufigsten Begleitmineralien sind Galenit, Sphalerit, Fluorit, Kutnohorit und Hübnerit.

Gut ausgebildete Rhodochrosit-Skalenoeder und Rhomboeder wurden in der Blei-, Zink-, Kupfer-Lagerstätte Santa Eulalia, nahe Aquiles Serdan, Chihuahua gefunden. Die Kristalle können bis über 3 cm groß sein und sind oft mit Chalkopyrit vergesellschaftet.

Weitere mexikanische Fundstellen sind Naica (Chihuahua) mit Kristallen bis 3 cm, Cananea (Sonora) mit bis zu 4 cm großen Kristallen auf Pyrit oder Quarz, sowie Nacozari de Garcia (Sonora) mit Kristallen von bis 2 cm. Aus einem neueren Fund in Los Remedios (Taxco) stammen farblich attraktive, jedoch sehr seltene Paragenesen aus Rhodochrosit mit Amethyst.

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Santa Eulalia, Chihuahua, Mexiko Größe: 3 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Seltene Paragenese Rhodochrosit mit Amethyst Los Remedios, Taxco, Mexiko Größe: 4x5,2 cm; ehem. Smmlg. Martin Zinn

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Botryoidaler Rhodochrosit auf Limonit Größe: 6x4,6 cm Aguiles Serdan, Chihuahua, Mexiko

Kevin Ward

Literatur

  • Angelelli,V., 1984; Yacimientos metalíferos de la República Argentina
  • Art Petrus, 2004; Rodocrosita-Rosa el Inca
  • Crowley,J.A., Currier,R.H., Szenics,T., 1991; Mines and Minerals of Peru; Min.Record:28, 4 (special Peru edition)
  • Galloni,E., 1950; Capillitite. Am.Min.:27, 562-570
  • Mansfeld,F., 1943; En busca de la Rosa del Inca
  • Marquez Zavalla,M.F., 1990: Mineralogia y genesis del yacimiento Capillitas, Catamarca, Rep. Argentina; 11. Congr. Argentino, San Juan, Acta:I, 344-347
  • Panczner, W.D., 1987; Minerals of Mexico
  • Saadi.J.A., 1988; Rodocrosita Argentina: Para la ciencia y el arte; Bol.Inst.Gem.Espan.:30, 8-20
  • Saadi,J.A., 1991; Monumento géologico diatremas, únicas en el mundo; portadoras de formaciones estalactiticas de rodocrosita, MInas Capillita, Andalgalá, Catamarca, Argentina; Bol.Inst.Gem.Espan.:33,38-43
  • Saadi,J.A., Seroka,P., 2006; Entdeckung und Zerstörung der Rhodochrosit-Stalaktithöhle in der Mina Capillitas, Andalgalá, Argentien; Persönliche Kommunikation


USA und Kanada

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Fluorit und Tetraedrit Sweet Home Mine, Colorado; Größe 5x6,5 cm

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Sweet Home Mine, Colorado Größe: 6,7x6,6 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Quarz Sweet Home Mine, Colorado 4,8x4,3 cm)

John Veevaert
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Sweet Home Mine, Colorado Größe: 7x7 cm

Kevin Ward

Auf die mehr als 100 bekannten Rhodochrositvorkommen der USA einzugehen, würde den Rahmen des Portraits sprengen. Alleine eine detaillierte Beschreibung der berühmtesten Fundstelle Sweet Home Mine gäbe genügend Stoff für ein Buch.

Die wahrscheinlich bekanntesten und schönsten Rhodochrosite der USA wurden in Blei-, Zink-, Silber-, Gold- und Molybdänerzgruben in 18 Landkreisen im Bundesstaat Colorado (meist in den Lagerstätten der San Juan-Berge) sowie in den Erzgruben von Butte, Montana gefunden.

Am bekanntesten sind die herrlichen Colorado-Stufen aus pinkfarbenen Rhomboedern, sehr schön mit aufsitzenden hellgrünen Fluorit-Oktaedern, vom American Tunnel (Sunnyside Mine, nahe Silverton, bzw. Gladstone), welche vom Ende der 1880er Jahre bis 1930 betrieben wurde. Von Mountain March (Ouray County, Kristalle bis 5 cm), von der Grizzly Bear Mine (Ouray County, rosettenförmige Aggregate auf Quarz sowie Rhomboeder bis 10 cm), sowie den Gruben Daniel Bonanza, Champion, Eagle, und Climax (aus der Ceresco Ridge südlich der Bartlett Mountains, welche von der Climax Corp. abgebaut wurde, stammen einige der schönsten, je in Colorado gefundenen kirschroten Rhodochrosite bis 8 cm Größe mit schlanken Quarzkristallen, Pyrit, tiefviolettem oder sogar smaragdgrünem Fluorit und Tetraedrit).

Die besten Rhodochrosite aus Montana kamen von der klassischen Emma Mine (Ancient Mine, Black Chief Mine; Butte, Silver Bow County), wo sie in gutausgebildeten hellpinkfarbenen Rhomboedern, meist mit Chalkopyrit vergesellschaftet, auftraten.

Sweet Home Mine, Fundstelle der weltbesten Rhodochrosite

Die Geschichte der Sweet Home Mine nahe Alma (Park County, San Juan Mountains, Colorado) begann 1873 mit der Exploration von Silber, welches mit mehr oder weniger Erfolg bis in die späten 1800er Jahre abgebaut wurde. Die erhoffte Bonanza wurde aber nie gefunden. Rhodochrosit war während dieser Epoche ein nicht brauchbares Mineral und wurde als Abfall auf Halden verbracht.

In einem Bergbaubericht vom Jahr 1876 wurden die ersten herrlichen Rhodochrosite erwähnt (Endlich, 1878). Kristalle gelangten bereits zwischen 1870 bis Anfang 1890 auf den Markt. Sie werden in alten Sammlungen mit Fundortangabe "Alma" oder "Colorado" bezeichnet. Bedingt durch stark flukturierende Weltmarktpreise für Silber dümpelte der Abbau bis in die 1950er Jahre, ein erneuter Abbau fand zwischen 1963 bis 1966 statt. Zwischen 1966 und 1990 bestand ein erfolgreicher Abbau von Rhodochrositstufen für den Sammlermarkt. Anfang 1991 investierte eine private Gruppe (geführt von Bryan Lees, einem bekannten Mineralienhändler in Golden, Colorado (Collector's Edge) und den Mitgliedern John Lucking, Gene Meieran, Martin Zinn) erneut in die Grube, um mit modernsten Explorations- und sorgfältigsten Abbaumethoden Rhodochrosite zu bergen. Dieses abenteuerliche private Vorhaben, welches sich als äußerst erfolgreich herausstellte, dürfte auf der Welt einmalig gewesen sein. Zwischen 1991 und 1992 gelangen die ersten Funde ausgezeichneter Kristalle, darunter Rhombeder bis 10 cm Kantenlänge. Am 21. August 1992 wurde die "Rainbow Pocket" entdeckt, ein komplett mit riesigen Rhodochrositkristallen ausgebildeter, ca. 1,5 m tiefen Hohlraum, aus dem u.a. der weltberühmteste Kristall "Alma King" sorgfältigst geborgen wurde. Zwischen Ende 1992 und 1996 wurden zahlreiche neue Linsen geöffnet, darunter die bekanntesten "Pockets" Good Luck (die attraktivsten, extrem scharfen kirschroten Kristalle), Corner (schöne Rhodochrosit-Quarz-Paragenese), Murphy's und Horse-shoe (fantastische Fluorite), Blue Moon und Hedgehog, Coors (deren aus Kristallen bestehende 2,45 x 2,13 m große Wand komplett rekonstruiert wurde und im Denver Museum of Natural History ausgestellt ist), Rob's, Scott's, Rodney's, Gerhart's u.a. In diesen sowohl für die Betreiber der Grube, als auch für die Sammler atemberaubenden Jahren, wurden die weltbesten und weltgrößten Rhodochrosit-Kristalle und Stufen gefunden. Ihr Marktwert wird auf über 6,0 Mio. US$ geschätzt. Der Riesenkristall "Alma King" wurde zu einem bisher nicht veröffentlichten Preis verkauft und dem Denver Museum gespendet.

Am 18. Oktober 2004 erklärte Bryan Lees, dass die weltbeste Rhodochrosit-Fundstelle nach fast 14 Jahren "Specimen Mining" für immer geschlossen sei, da ein weiterer Abbau von Sammlermineralien wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei.

Die Sweet Home-Rhodochrosite sind überwiegend pink- bis himbeerrote, die Schönsten aber kirschrote Rhomboeder, welche gewöhnlich mit Quarz- und/oder Tetraedrit-Kristallen vergesellschaftet sind. Kantenlängen bis 10 cm sind nicht selten. Der spektakulärste und weltgrößte Kristall ist 16,5 cm groß und wurde auf den Namen "Alma King" getauft. Dieser Kristall fiel bei der Öffnung der Kristallhöhle heraus und wurde originalgetreu wieder auf die Kristallplatte, sein ehemaliges "Bett" montiert. Unzählige Superstufen, nur aus perfekten, mehrere Zentimeter großen Kristallen bestehend, erreichen Größen bis 36 cm (u.a. aus der Blue Moon Pocket). Nicht wenige der farblich schönsten und transparentesten Kristalle wurden zu Schmucksteinen verschliffen. Neben Rhodochrosit tritt blauer bis blauvioletter, seltener farbloser, grüner, gelber, brauner, orangebrauner und äußerst selten rosafarbener Fluorit in Form von Hexaedern, Oktaedern, Rhombendokeaedern (die tiefblauen werden als Bleuberry-Crystals bezeichnet) und Würfel-Dodekaeder-Kombinationen auf Quarz mit Tetraedrit und Chalkopyrit auf. Die attraktivste Paragense sind Stufen aus perfekten, bis 4 cm großen Rhodochrosit-Romboedern mit ebenfalls bis zu 4 cm großen Fluoritwürfeln, sowie rosarote Rhodochrositkristalle auf hellvioletter Fluorit-Matrix.

In Colorado gibt es mehrere Mineralienmuseen, in welche die besten Stufen des Staates ausgestellt sind (Ouray County Museum; National Mining Hall of Fame and Museum, Leadville). Die spektakulärsten Rhodochrosite, inkl. des "Alma King" und einer Rekonstruktion der Kristallhöhle "Coors Pocket" befinden sich im Denver Museum of Natural History.

Im Jahr 2002 wurde Rhodochrosit von der Regierung des Bundesstaates Colorado als offizielles Staatsmineral von Colorado ernannt.


Rhodochrosit
Rhodochrosit

Sweet Home Mine, Colorado Größe: 2,5x2,5cm

Kiyoshi Kiikuni
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Sunny Side Mine Group, Silverton District, San Juan County, Colorado (6,5x8 cm)

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

American Tunnel Mine (Gold King Mine), Howardsville, Silverton District, San Juan Co., Colorado, USA; Ehem. Smmlg. J. Folch; Größe: 2,8 x 2,6 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Sweet Home Mine, Colorado Größe: 3,5x6,5 cm

Kevin Ward



Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit pseudomorph nach Serandit Begleiter Polylithionit; Größe 5x2x6,0x1,8 cm Poudrette Quarry, Mont Saint-Hilaire, Quebéc, Canada

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Fluorit und Tetraedrit Sweet Home Mine, Colorado (7,5x9 cm

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Emma Mine (Ancient Mine, Black Chief Mine) Butte, Butte District, Silver Bow County, Montana Größe: 4x6 cm

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Chalkopyrit Emma Mine, (Ancient Mine, Black Chief Mine), Butte, Butte District, Silver Bow County, Montana Größe 4,7x4,7x1,5 cm

Rob Lavinsky

Mont Saint-Hilaire, Quebéc, Canada

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Champion Mine, Cinnamon Pass, Park /Sherman) District Hinsdale County, Colorado (3,5x2,8 cm)

John W. Holfert
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Ägirin und Catapleit Poudrette Quarry, Mont Saint-Hilaire Quebéc, Canada (2,5 x 2,8 cm)

Jasun McAvoy

Rhodochrosit ist ein recht häufig auftretendes Mineral in frischen und in verwitterten Pegmatiten des weltberühmten Vorkommens Mont Saint-Hilaire und tritt in den unterschiedlichsten Formen auf. Im Lauf der Jahre, seitdem das Vorkommen von Sammlern besucht wird, sind viele ausgezeichnete Stufen, manche mit Kristallen bis 10 cm Länge gefunden worden. Das Mineral kommt meist in Form von einfachen Rhomboedern und in Aggregaten gekrümmter Rhomboeder als Drusen, Kugeln und Rosetten vor. Seltener sind dünne verzwillingte dreieckige Platten, Pseudo- Oktaeder, Skalenoeder, dünne hexagonale Platten und botryoidale Aggregate. Es wurden auch Pseudomorphosen von Rhodochrosit nach Serandit (bis 20 cm Größe) und nach anderen Mineralien geborgen. Die besten Stufen wurden zwischen 1970 und 1981 im Demix Quarry gefunden, darunter tiefrote dreieckige Platten bis 6 cm. Seit 1984 fand man einige sehr große, jedoch weniger attraktive Kristalle im Poudrette Quarry. Manche Rhodochrosite sind dunkelbraun bis schwarz, bedingt durch partielle Alterung zu Birnessit.


Die berühmtesten Fundstellen der USA

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Sunnyside Mine, Eureka Gulch, San Juan Mountains Sun Juan County, Colorado; 1979 Foto: USGS-Public Domain

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Climax Mine
Climax Mine

Climax Mine, Lake County, Colorado 1940; Foto: USGS-Public Domain

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Sweet Home Mine
Sweet Home Mine

Halden am Schacht der Sweet Home Mine am Fuß des Mt. Bross, Nordteil der Mosquito-Range, Park County, nahe Alma, Colorado (2003)

Jake Kramer

Literatur

  • Bancroft,P., 1984; Gem and Crystal Treasures
  • Del Rio, S.M., 1960; Mineral resources of Colorado. 1st sequel. State f Colorado Mineral Resources Board
  • Eckel,E.B., Cobban,R.J., Foord,E.E., Kile,D., Modreski,P.J., Murphy,J.W.; 1997; The minerals of Colorado; Denver; Friends of Mineralogy Colorado Chapter
  • Harringer, R., 1974; Minerals of the San Juan mining region; Lap. Journ.:28, 656-662
  • Henderson,C.W., 1926; Mining in Colorado; USGS Prof.Papers:138
  • Holmes,R.W., Kennedy,M.B., 1983; The mines and minerals of the Great American Rift; Rocks & Min.:75, 311-312 (Champion Mine)
  • Horvath,L., Gault,R.A., 1990; The mineralogy of Mont Saint-Hilaire, Quebec. Min.Record:21,4 (MSH special edition)
  • Jones,R., 1994; Colorado's rhodochrosite. Rock & Gem:23(2), 42-43, 45-46
  • Kosnar,R.A., Miller, H.W., 1976; Crystallized minerals of the Colorado mineral belt; Min.Record:7, 278-291
  • Moore,T., Lees,B.K., Wenrich,K.J., Voynick,S., Murphy,J.A., Hurlbut, J.A., Reynolds,T.J., Aumente-Modreski,R., Misantoni,D., Silberman,M.J., 1998; The Sweet Home Mine; Min.Record:29,4,1-196 (Sweet Home special edition)


Afrika

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit auf Manganit N'Chwaning Mines, Kalahari, Südafrika Größe 2,5x3,3 cm

Kiyoshi Kiikuni
Rhodochrosit
Rhodochrosit

N'Chwaning Mines, Kalahari, Südafrika

Fabre Minerals
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit-Skalenoeder auf Manganit N'Chwaning Mines, Kalahari, Südafrika Größe: 3,2x2,7 cm

John Veevaert
Rhodochrosit
Rhodochrosit

N'Chwaning Mines, Kalahari, Südafrika Ehem. Smmlg. J. Zweibel (3,5x4 cm)

John Veevaert

Südlich der Großen Kalahari-Wüste in der Northern Cape Province von Südafrika, ca. 60 km norwestlich des Städtchens Kuruman, liegt das Kalahari Manganese Field (Kalahari Manganerzfeld), die größten Manganerz-Lagerstätten der Welt. Die Vorkommen wurden bereits 1907 beschrieben und ein erster Abbau fand in der Black Rock Mine von 1935-1940 statt. Eingehende Explorationen wurden jedoch erst in den 1940er Jahren durchgeführt. Im Jahr 1972 begann die Förderung in der Grube N'Chwaning.

Das Kalahari Manganerzfeld gehört wegen der Vielzahl seiner z.T. seltenen Mineralien sowie dem Vorkommen von weltbestem Rhodochrosit, Hausmannit, Hämatit, Sturmanit, Ettringit, Kutnohorit, Inesit u.a. zu den klassischen Mineralfundorten der Welt.

Rhodochrosit war das Mineral, welches das Kalahari Manganerzfeld berühmt machte, lange, bevor der wahre Mineralienreichtunm der weltgrößten Manganerz-Lagerstätte entdeckt wurde. Die ersten Stufen kamen aus dem alten Hotazel-Tagebau, sind jedoch von ihrer Qualität her nicht mit den spektakulären Funden der späteren Jahre vergleichbar. Zwischen 1964 bis 1967 kamen aus Hotazel in größerer Menge Stufen mit skalenoedrischen Kristallen bis zu 4 cm.

Zehn Jahre später, zwischen 1977 und 1978, wurden noch aufsehenerregendere Rhodochrosite in der N'Chwaning I-Grube gefunden, von der Ausbildung, der Farbe, dem Glanz und der Perfektion bisher unübertroffen. Bis zu 7 cm dunkel- bis fast blutrote große Kristalle als Stufen gehören mittlerweile zu den Weltklassikern. Außer den scharfen Skalenoedern kommen prismatische Kristalle sowie garbenförmige, botryoidale und stalaktitische, im Inneren gebänderte Aggregate vor, die letzteren sind charakteristisch für Hotazel und N'Chwaning. Als Begleitmineralien des Rhodochrosit treten Manganit, Todorokit, Chalcedon, Quarz und Gips auf.

Die Rhodochrosite aus der hydrothermalen Lagerstätte Wessels sind im Vergleich zu den o.a. Weltklasse-Kristallen von Hotazel und N'Chwaning eher "gewöhnlich". Sie bilden bis max. 3 cm große einfache Rhomboeder. Typische Paragenesen sind mit Hämatit, Jakobsit, Gageit, Shigait, Baryt, Caryopilit und Leucophoenicit. Es kommen auch Pseudomorphosen von Rhodochrosit nach Baryt und Calcit vor.

Aus den riesigen Manganit-Psilomelan-Lagerstätten Moanda (Haute-Ogué, Gabun, mit den Einzellagerstätten auf den Massengo-, Okouma-, Bafoula- und Bangombe-Plateaus, übergehend im Yéyé-Maila Plateau in die Republik Kongo), stammen prächtige braunrote skalenoedrische Rhodochrosite bis mehrere Zentimeter Größe, welche an die berühmten Kristalle der Grube Wolf erinnern. Weitere afrikanische Rhodochrosit-Vorkommen liegen im östlichen Teil des Berges Gedem, nahe Massawa in Äthiopien. In Allaikaleib (Sudan) kommt Rhodochrosit mit Rhodonit und Spessartin neben Manganoxiden vor.


Rhodochrosit
Rhodochrosit

N'Chwaning Mines, Kalahari, Südafrika

John Veevaert
Rhodochrosit
Rhodochrosit

N'Chwaning Mines, Kalahari, Südafrika Größe: 1,7x1,3 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Mit drusigem Quarz überzogener kugeliger Rhodochrosit auf Manganit (5x3 cm) N'Chwaning Mines, Kalahari, Südafrika

John Veevaert

Literatur

  • Cairncross,B., Beukes,N., Gutzmer,J., 1997; The manganese adventure - the South African manganese fields. Assoc. Ore & Metal Ltd., Johannesburg, South Africa
  • Cairncross,B., Gutzmer,J., 2002; Spectacular minerals from the Kalahari manganese field, South Africa. Rocks % Min.:3/4 2002
  • de Kun,N., 1965; The mineral resources of Africa
  • Grobelaar,W.S., 1988; The NChwaning manganese mine of the Kalahari Manganese Field. Geobull.: 31,2, 34-35
  • Kabesh,M.L., Afia, M.S., 1961; The manganeseore deposits of the Sudan; Sudan Geol.Surv.Dept.Bull.:9,1-13
  • MBendi Profile, 2005; N'Chwaning Manganese Mine Upgrade ( www.mbendi.co.za)
  • Wilson,W.E., Dunn,P.J., 1978; Famous mineral localities : The Kalahari Manganese Field (Cape province, South Africa). MinRecord:9,137-153
  • Von Bezing, K.L., Gutzmer,J., 1994; Das Kalahari Manganerzfeld und seine Mineralien (II). Min.Welt:5,5,41-59

Asien

Rhodochrosit
Rhodochrosit

Oppu Mine, Naka-Tsugaru-Gun, Aomori, Honshu

Dan Weinrich
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Oppu Mine, Naka-Tsugaru-Gun, Aomori, Honshu Größe: 15x13 cm

Mark Wrigley

Asiens wohl bekannteste Rhodochrositstufen stammen aus der Grube Oppu (aktuell Sunakose; Nishimeya-Mura, Naka-Tsugaru-Gun, Shirakami-Gebirge, Präfektur Aomori, Insel Honshu) in Japan. Die Lagerstätte wurde erstmalig im Jahr 807 erwähnt, obwohl das hier vorkommende Kupfererz schon sehr lange vorher abgebaut wurde. Die berühmten rosafarbenen Rhodochrosite kommen traubig-nierig bis warzig vor. Nicht weniger attraktiv sind Rhodochrosite aus Japans größter Manganerz-Lagerstätte Inakuraishi, Shakotan-Halbinsel, Provinz Shiribeshi, Insel Hokkaido (aufgelassen), eines der wenigen Vorkommen auf der Welt, wo Rhodochrosit als Erz abgebaut wurde. Weitere bekannte japanische Vorkommen von Rhodochrosit sind die Gruben Oye (Hokkaido, Rhomboeder bis 1 cm mit Chalkopyrit, Pyrit und Sphalerit), Taisei (Oishi-Grube, Akita, Honshu; glänzende Rhomboeder mit Alabandit und Calcit), Rendaiji (Cu-Au-Ag-Lagerstätte, Shizuoka, Honshu, botryoidale Aggregate) und Kuradani (Ishikawa, Honshu, rosettenartige Aggregate und flache Rhomboeder mit Galenit, Chalkopyrit, Pyrit und Jamesonit).

Rhodochrosite aus Kasachstan stammen von der Eisen-, Mangan-, Blei-, Zink-, Baryt-Lagerstätte Ushkatan (Ushkatyn) im Dreieck zwischen den Städten Atasu, Karazhal und Zhairem (fast metallisch glänzend wirkende wein- kupferrote botryoidale Rhodochrosit-Krusten auf massivem Rhodochrosit) und von den W-Mo-Lagerstätten im Kounrad-Massiv (Balkash-Karatas-Region, Qaraghandy (Karaganda)-Oblast (ehem. Dhzezkazgan-Oblast), wo sie zusammen mit Quarz und seltener mit gut ausgebildeten Bertrandit-Kristallen auftreten.

Über die Neufunde von Rhodochrositen aus China ist wenig bekannt. Die Stufen (oft mit Quarz) tragen als Fundortbezeichnungen Daye (wahrscheinlich Shitouzui Fe-Cu-Grube Daye County, Hubei), Liubao, Landkreis Cangwu , Präfektur Wuzhou, Autonome Region Guangxi Zhuang und Yaogangxian, (Wolframerz-Grube im Yizhang County, Hunan, bekannt für ausgezeichneten Ferberit und Fluorit). Seit dem Jahr 2000 wurden Rhodochrositstufen, vergesellschaftet mit blassrosa Apatit, blauem Fluorit, Chalkopyrit, Sphalerit und Quarz aus der Grube Lamo, Revier Nandan-Heichi (Guanxi) angeboten.


Rhodochrosit
Rhodochrosit

Oppu Mine, Naka-Tsugaru-Gun, Aomori, Honshu

Dan Weinrich
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit mit Bertrandit Kounrad, Balkasch-See, Karaganda Oblast Fund um 1970; Größe 5x4,5 cm

Kevin Ward
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Botryoidaler Rhodochrosit Ushkaty, Region Zhaiem

Aletsch
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit pseudomorph nach Calcit
Oppu Mine, Naka-Tsugaru-Gun, Aomori, Honshu
Größe: 5 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Rhodochrosit - Schwimmerkristall; Liubao, Landkreis Cangwu , Präfektur Wuzhou, Autonome Region Guangxi Zhuang, China; Größe: 6,5 x 3 cm

Rob Lavinsky
Rhodochrosit
Rhodochrosit

Liubao, Landkreis Cangwu , Präfektur Wuzhou, Autonome Region Guangxi Zhuang, China; Größe: 3,4 x 4,8 cm

Rob Lavinsky

Literatur

  • Geological Survey of Japan; 1970; Introduction to Japanese Minerals
  • Ito,T., 1937; Japanese minerals in pictures
  • Kinoshita,K., 1994; Colored illustrations of economic minerals; 24. Aufl.
  • Ottens,B., 2006; Chinesisches Tagebuch (III); Lapis:10,32-33
  • Ren Kai-Wen, 1980; Minerals in China. Mus. of Geology, Ministry of Geology, Shanghai
  • Sadanaga,R., Bunno,M., 1974; The Wakabayashi Mineral Collection; Tokyo Univ. Mus. Bull.: 7
  • Shabad,T., 1969; Basic industrial resources of the USSR.
  • Smith,B. und C., 2005; A guide to mineral localities in China; Min.Record:36,1 (China special edition)
  • Wada,T., 1904; Minerals of Japan
  • Yang Zunyi,, Cheng Yuqui, Wang Hongzhen, 1986; The Geology of China. Oxford; Clarendon Press


Quellenangaben


Links


Einordnung