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Seltene Erden

Weltnachfrage- und Angebot Seltener Erden
Weltnachfrage- und Angebot Seltener Erden

REE Nachfrage- und Angebotsvorausschau bis 2014;
IFRI Studie (Institut Français des Relations Internationales.

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Der globale Markt für Seltene Erden 2011-2015



Weltweiter Verbrauch und Nachfrage


Der weltweite Verbrauch an Seltenen Erden wird unterschiedlich angegeben. Am verlässlichsten erscheinen die Angaben von Du und Graedel (2011), wonach 2007 rund 90.000 to SEE verbraucht wurden, darunter 28.000 to Cerium und 22.000 to Lanthan. Kingsnorth (2010) gibt die weltweite Nachfrage nach REO im Jahr 2010 mit 125.000 to an, Lynas Corporation (2011a) schätzt sie im selben Jahr auf 136.100 to. Die Nachfrage liegt allgemein über dem tatsächlichen Verbrauch. Der amerikanische USGS schätzt die globale Nachfrage auf ca. 134.000 to pro Jahr und eine jährliche Produktion von ca. 124.000 to, wobei Engpässe durch Lagerbestände und Halden auf Abruf beseitigt werden können. Die Reserven an REE werden von USGS weltweit auf 100 mio to geschätzt; d.h., selbst, wenn die Nachfrage jedes Jahr um 5% steigen würde, wären die Reserven ausreichend für die nächsten 1.000 Jahre.

Der Verbrauch an Seltenen Erden in Deutschland entspricht in etwa dem Außenhandelssaldo, weil keine Primärproduktion stattfindet und das Recycling minimal ist. Deutschland importierte im Jahr 2008 nach Angaben der BGR (RoSit 2009) 673 Tonnen Cer-Verbindungen und 430 Tonnen Seltene Erden als Metalle.


Seltene Erden - ein geopolitisches Problemspiel


Der Abbau von Vorkommen von REE ist sehr kostenintensiv. China dominiert den Markt (2007: 95 Prozent des Weltmarkts, 2010: 97 Prozent), und hat zu Beginn 2011 die Exportmengen zum wiederholten Mal gedrosselt. Für einige Metalle soll ein komplettes Exportverbot gelten (Yttrium, Thulium und Terbium) und für Neodym, Lanthan, Cer und Europium eine Exportquote von 35.000 Tonnen. China möchte mit dieser Politik erreichen, dass die Produktion von Schlüsseltechnologien im eigenen Land durchgeführt wird.

Im Oktober 2010 wurden die Exportbeschränkungen weiter verschärft. Für 2010 wurde eine Quote von nur noch 30.300 Tonnen festgelegt. Diese war bereits Ende August zu 94 Prozent aufgebraucht (28.500 to). Vor allem für das zweite Halbjahr wurden die Exporte massiv eingeschränkt (8000 Tonnen gegenüber 28.000 Tonnen im zweiten Halbjahr 2009). Auch die Annahme, wonach diese Politik dazu diene, westliche Produktion nach China zu verlagern, wird inzwischen angezweifelt, zumal es zunehmend Berichte westlicher Unternehmen gibt, dass ihre Werke in China gegenüber den einheimischen Unternehmen benachteiligt würden.

Im Jahre 2010 wurden 95 Prozent der Seltenen Erden in China gefördert, allerdings waren bis in die 1990er Jahre hinein die USA das Hauptförderland. Wegen der niedrigen Kosten in China wurde die Förderung in den USA unrentabel. Wegen der begrenzenden Maßnahmen Chinas will das Bergbauunternehmen Molycorp Minerals den Abbau in den USA wieder aufnehmen. Jedoch fehlen US-Unternehmen inzwischen auch Förderpatente.

Im Streit um eine im Januar 2011 geplante Erhöhung der Ausfuhrzölle für seltene Erden kündigten die USA im Dezember 2010 an, die Volksrepublik China notfalls vor der WTO zu verklagen.

Kritisch ist die Situation von China und Japan, da beide Staaten Anspruch auf das erdöl- und erdgasreiche Gebiet der Senkaku-Inseln erheben. Nach der Verhaftung des Kapitäns eines chinesischen Fischkutters, der ein Boot der japanischen Küstenwache gerammt hatte, kam es zu einer Blockierung der Lieferungen von Seltenerdmetallen nach Japan, die erst endete, nachdem der Kapitän aus der Haft entlassen und nach China ausgeflogen worden war. Japanische Unternehmen treffen inzwischen Vorsorgemaßnahmen. So hat Toyota eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die die Versorgung mit Seltenerdmetallen sicherstellen soll. Auch das japanische Ministerium für Handel und Wirtschaft hat sich inzwischen des Problems angenommen und versucht anhand einer Unternehmensbefragung einen Überblick über die Lage zu gewinnen.

Nach Angaben von Geologen liegen vor allem auf Grönland und in Canada weitere potentielle Abbaugebiete; so könne ein Areal im grönländischen Kvanefjeld bis zu 100.000 Tonnen Seltene Erden pro Jahr abwerfen, die der Menge der derzeitigen Gesamtproduktion Chinas von 130.000 Tonnen pro Jahr nahe käme. Der Abbau in Grönland könne jedoch frühestens im Jahre 2015 beginnen. Befürchtungen besonders in Kreisen der deutschen Industrie, wonach die Belieferung mit Seltenen Erden wegen der chinesischen Exportpolitik in Zukunft zu Engpässen führen könnte, haben sich allerdings entspannt, seitdem Bergbaukonzerne neue Förderungen Seltener Erden in verschiedenen Erdteilen angekündigt und dafür teilweise stillgelegte Minen wieder reaktiviert haben. Um 2015 dürfte sich die Knappheit an Seltenen Erden wieder legen. (Quelle: wikipedia: Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar)


Zum Verständnis von Chinas Rolle im Globalen Markt für Seltene Erden


Mit der Ablösung der kalifornischen Mine Mountain Pass (1)als weltweit wichtigste Lagerstätte von REE durch die chinesische Lagerstätte Bayan-Obo Anfang der 90er Jahre begann der Aufstieg Chinas zum quasi alleinigen Förderer von Seltenen Erden. Stark umweltschädigende Abbaumethoden und geringe Lohnkosten führten danach zu einer massiven Angebotsausweitung, sinkenden Preisen und schließlich zu einer Verdrängung der unprofitabel gewordenen westlichen Minen .

Heute (2011) ist China das einzige nennenswerte Förderland. USGS-Datenzufolge stammten 2010 etwa 97% der weltweiten Förderung von REE aus China. Noch vor 20 Jahren lag der Marktanteil Chinas bei weniger als einem Drittel. Kritisch ist die starke Konzentration der Angebotsseite aus westlicher Sicht, insbesondere aufgrund der rigiden Exportbeschränkungen von Seltenen Erden, die China zuletzt noch ausgeweitet hat. Als Grund für die Ausfuhrrestriktionen führen die chinesischen Behörden die starke Umweltbelastung bei der Produktion sowie die hohe Binnennachfrage an. Schätzungen zufolge könnte das Land bereits 2012/2013seine komplette Produktion selbst verbrauchen. Zudem gehen die Planungsbehörden Chinas davon aus, dass die Ressourcen an HREE nur noch etwa 15 Jahre reichen werden. In Regierungskreisen wird daher bereits darüber nachgedacht einen signifikanten Teil der heimischen REO als Strategische Reserve einzulagern.

(1) Zu bedenken ist, dass es geschätzt 15 Jahre dauern kann, bis die Mountain Pass Mine wieder auf ihr ehemaliges Förderniveau kommen und wieder in die globale / nationale Versorhgungskette re-integriert werden kann. Bis dahin werden Unternehmen, welche sich mit "grünen Technologien" (Windkraft etc.) befassen, wohl oder übel ihre Tätigkeiten nach China auslagern um Zugriff auf die technologisch erforderlichen REE zu haben, da China die Exporte beenden oder drastisch zügeln wird. Im Umkehrschluss heißt das aber, dass China dann das erforderliche know-how erhalten wird, um die eigene Industrie via joint-ventures mit ausländischen Firmen zu stärken und zukünftig Arbeitsplätze in einem zukünftig bedeutenden Industriezweig zu schaffen. Wie immer man auch spekuliert: China wird das Rennen um die REE machen und hat bereits seit dem Start gewonnen.


China stoppt Produktion Seltener Erden


Einer Pressemitteilung zufolge hat am 19. Oktober das Unternehmen Baogao Rare Earth, das 90 Prozent der REE-Produktion im Norden Chinas kontrolliert, mit der Herstellung Seltener Erden aufgehört . Seit dem 20. Oktober 2011 stehen auch die Abbau- und Produktionsanlagen des führenden südchinesischen Bergbauunternehmen Ganzhou Rare Earth still. "Es gibt nun in den Minen keine Stromversorgung mehr. Der Produktionsstopp könnte drei bis fünf Monate dauern", sagte ein hoher Manager der Firma gegenüber der Tageszeitung Economic Information Die Schlüsselunternehmen der Branche ergriffen somit gleichzeitig die gleichen Maßnahmen, um das Angebot zu verringern und damit ein Absinken des Preises in großem Maßstab zu vermeiden. Die Preise der Seltenen Erden erlebten im laufenden Jahr große Schwankungen. Seit Jahresanfang sind sie im Durchschnitt um 200 Prozent gestiegen, erreichten im Juni und Juli einen Höhepunkt. Das seltene Metall Praseodym kostete damals 1,3 bis 1,35 Millionen Yuan pro Tonne und Terbium sogar zwischen 26 und 27 Millionen. Aber im dritten Jahresquartal begannen die Preise zu sinken, weil die Nachfrage rapide gesunken war. Fast zwei Drittel der Verarbeitungsbetriebe haben mit der Produktion ganz oder teilweise aufgehört. Im Vergleich zum Höhepunkt sind die Preise mancher Seltener Erden um 20 Prozent gefallen. Terbium kostet nun zwischen 20 und 22 Millionen Yuan, Paseodym 1,2 bis 1,25 Millionen Yuan. (Quelle: www.german.china.org.cn)



Literatur / Quellen


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