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Seltene Erden

REE - Gewinnung in China
REE - Gewinnung in China

Ein Arbeiter der Schmelzerei Jinyuan nahe der
Stadt Damao in der Inneren Mongolei beim
Eingießen des REE-Metalls Lanthan in eine Form;
Quelle: Đặng-Vũ Chính's News.

Dang-Vu Chinh

Seltene Erden - Fluch oder Segen?




Die Auswirkungen von Seltenen Erden auf Umwelt und Gesundheit ergeben sich durch ihr vergesellschaftetes Vorkommen mit radioaktivem Thorium und/oder Uran und dem hohen Trennungsaufwand (Energie- und Chemikalieneinsatz). Durch Eintrag in Böden und Gewässer können daher gravierende Umweltprobleme und durch Exposition am Arbeitsplatz und Kontamination von Nahrung ernsthafte Gesundheitsprobleme verursacht werden.

Chinas Seltene Erden im Sonderangebot

(Jost Wübbeke und Jingjie Hou zeigen einen Ausschnitt der Debatte, die derzeit im chinesischen Internet geführt wird. http://www.stimmen-aus-china.de vom 26.11.2010)

Die chinesische Produktion stellt derzeit 97% der weltweiten Nachfrage nach Seltenen Erden. Die Metalle werden unter anderem für erneuerbare Technologien und Hightech benötigt, wie zum Beispiel Windkraftanlagen, Laptops, Hybrid-Autos oder Energiesparlampen. Obwohl auch andere Länder ausreichend Vorkommen haben, hat sich die Produktion aufgrund der niedrigen Arbeitskosten und Umweltstandards fast vollends nach China verlagert. Doch die Regierung fährt nun einen harten Kurs gegen illegale Minen und will Umweltstandards härter durchsetzen. Auch die inländische Nachfrage nimmt rasant zu. Seit ca. fünf Jahren gibt es Exportquoten und im Inselstreit mit Japan soll China die Ausfuhr nach Japan sogar kurzfristig gestoppt haben. Obwohl China versichert hat, den Export aufrechtzuerhalten, ist die Verunsicherung im Westen groß.

Bloggerin Xiao Chen kritisiert, dass China seine eigene Ressourcen und Umwelt erschöpft, um andere Länder billig mit Seltenen Erden zu versorgen:

"Aufgrund seines Technologierückstandes hat China stets Ressourcen zu niedrigen Preisen und keine weiterverarbeiteten Produkte exportiert. Ein solch niedriger Preis ist natürlich verlockend. Mit dem Preis der Umweltzerstörung hat China Geld in die Taschen der Importländer gescheffelt. Natürlich wissen Länder wie Amerika um den Wert der Seltenen Erden und die Kosten ihrer Ausbeutung. Seit sie die Ausbeutung von Seltenen Erden selbst gestoppt haben, stützen sie sich vollständig auf den Export aus China und legen sogar noch Reserven an." Den westlichen Diskurs über Ressourcenknappheit hält sie für heuchlerisch:

"Einige westliche Staaten lamentieren ununterbrochen von extremer Knappheit von Ressourcen und Seltenen Erden. Aber, ist das wirklich so? Die Wahrheit sieht anders aus. Sie sehen China als Rohstoffproduzenten an, an welchen (die aus den Rohstoffen produzierten) weiterverarbeiteten Produkte dann wieder zu hohen Preisen verkauft werden können (...) Die Exportbeschränkungen Chinas konterkarieren natürlich ihr Verlangen. Selbstverständlich stößt dass auf Unzufriedenheit. Aber die chinesische Regierung hat vollkommen korrekt gehandelt, die Ressourcenextraktion zu beschränken und unsere Umwelt zu schützen. So können wir zugleich die Regeln der WTO befolgen."

Blogger Liu Huajie problematisiert die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt in der weltgrößten Seltenerd-Mine bei Baotou:

"Chinas Hauptstadt der Seltenen Erden, Bayan Obo, wird derzeit vom Raubbau "fast überfallen". Das Grundwasser wird erheblich verschmutzt, die Äcker veröden, das Vieh verendet zum Großteil. In der Gegend um das Auffangbecken der Bao-Steel Group Weiterverarbeitungsanlage für Seltene Erden, welches nur 10 Kilometer vom Gelben Fluss entfernt ist, verschärft sich die Strahlenverseuchung täglich. Mit einer Geschwindigkeit von 300 Metern pro Jahr sickert das Wasser des Staubeckens Richtung Gelben Fluss durch. Experten meinen, dass ein Erdbeben oder heftige Niederschläge den Damm zum Zusammenbrechen bringen könnten und die Abwasser sich dann in den Gelben Fluss ergießen. Das wäre eine Umweltkatastrophe, die die Verschmutzung des Songhua-Flusses im Jahr 2005 noch in den Schatten stellen würde...Eine weitere Folge der ungezügelten Erschließung von Seltenen Erden ist die Desertifizierung der mongolischen Steppen und der Zunahme von Sandstürmen. Die bedrohen nicht nur Peking, der Sand weht bis nach Japan und Taiwan."

Selten Unnachhaltig - Seltene Erden und Umweltverschmutzung in China

(ein Beitrag von Jost Wübbeke und Roman Serdar Mendle in http://www.stimmen-aus-china.de vom 26.4.2011)

Seltene Erden werden in Windanlagen, Hybrid-Autos, Laptops und vielen weiteren Hochtechnologie-Produkten verbaut. In den nächsten Jahren sollen 20% bis 25% der Windkraftanlagen mit leistungsstarken Magneten aus dem Seltenerd-Metall Neodym ausgestattet sein. China produziert derzeit 97% der weltweiten Seltenen Erden, davon allein fast 50% in der Mine Bayan Obo (mongolisch für wunderbarer Berg des Reichtums) in der Inneren Mongolei. Der restliche Abbau findet in den Provinzen Sichuan, Jiangxi und Guangdong statt. Doch Extraktion und Verarbeitung der Seltenen Erden führen zu massiven Umweltbelastungen. Inzwischen handelt die Zentralregierung, doch viele Probleme sind noch ungelöst.

Im Westteil der innermongolischen Stadt Baotou werden die Seltenen Erden aus Bayan Obo weiterverarbeit. Abfallstoffe des Verfeinerungsprozesses wie giftige Chemikalien und radioaktive Substanzen landen in einem 12 km langen Auffangbecken, dem „See der Seltenen Erden". In den vergangenen Jahren haben sich vermutlich 150 Millionen Tonnen schlammiger Abraum dort angesammelt. Laut Blogger Fanling ist das Auffangbecken ein Paradebeispiel für Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung: "Durch den langjährigen Eisenabbau hat sich ein Abraumdamm von 150 Millionen Tonnen Gesamtmenge angesammelt. Darunter sind 9,3 Millionen Tonnen Seltene Erden und 90.000 Tonnen Thorium. Damit hinterlassen wir nachfolgenden Generationen eine neue Mine, die wir erhalten sollten. Vor allem sollten wir verhindern, dass die Vorkommen durch Erosion in der Umgebung verstreut werden. Der Seegrund ist nicht an allen Stellen gleich tief. Ein Teil des pulverigen Abraumes ragt aus dem Wasser heraus und wird vom Wind zerstreut, wodurch er für die Gewinnung verloren geht und die Umwelt verschmutzt." Ohne Sickerungsdichtung wird auch das Grundwasser radioaktiv und chemisch verschmutzt. Der See liegt 12 km vom Stadtzentrum Baotous und 10 Kilometer vom Gelben Fluss entfernt. Wenige Kilometer von der Kloake entfernt lagen bis vor kurzem mehrere Dörfer, die sich den unrühmlichen Namen «Krebsdörfer» erwarben. Von 1993 bis 2005 starben allein in dem kleinen Flecken Dalahaishang 66 Menschen an Krebs. 2006, als im Dorf 14 Menschen starben, war Krebs elfmal die Todesursache.

Kontaminierung durch industrielle Abwässer
Kontaminierung durch industrielle Abwässer

Industriedistrikt Innere Mongolei;
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Lu Guang

Toxischer Schlamm
Toxischer Schlamm

Toxischer Schlamm aus der REE-Produktion in Bayan Obo Chinhs News

Chinhs News

Abwässer aus der chemischen Industrie
Abwässer aus der chemischen Industrie

Anhui Cihu Chemie-Distrikt;
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Lu Guang

Kontaminierung durch industrielle Abwässer
Kontaminierung durch industrielle Abwässer

Industrie.Abwasser; Sammelbecken in Hanchen City, Shaanxi;
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Lu Guang

Luftverschmutzung
Luftverschmutzung

Lasen Kraftwerke, Innere Mongolei;
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Lu Guang

Luftverschmutzung
Luftverschmutzung

Luftverschmutzung durch Schwerindustrie;
Quelle: china-digital-times

My Essentia com blog

Arbeits- und Umweltschädigung
Arbeits- und Umweltschädigung

Krank nach 1-2 Jahren;
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Lu Guang



Umweltprobleme bei der Aufbereitung Seltener Erden


Bei der Aufbereitung der REE-Erze fallen große Mengen an giftigen Rückständen an, die meist in Auffangbecken, umgeben von einem Damm, abgelagert werden. Die in den Schlämmen enthaltenen Schwermetalle, Säuren, Oxalate, Nitrate, Fluoride, Thorium und Uran-Verbindungen gelangen ins Grundwasser und kontaminieren Gewässer. Die Dämme können brechen und die Schlämme in die Umwelt gelangen. Darüber hinaus enthalten die meisten REE-Lagerstätten radioaktive Materialien, die Gefahren wie das Austreten von Radioaktivität in den Luft- oder Wasserpfad bergen (Bsp.: Bukit Merah in Malaysia) Quelle: Oeko-Institut: http://www.oeko.de/oekodoc/1110/2011-001-de.pdf



Kontaminierung durch Laugungsbergbau

Beim konventionellen Bergbau wird mineralisiertes Gestein (Erz) aus dem Boden gefördert, indem man das Gestein löst, bricht und anschließend aufbereitet, um die Metalle oder deren Verbindungen zu gewinnen. Durch Erzlaugung, bzw. Lösungs- oder Laugungsbergbau (US-amerikanisch: in situ leaching (ISL), Solution mining oder in situ recovery (ISR) wird das Erz dort im Boden belassen, wo es sich befindet und die Mineralien aus dem Erz durch chemische Extraktion (Erzlaugung) gewonnen. Der Erzkörper wird durch Bohrungen erschlossen und ein oxidierendes Fluid eingeleitet, welches die REO mobilisiert. Meist handelt es sich dabei um verdünnte Schwefelsäure. Die Lösung wird über Bohrungen in den Erzkörper eingeleitet, die sich im äußeren Bereich des Erzkörpers befinden. Im Zentrum des Erzkörpers werden die Produktionsbohrungen niedergebracht, welche die REO-haltige Lösung fördern. Der Säure-Erzschlamm, die sogenannte "schwangere" (pregnant) Lösung, wird an die Oberfläche gepumpt, wo sie dann aufbereitet werden kann. Überschüssige Säurereste werden wieder zurück in die Bohrlöcher geschüttet, um sie ein weiteres Mal zu verwenden. Oft sind diese Lösungsmittelreste radioaktiv durch die extrahierten Mineralien.

Beim sogenannten "heap leaching" (Halden- oder Haufenlaugung) wird zekleinertes Erz auf flüssigkeitsundurchlässiges Plastik- oder mit Ton beschichtete Planen gehäuft und anschließend mit einer Laugungslösung (u.a. Ammoniumsulfat oder Oxalsäure) begossen, um die REO zu extrahieren. Die erhaltene Lösung mit dem Metallgehalt wird anschließend weiterverarbeitet.

In-Situ-Leaching
In-Situ-Leaching

Relikte des Laugungsbergbaus; Quelle: Web-Page Bellona

Andrej Ozharovsky

Um die Methode des "in situ leaching" über Bohlöcher anwenden zu können, muss das REO-haltige Gestein eine gewisse Durchlässigkeit besitzen, um das Fließen der Lösung zu ermöglichen. Dieses Verfahren bietet sich meist in sandsteingebundenen Lagerstätten an, da diese für die Aufnahme von Säuren prädestiniert sind (besonders Uran-Lagerstätten). Aber auch zunehmend werden Nickel-führende und / oder REE-haltige lateritische Erzkörper (letztere besonders in Süd-China) durch Lösungsbergbau abgebaut.

Lösungsbergbau ermöglicht die kostengünstige Gewinnung kleiner Erzkörper. Vorteil ist, dass es zu keiner tatsächlichen Bewegung von Gestein kommt und auch kein Abraum anfällt.

Quelle: Teile dieses Textes sind "wikipedia" entnommen; sie sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.

Säurehaltiger Schlammsee
Säurehaltiger Schlammsee

Relikte des Laugungsbergbaus

Leticia Neves

Schwefelsäurefluss
Schwefelsäurefluss

Relikte der Aufbereitung

Collector

Die Methode der Erzförderung durch Extraktion mit Säure ist jedoch umstritten und ist, besonders wie im Falle des illegalen REE-Bergbaus in China, Ursache für riesige, bisher noch garnicht einschätzbare Umweltschäden. Die verwendeten Säuren gelangen ins Grundwasser, welches oft Quelle für Trinkwaser ist. D die illegalen Bohrungen nicht selten - ohne Rücksicht auf Menschen, Tiere und Lndwirtschaft - in der Nähe menschlicher Ansiedlungen durchgeführt erfolgen, werden Äcker, Reisfelder, Böden und Fischzuchtteiche kontaminiert. Große Mengen an Säure gelangen in die Flüsse. Potentiell gefährliche Schwer- und radioaktive Metalle wie Uran und Thorium (s.u. > Bukit Mehra) werden mobilisiert. Die Flora und die Stygofauna sowie andere Organismen, u.a. die das Pflanzenwachstum fördernden und die Bodenstruktur stabilisiereden Bakterien werden zerstört.

Es gibt bereits jetzt schon abertausende von illegal ausgebeuteten Raub-Lagerstätten, welche von ihren Betreibern verlassen wurden, ohne dass diese die angerichteten Schäden auch nur im Gerinsten wieder gutmachten, bzw. Beiträge zur Bodensanierung oder Wiederaufforstung leisteten.



Illegaler Abbau in China und Schmuggel Seltener Erden

Illegaler Abbau
Illegaler Abbau

Privater, illegaler Abbau in China;
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Lu Guang

Nicht nur in Bayan Obo und Baotou sind die Umweltauswirkungen spürbar, wie Blogger Baoluo beschreibt: "Im 'Königreich der Seltenen Erden', in Ganzhou in der Provinz Jiangxi, wird wegen der geringen Kontrollen der lokalen Behörden im großen Stil illegaler Abbau von Seltenen Erden betrieben. Der Abbau wird größtenteils mit primitiven manuellen Methoden (wie in situ leaching, Anm. d. Verf.) durchgeführt. Das verursacht Erosion und Grundwasserverschmutzung und macht Ackerland unbrauchbar. Während die ansässigen Bauern sich woanders nach Überlebensmöglichkeiten umsehen müssen, machen die Regierungsbeamten und Firmen dadurch den großen Reibach.

Im Longnan-Distrikt von Ganzhou gibt es relativ große Vorkommen von Seltenen Erden. Die Bäume dort wurden alle abgeholzt. Jetzt wächst dort nicht einmal ein Grashalm mehr. Statt dessen gibt es nur noch zerkraterten, nackten Boden, überzogen mit einem Gewirr aus weißen Plastikrohren. Über 4000 illegale Abbaustätten gibt es in Ganzhou. 'Wie sollen denn Durchschnittsbürger von sowas wie Seltenen Erden profitieren können? Die Minenbetreiber kommen immer von oben!'sagt Liu Heng, ein 38-jähriger Taxifahrer und ehemaliger Bauer. Er musste sich eine neue Arbeit suchen, nachdem die Lokalregierung sein Land an die Abbaugesellschaft verpachtete. Im benachbarten Quannan-Distrikt werden Flüsse durch die örtliche Wolframmine und die Chemikalien, die zur Produktion von Seltenen Erden eingesetzt werden, verschmutzt. Die 60-jährige Liao Wencui sagt, dass sie schon seit fast 10 Jahren keinen selbst angebauten Reis mehr gegessen hat: 'Früher haben wir das Wasser aus dem Fluss getrunken und zur Bewässerung unserer Felder genutzt. Das geht heute nicht mehr.' Und der Fernfahrer Gong Zhi sagt noch etwas direkter: ‘Wenn es nicht besser wird, ziehe ich mit meiner Familie nach Guangdong!'"



Im November 2010 berichtete der Journalist Henrik Bork im Tagesanzeiger (Zürich) über illegalen Abbau und Aufbereitung Seltener Erden in Guotian in der Provinz Guangdong (Kanton). Zitiert: „ Nachts werden Säcke mit Chemikalien angeliefert, die zum Auswaschen des «Stoffs» gebraucht werden. Das fertige Produkt wird von Schmugglern abgeholt und zur Tarnung in harmlose Düngersäcke gestopft. Oberhalb des Dorfes steht ein gut bewachtes Anwesen. Auf seinem blauen Wellblechdach sind Videokameras montiert. Wachhunde schlagen an, finstere Typen sind zu sehen, die nicht aus Guotian stammen, und der Boss steigt in einen Mitsubishi-Jeep und rast davon.

Der Boss betreibt eine illegale Mine für Seltene Erden. Ein Hügel oberhalb des Dorfes, direkt über einem kleinen Stausee gelegen, wird im Tagebau abgetragen. Ohne Genehmigung, ohne Lizenz. Auf rund 20'000 Yuan (€2.500) werden die Produktionskosten für eine Tonne Seltene Erden geschätzt. Verkauft wird die Tonne für mehr als 1 Million Yuan (€ 120.000) „ Die chinesische Zeitung „Nanfang Ribao“ schrieb, dass eine einzige solcher Minen einen Profit von 3 Millionen Yuan im Monat bringt, das sind ca. », schrieb die Zeitung «Nanfang Ribao», das sind rund 360.000 Euro. Weiter berichtet Bork: „ Der Boss mit dem teuren Jeep ist im Dorf bekannt. «Es ist Deng Zongan, der Ehemann der örtlichen Parteisekretärin Wu Futai», sagt ein Bauer im Dorf. Unter dem blauen Wellblechdach lässt Deng die rohen Erze mit Ammoniumsulfat und anderen Chemikalien auswaschen. Das Abwasser fliesst ungeklärt in den nahen Stausee. Der versorgt 30'000 Menschen mit Trinkwasser. Aus dem Stausee fliesst ein kleiner Bach, der bewässert die Reisfelder im Dorf Guotian."

Hunderte solcher illegalen Minen für Seltene Erden gibt es im Norden der Provinz Guangdong und im Süden der Provinz Jiangxi, «auf jedem Hügel eine Mine», wie eine Lokalzeitung schreibt. Im Dorf Donghua gibt es fünf davon, aber keine Einzige operiert mit staatlicher Lizenz. (Copyright der zitierten Passagen und vollständiger Bericht vom 18.11.2010 unter: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Chinas-skrupellose-Jagd-auf-die-Seltenen-Erden-/story/17990568?track)

Auch die Zeitung „China Daily“ nahm sich der Thematik des illegalen Abbaus Seltener Erden an. Sie berichtet u.a., dass der illegale Bergbau in Xianghu in der südöstlichen Provinz Fujian "überhand nimmt" . Die Zeitung berichtet, dass „...die illegalen Minen hier vor drei Jahren eingerichtet wurden. Sie verwenden Ammoniumsulfat und Oxalat, um die Seltenerdmetalle zu extrahieren, während kontaminiertes Wasser ohne Aufbereitung nach den Farmen gepumpt wird. Im Fall einer anderen solchen "wilden“ Mine wurde verseuchtes Wasser zu den Farmen der Dorfbewohner umgeleitet, wodurch Reisfelder zerstört und eine Vielzahl von Fischen und Garnelen getötet wurden, sagte der Dorfvorsteher. „ Das offizielle Durchgreifen der lokalen Regierung zeigt keine Wirkung. Der Mehrheit der Bergleute gelingt jedes Mal die Flucht, bevor die Regierungsbeamten kommen. Sie kehren einfach zurück, nachdem die Vollstrecker verschwunden sind . Aufgrund der sehr hohen Profite und dadurch, dass viele von diesen Abbaupraktiken profitiern, erscheint es fast unmöglich, weder die Betreiber der illegalen Tagebaue noch die Mitwisser, d.h. die korrumpierten Lokalpolitiker und Politkader zu belangen. Ein Bericht der Regierung der Gemeinde Hushan zeigt, dass vier weitere Dörfer in der Region vom illegalen Abbau Seltener Erden betroffen sind. (Vollständiger Bericht unter: http://de.ce.cn/ga/Wirtschaft/201108/23/t20110823_450843.shtml).

Verschüttete durch llegalen REE-Bergbau
Verschüttete durch llegalen REE-Bergbau

Sieben Arbeiter wurden im Nov. 2011 in Guangxi in China durch einen Erd-(Schlamm)-rutsch verschüttet, als sie Bohrlöcher mit Schwefelsäure zum Zwecke der Erz-Auslaugung einfüllten.

China News

Am 29. November 2011 berichtete die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua News Agency, dass sieben Arbeiter beim Versuch, in der südlichen Provinz Guangxi illegal Seltene Erden abzubauen, getötet wurden. Sie wurden durch einen Erdrutsch begraben. Dieser Erdrutsch war Folge des weit in China im illegalen Abbau angewendeten Verfahrens, Schwefelsäure in Bohrlöcher zu schütten, um das lateritische REE-Erz durch chemische Extraktion (in-situ-leaching) zu fördern.



Sackgasse Umsiedlungen


Nach eigenen Angaben zahlt die Betreiberfirma Baogang der staatlichen Mine in Bayan Obo jährlich für Umweltschutzmaßnahmen am Auffangbecken mehr als 40 Millionen Yuan. 2008 wandte die Stadt Baotou und Baogang 500 Millionen Yuan auf, um fünf Dörfer in der Umgebung umzusiedeln. Doch die Bewohner des Dorfes Xinguang (siehe Karte) weigern sich, in die neuen von der Regierung gestellten Apartments umzuziehen: „obwohl sie hier die Verschmutzung weiter ertragen müssen, würden sie bei einer Umsiedlung ihre paar Äcker noch verlieren und hätten überhaupt keine Lebensgrundlage mehr. In einem gemeinsamen Brief an die Stadtväter äußern sie, dass die Umsiedlungskompensationen zu niedrig sind und die Kompensationen für die Verschmutzung für das Jahr 2009 noch nicht ausgezahlt wurden"



Raum für Verbesserung


Inzwischen hat das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie einen Stop der Lizenzvergabe für neue Minen verhängt. Das Umweltministerium hat im März 2011 neue, strengere Standarts für den Abbau von Seltenen Erden erlassen. Für bestehende Unternehmen gelten diese aber erst ab 2014. Dennoch gibt es noch weitere Verbesserungsmöglichkeien. Blogger Li Zongxin schlägt vor, die zwei derzeitigen Abbaustellen im innermongolischen Bayan Obo still zu legen, damit sich die Umwelt dort regenerieren kann. Das wäre selbst ohne Arbeitsplatz- und Umsatzverlust machbar, wie der Netizen erklärt: Die Betreiberfirma Baogang produziert in den zwei Abbaustellen, der Haupt- und der Ostmine. Es gibt aber noch die Westmine, eine dritte Abbaustelle, die wesentliche Seltenerd-Reserven birgt. Die Mineralienausbeute des Abbaus könnte zudem mit einem verbesserten Verarbeitungsverfahren um 20% gesteigert werden, so dass auch in der Westmine der gleiche Produktionsoutput erreicht werden kann wie in der Haupt- und Ostmine. Die Bergbaufirma Baogang habe die Westmine bisher nicht gepachtet, so der Blogger, weil die Seltenerd-Vorkommen dort über ein viel größeres Gelände verteilt sind als auf den anderen beiden Abbaustellen. Da die anfallenden Pachtabgaben nach Quadratkilometer berechnet werden, ist die Pacht der Westmine wirtschaftlich unattraktiv. Statt dessen findet dort unkontrollierter illegaler Bergbau statt. Wenn der Staat statt Pachtgebühren pro Quadratkilometer Abgaben pro Tonne abgebauter Seltener Erden verlangen würde, würde der legale Mineralabbau dort lukrativ werden und die anderen Abbaustellen könnten stillgelegt werden. Das wäre ökologisch und ökonomisch nachhaltiger.

Stimmen-aus-China - Ein Brückenblog

Stimmen aus China (SAC) Ein Blog der Asienstiftung

Stimmen aus China ist ein Brückenblog, welcher der deutschen Öffentlichkeit Meinungen, Berichte und Diskussionen aus dem chinesischen Internet zur Verfügung stellt. Die Medien in China sind größtenteils staatlich kontrolliert und zensiert. Zensur findet zwar auch im Internet statt, aber trotzdem bietet das Netz der chinesischen Öffentlichkeit eine Plattform, die nahezu uneingeschränkt für alle zugänglich ist und wenigstens eine gewisse Anonymität bietet.

Das Asienhaus ist ein Zusammenschluss von verschiedenen asienbezogenen NROs und Herausgeber dieses Brückenblogs. Seit 2010 hat SAC eine eigene Redaktion, welche die Arbeit eines ehrenamtlichen Team von Chinaexperten koordiniert , alle Beiträge redigiert und monatlich online stellt. Auf der Teamseite finden sich Informationen zu allen Mitarbeitern und Redakteuren. Bei jedem Beitrag werden Verfasser und sämtliche chinesischen Quellen angegeben, die im Beitrag übersetzt oder zitiert werden.

Seit dem 1. Oktober 2011 wird dieses Projekt von der Robert Bosch Stiftung für zwei Jahre gefördert (siehe Presseerklärung der Asienstiftung vom 6.10.2011). Damit die Qualität der Beiträge und der Seite insgesamt sichergestellt werden kann, leisten die MitarbeiterInnen einen großen Teil an ehrenamtlichem Einsatz. Deshalb sind wir auch weiterhin auf die Unterstützung und Spenden von an diesem Blog Interessierten angewiesen, um die notwendigen Eigen- bzw. Drittmittel aufzubringen. Bis Ende September 2011 erhielt die Asienstiftung für das Projekt "Stimmen aus China" Förderung aus verschiedenen Quellen: von 2008 bis 2010 aus Mitteln der Europäischen Kommission im Rahmen des "EU-China Civil Society Forums" (www.eu-china.net) und von Januar 2011 bis Juni 2011 durch die "Stiftung Umverteilen".

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Das Thoriumproblem


Bei der Produktion von Seltenen Erden fällt häufig auch das radioaktive Thorium als Nebenprodukt an. Weil das Thorium in den gleichen Mineralien wie Seltene Erden zu finden ist, aber bisher nicht verwendet wird, wird es als Abfallprodukt der Erzverarbeitung in das Auffangbecken geleitet. Die Auswirkungen sind deutlich spürbar: zwischen 1993 und 2005 sind im Dorf Dalahai 66 Menschen an Krebs gestorben. Seit 2006 sind in dem 1700-Einwohner-Dorf 14 Menschen gestorben, davon 11 an Krebs. Doch Thorium wird nicht nur als radioaktive Gefahr gesehen. Wenn in Zukunft Thorium zur Erzeugung von Atomenergie eingesetzt werden kann, könnten die Vorkommen in dem Auffangbecken als Thorium-Quelle dienen. Wie Blogger Fanglin erklärt, ist "die heutige Technik zur Verarbeitung und Extraktion von Thorium und seltenen Erden bereits sehr ausgereift. Für je 50.000 Tonnen Seltener Erden können 300 Tonnen Thorium mit etwa 10-20.000 Yuan Erzeugungskosten pro Tonne gewonnen werden. Das könnte als strategische Reserve angelegt werden und würde zudem noch die Umwelt schützen. Sobald die Technik zur Umwandlung von Thorium in Uran-233 reif ist, kann daraus Nukleartreibstoff gewonnen werden. Uran kostet derzeit auf dem Weltmarkt 13.000 Dollar pro Tonne, daher wäre die Investition in den Thoriumsabbau höchst lukrativ. Deswegen sollte China etwa 3-6 Millionen Yuan für die Anlage dieser strategischen Reserven aufbringen." (Quelle: http://www.stimmen-aus-china.de




Bukit Merah – Chronologie eines Dramas

Im Jahr 1985 klagten acht Menschen im eigenen Namen und im Namen von 10.000 Bewohnern von Bukit Merah und anderen Gemeinden in Perak in Malaysia gegen das Unternehmen Asia Rare Earth (ARE). Sie forderten, die Anlage zur Erzeugung Seltener Erden in ihrem Dorf nahe Ipoh zu schließen, da radioaktiver Müll ihr Leben bedrohe. Als die Anlage, ein Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Konzerns Mitsubishi und malaysischer Shareholder ihre Tätigkeit im Jahr 1982 aufnahm, klagten die Dorfbewohner bald über den stinkenden Rauch und den Gestank, wodurch die Menschen unter Augenschmerzen zu leiden hatten. Aber Schlimmeres sollte noch kommen. Es gab immer mehr Krankheitssymptome, nicht nur Husten und Atemprobleme, aber besonders einen starken Anstieg von Leukämie, Kinder-Tod, Missbildungen bei Neugeborenen und Bleivergiftung. Es war das erste Mal in Malaysias Geschichte, dass eine komplette Gemeinde gegen Umweltverstöße klagte, um ihre Gesundheit und ihre Umwelt vor radioaktiver Verseuchung zu schützen.

Protest gegen Verarbeitung radioaktiver REE-Erze in Malaysia
Protest gegen Verarbeitung radioaktiver REE-Erze in Malaysia

Proteste in Kuala Lumpur gegen die Verarbeitung von radioaktiven (Th-haltigen) REE-Erzen in Bukit Merah und gegen die Lagerung radioaktiver Verarbeitungsreste auf Halden. Archivphoto aus dem Jahr 1985

Consumer Assciation Penang



Bukit Merah - Anlage zur Gewinnung von REE
Bukit Merah - Anlage zur Gewinnung von REE

Die REE-Prouktionsanlage des australischen Bergbauunternehmens Lynas;
Foto Fooyoh

CC-BY-SA Creative Commons V.2.5 generisch

Lagerung von Fässern mit Th-haltigen REE-Abfällen
Lagerung von Fässern mit Th-haltigen REE-Abfällen

Fässer mit Th-haltigen radioaktiven Rückständen aus der REE-Fabrikation Bukit Merah in Malaysia; Archivphoto aus dem Jahr 1985

Consumer Assciation Penang

Eingang zur Deponie der radioaktiven Abfälle von Bukit Mehra
Eingang zur Deponie der radioaktiven Abfälle von Bukit Mehra

Eingang zur Deponie im Kledang Gebirge; Gebaut für 20 Jahre Lagerung von radioaktiven Abfällen mit einer Halbwertszeit von 14 Mrd Jahren aus der REE-Produktion in Bukit Merah; Archivphoto aus dem J...

Consumer Assciation Penang



Was hat dies alles mit Seltenen Erden zu tun ?

1979
Im Jahr 1979 wurde das Unternehmen Asian Rare Earth (ARE) gegründet, mit dem Geschäftsziel, Yttrium aus Monazit zu gewinnen. Monazit stammt aus den Abraumhalden der unzähligen ehemaligen Zinnerz-Dredging-Gruben in Perak. Diese Zinnerze haben einen hohen Thoriumgehalt. Es wurde im Rahmen dieser Gründung entschieden, dass die radioaktiven Rückstände aus der Monazitverarbeitung im Besitz der Provinzregierung von Perak verbleiben, da sie zukünftig potentielles Material für Atomreaktoren seien.

1982
Im Jahr 1982 begann die Produktion in der Anlage; eine erste Deponie nahe Bukit Merah wurde aufgrund von Protesten der Bevölkerung geschlossen.

1983
jedoch erfuhren die Bewohner von Papan, 16 km von Ipoh, dass eine neue Deponie in ihrem Ort gebaut werden soll. Auch dagegen gab es Proteste, die Zufahrtsstraßen zur Deponie wurden von den Menschen blockiert. Der Premierminister versicherte, dass jede denkbar mögliche Vorsichtsmaßnahme ergriffen worden wäre, dass die Deponie sicher sei und deshalb mit der Konstruktion weiter fortzufahren sei. Es folgten weitere massive Proteste aus der Bevölkerung, während mittlerweile ARE den radioaktiven, Th-haltigen Müll in einen nahgelegenen Teich und aufs offene Feld kippte.

1984
Im Sommer 1984 überschlugen sich die Ereignisse. Erneute massive Proteste. Ein neu gebildetes Kommitee aus Bewohnern der von der Deponie ausgehenden Strahlung betroffenen Gemeinden lässt Strahlungswerte messen, welche bei 43.800 Millirem/Jahr liegen und damit den von der ICRP (International Commission on Radiological Protection) erlaubten Wert um das 88-fache übersteigen. Diese Werte gehen an den Premierminister, woraufhin die Regierung einen Fachmann vom British National Radiological Protection Board beauftragte, die Deponie zu inspizieren. Im September besucht ein 3-Mann Team der Vereinten Nationen die Papan-Deponie, welche diese als unsicher einstufen. Im Oktober erfolgen weitere Untersuchungen durch einen englischen Sicherheitsexperten, einen amerikanischen Fachmann von der BEIR (Biological effects of ionising radiation), einen japanischen Fachmann für Industrieabfall. Alle drei Experten finden die Deponie extrem minderwertig und unbrauchbar. Eine weitere Inspektion durch den japanischen Professor Sadao Ichikawa, einen Strahlungs- und Genetikwissenschaftler, ergibt, dass die Strahlung gefährlich hoch sei, bis zum 800-fachen der erlaubten Werte. Aufgrund all dieser negativen Einstufungen der Deponie entscheidet die Regierung unter Vorsitz des Premierministers im Januar 1985, die Deponie ca. fünf km von Papan nach Mukim Belanja zu verlagern.

1985
Im Jahr 1985 klagten acht Menschen im eigenen Namen und im Namen von 10.000 Bewohnern von Bukit Merah und anderen Gemeinden in Perak in Malaysia vor dem Ipoh Hohen Gericht gegen das Unternehmen Asia Rare Eart (ARE). Sie forderten, die Anlage zur Erzeugung Seltener Erden in ihrem Dorf nahe Ipoh zu schließen, da radioaktiver Müll ihr Leben bedrohe. Das Atomenergie-Lizenzierungsgesetz von 1984 tritt in Kraft. Es verpflichtet, dass die Betreiber von nuklearen Installation, inklusive die Regierung, für nukleare Schäden verantwortlich sind. Im Oktober verfügt das Hohe Gericht eine Zusicherung an die Bewohner von Bukit Merah, dass die Produktion und die Lagerung radioaktiven Mülls von ARE gestoppt würde, bis adäquate Sicherheitsmaßnahmen ergriffen würden. 1986 behauptet ARE , dass es über RM2 mio für die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen aufgewendet hätte. Ein von ARE beauftragter amerikanischer Atomenergieexperte bestätigte, dass die neue Fabrik nun sicher sei. Im Oktober desselben Jahres gibt es erneute JKLagen gegen ARE, da diese plane, den radioaktiven Müll in einer permanenten Deponie in den Kledang-Hügeln zu lagern. Der o.a. Professor Ichikawa findet bei einem zweiten Besuch, dass die Strahlung im Gebiet der Fabrik nach wie vor über dem akzeptierten Höchstwert liege; ihm wird der Zutritt zur Fabrik verwehrt

1986
Anfang 1986 erlaubt die malaysische AELB der ARE, unter Missachtung der Verfügung des Hohen Gerichts, dass diese die Produktion fortführen kann. Im April werden 14 internationale Experten vom Kommitee eingeladen, ihnen wird der Zutritt zur Produktion von ARE verwehrt. Alle Experten erklären, dass ARE für erhebliche Gesundheitsrisiken verantwortlich sei. Im April marschieren 10.000 Menschen durch Bukit Merah und protestieren gegen den Fortbetrieb der ARE-Produktion. 300 Protestierer werden von Regierungspolizisten festgenommen, 60 Menschen durch Zusammenstöße mit der Polizei verwundet. Aufgrund der Klagen der Bukit Merah-Bevölkerung beginnen erste Anhörungen im September; 3.000 Menschen marschieren vor das Hohe Gericht. Die Regirung lässt über 100 Protestierer festnehmen, u.a. auch Rechtsanwälte, welche die Kläger vertreten. Im November beginnt ARE, die neue Deponie in den Kledang-Hügeln zu bauen.

1988
Im Januar fasst das Gericht die Verhandlungsergebnisse zusammen

1990
Das Gericht beendet am 13. Februar seine Arbeit – nach 65 Tagen der Anhörungen innerhalb eines Zeitraums von 32 Monaten.

1992
Im Juli 1992 gewinnen die Bewohner von Bukit Merah gegen ARE. Das Hohe Gericht in Ipoh verfügt, dass die gesamte ARE-Produktion innerhalb von 14 Tagen geschlossen werden müsse. ARE antwortet, dass sie gegen diese Entscheidung vor dem Obersten Gericht klagen werde, was auch im Juli erfolgt. Mittlerweile wird publik, dass diese Klage von ARE ohne Wissen des Haupt-Shareholders Mitsubishi gemacht wurde.

1993
Die Klage wird vom Obersten Gericht abgewiesen, mit der Begründung, dass die Messergebnisse der Experten von ARE glaubwürdiger seien als die der internationalen neutralen Fachleute, welche das Bukit Merah-Kommitee beauftragt hatte. Das Oberste Gericht erlaubt ARE, weiter zu produzieren.

1994
Am 14. Januar 1994 erklärt ARE überraschend die Schließung Bukit Merah-Fabrik . Es dauert jedoch bis 2005, bis erste Dekontaminierungsarbeiten beginnen.

2010
Mitte 2010 erklärt der frühere Premierminister, dass es keine Pläne gegeben hätte, Atomkraftwerke in Malaysia zu bauen, aber dass es „kleinere Mengen“ radioaktiven Mülls in Perak gäbe. Er unterstrich, dass es in Malaysia keine Deponien gebe, welche der Öffentlichkeit nicht bekannt wären. Außer der Deponie in Perak, aber dort wäre nur ein Gebiet von etwa 2,5 km2 gefährlich. Nicht viel später wurden auf der letzten Deponie in den Kledang-Hügeln 80.000 200 Liter Fässer mit radioaktiven Abfällen entdeckt, allesamt reich an Thoriumhydroxid. Erst Anfang 2011 konnte mit dem Bau einer sicheren Endlagerung begonnen werden. Diese Endlagerung ist unterirdisch. Damit dürfte das 30 Jahre währende Drama zu einem Ende gekommen sein. Die Gesamtkosten der Endlagerung belaufen sich auf RM300 mio.

2011 (Fukushima lässt grüßen)
Im März 2011 berichtete die New York Times, dass mindestens 2.500 Arbeiter damit beschäftigt seien, eine US$ 230 mio –Fabrik in Gebeng nahe Kuantan zu errichten, mit dem Ziel, REE aus radioaktivem Erz vom Mt. Weld in Australien zu erzeugen. Laut Aussage des Eigentümers der Mt. Weld Mine, dem Unternehmen Lynas, haben die Erzkonzentrate von Mt. Weld, weiterverarbeitet in LAMP (Lynas Advanced Material Plant) einen sehr niedrigen Th-Anteil und unterscheiden sich von den ehemaligen Zinn-Abraumerzen. Das Unternehmen erwartet, dass binnen zwei Jahren die Produktion aus der neuen Anlage in Malaysia ein Drittel des Weltbedarfs an REE (außerhalb Chinas) decken werden. Gerechnet zu aktuellen Preisen, wird der Exportumsatz f.o.b. Malaysia bei 1,7 Mrd US$ liegen - das entspricht 1% der malaysischen Wirtschaft.

Der malaysische Experte Dr. T. Jayabalan erklärt, dass die geplante LAMP pro Jahr 20.000 to radioaktive Abfälle produzieren wird, sobald die Prouktion läuft. Das wird zehnmal höher sein, als die Menge, die die geschlossene ARE in Bukit Merah vor 20 Jahren erzeugt hatte. Ergo: Die geplante Lynas-Fabrik wird weitaus schlimmere Probleme erbringen als Bukit Merah.

...oder im Original...
"Lynas Corporation Ltd is an ASX 100 listed company, with the strategy to create a reliable, fully integrated source of Rare Earths from mine through to market, and to become the benchmark for the security of supply and environmental standards in the global Rare Earths industry. The foundation of this strategy is Mount Weld in Western Australia, the richest known deposit of Rare Earths in the world, and a state-of-the-art Rare Earths processing plant, the Lynas Advanced Materials Plant (LAMP), currently under construction near Kuantan in Pahang, Malaysia.

ONLINE IN 2011, DELIVERING RARE EARTHS GLOBALLY
Lynas is set to provide the first new source of supply of Rare Earths outside of China when it comes online in 2011. We believe this timeframe puts us well ahead of our competitors. Our customers’ requirements and commitments are driving the business development strategy for products to be produced, growth of production and collaboration with partners in the value chain.

LYNAS PROJECT STATUS
bankable feasibility study, including pilot plants, was completed on the Rare Earths deposit at Mount Weld. The first mining campaign was completed on time and on budget. Lynas has completed construction of the Mount Weld Concentration Plant and first crushed ore was fed to the ball mill of the Concentration Plant on 14 May 2011. Throughput rates continue to ramp-up, meeting or exceeding planned recoveries, with concentrate grade in line with the ramp-up schedule.

The LAMP is being built in Malaysia due to the readily available industrial infrastructure, including industrial land, sources of gas, water and electricity, re-agents from local suppliers and a port that can manage container, chemical and bulk shipments. The area where the plant is being built also offers much knowledge infrastructure, such as technical and trade skills and chemical industry experience. The government infrastructure is in place and provides accountable regulators, clear legal frameworks and FDI incentives."

Seltene Erden – Fluch oder Segen für Malaysia? (Jade Lee) .pdf




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