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Eine der Prachtstufen mit Akanthit und Calcit,
für welche Kongsberg berühmt ist
Größe: 10,2 x 6 cm
Gefunden im 19. Jh.
Wert Anfang der 2000er Jahre ca. 70.000 Euro
Foto: Kevin Ward

Silber

Die berühmtesten Silbervorkommen Europas


Kongsberg in Norwegen

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Kongsberg im 17. Jahrhundert
Zeitgenössischer Stich aus dem 18. Jh.
Archiv: Collector

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Stollenportal des Silberbergwerks Kongsberg
(heute Besucherbergwerk)
Über dem Portal die Jahreszahl 1782
Foto: Ray Schwartz

Kongsberg ist ein historisches Silberbergbaurevier in der Provinz Buskerud, Region Østlandet in Norwegen. Die meisten der weit über 100 einzelnen Gänge und Gruben befanden sich im Bereich der Kommune Kongsberg. ZurKongsberger Silberprovinz gehören aber auch das Overberget-Revier von Saggrenda im Süden bis Lichtblock 1 im Norden, verbunden mit dem Christian 7. Stollen, das Underberget-Revier von der Grube Samuel im Süden bis zur Grube Louise Augusta im Norden, verbunden durch den Underbergstollen, das Vinoren-Revier mit den Vinoren Süd- und Vinoren Nordgruben, mit 25 Gruben und über 100 Gängen, welches zwischen 1663 bis 1956 abgebaut wurde. Eine der bekanntesten Gruben war die Ringnesgangen-Grube.

Das Kongsberger Silberbergwerk war der größte vorindustrielle Einzelbetrieb Norwegens und wurde im Jahre 1623 gegründet. Bei der Gründung rekrutierte der dänisch-norwegische König Bergleute aus Sachsen und dem Harz. Die dort vorhandene Abbautechnik und Arbeitskultur wurde übernommen. Noch bis in das 18. Jahrhundert hinein wurden deutsche Beamte in leitenden Stellungen eingesetzt. Bis auf zwei Ausnahmen im 17. Jh. war das Bergwerk immer im staatlichen Besitz gewesen. Während der gesamten Betriebszeit von 335 Jahren wurden 1.350 Tonnen Feinsilber aus dem geförderten Erz erzeugt. Um 1770 arbeiteten etwa 4.000 Bergleute in der Grube. Hinzu kamen saisonbedingt etwa 2.000 zusätzlich Beschäftigte, die sich mit Holzschlagen, Transport und Verkohlung etwas dazu verdienten. Fast von Beginn an, dem Jahre 1686, wurde die Prägung der Königlichen Norwegischen Münze mit in den Betrieb des Werkes aufgenommen. So wurde sichergestellt, dass sowohl der Abbau des Erzes als auch die Prägung an einem Ort geschah.

1757 wurde in Kongsberg das Bergseminarium gegründet, welches dem Unterricht der Bergwissenschaften diente. Zwischen 1686 und 1814 war hier auch das norwegische Oberbergamt beheimatet.

Der Bergbau hat über die Jahrhunderte deutlich seine Spuren hinterlassen und die Landschaft geprägt. Aus diesem Grunde ist die Region auch heute unter gesetzlichen Schutz gestellt. Möglichkeiten zur geschichlichen Erkundung des Kongsberger Bergbaus bietet das gut erhaltene Archiv, viele Denkmäler, Besucherbergwerk und ein Museum. In Letzerem sind zahlreiche Silberstufen zu bewundern, welche deutlich machen, warum diese Fundstelle unter Sammlern und Museen als das Vorkommen mit den schönsten Silberstufen der Welt angesehen wird.


Eine Auswahl der schönsten Silberstufen von Kongsberg

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Größe: 2,7 x 2,2 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Größe: 2 x 2,5 cm
Foto: Dan Weinrich

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Größe: 2 x 2 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Größe: 6,9 x 5,5 cm
Foto: Fabre Minerals

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Größe: 6,9 x 4,5 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Eine fantastische 11 x 5,8 cm große
Silberlocke aus einem historischen Fund
Foto: Rob Lavinsky

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Sehr seltene würfelförmige Kristalle
Größe der Stufe: 2,8 x 2,1 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Schönes Lockensilber aus der
Grube Ringnesgangen
Kongsberger Silberrevier
Größe: 4,6 x 2,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

Literatur

  • Bugge, A., 1936; Kongsberg-Bamle formasionen. Norges geol. undersckelse 146
  • Bugge, A., 1967; Kongsberg Sølvverk. Norges Geologiske Undersøkelse 250C, 65 - 84
  • Heltzen, A. M., 1987; Sammenhengen mellom amfibolittene og sølvets opptreden på Kongsberg. NAGS-nytt 14 (1), 16 - 23
  • Johnsen, O., 1987; Silber aus Kongsberg. Zur Bergbaugeschichte und über die Mineralien. Bode-Verlag, Haltern
  • Morton, C., 1884; Några goniometriska bestämningar å kalkspat från Arendal, Kongsberg, Utö och Bamle. Meddelanden från Stockholms Högskola 34. Översigt af K. Svenska Vet.-Akad. Förhandlingar 1884 No. 8, 16 pp + plate
  • Nordrum, F. S., 1979; Kongsberg Sølvverk. NAGS-nytt 6(3), 4 - 15
  • Nordrum, F. S., 1995; Mineralfunn på Kongsberg etter nedleggelsen av Sølvverket. Bergverksmuseets skrift nr 9, 42 - 47
  • Van der Wel, D., 1972; Contribution to the Mineralogy of Norway No. 51. Asbestos minerals from Kongsberg silver deposit. Norsk Geologisk Tidsskrift 52, 287 - 294

Sala in Schweden

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Die restaurierten Relikte der Grube Sala
Foto: Jakob Ehrensvärd

Die Stadt Sala liegt im Västmanland in Schweden. Bekannt wurde der Ort durch seine historische Silbererzgrube, welche von etwa 1480 bis 1908 operativ war. Im Jahr 1634 wurde die Stadt Sala nahe der Erzgrube angelegt, ihre Bergbaurechte erhielt Sala von König Gustav Adolph. Silber war für Schwedens Wirtschaft ein wichtiges Gut und die Basis des Münzwesens. Sala war neben der Kupferlagerstätte Falun die zweiwichtigste Grube in Schweden und roduzierte etwa 400 t Silbermetall und 40.000 t Blei. Die größte erreichte Teufe betrug 300 m, die Stollen hatten eine Gesamtlänge von 20 km. Das hauptabgebaute Erz war silberhaltiger Galenit mit bis zu 4 % Silberanteil.

Neueste Prospektionsarbeiten durch das Unternehmen Tumi Resources Ltd., Besitzer der Sala-Grube, erbrachten erfolgsversprechende Resultate. Bohrproben förderten aus einer Zielerzzone von 1 km langparallel zur alten Sala-Grube Erz mit 67 g/t Silber.


Literatur

  • Kieft, C.,Holmgren, H., Eriksson, G., 1987; The silver-mercury-antimony minerals of Sala, Sweden. Canadian Mineralogist 25, 4, 647 - 658
  • Reuters News (Market Wire), 2008; Tumi Resources Ltd (Jul. 16, 2008)

Joachimsthal und Přibram in Böhmen

Joachimsthal

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Eine der ersten und seltenen Ansichten
vom Bergwerk St. Joachimsthal in Böhmen
Holzschnitt von W. Meyerpeck, 1548
Bildarchiv: Collector

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Der Schacht Einigkeit in
St. Joachimsthal
Bildarchiv: Collector

Im Jahr 1434 schenkte Kaiser Siegmund seinem Kanzler Graf Kaspar Schlick die Herrschaft über die Stadt Schlackenwerth (Ostrov). Um diese Zeit dürfte in der Umgebung von Joachimsthal schon ein kleiner Bergbau vorhanden gewesen sein. Die Ansiedlung hieß Konradsgrün. Ein Nachfahre begründete mit anderen zusammen 1515 eine erste Gewerkschaft, wobei 1515 für die ersten Erzfunde steht. Das Jahr 1516 brachte eine reiche Ausbeute an Silber. Darauf entstand ein Berggeschrei, welches viele Deutsche und Tiroler in das neugegründete Joachimsthal lockte. Graf Schlick ließ zum Schutz die Burg Freudenstein erbauen und begann 1519 mit der Prägung der Schlicken- bzw. Löwenthaler, im Jahr 1520 mit den Guldengroschen.

Der Bergbau wuchs außerordentlich schnell, sodass es zu Beginn der 30er Jahre des 16. Jh. insgesamt 914 Zechen, 8.000 Bergknappen, 800 Steiger und 400 Schichtmeister, d.h. Bergwerksleiter gab. 1534 stieg die Bevölkerung von St. Joachimsthal auf den höchsten Stand von 18.200 Menschen. Der an die Gewerke verteilte Gewinn betrug von 1516-1545 insgesamt 3.166.998 Thaler, die Silberproduktion betrug pro Jahr im Schnitt etwa 7 t. König Ferdinand konnte dies nicht dulden, entmachtete 1545 den Grafen Schlick und brachte auch die Stadt unter seine Kontrolle.

1620 zählte die Stadt, verursacht durch Seuchen, Kriege und den Niedergang des Bergbaus, nur noch 2.500 Menschen. 1658 waren noch 7 Zechen in Betrieb und 1708 waren es nur noch 4. Man beschränkte sich nicht auf das Silber, sondern baute auch auf Blei, Arsen, Kobalt und Wismut.

Die neue Bergbauperiode begann mit der Nutzung des Urans. Man beobachtete das Auftreten der Pechblende schon zu Beginn des 18. Jh., aber erst 1853 wurde mit der Nutzung begonnen. 1855 entstand eine k.u.k. Urangelb-Fabrik, in welcher man Farben für die Porzellan- und Glasindustrie herstellte. Bis 1898 wurden mindestens 620 t Uranerz gefördert. Es konnte nicht ausbleiben, dass sich eine Berg- und Lungensucht gefährlich bei den Bergleuten bemerkbar machte, woran mindestens 1/3 der Untertage- und Pochwerksbelegschaft erkrankte. Pierre und Marie Curie gewannen aus Joachimsthaler Pechblende 1889 das radioaktive Element Polonium sowie das Radium. Nach 1945 wurde Uran das begehrteste Rohmaterial der Welt. Es war die intensivste Phase des Bergbaus in St. Joachimsthal, während welcher 25 Hauptschächte auf 162 Grubensohlen mit 213 km Querschlägen und 472 km Abbaustollen angelegt wurden.


Přibram

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Silbererz-Verhüttung in
Rundherden. Pribram 1890
Bildarchiv: Collector

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Silberhütte in Přibram
Zeitgenössische Aufnahme, 1880
Bildarchiv: Collector

Das Přibram-Revier ist das größte Silber-Buntmetall-Revier und die wichtigste Uranlagerstätte Böhmens. Die mächtigste Lagerstätte Březové Hory (Birkenberg) erbrachte etwa 18 Mio. t Erz, aus dem ca. 3.500 t Silber und 16.000 t Blei gewonnen werden konnten. Das meiste davon wurde im 19. Jh. abgebaut, im 20. Jh. überwog Uranerz, welches 49 % der gesamtes Landesproduktion darstellte und Pribram zu einer der größten Uranlagerstätten weltweit machte.

Erster Bergbau auf Gold, Silber und Eisen wurde schon von den Kelten betrieben. Archäologische Funde werden auf das 10. bis 11. Jh. datiert. Seit dem 13. Jh. wurden silberhaltige Bleierze von Březové Hory und Bohutin verarbeitet. Silberbergbau gab es bis zum Ende des 16. Jh., danach erlag der Abbau wegen Unwirtschaftlichkeit. Bis zum 17. Jh. war die Silbergewinnung unbedeutend. Anfang des 17. Jh. war der einzige Abbau in der Grube Reicher Trost in Obecnice. Zudem wurde noch in Stracken (Jarosovska), Hase im Norden der Birkenberg-Lagerstätte, und in den Schächten von Vrancice abgebaut.

Ende des 18. Jh. stieg wieder das Interesse am Bergbau. 1779 wurde der Schacht Vojtech und 1789 der Schacht Anna abgeteuft, in welchen außer Silber- auch Bleierze gefördert wurden. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. gab es in Přibram verschiedene Neuerschließungen in unterschiedlichen Abbauphasen. Im Jahr 1875 wurde erstmals eine Teufe von 1.000 m erreicht. Im 19. Jh. fand die reichste Ausbeute in der Geschichte des Reviers statt, beinahe die Hälfte allen Silbers und Bleis wurde im 19. Jh. abgebaut.


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Gediegenes Silber
Přram
Größe: 4,4 x 3,1 cm
Sammlg. und Foto: Matteo Chinellato

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Gediegenes Silber
pseudomorph nach Dyskrasit
Přibram
Größe: 5,7 x 4,7 cm
Foto: Rob Lavinsky

Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wende sich das Glück für Přibram. Ein Grubenbrand forderte am 31.5.1892 insgesamt 319 Tote. Zudem verfielen die Preise für Silber, Blei und Gold. Bis ins 20. Jh. gab es immer wieder Verluste. 1919, kurz nach dem 1. Weltkrieg, wurde noch ein einmaliger, jedoch kleiner Gewinn erarbeitet. Die Schächte wurden nicht geschlossen, da es der einzige Abbau in der Gegend war. Nach 1945 wurden die Schächte wieder aufgerüstet und es erfolgte ein erneuter Abbau auf Silber, Blei und nun auch Zink. Die Erzverarbeitung reichte bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts.

1945 verpflichtete sich die CSSR, Uran an die Sowjetunion zu liefern. Damit begannt in Přibram (Prokopi-Schacht, Lill-Schacht, Grube Trebsko u.a.) der Uranbergbau in großem Stile. Es wurden 55 hydrothermale Urangängen, Pechblendevorkommen u.a. in Brod, Hute, Háje und hauptsächlich in Bytíz entdeckt. Březove Hory wurde 1978, Bohutín 1979 geschlossen. In den 80er Jahren des 20. Jh. kam es zu einem Preisverfall für Uran, was nach und nach zur Schließung der Schächte führte. Die Gesamtproduktion zwischen 1949 - 1991 lag bei ca. 50.000 t Uran.

Die wichtigsten Erze des Erzreviers Přibram waren Galenit, Sphalerit, Pyrit, Markasit und Chalkopyrit, welche nicht selten in gut ausgebildeten Kristallen vorkamen. Bekannt sind vortrefflich ausgebildeter Bournonit, Tetraedrit und Boulangerit. Silber trat gediegen und in Form seiner Mineralien Akanthit, Polybasit, Pyrargyrit, Miargyrit, Stephanit, Pyrostilpnit und Diaphorit auf. Alle Silbermineralien, auch die beiden sehr seltenen Letztgenannten, waren meist sehr gut kristallisiert.

Literatur

  • Bernard, J. H. und Kollektiv, 1981; Mineralogie Ceskoslovenska. Academia Praha
  • Maier, A. F., 1830; Geognostische Untersuchungen zur Bestimmung des Alters und der Bildungsart der Silber- und Kobalt-Gänge zu Joachimsthal im Erzgebirge. Prag
  • Meyerpeck, W., 1548; Römischer auch zu Hungern und Behem & Ku. Mai. Zinbergwercks Ordnung auff die Bergwerck Hengst, Perninger, Lichtenstadt, Platten, Gotsgab, Raff, Mückenbergk und andern derselbigen orten und enden. Berkordnung des Freyen Königlichen Berkwercks Sanct Joachimsthall sambt andern umbligenden und eingeleibten Silberbergwercken auffs neue gebessert
  • Stobbe, J., 1981; Pribram, Czechoslovakia; Min. Rec. 12, 157 - 165

Das Val d'Argent-La Croix aux Mines und Sainte-Marie-aux-Mines im Elsass

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Die wichtigsten Tätigkeiten im Bergbau, dargestellt
in einer Szene des Silberbergbaus bei
La Croix-aux-Mines
Man sieht den Wünschelrutengänger, die Haspeler,
einen Hauer und einen Säuberer.
Sebastian Munster: Cosmographie Universelle
um 1550
Public Domain

Das heutige Val d'Argent im französischen Elsass zwischen dem nördlichen Nationalpark der Ballons des Vosges und dem Zentralen Elsass ist eine Großgemeinde mit den Ortschaften Sainte Marie-aux-Mines (Markirch im Elsass), Sainte Croix aux Mines, Liepvre und Rombach le Franc, welches im 7. Jh. als Val de Lièpvre bekannt war. Ob die Römer während Ihrer Besetzung Europas schon Erz förderten, ist nicht gesichert. Mit Sicherheit wurden jedoch die ersten Silber-, Kupfer- und Quecksilbervorkommen schon im 10. Jh. während des Heiligen Römischen Reiches im Namen der Klöster Moyenmoutier und Saint-Dié im Revier La Croix aux Mines abgebaut. Die bekanntesten Gruben waren La Rouge Mine de Saint Nicolas und die Gruben St. Jean und Saint-Paul.

Auch der Silbererzbergbau in Sainte Marie-aux-Mines begann im 10. - 11. Jh. Zu den erwähnenswerten Gruben dieses Reviers gehören die Mine d'Argent Saint-Barthélemy, welche im Jahr 1522 mit dem Abbau begann. Die Mine Saint-Louis-Eisenthur, erschlossen im Jahr 1549, war eines der reichsten Vorkommen. Ende des 17. Jh. existierten allein in Sainte Marie-aux-Mines mehr als 200 Schächte. In den ca. 1.000 Jahren Silberbergbaugeschichte wurden mehr als 300 km Stollen erschlossen.

Die Hauptabbauperiode des Reviers im Val d'Argent war im im 16. Jh., zu der Zeit im Besitz der Grafen von Lothringen. Etwa 3.000 Bergleute erbrachten jährlich etwa 1,5 t Reinsilber. Das wichtigste geförderte Erz war Galenit, welcher ca. 1 - 1,5 kg Silber pro Tonne enthielt. Die letzte produzierende Grube in Sainte Marie-aux-Mines wurde Anfang des 20. Jh. geschlossen und nach mehr als 1.000 Jahren wurde 1948 auch der Bergbau in La Croix aux Mines aufgegeben. Es bleibt zu erwähnen, dass vom 19. Jh. bis zum Jahr 1940 neben Silber auch Kobalt- und Arsenerze gefördert und verhüttet wurden.

Literatur

  • Burose, H., 1971; Der frühe Bergbau bei Markirch im Lebertal. Der Anschnitt 23, 5, 3 - 18
  • Hausser, E., 1900; Das Bergbaugebiet von Markirch, Beiträge zur Landes- und Volkskunde von Elsaß-Lothringen, H. 25, Strassburg
  • Jasper, P., 1894; Der Silbererzbergbau in Markirch (Elsaß). Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen 42, 68 - 76
  • Metz, R.: Der frühe Bergbau bei Markirch im Elsaß. Der Aufschluss 17, 164 - 169
  • Munster, S., 1550; Cosmographie Universelle
  • Winkelmann, H.: Das Bergrevier um La Croix-aux-Mines und die Federzeichnungen von Heinrich Gross. Der Anschnitt 15, H. 5, 8 - 18

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Die Aufbereitungsanlage Fürstenstollen
bei Sainte Marie-aux-Mines
Ansichtskarte um 1900
Archiv Collector

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Bergleute der Silbergrube La Rouge Mine
de Saint Nicolas im Revier
La Croix aux Mines beim Empfang von Unschlitt
für ihr Geleucht.
Zeichnung von Heinrich Goff in
La Rouge Myne de Saint Nicolas, 1550
Archiv: Collector

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Bergleute beim Abbau des silberhaltigen Gesteins
mit Schlägel und Eisen in der Silbergrube
La Rouge Mine de Saint Nicolas im Revier
La Croix aux Mines
Zeichnung von Heinrich Goff in
La Rouge Myne de Saint Nicolas, 1550
Archiv: Collector


Schwaz in Tirol

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Münzprägung in Tirol
Aus dem Schwazer Bergbuch von
Ludwig Lässl (1556)
Bildarchiv: Collector

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Schwaz um 1895
Im Hintergrund eine (eher künstlerische)
Darstellung der Stollen und Gänge
Bildarchiv: Collector

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Darstellung der Erzförderung mittels
eines Pferdegöpels
Aus dem Schwazer Bergbuch
von Ludwig Lässl, 1556
Bildarchiv: Collector

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Schwaz in Tirol mit den linkerhand
bezeichneten Erzgruben (aerz grieben)
Kupferstich um 1720
Bildarchiv: Collector

Das Gebiet zwischen Schwaz und Kitzbühel war bereits in der Jungsteinzeit sowie in der Bronzezeit, im Zeitraum von 4.000 bis 1.500 v. Chr., wegen seiner Kupfervorkommen bekannt. Der Ort Schwaz im Unteren Inntal wurde im Jahr 930 erstmals als Suates erwähnt. Im 14. Jh. entstand das noch heute die Stadt bestimmende Schloss Freundberg. Die ersten Silbervorkommen wurden 1409 entdeckt, um 1420 entstanden die ersten Erzgruben. Die Blütezeit des Bergbaus war im 15. und 16. Jh. Um 1500 war Schwaz mit ca. 20.000 Einwohmern die größte Bergbaumetropole in der Welt, aus welcher 85 % allen produzierten Silbers kam. Das Gedicht von Georg Rösch aus dem Jahr 1558 spiegelt die Bedeutung des Schwazer Bergbaus als Mutter aller Bergwerke wider:


Swatz ist aller perckhwerck muater zwar
Davon nert sych ayn gar gross schar
Ob treyssygh taussent, hab ich brecht behalten
Von mannen, frouwen, yungh und altn

1477 verlegte Erzherzog Sigmund von Tirol die landesfürstliche Münzstätte von Meran in die Stadt Hall in Tirol, nahe der Silbergruben in Schwaz. Im Jahr 1486 wurde in Hall die erste Silbermünze mit der Prägung des ersten Talers, dessen Namen vom Inntal abgeleitet war, geschlagen, etwa 34 Jahre bevor auch in St. Joachimsthal in Böhmen Taler geprägt wurden.

Der Silberreichtum von Schwaz war die Grundlage der Macht und der Politik des 15. und 16. Jh. in Europa. Die für die Zeit unvorstellbar hohen Einkünfte aus dem Schwazer Silberbergbau ermöglichten den Habsburgern die Finanzierung ihrer imperialen Expansionsvorhaben. Ohne das Schwazer und anderer Tiroler Gruben Silber wären weder die Erbansprüche noch der Anspruch auf die Herrschaft als Kaiser durchführ- und durchsetzbar gewesen. Insofern war es weltgeschichtliches Glück, dass die Politik der Habsburger mit dem Höhepunkt des Schwazer Bergbaus zusammenfiel.

Mitte des 15. Jh. war Schwaz eines der wichtigsten Bergbaureviere der damaligen Welt. Von 1470 bis 1535 waren die Schwazer Gruben Falkenstein, Alte Zeche und Ringenwechsel die bedeutendsten Lieferanten von Silber und Kupfer in Europa. Gegen Ende des 15. Jh. wurden in Schwaz ca. 10 t Silber und 800 t Kupfer pro Jahr gefördert, was etwa einem Sechstel der gesamten europäischen Erzeugung entsprach. Das bedeutendste Jahr war 1523 mit ca. 16 t Silber.

Im Jahr 1827 ging der Bergbau nieder. In den ca. 400 Jahren Bergbaugeschichte wurden in Schwaz 2.571 t Silber und 191.000 t Kupfer gewonnen. Kurioserweise erhielt Schwaz erst 1899 Stadtrechte, da die Gemeinde, obwohl sie zeitweise die zweitgrößte Ortschaft im Habsburger Reich war, nie über eine Stadtmauer verfügte. Aus dem gleichen Grund wurden trotz des florierenden Silberbergbaus keine Münzen in Schwaz, sondern in Hall geprägt.

Literatur

  • Berninger, E. H. (Hrsg.), 1980; Das Buch vom Bergbau. d. Miniaturen d. "Schwazer Bergbuchs" nach d. Handschrift im Besitz d. Dt. Museums, München. Dortmund, Harenberg
  • Gstrein, P., 1989; Die Silberkammern von Schwaz, Tirol. Bode Verlag
  • Lässl. L., 1556; Schwazer Bergbuch
  • Winkelmann, H. (Hrsg.), 1956; Schwazer Bergbuch. Gew. Eisenhütte Westfalia, Bochum
  • Palme, R., Ingenhaeff-Berenkamp, W., 1993; Stollen, Schächte, fahle Erze, Berenkamp-Verlag Schwaz
  • Palme, R., Gstrein, P., Ingenhaeff, W., 2002; Glück auf! - Faszination Schwazer Silberbergwerk, Berenkamp-Verlag Schwaz

Schemnitz in Slowakien

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Alte Darstellung der Silbergruben und Schächte
von Schemnitz (Banska Stiavnica)
Zeichnung von A.F.C. Marsilius aus dem
Danubius Pannonico-Mysicus, 1726
Archiv: Collector

Banská Štiavnica (deutsch Schemnitz, ungarisch Selmecbánya) ist die älteste Bergstadt der Slowakei. Sie liegt 170 km nordöstlich von Bratislava und 48 km südlich von Banska Bystrica, etwa 20 km von Zvolen (Altsohl) entfernt in den Schemnitzer Bergen (slowakisch Štiavnické vrchy), einem Mittelgebirge vulkanischen Typs in der Slowakei, welches zu den Westkarpaten gehört und einen Teil des Slowakischen Mittelgebirges bildet.

Um die Stadt Banská Štiavnica erstreckte sich eines der großen Erzvorkommen im damaligen Oberungarn. Bereits im Hochmittelalter begann man mit der Gewinnung und Verarbeitung der teilweise bis zur Erdoberfläche anstehenden reichen gold-, silber-, blei- und teilweise kupferhaltigen Blei- und Silbererze.

Der Bergbau bestand bereits seit dem Jahre 752, wo er von Mährern betrieben wurde. Schemnitz wurde durch Mährer im Jahr 1075 gegründet, unter Stephan I., dem ersten König Ungarns (969-1038), durch herbeigerufene Deutsche erweitert und zur Blüte gebracht. Die erste Erwähnung datiert auf das Jahr 1156. Anfang der 40er Jahre des 13. Jh. wurde es von den Tataren gänzlich zerstört, dann nach deren Abzug wieder aufgebaut. Im Jahr 1238 erhielt Banská Štiavnica vom ungarischen König Bela IV. die Privilegien einer Freien Bergbaustadt.

In der Umgebung der Stadt wurde im Jahr 1627 erstmals Schwarz- bzw. Schießpulver zum Sprengen im Bergbau eingesetzt. 1735 kam es in Schemnitz zur Gründung einer Bergschule (Bergschola), die auf die älteren Ausbildungsformen von zukünftigen Bergbeamten aufbaute. Erst Ende des Jahres 1762 erfolgte ein Beschluss der Wiener Zentralbehörden, welcher die Gründung einer praktischen Bergschule für das ganze Habsburgerreich verlangte. Diese Anfang des Jahres 1763 gegründete Institution wurde bis 1770 schrittweise zur späteren Bergakademie ausgebaut.


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Innenstadt von Schemnitz im Jahr 2005
Foto: Manfred Früchtl

1722 wurden Teile des Bergwerks, die durch Wassereinbrüche unzugänglich geworden waren, mit einer Feuermaschine trockengelegt. Diese wurde vom Engländer Isaac Potter und dem Deutschen Joseph Emanuel Fischer von Erlach erstmaling auf dem Festland errichtet. Johann Georg Keyßler schrieb darüber 1751: "Sie that ihre gute Wirkung und leerete in acht Stunden so viel Wasser aus, als sich in vier und zwanzig Stunden zu sammeln pflegte. Man behauptet auch, dass sie mit gar wenigem Holze innerhalb vier und zwanzig Stunden vierzig tausend Eimer (jeder zu vierzig wienerischen Maaßen gerechnet) aus der Tiefe bringen konnte."

Zur Ableitung der Grubenwässer und Aufschließung des Tiefbaues bestanden elf Erbstollen. Der älteste, der Biebererbstollen, wurde im 14. Jh. in 595 m Teufe angeschlagen und war 8,6 km lang. Der 1494 begonnene Handel-Hodritscherbstollen hatte eine Länge von 25 km, der 1549 angeschlagene Dreifaltigkeitserbstollen war 14 km lang. Der wichtigste war der Kaiser Joseph II.-Erbstollen (1782), mit einer Länge von 18 km und einem 16,5 km langen Hauptquerschlag, welcher die Grubenwasser in den Granfluss ableitet. Gegen Ende des 19. Jh. betrug die Gesamtlänge der ausgefahrenen Strecken 367 km. Zur Aufbereitung der Pochgänge bestanden 1134 Pochstempel. In den Bergwerken wurden 2.500 Männer und 350 Kinder beschäftigt.

Nach einem weiteren Jahrhundert wechselvoller Geschichte kam das Ende des Bergbaus in Banska Štiavnica Anfang der 1990er Jahre. 1993 wurde die Stadt in die Liste des UNESCO Welterbes aufgenommen.

Literatur

  • Hercko, I., 1984; Minerály Slovenska; Osveta
  • Kodera, M., et al., 1990; Topographical mineralogy
  • Péch, A., 1870; Geschichte der Schemnitzer Bergbauunternehmungen
  • Vozar, J., 1983; Das goldene Bergbuch: Schemnitz, Kremnitz, Neusohl, Banská Stiavnica, Kremnica, Banská Bystrica. Eine wichtige Quelle für die Geschichte des Bergbauwesens in der Slowakei (Zlatá kniha banícka). Text deutsch und slowakisch

Sierra Cartagena

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Pozo in Los Perules, Coto San Cristobal
bei Mazarrón, Murcia
Foto: Collector 2007

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Die Erzaufbereitungs- und Verhüttungs-
anlage Coto San Cristobal
Mazarrón, Murcia
Foto: Collector 2007

Die Iberische Halbinsel hatte im Altertum den Ruf, das an Metallen reichste Gebiet der damals bekannten Welt zu sein. Dort am bekanntesten war die Sierra Cartagena im heutigen Gebiet von Cartagena, La Unión, Portmán und Mazarrón.

Cartagena wurde zwischen 229 - 226 v. Chr. unter dem Namen Qart-Hadast von dem punischen (karthagischen) General Asdrúbal gegründet. In diesen Jahren begann auch das Schürfen von silberhaltigem Bleiglanz in der Umgebung der Hafenstadt. Das geförderte Silber wurde prinzipiell zur Herstellung von Münzen und von Luxusgegenständen verwendet. Im Jahr 209 v. Chr. eroberten die Römer unter Publio Cornelio Escipión die punische Stadt Qast-Hadast und begannen kurze Zeit danach, das Silbererz aus den Revieren Cartagena und Mazarrón in großem Bergbaustil abzubauen und zu verarbeiten - was sie penibel dokumentierten. Daneben wurden auch Blei und Eisen gefördert. Die verschiedenen Lagerstättenverhältnisse zwangen zu unterschiedlichen Abbaumethoden. Die Gänge, welche nicht selten an der Erdoberfläche zutage traten, wurden im offenen Tagebau abgebaut. Die stratiformen Formationen jedoch, welche in großer Tiefe lagen, wurden über ein kompliziertes Schacht- und Stollensystem mit Teufen bis zu 100 m erschlossen. Die wichtigste Lagerstätte und Grube der Römer war der Coto Fortuna, welche noch heute durch zahlreiche Bergbaurelikte Zeugnis von der vergangenen Epoche vor 2.000 Jahren ablegt. Dazu gehören Abwassereinrichtungen, Reste von Schmelzöfen und Waschanlagen. Die Bergbaugesellschaft hieß Societas Montis Argentaris Olvcro.

Im 1. Jh. n. Chr. begann der Erzbergbau einzuschlafen und zu verfallen. Erst ab der 2. Hälfte des 19. Jh., im weiteren Sinne im Zusammenhang mit dem Verlust der spanischen Kolonien und den Silberbergwerken in Amerika, aber auch mit der Entdeckung von Silber im Barranco del Jaroso in der Sierra Almagrera, wurden die alten Lagerstätten wieder neu erschlossen, neue Schächte abgeteuft und es begann eine zweite dynamische Bergbauphase zwischen Cartagena und Mazarrón, welche bis zum Ende des 20. Jh. anhalten sollte.

Zu den bedeutendsten Wiederbelebungsprojekten des Bergbaus gehörte der bergbauindustrielle Komplex von San Cristobal und Los Perules in Mazarrón, welcher auf den alten Gruben San Cristóbal, Los Perules, Las Pedreras und Fortuna sowie einigen kleineren Schächten abbaute. Um die großen Mengen an gefördertem Erz zu verhütten, wurde eine neue große Schmelzhütte neben dem Hafen von Mazarrón errichtet. Der Höhepunkt des Bergbaus von Mazarrón lag im Jahr 1880 und beruhte wesentlich auf Investitionen europäischer Unternehmen wie der französischen Firma Compania de Aguilas, welche, gestützt vom Haus Rothschild, im Jahr 1884 große Mengen Kapital in das Mazarrón-Projekt einschossen.

Literatur

  • Gonzales, T., 1832; Registro y Relacion general de las minas de la Corona de Castilla. Madrid, 2 vol. 718 and 433 pp.
  • Morales, S., Fenoll, P., 1992; Quimismo de las paragenesis asociadas al vulcanismo terciario del sector Aguilas-Sierra Almagrera (SE de Espana). Boletin de la Sociedad Espanola Mineralogica 15, 282 - 286
  • Muelas, M., Perez, P., Gil, J., 1996; Minerales de la Region de Murcia. La Union, 165 p.
  • Ramallo, F., Berrocal, M. C., 1994; Mineria punica y romana en el sureste peninsular: el foco de Carthago Nova, in Vaquerizo, D. (ed.): Mineria y Metalurgia en la Espana prerromana y romana, 81 - 146
  • Oman, C., 1968; The Golden Age of Hispanic Silver 1400 - 1665
  • Rolandi, M., 1993; Apuntes historicos sobre la mineria y metalurgia antigua del sureste peninsular. Tierra y Tecnologia 5, 61 - 73
  • Villar, J. B., Egea, P. M.; 1990; La mineria murciana contemporanea, 1840 - 1930. 2nd Edition, Murcia University. 362 p.

Balcoll bei Falset in Spanien

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Relikte des ehemaligen Silberbergbaus
der Mina Balcoll
Foto: Joan Abella i Creus

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Ein verzweigter Ast aus verzwillingten
Silberkristallen
Mina Balcoll
Höhe der Stufe: 2,6 cm
Sammlg. und Foto: Joan Abella i Creus

Die Grube Balcoll, welche auch unter dem einfachen Namen Silbergrube bekannt ist, liegt wenige Kilometer entfernt von Falset, der Kreisstadt der Comarca Priorat in der Provinz Tarragona in Katalonien, nahe des Bleibergbaureviers Bellmunt.

Bereits vor der Gründung der Grafschaft Prades y de Entenca, dem heutigen Gebiet von Priorat, im Jahr 1324 gab es einige kleinere Gruben und Aufschlüsse, in welchen hauptsächlich Bewohner der naheliegenden Stadt Falset Silbererz abbauten. Eine dieser Gruben war Balcoll. Ein als organisiert zu bezeichnender Bergbau begann in etwa parallel mit der Regierungszeit von König Pedro IV. von 1336 bis 1387. Um den Bergbau zu intensivieren und erfolgreich zu fördern, wurden 1344 etwa 100 erfahrene Bergleute aus Iglesias in Sardinien beschäftigt (Romero Tallafigo, 1979). Dank des technischen Know-hows dieser sardischen Fachleute erreichte der Silbererzbergbau seinen Höhepunkt Ende des 14. Jh. und versank danach wieder in die Dunkelheit bis Anfang des 20. Jh.

Erst im Jahr 1904 wurden die Abdeckungen wieder über dem Schacht 3 entfernt, neue Schürfungen durchgeführt und ein neuer, ca. 20 - 50 cm mächtiger und 50 m langer Silbererzgang entdeckt. Daraufhin wurde die gesamte Grube Balcoll mit ihren drei Schächten von einem Herrn Pedro Coll Rigau erworden. Die Banque de Paris et Pays Bas hatte zudem eine Teiloption auf den Besitz. Bereits im Jahr 1907 wurde die erste Erzförderung per Bahn nach Paris geschickt. Die Menge war so gewaltig und das Erz so reich, dass der Silberpreis an der Pariser Börse paralysiert wurde und der Name Balcoll weltweit bekannt wurde. Dessen ungeachtet kaufte sich die Banque de Paris trotz ihrer Option nicht ein und die Grube stellte kurze Zeit nach dem Boom ihre Aktivitäten ein. Seitdem kursieren jedoch immer wieder Gerüchte über den angeblich immer noch vorhandenen Schatz in Balcoll.

Seit 1993, nach jahrelanger Erkundung des katalanischen Sammlers Joan Abella i Creus, konnte dieser - nur an der Oberfläche - eine recht große Anzahl von kristallisierten Silberstufen finden, welche man in der heutigen Zeit zu den besten Spanischen zählen kann und welche Beweis dafür sein können, dass der vermutete Schatz doch noch vorhanden ist.

Das Silber von Balcoll kommt, oberflächlich betrachtet, in Form von Drähten und Fäden vor. Dies sind jedoch keine drahtförmigen Ausblühungen oder Locken, sondern sehr filigrane Äste und Zweige, welche aus kleinsten Kristallen mit bis zu sechs unterschiedlichen Kristallformen aufgebaut sind.

Literatur

  • Abella i Creus, J., 2008; Minerals i mines de la conca de Bellmunt del Priorat
  • Calderón, S., 1903; Los minerales de Espana
  • Mata i Perelló, J. M., 1990; Els minerals de Catalunya
  • Romero Tallafigo, M., 1984; La Cancillería del Condado de Prades (1341 - 1358), in: Landesherrliche Kanzleien im Spätmittelalter: Referate zum VI. Internationalen Kongreß für Diplomatik, München 1984 (Münchener Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung 35,2), 637 - 665

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Silbergespinst mit Akanthit
Mina Balcoll
Größe: 5,6 x 5,3 cm
Foto: Fabre Minerals

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Charakteristisch ausgebildetes Silber der
Mina Balcoll
Größe: 2,9 x 2,3 cm
Sammlg. und Foto: Joan Abella i Creus


Chalanches in Frankreich

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Ansicht von Allemont und der Montagne
de Chalmettes, auf welchem zwischen
1.800 und 2.250 m Höhe die Silbergrube
Chalanches liegt.
Ansicht Anf. 20. Jh.
Archiv: Collector

Die historische Silber-Antimongrube Les Chalanches liegt an der Montagne de Chalmettes auf einer Höhe zwischen 1.800 und 2.250 m etwa 3 km nordwestlich von Allemont im Departement Isère in der Region Rhone-Alpes in Frankreich.

Der Legende nach fand die junge Schäferin Marie Payen aus dem Gehöft Hameau des Clots im Jahr 1767 auf etwa 2.000 m Höhe einen Stein, den sie auf ein Schaf werfen wollte, was nicht hören wollte. Dieser Stein war jedoch so ungewöhnlich schwer, dass Marie ihn ins Dorf mitnahm, wo ihr der Dorfschmied bestätigte, dass dieser Stein reines Silber sei. Sehr schnell verbreitete sich die Neuigkeit und in der Region begann ein verrücktes Silberfieber. Gegen die Auflagen der Behörden errichteten die Bauern unzählige Stollen, um nach Erz zu schürfen. Dabei starben 16 Personen, um weitere Todefälle zu vermeiden, wurde die Lagerstätte 1768 von den Autoritäten annektiert und kontrolliert. Und, um die Geschichte glücklich zu beenden, berichtet die Legende, dass Marie Payen den Schmied heiratete, dass beide glücklich waren und viele Kinder in die Welt setzten ...

Die ehemaligen Stolleneingänge liegen an der obersten Stelle des Abhanges, hinter den Ruinen der ehemaligen Grubenanlagen, im Quartier Chalanches. Auf der anderen Seite liegt das Quartier Cromots. Die Gesamtlänge der Stollen betrug etwa 1.500 m.

Aus den Erzgängen mit einer Mächtigkeit zwischen 20 und 80 cm kam disseminiertes Silber in Form von silberhaltigem Ocker in Sedimentiten sowie, allerdings nicht so häufig, in Form wirrer Silberdrahtgespinste vor. In den gleichen Ockergängen gab es silberreiche Linsen mit Kobalt-, Nickel- und Antimonerz, allesamt reich an Silber. Das Erz wurde bereits an den Stollenausgängen vorgeklaubt, dann nach Allemont verbracht, wo es zusammen mit silberhaltigem Galenit aus anderen Gruben aufbereitet und geschmolzen wurde. Die insgesamt geförderte Menge betrug etwa 9 t. Voigt berichtet über den Fund eines 31 Pfund schweren Brockens gediegenen Silbers, welcher 1778 im Gang du Jour in einem Gemenge aus Ocker mit Kobalterz gefunden wurde.

Die Förderung von Silbererz dauerte etwa hundert Jahre, zeitweise arbeiteten bis zu 90 Menschen vor Ort. Im Jahr 1792, drei Jahre nach der französischen Revolution, wurde die Grube verstaatlicht, im Laufe des 19. Jh. dann verschiedentlich verkauft. Das Silber war jedoch erschöpft und zuletzt wurden nur noch Kobalt- und Nickelerze abgebaut. Die Grube wurde nach etwa 100 Jahren aufgelassen. Heute befindet sich in der ehemaligen königlichen Schmelze in Allemont das Tourismusbüro.

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Erzstufe mit Allemontit (Stibarsen)
in einer Gesteinsmatrix mit
disseminiertem Silber
Chalanches, Isère, Frankreich
Größe: 4,1 x 2,7 cm
Foto: Rob Lavinsky

Die Lagerstätte Les Chalanches war ein zeitlich begrenztes, aber reiches Vorkommen von gediegen Silber, Amalgam und Allemontit, einer Varietät von Stibarsen. An Silbermineralien kamen Argentojarosit, Chlorargyrit, Dyskrasit, Moschellandsbergit in guten Kristallen, Proustit, Pyrargyrit und Schachnerit vor. Desweiteren Cinnabarit, Erythrin, Stibarsen, Kermesit und Valentinit (Typlokalität). Die wichtigsten Kobalt- und Nickelerze waren Cobaltit, Löllingit, Nickelin, Safflorit, Skutterudit und Ullmannit.


Literatur

  • Legros, A., Legros, M., 1990; Histoire des anciennes mines et gites de l'Oisans. Les grands centres miniers de l'Isère
  • Mari, D., Mari, G., 1982; Mines et minéraux des Alpes Maritimes. Editions Serre (Nice)
  • Voigt, J. K. W., 1786; Sur une mine de Chalanches. Journ. d. Phys., XXVIII
  • Voigt, J. K. W., 1788; Sur une mine d'argent. Journ. d. Phys. XXXII


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