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Silber

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Erste Seite des Vertrags von Tordesillas, 1492
Demarkationslinien nach Spanisch-Portugiesischen
Vereinbarungen im 15. und 16. Jhd.
Der Vertrag von Tordesillas (span.: Tratado de Tordesillas,
port.: Tratado de Tordesilhas) kam 1494 auf Betreiben
von Papst Alexander VI. zwischen den damals
vorherrschenden Seemächten Portugal und
Spanien zustande. Er sollte eine bewaffnete
Konfrontation zwischen diesen beiden damals
bedeutendsten katholischen Mächten verhindern,
indem er die Welt in eine portugiesische und eine
spanische Hälfte aufteilte.
Archiv: Biblioteca Nacional de Lisboa
Public Domain

Silber aus der Neuen Welt


Silber der präkolumbianischen und der Inka-Kulturen

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Kopf der Chavin-Kultur
Chavin de Huantar, Ancash, Peru
Public Domain

Weit mehr als 2.000 Jahre bevor die spanischen Konquistadoren Südamerika eroberten, waren den Bewohnern der Andentäler und der andinischen Hochgebirge Boliviens, Perus, Argentiniens und Chiles sowie der Küsten von Ecuador und Nordchile metallurgische Technologien zur Herstellung von Gold, Kupfer und Silber vertraut. Funde von Silberschmuck aus dem peruanischen Malpaso im Lurin-Tal wurden auf ca. 1.000 v. Chr. datiert.

Die wohl erfahrensten präinkaischen Metallurgen gab es bereits zwischen 500 und 900 v. Chr. in der peruanischen Chavin-Kultur (Chavin de Huantar) in der Weißen Kordillere Perus. Diese Hüttenwerker legierten bereits Gold mit Silber und Kupfer, verstanden es, dekorative Schmuckstücke zu verschweißen und wussten, wie man amalgamiert. Während der ebenfalls peruanischen Kulturen Vicus (1.000 v. Chr. bis 300 n. Chr.) fertigten Handwerker Gold- und Silberbleche. Von den Kulturen Paracas in Ica und Mochica in La Libertad sind neben der Verarbeitung von Silber und Gold auch Legierungen von Zinn und Kupfer (Bronze) sowie die Bearbeitung von Blei und Quecksilber bekannt. Von den Handwerkern der Kuntur Wasi (ca. 700 - 450 v. Chr.) am Cerro La Coja in Cajamarca, Peru, stammen 21 Plättchen in Form eines Vogels, welche zu 70 % aus Silber und zu 30 % aus Gold bestehen. Unzählige Silber-, Bronze- und Goldarbeiten wurden während der Tiahuanaco-Hochkultur im heutigen Bolivien von 1.500 v. Chr. bis zum 13. Jh. hergestellt.

Die Chimu, welche von 1200 bis etwa 1460 lebten, waren Perfektionisten in der Vergoldung und Versilberung von Objekten, besonders der Vergoldung von Silber sowie der Versilberung von Kupfer. Zu den bekanntesten Metallurgiezentren zählen das Siedlungsgebiet der Moche und das Mantaro-Tal in Peru, Santa Maria in Catamarca und Tilcara in Jujuy in Argentinien, Almirante Latorre in Chile sowie unzählige Rennofenanlagen bei Porco und San Antonio de Nuevo Mundo in Bolivien.

Im Tawantinsuyu bzw. dem Inkareich mit dem Zentrum Cusco, war Silber - neben Gold - hochgeschätzt und angesehen. Der Bergbau war organisiert bis hin zur Kategorisierung der einzelnen Bergbau-, Aufbereitungs- und Verhüttungstätigkeiten. Die Arbeiten wurden rationell durchgeführt, es gab Explorations- und Abbauperioden, die Förderung und Aufbereitung verlief in überwachten Schichten, um Diebstahl vorzubeugen. Die Bergbaureviere waren abgegrenzt und die Förderung wurde teilweise in großem Maßstab betrieben. Ganz zuvorderst stand die Qualitätssicherung des fertigen Produktes. Das am meisten verwendete Metall war Kupfer. Gold wurde aus alluvialen Geröllen der Flüsse der Kordillere und des Flachlandes gewonnen. Das inkaische Zentrum der Silberproduktion ware das (heute bolivianische) Porco bei Potosi. Die Silbererze lagen dicht an der Oberfläche und waren leicht abbaubar. Zinnerz gab es im Überfluss und ermöglichte eine umfangreiche Bronzeproduktion. Auch Quecksilber war den Inkas bekannt, wenngleich sie es nur für medizinische Zwecke benutzten. Ohne es zu kennen, stellten die Inkas Gold/Silber- oder Gold/Kupferlegierungen mit einem gewissen Anteil an Platin her. Interessant ist ferner, dass die sogenannten caminos del Inca, d.h. ein Wege- und Straßennetz in der Puna und im Altiplano, welches von Ecuador bis Mendoza in Argentinien reichte, immer an den inkaischen Thermalquellen und den alten Kupfer-, Silber- und Goldgruben vorbeiführten.


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Präinkaischer Bergmann und
Huayra-Schmelzöfen
Zeichnung von Peele, R., 1893;
Public Domain

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Historischer Bergbau in Argentinien
Stollenmundloch einer Silbergrube in
den Hochanden
Foto: Sebastian Vázquez Zarzoso

Die inkaischen und präinkaischen Völker waren nicht nur hervorragende Bergleute und Metallurgen, sondern verfügten auch über einen umfangreichen Wortschatz zur Bezeichnung der Mineralien, Erze und der bergmännischen Werkzeuge. In dem 1609 von Garcia de Llanos geschriebenen Bergbaulexikon gibt es 258 Begriffe, von welchen 160 indigenen Ursprungs sind. Die andinischen (Quechua und Aymara) Bezeichnungen für Gold war cori, für Silber colqui, für Kupfer anta und für Quecksilber llimpi. Erze wurden sorgfältig unterschieden in tacana (Silbersulfide), sucu (Silberhalogenide) und soroche (silberhaltiger Bleiglanz) - um nur wenige zu nennen. Unverständlich ist jedoch, dass sie, obwohl sie es kannten, kein Eisen verwendeten, was sich später als Nachteil gegenüber den spanischen Eroberern erwies.


Mittelalterliche Silberschmiede in Patagonien

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Mapuche mit tradtionellem Silberschmuck
(Trapelacucha und Sequil)
Public Domain
Archiv: Collector

Im 6. Jh. lebten die Vorfahren der Mapuche zwischen dem Fluss Maullin in Chile und der Provinz Neuquén in Argentinien. Als die Spanier kamen, hatte sich der Mapuche-Lebensraum bis ins Gebiet zwischen den Flüssen Chiapa im Norden und Chilo im Süden ausgebreitet. Die Spanier nannten die Einwohner Araukanier. Bis ins 17. Jh. dehnte sich der Mapuche-Einflussraum wesentlich nach Argentinien, bis in die heutigen Provinzen San Luis, La Pampa, Neuquén, Buenos Aires, Rio Negro und Chubut aus.

Die Mapuche waren schon lange, bevor die Spanier Südamerika eroberten, ausgezeichnete Silberschmiede, konnten jedoch genauso gut Gold, Kupfer und Legierungen aus eben diesen Metallen herstellen und bearbeiten. Das Silber der präkolumbianischen Zeit stammte aus andinen Vorkommen, wo es unter primitiven Umständen abgebaut wurde. Nach Ankunft der Spanier tauschten die Mapuche Silbermünzen von diesen gegen landwirtschaftliche Erzeugnisse. Aus den Silbermünzen der Spanier stellten sie ihren traditionellen Schmuck her. Die Münzen wurden in kleinen Tiegeln geschmolzen, die notwendige Schmelztemperatur der Öfen wurde mittels Blasebälgen zugeführt. Zum Formen von Platten, Bändern, Röhren, Perlen und Kugeln wurde das geschmolzene Silber in Sandformen gegossen. Die erkalteten Rohschmuckstücke wurden anschließend mit Hammer und Treibstichel weiterverarbeitet. Die meisten und bekanntesten Schmuckstücke waren Sequil (Röhren und Platten, welche zu Halsbändern zusammengefügt wurden), Trarilonco (Kopfbänder), Trapelacucha (Halsketten mit Anhängern) und Tupu (Nadeln zum Befestigen von Kleidungsstücken).


Tocochimpo und Huayrachina - Die Kunst des Metallscheidens

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Die Kunst der Metallscheidung von Gold und
Silber sowie des Quecksilberverfahrens
Sämtliche Schmelzverfahren
Titelblatt des 1640 erschienen Buches
"El Arte de Los Metales" von A.A. Barba,

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Die im 17. Jh. bekannten metallurgischen
Verfahren zur Gewinnung von Silber
A und B: Kastilische Öfen
C: Huayrachina oder Guayra der Inkas
D: Tocochimpo der Inkas mit Erklärung
der wichtigsten Charakteristika
Aus: Barba, A.A., 1640; Arte de los Metales
Archiv: Collector

Silber wurde, entgegen landläufiger Meinung, nicht nur aus reinen Silbererzen, sondern zum großen Teil aus silberhaltigem Galenit (soroche) gewonnen. Ein Erz, welches in tausenden andinischer sulfidischer Lagerstätten in ungeheuren Mengen vorkam. Das Erz wurde bei hohen Temperaturen, welche durch Blasebälge erzeugt wurden, oder, meist an hochgelegenen Berghängen in stationären Windöfen aus Lehm (Huayrachina; auch Huayra oder Guayra) geschmolzen und in einer frühen Version eines Kupellationsofens (Tocochimpo) raffiniert. Der Spanier Barba beschrieb diese Verfahren im Jahr 1640:

Erze, welche nur durch die Flamme des Brennmaterials geschmolzen werden können, sind in Reverberiröfen zu verarbeiten. Diese Reverberiröfen haben einen runden Schmelzherd und einen davon abgesonderten Feuerungsraum, ganz in der Art, wie unsere jetzigen Treiböfen mit dem Windofen, nur nach kleineren Dimensionen. Sie werden mit einem Gebläse versehen, wenn sie als Treiböfen dienen sollen. In diesen Öfen pflegt man zwar nur abzutreiben, bemerkt Barba, allein man wird sich derselben auch mit Erfolg zum Erzschmelzen bedienen können, wenn gleich Agricola nichts davon erwähnt hat. Unter den verschiedenen Arten, die Erze zu schmelzen, sagt er ferner, ist die in Reverberiröfen die vorzüglichste, besonders für reiche Gold- und Silbererze, welche er in einem Bleibade zu schmelzen empfiehlt, indem zuerst die angemessene Menge Blei auf dem Herde eingeschmolzen, und in das Bleibad das zu verschmelzende Gold- und Silbererz gebracht werden soll.

Die Flammenöfen zum Rösten und Schmelzen der Erze kannte man bis dahin in Europa noch nicht, und Barba gebührt daher das Verdienst, diese Öfen zu den metallurgischen Operationen zuerst (mit Ausnahme des Treibens) als Vorschlag gebracht zu haben.

Erze, welche man durch die Flamme allein nicht einschmelzen kann, sondern bei denen auch die Einwirkung der Kohlen gleichzeitig erforderlich ist, müssen in Gruben verarbeitet werden. Dies ist die bei den Amerikanern vorgefundene Art zu schmelzen, welche zugleich ein Beispiel gibt, auf welche Weise die Schmelzprozesse in den Öfen entstanden sind, und sich nach und nach ausgebildet haben mögen.

Nach der Menge des zu verschmelzenden Erzes wurden größere oder kleinere Gruben in die Erde gegraben, welche man unten mit Stroh belegte, dann mit fein gespaltenem Holz ausfüllte, und dieses mit dem zu verschmelzenden Erz bedeckte. In der Mitte ließ man eine, bis aus den Boden niedergehende Öffnung in dem von Holz aufgeführten Schacht, um durch dieselbe das Stroh anzünden zu können. Gewährte die Örtlichkeit aber den Vorteil, dass man die Gruben an einem Bergabhange graben konnte, so brachte man keinen senkrechten Kanal an, sondern man führte eine horizontale Zündgasse zu dem Boden der Grube, durch welche dann auch das geschmolzene Metall, welches sich am Boden angesammelt hatte, abgestochen ward.

Metalle, die bloß durch die Glut der Kohlen in Fluss zu bringen sind, wurden in Öfen geschmolzen, welche Tocochimpo genannt werden. Diese Öfen kommen mit den Muffelöfen überein, deren man sich als Probieröfen bedient. Sie hatten die Gestalt eines Backofens, auf dessen Herde eine an den Seiten durchlöcherte Muffel stand. Der Raum zwischen der Muffel und dem Ofengewölbe ward mit Kohlen ausgefüllt, welche durch eine oben in dem Gewölbe des Ofens besindliche Öffnung, nach Bedarf nachgetragen wurden. Auf diese Weise ward der innere Raum der Muffel erhitzt, und diese selbst war durchlöchert, damit die strahlende Hitze der glühenden Kohlen leichter zu dem Metall gelangen konnte, welches unter der Muffel eingeschmolzen ward. Die Amerikaner sollen sich dieser Vorrichtung als Treibofen bedient, und daher auch noch an der, dem Mundloch der Muffel entgegenstehenden Seite, eine Öffnung angebracht haben, um auf die Oberfläche des geschmolzenen Metalls einen Windstrom zu führen.

Die jetzigen Treiböfen, erwähnt Barba, unterscheiden sich von den Reverbieröfen zum Erzschmelzen nur dadurch, dass diese einen Herd von schwerem Gestübbe, jene aber einen Herd von Asche erhalten, und dass die Treiböfen notwendig mit einem Gebläse versehen sein müssen. Bei manchen Erzen ist es notwendig, dass sie mit Hohlraum geschichtet geschmolzen werden, und dies, sagt Barba, sind diejenigen Öfen, welchen Agricola in seiner Metallurgie gedenkt, und von denen allein er nur redet. Die Eingeborenen bedienten sich aber auch früher schon der Schachtöfen, welche jedoch nicht mit einem Gebläse versehen waren, sondern in deren Umfassungsmauer man Öffnungen oder Luftlöcher angebracht hatte. Ein solcher Ofen ward Huayrachina genannt. Unter jeder Öffnung befand sich ein hervorstehender Rand, oder ein Läppchen, worauf man eine glühende Kohle legte, damit die atmosphärische Luft wie die Flamme eines Lötrohrs in den Ofen dringen sollte. Die Huayrachinas wurden auf Unhöhen aufgestellt, damit sie dem Luftzuge mehr ausgesetzt waren. Unten befand sich eine Öffnung zum Ablassen der geschmolzenen Masse, welche so lange mit Lehm verklebt war, bis die Schmelzung statt gefunden hatte.

Eine andere Art von kleinen Schachtöfen, welche Barba Braquetilla-Öfen nennt, scheint, nach der Einführung der kastilianischen Öfen, aus diesen und aus den vorgefundenen Schmelzeinrichtungen der Amerikaner zusammengesetzt zu sein. Diese Öfen waren zum Teil in der Erde eingegraben, zum Teil ragten sie aber über der Erde hervor, und waren mit einem Gebläse versehen. Die Arbeit in den kastilianischen Öfen war übereinstimmend mit dem, was Agricola darüber bemerkt hat. Als Ansammlungsmittel für die edlen Metalle bediente man sich überall des Bleies oder der Bleierze, und vertrieb die Werke in den Tocochimbos, später aber in gewöhnlichen Treiböfen.

Barba's Schrift verbreitete in Europa die Meinung, dass das Silber in Amerika, wenigstens in Peru, aus sehr reichen Silbererzen genommen werde, weil Barba nur die Verarbeitung der Gold- und Silbererze abhandelt, wobei die Zuschläge von Blei und Bleierzen als Nebenfach erscheinen. Diese Meinung hat sich sogar bis auf die neueste Zeit erhalten, und zum Teil wohl die Veranlassung gegeben, dass Barbas Vorschläge über das Rösten und Schmelzen der Erze in Flammenöfen, so wie seine Untersuchungen über den Amalgamationsprozeß, als der Beschaffenheit der europäischen Erze nicht angemessen, ganz unberücksichtigt geblieben sind. Das Schmelzen in Schachtöfen war damals in Europa seit Agricola ganz allgemein das einzige Verfahren, um Gold, Silber, Kupfer und Blei aus ihren Erzen zu gewinnen.


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Abgetriebener Silberblick
das Endprodukt nach dem
Cupellationsprozess
Projekt Porco, Potosi, Bolivien
Foto: Prof. Dr. Mary van Buren

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Huayrachina
Inkaischer Rennofen zum Schmelzen
von Bleierz
Projekt Porco, Potosi, Bolivien
Foto: Prof. Dr. Mary van Buren

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La "Guiara", ein alter Silberschmelzofen
(ca. spätes 16. Jh.); bei Cerro de Pasco, Peru.
Foto: Collector


Die Gier nach Silber - 300 Jahre Völkermord und Sklaverei

Kolonialer Silberbergbau im Zeichen von Kreuz und Peitsche

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Der Cerro Rico - der "Reiche Berg" bei
Potosi in Bolivien; einst das größte
Silbervorkommen der Welt
Zeichnung von Alcide Dessalines d'Ortigny
in "Voyage dans l'Amerique Meidionale (1835-1847)
Archiv: Collector

Die europäische Geschichte wäre in ihrer heutigen Form weder ohne die auf Vergeltung und Eroberung zwischen dem 11. und 13. Jh. angelegten Kreuzzüge in den Nahen Osten noch ohne die außereuropäischen Eroberungen seit dem 16. Jh. in Mittel- und Südamerika denkbar. Wenngleich sowohl im Mittelalter als auch in der Renaissance die gewaltsamen Entdeckungen und Erschließungen im Namen des Kreuzes erfolgten, oft getarnt als christliche Mission, waren die vordergründigen Ziele immer Raub, Plünderung und selbst Völkermord als Mittel zur Landbesitznahme und der Bereicherung weltlicher Herrscher sowie der Kirche und ihr nahestehender Orden.

Die Anfänge des spanischen Kolonialismus in der Karibik schufen die rechtlichen und ethischen Grundlagen für die wirtschaftlich viel interessantere Ausbeutung auf dem südamerikanischen Festland. Im Jahr 1494 wurde die westliche Welt, welche bis auf wenige Küstenlinien, die bereits vor Kolumbus durch Portugiesen "entdeckt" wurden, mit Billigung des Papstes durch den Vertrag von Tordesillas zwischen Spanien und Portugal geteilt.

Mit der Eroberung Mexikos im Jahr 1519 durch Hernán Cortes, welches als Nueva España (Neuspanien) bezeichnet wurde, begann die Eroberung des mittel- und südamerikanischen Kontinents. Zwischen 1523 und 1537 gefolgt von Francisco Pizarros und Diego de Almagros Eroberung Perus. 1551 gab es in Lima das erste Regionalkonzil Amerikas, durch welches die Grundlagen des späteren, 300 Jahre dauernden spanischen Weltreiches gelegt wurden.

Zur Befriedigung ihrer ungezügelten Gier nach Gold, Silber und Edelsteinen schreckten die spanischen Konquistadoren vor keiner Gewalttätigkeit und vor keinem Verbrechen zurück. Sklaverei, Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, Zwangsarbeit in den Silbergruben, Encomienda und Repartimiento und letztlich die Vernichtung der Inkakultur - jegliches verbrecherische Vorgehen und Treiben bis hin zum Völkermord waren durch das Königshaus gedeckt, durch Papst und Kirche abgesegnet und de facto legalisiert. Ein Höhepunkt dieser furchtbaren Geschehnisse war, dass Pizarro das Oberhaupt des Inkareiches, Atahualpa, gefangen nahm, seine Freilassung gegen ein Lösegeld von 11 t Silber und 6 t Gold versprach, den Inkaherrscher jedoch nach Bereitstellung des Schatzes hinrichten ließ.

In der ersten Eroberungsphase und mit ungeheurer Gier wurden die Indioschätze durch die Konquistadoren geplündert. Die über Jahrhunderte angesammelten Gold- und Silbermengen der Inka, Maya und Azteken wurden eingeschmolzen, verteilt und nach Spanien verschifft. Ein Sprichwort sagte, dass man aus dem in der Neuen Welt erbeuteten Silber eine Brücke über den Atlantik schmieden könne. Allerdings war diese Raubquelle nach kurzer Zeit versiegt und es galt, nach unberührten Schätzen Ausschau zu halten. Trotz häufiger Hinweise auf Reichtümer in der Neuen Welt und auf die sagenhaften Schätze des Eldorado erwies sich die Ausbeute an Gold und Silber in den ersten Jahrzehnten nach der Entdeckung Amerikas als relativ gering. An die Oberfläche tretende Silberadern wurden mit einfachen Geräten ausgekratzt. Dieses Abbauverfahren war zwar billig, aber nicht rationell und lohnte sich nicht mehr, als gegen Ende der 1540er Jahre die großen Silberminen entdeckt wurden.

Kaum zehn Jahre nach der Entdeckung der großen Silbervorkommen in Mexiko, gelangten die Spanier in Kenntnis der Silberlagerstätten bei Porco im heutigen Bolivien, zur Zeit des 16. Jh. einesm Teil des Vizekönigreiches Peru, welche bereits jahrhundertelang von den Inkas abgebaut wurden. Die bedeutendste Entdeckung war jedoch die des Silberberges Cerro Rico de Potosi im Jahr 1543, an dessen Fuß die Stadt Potosi gegründet wurde und in welcher 1537 bereits 150.000 Menschen lebten.

Macht- und geldgierige Bankiers und Handelshäuser wie die Fugger, die Finanziers des spanischen Königshauses, erkannten die ungeahnten Möglichkeiten der spanischen Besetzung und investierten in amerikanische Silber- und spanische Quecksilberbergwerke.

Die unerwartet reichen Silber- und Goldschätze der Neuen Welt trugen wesentlich zur gewaltigen Ausdehnung des europäischen Kapitalismus bei, wobei Menschenrechte unbekannt waren oder mit Füßen getreten wurden.


Encomienda, Repartimiento und Mita

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Indios im bolivianischen Silberbergwerk
Zeitgenössischer Holzstich aus
dem Jahr 1885
Bildarchiv: Collector

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Gefangene Eingeborene beim Zerkleinern
von Silbererz aus einer Grube in
Chihuahua, Mexiko
Zeichnung von Simonin, L., 1869; in
La Vie souterraine; Mines et Mineurs
Archiv: Collector

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Bergleute in einem Silberbergwerk in
Guanajuato, Mexiko
Alte Ansichtskarte Ende 19. Jh.
Archiv: Collector

Die ursprünglich von Columbus vertretene und von Cortes und Pizarro vervollkommnete Politik der Ausgrenzung und Vernichtung der Ureinwohner erwies sich nicht als produktiv, bot den unterdrückten Menschen keine Möglichkeit, sich mit den Eroberern zu arrangieren und führte sehr oft zu Aufstand und selbst zu kollektivem Selbstmord aus Protest.

Es war spanische Politik, erobertes Land als Eigentum zu betrachten und durch dieses Vorgehen, Encomienda resp. repartimiento (Eigentumsverteilung) benannt, die indigenen Völker Mittel- und Südamerikas der Tributpflicht zu unterwerfen. Eine zwar als Schutz der einheimischen Bevölkerung bezeichnete Maßnahme, in Realität jedoch Sklaverei zugunsten der Besitzer der Bergwerke, welche die Einwohner zwang, alle sieben Jahre für ein Jahr gegen Bezahlung eine Sechstagewoche für die Kolonialregierung zu arbeiten.

Der Name dieser Zwangsarbeit war mita, ein Quechua-Wort, welches Arbeitszeit oder Schicht bedeutet und das während der Inkazeit den öffentlichen Pflichtdienst zum Bau von Straßen und den Militärdienst bezeichnete. Im Herrschaftsbereich der Inka waren Dorfgemeinschaften unter dem Mita-System gezwungen gewesen, unentgeltliche Arbeitsleistungen in den Bergwerken zu erbringen. Die Landbevölkerung bzw. jedes Dorf wurde verpflichtet, derart ihre Steuern zu zahlen und alle 30 Jahre einen solchen Tribut zu leisten.

Dieses Mita-System der Zwangsarbeit war für die spanischen Kolonialherren und für die Bergbauindustrie ungemein profitabel. Anfangs wurden nur solche Einwohner in das Mita-System gepresst - besonders Männer zwischen 18 und 50 Jahren - die aus Dörfern stammten, welche bisher nicht verteilt waren und zu keiner Encomienda gehörten. Die tatsächliche Zahl der Zwangsarbeiter richtete sich nach dem Bedarf der Bergwerksbetreiber. Kolonialbeamte (Corregidores) in den Provinzen legten die geforderte Anzahl von Arbeitskräften für den Silberbergbau, zwischen 13.000 und 17.000 im Jahresdurchschnitt im spanischen Herrschaftsbereich in Mittel- und Südamerika, auf die einzelnen Dörfer um. Die lokalen Chefs, Caciques, mussten sich dann um die Bereitstellung der Arbeiter kümmern. Das Los traf deshalb die Ärmsten und die Mittellosen. Sie nahmen ihre Familie mit und mussten notgedrungen den Kontakt mit der Dorfgemeinschaft abbrechen. Ihre Felder lagen während des Frondienstes brach. Nach Ende des Zwangseinsatzes blieb so entwurzelte Mitayo meist in den Minen, jetzt allerdings als freier Arbeiter. Schätzungen gehen dahin, dass etwa ein Drittel der in Silberbergwerken Beschäftigten Zwangsarbeiter unter dem Mita-System waren.

Die Arbeit war sehr schwer. Die indianischen Arbeiter mussten täglich acht Stunden unter Tage arbeiten. Sie erreichten ihren Arbeitsplatz über Leitern bis hinab in eine Tiefe von 670 Metern. Die geforderte Tagesleistung belief sich auf 23 Kilogramm Gestein, das die Arbeiter in einem an der Brust befestigten Sack an die Oberfläche brachten. Arbeitsunfälle waren bei derartigen Verhältnissen unvermeidlich.

Der Staat besaß das Recht auf sämtliche Bodenschätze, was bedeutete, dass an ihn ein Fünftel des geförderten Silbers in Form von Steuern entrichtet wurde. Gleichzeitig hielt er das Monopol auf das für die Metallschmelzung unerlässliche Quecksilber. Die Betreibergesellschaften erhielten lohnfreie Arbeitskräfte für das Abteufen des erzhaltigen Gesteins. Für anspruchsvolle Tätigkeiten wie Wartung der Schachtanlagen, Entlüftung und Entwässerung mussten Spezialisten aus Europa angeworben werden (teilweise zitiert aus: Pierre Vilar; A History of Gold and Money).

Eines der effizientesten Ausbeutungssysteme mit den höchsten Verlusten an Menschenleben war der Bergbau, dabei ganz zu vorderst die Stollen und Schächte des Silberberges Cerro Rico in Potosi. Der Silberbergbau erfordert umfangreiche langfristige Investitionen, eine große Anzahl an Arbeitskräften, technisches Wissen und eine ausgefeilte soziale und ökonomische Infrastruktur, um die für ein erfolgreiches Betreiben der Minen notwendigen Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Die Vorkommen lagen entweder in schwer zugänglichen und kaum bevölkerten Regionen wie dem mexikanischen Zacatecas oder in den unwirtlichen Gebieten des andinen Hochlandes. Dass es den Spaniern gelang, hier trotz dieser widrigen Verhältnisse erfolgreich zu sein, ist weniger ihren unternehmerischen Fähigkeiten zu verdanken als vielmehr der von Gier beflügelten brutalen Vorgehensweise.

Die mexikanischen Lagerstätten wurden in den frühen vierziger Jahren des 16. Jh. in einer Region des Nordens erschlossen, in welcher es keine ansässige einheimische Bevölkerung gab. Zur Beschaffung der Arbeitskräften wurden sowohl ganze Dorfgemeinschaften aus Zentralmexiko umgesiedelt als auch afrikanische Sklaven importiert, wobei sich aus klimatischen Gründen schwarze Sklavenarbeit in Mexiko nicht bewährte (Der vorstehende Absatz enthält verkürzte und dem o.a. Thema angepasste Auszüge aus: Frank. A.G., 1978; World Accumulation, 1492 - 1789).

"Was nach Spanien gesendet wird, ist nicht Silber, sondern Blut und Schweiß der Indios", kommentierte der Mönch Domingo de Santo Tomás, Schüler von Bartolomé de las Casas, des ersten Kritikers der spanischen Kolonialpolitik.

In weniger als 100 Jahren nahm die Urbevölkerung im spanischen Kolonialreich um nahezu 90 Prozent ab, wobei Mexiko und Peru am stärksten betroffen waren.


Silber als Grundlage des europäischen Geldwesens

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Macuquina - silberne Münzen des
kolonialen Südamerika des 16. bis 18. Jh.
hier eine Prägung aus Potosi, Bolivien
Archiv: Collector

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Bild zweier Hispanos mit Silbermünzen
aus dem Codex de Peru
Zeichnung von Huaman Poma de Atalaya, 1615
Public Domain

Europa litt vom Mittelalter bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts unter einem drückenden Mangel an Edelmetallen. Der gesamte Handel, vor allem aber der Handel in fernen Ländern, war durch das Fehlen genügender Mengen an Tausch- und Zahlungsmitteln sehr behindert. Auch wenn die im 16. Jahrhundert aus den Kolonien eingeführten Silbermengen mit der heutigen Produktion überhaupt nicht mithalten konnten, die gesamte Fördermenge des 16. und 17. Jahrhunderts entsprach etwa der aktuellen weltweiten Produktion von zwei Jahren, bildeten sie doch für das damalige Europa eine große Neuerung, die das gesamte Geldwesen der Zeit von Grund auf veränderte.

Da Silber auf dem internationalen Markt als Währung überall Gültigkeit besaß und daher sehr gesucht war, stieg Spanien dank der außerordentlichen Zufuhr von Silber aus Südamerika von einem an Ressourcen armen Land zum reichsten und mächtigsten Staat der Erde auf. Damals machte das Motto die Runde, Spanien sei vom äußersten Rand der Welt mitten in ihr Zentrum gerückt.

Der weitaus größte Teil des amerikanischen Silbers gelangte sicher nach Spanien. Nach gesetzlichen Bestimmungen wurden die Barren von privaten Münzereien zu Geldstücken mit unterschiedlichem Wert verarbeitet. Das spanische Silber wurde für den Kauf von Waren hauptsächlich in Frankreich verausgabt, ein weiterer Verwendungszweck war die Finanzierung des langwierigen Krieges der spanischen Krone in Flandern. Es ist anzunehmen, dass der Silberschmuggel riesige Ausmaße besessen hat. Bei Verladung in Amerika sollten die nach Spanien zu importierenden Mengen Silbers registriert werden. Dies bildete die Bemessungsgrundlage für Steuern und Zölle. Abgaben zu sparen und Steuern zu hinterziehen, gehört zum kapitalistischen Wesen. Der Anteil am amerikanischen Schatz, der der Krone zustand, war in der Regel bereits ausgegeben, bevor er überhaupt in Spanien angekommen war. Da die Verschuldung vor allem darauf beruhte, dass Spanien an vielen Fronten Krieg führte, verschwand das Geld der Krone aus Spanien und tauchte in den Kriegsgebieten wieder auf. Ein Beispiel: Am 13. September 1583 liefen die aus 70 Schiffen bestehende Armada y flota de Nueva Espana und Armada y flota de Tierra Firme in Sevilla ein. Die Krone bekam nichts von dem riesigen Schatz zu sehen, denn unmittelbar nach der Landung wurde er unter einige der zahlreichen Gläubiger des Königs aufgeteilt, darunter 52.000 Dukaten an das Bankhaus Fugger.

Anfänglich waren deutsche Finanzgruppen wie Fugger und Welser maßgeblich an der ursprünglichen Akkumulation beteiligt. Da sie jedoch die Finanziers der spanischen Krone waren, wurden sie Opfer von deren Überschuldung. Die Fugger beispielsweise gingen nach 1570 bankrott.

Die überragende Bedeutung der amerikanischen Silberminen für die spanische Wirtschaft war den Politikern durchaus bewusst. In den Staatspapieren anderer europäischer Mächte lassen sich immer wieder Argumente finden, die den Machtstatus Spaniens aus der Ausbeutung der amerikanischen Edelmetalle erklären. So hielt beispielsweise Sir Benjamin Rudyard 1624 vor dem englischen Unterhaus unmissverständlich fest: "Nicht seine großen Gebiete sind es, die Spanien so reich machen. Denn es ist sehr wohl bekannt, dass Spanien an sich arm an Menschen und bar aller Naturschätze ist. Nein, Sir, seine amerikanischen Minen sind es, die die Nahrung liefern, mit der es sein unermesslich ehrgeiziges Verlangen nach der Weltherrschaft speist."

Bis ins 18. Jahrhundert hinein machten Edelmetalle zwischen 90 und 99 Prozent des Exportwerts nach Spanien aus. Auch am Ende der Kolonialzeit hatten die Edelmetalle ihren beherrschenden Platz behalten und stellten weiterhin zwischen 80 und 90 Prozent der Einfuhr sicher. Mexiko wurde im 18. Jahrhundert zum größten Silberproduzenten und ließ den Silberberg von Potosí weit hinter sich. Das Bergbaugebiet von Guanajuato lieferte dabei soviel Silber wie das gesamte Vizekönigreich Peru. Besonders im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts erlebte die Silberproduktion einen großen Aufschwung. Die Gründe liegen in der Entdeckung neuer Vorkommen, der Wiederbelebung bereits aufgegebener Bergbaugebiete, Steuererleichterungen und der Senkung der Quecksilberpreise.


Bolivien - Präinkaische Soroche

Porco und San Antonio

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Abraumhalden aus präinkaischen
Bergbauperioden
Foto: Sebastian Vázquez Zarzoso

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Silber von der Mina Porco
Größe: 2 x 1,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

Die Ag-Zn-Pb-Sn-Lagerstätte Porco liegt etwa 50 km südwestlich von Potosi bei Agua de Castilla in der Provinz Antonio Quijarro im Departement Potosi. Es ist Boliviens älteste Silbergrube und wurde schon von den Andenbewohnern lange vor Ankunft der Spanier abgebaut. Bereits 1539, bevor der Cerro Rico im Jahr 1545 von Potosi entdeckt wurde, war Porco ein blühendes Bergbaurevier.

Aktuell ist Porco der wichtigste Zinkproduzent des Landes. Porco ist eine 5 x 3 km große und 12 Mio. Jahre alte Caldera dacitischer Tuffe mit einem Schwarm unregelmäßiger, spaltenfüllender, teilweise gebogener steiler Gänge. Die Wände der Caldera schneiden ordovizische und kretazäische sedimentäre Gesteine. Die wichtigsten erzträchtigen Gänge sind weniger als 2 km lang und weniger als 1 m mächtig. Haupterze sind Sphalerit und Galenit. Die primären Ag-Mineralien, welche in den oberen Teilen der Gänge auftreten, sind Pyrargyrit, Akanthit und Stephanit. Zur Zeit der Konquistadoren traten die Erzgänge mehr oder weniger offen zutage, oft in Form von Hohlräumen oder Taschen, deren Inhalt hochqualitatives Silber war und einen Wert von 8 - 10.000 Pesos darstellten (Carlos Galvez Pena, Historia de la mineria en Peru, 1999). In einer der Gruben von Porco wurde massives Silber so groß wie Lehmziegel gefunden.

Das Porco-Potosi-Projekt der US-amerikanischen Universitäten George Mason (Fairfax, Virginia) und der Colorado State University (Fort Collins) umfasst multidisziplinäre montanarchäologische Forschungsarbeiten des prähispanischen und historischen Silberbergbaus in Porco. Das Ziel der Forschung ist, festzustellen, auf welche Weise die Silberproduktion unter unterscheidlichen Herrschaftssytemen organisiert war, mit speziellem Fokus auf die Perioden der Inka und der spanischen Kolonialisation.

Ein wichtiges Teilziel ist es, herauszufínden, welches metallische Mineral, z.B. Galenit, Sphalerit, Cerussit o.a. von den andinischen Hüttenwerkern zur Silbergewinnung benutzt wurde. Erste Untersuchungsergebnisse im Jahr 2009 zeigen, dass das Soroche-Erz (Quechua-Sprache) kein gewöhnlicher Galenit war und ein geringeres spezifisches Gewicht als Galenit hatte. Das Erz besteht aus einem Mineral mit kleineren Würfeln, hat ein unregelmäßiges Gefüge, niedriges spezifisches Gewicht und einen grauen Strich, ähnlich wie silberhaltiger Tetraedrit. Als Beimengungen sind Indium, Cadmium und Germanium enthalten. Andere Proben enthalten feinkörnige, disseminerte Sulfide, wahrscheinlich Ag-Tetraedrit-Galenit, welcher im lokalen Sprachgebrauch als schmutziger Bleiglanz bezeichnet wird. Es hat den Anschein, dass, obwohl genügend reine Silbermineralien wie Akanthit, Pyrargyrit und Stepahnit vorhanden waren, die alten Schmelzer den schmutzigen Bleiglanz bevorzugten. (Ref.: Dirty Galena at Porco, Proyecto Arqueologico Porco, Bolivia); Brooks, William E., Geology, George Mason University, MS 5F2, Fairfax, VA 22030, webgeology@aim.com and VAN BUREN, Mary, Anthropology, Colorado State University, Fort Collins, CO 80523).

San Antonio de Nuevo Mundo

In San Antonio (viejo), auf einer Höhe von 4.690 m, ca. 3 km von San Antonio de Lipez, Departement Potosi, wurde schon etwa zwischen 13. und frühem 16. Jh., noch vor Porco und Potosi, hauptsächlich Silber, bzw. Soroche, d.h., silberhaltiges Erz, abgebaut. Der Gang Mesa de Plata, ca. 1,5 km nordöstlich des Ortes, war das berühmteste Vorkommen. Die Lagerstätte wurde bis in die frühen 1960er Jahre aktiv abgebaut, dann brach Wasser ein. Schätzungen zufolge soll noch etwa eine halbe Mio. Tonnen Silbererz in der Lagerstätte vorhanden sein. Die wichtigsten Silbermineralien sind Akanthit, Bromargyrit, Chlorargyrit, Galenit, Polybasit, Pyrargyrit und Stephanit.


Die Silberberge von Potosi und Oruro

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Der Cerro Rico de Potosi
Eine der frühesten Darstellungen
Holzschnitt von Pedro de Cieza de Leon
Crónica del Peru, 1556
Die Ansicht des Berges ist sehr
stark übertrieben
Bild: Archiv: Collector

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Derselbe Cerro Rico 160 Jahre später
Holzschnitt von Hermann Moll, 1715
in: Map of South America
Gemeinfrei

Die Stadt Potosi wurde nach der Entdeckung des Cerro Rico, des reichen Berges, am 19. April 1545 gegründet, woraufhin ein Strom von Spaniern und Indios von La Plata, Porco und den umliegenden Orten in die Stadt begann. Der spanische Titel der Stadt war Villa Imperial.

Der ungeheure Reichtum des Silbervorkommens führte zu einem für die damaligen Verhältnisse dramatischen Anstieg der Bevölkerungszahl. Der Cerro Rico, 4.800 m hoch gelegen, wurde zum Magneten für Silber suchende Abenteurer und Schatzsucher. Potosi hatte mehr Einwohner als Sevilla und war fast genauso groß wie Venedig. 1573, knapp 30 Jahre nach der Gründung, zählte Potosí bereits 150.000 Einwohner und war damit eine der größten Städte der Welt. Um 1700 lebten an die 200.000 Menschen in der Stadt. Das Stadtwappen von Potosi trägt die Inschrift: "Ich bin das reiche Potosi, Schatzkammer der Welt, König der Berge, den Königen diene ich zum Neide".

Der Reichtum Potosís im 16. Jahrhundert war legendär. Es wird berichtet, dass während der Blütezeit selbst die Pferdehufeisen aus Silber geschmiedet wurden. Anlässlich des Corpus-Christi-Festes von 1658 sollen die Pflastersteine entfernt und durch Silberbarren ersetzt worden sein. In Miguel Cervantes berühmtem Roman Don Quijote gibt Don Quijote seinem Gehilfen Sancho Pansa zu verstehen: "... Das ist ein Potosí wert".

Vom sagenumwobenen Silberberg von Potosi kam weitaus mehr Silber als von jedem anderen Vorkommen der Welt. Im 16. und 17. Jh. brachte dieses Silber eine Welle von Wohlstand und Reichtum nach Spanien und Europa und spielte damit auch eine bedeutende Rolle zum Anfang der industriellen Revolution sowie beim Handel mit Asien. Aus dem in Potosi gewonnenen Silber wurden zwischen 1570 und 1620 ca. 70 Prozent der europäischen Silbermünzen geprägt.

Gegründet war dieser Wohlstand jedoch auf der grausamen Arbeit, das Silber aus unzähligen ungesicherten, oft nicht einmal mannshohen Schächte zu hacken und anschließend inmitten giftiger Quecksilberdämpfe zu extrahieren. Diese Arbeit wurde durch die von den spanischen Eroberern Boliviens zu Bergleuten versklavten Einheimischen ausgeführt, welche dabei zu Tausenden starben.

Obwohl diese epische Erfahrung nie aus dem Gedankengut der Bolivianer verschwunden ist, arbeiten noch heute bis zu 18.000 Menschen im und am Berg, in der Hoffnung, Spuren von Silber oder Zinn zu entdecken. Im Berginneren verehren die Bergleute den Teufel, welcher als sexuell potenter Spanier dargestellt wird und der Lord der Silberschätze ist.

Geologisch ist der Cerro Rico ein stark gealterter Berg aus silikatischen (serizitisch gealtert, silizifzierte, ordovizische Tonschiefer), pyritisierten oder chloritisierten vulkanischen Gesteinen (Latit-Porphyr, Vulkanoklastika) im bolivianischen Zinn-Silbergürtel, bzw. eine der an Sn- und Ag-reichen subvulkanischen Lagerstätten. Der Berg ist die größte Silberlagerstätte der Welt und steht im Zusammenhang mit der außergewöhnlich langlebigen konsumierenden Plattengrenze, ähnlich wie andere Ag-Lagerstätten in den Kordilleren des westlichen Nord- und Südamerika. Bisher wurden 55 Mineralien beschrieben, darunter die Silbermineralien und Silbererze Akanthit, Andorit, Argyrodit, Chlorargyrit, Diaphorit, Freibergit, Miargyrit, Pyrargyrit, Pyrostilpnit, Silber (gediegen) und Stephanit. Ferner die Zinnmineralien und Erze Kassiterit und Stannit.


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Potosi - Stadtstruktur nach dem
Silberboom
Gemälde aus dem 18. Jh.
Archiv: Collector

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"Neuzeitliches" Stollenmundloch am
Cerro Potosi - kaum ein Unterschied
zu den Abbaumethoden des 16. Jh.
Foto: Kevin Ward

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Der Cerro Potosi - Boliviens Silberberg
Foto: Kevin Ward

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Andorit - eines der silberreichsten Erze von der
Mina San José, Oruro
Größe: 3,6 x 2,5 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Gediegenes Silber in und auf Akanthit
Colquechaca, Potosi
Größe: 7,6 x 6,1 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Dendritisches Silber auf Matrix
Cerro Potosi, Potosi
Größe: 4,1 x 2 cm
Foto: Kevin Ward


Oruro

Die Bergbaugeschichte Boliviens begann mit der Gründung des ca. 23 km von Oruro entfernten Ortes Parias im Jahr 1535 durch Diego de Almagro. Wenngleich Gold- und Silbererze bei Oruro schon während der inkaischen Zeit gefördert und aufbereitet wurden, wurde den Spaniern erst um 1557 bekannt, dass es bei Parias Silbervorkommen gab.

Erste spanische Bergbauaktivitäten bei Oruro begannen im Jahr 1595. Oruro wurde 1606 zu Ehren des amtierenden spanischen Königs Philipp III. offiziell unter dem Namen Villa San Felipe de Austria gegründet und stieg zum Bergbauzentrum Boliviens auf. Jedoch schon einige Jahre vor der Gründung sollen in Oruro etwa 30.000 Menschen, darunter 6.000 Bergleute gelebt haben.

Aus den Gruben Mina San José und Mina Itos kamen die weltbesten Kristalle des seltenen Ag-Sulfosalzes Andorit. Beide Gruben sind aufgelassen.

Aullagas und Colquechaca

Aullagas

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Hochanden
Höhe zwischen 4.700 und 5.300 m
Foto: Sebastian Vázquez Zarzoso

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Ruinen eines verlassenen Ortes in den Hochanden,
Foto: Sebastian Vázquez Zarzoso

Ayllu-acas (Aymara), Awlla-jasa, Awllagasque (Quechua)

Aullagas ist eine Aymara-Hochandensiedlung auf 4.685 m, welche 1475 vom Inka Tupac Yupanqui erobert wurde. Während der Kolonialzeit gehörte der Ort zur Audiencia de Charcas und Buenos Aires, seit 1825 zum Landkreis Colquechaca, Provinz Chayanta im Departement Potosi. Aullagas wurde 1535 von den Spaniern besetzt und gehörte seit 1545 zur Encomienda von Hernan Nunez Vela und war das wichtigste Bergbauzentrum des Gebietes, gleichwertig mit Potosi und Porco. 1576 wurde der Ort königlicher Erbsitz.

Ab 1600 begann der Höhepunkt des Silberbergbaus. Haupterze waren Pyrargyrit (rosicler oscuro), Ag-Sulfosalze und gediegenes Silber. Die Erze wurden in Lehmöfen (Huayrachina) geschmolzen und / oder durch Amalgamatio aufbereitet. In Aullagas wurden Silbermünzen für den Tauschhandel hergestellt und mit einem Hammer geprägt. Die Silber-Bonanza von Aullagas dauerte bis 1780. Heute noch kann man die Infrastruktur der ehemaligen Bergbausiedlung als Ruinen sehen. Die gemauerten Schächte, Stollen und Untertageeinrichtungen geben einen Eindruck davon, wie Erz und Abraum aus dem Berg durch die Bergleute und mittels Maultieren zur Verhüttung und zu Abraumhalden transportiert wurden. Gegen Mitte bis Ende des 18. Jh. wurden an den Hängen des Berges Jatuon Orko, nahe Aullagas, neue Silbergänge gefunden, einer davon war Colquechaca.

In Aullagas wurde viel Geld bewegt. Der Ort zog Menschen aus ganz Spanien an, es gab Kneipen und Geschäfte mit eleganten Waren. Die Grubenbesitzer verlangten für ihre Waren sehr hohe Preise, so hoch, dass sich die Bergleute ständig verschuldeten, ihre Schulden nicht zahlen konnten und demzufolge für viele Jahre in den Stollen schuften mussten. Aullagas hatte eine eigene Gerichtsbarkeit, einen Bürgermeister, der Bergmann war, Richter, Militär und Politiker.

Als die Republik Bolivien im Jahr 1825 geboren wurde, waren die Silbervorräte bereits erschöpft und Aullagas im wirtschaftlichen Abstieg. Simon Patino wollte noch einen zweiten Versuch wagen, mittels moderner Maschinen, einem eigenen Elektrizitätswerk sowie neuen Gebäuden und Büros den Bergbau ein zweites Mal zu beleben. Dieser Plan scheiterte jedoch am Ausbruch des 1. Weltkrieges sowie dem weltweiten Verfall des Silberpreises. So zog sich Herr Patino auf seine Zinnbergwerke zurück. Zwischen 1960 und 1970 wurde Aullagas von den Menschen aufgegeben. Nachdem ein Feuer die Kirche San Miguel vernichtete, wurden die geretteten Heiligenfiguren nach Colquechaca verbracht. Heute ist Aullagas eine Geisterstadt mit Erinnerungen.

Colquechaca

Qullqi Chaka = Silberbrücke (Aymara, Quechua)

Colquechaca ist ein Landkreis im Departement Potosi und gleichzeitig der Name der Provinzhauptstadt. Der Ort entstand während der Jahre der bolivianischen Republik (1825 - 1899), die ersten Häuser wurden nahe der Mina San Miguel gebaut. 1882 wurde Colquechaca zentraler Ort der Provinz Chayanta und im Jahr 1906 in den Rang einer Stadt erhoben.

Sowohl Aullagas als auch Colquechaca sind gangförmige Silbererzlagerstätten von jeweils etwa 5 x 5 km. Die Gänge treten in eozänischen Laven sowie in porphyrischen Dacit- und Andesitdomen auf.


Peru - Der Silbergarten Gottes

In fast allen der ersten Dokumente, in welchen über die Entdeckung und Eroberung von Peru berichtet wird, ist der Reichtum an Metallen das vordergründigste Thema. Viele der Konquistadoren schrieben an ihre Kameraden in Panama, "..., dass diese dort ihre Länderein und Häuser verkaufen oder verschenken sollen, denn hier (in Peru) ist der Silbergarten Gottes. Hier wird das Silber in den Ställen aufbewahrt, weil sie nicht wissen, wohin sie es sonst werfen sollen." (Espinoza Soriano, W., 1967).

Silber ist omnipräsent. Die Bergbaukarte von Victor Ohm aus dem Jahr 1984 zeigt, dass sich ein 80 bis 200 km breiter Streifen von Silberlagerstätten vom peruanischen Departamento Cajamarca bis nach Bolivien, Argentinien und Chile erstreckt, welcher selbst im Süden noch etwa 40 km breit ist. Wenngleich die alten Peruaner nicht diese Übersicht hatten, suchten sie dennoch das Silber an sehr vielen Orten der Zentralanden. Kein anderes Land in Südamerika verfügte über einen derartigen Silberreichtum. Bereits in präkolumbianischer Zeit wurden Silberlagerstätten bei Huaraz, Cusco, Chincha, Huanuco, Tarapacá und im Südosten von Bolivien abgebaut.

Das Metall kam in riesigen Mengen fast an der Oberfläche vor, besonders in den bolivianischen Lagerstätten, sowohl in gediegener Form, als auch paragenetisch als Silberverbindung mit anderen Mineralien. In den peruanischen Vorkommen dominierten metallische Erzgemische, welche Blei, Silber und Kupfer enthielten, wobei es nicht einfach war, silberhaltiges Bleierz von silberhaltigem Kupfererz zu unterscheiden.

Lagerstätten dieser Erze wurden in Cajamarca, La Libertad, Ancash, Junin, im Osten von Lima und im Osten von Huancavelica bergmännisch erschlossen. Die wichtigsten Silberbergbaureviere der pränkaischen Zeit waren Potosi, Castrovirreyna, Nuevo Potosi, San Sebastian, Colcochanga, Recuay, Guaylas, Cajamarca, Guanuco, Verenguela, Oruro, Porco, Los Lipis, Caracollo, Conchucos und Caylloma. Zu den wichtigsten Entdeckungen der Spanier des 17. Jh. gehören Santa Barbara (1606), Ichuna (1618), San Antonio de Esquilache in Chuquito (1619), Vilcanota (1623), Caylloma (1624), Yauyos und Aymaraes (1626), Santiago de Chuco (1629), Yauricocha (1629), Conchucos (1644), Laicacota (1657), Colquipocro (1675 und Alpacay (1680). Einige dieser Vorkommen waren aber bereits lange vor Ankunft der Spanier bekannt.

Hualgayoc

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Ansicht des Cerro Rico de Hualgayoc
Zeichnung von M.F. Paz Soldan in
Geografia del Peru, 1863
Archiv: Collector

Die reichen Silbervorkommen von Hualgayoc in Cajamarca wurden 1771 von Rodrigo de Torres y Ocana und Juan José de Casanova ca. 14 Meilen von Cajamarca entfernt entdeckt. Um 1776 gab es bereits 96 Erzmühlen. Aus der Lagerstätte Hualgayoc wurde bis zum Jahr 1800 für ca. 38 Mio. Pfund Sterling Silber hergestellt. Alexander von Humboldt, der Hualgayoc 1802 besuchte, beschrieb das Revier als schrecklich. Nicht nur das üble Wetter mit täglichen Tiefsttemperaturen bis max. 5oC missfiel ihm, besonders kritisierte er die primitiven, laschen, lebensgefährlichen und unwirtschaftlichen Abbau- und Fördermethoden in den Gruben. Humboldt bemerkte, dass, wenn der Bergbau in Hualgayoc vernünftig und vergleichbar mit anderen Bergwerken geführt würde, diese Lagerstätte wohl ein zweites Potosi sein könnte, da seine Silbervorräte sogar noch reicher als die von Potosi seien. Niemand folgte Humboldts Kritik und Empfehlungen. Hualgayoc stagnierte und verfiel und Cerro de Pasco wurde das wichtigste Bergbaurevier des 19. Jh.


Conchucos

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Die Stadt Conchucos mit den Silberminen
Huaman Poma de Atalaya, 1615
Public Domain

Conchucos ist ein Distrikt und eine Stadt im NO der Provinz Pallasca im Departamento Ancash bzw. der Region Ancash, im Osten der Cordillera Blanca. Der Distrikt wurde 1918 als solcher deklariert. Dessenungeachtet hat er einen prähispanischen Ursprung, wie es archäologische Funde in der Umgebung der Stadt bei Urcón beweisen. Hier wurden Tiegel aus gebranntem Lehm mit Abdeckung und kleinen Luftlöchern gefunden, wie sie wohl in präinkaischer Zeit zum Schmelzen von Erzen verwendet worden sind (Raimondi 1873, 160 - 161).

Die Bewohner von Conchucos, deren Vorfahren wahrscheinlich im Zusammenhang mit Chavin, d.h. Perus ältester Kultur stehen, stammten aus Cajamarca, sprachen eine eigene Sprache und waren seit langem erfahren in der Metallgewinnung und -verarbeitung. Die Bewohner des Conchucos-Tals (Callejon de Conchucos) waren bis zur Conquista ein recht wilder bzw. freiheitsliebender Stamm - die Conchucos - welche u.a. das Santa-Tal und die spanische Stadt Trujillo im Jahr 1536 besetzten. Die meisten Menschen jedoch lebten friedlich in ihren Dörfern. Doch schon am Ende des 16. Jh. waren die furchtlosen Conchucos durch das Encomienda-System zu Sklaven reduziert. Die Bevölkerung wurde in allerkürzester Zeit dezimiert.


Cerro de Pasco

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Cerro de Pasco, wie es der Reisende
Louis Laurent Simonin im Jahr 1869
zeichnete.
Simonin, L.L., 1869; Les pierres
esquisses minéralogiques"
Archiv: Collector

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Die Stadt Cerro de Pasco auf 4.348 m Höhe
im Hintergrund der cerro Ulianchin (6.800 m)
Eine der weltweit höchsten Städte
Foto: Collector

Das Bergbaugebiet Cerro de Pasco liegt ca. 190 km nordöstlich von Lima auf 4.300 m Höhe des Altiplano. Die überaus reichen Silber-, Kupfer-, Blei- und Goldlagerstätten des Cerro Yauricocha (Pasco, d.h. Wiese) wurden im Jahr 1630 durch den Inka Huaricapcha entdeckt. Die ersten Bergbauaktivitäten wurden durch fremde Siedler und Spanier organisiert, die ersten noch primitiven Gruben entstanden. Die Hoheit über den Bergbau lag bei der Kolonialregierung in Lima. 1771 gründeten die Spanier die Stadt Villa Minera de Cerro de Pasco.

Im Jahr 1828 gab es 558 aktive und mehr als 1.000 Eigenlöhnergruben und -schürfe. Um 1840 hatte die Stadt Cerro de Pasco 18.000 Einwohner. 1856 besuchte Perus berühmtester Gelehrter der damaligen Zeit, Antonio Raimundi, dieselbe Stadt, welche er als frostig und deren Straßen er als Tortur empfand, jedoch war er beeindruckt von den fabulosen Mengen Silber, welche dort aus der Erde geholt wurden. Während der Kolonialzeit wurden etwa 14.000 t Silber mit einem Wert von 100 Mio. Pfund Sterling gefördert. Bis in die 1990er Jahre wurden aus dem Erzkörper von Cerro de Pasco etwa 100 Mio. t Pyrit, 4 Mio. t Zink, 2 Mio. t Blei, mehr als 1 Mio. t Kupfer, 10.000 t Silber sowie geringere Mengen Gold und Wismut gewonnen.

Die Hauptmineralien der Lagerstätte sind Pyrit, Galenit, Sphalerit, Enargit, Tennantit, Baryt, Pyrrhotin und Quarz. Pyrit-Hämatit-Realgar-Vergesellschaftungen sind assoziiert mit einer komplexen Mineralisation aus Gratonit, Baumhauerit, Aramayoit, Sphalerit, Galenit. Paragenetisch trat auch Freibergit auf.

Zum Distrikt Cerro de Pasco gehören weiterhin das ca. 10 km südlich der Stadt liegende Vorkommen Colquijirca, eine Blei-Zink-Silberlagerstätte, in welcher silberhaltiger Galenit, Strohmeyerit und gediegen Silber in feinen Drähten vorkamen. Ebenso die Gruben Atacocha und Milpo im Distrikt Atacocha, ca. 12 km nordöstlich von Cerro de Pasco.


Castrovirreyna

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Die Stadt Castrovirreyna mit den Silberminen
Zeichnung aus dem Buch "El primer nueva
corónica i buen gobiern" von
Gaman Poma, 1615
Gemeinfrei

Castrovierreyna ist eine Hochgebirgsprovinz im Departamento Huancavelica, 338 km südöstlich von Lima, welche sich über die andinische Meseta erstreckt, mit 18 vulkanischen Gipfeln von 4.700 bis über 5.000 m. Die Stadt Castrovirreyna liegt auf 4.200 m Höhe am Rücken des majestätischen Eterna Bella Durmiente.

Im Jahr 1590 entdeckte Antonio Perez Griego die Gold- und Silbergruben von Orcococha, welche von der spanischen Kolonialverwaltung als fantastisch bezeichnet wurden. Im Jahr 1591 beschloss der Vizekönig Garcia Hurtado de Mendoza, auf dem Gebiet des Dorfes Cuyca Pallca eine Stadt zu gründen, welche nach dem Namen seiner Ehefrau Teresa de Castro als Castrovirreyna bezeichnet wurde. Wie die Stadt zu diesem Namen kam, schildert eine Legende:

Eines Morgens stand im Patio des Palastes des Vizekönigs Don Garcia Hurtado de Mendoza ein Indio mit mehreren mit Silberbarren beladenen Lamas und bat um ein Gespräch mit der Vizekönigin Dona Teresa de Castro. Die Vizekönigin empfing den Indio mit Wohlwollen und war damit einverstanden, Taufpatin eines der Söhne des Indios zu werden, woraufhin dieser ihr die Silberbarren schenkte, als ob es Weihnachtskekse seien. Dona Teresa versprach, dass sie sich, bevor zwei Wochen vergehen, auf den Weg machen würde. Verrückt vor Stolz verließ der Indio den Palast in Eile, um in seine Heimat zurückzukehren und den Empfang der Vizekönigin vorzubereiten. Fünf oder sechs Wochen später erreichte Dona Teresa, begleitet von Rittern, Soldaten und Pfaffen, das miserable Dorf des Indios, dessen Wege vom Dorfeingang bis zur Tür des Hauses, in welcher da neugeborene Kind lebte, mit Silberbarren gepflasert waren. Am nächsten Tag fand die Taufe statt und der Ort wurde zu Ehren der Vizekönigin Castrovirreyna (Castro-Vizekönigin) benannt.

Bis 1610 gab es in Castrovirreyna mehr als 400 Bergleute. Die neue Stadt erreichte dann aufgrund des Silbers in Kürze einen hohen Wohlstand, welcher letztendlich auch den über 2.000 Mitayos, die dem Vizekönig zur Verfügung standen, zu verdanken war. Der Erzreichtum der Provinz Castrovirreyna hält bis in die Gegenwart an.

Das Silber wurde durch den Quecksilber-Amalgamprozess gewonnen. Zu den im 17. Jh. wichtigsten Gruben gehörten Choello Cocha und Urcon Cocha. Die bekanntesten Gruben der Neuzeit sind San Genaro, Caudalosa, Rapida, La Griega, Madona, Bonanza, Seguridad, Lira und Carmen. Silber findet sich gediegen in schönen Lockensilberaggregaten. Desweiteren kommen Akanthit, Andorit, Baumstarkit, Diaphorit, Freibergit, Miargyrit, Pearceit, Polybasit, Proustit in sehr guten Kristallen, Pyrargyrit und Stephanit vor.


Caylloma

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Silbergrube in den Hochanden, um 1890
Autor unbekannt
Archiv: Collector

Caylloma (Cailloma) ist eine Silber-, Blei-, Zink- und Goldlagerstätte in der gleichnamigen Provinz im Departamento Arequipa, aus welchem Erze seit inkaischer Zeit vor etwa 500 Jahren gefördert werden. Die Grube Caylloma liegt ca. 225 km nordwestlich von Arequipa auf einer Höhe von etwa 4.500 m.

Die intermediär-epithermalen Silberlagerstätten in der westlichen Kordillere des südlichen Peru waren schon vor der Kolonialzeit bekannt. Einige dieser teilweise über 400 Jahre alten Gruben sind bis heute in Betrieb, darunter San Juan de Lucanas, Arcata, Orcopampa und Caylloma. Zu Zeiten der Inkas hieß das Gebiet Maucacaylloma, d.h. Alt-Caylloma, nahe der Cuchu Capilla, wo sich zahlreiche Ruinen wie Lagergebäude befinden und Straßen zu den berühmten Silber- und Goldgruben führen.

In der Kolonialzeit zwischen 1547 und 1560 erreichten Francisco Pizarro und Gonzalo Pizarro zusammen mit Franziskanermönchen das Gebiet, um u.a. die Inkas zum christlichen Glauben zu bekehren. Die Gründung der Provinz Collagua datiert auf das Jahr 1565. Im Jahr 1631 jedoch, als die Lagerstätten von Caylloma von den Spaniern entdeckt wurden, wurde Collagua der Name der Hauptstadt der Provinz Caylloma. Während der Zeit des Vizekönigtums war Caylloma Zentrum der Silber-, Blei- und Goldproduktion in Peru. Auf Kosten unzähliger im Berg geschundener und durch die Arbeit umgebrachter Indios. Nach dem Unabhängigkeitskrieg ging der Silberbergbau zurück, erholte sich dann aber langsam wieder am Anfang des 20. Jh. und kam zu einer zweiten Blüte in den 1955 - 60er Jahren. Die Mina Caylloma wird nach wie vor abgebaut (Minera Bateas S.A.C., Tochter von Fortuna Silver). Die in den weit über 400 Jahren Abbau erzeugte Silbermenge wird auf 200 Mio. Unzen geschätzt.


Laicacota

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Die Stadt Puno am Titicacasee
Public Domain

Laicacota ist der originale Name eines Hügels bzw. auch der Name eines Ortes 2 km nördlich von Puno. Die Stadt Puno liegt auf 3.800 m Höhe am östlichen Ufer des Titicacasee in der gleichnamigen Region Puno. Sie wurde am 4. November 1688 vom Vizekönig Pedro Fernández Castro Andrade, dem Conde de Lemos, gegründet. Puno ist auch wegen seiner ehemaligen Bedeutung als Perus größtem Silbervorkommen unter dem Namen Ciudad de Plata, d.h. die Stadt des Silbers, bekannt.

Die Silberlagerstätte Laicacota wurde offiziell 1657 von den spanischen Brüdern Gaspar und José Salcedo entdeckt. Was nicht ganz richtig ist. Wie so viele bereits den präinkaischen Andenbewohnern bekannten Silber- und Goldvorkommen wurden diese nicht von den Spaniern entdeckt, sondern praktisch wiederentdeckt. So auch der Legende nach Laicacota, welches, nachdem José Salcedo, die Tochter eines einheimischen Indios heiratete, dem jungen Paar als Hochzeitsgeschenk vom Vater vermacht wurde.

Die Lagerstätte gehörte zu den sagenhaftesten des Landes. In den ersten Jahren wurden pro Jahr etwa 330 t reines Silber aus der Grube gewonnen. Die Entdeckung des Schatzes sprach sich rasch herum und innerhalb weniger Monate gab es ca. 10.000 Menschen, welche zur Grube strömten und am Silberboom von Laicacota teilhaben wollten. Es blieb nicht aus, dass Neid und Missgunst zu Rivalität und Hass unter den Spaniern führten. Besonders drastische Spannungen gab es zwischen den Spaniern verschiedener ethnischer Herkunftsgebiete. Die andalusischen Brüder Salcedo waren mit Kastiliern und in Peru geborenen Kreolen befreundet. Demgegenüber gab es die feindlichen Katalanen, Galizier und Vizcainer.

1661 griffen Indios aus La Paz Laicacota an und zerstörten es. Es kam zu einem regelrechten Bürgerkrieg. Da es kein Blei gab, goss man Kugeln aus Silber! 1668 wurde der Krieg durch den Vizekönig von Peru beendet und José Salcedo gehängt. Seine Frau verschwand auf Nimmerwiedersehen. Innerhalb von drei Tagen soff die Grube Laicacota ab, die Eingänge zur Grube wurden durch einen Bergrutsch verschüttet und man hat diese sagenhafte Bonanza seitdem nicht wieder gefunden.


Mexiko - Silber im Überfluss

Im Jahr 1517 erblickte der Spanier Hernandez de Córdoba die Yucatan-Halbinsel. Das neue Land wurde von Juan de Grijalva im Jahr 1518 als Nueva Espana (Neuspanien) getauft. Kurz danach, im Jahr 1519 landete Hernan Cortes bei Veracruz, besuchte die Aztekenhauptstadt Tenochtitlán, zerstörte sie zwischen 1519 und 1521 und gründete die Stadt Mexiko.

Mit der Entdckung der Silberlagerstätte Pachuca in Hidalgo im Jahr 1524 begann die erste Silber-Bonanza in Mexiko, welche 1536 mit der Errichtung der ersten Münzprägestätte in Mexiko ihren Höhepunkt hatte. Äußerst reich waren die Vorkommen bei Taxco in Guerrero, Morcillo in Jalisco, Espirito Santo in Nayarit und Sultepec in Mexiko, gefolgt von Real del Monte in Hidalgo, Mazapil in Zacatecas, Leones und Santa Isabel in Charcas, San Luis Potosi, Batopilas und Santa Barbara in Chihuahua, Sombrerete in Zacatecas und die Mina Veta Grande bei Zacatecas, La Luz in Guanajuato, Bolaños, Jalisco, Los Tajos bei Panuco in Coahuila, Temascaltepec in Mexico, Mololoa in Jalisco, die Mina San Juan de Rayas in Guanajuato und die heute weltgrößte Silberlagerstätte Fresnillo in Zacatecas. Im Jahr 1781 wurde Alamos in Sonora die Silberhauptstadt der Welt.

Dies sind jedoch nur die berühmtesten der zwischen dem 16. und dem 18. Jh. etwa 1.500 - 2.000 entdeckten und abgebauten Silbervorkommen. Einen abschließenden Höhepunkt setzte die Entdeckung der Silberprovinz der Sierra von Naica in Chihuahua im Jahr 1794.

In den nachfolgenden fast 140 Jahren durchlief Mexiko eine teilweise sehr turbulente Geschichte: Die Vertreibung der Jesuiten im Jahr 1767, die Gründung der Bergschule Guanajuato im Jahr 1794, der Besuch Alexander von Humboldts 1803 - 1804, der Beginn der Revolution im Jahr 1810 (welche erst 1920 endete) und der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien im Jahr 1821. Nach diversen Kriegen mit den USA, der Eroberung Mexikos durch Frankreich und der Ernennung von Maximilian zum Kaiser von Mexiko im Jahr 1864 begann gegen Ende der 1870er Jahre mit der Einführung ausländischen Investitionskapitals das Industriezeitalter Mexikos. Reiche Kupfer-, Eisen, Blei-, Antimon-, Quecksilber- und Kohlevorkommen verdrängten den Monoabbau von Silber. Dessen ungeachtet blieb Mexiko bis in die aktuelle Neuzeit der weltweit größte Erzeuger dieses Metalls.

Silberbergwerke haben nicht nur ihren besonderen Platz in der Geschichte Mexikos, sondern spielten auch eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Neuen Welt. Die Gruben von Batopilas, Fresnillo, Guanajuato, Pachuca, Arizpe, Alamos, Puebla und Taxco sind weltbekannt für reiche Silbererzlagerstätten und für ihre vortrefflich ausgebildeten Silber- und Silbersulfid-Mineralstufen. Draht- und Lockensilberstufen sind einfach großartig und stehen den Stufen von Kongsberg und dem Harz nicht an Schönheit nach. Die Silber-Schwefelverbindungen, wovon die meisten Sulfosalze sind, bilden außergewöhnliche und seltene Exemplare.

In Mexiko ist Silber ein ziemlich gewöhnliches Mineral, welches in den oberen Bereichen von Silberlagerstätten und in Zonen von Sulfidanreicherungen in Kupferlagerstätten vorkommt. In den mehr als 1.000 Einzellagerstätten war drahtförmiges Silber in fast allen Gruben anzutreffen, wo es gewöhnlich mit Proustit, Pyrargyrit, Polybasit und Akanthit, seltener Azurit und Gips, auf, in und neben Calcit und Quarz vorkam. Hervorragend kristallisiertes Silber und diverse Silbersulfide sind bekannt von Coahuila (Sierra Mojada-Silber; Silber paragenetisch mit Erythrin und Baryt), Durango (Mapimi, San Dimas, Panuco de Coronado - in älterer Literatur auch als San José de Avino beschrieben; späte 1500er Jahre), Michoacana (Anganggueo, Tlalpujahua), Oaxaca (Natividad), Puebla (Tetela de Ocampo) sowie in Sinaloa (Fuerte/Realto).

Wenngleich die mexikanische Silberproduktion nachgelassen hat, gehört das Land nach wie vor zu den führenden Förderländern, im Jahr 2007 nach Peru auf Platz 2 der Weltsilbererzeuger. Mehr als 25 % des gesamten in der Geschichte des Silberbergbaus weltweit erzeugten Silbers kam aus Mexiko.

Chihuahua - Batopilas

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Ansicht der Bergbaustadt Batopilas
Postkarte um 1890-1900

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Aktie der Santo Domingo Minining Company
Besitzer von Batopilas 1889
Archiv: Collector

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Detail der nebenstehenden Aktie
Bergmann in Batopilas
Archiv: Collector

Mit insgesamt über 300 Gruben (90 während der produktiven Phasen in der 335 Jahre langen Geschichte) lieferte Batopilas Silberkristalle bis 5 cm Größe. Die Lagerstätte wurde 1632 von den Spaniern im Barranca de Batopilas entdeckt. Über die frühen Jahre des Bergbaus ist jedoch nur wenig bekannt, da die Archive im Jahr 1740 durch ein Feuer zerstört wurden. Das Revier war so reich an Silber, dass um 1700 anlässlich eines Besuches des Bischofs von Durango die Straße von der Kirche bis zum Haus des Bischofs, in welchem dieser residierte, mit Silberbarren gepflastert wurde. 1792 wurden riesige Silbermassen (papas de plata) entdeckt, sodass man spezielle Waagen anfertigen musste, da die gewöhnlichen Waagen die Gewichte nicht zeigen konnten. Der größte Silberblock wog 225 kg. Über diese mächtigen Silberblöcke hat u.a. Alexander von Humboldt berichtet. Ende der 1800er Jahre wurden die trächtigsten Gruben an den Amerikaner Alexander Shepherd abgegeben, welcher sie bis zum Ausbruch der mexikanischen Revolution 1900 betrieb. Ab 1920 ging die Förderung weiter, im Jahr 1930 wurden die wichtigsten Gruben geschlossen. Der heutige Bergbau ist auf wenige kleine Abbaue beschränkt.

Batopilas ist eine der wenigen Silberlagerstätten, in welchen das vorherrschende Erzmineral natives Silber war, welches sowohl disseminiert als auch in feinen Adern in feinkörnigem Granodiorit und Dacit vorkam. Die unregelmäßig geformten Erzkörper enthielten massives Silber in Calcit, der Silbergehalt lag teilweise bei 75 %. Sehr oft wurden Hohlräume mit kristallisiertem Silber gefunden, welches in großen spitzen Stacheln, in Form von Fischgräten, als feine verästelte Zweige sowie in Drähten bis 15 cm Länge vorkam. Die Hohlräume waren oft so groß und so voll mit Silber, dass man sie mit Holzfälleräxten öffnen musste. Aus der Mina San Antonio kamen die schönsten Paragenesen aus Silber mit Proustit und Pyrargyrit. In den 1980er Jahren kamen Abertausende von sehr guten, jedoch kaum großen Stufen auf den Markt. Dieses meist drahtförmige bis dendritische Silber kam zum großen Teil aus der Mina Nevada und wurde aus Calcit herausgeätzt. Historische, kaum noch erhältliche Silberstufen sind dem Kongsberg-Typ ähnlich, d.h. kompakt-draht-blechförmiges Silber in dichten Aggregaten.

Es wird angenommen, dass Batopilas etwa sieben mal mehr Silber als Kongsberg ausbrachte. Den wahren Wert kennt niemand, da es sowohl offiziellen als auch privaten Abbau gab. Es wird jedoch geschätzt, dass die Gruben weit mehr als 300 Mio. US$ Silber erzeugten.


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Charakteristische Silberstufe von Batopilas
Größe: 3 x 3,8 cm
Foto: Fernando Metelli

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Silberkristalle von Batopilas
Größe: 4,2 x 3,7 cm
Foto: Fabre Minerals

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Fischgrätenartige Aggregate
Größe: 5,1 x 3,5 cm
Foto: Rob Lavinsky


Guanajuato

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Die Mina Valencia bei Guanajuato
war zeiweise die größte Silbergrube
der Welt
Postkarte um 1890

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Guanajuato um 1900
Zeitgenössische Postkarte der
Jahrhundertwende
Archiv: Collector

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Silber mit Akanthit
und Calcit
Guanajuaato
Größe: 4 x 2,3 cm
Foto: Kevin Ward

Der Bundesstaat Guanajuato gehörte zu den großen mexikanischen Silberproduzenten. Die Stadt Guanajuato wurde Anfang des 16. Jh. von Spaniern gegründet. Bedingt durch den sagenhaften Silberreichtum gehört Guanajuato zu den prachtvollsten Städten Mexikos, mit vom Barock und vom Neoklassizismus geprägten Gebäuden und Straßen. Die Kirchen La Compania und La Valenciana sind die schönsten Beispiele barocker Architektur in Zentral- und Südamerika.

Die Silbervorkommen in Guanajuato wurden 1548 von spanischen Maultiertreibern entdeckt, erste Bergbauaktivitäten gab es im Jahr 1558 in der Grube San Juan de Rayas, welche seitdem über Jahrhunderte sehr gute und viele Stufen von Akanthit, Polybasit und anderen Silbermineralien ausgebracht hat, darunter auch sehr gute und große Pyragyritkristalle.

Geologisch ist Guanajuato eine subvulkanische Au-Ag-Formation. Um 1700 wurde in Guanajuato etwa ein Drittel des weltweiten Silbererzes abgebaut. Der tiefste Schacht war die Boca del Infierno, das Höllentor, mit einer Teufe von 600 m. Das Silber fand sich weit verbreitet auf der Veta Madre in den Gruben Cata, Nopal, Valenciana und Bolanitos, wo es in Kristallen und Drähten paragenetisch mit Akanthit und Calcit vorkam. Aus den Erzen von Guanajuato wurden 34.000 t Silber und 130 t Gold gewonnen. Die Gruben wurden 1935 geschlossen, doch begann man 1976 erneut mit dem Abbau. Allerdings erreichte der Bergbau seitdem nicht mehr die Bedeutung, die er in der Geschichte hatte.


Guerrero - Taxco

Aus den Gruben des Municipio Taxco stammen bis zu 1 cm große Silberkristalle, vergesellschaftet mit Azurit, Akanthit, Proustit, Calcit und Gips. Natives Silber wurde in den drei ersten mineralisierten Gängen des Lagerstättenbezirks gefunden. Der dritte und reichste Bereich wurde berühmt für seine mit Silber, Akanthit und Proustit ausgefüllten Geoden, welche Durchmesser bis 14 cm erreichten. In der bis in eine Teufe von 100 m reichenden Oxidationszone traten im Teufenbereich zwischen 20 und 60 m delikate Silberäste und Zweige eingeschlossen in Blasen in Gipskristallen auf. Taxco ist ebenfalls bekannt geworden für seine feinen Stufen von Silber mit Azurit.


Hidalgo - Pachuca Real

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Pachuca
Unbekannte Grube um 1910
Archiv: Collector
Foto: Public Domain

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Real del Monte
Mina Acosta
heute ein Besucherbergwerk
Archiv: Collector
Foto: Public Domain

Pachuca-Real del Monte war, neben Potosi in Bolivien und Coeur d'Alene in Idaho, eines der drei größten Silberreviere der Welt.

In der Mina El Encino (Pachuca), wurden ausgezeichnete Paragenesen von natürlichem Silber mit Gips geborgen. Silberkristalle und Drähte kamen in den meisten der Gruben der Lagerstätten Real del Monte und im Municipio Pachuca vor. Auch sehr gut ausgebildeter Sternbergit.


San Luis Potosi

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Die Stadt San Luis Potosi nach einer
Lithographie von Carl Nebel, 1836.
Aus: Voyage pittoresque et archéologique
dand la partie la plus interessante de
Mexique
Archiv: Collector

Im 17. Jh. gehörten die Gruben des heutige Bundesstaates San Luis Potosi in Zentralmexiko zu den reichsten des Landes. Jedoch, die Aufstände und die daraus resultierenden politischen Umwälzungen, welche der Unabhängigkeit folgten, resultierten in einem starken Niedergang des Bergbaus. Im Gebiet um Real de Catorce lagen die mächtigsten Silberlagerestätten. Andere bekannte und reiche Reviere sind Peñon Blanco, Ramos und Guadalcazar. Aus der Mina Cocinera im Gebiet Ramos sollen Anfang des 20. Jh. für über 60 Mio. US$ Silber gefördert worden sein. Die Stadt San Luis Potosi, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, gehörte zeitweise zu den großen Silberstädten der Welt.


Sonora - Arizpe und Las Bolas

Alamos war in den 1700er Jahren die Silberhauptstadt der Welt. Von hier stammt meist drahtförmiges Silber bis 6 cm Drahtlänge, assoziiert mit Akanthit, Chalkopyrit und Chalkosin. In der berühmten Mina Pedrazzini, später bekannt als Las Chispas, in Arizpe wurden superbe Pseudomorphosen von Silber nach Polybasit gefunden. Das Vorkommen wurde im 19. Jh. von Soldaten unter dem Kommando von Pedro de Perra entdeckt, ein erster Bergbau begann Anfang der 1890er Jahre. Die Grube lieferte bis Anfang der 1920er Jahre weltbeste Polybasite mit Kristallen bis 6 cm, Pyrargyrite und Stephanite. Die Hohlräume der silberreichen Gänge waren teilweise komplett mit Silbermineralien bedeckt, deren Kristallflächen beim Anleuchten mit hohem Glanz reflektierten - daher der Name Las Chispas (Funken). Obwohl die Abbauaktivitäten 1930 eingestellt wurden konnten Sammler gelegentlich noch immer ausgezeichnete Mineralien finden.

Die Lagerstätte Las Bolas oder Mina Las Planchas de Plata wurde 1736 von dem Indianer Antonio Siraumea entdeckt, welcher Brocken natürlichen Silbers auf dem Erdboden fand. Nachdem sehr rasch in dem dann neu als Districto Minero de Arissona benannten Gebiet mit Bergbau begonnen wurde, fand man das native Silber in Scheiben und in Klumpen bis 1.590 kg. Die spanischen Behörden versuchten, das königliche Fünftel, d.h. die Steuer einzutreiben. Da diese Versuche jedoch vergeblich waren, wurden die Gruben geschlossen. Glücklicherweise genau zu dem Zeitpunkt, als die Silbergänge erschöpft waren. Von Las Chispas stammt die wohl beste, ca. 12 cm große, matrixfreie Akanthitstufe der Welt, welche aus geometrisch perfekten, scharfkantigen Kristallen bis 2 cm Kantenlänge besteht. Sie wurde 1890 vom Grubeninhaber John Pedrazzini gesammelt, 1893 auf der World's Columbian Exhibition in Chikago ausgestellt, gelangte in den frühen 1900er Jahren in den Besitz des mexikanischen Mineralogen Schmitter und bildete später einen Höhepunkt in der berühmtesten Mexikosammlung von Miguel Romero.


Zacatecas - Fresnillo

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Ansicht der Stadt Zacatecas um 1732
während der Hochblüte des Silberbergbaus
Aus: Rivera Bernaldez; Descripción breve
de la muy noble y leal ciudad de Zacatecas
Zeichnung von J. Sotomayor
Archiv: Collector

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Mina La Veta Grande bei Zacatecas
mit Ansicht der Grubengebäude
und der Bergarbeitersiedlung
Zeichnung von Carl Nebel, 1836; in:
Voyage pittoresque et archéologique dans
la partie la plus interessante de Mexique
Archiv: Collector

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Die Stadt Zacatecas in den 1830er Jahren
wie sie Alexander von Humboldt sah
Zeichnung von Carl Nebel, 1836; in:
Voyage pittoresque et archéologique dan
la partie la plus interessante de Mexique
Archiv: Collector


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Sehr gut ausgebileter Polybasit-T2ac
Fresnillo, Zacatecas
Foto: Lexikon:UserHomepage?memberid=14287

Die Hauptindustrie des Bundesstaates Zacatecas ist der Silber-, Gold-, Quecksilber-, Kupfer-, Blei-, Wismut, Zink-, Eisen- und Salzbergbau. Die Gruben in Zacatecas gehören zu den berühmtesten Bergbaubetrieben Mexikos.

Fresnillo

Der weltgrößte Silberbergbau liegt bei Fresnillo, der größten Stadt im Bundesstaat Zacatecas mit ca. 102.000 Einwohnern. Wer Fresnillo besucht, ist erst einmal enttäuscht, denn es ist eine nicht sehr ansehliche Großstadt. Die Stadt lebt im Prinzip von der dortigen Grube, dessen Betriebsgesellschaft der größte Arbeitgeber ist.

Im Jahr 1546 wurden die Spanier von den damals dort lebenden Einheimischen auf ein Silber- und Goldvorkommen am Berg Cerro Proaño bei Fresnillos aufmerksam gemacht. Von diesem Berg aus begann der Aufstieg von Zacatecas zur Silbermetropole Mexikos.

Alexander von Humboldt besuchte Fresnillo und berichtete 1800 - 1803 in seiner Reisebeschreibung darüber. Über ca. 400 Jahre blieben die Aktivitäten in der Lagerstätte recht wechselhaft, mit Phasen, in denen die Gruben immer wieder geschlossen wurden. Ab 1919 wurde dann kontinuierlich gefördert, wobei man in den 1940er Jahren die Oxidationszone völlig abbaute.

Der Lagerstättenbezirk Fresnillo ist bis heute der größte Silberproduzent der Welt und stellt alle großen klassischen Vorkommen Mexikos und der Welt wie Kongsberg, Chile, Harz und Sachsen in den Schatten. Alleine die Grube Alvarado, eine der produktivsten Lagerstätten, förderte zwischen 1548 und 1867 Silber im Wert von ca. 800 Mio. US$. Heute sind die Gruben um Fresnillo der größte Silberproduzent der Welt. Bedingt durch die starken Explorationsarbeiten, die auch heute noch anhalten, wird die Lagerstätte in absehbarer Zeit zur größten mexikanischen Silberlagerstätte werden. Der Betreiber der Minen ist das mexikanische Bergbauunternehmen Peñoles.

Mitte der 1970er Jahre wurden beeindruckende Gänge von massivem Pyrargyrit, Akanthit, Stephanit sowie Polybasit entdeckt. Somit stieg Fresnillos Bedeutung auf dem Silbermarkt stark an. Im Gegensatz zu anderen Silberlagerstätten der Welt bietet Fresnillo die größte Anzahl an reinen Silbermineralien. Bis Mitte der 1970er Jahre war Fresnillo nicht für sammelwürdige Mineralien bekannt. Erst nach der Entdeckung der ungewöhnlich reichen Silbererzgänge wurde das Vorkommen zu einem Eldorado für Sammler. Der Gang Santo Niño, welchen man 1975 fand, war mit seinen 3 m Mächtigkeit der ertragreichste.

Neben Fresnillo wurde die Grube Asturiana im Municipio Zacatecas bekannt für Silber, welches assoziiert mit Stephanit und Fluorit auftrat. Jalpa lieferte die weltbesten Jalpaite. Aus der Mina El Bote kamen Akanthitkristalle bis mehrere Zentimeter Größe.

Für Informationen zum modernen Bergbau in Fresnillo siehe den entsprechenden Abschnitt im Kapitel Silberbergbau am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jh..


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Cerro Proano, Fresnillo
Foto: Lexikon:UserHomepage?memberid=14287

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Förderturm am Cerro Proano
Foto: Lexikon:UserHomepage?memberid=14287

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Cerro Proano
Förderturm am Berg aus einer anderen Ansicht
Foto: Lexikon:UserHomepage?memberid=14287


Honduras - Kolonialer Bergbau bis in die Neuzeit

Tegucigalpa

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Tegucigalpa mit dem Cerro Picacho
(Cerro La Leona)
Jahrhundertwende 1900
Archiv: Collector

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Silber von Tegucigalpa
wahrscheinlich vom Erzrevier
El Rosario, 1886 - 1954
Foto: Rob Lavinsky

Tegucigalpa soll aus der Maya-Nahuatl-Sprache vom Wort Teguz-galpa(n), d.h. Silberberg abgeleitet sein. Ethymologische Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass dieser Name von den Spaniern wegen des Silberreichtums der umliegenden Berge benutzt wurde und dass die korrekte Bedeutung vom Nahuatl-Wort Tecuztli-Calli-Pan stammt, was übersetzt Platz, wo die Edlen ihre Häuser haben heißt.

Zusammen mit der Schwesterstadt Comayagüela ist sie Hauptstadt von Honduras, am Fuße des Cerro Picacho in der Bergregion von San Juancito. Die ursprünglichen Einwohner des ehemaligen Dorfes waren indigene Nachfahren der Mayas. Etwa um 1560 erreichten Spanier den Ort auf der Suche nach Silbererz. Nach nur wenigen Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem Bergbauzentrum, woraufhin im Jahr 1578 die meist von Bergleuten bewohnte Hügel Cerro La Leona den Namen Real Villa de San Miguel de Heredia de Tegucigalpa gegründet wurde. Anfang des 17. Jh. gehörte Tegucigalpa zu den wichtigsten Zentren des Generalkapitanates Guatemala und Mitte des 18. Jh. war der Ort, neben Leon in Nicaragua sowie Comayagua in Honduras die reichste Gemeinde mit den höchsten Lebenshaltungskosten im Kapitanat.

Während der gesamten kolonialen Besetzung lieferten die Gruben vom Cerro Picacho Silber nach Spanien. Die Ausbeutung der reichen Erzgänge wurde jedoch erheblich durch den Mangel an Kapital sowie besonders des für die Verhüttung notwendigen Quecksilbers behindert. Ein besonderes Problem war der Mangel an Arbeitskräften und deren Versorgung. Die durch Zwangsarbeit (Mita) und eingeschleppte Krankheiten von über 1,2 Mio. auf im Jahre 1778 ca. 88.000 dezimierten Indios behielten zwar ihr Gemeindeland zur Selbstversorgung, mussten aber Arbeitskräfte für Bergwerke und Ländereien der Kolonisten stellen. 1821 erhielt Tegucigalpa Stadtrechte. Im gleichen Jahr schloss sich die Provinz-Oligarchie der Erhebung der anderen zentralamerikanischen Provinzen gegen die spanische Krone an.

Nach nur zweijähriger Anbindung an das Kaiserreich von Mexiko verselbständigten sie sich im Staatenbund der Vereinigten Provinzen von Zentralamerika, der zentralamerikanischen Konföderation. Von 1821 bis 1876 wechselten sich 85 Regierungen ab. 1876 vergab Präsident Aurelio Soto großzügige Konzessionen an US-Konzerne, neben gewaltigen Landarealen zum Anbau von Bananen auch an US-amerikanische Bergbaugesellschaften. Das bekannteste Unternehmen Rosario Mining Company baute Silbererz im Revier San Juancito und förderte von 1883 bis Anfang der 1950er Jahre ca. 7 Mio. t Silbererz im Wert von 930 Mio. US$ (Wechselkurs 1954). Ungeachtet dieses gewaltigen historischen Reichtums, hervorgebracht durch die spanische Kolonialisierung und die amerikanische wirtschaftliche Ausbeutung, gehört Honduras heute zu den allerärmsten Ländern der Welt.

Das Tegucigalpa resp. Rosario Bergbaurevier in Süd-Zentralhonduras liegt im Hochland der schroffen San Juancito-Berge. Diese bestehen aus dicken triassisch-quaternären Sediment- und Vulkanitschichten auf einem Grundgebirge aus niedriggradigen metamorphen Gesteinen, welche von Hypersthen-Andesiten, Daciten und Granodioriten intrudiert wurden. Die wichtigsten Erzlagerstätten werden aus ca. 85 Gängen in den größeren Dacitintrusivkörpern gebildet. Die wichtigsten Mineralien sind natives Gold, Silbersulfide und -sulfosalze, Galenit, Sphalerit, Kupfersulfide und -oxide. Gangarten sind meist Quarz, Rhodonit, Karbonate und Metamorphite.


Yuscarán

Yuscarán ist die Hauptstadt des Departements El Paraiso, ca. 65 km entfernt von Tegucigalpa. Hier befand sich das neben Tegucigalpa zweitbedeutendste Silbererzrevier, welches im 18. Jh. von den Spaniern und im 19. Jh. von amerikanischen Bergbaugesellschaften ausgebeutet wurde. Die reichen Silber-, Gold- und andere wertvolle Metalllagerstätten wurden 1746 entdeckt. Yuscarán erlebte in den Folgejahren einen Silberboom und wurde 1898 - noch vor Tegucigalpa - elektrifiziert. Gegen Ende des 19. Jh. wurden die Bergbauaktivitäten eingestellt. Es wird angenommen, dass die Lagerstätten noch immer größere Mengen an edlen Metallen bergen, diese jedoch mangels Kapital und Menschen, wesentlich jedoch deshalb nicht mehr erschlossen werden können, da sich die Lagerstätten in einer geschützten biologischen Reservation und einem Wasserschutzgebiet befinden.


Neuentdeckungen im 19. Jahrhundert

Bolivien

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Bergleute vor der Einfahrt zur Grube Huanchaca
im Jahr 1880
Altes, sehr schlecht erhaltenes Foto
aufgenommen 1880 von Rudolpho Boock, Antofagasta
Public Domain

Huanchaca

Die Silberlagerstätte Huanchaca, auch Pulacayo genannt, liegt auf 4.103 m Höhe in der Provinz Antonio Quijarro, am Tulacayo, 150 km südwestlich von Potosi und 20 km ostnordöstlich von der bekannten Mina Uyuni. Sie wurde 1833 entdeckt. Die Silbererzgänge in Huanchaca treten in serizitisierten, silikatischen und pyritischen Portionen in einem 4 km mächtigen Dacitstock auf. Die tiefste Abbausohle wurde bei 1.100 m erreicht.

Die jährliche Silberproduktion betrug zwischen 110 und 445 t. Im 19. Jh. war Huanchaca die zweitgrößte Silbergrube in Bolivien. Die Förderung erstreckte sich bis in die 1990er Jahre. Der Untertageabbau wurde jedoch wegen Einbrüchen von 60oC heißem Wasser und großen Mengen Kohlendioxid aufgegeben. In den letzten Jahren wurden nur noch alte Halden aufgearbeitet.

Zur Silberparagenese der Lagerstätte gehören Andorit, Diaphorit, Freibergit, Galenit, Miargyrit, Pyrargyrit, Silber, Stephanit und Tetraedrit.


Chile - Schätze der Atacama

Chañarcillo

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Chañarcillo in Chile
Foto: Collector

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Lockensilber, ein angesichts der enormen Massen
von Silberhalogeniden eher rares Mineral
Chañarcillo, Mitte 19. Jh.
Größe: 2,2 x 1,2 cm
Foto: Rob Lavinsky

Die Lagerstätte Chañarcillo liegt ca. 48 km südlich der Stadt Copiapó. Die Silberlagerstätten um das Zentrum Copiapó sind weitgehend an die Andenbatholithe in der Küstenkordillere gebunden, und dort an Kontaktzonen zu Porphyritformationen. In Chañarcillo kann man einen Zusammenhang zwischen den reichen Gangpartien und Kalksedimenten feststellen, welche mit mesozoischen Porphyriten und vulkanischen Tuffen wechselgelagert sind. Wo Kalke fehlen und die Porphyrite an der Oberfläche anstehen, sind die Gänge nur bis in eine mäßige Tiefe vererzt. In einigen Gruben wurden Silbererze bis in 400 m Teufe abgebaut.

Bergbau und Geschichte

Neben den Minen Huantajaya, Punitaqui, Andacollo, Punta Brava bei Tierra Amarilla und Cerro Tamaya war die im Jahr 1832 von Juan Godoy entdeckte Silberlagerstätte Chañarcillo eine der reichsten des 19. Jh. der Welt. Von 1860 bis 1885 förderten ein Dutzend Minen im Chañarcillo-Revier aus drei Gängen: Corrida Colorada, Descubridora und Candelaria etwa 2.500 t Silber. Während einer Abbauperiode von 90 - 100 Jahren förderten 15 - 20 Minen in der nächsten Umgebung von Chañarcillo Silber im Wert von 100 Mio. US$. Heute ist der Silberboom lange vorbei, die Oxidationszonen abgebaut und die Überreste weniger Gebäude sowie Halden und Schächte mitten in der Wüste erkennbar. In den 1980er Jahren gab es Versuche, die alten Halden stückweise aufzubereiten.

Die in Chañarcillo gefundenen Proustite gehören zu den weltbesten. Noch bis in die 90er Jahre sollen Funde von Proustit gemacht worden sein, was aber nicht beweisbar ist. Die sehr wenigen, meist schlechten Exemplare dürften aus der aktiven Bergbauperiode bzw. aus alten Sammlungen stammen. Chañarcillo-Proustite um die 2 - 3 cm werden für 2.000 bis 10.000 US$ gehandelt. Eine charakteristische, ca. 20 cm große Proustitstufe, dicht besetzt mit bis zentimetergroßen Kristallen, kann man im Museum von Copiapó bewundern. Diese Stufe befindet aus Sicherheitsgründen und wegen ihrer Lichtempfindlichkeit nicht in den Vitrinen, sondern im Safe des Kurators. Schon in den 70er Jahren wurde für diese Stufe von US-amerikanischen Händlern ein Wert von mehr als 200.000 US$ angesetzt und dürfte heute bei nicht weniger als einer halben Mio US$ liegen.

Die wichtigsten Mineralien der Lagerstätte waren: Adamin (TL), Akanthit, Bromargyrit, Chlorargyrit (und Varietät Brom-Chlorargyrit), Cinnabarit, Domeykit, Embolit, Fettelit, Jodargyrit, Miargyrit, Palygorskit, Proustit, Pyrargyrit und Xanthokon. Der als TL-Mineral bei mindat.org aufgeführte Chanarcillit (TL) ist kein eigenständiges Mineral, sondern ein Gemisch aus Silber oder Akanthit und Chalkopyrit, Galenit, Nickelin, Sphalerit und Huntilit (Can Min., 2000; Vol. 38, 767 - 776). Ebenso ist das bei mindat.org aufgeführte Atlasit (TL) kein Mineral, sondern eine Mischung aus Atacamit und Azurit. Die Halit-Varietät Hyuntayajit (NaCl mit 3 - 11 % AgCl) tritt meist mit Calcit auf.


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Bahnstation Juan Godoy in Chañarcillo
Ende 19. Jh.
Foto: Museo de Ferrocarriles de Copiapo
Archiv Collector

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Proustit - Das Mineral, welches Chañarcillo
weltberühmt machte
Größe: 5,5 x 4 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Bergleute vor der Einfahrt in der
Mina Dolores
Zeichnung von R. Tornero, 1872
Archiv: Collector

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Bergarbeiter transportieren das Silbererz
unter Aufsicht aus der Grube Dolores
Zeichnung von R. Tornero, 1872
Archiv: Collector

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Mina Dolores, eine der trächtigsten
Lagerstätten und Fundort prächtiger Proustite
Zeichnung um 1885
Archiv Collector


Huantajaya

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Ansicht von Huantajaya
Ende 19. / Anfang 20. Jh.
Archiv Collector

Die Silberlagerstätte Huantajaya war den präinkaischen und inkaischen Völkern schon lange vor Ankunft der Spanier bekannt. Auch die Spanier, auf ihrer Suche nach Salpeter oder Silber, wussten über dieses Vorkommen, kamen jedoch über bescheidene Schürfungen nicht hinaus. Zudem war der Transport des Silbererzes nach Potosi in Bolivien, wo es geschmolzen werden sollte, zu teuer. Huantajaya wurde irgendwann aufgelassen, die Wiedereröffnung erfolgte im Jahr 1718 durch Bartolomé Loayza. Das Silberbergwerk Huantajaya gehörte bis zum Ende des Pazifikkrieges (1879 - 1883) zu Peru, wurde dann aber nach dem Sieg Chiles über Peru und Bolivien chilenisch.

Die Lagerstätte liegt in einem wüstenartigen Gebiet an den 300 bis 900 m hohen Altos de Huantajaya. Das Vorkommen war und ist wahrscheinlich Südamerikas größte Silberlagerstätte, welche jedoch wegen Mangel an Wasser, Nahrung und Arbeitskräften nicht lohnte. Huantajaya wurde berühmt für die dort gefundenen mächtigen Massen gediegenen Silber, die größten Erzklumpen wogen bis 1.500 Pfund. Haupterz ist Chlorargyrit, teilweise auch Embolit (bromhaltiger Chlorargyrit).

Antonio Raimondi, der berühmteste Naturwissenschaftler Perus im 19. Jh., besuchte Huantajaya im Jahr 1854 und schrieb: "... In Begleitung des Herrn Bouaert besuchte ich die berühmte Lagerstätte Huantajaya, in welcher reiche Silbererze, wie Silbersulfid (Argirosio), gewöhnlich als rauhes Blei bezeichnet; Silber- und Kupfersulfid (Strohmeyerin), im Lande bekannt als Cochizo; Silberchlorür (Cerargyrit), welches auch Hornsilber heißt, Silber-Chlorbromid (Embolit), Silberjodid (Yodargirita) und, zu guter Letzt, ein neues Mineral, gebildet aus Natriumchlorid und Silber, in Huantajaya Lechedor genannt, gefunden werden. Zur Erinnerung an das Vorkommen habe ich es Huantajayait getauft."


BILD:1219414595

Massiver Silberklumpen, wie er
gewöhnlich in Huantajaya
auftritt
Größe; 2,5 x 4,3 cm
Foto: John Veevaert

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Charakteristisches Silbererz aus
Huantajaya
Foto: Rob Lavinsky

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Silber-Nugget
Größe: 4 x 3,7 cm
Foto: John Veevaert


Literatur

  • Abbott, M. B., Wolfe, A. P., 2003; Intensive Pre-Incan Metallurgy Recorded by Lake Sediments from the Bolivian Andes. Science 301(5641): 1893-1894
  • Ahlfeld, F., 1954; Los yacimentos minerales de Bolivia. Banco Minero de Bolivia & Corporacio Minera de Bolivia, La Paz
  • Ahlfeld, F., Muñoz Reyes, J., 1955; Las especies minerales de Bolivia., 3rd ed., Banco Minero de Bolivia, La Paz
  • Anonym; 1992. Geology and mineral resources of the Altiplano and Cordillera Occidental, Bolivia. U.S. Geological Survey and Servicio Geologica de Bolivia, U.S. Geological Survey Bulletin 1975
  • Bain, H. F., Read, T. T., 1934; Ores and industry in South America; New York and London
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