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Silber

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Silberbergbau im Wilden Westen
Aufnahme um 1915
Irgendwo in Nevada
Foto: Public Domain
Archiv: Collector

Silber in Nordamerika


USA

Das erste Silber der USA - Die Comstock Lode

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Bergleute in Comstock
Foto aus dem Jahr 1880
Public Domain
Archiv: Collector

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Graphische Darstellung der Comstock Lode
1876; Public Domain
Archiv: Collector

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Silber von der Comstock Lode
Storey County, Nevada
Größe: 2 x 1,75 cm
Foto: Rob Lavinsky

Nevada wird oft als der Silberstaat bezeichnet, was von der Silber-Bonanza der Comstock Lode herrührt. Seit 1878, nachdem der Boom vorbei war, hat Nevada relativ wenig Silber produziert. Bonanzas der folgenden Jahre bezogen sich immer auf Gold.

Die Comstock Lode war das erste in den USA entdeckte Silbervorkommen. Es liegt unter der heutigen Stadt Virginia City in Nevada, am östlichen Hang des Mt. Davidson, auch Sun Mountain genannt, einem Gipfel des Virginia-Gebirges. Hier wurde vor der Entdeckung des Silbers Gold aus Seifenlagerstätten gewonnen. Nachdem die Entdeckung 1859 publik gemacht wurde, gab es einen Ansturm von Prospektoren, welche ihre Claims abstecken wollten. Die ersten Bergbaustädte entstanden in der Nachbarschaft und wurden zu Zentren sagenhaften Reichtums.

Es gab im Bonanza-Jahrzehnt 1870-1880 an die 20.000 Claims. In diesem Zeitraum lebten mehr als 30.000 Menschen in Virginia City sowie im Gebiet von Gold Hill und Silver City.

Noch 1859 wussten die Amerikaner nichts über Silberbergbau. In den kalifornischen Goldseifen gab es einige Mexikaner, die in Silbergruben in Mexiko gearbeitet hatten. Einige von ihnen wurden für Comstock angeworben, konnten jedoch mit ihren altertümlichen und zeitaufwendigen Erzaufbereitungsmethoden mittels Lehmöfen bei weitem nicht die riesigen Mengen ausgebrachten Erzes verhütten. Eine Wende brachten erst deutsche, in Freiberg ausgebildete Bergleute, welche mit Silbererz Erfahrung hatten. Die Deutschen führten die klassische Amalgamation und das Rösten der Erze ein. Letztendlich brachten erst Verfahren wie die Pfannenamalgamation, gefolgt vom Washoe-Verfahren mit dampferhitzten Eisenpfannen, den technologischen Durchbruch, die enormen Erzmengen mit mindestmöglichem Zeitauwand zu bewältigen. In der ersten Zeit der Pfannenamalgamation gab es gewaltige Verluste an Edelmetall und an Quecksilber. Ungezählte Millionen wurden als Abraum in die Flüsse geschwemmt.

Die tiefste erreichte Teufe war etwa 1.000 m. Man schätzt, dass zwischen 1859 und 1878 Silber und Gold im Wert von ca. 700 Mio. US$ gefördert wurden. Die Erträge der Gruben nahmen von 1874 an kontinuierlich ab. 1877 war der der Höhepunkt der Silber-Bonanza. Allein in diesem Jahr wurden in Comstock für 21 Mio. US$ Silber und für 14 Mio. US$ Gold erzeugt. Heute liegen die Werte bei ca. 400 bzw. 270 Mio. US$. Danach ging die Produktion rapide zurück und kam 1880 zum Erliegen. Der Untertageabbau dauerte bis 1922 an, danach wurden die letzten Pumpen abgestellt und die Gruben soffen ab. In den 1950er Jahren wurde erneut exploriert.

Die Comstock Lode ist ein klassisches Beispiel einer niedrig-sulfidischen epithermalen Lagerstätte, deren Gänge sich in geringer Tiefe aus meteorischen, d.h. oberflächlich, nicht-magmatisch Lösungen gebildet haben. Die Lagerstätte liegt in andesitischem Gestein. Die hydrothermale Aktivität, welche zur Bildung der Gänge führte, begann vor ca. 14 Mio. Jahren. Die häufigsten Mineralien waren Akanthit, Elektrum, Stephanit, Polybasit und andere Ag-Sulfosalze. Eines der Haupterze, als Sulphuret of Silver bezeichnet, waren schwarze oder graue, teilweise erdig-derbe Massen von körnigem bis lehmartigem Quarz, verwachsen mit Akanthit, Elektrum, Pyrit, Sphalerit, Galenit und Chalkopyrit. Diese dunklen Massen, reines Silbererz, waren in der Vergangenheit für die Golddigger ein Hindernis, welches ständig ihre Werkzeuge verklebte und in unvorstellbaren Mengen beseitigt wurde.

Literatur

  • Beebe, L., Clegg, C., 1974; Legends of the Comstock Lode
  • Comstock, John Adams, 1949; A History and Genealogy of the Comstock Family in America. Commonwealth Press, Inc. Lost Angeles, California
  • Barnard, E.S., 1977; The Gold Rush in America. New York: The Reader's Diggest Association Inc.
  • Bush, D., 1992; Nevada and the Comstock Lode
  • Castor, Ferdock, 2004; Minerals of Nevada
  • De Quille, D., 1889; A History of the Comstock Silver Lode & Mines, F. Boegle Publisher; reprint 1974
  • Kral, V. E.; 1951; Mineral resources of Nye County, Nevada; Nevada Univ.Bull.; Geol. and Mining ser.
  • L'Amour, L., 1981; Comstock Lode. Bantam Books
  • Smith, G., 1943; History of the Comstock Lode

Tonopah in Nevada

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Der Mizpah-Schacht, die erste Grube
in Tonopah
Postkarte aus dem Jahr 1902
Foto: Public Domain
Archiv:Collector

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Tonopah im Jahr 1902
Foto: Public Domain
Archiv: Collector

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Tonopah im Jahr 1915
Public Domain
Archiv: Collector

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Hauptstraße in Tonopah um die
Jahrhundertwende 1900
Archiv: Kevin Ward

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Akanthit-Silber auf Quarz
Sehr seltene Stufe aus den Jahren 1906 - 1910,
den frühen Jim Butler-Jahren
Victor Mine, ein Teil der Tonopah-Extension Mine
Größe: 3,9 x 2,8 cm
Foto: Kevin Ward

Tonopah liegt im Landkreis Nye in Nevada, etwa zwischen Reno und Las Vegas. Der Name kommt aus der Sprache der Shoshonen-Indianer und bedeutet Verborgene Quelle.

Am 19. Mai 1900 entdeckte der Prospektor Jim Butler reiche Silber- und Golderze, als er sein Muli suchte. Das Muli war nachts auf und davon gegangen und hatte sich zum Schutz in einem Felsaufschluss verborgen. Als Butler das Tier am nächsten Morgen fand, hob er einen Steinbrocken, um diesen nach dem Muli zu werfen, merkte aber, dass dieser Stein ungewöhnlich schwer war. Er war unverhofft auf die zweitreichste Silberader in der Geschichte Nevadas gestoßen. Die Ader ist zwar verschwunden, doch noch heute kann man dort, wo Butler seinen Fund machte, verlassene Gruben im gesamten Gebiet finden.

Die erste Grube namens Mizpah begann ihre Arbeit im Oktober 1900, gleichzeitig etablierte sich ein kleines Bergarbeiter-Camp in der Nähe. Dieses wurde Butler getauft. Nachdem Butler entschied, seine Schürfrechte für ein Jahr zu verleasen, gab es einen enormen Zustrom an Bergleuten und Glücksrittern. Innerhalb weniger Wochen wuchs die Siedlung Butler auf 250 Einwohner. Das Wachstum des Ort ging unaufhörlich weiter. Im Jahr 1905 wurde er in Tonopah umbenannt.

Die Gruben von Tonopah produzierten ohne Unterbrechung bis in die 1940er Jahre. Die Stadt Tonopah hatte dreißig Kneipen, Hotels, Bordelle, einige Doktoren und Rechtsanwälte. Einer der berühmten Einwohner von Tonopah war Wyatt Earp, der selbst Besitzer eines Saloons war. Die Ausbringung der Tonopah-Gruben blieb kontinuierlich hoch, bis es am Anfang der Depressionsjahre zu einem Rückgang kam. In der Blütezeit der Gruben von 1900 bis 1921 produzierten diese Silber im Gegenwert von 121 Mio. US$. Das absolut beste Jahr war 1910 mit 10 Mio. US$ in Silber, Gold, Kupfer und Blei. Während des 2. Weltkriegs waren nur noch vier Gruben aktiv, die letzte Grube schloss 1947. 1968 kaufte der Milliardär Howard Hughes und seine Summa Corporation 100 Claims in Tonopah, in der Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Silberbergbaus. Einige der alten Gruben wurden wieder neu ausgebaut, doch gab es bisher keinen Abbau.

Literatur

  • Brooks, A. H., Heikes, V. C., Kirk, C. T.(editors), 1908; The production of gold, silver, coper, lead and zinc in the Western States territories in 1907
  • Powell, J. J., 1867; Nevada: The land of silver
  • University of Nevada Bull 23 "The underground geology of the Tonopah Mining District, Nevada"
  • Watkins, T. H., 1971; Gold and silver in the West: The illustrated history of an American dream.

Silver King und Eureka im Summit County, Utah

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Silber auf Quarz aus dem Tintic-Bergbaurevier
seltenes Exemplar von Utah-Silbererz
Größe: 7,2 x 6,7 cm
Foto: Rob Lavinsky

Die ersten Silbervorkommen wurden 1868 in den Bergen um Park City entdeckt, was zu einem Ansturm Glück suchender Bergleute und Schürfer führte. Nicht lange nach dieser Entdeckung existierten bis zu 300 aktive Gruben. 1872 zahlte der Bergbauunternehmer George Hearst 27.000 US$ für die Ontario Mine, die ihm während der Zeit seines Besitztums einen Profit von 50 Mio. US$ einbrachte. Ein hochgradiger Silbererzgang, der vom Gemischtwarenhändler Solon Spiro beim Bau eines Abwasserkanals entdeckt wurde und seinem Entdecker bereits beim Verkauf 3 Mio. US$ einbrachte, erwies sich als das reichste Silbervorkommen und wurde als Silver King Mine abgebaut. Auch dieses Vorkommen machte seine Besitzer zu Millionären. Aufstieg und Fall, Glück und Unglück, Reichtum und Armut waren oft wiederholte Geschichten in Park City.

1869 fand ein Cowboy namens George Rust einen Brocken Silbererz, zeigte ihn herum und fand Interessenten für das Stück, besonders, da Silber zu dieser Zeit schon zu einem Preis von US$ 1.500 pro Tonne gehandelt wurde. Nach einem Indianerhäuptling wurde das Gebiet, wo das Silber gefunden wurde, als Tintic Mining District bezeichnet. Wenige Jahre später fanden Siedler auch in einem kleinen nördlich gelegenen Tal reiches Erz, welches sie an einen Captain E. B. Ward verkauften, der diesen Claim Eureka Hill Mine nannte. Schon im Jahr 1871 waren mehr als 500 Claims angemeldet. Aus einem primitiven Bergarbeiterlager entstand bis 1890 eine kleine Stadt namens Eureka. Diese Stadt hatte zur Jahrhundertwende bereits mehrere tausend Einwohner. Die Gruben um Eureka förderten bis in die 1930er Jahre, wurden dann aber wegen des Krieges 1942 auf Regierungsanweisung geschlossen. Nach dem Krieg gab es sporadischen Abbau, doch der Funke war erloschen und die letzte Grube wurde 1957 aufgelassen.

Literatur

  • Brooks, A. H., Heikes, V. C., Kirk, C. T.(editors), 1908; The production of gold, silver, coper, lead and zinc in the Western States territories in 1907
  • Dailey, M. J., 1930; Mining methods and costs of the Silver King Coalition Mines Co., Park City, Utah
  • Lakes, A., 1896; Prospecting for gold and silver in North America, 2d ed.
  • Peterson, R. H., 1977; The bonanza kings : the social origins and business behavior of western mining entrepreneurs, 1870-1900
  • Raymond, R. W., 1877; Silver and gold: an account of the mining and metallurgical industry of the United States in 1871, with reference chiefly to the precious metals
  • Whitley, C., 1977; From the ground up: the history of mining in Utah

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Eureka Mine, Tintic District
Grube und Erzmühle
Foto aus dem Jahr 1911
USGS Public Domain

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Daly West Mine, Summit County
Foto: 1905
USGS Public Domain

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Ontario Silver Mine, Erzhalde
Summit County
Foto: 1902
USGS Public Domain

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Silver King Mine, Summít County
J. M. Boutwell, 1902
USGS Public Domain

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Silver King Mine - Schachthaus
Summit County
Foto: 1971
US National Park Servives
Public Domain

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Silver King Mine, Park City
Wasatch Mts., Summit County
Foto: 1904
USGS Public Domain


Butte in Montana

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Ansicht der Silver Bow Mine
Butte, Montana
Postkarte aus dem Jahr 1900
Bildarchiv: Collector

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Fantastischer Silberdraht aus der
Black Pine Mine, Philipsburg
Granite County, Montana
Größe: 4,1 x 0,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Ansicht der Stadt Butte in Montana
im dem Jahr 1942
Foto: Public Domain US Fed. Govmt.

Butte entstand in den 1870er Jahren aus einer Ansammlung von Bergarbeiterlagern. Der Bergbau begann mit dem Schürfen von Seifengold, im Jahre 1864 war Butte lediglich eine Goldschürfersiedlung deren Seifenlagerstätten 1867 erschöpft waren. 1874 wurde durch Prospektoren Silber entdeckt, was viele neue Firmen und Menschen anlockte. Ende der 1870er Jahre war Butte eine lebhafte und geschäftige Stadt, welche von Tag zu Tag wuchs.

1879 brannte der gesamte Stadtkern mit den Geschäftsvierteln ab, worauf per Gesetz erlassen wurde, dass zukünftig nur noch Häuser aus Stein oder Ziegeln gebaut werden durften. Obgleich es eigentlich Silber und Gold waren, die Buttes Bergbaugeschichte prägten, war es letztlich das Kupfer, welches der Stadt Reichtum und Ruhm brachte, wesentlich bedingt durch die Elektrifizierung Amerikas und die extreme Nachfrage nach Kupferdraht sowie den 1. Weltkrieg. Jede dritte Gewehrpatrone bestand aus Butte-Kupfer. Butte war nach dem 1. Weltkrieg die wohlhabendste Stadt der USA. Eine der frühesten Gruben, welche größere Mengen Silber lieferte, war die Silver Bow Mine, welche Anfang des 20. Jh. zusammen mit ca. 20 anderen Gruben in den Berkeley Pit einging aber bis heute noch Wahrzeichen der Stadt Butte ist.

In Montana sind über 180 Vorkommen bekannt, in welchen Silber vorkam. Gut ausgebildete Exemplare von Locken- und Drahtsilber, seltener Silberbleche, stammen von der Elkhorn Mine in Holter, Jefferson County und von der Black Pine Mine im Granite County. Einer der großen Produzenten war Philipsburg (1864). Im Jahr 1877 produzierte Philipsburg 2,2 Mio. Unzen Silber, was dieses Gebiet in diesem Jahr zum größten Silberproduzenten der USA machte.


Literatur

  • MacGibbon, E., 1904; Leaves of knowledge. Shaw & Borden Co. Available online through the Washington State Library's Classics in Washington History collection Elma MacGibbons reminiscences of her travels in the United States starting in 1898, which were mainly in Oregon and Washington. Includes chapter "Butte and Anaconda"
  • Mercier, L: 2001. Anaconda: Labor, Community, and Culture in Montana’s Smelter City (Chicago: University of Illinois Press)
  • Tucker, C., 2008; The Elkhorn Mine, Jefferson County, Montana; Rocks and Minerals 83, 20-33
  • Weed, W. H., 1900 - 1901; Geology and Ore Deposits of the Elkhorn Mining District, Jefferson County, Montana
  • Weed, W. H., 1912; Geology and Ore Deposits of the Butte District, Montana

Kearsarge, Wolverine und die White Pine Mine in Michigan

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Kearsarge Mine, Houghton County
Keweenaw Peninsula, Michigan
Foto: USGS Public Domain

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Ontanago County Silberlagerstätten
Calico und Minnesota
Schächte und Halden
Keweenaw Peninsula, Michigan
Foto: B.S. Butler, 1929
USGS Public Domain

Der Untertageabbau von Kupfererz in den Kearsarge Nord- und Südgruben (Houghton County, Michigan) begann 1886. Bis 1897 wurden ca. 14,5 Mio. t Kupfer aus diesem Vorkommen raffiniert. Der Abbau der Südgrube wurde 1930 eingestellt, Nord-Kearsarge wurde 1931 aufgelassen, jedoch 1942 wiedererschlossen und endgültig 1956 aufgegeben. Beide Gruben gehörten zu den besten Silbervorkommen in Keweenaw.


Literatur

  • Bornhorst, T. J., Lankton, L. D., 2006; Keweenaw Copper: Geology and History. Great Lakes Geoscience, Ontonagon, MI
  • Chaput, D., 1971; The Cliff: America’s First Great Copper Mine. 1st eds, Sequola Press, Kalamazoo, MI., 116 p.
  • Dablon, C. F., 1669 - 1670; Jesuite Relation. in Wilson, M.L., and Dyl, S.J., 1992, Michigan Copper Country. Min. Record, Vol 23, No. 2, 5-72
  • Kellogg, L. P., 1925; French Regime in Wisconsin and the Northwest. Madison, State Historical Society
  • Martin, S. R., 1999; Wonderful Power: The Story of Ancient Copper Working in the Lake Superior Basin. Wayne State Univ. Press, Detroit, MI

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Silber
Kearsarge Mine, Houghton County
Größe: 5 x 4,5 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Silber mit Calcit White Pine Mine, Ontanagon County
Größe: 4 x 3,4 cm
Foto: Kevin Ward

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Silber
Kearsarge Mine, Houghton County
Größe: 5 x 6 cm
Foto: Rob Lavinsky


Coeur d'Alene Silber-Distrikt, Idaho

BILD:1259515526

Massives Silber von der
You-Like Mine, Coeur d'Alene District
Shoshone County, Idaho
Größe: 4,6 x 3 cm
Foto: Jasun McAvoy

Das Bergbaurevier Coeur d'Alene im Shoshone County hat mehr Silber als alle anderen Silberlagerstätten der USA produziert und steht nach Potosi in Bolivien und Pachuca-Real del Monte in Mexiko weltweit an dritter Stelle. Zusammen haben die drei Reviere haben mehr als 3 Mrd. Unzen hergestellt. Bis 2006 hatte das Revier Coeur d'Alene eine Ausbringung von mehr als 37.000 t Silber, was 1,2 Mrd. Unzen entspricht. Die aktuell aktiven Gruben im Distrikt Coeur d'Alene sind Galena, Sunshine und Lucky Friday.

Die wohl ertragreichste amerikanische Silberlagerstätte ist die Sunshine Mine in Kellog, welche seit 1884 abgebaut wird und ohne Unterbrechung bis inklusive 2009 aktiv ist. Im Jahr 1972 gab es in der Sunshine Mine eine der größten amerikanischen Bergbaukatastrophen, bei welcher 91 Bergleute bei einem Grubenbrand umkamen.

Zu den weiteren mineralreichsten Gruben gehört die Bunker Hill Mine (Tyler, Stemwinder, Bunker Hill and Sullivan, Bunker Chance Mine) und Bunker Hill Properties bei Kellogg im Coeur d'Alene Distrikt, Shoshone County in Nord-Idaho, welche von 1881 bis 1981 Blei, Silber und Zink förderte. Nach einem Neustart im Jahr 1988 wurde die Grube für immer geschlossen. Eine weitere reiche Silbergrube in den Coeur d'Alene-Bergen war die Hercules Mine.

Literatur

  • Kemper, S., 2001; Tarnished luster; Article on Kellog and the Silver Valley. Smithsonian, Oct. 2001
  • Olsen, G., 2005; The deep dark. Disaster and redemption in America's richest silver mine
  • Radford, N., Crowley, J. A., 1981; The Bunker Hill mine Kellogg, Shoshone county, Idaho." Min. Record 12 (6), 339-347
  • Ream, L. L., 2004; Idaho Minerals, 2nd edition
  • Siems, P. L., 2005; Cultural history of the Coeur d'Alene silver mines, Idaho: 8th Cult. Symposium: Cultural heritage in geosciences, mining and metallurgy; Schwaz, Austria 3 - 7 Oct. 2005

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Die Standard Mammoth Mine, Canyon Creek,
Coeur d'Alene Revier, Shoshone County
im Jahr 1907 (Postkarte)
Public Domain

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Coeur d'Alene im Jahr 1900
Photo: C. D. Walcott
USGS Public Domain

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Die Coeur d'Alene Mountains; im Vordergrund
die Stadt Warder, im Mittelgrund Kellogg,
Shoshone County.
Foto: F. L. Ransome, 1904
USGS Public Domain


Calico und andere Reviere in Kalifornien

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Bergbaustadt Calico
Foto: Enrico Stirl
Copyright: Public Domain

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Chlorargyrit mit Malachit
Eine sehr seltene Erzstufe aus einer unbekannten Grube in Calico, geborgen etwa um 1890
Größe: 5,4 x 6,5 cm
Foto: Kevin Ward

Während des größten Silberbooms Kaliforniens entwickelte sich Calico im San Bernardino County an der Flanke des King Mountain von 1881 bis 1896 zu einem dominierenden Silberbergbaurevier mit mehr als 500 Gruben. Insgesamt wurde für 88 Mio. US$ Silber produziert. Der Bergbau wurde jedoch zwischen 1904 und 1907 wegen der gefallenen Silberpreise komplett aufgegeben und seitdem existiert nur noch eine Geisterstadt.

Die Gruben bei Panamint im Inyo County förderten Silber von 1873 bis 1876. Im Jahr 1919 wurde Silber nahe Randsburg und Johannesburg im San Bernardino County entdeckt. Die Kelly Rand Mine produzierte Silber aus Miargyrit- und Pyrargyriterz von 1919 bis 1928. Leider sind aus diesem Vorkommen kaum Mineralien bekannt.


Literatur

  • Norris, R. M., Webb, R. W., 1990; Geology of California
  • Stager, H. K., 1966; Silver. In: Mineral Resources of California; Calif. Div. of Mines and Geol. Bull. 191, 381-385

Aspen, Silverton, Creede und Sneffels in Colorado

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Contact Mine, Aspen, Pitkin County
Colorado; 1908
Foto: J. Spurr-USGS Public Domain

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Silber- und Goldbergbau in Colorado
um 1903; Foto F. L. Ransome
USGS Public Domain

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Silverton, Valley of Animas
San Juan Mts., Colorado
Foto: C. W. Cross
USGS Public Domain

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Die Iowa Mine und der Silver Lake nahe
Silverton, San Juan Co., Colorado
USGS Public Domain

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Leadville Mine, Aspen, Pitkin County
Colorado 1908
Foto: J. D. Spurr, USGS Public Domain

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Sneffels Mining Camp, San Juan Mts.
Ouray Co., Colorado 1972
USGS Public Domain

Die ersten Silbervorkommen wurden im Montezuma District des Summit County im Jahr 1864 beschrieben. Obwohl es schon eine recht große Anzahl seit längerem bekannter Silberlagerstätten gab, wurde Colorados größtes Silbergebiet bei Leadville nicht vor 1874 entdeckt. Hier in Leadville begann der eigentliche Silberboom.

Da die bereits 1860 von Charles Baker entlang des Flusses Animasn den San Juan-Bergen gefundenen Silberlagerstätten im Land der Ute-Indianer lagen und zudem die Wirren des Bürgerkrieges herrschten, kamen die ersten Prospektoren erst 1870 in das San Juan-Gebirge zurück. Es waren weit über 1.000 Bergleute, die ins Hochland strömten. Obgleich die Ute protestierten, konnten sie den Einzug der Menschen nicht aufhalten. 1874 wurde Silverton als Mittelpunkt des Silberreviers gegründet, 1884 entstand der Bahnanschluss an die Rio Grande-Denver Bahn. Silverton war berühmt-berüchtigt als Stadt der Spieler, Prostituierten, Theater, Tanzsäle und Saloons. Der Silberreichtum reichte bis in die frühen 1990er Jahre. Gerüchten zufolge sollen die Gold- und Silbervorräte jedoch noch längst nicht erschöpft sein und einen neuen Bergbau möglich machen.

Der Abbau der Silbervorkommen im Mount Sneffels District, Ouray County (Atlas Mine), fand zwischen 1870 und 1880 statt. Die Silberlagerstätten bei Aspen im Pitkin County, der reichsten Stadt der USA, wurden erstmals 1879 entdeckt und bis 1892 abgebaut.

Auch die Silbervorkommen von Creede nahe dem Rio Grande, welcher durch die San Juan-Berge und das San Luis-Tal auf seinem Weg nach New Mexico, Texas und Mexicó fließt, waren seit der Exploration in der Alpha Mine im Jahr 1869 bekannt. Der Silberboom, der letzte in Colorado, begann jedoch erst mit der Entdeckung reicher Erze im Willow Creek Canyon um 1889. Die Stadt Creede wuchs von 1889 bis 1891 von 600 auf mehr als 10.000 Einwohner. Die Gruben produzierten Silber bis zum Jahr 1985. Die gesamte Silberproduktion von 1891 bis 1966 betrug 870 t.

Bedingt durch den drastischen Verfall des Silberpreises im Jahr 1893 wurden die meisten Silbergruben geschlossen und viele Menschen wanderten ab. Dessen ungeachtet wurde Creede niemals eine Geisterstadt wie andere US-Bergbauorte, sondern förderte seit etwa 1900 Blei- und Zinkerze. Zahlreiche Silber- und Goldvorkommen wurden Anfang des 20. Jh. in den Vulkaniten des San Juan Volcanic Field, in den Plataro und Summitville Calderen und im South Mountain Dome exploriert.

Literatur

  • Brooks, A. H., Heikes, V. C., Kirk, C. T.(editors), 1908; The production of gold, silver, coper, lead and zinc in the Western States territories in 1907
  • Brown, R., L., 1965; An empire of silver; a history of the San Juan silver rush
  • Crabb, P., and Dunn, S., eds, 1991. Ridgway Colorado Centennial 1881 - 1991. Ridgway, CO: The Ridgway Sun, 28 pp.
  • Engel, C. M., 1968. Rico, Colorado: A century of historic adventures in mining, in J. Shoemaker, ed., San Juan-San Miguel-La Plata Region: New Mexico Geological Society Guidebook, nineteenth Field Conference, 88-93
  • Ninnemann, J.L., 2006, San Juan bonanza : western Colorado's mining legacy
  • Steven, T. A., Ratte, J. C., 1960; Geology and ore deposits of the Summitville District, San Juan Mountains, Colorado.
  • Spurr, J. E., 1898, Geology of the Aspen District, Colorado: USGS Monography. 31, 201-202
  • Stiger, M., Rohrbough, M. J.; 2000; Aspen: The history of a silver mining town, 1879 - 1893
  • Voynick, S., 1990; Leadville: A miner's epic

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Silber
Crown Point Mine, Leadville
Lake County, Colorado
Fund Anfang 20. Jh.
Foto: Rob Lavinsky

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Silber
Creede, Colorado
Größe: 2,3 x 1,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

BILD:1259343068

Wunderschöne Silberlocken von der Midnight Mine
Aspen, Pitkin County, Colorado
Größe: 4,5 x 2,5 cm
Fund um 1890
Foto: Kevin Ward

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Eine weitere Superstufe von der Midnight Mine
Aspen, Pitkin County, Colorado
Größe: 3,4 x 3,6 cm
Foto: Kevin Ward

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Historische Silberstufe von 1890
California Gulch, Leadville, Lake County
Colorado
Größe: 5 x 5,7 cm
Foto: Kevin Ward

BILD:1259866775

Ein Silber-Kupfer-Halfbreed
Cashin Mine, Montrose County, Colorado
Gefunden zwischen 1890 und 1902
Größe: 8 x 10 cm
Foto: Kevin Ward


Kanada

Beaverdell und andere Vorkommen in British Columbia

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Die Silver King Mine, Toad Mountain
Nelson Mining Division
eines der ersten aufgeschlossenen Silbervorkommen in British Columbia
Foto 1890, Public Domain
Archiv: Collector

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St. Eugene Mine in Moyie, Kootenay
Eastern British Columbia
Foto: Public Domain (Kanada)
Archiv: Collector

BILD:1259595970

Ein Bergbauort in British Columbia
im Jahr 1908
Foto: Public Domain (Kanada)
Archiv: Collector

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Akanthit und gediegen Silber
Highland Bell Mine
Größe: 10 x 5,8 cm
Foto: Dan Weinrich

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Eine attraktive Kombination von
Silber mit Calcitkristallen
Highland Bell Mine, Beaverdell
Größe: 7 x 3,4 cm
Foto: Stefan Plüth

Teile der nördlichen Kordilleren in British Columbia gehören zu den weltreichsten Silberregionen. Die drei wichtigsten Lagerstätten sind Esquay Creek, Sullivan und Equity Silver, welche zusammen über 50 Mio. Unzen Silber erzeugt haben.

Die ersten Bergleute in British Columbia suchten und förderten Gold aus Goldseifen, welche als Nebenprodukt auch Silber enthielten. Silbererz wurde erstmals um 1890 im Süden der Provinz in polymetallischen Gängen und in der blei- und silberreichen Manto-Lagerstätte Bluebell Mine abgebaut. Bis etwa 1920 wurden zahlreiche neue Silberlagerstätten erschlossen. Einhergehend mit dem Silberbergbau entstanden anfangs Bergarbeitersiedlungen und später kleinere Bergbaustädte wie Slocan, Beaverdell, Ymir, Trout Lake und Salmo. In diesen Gebieten British Columbias wurde fast während des gesamten 20. Jh. Silber gefördert, wenngleich die Bedeutung dieser Lagerstätten gegenüber den SEDEX-, VMS - und Porphyr-Lagerstätten mit weitaus größerer Silberausbringung in den Hintergrund rückte. Im Jahr 1900 begann die Sullivan Mine, eine SEDEX-Lagerstätte nahe Kimberley, ihren Betrieb. Mit bis im Jahr 2001 über 295 Mio. Unzen erzeugten Silbers war Sullivan der größte Silberbergbau in British Columbia. Die ersten VMS-Lagerstätten Lenora und Tyee auf der Insel Vancouver begannen ihren Abbau um 1898. Die mehr als 50 anderen Silbergruben haben pro Grube mehr als 1,3 Mio. Unzen hergestellt.

Um 1897 wurden nahe des Okanagan-Tals, etwa 25 km östlich von Penticton in der Greenwood Mining Division Silbererzgänge am Berg Wallace entdeckt und kurz darauf in mehreren Gruben abgebaut. Das Bergbaurevier wurde unter dem Namen Beaverdell bekannt. Die wichtigsten Minen waren Wellington, Lass und Bell. Nach dem Namen eines der Besitzer, Highland Lass Ltd. und der Verschmelzung mit der Lass Mine im Jahr 1930 entstand der Name Highland Bell. Die Bell Mine erzeugte bis zu ihrer Schließung im Jahr 1991, nach 82 Jahren Förderung, über 3,5 Mio. t Silber. Das Erz bestand aus Galenit, Pyrrhotit, Pyrargyrit und gediegen Silber. Es wird berichtet, dass manche Wände der Erzgänge glänzend rot aufleuchteten, da sie aus purem Pyrargyrit bestanden.

Literatur

  • Bain. D., 1976; The magic mine - an illustrated history of mining in B.C.; B.C. museum of mining
  • Ingelson, A., Mussieux, R., 1989; The Highland Bell Mine, Beaverdell, British Columbia.Min. Record 20(6), 441-446
  • McMillan, W. J., Höy, T., MacIntyre, D. G., Nelson, J. L., Nixon, G. T., Hammock, J. L., Panteleyev, A., Ray, G. E. and Webster, I. C. L. (1991); Ore Deposits, Tectonics and Metallogeny of the Canadian Cordillera; B. C. Ministry of Energy, Mines and Petroleum Resources, Paper 1991-4, 276 pp.
  • Nelson, J. L., 1991; Carbonate-hosted Lead-Zinc (± Silver, Gold) Deposits; in Ore Deposits, Tectonics and Metallogeny of the Canadian Cordillera, McMillan, W. J., Höy, T., MacIntyre, D. G., Nelson, J. L., Nixon, G. T., Hammock, J. L., Panteleyev, A., Ray, G. E. and Webster, I. C. L., B. C. Ministry of Energy, Mines and Petroleum Resources, Paper 1991-4, 71-88
  • Nelson, J. L., 1995; Polymetallic Mantos Ag-Pb-Zn; in Selected British Columbia Mineral Deposit Profiles, Volume 2, B.C. Ministry of Energy, Mines and Petroleum Resources, Open File 1996-13, 101-103
  • Panteleyev, A., 1995; Subvolcanic Cu-Au-Ag (As-Sb); in Selected British Columbia Mineral Deposit Profiles, Lefebure, D. V. and Ray, G. E., Editors, B.C. Ministry of Energy, Mines and Petroleum Resources, Open File 1995-20, 79-82
  • http://www.em.gov.bc.ca/mining/Geolsurv/minfile/

Cobalt und die Silver Islet in Ontario

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Entdeckung der berühmten Lawson Vein,
benannt als "Silver sidewalk"
Foto 1904; Mining Heritage
Public Domain

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Förderturm und Schachthaus der
ehemaligen Lawson Mine
Cobalt, Ontario
Aufnahme aus dem Jahr 2003
Foto: Public Domain

Cobalt ist eine Stadt im Timiskaming District in Ontario. Das Cobalt-Gowganda-Bergbaurevier (mining camp) war im vergangenen Jahrhundert berühmt als Quelle unglaublicher Mengen an Silber. Das Revier ist berühmt für gediegenes Silber, welches in Form dicker Massen und Dendriten, zusammen mit Kobalt-Nickel- und Eisenarseniden sowie Antimoniden erzreiche Gänge bildete. Oxidationszonen waren eher schmal, da das gesamte Gebiet seit ca. 10.000 Jahren stark vergletschert war. In einigen Zonen, wie z.B. in der O'Brien Mine, kam eine sekundäre Anreicherung in Form von Silberdrähten und -locken, Akanthit, Proustit und anderen Silbermineralien vor.

Die Cobalt Silver-Bonanza begann 1903, als zwei Arbeiter während der Konstruktionsarbeiten der Temiskaming und Northern Ontario Railway nach New Liskeard biegbare, silbern-metallische Flocken entdeckten, welche sich als natürliches Silber herausstellten und mittels welcher man einen Silbergehalt von 4.000 Unzen pro Tonne Gestein errechnete. Bereits 1905 begann die Bergbaublütezeit und das Städtchen Cobalt, benannt nach den ebenfalls vorkommenden Kobalterzen, wurde Zentrum des Silberreviers. Ende 1905 gab es bereits 16 Gruben. 1908 produzierte Cobalt bereits 9 % der Weltsilberproduktion. Im Jahr 1911 betrug die Ausbringung 31,5 Mio. Unzen, ca. 938 t Silber. Cobalt wurde zum Synonym für Silber, welches man nur vom Boden aufheben musste. Ein entsandter Regierungsgeologe berichtete begeistert über Silberbrocken, so groß wie Herddeckel oder Kanonenkugeln, welche einfach auf dem Boden lagen. Doch dieser Boom dauerte nicht sehr lange und die meisten Gruben wurden in den 1930er Jahren geschlossen. Bis in die 1950er Jahre flackerte der Bergbau mal hier und dort wieder auf, kam dann jedoch völlig zum Erliegen. Das Revier Cobalt hat in seiner gesamten kurzen Geschichte etwa 460 Mio. Unzen Silber produziert.

Der silberne Bürgersteig

Gediegenes Silber ist ein gewöhnliches Mineral in vielen Erzlagerstätten. Größere Aggregate sind jedoch überall auf der Welt selten. Ausnahmen waren der berühmte Silbertisch, ein etwa 20 t schwerer massiver Silberbock fast reinen Silbers, welcher 1427 in Sachsen gefunden wurde sowie einige größere Stufen von Draht- und Lockensilber von Kongsberg in Norwegen. Die größte kompakte Masse in einem Stück war jedoch der sogenannte Silberbürgersteig (silver sidewalk) in Cobalt. Diese etwa 100 m lange und ca. 0,5 m mächtige Silberader wurde 1904 zwischen Kerr Lake und Lake Girout von Prospektoren entdeckt und als Lawson Vein bezeichnet. Der Abbau dieser Ader begann aber erst 1908, da es zuvor Unstimmigkeiten über die Besitzverhältnisse gegeben hatte. Man fand heraus, dass die Ader sich bis auf eine Teufe von 60 m unter der Erdoberfläche fortsetzte. Diese berühmte Ader wurde komplett durch die La Rose Bergbaugesellschaft abgebaut. Heute weiß man, dass diese 100 m lange, 50 m tiefe und durchschnittlich 0,25 m mächtige Ader der reichste je in Cobalt entdeckte Silbergang war, der einer Masse von 1250 m3 entsprach. Bei einem angenommenen Silbergehalt von 75 % und einem spezifischen Gewicht von 11 g/cm3 ergibt dies etwa 10.000 t reinen Silbers - kein Wunder, dass alle Prospektoren, welche die Ader entdeckten, als reiche Männer in Rente gingen.


Silver Islet

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Gesamtansicht der Silver Islet Mine und Detailansicht des Schachthauses
Bild links: Canadian Heritage Gallery, Bild rechts: Archiv: Collector, Beide Bilder Public Domain

Silver Islet, das Silberinselchen, ist ein nur etwa 25 m breiter Felsen am Ende der Halbinsel Sibley in der Thunder Bay im Lake Superior, dessen Oberfläche knapp 2,5 m über dem Wasserspiegel lag. 1868 entdeckte Thomas Macfarlane auf dem Inselchen eine reiche Silberader, 1870 wurde der Claim von A. H. Sibley und seinem Partner W. B. Frue gekauft. Wenig später wurde Silver Islet eine der bedeutendsten Gruben in Kanada, welche bis 1884 aktiv war. In der Winterzeit wurde das Silber mit Diamantbohrern im Eis erschlossen, im Sommer wurde konventionell abgebaut. Während der gesamten Abbauphase wurden mit dem gewonnenen Abraum Wellenbrecher hergestellt und die Oberfläche der Insel verzehnfacht. Hauptproblem war, dass das Seewasser ständig die Vortriebe Untertage unterminierten und fluteten. Ungeachtet dieser Probleme produzierte diese berühmte Grube Silber im Wert von 3,2 Mio. US$. Aufgrund massiver Wassereinbrüche, die von den Pumpen nicht mehr bewältigt werden konnten, wurden die Schächte, welche bis dahin eine Teufe von 384 m erreicht hatten, im Jahr 1884 geflutet und die Mine für immer geschlossen. Es wurde spekuliert, dass weiterhin viel Silber in dieser Lagerstätte vorhanden sei, doch Abbauversuche in den Jahren 1919 und 1970, inkl. der Aufbereitung der alten Halden scheiterten.


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Sehr gut ausgebildete Silberlocken
von Cobalt
Größe: 2,5 x 2,5 cm
Foto: Rob Lavinsky

Literatur

  • Brown, L. C., 1963; Cobalt - the town with a silver lining; Canad. Geogr. Journ.: July 1963
  • Dumaresq, C., 2006; The Rise and Fall of a Mining Camp", Cobalt Mining History
  • Gard, A. A., 1908; The real Cobalt. Story of Canada's marvellous silver mining camp. Emerson Press
  • Jones, B.; 1990; The Silver Sidewalk at Cobalt; Rock & Gem Magazine, Vol 20, No. 9, 32-38
  • MacDonald, B., (Hrsg.), 2008; Excavating for a mine: Silver islet, 1868 - 2008: 140th anniversary. Thunder Bay Ont. Porphyry Press
  • Macfarlane, T., 1880; Silver Islet
  • McWilliam, S., 1999; The island mines - the story of the silver islet mine, 1868 - 1884
  • Miller, G. W., 1913; The Cobalt - Nickel Arsenides and Silver Deposits of Temiskaming (Cobalt and Adjactent Areas); in: Report of the Bureau of Mines, Vol, XIX, Part II, Toronto (1913)
  • Moore, E. S., 1934; Genetic relations of silver deposits and Keweenawan diabases in Ontario. Econ. Geol.29, 725-756
  • Petruk, W., 1971; General characteristics of the deposits. In `The Silver-Arsenide Deposits of the Cobalt-Gowganda Region, Ontario' (Petruk,W and Jambor,JL compilers), Can.Mineral. :11, Part 1, 429pp., 76-107

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Bergleute vor einem Stolleneingang
im Coleman Township, Cobalt
Foto um 1910; Public Domain
Archiv: Collector

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Die Crown Reserve Silver Mine
Coleman Township, Cobalt
Foto um 1920; Public Domain
Archiv: Collector

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Die Drummond Silbergrube
Kerr Lake, Coleman Township, Ontario
Foto 1904; Public Domain

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Silberlocken von Cobalt
Größe: 5 x 3,8 cm
Foto: Kevin Ward

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Silber, teilweise mit Erythrin
verwachsen.
Cobalt
Größe: 11 x 7,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Eine weitere Paragenese aus Silber und
Erythrin vom Cobalt-Bergbaurevier
Sehr selten
Größe: 7 x 5,8 cm
Foto: Kevin Ward

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Charakteristische Silberstufe mit
Akanthit und Galenit von der
Silver Islet Mine, Thunder Bay
Größe: 4 x 3,3 cm
Foto: Kevin Ward


Eldorado und Elbonanza in den North West Territories

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Great Bear Lake in den North West
Territories, Kanada
Autor: Gierszep
Public Domain

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Eldorado Mine im Jahr 1930
Foto: Eldorado Mining and
Refining Co., jetzt im Besitz von
Collection of Library and Achives of Canada
Public Domain

Die North West Territories (NWT) sind ein territoriales Gebiet im Norden von Kanada mit der Hauptstadt Yellowknife. Sie grenzen im Westen an Yukon, im Osten an Nunavut, im Südwesten an British Columbia, im Süden an Alberta und im Südosten an Saskatchewan. In diesem Territorium liegen die größten Seen Kanadas, der Great Bear Lake (Großer Bärensee), der Great Slave Lake (großer Sklavensee) und der Lac La Martre. Am Ostufer des Great Bear Lake liegt das Bergbaugebiet Port Radium mit der Eldorado und der Echo Bay Mine. Der Name Port Radium kam erst im Jahr 1936 auf und bezeichnete die gesamte Region. Der offizielle Name des Gebietes war Echo Bay, doch auch diese Gemeinde existiert nicht mehr.

Während einer Explorationsarbeit im Jahr 1900 fand der Geologe McIntosh vom Geological Survey of Canada Eisen, Kupfer, Uran und Kobalt in der Nachbarschaft der Echo Bay. Dreißig Jahre später entdeckte ein Prospektor der Firma Eldorado im gleichen Gebiet hochgradige Pechblende und Silber. Zu dieser Zeit des 20. Jh. waren Radiumerze aufgrund des Preises für Radiumsalze hochwertige Güter. Das Gramm kostete damals etwa 70.000 US$. Die vornehmliche Verwendung von Radium lag in der Krebsbehandlung. Etwa gleichzeitig mit der Förderung des Vorkommens von Eldorado im Jahr 1933 begann der Abbau von Silber der Lagerstätte Elbonanza Silver Property bei White Eagle am Fluss Camsell und am Contact Lake um 1936. Im gleichen Jahr wurden die Gruben und die bis dahin von der kanadischen Regierung errichteten Post-, Polizei- und Verwaltungseinrichtungen umbenannt in Port Radium.

Die Grube Eldorado wurde 1940 geschlossen, Port Radium versank in die Bedeutungslosigkeit. Aufgrund des Bedarfs an Uran während des 2. Weltkriges gab es 1942 einen Neustart des Bergbaus. Der Name Port Radium der ehemaligen Region wurde nun der Name der Eldorado Mine, der einzigen verbliebenen Grube im Gebiet. Die Grube schloss endgültig im Jahr 1982 und die kanadische Regierung setzt alles daran, jegliche Spuren menschlicher Aktivitäten im ehemaligen Bergbaurevier Port Radium zu beseitigen.

Literatur

  • Rocks & Min.: 59:224. A silver mine located 250 miles NW of Yellowknife. Ore is hosted in Precambrian proterozoic rocks (Middle Arden formation). Produced 12.3 million ounzes of Ag as of year-end, 1982. Owned by Terra Mines, Ltd

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Charakteristisches Akanthit-Erz
Eldorado Mine, Port Radium
Mackenzie District, Great Bear Lake
Größe: 4,7 x 5,2 cm
Foto: Kevin Ward

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Silber auf Quarz
Zwillinge nach dem Spinellgesetzt
Elbonanza Mine, Camsell River
NWT, Kanada
Größe: 2,9 x 2,5 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Silberdendriten
Elbonanza Mine, Camsell River
NWT, Kanada
Größe: 5 x 3,5 cm
Foto: Rob Lavinsky



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