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Silber

Stephanit

Englisch: Stephanite; Französisch: Stephanite; Italienisch: Stefanite; Spanisch: Estefanita; Russisch: Стефанит

Das Mineral wurde nach Erzherzog Stephan Viktor von Österreich (1817 - 1867) benannt.

Charakteristika

Chemische Formel

Ag5SbS4

BILD:1260471144

Hochglänzende Stephanitkristalle
mit starker Irrideszenz
Husky Mine, Elsa, Yukon, Kanada
Größe: 3,4 x 1,6 cm
Foto: Rob Lavinsky

Kristallsystem

Orthorhombisch

Kristallstruktur

kurzprismatische bis tafelige, gestreifte Kristalle

Farbe

schwarz

Spaltbarkeit

unvollkommen nach {101}, schlecht nach {021}

Härte

2 - 2,5

Glanz

Metallglanz, oft starke Irrideszenz

Diaphanität

undurchsichtig

Strich

schwarz

Bruch

Muschelig

Dichte

6,2 - 6,3

Magnetismus

Nicht magnetisch

Strunz 09

2.GB.10


Synonyme

  • Antimonsilberglanz
  • Argent fragile (Französisch)
  • Argent noir (Französisch)
  • Argent sulfuré fragile (Französisch)
  • Argento mineralisatum nigrum (Lateinisch)
  • Melane-glance (Englisch)
  • Melanglanz
  • Plata agria (Spanisch)
  • Prismatischer Melanglanz
  • Psaturose
  • Röschwächs
  • Rosicler negro (Spanisch)
  • Schwarzerz
  • Schwarzgülden (nach Wallerius)
  • Schwarzgültigerz
  • Schwarzsilberglanz
  • Sprödes Silberglanzerz (nach Emmerling)
  • Sprödglaserz
  • Svartgylden (Schwedisch)
  • Tigererz

Vorkommen und Paragenese

Spätgebildetes Mineral in hydrothermalen Silberlagerstätten. Paragenese: Proustit, Akanthit, Silber, Tetraedrit, Galenit, Sphalerit, Pyrit.


Vorkommen gut ausgebildeter Kristalle

Bolivien

  • Colquechaca

Chile

  • Chañarcillo

Deutschland

  • Erzgebirge: Freiberg, Schneberg, Marienberg; Super Stücke vom "Himmelsfürst" und der "Himmelfahrt" erreichen mehrere cm Größe und zählen zu den Freiberger Unikaten
  • Harz: St. Andreasberg (Weltklasse)

England

  • Cornwall: Wheal Boys, Endellion

Italien

  • Sardinien: Monte Narba, Sarrabus

Kanada

  • Ontario: Cobalt district
  • Yukon Territory: United Keno Hill Mines

Mexiko

  • Sonora: Arizpe und Guanajuato

Peru

  • San Cristobal

Slowakei

  • Banska Stiavnica (Schemnitz)

Tschechien

  • Hodruša und Jáchymov

USA

  • Nevada: Comstock Lode, Virginia City (wichtiges Erzmineral)

Stephanit aus dem Erzgebirge

BILD:1221633415

Stephanit-Kristall 18 x 13 mm
Schacht 366, Alberoda, Erzgebirge
Foto: Christian Rewitzer

BILD:1260523776

Feiner Stephanitkristall von 2 cm Länge
Kreuzung David Stehender und Glück Auf Morgen-Gang, Himmelsfürst, Brand-Erbisdorf, Freiberg, Sachsen
Sammlung und Foto: Peter Haas

Freiberg

Stephanit kam verbreitet im Freiberger Revier vor, und hatte hier auch als Silbererz Bedeutung. Ausgezeichnete Stufen stammen von den Gruben Himmelsfürst, Himmelfahrt, Segen Gottes und Gesegnete Bergmannshoffnung. 1858 wurden auf der Grube Himmelsfürst ein halber Zentner gut ausgebildeter, säulenförmiger Kristalle geborgen. 1952 gab es noch einen bemerkenswerten Anbruch auf dem Otto Stehenden des Davidschachtes, der bis über 2,5 cm große freistehende Kristalle auf Braunspat lieferte.

Schlema-Alberoda-Hartenstein

Stephanit kam in der Lagerstätte Niederschlema-Alberoda-Hartenstein in bis zu 1 cm großen, meist kurzprismatischen und hochglänzenden Kristallen vor, die häufig zu schönen bäumchenartigen Aggregaten verwachsen waren. Derartige, meist auf Dolomit sitzende Aggregate vom Gang Brahmaputra (-630 m und -675 m Sohle) konnten Größen bis deutlich über 10 cm Größe erreichen. Daneben kamen auch ahornblattförmige Aggregate vor, die zuweilen von Lockensilber begleitet wurden. Weitere Begleiter waren Pyrargyrit und Polybasit.

Marienberg

Stephanit findet sich sowohl im Gebiet Wolkenstein (St. Johannes und Schacht 137), im Kiesholz und bei Lauta (Vater Abraham, Schacht 139 und Fabian Sebastian). Es kommen sowohl prismatische schwarze sechsseitige Kristalle (Vater Abraham und St. Johannes) als auch plattenartige Kristalle mit typischer Streifung vor. Begleiter sind Akanthit, Fluorit und andere Silberminerale. Die Kristalle erreichen eine Größe von ca. 3 mm.


BILD:1242763453

Stephanit-Kristalle bis 1 cm auf Braunspat
Freiberg, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland
Stufengröße: 6 x 5,5 x 2,5 cm
Foto: Schluchti
Sammlung: Hans-Günther Penndorf

BILD:1242762983

Stephanit-Kristalle bis 2,6 cm Größe
mit Pyrit und Quarz auf Braunspat
14. Gezeugstrecke, Otto Stehender, Davidschacht
Freiberg, Erzgebirge
Stufengröße: 5,5 x 3 x 2,5 cm
Foto: Schluchti
Sammlung: Hans-Günther Penndorf

BILD:1247162636

Stephanit in typischer Paragenese
Schacht 137 / 5. Sohle (Tropperstollnsohle)
"Gang Sina" Überhaun / Wolkenstein
Foto: erzgebirge65


Stephanit aus dem Harz

BILD:1128065009

Stephanit-Kristall
St. Andreasberg
Größe: 2 x 1.5 x 1 cm
Foto: Rob Lavinsky

BILD:1256299600

Tafelige Stephanit-Kristalle
St. Andreasberg, Harz
Größe: 2,5 x 2,1 x 1,5 cm
Foto: Rob Lavinsky

St. Andreasberg

Stephanit gehört im St. Andreasberger Revier zu den Silbererzen, die sich spät meist frei in den Hohlräumen und Drusen kristallisierten. Gute Matrixstufen mit Stephanitkristallen waren jedoch wesentlich seltener als Pyrargyrit. Die wichtigsten Begleiter, die zugleich auch die Unterlage der Kristalle bilden, sind neben Calcit und Quarz die Erze Löllingit, Galenit, Dyskrasit, Argentit, gediegen Silber und Argentopyrit.

Die opaken Stephanite sind säulig oder flachtafelig und vielfach stark verzwillingt, oder zu komplexen Durchdringungszwillingen vereint, die bis zu 2 cm Durchmesser erreichen. Selten finden sich auch kleinere Kristalle unter 1 mm in Gänsekötigerz oder in feinkörnigem, moosförmigem Silber zusammen mit Polybasit, Argentit, Argentopyrit, Galenit, Löllingit und Pyrargyrit. Diese Paragenese wurde auch als "Silbersand" bezeichnet. Die besten Stephanite wurden auf den Gruben Samson, Gnade Gottes, Catharina Neufang, Claus Friedrich und Jacobsglück gefunden.


Stephanit anderer Vorkommen

BILD:1260523514

Stephanit
Mina Las Chispas
Munic. Arizpe, Sonora, Mexiko
Größe: 5 x 6,5 cm
Museumssstufe, ex. collection Dr. Miguel Romero
Foto: Rob Lavinsky

BILD:1260523607

Stephanit mit ausgezeichnetem metallischem Glanz
Mina Fresnillo, Munic. Pinos, Zacatecas, Mexiko
Größe: 1,9 x 1,7 cm
Foto: Rob Lavinsky

Husky Mine, Elsa, Galena Hill, Mayo Bergbaugebiet, Yukon, Kanada

Im Frühjahr 1977 sammelten Joe Weinholtzer und Ron Shiletto die wohl weltbesten Stephanite und Polybasite auf der Halde 302 der Husky Mine bei Elsa, Yukon, Kanada. Auf anderen Halden konnten leider nur wenige gute Exemplare dieser beiden Mineralien gefunden werden. Bergleute berichten, dass in der Vergangenheit Frauen oder Freundinnen, welchen Bergarbeiter diese hochglänzenden Kristalle schenkten, diese zu Knöpfen und Broschen verarbeiteten (Rocks & Min. 64, 489). Die Husky Mine ist seit Jahren aufgelassen. Im Jahr 2003 wurden neue Explorationsarbeiten durchgeführt, wobei im Gebiet der Husky und Southwest Husky Mines ein Reservepotential von 5,3 Mio. Unzen Silber festgestellt wurde.

Mina Las Chispas, Municipio de Arizpe, Sonora

Stephanit und Polybasit waren in diesem Vorkommen moderat verbreitet. Anfang des 20. Jh. wurden exzellente Funde von Stephanitkristallen bis 6 cm gemacht. Die Paragenese ware Akanthit, Polybasit, Pyrargyrit und gediegen Silber. Die größte Stephanitstufe wurde vom Besitzer der Grube, Sr. Pedrazzini, der Columbia School of Mining (Egleston-Sammlung) geschenkt.


BILD:1221155050

Kristalle bis 4 mm Größe
Hodruša-Hamre, Banska-Stiavnica, Slowakei
Sammlung und Foto: Peter Haas

BILD:1260523420

Stephanit-Erzstufe
Cerro de Pasco, Peru
Größe: 9,1 x 8,7 cm
Foto: Rob Lavinsky

BILD:1260523675

Stephanitkristalle bis 2 mm
Imiter, Jebel Saghrao, Marokko
Sammlung und Foto: Martins da Pedra


Literatur

  • Murdoch, Joseph, (1942); Crystallographic notes, cristobalite, stephanite, natrolite: American Mineralogist, 27, 500 - 506
  • Palache, Charles, Harry Berman & Clifford Frondel, 1944; The System of Mineralogy of James Dwight Dana and Edward Salisbury Dana Yale University 1837 - 1892, Volume I: Elements, Sulfides, Sulfosalts, Oxides. John Wiley and Sons, Inc., New York. 7th edition, revised and enlarged, 358 - 360
  • Ribar B., Nowacki W., 1970; Acta Crystallographica B26, 201
  • Leitl, M., Pfitzner, A., Bindi, L., 2009; Preferred ion diffusion pathways and activation energies for Ag in the crystal structure of stephanite, Ag5SbS4. Mineralogical Magazine, 73, 17 - 26

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