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Coltan

Traditioneller Bergbau in Mozambik
Traditioneller Bergbau in Mozambik

Bergbau in einem verwitterten Pegmatit
Kleinbergbau bei Mutala, Mozambik; Mosambik;
Quelle; BGR-1327447196 (Genehmigung)

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)-2


Coltan-Bergbau, Gewalt, Ausbeutung, Krieg und Zerstörung der Umwelt

Coltan-Bergbau

Coltan wird durch einfache, bzw. primitive Prozesse gefördert, ähnlich, wie im 19. Jh. in Amerika Gold gewaschen wurde. Dutzende von Männern beseitigen die sandige Oberfläche und graben große Krater in Flussbetten, um an den Coltan-Untergrund zu gelangen. Aus diesen Löchern wird dann mittels Wasser der Coltan-haltige Schlamm in großen Pfannen oder Wannen gewaschen, wobei die schweren, oft abgerollten Coltan-Erzstücke sich am Boden der Waschpfannen sammeln. Ein guter Arbeiter kann auf diese Weise bis zu 1 kg Coltan am Tag fördern.

In Afrika wird mehr Coltan gefördert als in der übrigen Welt; führend sind die Demokratische Republik Congo (DRC) sowie Mozambique, deren Anteil an der Coltan-Förderung ca. 29% beträgt. Aufgrund der vielen reichhaltigen Lagerstätten hat Afrika jedoch auch eine Coltan-Geschichte, verbunden mit politischer Gewalt, Ausbeutung und Krieg. Die (DRC) steht vornan als der weltweit größte Produzent von "Blut-Coltan", welches aus Konfliktzonen stammt.

Jedoch - nicht alles Coltan kommt aus Konfliktzonen. Gefördert wird auch in kriegfreien Ländern wie Ägypten, Äthiopien, Nigeria, Namibia, Ghana, Gabun und Mozambique.

Coltan - Abbau im Kongo
Coltan - Abbau im Kongo

Coltan-Abbau

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Coltan-Abbau im Kongo
Coltan-Abbau im Kongo

Schürfer im coltanhaltigen Schlamm

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Coltan-Abbau im Kongo
Coltan-Abbau im Kongo

Schwerstarbeiter mit Coltanschlamm

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Demokratische Republik Congo (DRC)

Der Coltan-Abbau im Kongo konzentriert sich im Wesentlichen auf die Kivusee-Region in der Demokratischen Republik Kongo. In den Schürfgruben gewinnen Erdarbeiter (engl. „local diggers“, frz. „creuseurs“) aus dem Erdreich durch Nasssiebung und Schweretrennung Konzentrate für die weitere Verhüttung. Die Spitzenwerte in diesen Konzentraten liegen bei 40 bis 45 % Tantalit (Tantaloxid Ta2O5). Im Jahr 2003 konnten einzelne Schürfer noch bis zu 2000 US-Dollar verdienen, wobei das durchschnittliche Jahreseinkommen in dem Land laut Weltbank bei 80 US-Dollar und 2010 lt. US Department of State bei 189 US-Dollar lag. Das Coltan aus dieser Region ist oftmals mit radioaktiven Elementen und Zinnerzen (Cassiterit) vermischt.

Der Coltan-Bergbau der Demokratischen Republik Kongo (DRC) verletzt wie nirgendwo auf der Welt die Menschenrechte; alle Coltan-Konflikte haben in der DRC begonnen.

Coltan wird als Konfliktmineral eingestuft. Die Arbeitsbedingungen (inklusive Kinderarbeit) gelten als sehr inhuman. Die hohen Gewinne und die mangelnde staatliche Überwachung während des Bürgerkrieges in der Demokratischen Republik Kongo führten zu völlig planlosen Bergbauaktivitäten. Gravierende Umweltschäden waren die Folge. Unter anderem wurden größere Flächen des schon stark reduzierten Lebensraumes der Gorillas zerstört.

Gleichzeitig ermöglichen die Einnahmen aus dem Bergbau und mangelhaft kontrollierte Embargos den lokalen Milizführern – vor allem Rebellen des Rassemblement Congolais pour la Démocratie (RCD, „Kongolesische Vereinigung für Demokratie“) – die Bezahlung von Soldaten, den Kauf von Waffen und die Fortsetzung des Bürgerkrieges. Als Geschäftsführer setzte die RCD eine in der ganzen Region berüchtigte Frau ein: Aziza Gulamali Kulsum, die schon seit Jahren einen Großteil des Handels mit dem begehrten Erz dominiert. Sie war jahrelang die Hauptgeldgeberin der Hutu-Rebellen in Burundi, die inzwischen vom benachbarten Kongo aus operieren. Einem kongolesischen Forschungsinstitut (Pole Institut – Institut Interculturel dans la Région des Grands Lacs) zufolge ist Gulamali eines der zentralen Glieder des Netzes aus Waffenhändlern und Schmugglern in der Region.

Rwanda, Burundi und Uganda

Rwanda, Burundi und Uganda sind eng mit dem Coltan-Konflikten in der DRC verbunden; sie werden beschuldigt, Coltan über die Grenzen zu schmuggeln, um es in China aufzubereiten, wobei sie zu behaupten, dass das Erz aus nationalen Bergbaubetrieben stammt. Neben den Macht- und Profitkriegen ist Kinderarbeit eines der größten Probleme des afrikanischen Coltan-Abbaus; es werden zehntausende von Kindern ab dem 12. Lebensjahr benutzt, um in den Minen zu arbeiten. Nach Angaben des U.S. Geographic Survey hat Rwanda im Jahr 2011 mehr als 25% des weltweiten Coltans gefördert, weitaus mehr, als dies in rwandesischen Lagerstätten enthalten ist. Der Coltan-Bergbau Rwandas steht in engstem Zusammenhang mit dem Bergbau in der DRC, wovon einige in Konfliktgebieten liegen und einige sich außerhalb dieser umstrittenen Zonen befinden. Von den 10 großen Bergbauunternehmen Rwandas haben lediglich vier davon Sorge getragen, dass ihr Abbau nicht vom Problem der Konfliktzonen betroffen ist. Rwanda, zusammen mit Burundi und Uganda, war auch mehrfach beschuldigt, in den Coltan-Schmuggel vom Kongo verwickelt zu sein. Da Uganda und Burundi keine eigene Coltan-Industrie haben, sind diese Vorwürfe nur schwer durch die UN nachvollziehbar. Man geht davon aus, dass ungefähr die Hälfte des Rwanda-Coltans aus Konfliktregionn in der DRC stammen.


Ausbeutung, Gewalt und Krieg

Die Arbeitsbedingungen (inklusive Kinderarbeit) gelten als sehr inhuman. Die hohen Gewinne und die mangelnde staatliche Überwachung während des Bürgerkrieges in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) führten zu völlig planlosen Bergbauaktivitäten. Gravierende Umweltschäden waren die Folge. Unter anderem wurden größere Flächen des schon stark reduzierten Lebensraumes der Gorillas zerstört. Gleichzeitig ermöglichen die Einnahmen aus dem Coltan-Abbau und mangelhaft kontrollierte Embargos den lokalen Milizführern die Bezahlung von Soldaten, den Kauf von Waffen und die Fortsetzung des Bürgerkrieges. Als Geschäftsführer setzte die RCD eine in der ganzen Region berüchtigte Frau ein: Aziza Gulamali Kulsum, die schon seit Jahren einen Großteil des Handels mit dem begehrten Erz dominiert. Sie war jahrelang die Hauptgeldgeberin der Hutu-Rebellen in Burundi, die inzwischen vom benachbarten Kongo aus operieren. Einem kongolesischen Forschungsinstitut (Pole Institut – Institut Interculturel dans la Région des Grands Lacs) zufolge ist Gulamali eines der zentralen Glieder des Netzes aus Waffenhändlern und Schmugglern in der Region. Der Coltan-Bergbau der DRC verletzt wie nirgendwo auf der Welt die Menschenrechte; alle Coltan-Konflikte haben in der DRC begonnen.

Kindersoldat im Kongo
Kindersoldat im Kongo

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Mostolesp

Global Players

Rund die Hälfte des weltweiten Coltans wird von H. C. Starck, bis 2006 eine hundertprozentige Tochterfirma der Bayer AG, aufgekauft und verarbeitet. Weitere wichtige Verarbeiter sind Treibacher (Österreich), Cabot (USA), Mitsui (Japan) und Ulba (Kasachstan).

Eine NGO-basierte Studie von 2010 weist auch der Firma Glencore mit Sitz in Baar/ZG in der Schweiz eine bedeutende Rolle im Coltan-Abbau in Zentralafrika zu. Laut der Studie plant Glencore über die Tochterfirma Katanga Mining Limited zum weltgrößten Förderer von Coltan zu werden. Die Schürfmengen sollen bis 2015 auf 30.000 t gesteigert werden. Gemäß der Studie arbeitet Glencore mit ungerechten Verträgen, Missachtung von Menschenrechten und Steuerunterschlagung. Glencore bestreitet alle Vorwürfe und bezeichnet die Studie als fehlerhaft.

Quellen

  • Peyer, C., 2012; Contrats droits humains et fiscalité: comment une entreprise dépouille un pays. Le cas de Glencore en République Démocratique du Congo. (deutsch): Chantal Peyer: Wie ein Weltkonzern ein Land ausbeutet: Das Beispiel von Glencore in der DR Kongo. (Zusammenfassung der Studie über Glencore auf deutsch)
  • Piasecki Poulsen, F., 2010; Blood in the Mobile; (Dokumentarfilm) Deutschland/ Dänemark 2010
  • Regenass, R., 2011; Plündern Rohstoffriesen schwache Entwicklungsländer aus? Tagesanzeiger Schweiz
  • Werner, K., Weiss, H., 2001; Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne. Deuticke, Frankfurt am Main 2001


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