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Titanit

Titanit
Titanit

Haramosh, Karakorum, Baltistan, , Pakistan; 3,2 x 2,3 cm

Rob Lavinsky

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Mineralienportrait: Titanit [ Vorherige: Literatur | Nächste: Etymologie und Geschichte ]

Eingefügter Text von Mineralienportrait/Titanit/Etymologie und Geschichte

Titanit

Titanen
Titanen

Bild von Gustave Doré (1832-1883);
zu Dante Alighieris "Inferno"
Tafel 65 (Canto XXXI Die Titanen)

Public Domain


Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Titanit 1795 in den Hauzenberger Graphitgruben (1) im Bayerischen Wald und beschrieben durch Martin Heinrich KLAPROTH, der das Mineral nach seinem Gehalt an Titan benannte. Soweit nachvollziehbar, führte KLAPROTH die Erz-Analysen im Auftrag eines Bergbauunternehmens durch.

Das Synonym Sphen (altgr. σφήν sphén „Keil“) erhielt Titanit aufgrund seiner oft keilförmigen Kristallformen.

Die Titanen (griechisch Τιτάνες , Einzahl: Titan griechisch Τιτάν ) sind in der griechischen Mythologie Riesen in Menschengestalt und ein mächtiges Göttergeschlecht, das in der legendären Goldenen Ära herrschte. Wie die Kyklopen und Hekatoncheiren sind sie Nachkommen der Gaia und des Uranos. Die weiblichen Titanen werden auch Titanide (Τιτανιδες) genannt. Vom Titanenkampf zwischen Olympiern, Hekatoncheiren und einer Reihe von Titanen berichtete das verlorene Epos Titanomachie, in welchem sie nach hartem Kampf schließlich besiegt und in die Tiefen der Unterwelt, den Tartaros, getrieben werden.


(1) Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich bei den Hauzenberger Graphitgruben wohl um die Lagerstätte Kropfmühl; heute eingemeindet in Hauzenberg. Im 16. Jh. begann die Graphitgewinnung; Graphit und die Tonwaren wurden damals noch als Eysenfarb, Eisentachen, Däche, Schmelztüglteich usw. bezeichnet. Erst durch den Mineralogen Werner (1750-1817) wurde die Bezeichnung GRAPHIT in die Wissenschaft eingeführt. Um 1726 erscheint eine erste Zusammenstellung nach Graphit grabenden Bauern, so auch im Gebiet von Kropfmühl(e) u. Pfaffenreuth. Zu damaliger Zeit war das Mineral dem Grundeigentümer vorbehalten. D. h. jeder konnte auf seinem Grund und Boden nach Graphit suchen. Teilweise waren um 1914 rd. 46 Einzelunternehmen und Gewerkschaften bergbaulich aktiv. Nach Übernahme in den Staatsvorbehalt wurde die Gesellschaft Kropfmühl in eine AG umgewandelt und übernahm als Konzessionsträger alle noch vorhandenen Gruben und Gesellschaften. Kropfmühl AG wurde ausgebaut und ist heute der Sitz der AG mit Bergwerksbetrieb und Hauptverwaltung vor Ort. Der Name der Stadt Hauzenberg kommt dadurch in Spiel, dass die Siedlung Kropfmühl nach dort eingemeindet worden ist.

(Frdl. Mttl. Elmar Nieding)



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Titanit


Eigenschaften

Charakteristika

Chemische Formel

CaTi(O|SiO4)

Mineralklasse

Silikate und Germanate 9.AG.15 (8. Auflage: VIII/B.12) nach Strunz 52.04.03.01 nach Dana

Kristallsystem

monoklin

Kristallklasse;

(Symbol nach Hermann-Mauguin) monoklin-prismatisch

Farbe

farblos bis rötlich braun oder leicht grünlich. Reiner Titanit ist farblos. Er kann jedoch durch Fremdbeimengungen von gelber, grüner, brauner oder grauer bis schwarzer Farbe sein.

Strichfarbe

weiß

Mohshärte

5-5,5

Dichte (g/cm3)

Gemessen: 3,48 bis 3,60; Kalkuliert: 3,53

Glanz

Diamantglanz bis Harzglanz

Transparenz

durchsichtig bis undurchsichtig (opak)

Pleochroismus

Deutlich bei stark gefärbten Kristallen; X= fast farblos; Y = gelb bis grün; Z = rot bis gelb-orange

Bruch

spröde, muschlig

Spaltbarkeit

deutlich nach {110}; trennbar durch Zwillingsbildung auf {221}

Habitus

"Briefkuvertförmig", prismatisch, tafelig, keilförmig zugespitzt, auch körnige Aggregate; seltener nadelig, radialstrahlig und faserig

Häufige Kristallflächen

{111}, {100}, {001}, {110}

Zwillingsbildung

häufig nach {100} (Penetrationszwillinge oder Kontaktzwillinge); weniger häufig lamellar nach {221}


Weitere Eigenschaften

Titanit ist empfindlich gegenüber Säuren (vollkommene Löslichkeit in Schwefelsäure), Laugen sowie Wärmeeinflüssen.

Je nach Vorkommen kann das Mineral Fremdbeimengungen von Fe,Y,Mn,Al,Ce,Sr,Na,Nb,Ta,Al,Mg,V,F,Zr,Sn enthalten sowie durch an Uran, Thorium oder Radium schwach radioaktiv sein und eine spezifische Aktivität von etwa 82 Bq/g aufweisen (zum Vergleich: natürliches Kalium 31,2 Bq/g).

Vor dem Lötrohr schmilzt Titanit an den Kanten zu dunklem Glas.



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Titanit

Titanit
Titanit

Größe: 40 mm; Fundort: Bear Lake Diggings, Tory Hill, Monmouth Township, Haliburton Co., Ontario, Kanada

David K. Joyce


Kristalle und Aggregate

Die Erkennungsformen des Titanits sind häufig die keilähnlichen Kristallformen mit spitzen oder stumpfen Winkeln zwischen den Flächen, die ihn von einer Anzahl anderer grünlich-gelbbrauner Minerale unterscheidet. Einzelkristalle sind für Titanit charakteristisch, ihre äußere Form verschiedenartig.

Am häufigsten bilden sich gedrungene bis kompakte kuvertähnliche Prismen, die im Querschnitt keilartige Formen zeigen. Bei vorwiegender Entwicklung der Flächen {001} nehmen sie tafelartigen Habitus an. Weitaus seltener, bei der Entwicklung des Prismas {110} und des Pinakoids, bilden sich prismatische Kristalle.

Verwachsungszwillinge sind ziemlich häufig nach {100}, seltener nach {001}.

Gut ausgebildete Titanit-Kristalle erreichen maximal Größen von 10x15 cm. Einige Titanite enthalten Beimengungen von Sr und V; einige Varietäten enthalten Th, Y, Cr und Mn.


Titanit
Titanit

Prismatischer Kristall mit {110} und Pinakoid; Wannenköpfe, Ochtendung, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland;
Bildbreite: 1,5 mm

Fred Kruijen
Titanit
Titanit

Prismatischer Kristall nach {110}
Laacher See Vulkangebiet, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland;
BB 1,5 mm

Matthias Reinhardt
Titanit
Titanit

Abgestumpftes Prisma mit {101}, {111} und {110};
Serra de Agua de Pau, Sao Miguel, Insel, Azoren, Portugal;
Größe: 1,03 mm

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Kuvertartige Kristalle mit {001} und {111};
Griesferner Gletscher, Pfitscher Tal, Wipptal, Bozen, Trentino-Südtirol, Italien;
Größe: 3,88 mm

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Gedrungenes Prisma mit {001} und {111};
Bassano Romano, Viterbo, Latium, Italien;
Größe: 0,6 mm

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Kompakter Kristall mit {101}, {111}, {100} und {021};
Virgental, Osttirol, Österreich;
Größe: 1,6 mm

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Zwilling nach {100};
Bear Lake Diggings, Tory Hill, Monmouth Township, Haliburton Co., Ontario, Kanada;
Größe: 40 mm

David K. Joyce
Titanit
Titanit

Gedrungenes Prisma mit {001}, {111}, {100} und {110}; Bassano Romano, Viterbo, Latium, Italien;
Bildbreite: 1,4 mm

Luigi Mattei
Titanit
Titanit

Modellförmige Zwillinge nach {100} in schönem Kontrast mit weißem Periklin;
Auernig, Mallnitz, Spittal an der Drau, Kärnten, Österreich;
Größe der Kristalle 1cm

Rudolf Hasler
Titanit
Titanit

Gedrungenes Prisma mit {101}, {111}, {110}; Laacher See Vulkangebiet, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland;
Bildbreite: 3 mm

Stephan Wolfsried
Titanit
Titanit

Prisma mit {111}, {110} und {100};
Laacher See Vulkangebiet, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland;
Bildbreite: 3 mm

Stephan Wolfsried
Titanit
Titanit

Kompakter Kristall mit fortgeschrittener Entwicklung von {001};
Bear Lake diggings (Gibson Road Western occurrence), Gooderham, Monmouth Township, Haliburton Co., Ontario, Canada;
Größe: 2x...

Maggie Wilson
Titanit
Titanit

Fast komplett flachtafeliger Kristall {110};
Shalman Gebiet, Khyber Agency, Federally Administered Tribal Areas (FATA), Pakistan;
3,2 x 2 cm

Maggie Wilson
Titanit
Titanit

Flachtafeliger Kristall, dominierend {111};
Gebiet Quetta, Baluchistan Pakistan;
Größe: 22x17 mm

Kelly Nash
Titanit
Titanit

Radialstrahlige Aggregate von der Grube Kirovski, Kirovsk, Kukisvumchorr, Chibiny-MAssiv, Kola-Halbinsel, Russland

Maurice de Graaf
Titanit
Titanit

Flachtafeliger hell gelblich-weißer Titanit in einer Skarn-Matrix mit rötlich-braunem Andradit-Grossular und weißem körnigem Calcit;
Nikolae-Maximilianovskaya Kop' (Nikolaye-Maximilianovsk Mine...

Pavel M. Kartashov
Titanit pseudomorph nach Rutil
Titanit pseudomorph nach Rutil

Moland, Akland, Risør, Aust-Agder, Norwegen;
Größe: 2cm

Olav Revheim

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Titanit


Varietäten


Greenovit

Greenovit
Greenovit

Mina Prabornaz (Praborna Mine), Saint-Marcel, Aostatal, Italien;
Größe: 15 x 8 cm

Luigi Chiappino

Greenovit ist eine rote, Mn2+-haltige Varietät von Titanit. Die Typlokalität war die Grube Praborna (Prabornaz) bei St. Marcel im Aosta-Tal in Italien.

Greenovite ist benannt nach dem englischen Geologen George Bellas GREENOUGH (18 January 1778 – 2 April 1855), einem der prominentesten Geologen des 19. Jh. und wurde erstmalig von A. BREITHAUPT im Jahr 1843 beschrieben; eine erste Analyse erfolgte 1845 durch GALISSARD DE MARIGNAC.

Literatur zu Greenovit

  • Breithaupt, A., 1843; Über den Greenovit; Annalen der Physik, Vol. 134 :2, pp. 277–278
  • Breithaupt, A., 1865; Mineralogische Studien. Berg- und Hüttenmänn. Zeitung. Bd. 24, 335—357.
  • Galissard de Marignac, J.C., 1845; Zerlegung des Greenovits ; Ann. de Chim. Phys. c, XIV, 47 cet.
  • Lom de, B., 1843; La decouverte de la greenovite et de la roméine. Feuilles d'annonces d'Aoste, 3.
  • Mottana, A. and Griffin, W.L., 1979; Pink titanite (greenovite) from St. Marcel, Valle d'Aosta, Italy. Rend. Soc. Ital. Mineral. Petrol., 35, 135-43.
  • Penfield, S.H., 1893; On some Minerals from the Manganese Mines of St. Marcel in Piedmont, Italy. Amer. Journal of Science. 5. Ser., Bd. 46, 288—295.

Yttro-Titanit (Keilhauit)

Yttrotitanit (Keilhauit)
Yttrotitanit (Keilhauit)

Steinbruch Lindvikskollen, Kragero, Telemark, Norwegen;
Größe: 3x2,8cm John Sobolewski

John Sobolewski

Ein seltener, i.d.R. in Norwegen vorkommender REE-haltiger Titanit mit bis zu 10% Y2O3. Erstmalig beschrieben von Buø, Tromøysund, Arendal, Aust-Agder, Norwegen durch ERDMANN (1844).

Das Mineral wurde nach dem norwegischen Geologen Prof. Baltazar Mathias Keilhau (1797-1858)benannt. Es wurde 1841 von WEIBYE gefunden und dann zu A. ERDMANN geschickt, der es analysierte und beschrieb. Das gleiche Mineral wurde unabhängig von SCHEERER im JAhr 1844 als Yttrotitanit beschrieben. Es bilder dunkelbraun-schwarze derbe Massen, sehr selten kompakte Kristalle.

Literatur zu Keilhauit / Yttrotitanit

  • Erdmann, A. (1844): Undersökning af et nytt, Ytterjords- och Titansyrehaltigt Mineral från Buö, i trakten af Arendal i Norrige. Kongliga Svenska Vetenskaps-Akademiens Handlingar, 355-361
  • Scheerer, T. (1844): Yttro-Titanit, eine neue mineralspecies. Annalen der Physik und Chemie (herausgegeben zu Berlin von J.C. Poggendorff), 63: 459-462
  • Weibye, P. C. (1848): Beiträge zur topograpischen Mineralologie Norwegens. Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde. 22: 465-544

Grothit

Grothit
Grothit

Radialstrahliger bis lamellarer Grothit mit;
einem nicht näher beschriebenen Pyroxen;
Authentizität zweifelhaft

Irina Surikova 9017100

Grothit ist eine seltene Al- und F-reiche, Y und Ce haltige Titanit-Varietät und wurde in zwei verschiedenen goldhaltigen Mineralvergesellschaftungen in der Berezitovy Gold-Lagerstätte in der oberen Amur-Region im russischen Fernen Osten identifiziert. Das Mineral ist assoziiert mit Quarz, Orthoklas, Chlorit, Muskovit, Turmalin, Almandin-Spessartin, Ilmenit, Pyrophanit, MAgneit, Fluorapatit und Sulfiden. Grothit steht substantiell zwischen Titanit und Yttrotitanit Es bildet eingesprengte, lamellare bis radiale Aggregate von 20-100 µm Größe mit einer relativ homogenen Struktur.

Literatur zu Grothit

  • Tararin, I.A., Badredinov, Z.G., Chubarov, V.M., Sharova, O.I., 2011; Grothite from garnet-micaceous crystalline schist of the Shikhtinskaya Suite in the Middle Kamchatka Massif. Dokl. Earth Sciences; Vol. 438; 879-882
  • Vakh, A.S., Avchenko, O.V., Karabtsov, A.A., Stepanov, V.A., 2010; High-alumina titanite in mineral assemblages of the Berezitovy gold-base-metal deposit, Upper Amur Region, Far East Russia. Zapiski Rossiiskogo Mineralogicheskogo Obshchestva, No. 6, pp. 100–113.

Chrom-Titanit

Chrom-Titanit
Chrom-Titanit

Grube Saranovsky, Dorf Saranovskaya, Gbiet Gorozavodskii, Permskaya Oblast, Mittlerer Ural, Russland;
Größe: 28 x 27 x 12 mm

Oleg Lopatkin

Eine Cr-haltige, smaragdgrüne Titanit-Varietät von der Grube Saranovskii(Saranovskoe) beim Dorf Saranovskaya (Sarany), Gebiet Gornozavodskii, Permskaya Oblast', Mittlerer Ural in Russland, ca. 12 km N der Biserskoye Chrom-Lagerstätte nahe der Bahnstation Laki. (58°30'N, 58°52'E))

Ultrabasische Intrusion aus Gabbro und Gabbronorit in präkambrischem Schiefer und Quarzit. Drei größere Chromit-Erzkörper und mehrere kleinere sowie Diabasgänge. Drusen im Chromiterz enthalten Calcit und Chrommineralien sowie PGM-Mineralien. Chrom-Titanit stammt aus den Diabasgängen. Kristalle können bis 15 cm groß sein, transparente Exemplare etwa 1,5-2 cm.


Lagerstätte Sarany

Schild Chrombergwerk Sarany 1889
Schild Chrombergwerk Sarany 1889

Bergwerk Sarany, Permskaya Oblast, Ural, Russland

Alexander Konoplev
Übersicht über den Minenkomplex
Übersicht über den Minenkomplex

Bergwerk Sarany, Permskaya Oblast, Ural, Russland

Alexander Konoplev

Früher wurde das Erz im Minengebiet obertägig abgebaut. Der Tagebau ist heute geschlossen und der Bergbau findet nur noch untertägig statt. Auf insgesamt sechs Sohlen und in drei Abbauen werden täglich im Drei-Schicht-Betrieb 500 t Erz gewonnen. Pro Schicht arbeiten 50 Bergleute untertage. Insgesamt sind 200 Personen untertage angestellt mit je sieben Stunden Arbeitszeit. Abgebaut wird das Erz durch Schießen (Sprengen) und anschließende Gewinnung durch Schrapper.

Literatur zu Chrom-Titanit

  • Burlakov, E.V. & Avdonin, V.V., 2006; Die Chromitlagerstätte Sarany im Ural. Lapis, Jg.31, Nr.10, S.53-61.
  • Geissler, L. & Ovsiannikova-Keymer, E., 2006; Eine (nicht nur) mineralogische Expedition in das Ural-Gebirge - Banja, Mücken, Mineralien. Mineralienfreund, Jg.44, Nr.3, S.8-15
  • http://gems.minsoc.ru/eng/articles/titanite/

Synonyme

  • Alshedite (nach dem Vorkommen von Alsheda, einem Dorf in Småland, Schweden)
  • Arpidelith (obsolet)
  • Aspidelite (aus dem griech. “aspis” – ein Schild)
  • Castellite, nach dem italienischen Forscher Castelli, welcher 1866 weingelben Titanit beschrieb.after the Ital. researcher Castelli, which has described wine-yellow titanite in 1866.
  • Gelbmenakerz
  • Lederite, nach dem österreichischen Konsul Lederer
  • Ligurite, nach dem Fundort Ligurien in Italien
  • Menac, nach der Lagerstätte Menaccan auf der Halbinsel Cornwall
  • Menac ore | Yellow menac ore | Prismatic titanic ore
  • Pictite, nach dem französischen Geologen Picte
  • Séméline, vom Lat. “séménlinen” – ein Leinsamen, nach der Form
  • Sphen
  • Spinelline
  • Spinthére, vom griech. “spinthere” – ein Funke, nach seinem hohen Glanz
  • Tscheffkinit : Alte Bezeichnung für Th-haltige und meist isotropisierte sehr dunkle Titanite aus Pegmatiten des Urals, Madagaskar und den USA. Mittlerweile wurde aus Tscheffknit das Mineral Chevkinit-(Ce), ein IMA anerkanntes Mineral.


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Titanit

Titanit mit Biotit
Titanit mit Biotit

Typisch keilförmige Sphenkristalle von olivgrüner Farbe – aufgewachsen auf Matrix und vergesellschaftet mit schwarzem Biotit. Der größte Kristall misst etwa 18 mm;
Tormiq-Tal, Skardu Road, Hara...

Mineralium

Entstehung

Titanit ist ein gewöhnliches akzessorisch vorkommendes Mineral und bildet sich in intermediären und in felsischen plutonischen Gesteinen wie Graniten, Syeniten, Trachyten, Andesiten zusammen mit Feldspäten, Nephelin, Ägirin, Zirkon, Apatit sowie in Pegmatiten syenitischer Zusammensetzung. Seltener bildet sich Titanit kontaktmetasomatisch bei Einwirkung von Magma auf Kalkstein (e.g. Skarne). Dort tritt er paragenetisch mit Diopsid, Granat, Epidot, Chlorit und Magnetit auf. Für manche metamorphe Gesteine ist Titanit charakteristisch (Gneis, Glimmer- und Chloritschiefer > Grünschieferfazies, Amphibolite) In gut ausgebildeten Kristallen auf alpinen Klüften paragenetisch mit Calcit, Chlorit, Epidot, Albit und Orthoklas (Adular).

Titanit ist ein typisches Mineral für Gesteine der Grünschieferfazies (1). Die Stabilität von Titanit hängt hauptsächlich von der Sauerstofffugazität ab. Ein weiterer, wichtiger Faktor spielt auch der Einbau von Al. Titanit ist nach Ernst & Liu (1996) bei Drücken bis 1.2 Gpa und Temperaturen bis 800 °C stabil. Bei höheren Temperaturen ist Ilmenit stabil, bei höheren Drücken Rutil.


(1) Grünschieferfazies

Grünschiefer (Aktinolithschiefer)
Grünschiefer (Aktinolithschiefer)

Ohne Fundortangabe

James St John

Grünschiefer ist ein, wie der Name schon sagt, grünes Gestein mit einem Farbton ins gräuliche. Das zumeist deutlich schiefrige Gefüge und die Farbe haben zu seinem Namen "Grünschiefer" geführt. Es ist ein metamorphes Gestein, das unter regionalmetamorphen Bedingungen bei eher niedrigen Temperaturen (300°C bis 500°C) und niedrigen bis mittleren Drücken (ca. 2000 bis 8000 Bar) in einer Tiefe von 30 km gebildet wird (Grünschieferfazies).

Grünschiefer bilden sich vor allem aus basischen, magmatischen Ausgangsmaterialien.

Die grünliche Färbung des Gesteins rührt von der Haupt-Mineralzusammensetzung Epidot und Chlorit her. Danaben sind Aktinolith und Albit stark vertreten. In geringerer Menge finden sich Muskovit, Pyrit, Magnetit, Hämatit, Quarz, Calcit, Titanit.

Die durchschnittliche Dichte beträgt 2,7 bis 2,8 g/cm3.

Das Grünschiefergefüge ist abgeflacht und schiefrig, oft massig bei feinkörnigem Aufbau.



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Titanit

Titanit-Kristall eingewachsen im Monzonit
Titanit-Kristall eingewachsen im Monzonit

Steinbruch Plauenscher Grund;
Osterzgebirge, Direktionsbezirk Dresden, Sachsen; Größe:3x3cm, Kristall 3mm

steinfried


Weltweite Vorkommen

Weltweit konnte Titanit bisher (Stand: 2010) an rund 2900 Fundorten nachgewiesen werden. Reiche Vorkommen mit drei oder mehr Fundorten sind in Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Bulgarien, Chile, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Indien, Irland, Italien, Japan,Kamerun, Kanada, Kasachstan, Kirgistan, auf Kuba, auf Madagaskar, Malawi, Marokko, Mexiko, der Mongolei, Namibia, Nordkorea, Norwegen, Österreich, Pakistan, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Südkorea, Tansania, Tschechien, der Ukraine, Ungarn, im Vereinigten Königreich (Großbritannien) sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) Attraktive, sammelwürdige Titanite mit mehrere zentimetergroßen Kristallen kommen vorwiegend aus Österreich, Marokko, Russland, der Schweiz, Canada und aus Pakistan.

Ein berühmter historischer Fundpunkt in Deutschland ist der Plauensche Grund zwischen Dresden und Freital. Im dort anstehenden Monzonit wurden die berühmten Titanitspiegel gefunden.

Titanit ist ein Mineral, welches man in Vorkommen unterschiedlicher Genese antrifft. In Granitpegmatiten können Kristalle bis 25 cm groß werden; in Alkaligesteinen bis zu 6 cm. Kristalle von erstklassiger Qualität (relativ auch Edelsteinqualität) findet man jedoch nur in alpinotypen Klüften. Im Nordosten Russlands, auf der Halbinsel Kola, kommt Titanit in Apatit-Nephelin-Gesteinen in radialstrahligen Aggregaten am Berg Kukisvumchorr sowie am See Umbozero vor; die Aggregate bilden "Sonnen" bis 10 cm Durchmesser. Hier kommt auch ein Ti-haltiger Foyait vor, welcher aus ca. 60% Ti-haltigem Orthoklas und Nephelin besteht. Ein weiteres Gestein wird als Sphenitit bezeichnet und besteht hauptsächlich aus Titanit. In der berühmten Lagerstätte im SW der Halbinsel Kola fand man gelbe Titanitkristalle bis 5 cm.

In der Bergen des Sub-Polargebietes kommt Titanit in bräunlich-grünen Kristallen und verzwillingten Kristallen bis 15 cm in den Bergkristall-Gängen der Lagerstätten Dodo und Puiva vor. In der Lagerstätte Patok fand man Yttrium-haltige violettblaue Titanitkristalle. In Sarany bei Perm im Mittleren Ural wurden chromhaltige transparente Titanitkristalle bis 15 cm gefördert. Grüner Titanit kommt auch bei Verkhne-Neyvinskiy Zavor vor; im Süd-Ural wurden gelblich-grüne Titanitkristalle bis 2 cm nordöstlich von Orsk in den Gruben Akhmatovsk und Eremevskaya geborgen. Im Pribaikal wurde Titanit bei Slyúdyanka in der Grube Ulunguia entdeckt.

In Tadjikistan fand man schleifwürdigen Titanit in den Ost-Pamir-Gebirgen in Nephelin-Skapolith-Metasomatiten, Pegmatiten und in Fluoritgängen im Tal des Flusses Zorburlyuk, nahe der Lagerstätte Kukurt. Die honiggelben und bräunlichbraunen Titanitkristalle sind bis zu 1 kg schwer. Bei Kragerø, Telemark und nahe Arendal im Süden von Norwegen gab es ein Vorkommen von Keilhauit; in der Region Fauske in Nordland erreichten die gelblichgrünen Kristalle Größen bis 7 cm. In Finnland wurden Vorkommen von ähnlichen Kristallen aus Parainen (ehemals Pargas) beschrieben.

Titanitkristalle von Edelsteinqualität bis zu 18 cm Größe sind von Österreich bekannt (s.a. > berühmte Vorkommen). In der Lagerstätte Goms in der Schweiz kamen Titanite bis 10 cm vor; im Tjuvetsch und im Binntal im Wallis erreichten die Kristalle Größen bis 18 cm. Sehr kleine, aber perfekte Titanitkristalle sind vom Gebiet des Laacher Sees in der Eifel in Deutschland bekannt. In Italien fand man nahe San Marcel im Aosta-Tal die ersten rosafarbenen Greenovite. In Namibia wurden wunderschönen Kristalle in der Lagerstätte Khamb bei Khomas geborgen. Der größte in Madagaskar gefundene Titanitkristall maß 30 cm; er wurde im N der Insel in der Region Iharana (ehemals Vohémar) gefunden. Die Titanite von Androy erreichen Größen bis 15 cm.

In Myanmar (Burma) kommt Titanit alluvial in der Region von Mogok vor; desgleichen bei Mettür und Salem in Tamil Nadu in Indien. Die wohl weltweit besten Titanite kommen aus dem Tormiq-Tal bei Astor in Pakistan (s.a. > weltweit berühmte Vorkommen).

Im Gebiet von Eganville in Ontario in Canada wurden Titanitkristalle bis 40 kg Gewicht geborgen; einer der größten Kristalle misst 65 x 17 x 17 cm stammt vom Lake Clear im District Renfrew. (Vom Renfrew County in Ontario (Canada) stammt ein 12 x 5 cm großer Zwilling).

In den Lagerstätten Tilly Foster und Brewster in New York, USA, wurde schleifwürdiger Titanit gefördert; Titanit kam auch von Magnet Cove in Arkansas.

Aus den Pegmatitgruben Brasiliens, von den Lagerstätten Capelinha und Campos Boa in Minas Gerais, stammen Titanitkristalle bis 12x5 cm. In Nord-Mexiko, bei El Rodeo in Sinaloa und in der Lagerstätte Ojos Negros bei Huerta in Baja California wurden Titanitkristalle entdeckt. In der gleichen Region bei Piño Solo, nahe El Álamo und in San Quintin fand man smaragdgrüne Chrom-Titanite bis 16 cm, aus welchen Schmucksteine bis zu 16 ct geschliffen wurden.



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Titanit

Fundorte der schönsten Kristalle


Preziosen aus der Eifel

Wannenköpfe
Wannenköpfe

Ochtendung, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland; Aufnahme: 2004

Frank de Wit
Stbr. Caspar, Bellerberg
Stbr. Caspar, Bellerberg

Blick in den Stbr. Caspar, Bellerberg, Ettringen, Eifel, Deutschland, Okt 2006.

Manfred Früchtl

Titanitkristalle im Gebiet des Laacher See-Vulkangebietes im Herzen der Eifel wurden schon um 1800 beobachtet (RATH, G., 1862). Viele der Titanite sind farblich attraktiv, sie sind sowohl idiomorph als auch bizarr gewachsen, allesamt jedoch - mit Ausnahmen - im Mikrobereich und oft ohne ein Mikroskop nicht zu entdecken.

Die bekannten Titanitkristalle sind zwar winzig im Vergleich mit den Titaniten aus alpinen Klüften, jedoch nicht selten perfekt, mit guter Transparenz (wenngleich es auch trübe Kristalle gibt) und einer faszinierenden Farbpalette von blassgelb über cognacfarben bis zu rötlichgelb. Titanit kommt akzessorisch oder eingewachsen, manchmal auch in Hohlräumen, in Vulkaniten, Subvulkaniten und in silikatischen Metamorphiten vor.

Die Kristalle sind meist gestreckt; der Habitus ist prismatisch oder nadelig. Ganz einfache Kristalle bestehen nur aus den Prismen {110} und {111}.

Langprismatische Kristalle sind typisch für Vulkanite; rhomboederähnliche und flächenreiche Kristalle sind typisch für Subvulkanite und Metamorphite (Auswürflinge). Titanite in den Subvulkaniten und Metamorphiten sind meist etwas größer als in den sauren Vulkaniten. Nach {001} gestreckte Kristalle sind meist nach {100} verzwillingt. Die weitaus bestausgebildetsten Titanite kommen im Gebiet des Laacher Sees (Mendig und die Gleeser Felder (Subvulkanite), Wingertsberg (Tuff), In den Dellen, Krufter Ofen (Bims) vor. Die bestausgebildetsten Kristalle finden sich in sanidinreichen Auswürflingen (Subvulkanite, Metasomatite). Der Laacher See liegt im Zentrum eines geologisch jungen Vulkanfeldes mit insgesamt 200 Ausbruchstellen. Bei den letzten Ausbrüchen vor ca. 13.000 Jahren verteilte sich Bims in der gesamten Umgebung des Laacher Sees.

Schöne Titanitkristalle stammen auch vom Bellerberg bei Ettringen (gut erhaltener Schlackekegel mit sehr mineralreichen silikatischen Xenolithen), vom Nickenicher Sattel (Schlackenkegel mit Lavagängen), von den Wannenköpfen bei Ochtendung (Schlackenkegel mit Lavagängen, Hohlräume in Schlacken) und vom Riedener Kessel (Mächtige Tuffserien, Leucit-Phonolithe, mineralreiche subvulkanische Auswürflinge).


Titanit mit Pyroxen
Titanit mit Pyroxen

Größe: 2,15 mm, Fundort: In den Dellen (Bimsgrube Zieglowski), Mendig, Eifel, Deutschland

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Größe: 0,74 mm; Fundort: Ettringer Bellerberg, Ettringen, Eifel, Deutschland

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Bildbreite: 4 mm; Fundort Stbr. Caspar, Ettringer Bellerberg, Ettringen, Eifel

Stephan Wolfsried
Titanit
Titanit

Bildbreite: 3,5 mm; Fundort: In den Dellen (Bimsgrube Zieglowski), Mendig, Eifel, Deutschland

Fred Kruijen
Titanit auf Biotit
Titanit auf Biotit

Fundort: In den Dellen, Mendig, Laacher See, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland; Bildbreite: 2 mm

Fred Kruijen
Titanit
Titanit

Titanit X (1,1 mm lang); Fundort: Wannenköpfe bei Ochtendung

Fred Kruijen
Titanit
Titanit

Titanit X (0,7 mm lang); Fundort: Wannenköpfe bei Ochtendung

Fred Kruijen
Titanit
Titanit

Wannenköpfe, Ochtendung, Eifel;
Größe: 0,6 mm

Fred Kruijen
Titanit auf Amphibol
Titanit auf Amphibol

Wannenköpfe, Ochtendung, Eifel;
BB 20 mm

Fred Kruijen

Literatur zur Eifel

  • Baumgärtl, U. & Cruse, B. (2007). Die Mineralien der Vulkaneifel. Aufschluss, Jg.58, Nr.5/6, S.257-400.
  • Brauns, R., 1922; Die Mineralien der Niederrheinischen Vulkangebiete;
  • Hentschel, G., 1987; Die Mineralien der Eifelvulkane
  • Rath, G., 1862; Über den Titanit vom Laacher See. Ann. Phys. Chem. 155, 466-472

Schweiz

Tujetsch (Tavetsch)
Tujetsch (Tavetsch)

Tujetsch im bezirk Surselv in Graubünden, Schweiz

Paebi

Titanit ist ein häufiges und typisches Kluftmineral in Amphiboliten und Granodioriten, oft begleitet von Quarz, Albit (Periklin), Chlorit, Calcit, selten paragenetisch mit Rutil und/oder Anatas. Die größten gefundenen Kristalle sind etwa 10 cm groß und stammen aus Pegmatiten und metamorphen Gesteinen. Sehr schöne Titanite sind bekannt vom Gotthardmassiv; hier mit Periklin vom Lago della Sella im Tessin, aus Graubünden ausgezeichnete Kristalle von Tujetsch (Tavetsch) im Val Giuv, vom Val Maighels und vom Muota Naira (Val Nalps) sowie vom Oberen Medels und vom Drun Tobel N von Sedrun. Bei Gletsch nahe Goms wurden über 1000 lose, abgeplattete Zwillinge bis 10 cm aus Stollen in der südlichen Migmatitzone des Aarmassivs geborgen.(WEIBEL, M., et col.) Am Rimpfischwäng N des Findelngletschers bei Zermatt kamen braune Titanite bis 5 cm vor; ebensolche Kristalle gab es am Bortelhorn zwischen Simplonpass und Binn im Wallis sowie aus dem Binntal vom Kriegalptal und vom Ofenhorn. Schleifwürdige Titanitkristalle bis 5 cm wurden am Passo di Naret im obersten Maggiatal im Tessin gefunden. Desweiteren sind gute Titanite bekannt von Bellinzona im Tessin, aus dem Bergell in Graubünden und vom Gornergletscher SE von Zermatt.


Titanit
Titanit

Größe: 2,07 mm; Fundort: Wannenhorn, Fiesch, Goms, Wallis, Schweiz

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Größe: 2,16 mm; Fundort: Lucendrogletscher, Lucendrotal (Val Lucendro), St.-Gotthard-Massiv, Leventina, Bezirk, Tessin, Schweiz

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Ein historischer (vor über 100 Jahren gefundener) Titanitkristall von Tujetsch (Tavetsch), Grischun (Grisons; Graubünden);
Größe: 4,2x3,5 cm

Rob Lavinsky

Literatur zur Schweiz

  • Graeser, S., Oberholzer, W., Stalder, H-A., Gabriel, W., 1990; Die Mineralien der Schweiz
  • Jahn, S. & Bode, R., 2003; Tujetsch: Weltberühmte Mineralienregion in der Schweiz. Miner.-Welt, Jg.14, Nr.6, S.16-17.
  • Jahn, S. & Bode, R., 2004; Das Tujetsch - Mineralien und Fundstellen einer klassischen Strahler-Region in der Schweiz (1) Miner.-Welt, Jg.15, Nr.5, S.40-57.
  • Jahn, S. & Bode, R., 2005; Das Tujetsch - Mineralien und Fundstellen einer klassischen Strahler-Region in der Schweiz (2). Miner.-Welt, Jg.16, Nr.1, S.17-33.
  • Jahn, S. & Bode, R., 2005; Das Tujetsch - Mineralien und Fundstellen einer klassischen Strahler-Region in der Schweiz (3). Miner.-Welt, Jg.16, Nr.4, S.13-37.
  • Parker, R.L., 1954; dei Mineralfunde der Schweizeralpen.
  • Weibel, M. (1963). Die Mineralfunde im zentralen Aar- und Gotthard-Massiv. Aufschluss, Sonderb. 12, S.43-56.

Italien

Ahrntal
Ahrntal

Ahrntal in Südtirol

Klaus Foehl
Beura
Beura

Steinbruch im Beura-Cardezza Ossola-Tal, Verbano-Cusio-Ossola-Provinz, Piemonte, Italien

Domenico Preite

Titanit findet man in Italien sowohl in alpinogenen Vorkommen, wie auch in den vulkanogenen Vorkommen im Lazio sowie innerhalb des Monte Somma-Vesuv-Komplexes bei Neapel. Die nördlichsten Fundorte liegen in Südtirol, größtenteils im Zentralgneis; bekannt sind die Kristalle aus dem Ahrntal (italienisch Valle Aurina) . Sehr bekannt wurden auch Titanitkristalle aus der alten Mangan-Grube Praborna im Aostatal (Miniera di Prabornaz, Saint-Marcel, Valle d'Aosta, Italia), von wo u.a. die Mn-haltige Titanit-Varietät Greenovit stammt.

Aus den Gneiss-Steinbrüchen von Beura im Piemonte (Cave di Beura, Beura-Cardezza, Val d'Ossola, Verbano-Cusio-Ossola) wurden exzellente Titanite geborgen; die bekanntesten Fundorte waren die Steinbrüche Maddalena, Restellini und Zacra. Titanite aus pyroklastischen vulkanogenen Vorkommen sind die Tuffsteinbrüche bei Viterbo im Lazio, dem sogenannten Sabatini Vulkandistrikt.

Der Monte Somma ist ein bogenförmiger Vulkan im Somma-Vesuv-Komplex bei Neapel, welcher der Überrest eines Vulkankegels ist, der im Jahr 79 n. Chr. Pompeji und Ercolano zerstörte. (Der aktuelle aktive Vulkankegel ist der Vesuv). In den Tuff-Steinbrüchen des Monte Somma treten kleine, jedoch perfekt ausgebildete Titanitkristalle paragenetisch mit anderen Mineralen auf.


Mina Prabornaz im Aostatal
Mina Prabornaz im Aostatal

Prabornaz Mine (Praborna Mine), Saint-Marcel, Aosta-TAl, Italien

Rafa Munoz Alvarado
Viterbo
Viterbo

Steinbruch Latera in Viterbo, Latium, Italien.

Luigi Chiappino
Monte Somma
Monte Somma

Steinbruch San Vito, San Vito, Ercolano, Monte Somma, Somma-Vesuv- Komplex, Provinz Napoli, CAmpania, Italia

Imma Punzo
Titanit mit Byssolith
Titanit mit Byssolith

Valle Aurina (Ahrntal), Südtirol, Italien;
Größe: 9,26 mm

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Größe: 1,51 mm, Fundort: Steinbrüche Beura (Cave di Beura), Beura, Val d'Ossola, Verbano-Cusio-Ossola, Piemont (Piemonte), Italien

Matteo Chinellato
Titanit mit Ferrohornblende
Titanit mit Ferrohornblende

Größe: 1,51 mm; Fundort: Montenero, Onano, Viterbo, Latium, Italien

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Größe: 1,79 mm; Fundort: Rocca Predellara (Cava Tosca), Valle del Ceno, Varsi, Provinz Parma, Region Emilia-Romagna, Italia

Matteo Chinellato
Titanit mit aufgewachsenen Anatas-xx
Titanit mit aufgewachsenen Anatas-xx

Größe: 1,59 mm; Fundort: Val Formazza, Verbano-Cusio-Ossola, Piemont, Italien

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Kristallgröße: 1 mm, Fundort: Bassano Romano, Viterbo, Latium, Italien

Luigi Mattei
Titanit
Titanit

Größe: 1,41 mm; Fundort: Steinbruch San Vito, San Vito, Ercolano, Monte Somma, Somma-Vesuv-Komplex, Neapel, Kampanien

Matteo Chinellato
Titanit
Titanit

Valle Selva dei Molini (Mühlwald-Tal), Valle Aurina (Ahrntal);
Trentino-Alto Adige, Italien;
Größe: 6,94 mm

Matteo Chinellato

Literatur zu Italien

  • Albertini, C., & Parodi, G. C. (2007). Cosalite delle cave di gneiss di Beura e Villadossola (Verbano-Cusio-Ossola). Rivista Mineralogica Italiana, 31 (2), 108-110.
  • Besana, G., Cini, V., Mattioli, V., Preite, D. (1997): I Minerali di Beura e Villadossola (Verbania-Cusio-Ossola). Rivista Mineralogica Italiana, 21(2), 157-170.
  • Carloni, L., Signoretti, E. (2002): Le sanadiniti di Bassano Romano. Distretto Vulcanico Sabatino. Il Cercapietre. Not. del Gruppo Mineralogico Romano, 1-2: 28-36
  • Brown, P., Essene, E. J. & Peacor, D. R. (1978): The mineralogy and petrology of manganese-rich rocks from St. Marcel, Piedmont, Italy. Contrib. Mineral. Petrol. 67, 227-232.
  • Exel, R., 1980; Die Mineralien Tirols, Band 1, Athesia, Bozen.
  • Gramaccioli, C.M., 1975; Die Mineralien der Alpen.
  • Mair, V., Eschgfäller, M., Lorenz, D., 2009; Mineralienwelt Südtirol. Verlag Tappeiner, Lana.
  • Martin-Vernizzi, S. (1984) La mine de Praborna (Val d'Aoste, Italie: une série manganésifère métamorphisée dans le faciès éclogite. Thèse de doctorat, Université Pierre et Marie Curie, Paris, France.
  • Piccoli, G.C., Maletto, G., Bosio, P., Lombardo, B. (2007). Minerali del Piemonte e della Valle d'Aosta. Associazione Amici del Museo "F. Eusebio" Alba, Ed., Alba (Cuneo) 607 pp.
  • Russo, M., Punzo, I., (2004): I minerali del Somma-Vesuvio. AMI (Italian Micromineralogical Association), Ed., Cremona.
  • Stoppani, F.S., Curti, E. (1982): I Minerali del Lazio. Ed. Olimpia, Firenze, 154-158
  • Vanini, F. (2000): Beura e Villadossola: nuovi ritovamenti. Rivista Mineralogica Italiana, 2/2000, 123-124.
  • Wachtler, M., 2012; Das Ahrntal. Durch die wilden Alpen. Min.-Welt, Jg.23, H.6, S.81-112.

Österreich

Hollersbachtal
Hollersbachtal

Hollersbachtal im Pinzgau, Hohe Tauern, Salzburg, Österreich

Wikipedia User: Sönke Kraft aka Arnulf zu Linden

Die zahlreichen Titanit-Vorkommen der österreichischen Ostalpen wurden eingehend von WENINGER beschrieben und 1974 ergänzt. Das Mineral tritt weitverbreitet in alpinen Klüften auf und wird fast ständig von Calcit begleitet. Die Farbe der Titanite reicht von farblos über gelb bis zu olivgrün und dunkelbraun; Zwillinge und Drillinge sind nicht selten. Die Größe der Kristalle liegt durchschnittlich bei 1,5 cm. Es gab auch außergewöhnlich große Kristalle von 8, bzw. 12 cm von bester Qualität. Die Hauptfundgebiete liegen im Tiroler Zillertal (Schwarzenstein, Ochsenkof und Rotenkopf), im Stillupgrund, im Floiten- und im Krimmler Tal, am Söllnkar, am Großvenediger, Seebachkar, Kesselkar, an der Knappenwand, im Habachtal, Hollersbachtal, im Stubachtal, hervorragend im Felbertal, in der Rauris, Stubnerkogel, Timmeltal (Kleinitz); in Kärnten am Auernig, dem Hausberg von Mallnitz, sowie am Törlkopf, im Dössental und an der Saualm und vielen anderen, weniger bekannten Vorkommen. Zu den schönsten je gefundenen alpinen Titanitkristallen gehören die Funde im Amphibolit des Steinbruchs Schwemmhoislbruch auf der Koralm oberhalb von Deutschlandsberg in der Steiermark, wo im Jahr 1972 handtellergroße Titanite neben prächtigen Axiniten, Bergkristallen und Albiten geborgen wurden.


Titanit
Titanit (SNr: 2A)

Schwimmerstufe, mit chloritisiertem Adular; Größe: ca. 2,5 x 1,5 cm; Fundort: Oberreithgraben, Felbertal, Hohe Tauern, Österreich

Goldi85
Titanit mit Adular
Titanit mit Adular

Hollersbachtal, Hohe Tauern, Salzburg, Österreich

dendrocopos
Titanit
Titanit

Hollersbachtal, Hohe Tauern, Salzburg, Österreich

dendrocopos
Titanit mit Albit
Titanit mit Albit

Stubachtal, Eiskögele, Österreich

dendrocopos
Titanit, Apatit
Titanit, Apatit

Seebachtal, Mallnitz, Spittal an der Drau, Kärnten, Österreich. Größe der Titanitxx: bis 4 cm.

Rudolf Hasler
Titanit
Titanit

Törlkopf, Mallnitz, Spittal an der Drau, Kärnten, Österreich. Kantenlänge der Kristalle: bis 1,8 cm. Gefunden im Jahr 1981.

Rudolf Hasler
Titanit, Periklin
Titanit, Periklin

Törlkopf, Mallnitz, Spittal an der Drau, Kärnten, Österreich. Größe der Stufe: 14,5 x 9cm.

Rudolf Hasler
Titanit, Adular
Titanit, Adular

Amertal, Mittersill, Pinzgau, Salzburg, Österreich. Höhe: 2,5cm.

Rudolf Hasler
Titanit
Titanit

Titanit (Sphen) mit etwas Chlorit und Adular, Schiedergraben, Felbertal, Österreich, 22 x 18 x 8 mm

Embarak
Titanit, Periklin, Ilmenit
Titanit, Periklin, Ilmenit

Auernig, Mallnitz, Spittal an der Drau, Kärnten, Österreich. Größe der Titanitxx: bis 1,5 cm. Fund im November 2011.

Rudolf Hasler
Titanit
Titanit

Graukogel, Habachtal, Bramberg, Zell am See, Salzburg, Österreich. 6 cm.

Christian Hager
Titanit
Titanit

Radeckscharte Ankogelgruppe Mallnitz Kärnten Österreich. BB=5,5mm.

pilzpirat
Titanit
Titanit

Größe: 8,25 mm; Fundort: Schiedergraben, Felbertal, Hohe Tauern, Salzburg, Österreich

Matteo Chinellato
Titanit mit Albit und Chlorit
Titanit mit Albit und Chlorit

Gamsmutter, Habachtal, Österreich; 2,5cm breite Stufe

Sebastian
Titanit (Sphen) x
Titanit (Sphen) x

Fundort: Larmkogel, Habachtal, Salzburg, Österreich; Bildbreite: 15 mm; Eigenfund FW; Bestimmung: Optisch

Florian
Titanit
Titanit

Schwemmhäuslbruch, Koralpe, Deutschlandsberg, Steiermark, Österreich. Stufengröße: 5 x 4,5cm.

Rudolf Hasler

Literatur zu Österreich

  • Gramaccioli, C.M., 1975; Die Mineralien der Alpen.
  • Niedermayr, G. & Praetzel, I. (1995): Mineralien Kärntens.
  • Weninger, H., 1974; Die alpinen Kluftmineralien der österreichischen Ostalpen. 25. Sonderschrift, Aufschluss.

Grube Dodo im Sub-Polarural, Russland

Prepolar Ural
Prepolar Ural

Polarural, Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Chanty-Mansi Okrug), Tyumenskaya Oblast, Gora Neroyka (Gebirge)

Efras

Exzellente und große Titanite aus alpinotypen Klüften wurden in der auf Bergkristall abgebauten Lagerstätte und Grube Dodo beim Dorf und gleichnamigen Berg Neroika , 50 km S des Berges Narodnaja, bei Sarapaul im Prepolar-Ural gefunden. Die Lagerstätte wurde 1929 entdeckt und wird seit 1934 auf Piezoquarz und Bergkristall, der sich durch höchste Reinheit auszeichnet, abgebaut. Die Abbautiefe liegt derzeit bei ca. 250 Meter wobei die Mineralisation in tiefere Bereiche weiter vorhanden ist. Die Kristallstufen sind zum größten Teil an die Quarzbänder (etwa 800) und an die Störungs- und Verwerfungszonen gebunden, können aber auch eigenständige Mineralkörper bilden. Die Klüfte sind 1-40 m mächtig mit einem Inhalt von 5-50 t Bergkristall. Die Dodo-Titanite sind meist zimt-rosafarben bis honig-tabakbraun und gelblichbraun; sie können Größen bis ca. 12 cm erreichen.


Titanit
Titanit

Größe: 63x58 mm; Fundort: Dodo Mine, Neroyka-Gebirge, Tyumenskaya Oblast, Polarural, Ural, Russland

Kevin Downey
Titanit, Glimmer
Titanit, Glimmer

Größe: 49x44x28 mm; Fundort: Dodo Mine, Neroyka-Gebirge, Tyumenskaya Oblast, Polarural, Ural, Russland

Fabre Minerals
Titanit
Titanit

Größe: 66x41x13 mm; Fundort: Neroyka-Gebirge, Tyumenskaya Oblast', Polarural, Ural, Russland; Ex Wolfgang Henkel Sammlung

Dan Weinrich
Titanit
Titanit

Kristallgröße: 30 mm; Fundort: Dodo Mine, Neroyka-Gebirge, Tyumenskaya Oblast, Polarural, Ural, Russland

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Grube Dodo, Prepolar-Ural, Russland;
Größe: 4x3 cm

Haubi
Titanit
Titanit

Grube Dodo, Prepolar-Ural, Russland;
Größe: 4,7 x 3,6 cm

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Grube Dodo, Prepolar-Ural, Russland;
Größe: 2,7 x 1,6 cm

Dan Weinrich
Titanit
Titanit

Grube Dodo, Prpolar-Ural, Russland;
Größe: 7,7 x 3,9 cm

Dan Weinrich
Titanit
Titanit

Größe: 75x43 mm; Fundort: Dodo Mine, Neroyka-Gebirge, Tyumenskaya Oblast, Polarural, Ural, Russland

John Sobolewski

Literatur zu Dodo

  • Burlakov, E.V. (1999). The Dodo deposit, subpolar Urals, Russia. Mineral. Record. 30: 427-442.
  • Burlakov, J.V. (1995). Dodo: Alpine Klüfte im Polar-Ural. Lapis, Jg.20, Nr.3, S.13-35.

Imilchil in Marokko

Imilchil
Imilchil

Imilchil, Hoher Atlas, Marokko;
Vorkommen von Titanitkristallen mit Orthoklas in Episyeniten

Tom Spirifer

Imilchil im marokkanischen Hohen Atlas steht als Fundstellenregion für ein ausgedehntes Hochgebirgs-Sammelgebiet zwischen Tasraft-Anergui (ca. 30 km W-SW), Tassent (15 km NW), Anefgou-Tirrhist (17 km NE) und Tabenasz/Timarine (15 km E bis SE). Die umliegenden Gebirgszüge sind die Jebel Issoual (2.765 m) und Tamcharam mit dem Pass Tizi n'Issoual (2.863 m).

Die Geologie ist sehr komplex, da in jedem Massiv unterschiedliche Gesteinstypen. Generell grobkristalline, pyroxen-olivin-biotitreiche Dolerite, ophitische Gabbros (basische bis intermediäre Plutonite; permo-triassische Vulkanit-Massive), innerhalb der Massive intrudierte jurassische Kalksteine und Mergel. Innerhalb der Diorite und Gabbros spätmagmatische leukokrate und hololeukokrate Episyenite mit frei kristallisiertem Epidot, Apatit, Orthoklas, Titanit, Grossular und Andradit, Arfvedsonit, Aktinolith, Rutil und Magnetit. Zwischen den Gabbros und den Kalksteinen Skarn-Kontaktzonen.

Titanit kommt in bis zu 2 cm großen Prismen, oft als Zwillinge auf und mit ausgezeichnet kristallisiertem beigefarbenem Orthoklas vor. Von einigen früheren Funden stammen flaschenglasgrüne bis hellgrüne Kristalle; die meisten der gefundenen Kristalle sind jedoch tabakbraun bis cognacfarben.


Titanit
Titanit

Imilchil, Hoher Atlas, Marokko;
Größe: 3 x 2,8 cm

Fabre Minerals
Titanit auf Orthoklas
Titanit auf Orthoklas

Imilchil, Hoher Atlas, Marokko; 3,2 x 2,5 cm

Fabre Minerals
Titanit
Titanit

Titanit auf Orthoklas; Kristall ca. 8 mm Fundort: Imilchil, Hoher Atlas, Marokko

Carlos Pareja

Literatur zu Imilchil

  • Jahn, S., Bode, R., Lyckberg, P., Medenbach, O., Lierl, H.J., 2004; Marokko-Land der schönen Mineralien und Fossilien. Bode-Verlag

Pakistan

Haramosh
Haramosh

Haramosh (7.409 m) mit Malupitng und Laila Peaks im Karakorum-Gebirge, Region Gilgit-Baltistan, Pakistan

Dalecottam

Die internationalen Kennern zufolge weltbesten und schönsten Titanite kommen aus dem Tormiq-Tal im Distrikt Shigar in den NWT in Pakistan. Die oft als Schwimmer ausgebildeten gelblich-grünen Kristalle ähneln den klassischen Titaniten aus dem österreichischen Felbertal, werden bis zu 7 cm lang und sind oft mit Chlorit besprenkelt. Einigre Titanite kommen zusammen mit Calcit, Albit und mit Bergkristall vor. Andere wiederum treten paragenetisch mit metallisch-rotem Rutil und Albit auf; ähnlich wie die (allerdings weniger spektakulären) Titanite aus dem Südtiroler Pfitschtal. Das Tormiq-Tal liegt parallel zum Shigar-Tal und verläuft SE bis NE entlang der Westseite der Haramosh-Gebirgskette (siehe nebenstehendes Bild). Die Berge bestehen größtenteils aus Gesteinen der unteren Amphibolit-Fazies mit alpinen Kluftsystemen. Aufgrund des extensiven Vorkommens von Epidot kann man das Tormiqtal mit dem Untersulzbachtal, resp. der Knappenwand vergleichen. Die Epidotaggregate bilden manchmal Brücken innerhalb der alpinen Klüfte, welche wiederum tw. integriert die Titanitkristalle enthalten.

Farblich schöne cognacfarbene bis rosa Titanite stammen von Mulla Ghori, Khyber Agency aus den föderativ verwalteten Stammesgebieten (Federally Administered Tribal Areas (FATA). Im Jahr 2010 gelangen Neufunde abgeflachter grünlichgrauer Titanitkristalle bis 2,5 cm in Kharan, Balochistan (Baluchistan).


Titanit, Albit
Titanit, Albit

Tormiq-Tal, Haramosh-Gebirge, Gilgit District, Nordgebiete, Pakistan. Größe des Titanitzwillings: 1,8 cm. Scharfkantiger Titanitzwilling in Edelsteinqualität.

Rudolf Hasler
Titanit
Titanit

Größe: 47x38x22 mm; Fundort: Tormiq-Tal, Haramosh-Gebirge, Gilgit District, Nordgebiete, Pakistan

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Größe: 32x15x08 mm; Fundort: Tormiq-Tal, Haramosh-Gebirge, Gilgit District, Nordgebiete, Pakistan

Joe Freilich
Titanit
Titanit

Mulla Ghori, Khyber Agency, Federally Administered Tribal Areas (FATA), Pakistan
Größe: 2,2 x 2,2 cm

Mark Wrigley
Titanit
Titanit

Mulla Ghori, Khyber Agency, Federally Administered Tribal Areas (FATA), Pakistan
Größe: 9,4 x 6 cm

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Titanit mit eingeschlossenem Byssolith;
Alchuri (Alchori; Aschudi), Shigar Valley, Skardu District, Baltistan, Gilgit-Baltistan (Northern Areas), Pakistan;
Größe: 3,3x2,3 cm

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Mulla Ghori, Khyber Agency, Federally Administered Tribal Areas (FATA), Pakistan
Größe: 4,4 x 4,2 cm

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Hahnenkammförmiger Titanit mit Epidot;
Alchuri (Alchori; Aschudi), Shigar Valley, Skardu District, Baltistan, Gilgit-Baltistan (Northern Areas), Pakistan;
Größe: 5,5 x 2,9 cm

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit


Alchuri (Alchori; Aschudi), Shigar Valley, Skardu District, Baltistan, Gilgit-Baltistan (Northern Areas), Pakistan;
Größe: 3,3 x 2,3 cm

Rob Lavinsky

Literatur zu Pakistan

  • Blauwet, D., Smith, B., Smith, C., 1997; A Guide to the Mineral Localities of the Northern Areas, Pakistan. Mineralogical Record 28(3), 183-200.
  • Hammer, V.M.F., Werth, A., 2004; Pakistan's alpine clefts: Rivaling the classic Alps. in Pakistan: Minerals, Mountains and Majesty, Lapis International; LLC (USA), 72-77

Ontario in Canada

Renfrew County
Renfrew County

Bonnechere River bei Eganville, Renfrew County, Ontario, Canada

Earl Andrew

Der zentrale metasedimentäre der geologischen Grenville-Provinz in SE-Canada ist berühmt für große und gut ausgebildete Apatite, Amphibole, Zirkone und Titanite. Die bekanntesten Titanitvorkommen liegen in den Landkreisen Renfrew und Haliburton im SE von Ontario sowie bei Litchfield in Quebec. Im County Renfrew zu erwähnen sind die Vorkommen auf der Miller Property nahe des Lake Clear in der Bonnechere Valley Township (ehemals die Dörfer Eganville und die bisherigen Townships Grattan, Sebastopol und South Algona). Hier sind die zumeist rotbraunen bis blutrotbraunen Titanite in tw. erodierten Calcitgängen eingebettet und werden meist von Feldspatkristallen und von Apatitkristallen bis weit über 10 cm Länge begleitet. Noch vor wenige Jahren konnten Sammler in nur enigen Besuchen mehrere hundert Titanitkristalle bergen. Weitere naheliegende Funde konnten in Calcitgängen nahe des Lake Clear in der Smart mine, der Meany mine und in der Lost mine (auch große Apatite) gemacht werden.

Ein etwas älterer, aber ebenfalls berühmter Fundort für große und gut ausgebildete Titanite ist die Turner's Island mine am Lake Clear. Hier wurden Titanitkristalle bis über 30 cm und bis über 20 kg schwer neben ebenfalls ca. 30 cm großen Zirkonen und riesigen Apatiten gefunden.

Etwas weiter nordöstlich von Renfrew liegt der Haliburton County. In der Millar's mine bei Tory Hill, Monmouth Township schneiden Calcitgänge durch Schriftgranit-Pegmatite. Die "Mine" wurde um 1900 als Probeschurf zur Suche nach Phospahten und radioaktiven Erzen angelegt und besteht im wesentlichen aus zwei Schürfgräben. Entlang des Haliburton Highway 507, südlich von Gooderham, gibt es eine Serie von Straßenaufschlüssen sowie zahlreiche Steinbrüche mit unterschiedlicher Mineralisation; darunter auch Titanitkristalle in bester Ausbildung. Von großem sammlerischem Interesse sind die Bear Lake Diggings, ebenfalls bei Gooderham, in welchen große Titanite und Apatite zusammen mit ebenfalls großen Kristallen verschiedener Amphibole und Pyroxene in Calcitgängen vorkommen.


Titanit in Feldspat
Titanit in Feldspat

Eganville, Ontario;
Größe: 4x7cm

David K. Joyce
Titanit in Feldspat
Titanit in Feldspat

Miller Property, Eganville, Ontario;
Größe: 5,2 x 4,1 cm

David K. Joyce
Titanit
Titanit

Bear Lake diggings (Gibson Road Western occurrence), Gooderham, Monmouth Township, Haliburton Co., Ontario, Canada;
Größe: 2 x 1,5cm

Maggie Wilson
Titanit
Titanit

Smart Mine, Lake Clear, Bonnechere Valley Township (formerly the Village of Eganville and the former Townships of Grattan; Sebastopol and South Algona), Renfrew Co., Ontario, Canada;
Größe: 18x...

David K. Joyce
Titanit
Titanit

Bear Lake diggings (Gibson Road Western occurrence), Gooderham, Monmouth Township, Haliburton Co., Ontario, Canada;
Größe: 5 x 4,8 cm

David K. Joyce
Titanit
Titanit

Millar's Mine, Tory Hill, Monmouth Township, Haliburton Co., Ontario, Canada;
Größe: 2,5 cm

Kelly Nash
Titanit
Titanit

Bear Lake diggings (Gibson Road Western occurrence), Gooderham, Monmouth Township, Haliburton Co., Ontario, Canada;
Größe: 2,6 x 2,6 cm

David K. Joyce
Titanit
Titanit

Renfrew County, Ontario;
Größe: 5,2 x 4,4 cm

Rob Lavinsky

Literatur zu Ontario

  • Geological Survey of Canada, Misc. Report 39. Page 70, Cardiff Uranium Mine.
  • Sabina, A. P. 1963, Rock and Mineral Collecting in Canada Ontario and Quebec, Volume II, Misc. Report 8, Geological Survey of Canada, Page 132
  • Steacy, H.R., Rose, E. R., Moyd, L. & Hogarth, D.D. ,1982; Some classic Mineral Localities of Southeastern Ontario. Mineralogical Record 13: 197-203
  • Wolf, R.R. 1993. An inventory of inactive quarries in the Paleozoic limestone and dolostone strata of Ontario; Ontario Geological Survey, Open File Report 5863,272p.

Capelinha, Minas Gerais in Brasilien

Fluss Jequitinhonha
Fluss Jequitinhonha

Fluss und Mesoregion Jequitinhonha, Minas Gerais, Brasilien

Chico

Capelinha ist eine Stadt im Norden des Bundesstaates Minas Gerais in Brasilien und liegt auf 1100 m zwischen den Flüssen Itamarandiba und Fanado, welche beide nördlich in den Fluss Jequitinhonha münden. Die etwas volkstümlichere Beschreibung lautet "Capelinha im Jequitinhonha-Tal".

Einer der wesentlichen Wirtschaftszweige ist der Abbau von Edelsteinen in tausenden von Pegmatiten; davon am bekanntesten die Gruben Capelinha, Campo do Boa und Fazenda Rubin Pimenta, welche sowohl übertage als auch untertage abgebaut werden. Die wichtigsten gefundenen Minerale sind Topas, Turmalin (Elbait), Beryll und Titanit. Beim Freilegen der Pegmatite fallen große Mengen Schiefer an, welche u.a. sehr goße und gut ausgebilete Kyanitkristalle enthalten.

Vor der Entdeckung der großartigen Titanite im pakistanischen Karakorum galten Titanite aus der Mina Campo do Boa als die besten jemals auf der Welt gefundenen Kristalle mit hohem ästhetischem Anspruch und klarer Geometrie.


Titanite
Titanite

Fine quality yellowish-green, twinned titanite crystals on matrix, from Capelinha, Jequitinhonha Valley, Minas Gerais, Brazil. (Ex Lloyd Tate collection); Size 54 x 40 x 33 mm

pegmatite
Titanit
Titanit

Capelinha, Jequitinhonha-Tal, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 6,3 x 6 cm;
Ex coll. Dr. Miguel Romero

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Capelinha, Jequitinhonha-Tal, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 7,5 x 5,2 cm;
Zwilling3e

Dan Weinrich
Titanit
Titanit

Capelinha, Jequitinhonha-Tal, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 3,5 x 2,9 cm

Rob Lavinsky
Titanit
Titanit

Capelinha, Jequitinhonha-Tal, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 2,8 x 2,8 cm

Dan Weinrich
Titanit auf Mikroklin
Titanit auf Mikroklin

Capelinha, Jequitinhonha-Tal, Minas Gerais, Brasilien;
Größe: 7,8 x 3,5 cm;
Oldtimer; Preis US$ 5.500.-

Dan Weinrich

Literatur zu Minas Gerais

  • Abreu, S.F. de; 1965; Recursos minerais do Brasil; Minerais nao metalicos. Instit. Bras. Geogr. e Estatistica, Conselh. Nacional de Geogr.; Publ. # 20
  • Bassett, A.M., 1967; Understanding brazilain geology helps; Lapidary Journal : 21, 306-311
  • Calmbach, W.F., 1938; Handbuch brasilianischer Edelsteine und ihrer Vorkommen. N. Medawar, Rio de Janeiro
  • Freyberg, B.V., 1932; Ergebnisse mineralogischer Forschungen in Minas Geraes. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Sonderband II, 403 pp. (in German)
  • Freyberg, B.V., 1934; Die Bodenschätze des Staates Minas Gerais; Schweizerbarth Stuttgart
  • Proctor, K., 1984; Gem pegmatites of Minas Gerais, Brazil: exploration, occurrence, and aquamarine deposits. Gems and Gemology, 20(2), 78-100.


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Titanit

Literatur

  • Deer, W.A., R.A. Howie, and J. Zussman (1982) Rock-forming minerals,2. Ausg. , v. 1 A, Orthosilicates, 443-466.
  • Oberti, R., D.C. Smith, G. Rossi, and F. Caucia q(1991) The crystal-chemistry of high-aluminum titanites. Eur. J. Mineral., 3, 777-792.
  • Ribbe, P.H. (1980) Titanite (sphene). Ch. 6 in Orthosilicates, (P.H. Ribbe, ed.), Reviews in Mineralogy, 5, 137-154.
  • Sahama, Th.G. (1946) On the chemistry of the mineral titanite. C. R. Soc. Geol. Finlande, 19 (138), 88-120.
  • Zachariasen, W.H. (1930) The crystal structure of titanite. Zeit. Krist., 73, 7-16.


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