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Topas


Pyknit
Pyknit

Eine stengelige Varietät von Topas von Altenberg, Erzgebirge; Größe: 16x10cm

zinnwald

Pyknit von Altenberg und von Zinnwald / Cinovec

Pyknit, dem Topas ähnliches Mineral, erscheint in strohgelben, gelblich-röthlich- od. graulichweißen, langen, zu Büscheln u. Bündeln verwachsenen Stängeln; findet sich auf den Zinnerzlagerstätten bei Altenberg u. Zinnwald in Sachsen u. im Magneteisen am Berge Cerro Mercado bei Durango in Mexico. (Pierer’s Universallexikon, 1857-1865)

Altenberg

Im Osterzgebirge ist ein ausgedehntes, NNW-SSE streichendes Bruchspaltensystem entwickelt, durch das verschiedene Porphyre und Granite aufgestiegen sind. In die Caldera von Teplitz-Dippoldiswalde intrudierte ein Monzogranit, der metasomatisch überprägt wurde. Es bildeten sich die zwei Greisentypen Topas-Glimmer-Greisen und Quarz-Topas-Greisen. Der Greisenkörper ist zwischen 40 m und 240 m Tiefe vererzt. Der jüngere Albitgranit ist erzfrei. Die im Oberkarbon nacheinander vulkanisch und subvulkanisch aufgedrungenen Quarzporphyre (Teplitzer Rhyolith) und Granitporphyre (Altenberger Granitporphyr) bilden jetzt den unmittelbaren Rahmen der Lagerstätte. Den oberkarbonischen Eruptionen folgte ein dreiphasiger, intrusiver Zyklus mit der Bildung zahlreicher meist kleiner Granitstöcke. Die heißen Lösungen kühlten beim Eindringen in die Klüfte ab, so daß sich dort ihre mitgeführte Mineralfracht absetzen konnte. Das wichtigste dabei abgelagerte Mineral ist Cassiterit, das im gesamten oberen Teil des Außengranites verteilt wurde. Zinn war der erste und wichtigste Rohstoff, dem der Altenberger Bergbau galt. Später kam die Nutzung von Wolfram, Molybdän und Wismut dazu.

Mineralogisch interessant war die Bildung eines Stockscheider-Pegmatits, einer bis zu 12 m mächtigen Kappe über dem 100 bis 200 m in den Diagonalen messenden Innengranites. Dieser Stockscheider bestand aus einem maximal 1 m mächtigen Feldspatpegmatit im Hangenden und der darunter liegenden Pyknitzone mit den weltbekannten, stengeligen Topasen und dezimetergroßen Kappenquarzen. Die Pyknitzone war durch Strecken der Teilsohle 3 aufgeschlossen, ist aber 1988 dem fortschreitenden Abbau zum Opfer gefallen. Rechtzeitig vor dem Heranrücken der Verbruchfront wurden aber noch große Mengen Pyknit geborgen und später verkauft, so daß sehr viele schöne Stücke dieses einzigartigen Vorkommens den Weg in die Sammlungen fanden. Topas trat im Zwitterstock als Teil des Greisens gesteinsbildend, vereinzelt aber auch in klaren, freistehenden Kristallen auf. Berühmt geworden ist Altenberg jedoch für seinen Pyknit, stengelige Topaskristalle bis 30 cm Länge, die sich im Stockscheiderpegmatit über dem Innengranit gebildet hatten. Wobei Pyknit genau genommen eigentlich die Bezeichnung des Gesteins aus Topas, Glimmer und Quarz ist. Die stengeligen Topaskristalle sind meist von schöner, weingelber Farbe und in regelmäßigen Abständen von ca. 3 cm durch Einlagerungen von Quarz und Glimmer quergeteilt.



Trotz einer, den anderen klassischen Bergrevieren des Erzgebirges in Dauer und Umfang durchaus ebenbürtigen Bergbauhistorie, erreichten die Minerale aus dem Altenberger Zwitterstock (mit Ausnahme des Pyknits) nie eine vergleichbare Verbreitung. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe und zwar sowohl geologische als auch technische.

Die Lagerstätte entstand im wesentlichen durch pneumatolytische Vererzung (mit lediglich untergeordneten hydrothermalen Nachphasen) und war deshalb kompakt, drusenarm und gekennzeichnet von Mineralaggregaten im Millimeterbereich. Vorkommen von Mineralien in einer sammelfähigen Größe waren auf einige wenige Lagerstättenbereiche beschränkt. Die geborgenen Minerale blieben Raritäten und kamen in Größe und Qualität nicht an die Stufen aus dem Freiberger oder Ehrenfriedersdorfer Revier heran.

Die Gewinnung erfolgte ausschließlich durch Abzug der Bruchmassen aus der Pinge. Frisches Haufwerk gab es lediglich bei Streckenauffahrungen, die aber aufgrund der gewählten Aus- und Vorrichtungsvariante hauptsächlich im nicht vererzten Nebengestein erfolgten, bzw. beim Sprengen von zu großen Einzelbrocken in den Ladeorten. Neuauffahrungen und Sprengungen von Einzelblöcken waren die Hauptquellen für Altenberger Minerale.

Wie bereits erwähnt, bildet der Pyknit eine Ausnahme. Er war rechtzeitig vor dem Herannahen der Verbruchfront ganz gezielt abgebaut worden. Bis zu seinem schrittweisen Verkauf wurde er untertage in einem ehemaligen Sprengmittellager zwischengelagert, das man als gut gefüllt bezeichnen konnte.
(Quelle: Holger LANDER; Mineralienatlas)

Altenberger Pinge mit dem Geisingberg rechts im Hintergrund
Altenberger Pinge mit dem Geisingberg rechts im Hintergrund

Ansicht der Altenberger Pinge am 29.04.2007

hoe

Pyknit
Pyknit

Pyknit, Altenberg

dendrocopos
Pyknit (Topas)
Pyknit (Topas)

Pyknit (Topas); Stengeltopas; Größe der Stufe: 5 cm x 4,4 cm x 3,5 cm; Fundort: Altenberg im Erzgebirge, Sachsen, Deutschland

Fear
Pyknit
Pyknit

Etwa 10 cm breites Handstück mit typischen gelben Pyknit-Stengeln von Altenberg, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland. Mit historischem Etikett um 1850.

raritätenjäger

Zinnwald /Cinovec

Die Lagerstätte Zinnwald ist grenzübergreifend nach Tschechien, wobei nur ca. 1/4 auf den deutschen Teil kommt. Die Geologie der Lagerstätte Zinnwald war eng an die Intrusion des Granitplutons ( s. o. > Altenberg) gebunden, dessen obere Bereiche intensive postmagmatische und metasomatische Umwandlungen, hauptsächlich Albitisierung, Vergreisenung und Sericitisierung erfuhr.

Zinnwald-Georgenfeld ist ein unmittelbar an der deutsch-tschechischen Grenze gelegener Ortsteil der Stadt Altenberg im Erzgebirge. Cinovec (tschechisch früher Cinvald, deutsch Böhmisch Zinnwald) ist ein Ortsteil der Stadt Dubí in Tschechien. Es grenzt an Zinnwald

Die Gemeinde Zinnwald entstand aus der Zusammenlegung von mehreren bergmännischen Siedlungen, wobei unmittelbar auf tschechischer Seite der zur Stadt Eichwald (Dubí) gehörende Ortsteil Cínovec (Böhmisch Zinnwald) liegt.

Der genaue Zeitpunkt der Gründung von „Cynwald“ ist unbekannt. In einer Chronik der Meissner Markgrafen soll als Gründungsjahr 1134 genannt sein. Auf der Suche nach weiteren Zinnvorkommen drangen Bergleute von Graupen in den Zinnwälder Raum vor. Das gesamte Gelände nordwestlich der Stadt Graupen bis Moldava hieß ursprünglich der „Zinnwald“. Der Zinnwalder Zinnerzbergbau ist eine ausgewählte Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.


Literatur

  • Jahn, S. (2002). Weltberühmer Mineralienfundort: Zinnwald/Cinovec im sächs.-böhm. Erzgebirge, Sachsen. Min.-Welt 5, 16-35.
  • Paulis, P., Haake, R., Jansa, J., Novak, F. und Jahn, S. (2003). Die Mineralien der Verwitterungszone der Lagerstätte Cinovec (Zinnwald). Min.-Welt 2, 16-29.
  • Monecke, T., Dulski, P., Kempe, U. (2007). Origin of convex tetrads in rare earth element patterns of hydrothermally altered siliceous igneous rocks from the Zinnwald Sn–W deposit, Germany; Geochim. Cosmochim. Acta 71, 335–53

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