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Wulfenit

Inhaltsverzeichnis

Englisch: Wulfenite; Französisch: Wulfenite; Spanisch: Wulfenita



Geschichte

Wulfenit
Wulfenit

Rowley Mine, Theba, Maricopa County Arizona, USA

Dan Weinrich
Wulfenit
Wulfenit

Wulfenit von der Mina Erupción (Ahumada) Los Lamentos, Chihuahua, Mexico Größe: 2,8 x 2,5 cm

Dan Weinrich

Wulfenit
Wulfenit

Franz Freiherr von Wulfen (1728-1805) Zeitgenössisches Bild

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Wulfenit
Wulfenit

Grube Stefanie, Bad Bleiberg, Villach, Kärnten, Österreich. KL. der xx: bis 1,4cm. Zonar gefärbte Wulfenitkristalle von der Herbertschachtscholle am 13. Lauf der Grube Stefanie.

Rudolf Hasler

Das Mineral Wulfenit wurde - so die allgemein verbreitete Version bzw. der allgemein verbreitete Irrtum - Ende des 18. Jh. vom österreichischen Jesuiten (Abbé), Botaniker und Mineralogen Franz Freiherr von Wulfen entdeckt und von ihm in seiner berühmten "Abhandlung vom Kärnthnerischen Bleyspathe" im Jahr 1785 beschrieben und gezeichnet, obwohl es bereits 1772 eine Veröffentlichung des Siebenbürgener Mineralogen und Geologen Ignaz von Born gab, mit dem Titel: "Plumbum spatosum flavo-rubrum pellucidum" (von Annaberg in Niederösterreich). Von Wulfen selbst zitierte den berühmten Bergrat Scopoli, welcher in seiner "Einleitung zur Kenntnis der Fossilien" den kärntherischen Bleyspat als " ungestaltete, ockergelblichte, versteinerte Bleyerde, welche im Zentner 27 bis 30 Pfund Blei enthält " beschrieb.

Von Wulfen verfügte über ein weit gefächertes naturwissenschaftliches Wissen und besaß eine umfangreiche Mineraliensammlung, u.a. mit "Kärnthner Bleyspathstufen" vom Bleiberg. Der größte Teil der Sammlung von Wulfens wurde 1797 von der französischen Besatzung geraubt.

Der Kärntner Bleispat wurde 1794 von dem deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth analysiert, wobei er nachwies, dass es sich um eine Molybdänverbindung handelt. Elementares Molybdän wurde bereits 1782 durch Peter Jacob Hjelm durch Reduktion von Molybdäntrioxid dargestellt.

Das Mineral wurde 1845 vom österreichischen Geologen und Mineralogen Wilhelm Ritter von Haidinger zu Ehren des Freiherrn von Wulfen als Wulfenit benannt. Der Name Gelbbleierz, aufgrund der typisch gelben Farbe des Minerals, stammt von A.G. Werner (1789).



Charakteristika

Wulfenit ist Bleimolybdat Pb(MoO4) und gehört zur Scheelit-Gruppe (Strunz 7.GA.05). Nicht selten sind Beimengungen von CaO, CuO, MgO, WO3, seltener Cr2O3 und V2O5 vorhanden.

Wulfenit hat gewöhnlich eine honiggelbe, wachsgelbe oder hellgelbe Farbe. Weniger häufig gelblich-orange, rot-orange, hellrot, grau, grauweiß, olivgrün, rötlichbraun, braun und schwarz. Sehr selten sind hell- bis tiefblaue Kristalle (s.a. > Namibia/Tsumeb). Er ist transparent bis opak. Die Härte beträgt 2,75 bis 3,0, die Dichte 6,5 bis 7,5, der Strich ist weiß. Harz-, Glas- bis Diamantglanz, muscheliger Bruch. Wulfenit ist nach {101} deutlich und nach {001} und {103} undeutlich spaltbar. Manche Kristalle sind schwach pleochroitisch (orange bis gelb), einige Individuen sind piezoelektrisch. Wulfenit ist weder radioaktiv noch toxisch.



Kristalle und Aggregate

Wulfenit
Wulfenit

Flach-Dünntafelig nach {001} Mina San Francisco, Magdalena, Sonora, Mexiko

Rob Lavinsky
Wulfenit
Wulfenit

Dicktafelig nach {001} Los Lamentos, Chihuahua, Mexiko

Rob Lavinsky

Die Kristallklasse des Wulfenit ist tetragonal-bipyramidal (4/m). Er kommt typisch in viereckigen, dünnen, auf {001} tafeligen Kristallen mit flachen oder gerundeten vizinalen Flächen, als Pinakoid mit abschließenden pyramidenförmigen Oberflächen sowie langgestreckt nach {001} oder bipyramidal nach {101} vor. Teilweise dominieren die Bipyramiden. Seltener tritt er in Form von Kombinationen stumpfer oder spitzer Bipyramiden, sehr selten in Form kurzer Prismen und pseudokubisch auf.

Nicht ungewöhnlich sind auch andere Formen, wie Bipyramiden erster Stellung {h0l} oder dritter Stellung {hkl}, wobei manche Kristalle hemiedrisch ausgebildet sind (in manchen Publikationen auch als hemimorph bezeichnet). Wulfenit ist aufgrund seiner Symmetrie ein Rätsel. Die Ergebnisse verschiedener Symmetrieuntersuchungen sind widersprüchlich, was ungewöhnlich ist. Er hat entweder eine Symmetrie von 4 oder 4/m. Dieser Unterschied ist die unterschiedlich aufgefasste Existenz einer Spiegelfläche senkrecht zu den vier Achsen. Wenn die Spiegelfläche existiert, dann sollte der Kristall eine Spitze haben, welche ein Spiegelbild des Bodens ist. Jedoch zeigen dies nicht alle Kristalle eindeutig. Die unteren Pyramidenflächen neigen sich in einem anderen Winkel als die oberen Pyramidenflächen. Dies demonstriert die Symmetrie von 4. Andere Untersuchungen zeigen jedoch die Symmetrie 4/m. Als Ursache der Hemiedrie des Wulfenits wird die unterschiedliche Verteilung von Mo/W im Gitter angenommen (s.u. > Literatur).

Bei den hemiedrischen Wulfeniten sind Zwillinge (Kontaktzwillinge) nach {001} bekannt. Wenn einspringende Winkel fehlen sind diese nicht zu unterscheiden von tetragonal-bipyramidalen Kristallen. Wulfenit bildet Pseudomorphosen nach Galenit, Cerussit, Calcit, Pyromorphit und Mimetesit.

Derbe, dichte kristalline Aggregate und Krusten sind verhältnismäßig selten.



Wulfenit
Wulfenit

Pseudokubisch nach {001} und ein tetragonales Prisma Los Lamentos, Chihuahua, Mexiko

Fabre Minerals

Wulfenit
Wulfenit

Steile Bipyramide; Fundort: Hopffeldboden, Obersulzbachtal, Hohe Tauern, Salzburg, Österreich; Bildbreite: 4 mm

loismin

Wulfenit
Wulfenit

Tetragonale stumpfe Pyramide mit Basis auf Kupfer Tetragonal-pyramidale Hemiedrie Tsumeb, Otavi-Bergland, Namibia

Jasun McAvoy

Wulfenit
Wulfenit

Tetragonale spitze Bipyramide Mina Aurora, Cuchillo Parado, Municipio de Coyame Chihuahua, Mexiko

Peter Haas

Wulfenit
Wulfenit

Prismatischer Kristall, Kombination aus Prismen {100} und {110}, mit einer Bipyramide und dem Basispinakoid als Endflächen. Red Cloud Mine, Yuma County, Arizona, USA

Dominik Schläfli

Wulfenit
Wulfenit

Modifizierter Kristall aus verschiedenen flachen Bipyramiden und gerundeten vizinalen Kanten Tsumeb, Otavi-Bergland, Namibia

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Wulfenit-Prisma mit einfachem Pinakoid Kristallgröße 0,5 cm Tsumeb, Otavi-Bergland, Namibia

John Veevaert

Wulfenit
Wulfenit

Seltene, tiefdunkelblaue Wolfram-reiche Varietät Chillagit Tsumeb, Otavi Bergland, Namibia

John Veevaert

Wulfenit
Wulfenit

Tafelig nach {001} kombiniert mit einer Bipyramide Red Cloud Mine, Yuma County, Arizona

Dan Weinrich



Die größten Kristalle

Der größte Wulfenit-Kristall, Teil einer Druse mit dünnen, miteinander verwachsenen Kristallen bis 60 cm, wurde 1977 in Tsumeb, Namibia gefunden und hatte einen Durchmesser von 61 cm. Er war jedoch so fein und zerbrechlich, dass er nicht geborgen werden konnte. Kristalle aus dieser Druse werden im Amerikanischen Museum sowie im National Museum of Natural Sciences in Ottawa (Canada) aufbewahrt. Andere "Riesenkristalle" mit Kantenlängen bis 10,2 cm stammen aus der Glove (Sunrise) Mine, Tyndall Distrikt, Santa Cruz County in Arizona (gelbe, dünntafelige Kristalle, teilweise mit Descloizit bedeckt, aufbewahrt in der Roebling Collection in der Smithsonian Institution, Washington D.C.) sowie von M'Fouati im Kongo, welche Größen von 5 - 10 cm erreichen (u.a. als bis zu faustgroß beschrieben; aufbewahrt in der Ecole Nationale Superieure des Mines in Paris). Weitere Vorkommen großer Wulfenit-Kristalle stammen aus Arizona: Hilltop Mine (12 cm), Glove Mine (11 cm), Mammoth-St.Anthony Mine (8 cm), Defiance Mine (7 cm).

Literatur

  • Guillemin,C., 1972; En visitant les grandes collections minéralogiques mondiales. Bur. Rech. Geol. et Min., Paris
  • Hibbs,D.E., Jury,C.M., Leverett,P., Plimer,I.R., Williams,P.A., 2000; An explanation for the origin of hemiedrism in wulfenite; the single crystal structures of 1/a and Iota 4tungstenian wulfenites; Min.Magaz.:64,6, 1057-1062
  • Key,C.L.,1977; The best of Tsumeb; Min.Record:8,3,48-50
  • Sinkankas,J., 1964; Mineralogy for amateurs



Erkennungsmerkmale

Für Wulfenit sind die typische honiggelbe Farbe, der Diamantglanz, die tafelige Form der Kristalle, die hohe Dichte und die Paragenese mit anderen Bleimineralien in der Oxidationszone charakteristisch. Er schmilzt vor dem Lötrohr. Mit Soda auf Kohle ergibt sich ein Bleikorn; mit der Phosphorsalzperle entsteht in der Oxidationsflamme ein dunkelgrünes Glas (Reaktion auf Mo). In Salzsäure langsam löslich, wobei er sich mit einem feinen Häutchen von PbCl2 überzieht.



Entstehung, Paragenese, Vorkommen

Wulfenit kommt relativ häufig in der Oxidationszone von Blei-Zink- und Molybdänerz-Lagerstätten vor, wo er in kleinen Kristallen und als Krusten auf den Wänden von Auslaugungshohlräumen auftritt. Weitere Vorkommen sind in hydrothermalen Blei-Zinkerz-Lagerstätten anzutreffen, welche sich niedrigthermal gebildet haben. Es wird angenommen, dass das Mineral durch die Verwitterung von Galenit in Gegenwart Molybdän-haltiger Lösungen entsteht, wobei das Molybdän nicht aus der Oxidationszone, bzw. aus den Bleierzen stammt, sondern extern aus bituminösen Schiefern oder deren Umbildungen zugeführt wird. Die wichtigsten paragenetischen Mineralien sind Cerussit, Anglesit, Smithsonit, Hemimorphit, Vanadinit, Pyromorphit, Mimetesit, Descloizit, Plattnerit und Fe-Mn-Oxide.

Von den über 1000 bekannten Wulfenit-Vorkommen befinden sich fast die Hälfte in den USA. Abgesehen von Lagerstätten, in welchen Wulfenit zeitweise als Molybdänerz abgebaut wurde, kommt das Mineral paragenetisch, meist mit Bleierz vor.

Typlokalität ist Bad Bleiberg, Gailtaler und Karnische Alpen, Kärnten, Österreich (1845).



Synonyme und Varietäten

  • Ca-reicher Wulfenit (Var.)
  • Carinthit
  • Chillagit (Var., Pb(Mo,W)O4) von Chillagoe, Queensland, Australien
  • Chrommolybdänbleispat (Chrom-Wulfenit)
  • Chrom-Molybdänerz (Chrom-Wulfenit)
  • Chromwulfenit (Chrom-Wulfenit)
  • Chrom-Wulfenit (Var., Pb(Mo,Cr)O4), Mina Santa Ana, Tocopilla, Chile)
  • Eosit (V-haltiger Wulfenit von Leadhills, Schottland)
  • Gelbbleierz
  • Melinose
  • Molybdänbleispat
  • Molybdänbleierz
  • Tungstenoan Wulfenite (engl., Var.)
  • Yellow Lead Ore (engl., Gelbbleierz)



Bekannteste Fundorte gut ausgebildeter Kristalle

Australien
New South Wales: Broken Hill
Northern Territories: Brown's deposit, nahe Rum Jungle
Queensland: Christmas Mine, Chillagoe (Chillagit)

Chile
Mina Chapacase, nahe Maria Elena (tiefrote Kristalle)
Schacht Buena Espereanza, Challacolla, Iquique (grünlichgelb, rotorange)

China
Sichuan: Mianning, Liangshan (perfekte Bipyramiden)
Sichuan: Grube Leshan, Leshan (rote tafelige Kristalle)

Congo (Demokratische Republik; ehemals Zaire)
Mindouli, Region Pool (Wulfenit mit Dioptas und Malachit)
Mvouti (M'Fouaiti), Region Kouilou (tiefrote Kristalle bis 10 cm)
Musonoi (Kolwezi, Shaba-Kupfergürtel, Shaba)

Frankreich
Mine Les Farges, Corréze

Iran Shah Charboze-Grube, Anarak-Bergbaurevier (tiefrote Kristalle)

Marokko
Mibladen (Vanadinit-Erzlagerstätte)
Touissit (Kristalle bis 10 cm)

Mexiko
Chihuahua
Mina Ahumada, Mun. Los Lamentos
Mina San Antonio, Mun. Santa Eulalia
Durango
Ojuela, Mapimi
Sonora
San Franciso, Cerro Prieta, Magdalena

Namibia
Tsumeb, Otavi-Bergland (weltgrößte Kristalle)

Österreich
Bleiberg, Kärnten (Typlokalität)
Hochobir, Kärnten (historischer Bergbau)

Slowenien
Crna pri Prevaljah (Schwarzenbach)
Mezica (Mieß)

Tschechische Republik
Pribram (viele Formen und Farben)

USA
Arizona
Red Cloud Mine und benachbarte Gruben im
Silver District, La Paz County; Old Yuma Mine, Pima County;
Mammoth-St. Anthony Mine, Tiger, Pimal County (Kristalle bis 8 cm)
Glove Mine (Kristalle bis 11 cm), Santa Cruz County (große Kristalle)
Hilltop Mine, Chiricahua Mountains (Kristalle bis 12 cm)
Defiance Mine, Gleeson, Cochise County (Kristalle bis 7 cm)
Rowley Mine, Maricopa County
79 Mine, Gila County
New Mexico
Stevenson-Bennett Mine, Dona Ana County
Utah
Tecomah Mine, Lucin District, Box Elder County

Usbekistan
Sidjak


Bergbau

Wulfenit als Molybdänerz in abbauwürdigen Mengen kam nur in wenigen Lagerstätten vor. Eine der interessanten Lagerstätten befand sich im Höllental bei Garmisch. Ein hochalpines Vorkommen, welches im 19. Jh. auf Bleierz und ab Anfang des 20. Jh. auf Wulfenit abgebaut wurde. Der Bergbau stand seit 1916 unter militärischer Kontrolle, die Grube wurde ausgebaut sowie eine Seilbahn und ein Elektrizitätswerk errichtet. Insgesamt wurden 187 to Gelbbleierz gefördert. Die Grube wurde 1925 zwangsversteigert. Sämtliches Erz hatte man während der Kriegsjahre abgebaut.

In den USA wurde Wulfenit zeitweise in größerer Menge in der Defiance Mine (Cochise County) und in der Mammoth Mine (Pinal County in Arizona) abgebaut.

Literatur

  • Anthony,W., Bideaux,J., Grant.G.; 1995; Mineralogy of Arizona
  • Schwarz,P., 1999; Das Molybdänbergwerk Höllental 1907-1925. Deutsches Museum, Abh. und Berichte :9



Österreich

Bleiberg (Bleiberg-Kreuth)

Bleiberg (heute Bad Bleiberg mit den Katastralgemeinden Bleiberg und Kreuth) liegt westlich von Villach in Kärnten zwischen Dobratsch und Gailtaler Alpen. Die Geschichte des Ortes ist vom Blei- und Zinkerzbergbau geprägt. Bleibergbau ist schon vor dem Jahr 800 v.Chr. nachgewiesen. Bleiberg gehörte seit 1007 zum Bistum Bamberg. Die erste urkundliche Erwähnung (Pleyberg) stammt aus dem Jahr 1333. Eine erste Hochblüte des Bleibergbaus war um 1480. Im Jahr 1556 schilderte Georgius Agricola das Kärntner Verfahren der Bleiverhüttung. 1710 wurde in Bleiberg erstmalig Schwarzpulver bei der Sprengarbeit eingesetzt. Im Jahr 1876 erfolgte die Verbindung der Bleiberger mit den Kreuther Gruben. Höhepunkt des Bergbaus war im Jahr 1976. Der Abbau wurde aufgrund des weltweiten Preisverfalls von Zink und Blei 1993 eingestellt. Ein Teil der ehemaligen Stollen wird heute als Schaubergwerk Terra Mystica genutzt.

Im Jahr 1785 beschrieb Franz Xaver Freiherr von Wulfen (s.o. > Geschichte) in seiner "Abhandlung vom kärnthnerischen Bleypate" die Gelbbleierzkristalle, welche später nach ihm Wulfenit benannt wurden. Bleiberg ist Typlokalität für Wulfenit.

Wulfenit kam in Bleiberg in den unterschiedlichsten Trachten vor, wobei die tafeligen bis blockig-würfeligen überwiegen, jedoch auch spitz- flachpyramidale Formen und Kombinationen aus Prisma und Pyramiden auftraten. Typisch sind auch Kristalle mit Zonarbau (dunkler Kern und helle Hülle) mit Trachtwechsel. Die für Wulfenit charakteristische Hemiedrie ist nur schwer erkennbar. Seltener sind "Sandwich-Wulfenite", welche in der Mitte dunkelorangefarben und oben und unten hellgelb bedeckt sind. Die Wulfenit-Kristalle erreichen Größen bis 10 cm.

Die Entstehung der alpinen Bleiberger Wulfenite ist auf die Zuführung von wasserlöslichem Ilsemannit (Mo3O8 . xH2O) in die Oxidationszone der Bleierzlagerstätte zurückzuführen.

Weitere österreichische Vorkommen von meist kleineren Wulfenit-Kristallen sind in Salzburg, darunter der Hohe Goldberg (Rauris), Hochfilleck (Stubachtal), der Lohningerbruch (Rauris), die Achselalm (Hollersbachtal) sowie Annaberg in Niederösterreich.

Wulfenit
Wulfenit

Grube Stefanie, Bad Bleiberg, Villach, Kärnten, Österreich. Kantenlänge des größten Kristalls: 1,9 cm. Der große Kristall ist wunderschön zonar gefärbt. Im dicktafeligen Kristall rechts hinten ist ...

Rudolf Hasler

Wulfenit
Wulfenit

Bleiberg; Größe 13,2 x 9,3 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Bleiberg; Größe 6x5x3 cm

loparit

Wulfenit
Wulfenit

Grube Stefanie, Bad Bleiberg, Villach, Kärnten, Österreich. xx bis 2,7 cm KL. Dicktafelige, hochglänzende Wulfenitkristalle in dieser Größe wurden leider nur äußerst selten gefunden.

Rudolf Hasler

Wulfenit
Wulfenit

Grube Stefanie, Bad Bleiberg, Villach, Kärnten, Österreich. Kantenlänge des größten Kristalls: 3,8cm. Die Stufe stammt aus einem älteren Fund (1960 - 1970) am 11. Lauf der Grube Stefanie.

Rudolf Hasler

Wulfenit
Wulfenit

Grube Stefanie, Bad Bleiberg, Villach, Kärnten, Österreich. Kristalle bis 1,3 cm KL. Modellkristalle mit höchstem Glanz und Transparenz, davon einige mit schöner zonarer Färbung.

Rudolf Hasler



Literatur

  • Meixner, H., 1962; Zur Molybdänmineralführung in Kärntner Pb-Zn-Lagerstätten (Lagerstättenuntersuchung der Österr. Alpine-Montangesellschaft)
  • Niedermayr,G., 1986; Famous mineral localities: Bleiberg, Carinthia, Austria. Min.Rec.:17,355-369
  • Niedermayr,G., 1999; Der Hochobir. Verlag d. Naturwiss. Vereins f. Kärnten
  • Pichler,A., 2003; Bergbau in Ostkärnten. Eine Bestandaufnahme der noch sichtbaren Merkmale der historischen Bergbaue in Ostkärnten. Carinthia:II
  • Schroll,E., 1948; Wulfenite von Nassereith/Dirstentritt (Tirol) und Bleiberg (Kärnten); Mineral. and Petrol.:1,4,325-341 (Springer Wien, Dezember 1950)
  • Zirkl,E.J., 1988; Bleiberg-Kreuth: Die berühmte Wulfenit-Fundstelle in Kärnten. Lapis:7/8, 19-66
  • http://www.bergbauverein-bad-bleiberg.at
  • http://www.terra-mystica.at



Slowenien

Wulfenit
Wulfenit

Eine der klassischen Wulfenit-Stufen, welche Mezica weltweit berühmt machten. Grube Helena; Größe 8 cm

Fabre Minerals
Wulfenit
Wulfenit

Dicktafelige Kristalle Größe der Stufe 7,5 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Tafelige und bipyramidale Kristalle klassische Stufe; Fund vor über 100 Jahren Größe 5,3x5,1 cm

Rob Lavinsky
Wulfenit
Wulfenit

Perfekt ausgebildete flachtafelige Kristalle Größe 6,5 x 4 cm

kraukl

Mezica (Mieß)

Die Blei-Zinkerz-Lagerstätte Mezica (Mezica, Ravne na Koroskem; slow. Koroska = Kärnten), bis zum Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahr 1918 als Mieß (Mies, Miess) benannt, liegt zwischen Mezica und Crna (früher Schwarzenbach) und zwischen den Bergen Peca (die Petzen) und Urslja Gora im Mießtal in den Karawanken. Schon der römische Geschichtsschreiber Publius Cornelius Tacitus berichtete im 1. Jh. vom Eisenerz-Bergbau im Mießtal. Aus dem Jahr 1424 stammt ein erster Bericht über Bleierz. Der Ort Mezica wurde erstmals 1665 urkundlich erwähnt. In mehr als 300 Jahren wurden über 800 km Stollen zwischen einer Höhe von 2.000 m und einer Tiefe von 265 m (über dem Meerespiegel) getrieben und mehr als 19 Mio. Tonnen Erz gefördert. Aufgrund des Hüttenstaubes der Aufbereitungsanlage und der Schmelzhütte bildete sich "bleisaurer Regen". Die Bewohner nannten das Mezica-Tal "Tal des Todes".

Im Jahr 1987, nach der staatlichen Unabhängigkeit Sloweniens, wurde der Grubenkomplex geschlossen, ein Teil jedoch als Besucherbergwerk eingerichtet. Mezica ist eines der berühmtesten Wulfenit-Vorkommen der Welt. Das Mineral trat in der Oxidationszone oberhalb der Blei- und Molybdängänge auf. Das Blei des Wulfenits kommt vom Galenit, das Molybdän aus nebenliegenden vulkanischen Gesteinen. Wulfenit kam in hervorragenden Kristallen in Hohlräumen vor, paragenetisch traten Cerussit, Anglesit, Gips, Hydrozinkit, Hemimorphit u.a. Mineralien auf. Wenn die Bergleute auf Wulfenit-Kristalle stießen, nannten sie diese "Zwergenbart", da sie glaubten, dass die Grube von den "Bergmanderln" bewacht wurden. Wulfenit wurde hier zeitweise als Molybdänerz abgebaut.

Der Habitus der Mezica Wulfenite reicht von pyramidal bis dünntafelig. Die größten Kristalle waren bis 4 cm groß und Aggregate bis 50 cm waren während der aktiven Abbauphase nicht ungewöhnlich. Die Farbe der Kristalle ist blassgelb bis orangegelb, braune Wulfenite traten meist auf Galenit auf.

An den Hängen des Berges Peca (Petzen) gibt es noch etwa 200 verlassene Zugänge zum Bergwerk. Um 2002-2004 unternahmen die Eigner der Gruben eine bergbauliche Bestandsaufnahme, wobei in der Grube Helena (925 m Sohle) einige schöne Wulfenit-Stufen mit orangefarbenen, tafeligen sowie bipyramidalen Kristallen geborgen werden konnten. Es wird zudem vermutet, dass in den über den Gruben liegenden Anhöhen, wo kein Abbau stattfand, bei entsprechendem Aufwand gute Funde möglich sein könnten.



Literatur

  • Bancroft,P., Zrz,M., Krivograd,F., Kobler,G.,1991; The Mezica Mine, Slovenia, Yugoslavia. Min.Record:22,2,97-104
  • Brunlechner,A.,1888; Die Sphärenerze von Mieß in Kärnten. Jhb. d. k.k. Geol. Reichsanstalt Wien:38, 311
  • Velebil,D., 2005; Mezica ve Slovinsku - svetoznámé naleziste wulfenitu (Mezika - Weltberühmte Fundstelle für Wulfenit); Mineral (Brno):2, 105-112
  • Waagen,L.,1919; Bergbau und Bergwirtschaft der österreichisch-ungarischen Monarchie (Wien)



Afrika

Wulfenit
Wulfenit

Namibia Dicktafelige Kristalle; Größe 6 cm Tsumeb, Otavi Bergland

Rob Lavinsky
Wulfenit
Wulfenit

Namibia Farblose (weiße) Kristalle; Größe 4,x5,5 cm Tsumeb, Otavi Bergland

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Namibia Deutlich transparenter Kristall Tsumeb, Otavi Bergland

Christian Rewitzer
Wulfenit
Wulfenit

Namibia Wulfenit mit W-Anteil (Chillagit); Größe 5,5x3,5 cm Tsumeb, Otavi Bergland

Rob Lavinsky

Namibia

Die weltberühmte Lagerstätte Tsumeb war viele Jahrzehnte, von 1907 bis zur Schließung im Jahr 1996 nicht nur Fundort für hervorragend ausgebildete Wulfenite, sondern auch für die weltgrößten Kristalle dieses Minerals, wobei der größte gefundene einen Durchmesser von 61 cm hatte. Der Habitus der Kristalle ist fast immer dünntafelig (nach {001}). Die Farbe reicht von farblos, weiß, gelb, blassbraun, orange bis hin zu zartrosa. Als ganz große Seltenheit wurden Mitte der 1970er Jahre tiefblaue Wulfenitkristalle mit steilen Bipyramiden ({101}, {111}, {112}) sowie dicktafelige, blaue Kristalle gefunden. Die letzteren enthalten bis max. 10% Wolfram und werden demzufolge als Varietät Chillagit bezeichnet. Wulfenit trat gewöhnlich in stark oxidiertem Erz paragenetisch mit 20 anderen Mineralien auf, davon überwiegend Dolomit, Malachit, Smithsonit, Mimetesit, Duftit, Calcit, Quarz und Willemit.

Demokratische Republik Kongo

Aus einem sehr wenig bekannten Vorkommen bei Mvouti (M'Fouati), Präfektur Mvouti, Region Kouili, im äußersten SW des Landes, stammen dunkelrote bis 10 cm große (auch als bis faustgroß bezeichnete) Kristalle, welche in den 1960er Jahren gefunden wurden. Das Vorkommen liegt in einem Metamorphitkomplex (Kohle-Schiefer und Quarzit). Die unter dem Fundortnamen Mvouti oder M'Fouati bekannten Stufen können auch aus den nahe der Stadt Mvouti liegenden Lagerstätten Dimonika oder Kakamoeka geborgen worden sein. Weitere Vorkommen ausgezeichneter Kristalle sind Mindouli (Region Pool) und die Cu-Co-Mn-U-Lagerstätte Musonoi (Kolwezi, Shaba).

Marokko

Die berühmtesten Wulfenite Marokkos kamen aus den Blei-Zink-Erzlagerstätten Touissit-Bou Beker-Beddiane-Oued Mekta, einem 54 km2 großen Bergbaurevier im Nordosten des Landes, nahe der algerischen Grenze, welches im Jahr 1907 erschlossen und bis zur Schließung der letzten Gruben im Jahr 2002 abgebaut wurde. Die für viele hervorragend ausgebildete Mineralien weltberühmte Lagerstätte wird gewöhnlich von Mineraliensammlern als Touissit bezeichnet, wenngleich anzunehmen ist, dass die meisten Stufen von den Lagerstätten Beddiane und Oued Mekta stammen.

Die ersten Wulfenitkristalle, welche "... voluminös, von orangeroter Farbe sind und bis zu 3 cm Breite erreichen und denen von Arizona gleichen..." wurden bereits 1924 von Barthoux beschrieben. Historische Wulfenit-Stufen kamen massenhaft aus Hohlräumen im Galenit-Erz oder aus korrodiertem Dolomit. Die Kristalle sind meist dünn und flachtafelig, seltener bipyramidal. Interessant sind Wulfenitkristalle, die aus 2-Generation aufgebaut sind. Sie zeigen eine erste Generation aus tafeligen Kristallen mit dazwischen wachsenden, spitzpyramidalen Kristallen einer zweiten Generation. Äußerst ansehnlich sind sattelförmig verkrümmte, rosa-beigefarbene Dolomite mit aufsitzenden Wulfeniten. Die besten, bis 5 cm großen Wulfenit-Kristalle wurden in den 1980er Jahren im Puit (Schacht) 11 der Grube Zellidja (Bou Beker) gefunden. Die Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre geborgenen Kristalle sind meist dünn- bis dicktafelig. Für Touissit-Wulfenit typisch ist dessen Paragenese mit Cerussit. Manche Kristalle aus den späten 1990er Jahren sind auch mit Vanadinit und selten mit Mottramit vergesellschaftet.

Aus der ebenfalls weltberühmten Vanadinit-Lagerstätte Mibladen kamen gegen Ende der 1960er bis Ende der 1990er Jahre kräftig orangefarbene bis wachsgelbe, flachtafelige, teilweise blättrige, meist mit Baryt oder Galenit vergesellschaftete Kristalle als tetragonale Pyramiden bis zu 3 cm Größe. Seltene Funde waren blut- bis zinnoberrote Wulfenite, welche konkav verkrümmt sind. Attraktiv sind farblose bis weiße Cerussit-Kristalle mit aufsitzenden, bzw. vizinal gebildeten Wulfeniten.



Wulfenit
Wulfenit

Namibia Kombinations-Kristalle Größe 1,5 cm Tsumeb, Otavi Bergland

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Namibia Dicktafelige schwarze Kristalle Größe 3,5 cm Tsumeb, Otavi Bergland

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Namibia Perfekte hemiedrische tetragonale Pyramide Tsumeb, Otavi Bergland

Peter Haas

Wulfenit
Wulfenit

Congo Tieforangrote Kristalle Mvouti, Kouilou; Größe 1,5x1,5 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Congo Flachtafelige transparente Kristalle auf Quarz Mvouti, Kouilou; Größe 5,5x2,4 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Congo Tetragonale Bipyramiden Mvouti, Kouilou; 3,8x2,2 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Marokko Mibladen, Provinz Khenifra Größe 2,3 cm

Jasun McAvoy

Wulfenit
Wulfenit

Marokko Toussit; Größe 16x12 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Marokko Hervorragend ausgebildete Kristalle auf Dolomit Touissit; Größe 1,3x1,6 cm

Rob Lavinsky

Literatur

  • Barthoux,J., 1922; Mineraux de la region d'Oudjda (Maroc). Comt.Rend.Seances Acad.Sci.:175,312-314
  • De Kun,N., 1965; The mineral resources of Africa
  • Elmaleh-Levy,M., 1981a; Wulfenite de Beddiane (Touissit-Bou Beker, Maroc Oriental). Notes Mem. Serv.Geol.Maroc:42,308
  • Embrey,P.G., Dunn,P.J., Clark,A.M., 1977; Blue Wulfenite from Tsumeb; Min.Rec.:8,3,86
  • Gebhard,G., 1991; Tsumeb - eine deutsch-afrikanische Geschichte
  • Keller,P., 1984; Tsumeb/Namibia-eine der spektakulärsten Mineralfundstellen der Erde. Lapis:7/8, 32-33
  • Samson,Ph., 1973; Un gisement plombo-zincifère en milieu récifal, Touissit, Maroc oriental. Notes Mem. Serv.Geol.Maroc:242,1-132
  • Schwab,P.N., 1995; La Wulfenite. Le Règne Mineral:1,5-18
  • Wilson,W.E., 1977; Tsumeb! The world's greatest mineral locality; Min.Record.:8,3,130 Seiten



USA

Wulfenit
Wulfenit

79th Mine, Hayden, Gila County, Arizona

montanpark
Wulfenite - Red Cloud Mine
Wulfenite - Red Cloud Mine

Intensiv orangeroter Kristall; 2 x 1,8 cm; Red Cloud Mine, Trigo Mts., La Paz County, Arizona, USA.

Rob Lavinsky
Wulfenit
Wulfenit

Wulfenit aus der Purple Passion Mine in Arizona, USA

Stefan

Wulfenit
Wulfenit

Red Cloud Mine, La Paz County, Arizona Größe: 5,2x5,2 cm

Rob Lavinsky
Wulfenit
Wulfenit

Rowley Mine, Maricopa County, Arizona; Größe: 3,3x4 cm

Joe George

In den USA sind weit über 500 Lagerstätten bekannt, in welchen Wulfenit paragenetisch, bzw. in solchen Mengen auftrat, dass es als Erz zur Molybdängewinnung abgebaut wurde. Sämtliche dieser Wulfenit-Vorkommen zu beschreiben, wäre Stoff für ein eigenes Buch. Insofern werden hier nur die berühmtesten Fundorte mit den spektakulärsten Kristallen in Kurzform beschrieben.

Arizona

Nicht wenige der meist seit über 100 Jahren bekannten Gruben sind seit langem aufgelassen, werden jedoch von amerikanischen Sammlern nach Sammlermineralien abgesucht und für das sogenannte "Specimen Mining" wiedererschlossen.

Die wohl schönsten Wulfenite kamen aus der im Jahr 1984 aufgelassenen Blei-Silbererz-Lagerstätte Red Cloud Mine (Silver District, Trigo Mountains, La Paz County), welche vom Jahr 2000 bis Oktober 2003 bergmännisch im Tagebau durch die Mineralienfirma Collector's Edge abgebaut wurde. Die Grube hat in dieser Zeit ausgezeichnete rotorangefarbene Wulfenite bis zu mehreren Zentimeter Größe geliefert. Einer der spektakulärsten Funde gelang im Mai 2003 mit der Entdeckung des Red Gem Pocket. Der größte Teil dieses sensationellen Fundes wurde durch den Mineralienhandel Arkenstone (Rob & Bailey Lavinsky) angeboten. Der auf Sammler-Wulfenite abgebaute Gang ist wiederaufgefüllt, die Grube permanent geschlossen. Red Cloud-Wulfenite dürften die besten Spezies dieses Minerals sein, welche je gefunden wurden.

Die Blei-Zink-Silber-Zn-Gold-Molybdän-Grube Defiance Mine (Costello Mine Group, Gleeson, Dragoon Mountains, Cochise County) und die benachbarten Gruben Mystery Mine und Silver Bill Mine, welche von den frühen 1900er Jahren bis 1985 operativ waren, wurden auch zeitweise auf Wulfenit zur Gewinnung von Molybdän abgebaut. Die Grube ist in Privatbesitz und es ist möglich, dass hier in Zukunft neuere Wulfenitfunde zu erwarten sind. Aus der von 1911 bis 1972 aktiven Glove Mine (auch Sunrise Mine; Amado, Cottonwood Canyon, Tyndall District, Santa Rita Mountains, Santa Cruz County) stammen ausgezeichnete Wulfenite, welche sich in ausgelaugten Hohlräumen der Oxidationszone bildeten. Die alte Grube wird seit 1998 von Sammlern bearbeitet.

Sehr feine, flachtafelige, gelbe Wulfenite sind aus der von ca. 1900 bis 1923 abgebauten Blei-Kupfer-Silber-Gold-Flussspat-Grube Rowley Mine bekannt. Diese Grube kennt man auch unter den Namen Rawley Mine, Reliance Copper Mine, Rainbow Mine, Theba Mine, San Carlos Claim 4524 (Theba, Painted Rock District, Maricopa County). Der Wulfenit kommt hier in Quarz- und Barytgängen vor. Die Rowley Mine war eine der wichtigsten Wulfenit-Fundorte in Arizona.

Weitere Vorkommen sehr gut ausgebildeter Wulfenite sind die Mammoth-Saint Anthony Mine (auch Mammoth Mine oder Mohawk-New Years Mine), Tiger, Pinal County. Der Abbau erfolgte von 1881 bis 1953. Die für ihre Vanadinite bekannte Gold-Lagerstätte Old Yuma Mine (Pima County), sowie die in den 1990er Jahren auf Sammlermineralien abgebaute Purple Passion Mine (Yavapai County), die für ihre oft doppelendigen Wulfenitnadeln bekannt ist.

New Mexico

Auch New Mexico verfügt über mehr als 100 Wulfenitvorkommen, das bekannteste dürfte die seit 1849 abgebaute Blei-Silber-Grube Stevenson-Bennet Mine (Stephenson-Bennet Mine) im Organ District, Dona Ana County, sein. Die meist flachtafeligen, hell- zitronengelben Wulfenite erreichen Kantenlängen bis zu mehreren Zentimetern.

Utah

Aus Utah wird Wulfenit aus etwa 45 Lagerstätten beschrieben. Eines der Vorkommen, aus welchem größere und gut ausgebildete Kristalle stammen, ist die Tecomah Mine (Lucin District, Pilot Range, Box Elder County).



Wulfenit
Wulfenit

Organ Mountains, Organ County, New Mexico Größe: 6,0x4,5 cm

Fabre Minerals

Wulfenit
Wulfenit

Glove Mine, Santa Cruz County, Arizona Größe: 6x7 cm

Jasun McAvoy

Wulfenit
Wulfenit

Defiance Mine, Cochise County, Arizona Größe: 9,3x7,5 cm

John Sobolewski

Wulfenit
Wulfenit

Rowley Mine, Maricopa County, Arizona Größe: 3,5x3,2 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Silver Bell Mine, Gleeson, Cochise County, Arizona Größe: 2,2x1,8 cm

Fabre Minerals

Wulfenit
Wulfenit

Red Cloud Mine, La Paz County, Arizona Größe: 10,4x10,1 cm

Rob Lavinsky

Literatur

  • Anthony,W., Bideaux,J., Grant, G.; 1995; Mineralogy of Arizona
  • Bideaux,R.A., 1980; Tiger,AZ. Min.Rec.:11,155-181
  • Grant,R., 1998; Mining mineral specimen in Arizona; Arizona Mining and Min.Museum News:7,1
  • Keith,S.B., 1972; Mineralogy and paragenesis of the 79 mine lead-zinc-copper deposit. Min.Rec.:3.247-264
  • Kirkemo,H. et.al.,1965; Investigations of molybdenum deposits in the conterminous United States 1942-1960
  • Lavinsky,R. and B., 2004; The red gem pocket: March 12, 2003; Red Cloud Mine, La Paz County, Arizona
  • Miller,D.K., Wilson,W.E., 1983; Famous mineral localities: The Hilltop Mine. Min.Rec.:14,121-126
  • Newhouse,W.H., 1934; The source of vanadium, molybdenum, tungsten and chromium in oxidized lead deposits; Am.Min.:19, 209-220
  • Thompson,J.R., 1980; The Defiance mine and vicinity, Cochise County. Min.Rec.:11,203-209



Mexiko

Wulfenit
Wulfenit

Wulfenit auf grünem Descloizit Los Lamentos; Größe: 17 cm

Kevin Ward
Wulfenit
Wulfenit

San Francisco Mine; Größe 5,6x4,4 cm

kraukl

Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; Größe 3,5x5 cm

Dan Weinrich
Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; Größe 4,4x3,7 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit ist ein für Mexiko ungewöhnliches Sekundärmineral, welches in den Oxidationszonen von Bleierz-Lagerstätten vorkommt. Gemessen an den hunderten von Fundorten in den USA kamen sehr gut ausgebildete Kristalle nur aus relativ wenigen Gruben. Dennoch gehören Wulfenite aus Mexiko zu den weltbesten.

Die wohl schönsten und größten Kristalle wurden im Bundesstaat Chihuahua gefunden. Die bekannteste Grube ist die Mina Erupción (bzw. Mina Ahumada), Municipio de Ahumada in der Sierra Los Lamentos. Unter Sammlern wird das Vorkommen undifferenziert sowohl als Los Lamentos, als Mina Ahumada oder Mina Erupción bezeichnet. Die genaue Bezeichnung heißt Erupción/Ahumada Mine, Los Lamentos, Municipio de Ahumada, Chihuahua. Die Grube war von 1907 bis 1940 operativ und wurde in den Folgejahren auf der Basis einer Kooperative von Bergleuten, jedoch in kleinem Maßstab, abgebaut. Da die Erzvorkommen nicht erschöpft sind, wurden neuere Explorationen im Hinblick auf evtl. zukünftige Fördermöglichkeiten durchgeführt.

Die Wulfenit-Kristalle von der Grube Erupción/Ahumada erreichen Größen bis 6 cm und sind meist mit Calcit, Vanadinit, Descloizit, Hydrozinkit, Willemit, Hämatit, Goethit und Pyromorphit vergesellschaftet. Typische Kristalle, meist aus der 5. bis 7. Abbausohle, sind blockig und orangefarben und bis zu 3 cm groß. Aus tieferen Gruben-Niveaus stammen verschiedene Kristallformen, bzw. Modifikationen, welche gelblich, hellgelb, orange und braunrot gefärbt sind. Erupción/Ahumada-Wulfenite sind oft senkrecht zur C-Achse zonar verfärbt und bilden sogenannte "Sandwich-Kristalle".

Weitere, weniger bekannte Wulfenit-Fundorte in Chihuahua sind die Gruben Francisco Portillo und San Antonio El Grande (Aquiles Serdán), Cuchillo Parado mit den Gruben Aurora, Oruro und La Plomosas (Coyame), in welchen rötlichorangefarbene, bipyramidale Kristalle bis 3 cm vorkamen sowie San Pedro Corralitos in der Sierra del Capulín (ca. 3 km nördlich der Mina San Pedro), aus welcher teilweise papierdünne, gelbe Kristalle bis 5 cm stammen.

Das zweite berühmte mexikanische Wulfenit-Vorkommen ist die Mina San Francisco (auch als Cierro Prieto (Prieta)-Grube bezeichnet) im Municipio de Cucurpe in Sonora. Die Gold- und Silber-Lagerstätte wurde seit Ende der 1800er Jahre abgebaut und trug zu dieser Zeit den Namen des Hügels, auf dem sie sich befand: "Sierra Prieta Mine". Die Benennung San Francisco Mine ist undatierbar, die Grube wurde unter diesem Namen erstmals 1940 offiziell erwähnt. Bereits im Jahre 1912 und Mitte der 1930er Jahre gab es Berichte über große Hohlräume mit Wulfenit in den unteren Abbausohlen. Die ersten bemerkenswerten Sammlerstufen kamen jedoch nicht vor den 1940er und 1950er Jahren auf den Markt.

Die bis zu 13 cm breiten und 9 cm hohen Wulfenite, vergesellschaftet mit Quarz (Bergkristall und Amethyst), Mimetesit, Gold, Pyromorphit, Galenit, Cerussit und Baryt, sind zitronengelb bis orangerot gefärbt, meist flachtafelig, hauchdünn und in der Regel transparent. Manche Kristalle sind zonar verfärbt oder zeigen Phantome. Die ins Rot gehenden Farben werden teilweise von extrem dünnem Mimetesit hervorgerufen. Dieser Mimetesit kann die Wulfenitkristalle auch komplett ersetzen.

Ein weiteres bekanntes Wulfenitvorkommen in Mexiko ist die Mina Ojuela in Mapimi (Durango). Von hier kamen Kristalle bis 5 cm, deren Farbpalette von farblos über grün, gelb, orange, rot und braun reicht. Die Kristalle sind sowohl tafelig als auch bipyramidal. Attraktiv sind Funde von gelben Wulfenit-Tafeln auf Mimetesit und botryoidalem grünem Duftit. Ebenfalls aus Sonora, aus der Lagerstätte Rayón im Municipio Rayón, kamen gelbe Kristalle bis 2 cm. Von Mazapil in Zacatecas stammen gelbe Kristalle bis 4 cm, vergesellschaftet mit Pyromorphit und Mimetesit. In den weiteren 20 beschriebenen mexikanischen Lagerstätten ist Wulfenit lediglich paragenetisch und in Kristallen im mm-Bereich gefunden worden.



Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; Größe 3x4 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; Größe: 8,9 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; Größe 4,4x3,5 cm

Fabre Minerals

Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; Größe 5,8x4,4 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; größe 6,5x4,3 cm

montanpark

Wulfenit
Wulfenit

Los Lamentos; Größe: 3,2x3 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Flachtafelige, zitronengelbe Kristalle San Francisco Mine; Größe 2,5x2,3 cm

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

San Francisco Mine; Größe 3,6x2,3 cm

Dan Weinrich

Wulfenit
Wulfenit

Wulfenit auf Limonit Mina Ojuela

Rob Lavinsky

Literatur

  • Bancroft.P., 1984; Gem and Crystal Treasures
  • Foshag,W.F., 1927; The minerals of Mexico. Explor.Field Work Smithson.Inst.:2957,21-26
  • Jones,R.W., 1962; Mexican Wulfenite discovery; Rock & Gem:5,36-42
  • Moore.T., 2004; Famous mineral localities: San Francisco Mine, Sonora, Mexico. Min.Record:35,6,41-61
  • Panczner,W.D., 1987; Minerals of Mexico
  • Rickard,T.A., 1924; The Ahumada Lead mine and the ore deposits of the Los Lamentos range in Mexico. Eng.Min.Journ.:118,365-373
  • Sinkankas,J., 1970: Mexico's mineral classics. Miner.Digest:I,7-16
  • Wilson.W.E., Miller,D.K., 1974; Minerals of the Rowley Mine. Min.Rec.:5,10-30
  • Wilson,W.E.,1980; Famous mineral localities: Los Lamentos, Chihuahua, Mexico. Min.Rec.:11,277-286



China

Seit etwa 2004 kommen, neben all den anderen spektakulären Mineralien aus dem Land der Mitte, auch gut ausgebildete Wulfenit-Kristalle auf den Sammlermarkt. Kleine, jedoch perfekt ausgebildete Bipyramiden, meist mit weißem Baryt vergesellschaftet, stammen aus der Bastnäsit-Lagerstätte Mianning, autonome Präfektur Liangshan (Liangshan Yizu), Provinz Sichuan. Aus der (Bleierz)-Grube Leshan, Präfektur Leshan, ebenfalls in Sichuan wurden auch rote und orangerote Kristalle in respektablen Stufen angeboten.

Wulfenit
Wulfenit

Wulfenit-Bipyramiden mit Baryt; Größe 2,8x4,3 cm; Mianning, Liangshan, Sichuan

Rob Lavinsky

Wulfenit
Wulfenit

Wulfenit-Bipyramiden mit Baryt; Größe 3,9x2,3 cm; Mianning, Liangshan, Sichuan

Fabre Minerals

Wulfenit
Wulfenit

Flachtafelige Wulfenitkristalle; Grube Leshan, Leshan-Präfektur, Sichuan

John Veevaert

Literatur

  • Guanghua Liu,2006; Fine minerals of China



Andere Fundorte

Deutschland
Spitzpyramidale Kristalle, begleitet von Pyromorphit, wurden in einem Flussspatgang in der Fürstenzeche bei Lam (Bayrischer Wald) gefunden. Bekannte Wulfenit-Fundstellen im Schwarzwald sind die Grube Friedrich Christian (Schapbach), die Grube Michael (Weiler bei Lahr), die Gruben Hausbaden, Fürstenfreude und Sophienruhe (Badenweiler), der Schauinsland und die Grube Clara (Oberwolfach). In der letzteren Fundstelle kamen Wulfenite als Mischkristalle mit Stolzit bis 1 cm Größe vor.

Frankreich
Gut ausgebildete Wulfenite, meist vergesellschaftet mit Pyromorphit, kamen von der Mine Les Farges (nahe Ussel, Corrèze, Massif Central). Die Kristalle sind tafelig. Selten sind radialstrahlige Aggregate.

Chile
Im Jahr 2005 gelang dem amerikanischen Sammler Terry Scenics ein Neufund scharfer kleiner, hochglänzender, orangeroter Wulfenite in der Mina Chapacase nahe Maria Elena, Sierra Cerillos Bergbaurevier, Tocopilla, Region Antofagasta. Der Fund aus diesem kleinen Explorationsschacht war limitiert und es bleibt abzuwarten, ob weitere Stufen geborgen werden können.



Links



Quellangaben


Einordnung