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Mineralneubildung

auch : rezente Mineralbildung

Der Begriff Mineral wurde bis heute zwar mehrfach diskutiert, eine verbindliche Definition ist jedoch nach wie vor nicht in Sicht. Die IMA / CNMMN - laviert zwischen einem "Großvater-System" (d.h., dass einige durch anthropogene oder biogene Prozesse entstandene Mineralien, welche in der Vergangenheit als ebensolche Mineralien anerkannt waren, auch anerkannt bleiben, jedoch neuere Mineralien gleicher Bildungsprozesse keine Mineralien sind. Sic ). Zu den halbwegs anerkannten, halbwegs nicht anerkannten, dto. "umstrittenen" Mineralien gehören:


Neugebildete anorganische Mineralien

  • Halden-Mineralien: Mineralien, die sekundär auf einer von Menschen angelegten Erz-, Salz-, Steine- und Erde-, Kohlehalde entstanden sind oder enstehen (nicht jedoch Primärmineralien die "auf Halde" liegen)
  • Schlackenmineralien: Mineralien, die auf Schlacken von Verhüttungsprozessen als Folge der Reaktion mit Meerwasser oder von Menschen erzeugten salzhaltigen Lösungen enstanden sind oder enstehen (Bsp.: Lavrion in Griechenland)
  • Haldenbrand-Mineralien: Mineralien, die durch natürliche oder durch Menschen verursachte Verbrennungs- der Verschwelungsprozesse brennender Kohle- oder bituminöser, kupferschieferhaltiger Flöze entstanden sind oder entstehen. Haldenbrand-Mineralien können tw. exhalativ gebildet werden
  • Exhalations-Mineralien: Mineralien, welche natürlich durch Kondensation oder Sublimation durch Gasaushauchungen vulkanischer Fumarolen und Mofetten, bzw. durch Gase von unterirdischen Kohlefeuern und Kohle/Kupferschieferhalden entstanden sind oder entstehen.
  • Präzipitate: Mineralien, die sich in Abwässern (Kanalisation), Flüssen und Schlämmen durch Erzabbau-, Erzaufbereitung (Flotation) sowie Grubenwässer enstanden sind und kristalline Ablagerungen, Ausblühungen, Krusten, selbst idiomorphe Kristalle bilden (meist Sulfide, Sulfate, Chloride). Z.B. Rio Tinto, Spanien: blutrot und gelb durch Schwefelverbindungen; Chuquicamata, Chile: grüne und blaue Sulfatneubildungen; tw. Neubildung hervorragender Sulfat-Kristallstufen und von Gips in abgeteuften, tw. abgesoffenen Schächten.

Bei manchen Autoren werden Präzipitate mit Evaporiten gleichgesetzt oder als Evaporit-Präzipitat bezeichnet. Da Evaporite in der Regel klar als natürliche chemische Sedimente aus Meerwasser (marine Evaporite) und Grundwasser, Seen etc. (kontinentale Sedimente) definiert sind und in der Überzahl keine Neubildungen sind, wird hier eine Abgrenzung zu den meist neugebildeten Präzipitaten geschaffen, da diese nicht unerheblich erst aus durch Menschen verursachte Bedingungen (Bergbau, Tunnel, Erzaufbereitung) entstehen.


Andere Mineralneubildungen

  • Anthropogene Mineralien: Chalkanthit-Neubildungen in Schwefelsäure verarbeitenden oder metallurgischen Betrieben. Auch Sulfate und Nitrate, welche infolge chemischer Veränderungen bzw. Verwitterung der Bausubstanz (Mauerwerk, Zement, Gips) entstehen (z.B. Salpeter). Weitere Mineralien, die durch Sublimation von durch Menschen erzeugten Dämpfen gebildet werden. Letztlich sind auch synthetisch erzeugte (gezüchtete) Kristalle anthropogenen Ursprungs.
  • Biogene/Organische Substanzen, welche tw. als Mineralien betrachtet werden. Hierzu gehören u.a. Harnstoff, Weinstein, Bernstein, Harze, Wachse, Kohle u.a.; s.u. > Mineral

s.a. > rezent, Mineral, Haldenbrand-Mineralien, Schlackenmineral, Anthropogene Mineralien, IMA, CNMMN


Anmerkung

Dies ist kein Dogma, sondern ein offenes Diskussionsthema


Quellenangaben


Einordnung