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Mojsvar, Edmund Mojsisovics von

Dr. Johann August Edmund Mojsisovics Edler von Mojsvár (meist Edmund von Mojsisovics (* 18. Okt. 1839 Wien; † 2. Oktober 1907 Mallnitz (Kärnten)) war ein österreichischer Paläontologe und Geologe.

Nachdem der Beendigung des Gymnasiums in Wien, begann er im gleichen Jahr an der Universität das Jurastudium (1858–1862). Während dieser Zeit ging er in weiteren Studien seiner Vorliebe für geologische und geographische Studien nach. Mit Studienkollegen fasste er, angeregt durch gemeinsame Bergwanderungen, den Entschluß zur Gründung des Österreichischen Alpenvereins (1862). Dies war die erste Gründung dieser Art auf dem europäischen Festland. 1873 gehörte zu den Hauptinitiatoren der Vereinigung des Deutschen und des Österreichischen Alpenvereins.

An der Universität Graz promovierte er 1864 zum Dr. jur. Das geologische Interesse war aber so stark ausgeprägt, dass Mojsisovics am 1865 als Volontär seine Arbeit in der k.k. geologischen Reichsanstalt begann. Die Volontärstätigkeit wahr wohl von erheblicher Qualität, so dass man ihn im Sommer 1867 bei den geologischen Aufnahmen der oberungarischen (heute slowakischen) und galizischen Karpaten mit den Aufgaben eines Sektionsgeologen betraute.

Seine weiteren Arbeiten betreffen alpine Salzlagerstätten, die Ausdehnung des Kohlenfeldes von Häring und fossile Triasablagerungen im Bakony bei Veszprém. Nach den von ihm abgelehnten Berufungen an das Geol. Survey of India in Kalcutta und an die junge kgl. ungarische geologische Anstalt berief man ihn 1870 in Wien zum Chefgeologen und verlieh ihm den Titel eines Bergrates und ab 1879 Oberbergrat. Seit 1892 stieg Mojsisovics zum Vicedirektor der k.k. geologischen Reichsanstalt auf.

Die wissenschaftliche Hauptarbeit erstreckte sich auf die Erforschung der Ostalpen. Die im Jahr 1878 begonnene Arbeit Internationaler Geologenkongresse begleitete Mojsisovics mit wichtigem Einfluss. Auf seinen Vorschlag hin beschloss diese Institution 1881 in Bologna die Herausgabe einer Geologischen Karte von Europa. Dort vertrat er im Herausgeberkollegium offiziell Österreich-Ungarn.

Er untersuchte im Auftrag der österreichischen Regierung Bosnien-Herzegowina auf mineralische Rohstoffe. Als Krönung seiner beruflichen Laufbahn kann man die Organisation der österreichischen Erdbebenbeobachtung ansehen.

1900 beendete Mojsisovics nach 35-jährigem Dienst seine Arbeit bei der k.k. Geologischen Reichsanstalt.


Literatur:

  • Beiträge zur Kenntnis der Obertriadischen Cephalopoden-Faunen des Himalaya, Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften math.-naturw. Klasse, 63. Bd. 1896.
  • Abhandlungen der Geologischen Reichsanstalt:
  • Die Mollusken-Faunen der Zlambach- und Hallstätter Schichten. 1873–1875.
  • Die Cephalopoden der mediterranen Triasprovinz. 1882.
  • Die Cephalopoden der Hallstätter Kalke. 1893–1902.
  • Die Dolomitriffe von Südtirol und Venetien. Wien 1879.
  • mit E. Tietze und A. Bittner: Grundlinien der Geologie von Bosnien-Hercegowina. Wien 1880.
  • mit E. Tietze und A. Bittner: Geol. Übersichtskarte von Bosnien-Hercegovina 1:576.000. Wien 1880.
  • C. Diener: Edmund v. Mojsisovics. Eine Skizze seines Lebensganges und seiner wiss. Tätigkeit. Wien, Leipzig 1907.
  • Meyers Konversations-Lexikon, 3. Aufl., Suppl. 1880–1881, Leipzig 1881, S. 144
  • Friedrich Katzer: Geologie Bosniens und der Hercegovina. 1.Bd., 1.T. Sarajevo 1924, S.35–36.

Weblinks:


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