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Mond-Mineralien

Hinweis: Mond nur im Sinne von Erdmond - nicht die Monde der anderen Planeten.


Sowohl in Gesteinsproben, welche von Apollo 15, 16 und 17 - Missionen stammen, als auch in Lunarmeteoriten, welche auf die Erde trafen, sind bisher folgende Mineralien nachgewiesen worden.

Aus Gesteinen der Mondoberfläche

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Die Mondoberfläche war einst nahezu vollständig von flüssigem Magma bedeckt. Das bestätigen Aufnahmen der japanischen Raumsonde "Kaguya", auf denen Forscher fast flächendeckend ein charakteristisches Mineral nachweisen konnten.

Vor viereinhalb Milliarden Jahren schlug die Geburtstunde des Mondes. Ein riesiger Körper, etwa so groß wie der Mars, krachte auf die gerade erst entstandene Erde. Aus den Trümmerstücken formierte sich der Erdmond. Bei der Kollision wurde so viel Energie freigesetzt, dass obere Schichten des Mondes aufschmolzen - so lautet zumindest die gängige Theorie.

Dank Aufnahmen der japanischen Raumsonde "Kaguya" haben Forscher nun neue Indizien dafür, dass es auf der Oberfläche des Erdtrabanten tatsächlich ein gewaltiges Magmameer gegeben haben muss. Makiko Ohtake von der Japan Aerospace Exploration Agency in Kanagawa und ihre Kollegen untersuchten das Mineral Plagioklas. Fast 100 Prozent der Mondkruste enthalten dieses Mineral, das zu den Feldspaten gehört, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature" (Vol. 461, S. 236). Bisher lagen die Schätzungen bei 80 bis 90 Prozent.

Plagioklas auf dem Mond ist ein Bestandteil des Gesteins Anorthosit. Dieses findet sich auch auf der Erde, allerdings nicht in solcher Reinheit. Die Reinheit des Anorthosits auf dem Mond sei sehr auffällig, vor allem wenn man die Prozesse bedenke, die nötig seien, um solche Mengen des Gesteins hervorzubringen, erklären die Wissenschaftler. Das nun großflächig nachgewiesene Plagioklas sei vermutlich bei der Abkühlung der Magmameere auskristallisiert.

Die Forscher machten sich eine Technik zunutze, bei der die Reflexion von Infrarotstrahlung an einer Oberfläche gemessen wird. Je nach Beschaffenheit der Fläche werden unterschiedliche Wellenlängen absorbiert und dementsprechend charakteristische Spektren reflektiert. So gelang den Wissenschaftlern eine sehr hohe Auflösung der Mondoberfläche, die sie mit bisherigen Methoden nicht erreicht hatten.

Ihre Bilder bestanden aus Pixeln mit Seitenlängen zwischen 20 und 62 Metern. Mit herkömmlichen Teleskopen konnten die Plagioklasvorkommen nur auf 200 Meter und meist sogar lediglich auf mehrere Kilometer genau aufgelöst werden. So entdeckten die Forscher, dass das Mineral Plagioklas viel weiter verbreitet ist als bisher angenommen.

Die Forscher konnten nachweisen, dass plagioklashaltiges Gestein praktisch in allen Spitzen, Wänden, Erhebungen und Ringen der Mondgebirge vorkommt. In den Vertiefungen ist das Mineral seltener: Erst in Kratern ab einer bestimmten Tiefe enthält das Gestein das Mineral. Die Forscher schließen daraus, dass zwischen etwa 3 und 30 Kilometern Tiefe der ganze Mond aus plagioklashaltigem Gestein besteht, das teilweise von anderen Gesteinsarten bedeckt ist.

hda/ddp

  • Zitiert: Spiegelonline, 10.9.2009: Hinweise auf einstiges Magmameer entdeckt

Aus Meteoriten auf der Mondoberfläche.

Es ist sehr wahrscheinlich, daß diejenigen Mineralien, die erstmalig oder einmalig nur aus Meteoriten identifiziert wurden, welche auf die Erde aufschlugen, auch auf dem Erdmond vorkommen. (s.u. > Lunarmeteorit)

Aus einem Enstatit-Chondrit , Hadley Rille Meteorit, Station 9 ( Apolle 15 Basis), gefunden 1971 auf dem Mond, wurden folgende Mineralien identifiziert:


Aus lunaren Brekzien des Lunarmeteoriten " Dhofar 280 " , gefunden in Oman.

(Ein extrem seltenes Fe-silizid der Gupeit-Reihe, Fe2Si, stahlgrau, metallisch, D= 6,83; Strunz I/A.12-35 ), welches in einem Stäubchen eines verglasten Maskelynit (ein durch Feldspat-Stoßwellenmetamorphose entstandenes diaplektisches Glas) erzmikroskopisch nachgewiesen, von der IMA als neues Mineral 2004 anerkannt und nach Prof. Bruce W. Hapke / Pittsburg benannt wurde. Begleiter sind Nickeleisen und zwei bisher nicht von der IMA anerkannte Mineralien


Aus dem Meer der Ruhe (Sea of Tranqulity; Mare Tranquillits )

(Mg,Fe++)Ti2O5. Ein orthorhombisches Ti-Oxid (Strunz 4/C.24-10, welches 1970 entdeckt wurde und nach den Astronauten ARMstrong, ALdrin und COLlins benannt ist. (Aramcolit-Arizonit-Serie). Das Mineral hieß zuvor Kennedyit; der Name wurde von der IMA 1988 diskreditiert.

(Fe,Mn.Ca)SiO3 , ein triklines Inosilikat der Pyroxferroit-Plumalsit-Serie, entdeckt 1970.

Fe8(Zr,Y)2Ti3Si3O24 . Ein hexagonales Fe-(Zr,Y)-Ti-Silikat (Strunz 8/B.07-10), welches 1971 entdeckt wurde. An Beimengungen treten auf: Hf, Al, Cr, Nb, Nd, Mn und Ca.


Aus dem Mare Crisium

Proben des Regoliths wurden durch die unbemannten Missionen Luna 16, Luna 20 und Luna 24 zur Erde gebracht.

  • Niobium, ged.

A. V. Mokhov, T. A. Gornostaeva, P. M. Kartashov, O. A. Bogatikov: Native niobium in the regolith from the Mare Crisium. Doklady Earth Sciences Vol. 469, Issue 2 (2016) S.874–876.


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