'._('einklappen').'
 

Mondmilch

Mondmilch
Mondmilch

Mondmilch in der Bergmilchkammer;
Duerre Wand, Niederösterreich

Doronenko

(Etymol.: Wahrscheinlich von Mandlimilch, Mannlimilch, Mannmilch - verbindliche Herkunftsterminologie. "Montmilch = Bergmilch, Lac Montanum" ist eine falsche Erklärung. Erste Beschreibung mit Erwähnung des Namens Mondmilch (lat. lac lunae) durch Gesner (1555) aus der Höhle Mondmilchloch am Pilatus, Schweiz)

Mondmilch ist eine besondere Art einer Calcit-Ablagerung (calcitisches Speleothem) von weißer bis milchigweißer Färbung, bildet mikrokristalline bis nanokristalline Koagulate unregelmäßig angeordneter, tw. strahliger Individuen. Im Gegensatz zu Tropfsteinen ist Mondmilch viskos und porös, kann in seltenen Fällen sogar flüssig sein (enthält 40-80 Gewichtsprozente Wasser). Mondmilch-Speleotheme bestehen oft aus Calcit oder anderen Karbonaten, Sulfaten, Phosphaten oder silikatischen Mineralien. Bis heute ist lediglich chemogenetische Karbonat-Mondmilch untersucht worden (Stepanov, 1997). Sie kommt an verschiedenen Teilen der Welt vor.

Es gibt Theorien, daß Mondmilch biogenetischen oder chemogenetischen Ursprungs ist bzw. eine Ausfällung als Verwitterungsrückstand (Sediment) oder ein Verwitterungsrückstand von Speleothemen oder durch das Zusammenwirken aus verschiedenen Ursprüngen entsteht.


Über einen sensationellen weißen Mondmilch-Fluss in Höhlen des Berges Ernio, bei Aia, nahe San Sebastian, Baskenland, Spanien wird im Hamburger Abendblatt vom 1.2.2005 berichtet:

Zitiert: Es ist der erste Fund von Mondmilch in flüssigem Zustand auf der Erde. Der geheimsnisvolle Fluss zieht sich 300 m weit durch unterirdische Stollen. Er fühlt sich an wie Wasser, glänzt aber in der Dunkelheit der Grotte schneeweiß - sagte der Entdecker. In der Höhle von Aia wurde sie (die Mondmilch) wahrscheinlich durch den Einfluss natürlichen Kohlendioxids vom Quellwasser aufgelöst und es entstand der wundersame weiße Fluss. Bei Analysen fanden die baskischen Wissenschaftler auch Gibbsit, einen Hauptbestandteil des Al-Silikatgesteins Bauxit, sowie Ca, S, Kieselsäure und Gips


s.a. > Höhle, Tropfstein, Speläologie, Speleothem, Ontogenese


Literatur

  • Assoc.Cientif. Aranzi, San Sebastian; 2004 (Analysen)
  • Arbeitsgemeinsch. Höhle & Karst Grabenstetten e.V.; 2004; Presseberichte
  • Fischer, H.; 1988; Etymologie von Mondmilch, bzw. Mondmilchloch; Ztschr. Deutsch. Geol. Ges.; 139; 155-159
  • Hill, C.A.; Forti, P.; 1997; Cave minerals of the world
  • Stepanov, V.I.; 1997; Notes on mineral growth from the archives of V.I. Stepanov (1924-1988); Proceedings of the Univ. of Bristol Spel. Soc., v. 21, 25-42

Quellangaben


Einordnung