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Die Mile 72 in der Namibwüste

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Namibia / Erongo, Region / Swakopmund, Kreis / Cape Cross / Mile 72 Road Marker

An­fahrts­be­sch­rei­bung

ca. 98km NNO von Swakopmund auf der C 34; zwischen Hentiesbaai und Cape Cross. Mile 72 ist kein Ortsname, sondern lediglich eine Wegmarkierung in der Mitte der Namibwüste.

Geo­lo­gie

Pegmatit, Uran.

Im Zusammenhang mit der Damara-Orogenese kam es zu hochgradigem Metamorphismus innerhalb der paläozoischen Sedimente sowie zu granitischen Intrusionen. Dieser Metamorphismus produzierte eine Serie chemisch relativ einfacher gangartiger Pegmatite, deren Ausgangspunkt jedoch nicht feststellbar ist und welche wahrscheinlich eher metamorphen als magmatischen Ursprung haben. Die Pegmatite sind grobkörnig und bestehen im allgemeinen aus Feldspat, Quarz und Schörl mit wenig Apatit, Lepidolith und Muskovit. In der Folge verbunden mit vulkanischen Aktivitäten wurden Zug um Zug die Uis Tantalit-Pegmatite gebildet, welche sich bis zur Mile 72 erstrecken.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Mile 72 Road Marker



Mile 72 Road Marker

WGS 84: 
Lat.: 21,888027° S, 
Long: 14,080502° E
WGS 84: 
Lat.: 21° 53' 16,897" S,
   Long: 14° 4' 49,807" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=962
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Verkürzte Pfadangabe

Mile 72 Road Marker, Cape Cross, Swakopmund, Erongo, NA
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Mile 72 ist synonym für Jeremejewit in hervorragenden Kristallen. Das Mineral wurde Anfang 1970 durch Peter Kittler durch Zufall entdeckt und ursprünglich für Aquamarin gehalten; Mitte 1970 jedoch wurde das blaue Mineral als Jeremejewit bestimmt. Bereits 1960 wurden an der Fundstelle schon ungewöhnlich klare bis strohgelbe Kristalle gefunden (von John Saul, der sie aber nicht weitergegeben hatte). 1975-1976 wurden durch Sid Pieters drei claims abgebaut; danach gab es verschiedene Schürfer (1998 Charles Locke Key (Keyit); danach Bryan Lee mit seiner Firma Khan River Mining & Exploration, zusammen mit Shelly Mansfield, der Tochter von Sid Pieters). Seit 1999 begann der Abbau mit Maschinen.
In den ersten Monaten der neuen Operation wurde nur eine einzige Linse mit fast 200 strohgelben Kristallen geborgen, nur wenige über 2cm oder länger, sowie einige Matrixstufen mit Feldspat (die aber auf mysteriöse Weise verschwanden und dann 2004 wieder auf den Münchner Mineralientagen als Verkaufsware auftauchten). Der längste geförderte Jeremejewit-Kristall war 46mm lang und wurde seit 2004 von Henckert in Karibib für $3.500 angeboten. Im Jahr 2000 wurden die Abbauarbeiten wegen zu hoher Betriebskosten eingestellt. Dessen ungeachtet soll es nach wie vor Jeremejewit geben.
(Tw. zitiert: C.L. Johnston, Omaruru, Namibia (copyright 1993-2004))


Sammler-Info

Die "Grube" -ein großes Loch- kann zwar aufgesucht werden, um ggf. Feldspat, Schörl und Muskovit zu sammeln.
Jeremejewit zu finden ist nur möglich, wenn man für einen einzigen Kristalle Tonnen von Gestein zerkleinert.
(Vorher Genehmigung zum Sammeln bei Henckert in Karibib einholen).

Dennoch ist die Mile 72 ein interessanter Stopp auf dem Weg zum Cape Cross oder zur Skelettküste; die Wüstenlandschaft ist eindrucksvoll.

  • Hinweis: Östlich der Mile 72 (ca. 3km Piste) ist ein E-streichender Pegmatit, in welchem Rosenquarz in großen Dimensionen vorkommt und zeitweise abgebaut wird.

Mineralien (Anzahl: 21)

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Legende

Mineral -> anerkanntes Mineral
Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Regionslokalitäten an denen das Mineral gefunden werden kann
 M -> Link zur allgemeinen Mineralseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 23. Sep 2021 - 10:49:15

Mineralbilder (11 Bilder gesamt)

Apatit
Aufrufe (Bild: 1333396535): 988
Apatit (SNr: A014798)

Dicktafeligerblassvioletter Kristalle, BB = 4 mm, Fundort: Meile 72, Cape Cross, Namib-Wüste, Swakopmund, Erongo, Namibia.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Heribert Rotter
Beitrag: Münchener Micromounter 2012-04-02
Mehr   MF 
Jeremejewit, Orthoklas
Aufrufe (Bild: 1358774119): 1338
Jeremejewit, Orthoklas

Größe: 25x20x12 mm; Fundort: Mile 72, Cape Cross, Kreis Swakopmund, Erongo, Namibia

Copyright: Watzl Minerals
Beitrag: slugslayer 2013-01-21
Mehr   MF 
Jeremejewit
Aufrufe (Bild: 1205135470): 1127, Wertung: 8
Jeremejewit (SNr: A003169)

FO: Meile 72, Cape Cross, Namib Wüste, Swakopmund, Namibia; langprismatischer blauer Kristall; BB 4,5 mm

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Hannes Osterhammer
Beitrag: Münchener Micromounter 2008-03-10
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 1)

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Legende

Gestein -> Name des Gesteins
Gestein (TL) -> Gestein Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Gestein in der Region
 G -> Link zur allg. Gesteinsseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 23. Sep 2021 - 10:49:15

Gesteinsbilder (1 Bilder gesamt)

Rosenquarz
Aufrufe (Bild: 1394983746): 949
Rosenquarz

Pegmatitfundatelle Namibia bei Mile 72; Stellenweise fanden sich im Rosenquarz eingewachsene Schörle; Aufnahme von 1992

Sammlung: Detlef
Copyright: Frank-Detlef Paul
Beitrag: Detlef 2014-03-16
Mehr   GF 

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Externe Datenbanken

min­dat.org

https://www.mindat.org/loc-5688.html

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Strunz, H. & Wilke, H. (1974): Jeremejewit als Edelstein aus SW-Afrika.- Z. Dt. Gemmol. Ges. 23, S.142-50.
  • Herting, S. & Strunz, H. (1978): Jeremejewit von Cape Cross in SW-Afrika. Aufschluss 29, S.45-53.
  • Wilson, W.E. et al. (2002). Jeremejevite from Namibia. Mineralogical Record: 33 289-301.
  • Bezing, L. von, Bode, R. & Jahn, S. (2008). Namibia Minerals and Localities. Ed. Schloss Freudenstein, Bode Verlag GmbH, Haltern, 272-74.
  • Bonardo, L., Fraccaro, G., Ciriotti, M.E., Blass, G., Ambrino, P., (2008). Primo ritrovamento di grandidierite in Namibia. Micro (notizie miner.), 2/2008 129-31.

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