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Arnhem Cave

Steckbrief

Land

Namibia

Re­gi­on

Khomas, Region / Windhoek-Land, Kreis / Arnhem Cave

GPS-Ko­or­di­na­ten

Höhlenzugang: Fundstelle



Höhlenzugang: Fundstelle

WGS 84: 
Lat.: 22,70177156° S, 
Long: 18,09671402° E
WGS 84: 
Lat.: 22° 42' 6,378" S,
   Long: 18° 5' 48,171" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Von Windhoek auf der B6 Richtung Seeis; Nach Südost auf die M51 abbiegen und bis zum Abzweig der Pad D1506 fahren. Pad D1506 bis T-Kreuzung zur Pad D1808 fahren und auf dieser nach Süden hin einbiegen und bis zum Farm-Schild Arhem Cave (Farmgelände rechterhand der Pad D1808) Zugangsmöglichkeit nur über Farmgelände

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=15775
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Die Höhle befindet sich genau im Dreieck der M51 / D1506 / D1808 in halber Höhe eines nicht benannten Berges auf der Wildtierfarm, deren Erstbesitzer Daniel Bekker die Höhle im Jahre 1930 entdeckte.

Die Arnhem Cave liegt im Kalk- und Dolomithorizont mit dünnen Quarzit- und Schieferlagen. Ihre Länge beträgt einschließlich aller Gänge 4,5km und ist damit die größte Höhle Namibias. Zur Entstehung der Höhle ist geologisch wenig bekannt. Man nimmt an, daß durch Lösung der gut löslichen Kalk- und Dolomitgesteine Hohlräume entstanden, die einen Zusammenbruch der beständigen Quarzit- und Schieferlagen hervorriefen und so die Tunnel und Dome dieses großen Höhlenkomplexes entstanden. Bei einer Befahrung der Höhle konnten ins Auge fallende Lösungsspuren wie Rinnen, Auswaschungen etc. jedoch nicht festgestellt werden. Der Eingangsbereich ist 45m breit und fällt mit 122m Länge ca. 30 grd abwärts. Über großes Geröll und teilweise angelegte Stufen gelangt man in die Höhle. Forsch hangelt man sich an einem Führungsseil hinab. Am Ende dieses Domes steht man bereits auf Guano. Dies ist ein nitratreicher Dünger verursacht durch die Höhlenbewohner (Fledermäuse), der zur wirtschaftlichen Bedeutung dieser Höhle beitrug. Wieviel Guano aus der Höhle abgebaut wurde, ist nicht bekannt. Heute schätzt man den Vorrat dieses natürlichen Düngers noch auf 15.000t. Angesichts der Möglichkeiten, Dünger ausreichend industriell herzustellen, hat ein weiterer Abbau jedoch keinerlei Bedeutung.

In der Höhle selbst herrschen Temperaturen bis zu 25oC und eine äußerst hohe Luftfeuchtigkeit bis 97%. Letzteres trägt sehr dazu bei, alle Anstrengungen zu minimieren und sehr bedächtig alle körperlichen Aktivitäten auszuführen. Andernfalls klebt jegliches Textil am Körper und der Schweiß rinnt in Strömen. Die Arnhem Cave ist nicht ausgeleuchtet, was natürlich Höhlenbegeisterten zugute kommt. Geleucht wird vom Farmer gestellt, eigene Stirnlampen sind jedoch empfehlenswert. Es gibt insgesamt 2 Führungsstrecken, wobei die zweite deutlich in die Tiefe geht und wegen nicht ungefährlichen Streckenabschnitten imposanter ist. Mehr als drei bis vier Leute sollten die Höhle auf keinen Fall befahren, denn bei größeren Gruppen wird die Luft auf Grund der hohen Staubentwicklung durch das Betreten des Guanos sicherlich unerträglich. Stellenweise steht man knöcheltief im Guano. Rudimentär ist auch einiges an technischen Einbauten, z.B. Holzbohlen- und Bühnen sowie gefüllte Leinensäcke, von ehemaligen Guanoabbau in der Höhle vorhanden. Die beiden Eisenleitern, über die man Felsabsätze hinunter steigen muß, scheinen ebenfalls betagt zu sein.

Letztlich sein noch auf die Höhlenbewohner eingegangen. Sechs Fledermausarten wurden in Arnhem verzeichnet, welche die große Blattnasen Fledermaus einschließt. Sie wiegt bis zu 150g und ist mit einer Flügelspannweite von mehr als 60cm, die größte insektenfressende Fledermaus der Welt. Die Höhle ist für diese Art als die südlichste Brutstelle bekannt. Reichlich vertreten und fast jeder Höhlenbefahrer macht damit Bekanntschaft, ist die Langohr Fledermaus, die durch ihre wirklich großen Ohren besticht.

Am Fuße des angesprochenen Berges liegt das wunderschöne Rast camp, unmittelbar neben dem Farmerhaus.

Mineralien (Anzahl: 7)

Gesteine (Anzahl: 1)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Martini, J.E.J. (1992) Swaknoite [Ca(NH4)2 · (HPO4)2 · H2O, orthorhombic]: A new mineral from Arnhem cave, Namibia. Bull. S African Speleol. Assoc.: 32: 72-74. (Typ-Publ.)
  • Jambor, J.L. and Puziewicz, J. (1993). New Mineral Names. Am. Min.: 78: 1108-12.
  • Weiß, S. (1994). Neue Mineralien: Swaknoit. Lapis, Jg.19, Nr.9, S.32.
  • Martini, J.E. (1994): Two new minerals originated from bat guano combustion in Arnhem Cave, Namibia. S African Speleol. Assoc. Bull. 33, 66-69.
  • Bezing, L. von, Bode, R. & Jahn, S. (2008): Namibia Minerals and Localities. Ed. Schloss Freudenstein, Bode Verlag GmbH, Haltern, 455 S.

Einordnung