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Uis, Namibia

(Uis Myn; Groot Uis)

Steckbrief

Land

Namibia

Re­gi­on

Kunene, Region / Damaraland / Uis

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Tagebau. (aufgelassen). Entdeckung 1911. Hauptproduktionszeitraum von 1940 bis zur Schließung 1990.

Geo­lo­gie

Zinn-Columbit-Tantalit Vererzungen. Produktion bei 1.200 t/Jahr Sn-Konzentrat mit 64% Sn. Große Sn-Resrve, aber mit geringen Sn-Gehalten.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=951
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (4 Bilder gesamt)

Halden der Uis Mine 1986
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Halden der Uis Mine 1986

Die Halden bestehen zum grössten Teil aus Quarzsand.

Sammlung: Frank-Detlef Paul
Copyright: Frank-Detlef Paul
Beitrag: Detlef 2014-03-17
Tagebau auf Zinn in Uis
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Tagebau auf Zinn in Uis

Aufnahme des Bildes 1996

Sammlung: Detlef
Copyright: Frank-Detlef Paul
Beitrag: Detlef 2014-03-16
Tagebau in Uis
Aufrufe (Bild: 1257293890): 3167
Tagebau in Uis

Typischer kleinerer Pegmatit – Tagebau in Uis, Namibia

Copyright: giantcrystal
Beitrag: Stefan 2009-11-04

Ausführliche Beschreibung

Der Ort Uis liegt ca. 120km NWW von Omaruru (C 36) und ca. 96km NW von Usakos (D 1930), bzw. 28km E vom Brandberg. Hier wurden in der Uis Mine, welche dem Ort den Namen gab, bis 1990 Zinn- und Wolframerze abgebaut. Große Quarzsand-Abraumhalden und Relikte der Förderanlagen um die Siedlung lassen auf die ehemaligen Abbautätigkeiten schließen. Wenngleich die Förderung eingestellt ist, werden geringe Mengen Erz als körnig-pulveriges Material immer noch von den Einheimischen handgeklaubt.


Geologie, Lagerstätte

Der Sn-Li-REE-Lagerstättenbezirk Uis erstreckt sich über 120km Länge und 24km Breite zwischen Cape Cross und Uis. Er umfaßt ca. 25 (andernorts auch 120) oberflächennahe granitisch- granodioritische, spätsyntektonische bis posttektonische Intrusionskörper, bzw. deren Restschmelzen (Pegmatite), welche während der Damara-Gebirgsbildung entstanden sind. Sie sind an Metasedimente gebunden, welche aus Grauwacken, Biotitschiefern und Quarziten bestehen. Die Pegmatite sind bis zu 1km lang, 50m breit; die Teufe ist ungenügend bekannt. Die Pegmatite treten in drei verschiedenen Schwarmgebieten auf: Uis Mine, Karlowa- und Strathmore Pegmatitschwarm. Charakteristisch für die Pegmatite ist deren Vererzung mit Sn, Ta, Nb, Li, U, Li und Be. Die Haupterze sind Kassiterit sowie Li-reicher Columbit-Tantalit. Die Uis-Pegmatite haben in weltweiten Vergleich den geringsten Sn-Gehalt.


Bergbau

Das Vorkommen wurde um 1911 prospektiert und bis ca. 1940 auf kleinere Mengen Zinnseifen abgebaut. Eine erste industrielle Förderung begann 1958; zeitweilig war Uis der weltgröße Zinnerztagebau. 1989 wurden monatlich ca. 140t Zinnerzkonzentrat aus 85.000t Gestein gewonnen. Die Bergbaugesellschaft war ISCOR (Südafrika). Die geschätzten Reserven, welche bis zu einer Teufe von 75m reichen, liegen bei 72 Mio t.


Sammler-Info / Mineralien sammeln

Uis verfügt über einen guten Campingplatz mit Swimmingpool, sowie das Brandberg Rest Camp mit Küche. Durch die Einstellung der Erzförderung bedingt, hat sich der Ort zu einem touristischen Zwischenstopp entwickelt; einige Bewohner leben vom Verkauf von Mineralien (meist Quarze aus dem nahen Brandberg-Goboboseb-Gebiet und gelegentlich Turmaline aus verschiedenen Erzkörpern). Es gibt auch eine kleine Edelsteinschleiferei, wo Turmaline und Aquamarin verarbeitet werden. Uis ist ein praktischer Ausgangspunkt für Exkursionen zum Brandberg und zu einigen naheliegenden Aufschlüssen.

In der Nähe von Uis gibt es einige interessante Aufschlüsse, in welchen man recht gute Mineralstufen finden kann. Die frei zugänglichen Erzkörper K-5, K-7 und V-5 (alle ca. 10-14km im Umkreis vom Ort; der V-5-Pegmatit ist erreichbar über die 3714, dann links ca. 3 km auf einem Geröllweg zum aufgelassenen Abbau).

Hier konnten wir mit relativ wenig Aufwand bis zu 8cm lange hellgrüne Berylle, bis mehrere cm-große Indigolithe, kleine, aber scharfe, farblose Topase, Apatit, sowie ungewöhnlich große weiße bis sehr hell-wassergrüne Amblygonitkristalle (der größte ca. 4x12cm) und viel kristallinen Quarz sammeln. Die besten Kristalle stammen aus dem K-5 Pegmatit.

Ca. 20km SW von Uis (erreichbar über die C 35) liegt ein tantalitreicher Pegmatit, welcher als Schurf aufgeschlossen ist und wo man recht brauchbare Referenzstufen mit Ferrotantalit, Kassiterit und Schörl sammeln kann.

Ca. 13km S von Uis die Three Aloes Tantalite Mine, wo Nigerit-2N1S vorkommt (pers. Mitteilung. "montanpark" / 18.8.05)

Am Orteingang von Uis, von Omaruru kommend rechterhand, erstrecken sich bis zu 30m hohe Halden; in den verstreut im Gelände liegenden Gesteinsbrocken kann man grünlich bis goldgelben Serizit in mehrere cm-großen Aggregaten und Schörlkristalle finden.


Exkursionsberichte

giantcrystal 1./2. September 2009 Uis Zinnpegmatite und Neineis, Damaraland, Namibia

Besuch der bis 1990 durch die südafrikanische ISCOR in Abbau stehenden Zinnlagerstätte Uis mit Vorräten > 100 Mio Tonnen a 0,125 % Sn sowie der südlich benachbarten kleineren Zinnlagerstätte Neineis. Die ehemalige moderne Aufbereitung von Uis ist verschrottet, die benachbarte Grubensiedlung hingegen erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit als Altersruhesitz weißer Namibianer. Auch einige Mineralienhändler leben hier.

Seit dem letzten Besuch 2007 werden die umfangreichen feinkörnigen Quarz – Feldspat – Glimmer Tailings der Zinngrube durch ein speziell hierfür entwickeltes Verfahren in größerem Stil zu Ziegelsteinen verarbeitet und offensichtlich recht erfolgreich vermarktet.

Die deutsche Induberg – Gruppe plant derzeit die Wiederinbetriebnahme der Zinn - Tantalerzgewinnung aus den in den Tagebauen noch reichlich anstehenden Pegmatitkörpern, wobei auch zinnreichere, zuletzt während der Kolonialzeit im Untertageabbau gewonnene Reicherzzonen mit abgebaut werden sollen.

Fundmöglichkeiten

In den verschiedenen Tagebauen lassen sich im wesentlichen relativ feinkörnige Pegmatite finden, die nur schlecht kristallisierte Mineralien liefern. Mineralogisch interessant sind zum Beispiel Zinkblende - Dendriten in Orthoklas. Der Zinnstein selbst tritt zumeist als schlecht kristallisierte Körner auf, lediglich aus dem K13 Pegmatit im Norden des Abbaugebietes wurden Anfang der 1980er Jahre gut ausgebildete, hochglänzende Cassiteritkristalle bis 3 cm Größe in gelber Greisenmatrix bekannt

Mineralien (Anzahl: 22)

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Mineralbilder (2 Bilder gesamt)

Kassiterit X
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Kassiterit X

Bildbreite: 15 mm; Fundort: Uis, Damaraland, Namibia

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2007-11-24
Tantalit-(Fe)
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Tantalit-(Fe) (SNr: A012969)

Blockige schwarze Kristalle, BB = 3,8mm, Fundort: Uis, Damaraland, Namibia.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Bebo
Beitrag: Münchener Micromounter 2012-12-22

Gesteine (Anzahl: 4)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Diehl, M. (1990). Geology, mineralogy, geochemistry and hydrothermal alteration of the Brandberg alkaline complex, Namibia. Mem. of the Geol. Surv. of Namibia.
  • Fitzer, M., Moc, A. (1999). Lagerstättengeologisch-petrologische Exkursion nach Namibia; www.tu-freiberg/de/econgeology
  • Merkel, B.; 2004; www.geo.tu-freiberg.de/studenten/namibia/namex_hp/Tagesberichte
  • Ministry of Mines and Energy; 1992; The Mineral resources of Namibia; Namibia Geol. Survey
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Uis

Quellangaben:

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