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Nidda, Krug Otto Ludwig von

Krug Otto Ludwig von Nidda (* 16. Dezember 1810 Sangerhausen; † 8. Februar 1885 Berlin) war ein preussischer Bergbauingenieur, Oberberghauptmann und Leiter der Preussischen Bergverwaltung.

Nidda absolvierte das Gymnasiums zu Schulpforta und begann 1828 seine bergmännische Laufbahn im Schafbreiter Revier des Mansfeldischen Kupferschiefer-Bergbaues. Er besuchte bis 1830 die Bergschule in Eisleben. Seine weitere Ausbildung erfolgte auf den Mansfelder Hütten und im Steinkohlenbergbau Wettin und Löbejün. 1831 begann er das Studium des Bergfaches an der Univ. Berlin. 1834 begann K.s praktische Ausbildung, die er vor allem an oberschlesischen Gruben und Bergämtern absolvierte und nach deren Beendigung er 1850 zum Bergassessor ernannt wurde. Unmittelbar danach wurde er Bergrat und Bergamtsdirektor in Halberstadt und war 1851-53 Bergamtsdirektor in Siegen. Im April 1853 wurde er als Oberbergrat an das Oberbergamt in Breslau versetzt. Hier wirkte er jedoch nur kurze Zeit, denn im Juli 1854 erfolgte seine Berufung nach Berlin in das Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten, wo er 1854 zum Geheimen Bergrat und 1856 zum Vortragenden Rat befördert wurde. Im Mai 1860 übernahm er als Wirklicher Geheimer Oberbergrat und Ministerialdirektor die Abteilung für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen. In dieser Stellung wirkte K. 18 Jahre lang mit großem Erfolg. 1865 wurde er zum Oberberghauptmann ernannt. 1875 übernahm er den Vorsitz des Kuratoriums der Geologischen Landesanstalt und der Bergakademie zu Berlin, welche beide während seiner Amtszeit 1873 bzw. 1860 neu gegründet worden waren. 1878 trat er in den Ruhestand.

K.s langjähriges Wirken an der Spitze des preußischen Montanwesens ist für die Entwicklung des deutschen Bergbaus vor allem dadurch wichtig geworden, daß während dieser Zeit die Aufhebung des sog. Direktionsprinzips erfolgte. 1861 wurden sie aufgehoben, und am 24.6.1865 erging das „Allgemeine Berggesetz für die Preußischen Staaten“, das in der Folge von fast allen deutschen Staaten übernommen wurde und die Grundlage für den großen Aufschwung des deutschen Bergbaues bildete. – K.s Namen trugen mehrere Schächte in Oberschlesien, im Saargebiet und an anderen Orten; im Mansfeldischen gab es eine „Krughütte“.|

Auszeichnungen:

  • Roter Adlerorden I. Kl.

Literatur:

  • u.a. Geognost. Darst. d. Insel Island, in: Archiv f. Mineralogie, Geognosie, Bergbau u. Hüttenkde. (Karstens Archiv) 7, 1834, S. 421-525;
  • Über Mineralquellen auf Island, ebd. 9, 1836, S. 247-84;
  • Geognost. Bemerkungen üb. d. Thüringer Wald u. bes. üb. d. Gfsch. Henneberg, ebd. 11, 1838, S.3-83;
  • Beschreibung e. beim Gegenortsbetriebe d. Hauptschlüssel-Stollens in Oberschlesien angewendeten Ventilators, ebd. 19, 1845, S.701-20;
  • Über d. Vorkommen d. Hornblei-Erzes u. d. Weißblei-Erzes in d. Krystallformen d. ersteren in Oberschlesien, in: Zs. d. geolog. Ges. 2, 1850, S.126-31;
  • Über d. Erzlagerstätten d. Oberschles. Muschelkalkes, ebd., S.208-33;
  • Über d. Oberschles. Steinkohlenbecken, in: Jber. d. Schles. Ges. f. Vaterländ. Cultur 32, 1854, S.26-28.
  • W. Hauchecorne, in: Zs. f. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen 12, 1864, S.53 f.;
  • Jb. d. Geol. Landesanstalt 1, 1861, S. 9-69;
  • M. Schulz-Briesen, Der preußische Bergbau im Wandel d. Zeiten, 2 Bde., 1933 f.
  • Freydank, Hanns, "Krug von Nidda, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S.116-17 Online-Version; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116567120.html#ndbcontent
  • Alfred Heinz & Richard v.d. Osten (1997). ABC - Kali und Steinsalz. VEB Deutscher Verlag f. Grundstoffindustrie, Leipzig. S.182.

Weblinks:


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