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Gerhard Niedermayr

Gerhard Niedermayr
Gerhard Niedermayr

Gerhard Niedermayr, anlässlich einer Exkursion beim Mn-Bergbau Poludnig, im Gailtal, Kärnten am 16.05.1993

2045

Dr. Gerhard Niedermayr (* 16.06.1941 Wien;† 17.07.2015 Wien) war ein bedeutender österreichischer Mineraloge.

Nach der Matura 1959 an einem Wiener Realgymnasium Studium ab 1959 Mineralogie und Petrographie mit dem Nebenfach Geologie an der Universität Wien und Promotion (Dr. phil.) am 30. November 1965 mit der Dissertation Beiträge zur Sedimentpetrographie des Wienerwald-Flysches. Seit 1964 an der Abteilung Mineralogie des Naturhistorischen Museums in Wien tätig. Am 1. Juni 1970 wurde er in das öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis übernommen - mit Definitivstellung im Juli 1970. Von 1970 bis 1971 übte er einen Lehrauftrag für Edelsteinkunde an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst als Vertretung Dr. Gero Kurats aus. Leiter der Mineraliensammlung und seit dem 31. 01. 1980 auch Leiter des Staatlichen Edelsteininstitutes und der Edelsteinsammlung. Seit 1981 übte er an den Universitäten in Innsbruck, Salzburg und Graz Lehraufträge auf dem Gebiet der praktischen Edelsteinbestimmung aus und war von 1980 bis 1986 auswärtiger Mitarbeiter der Geologischen Bundesanstalt in Wien (Geologische Landesaufnahme). Am 1. Jänner 1997 Ernennung zum Hofrat. Im Ruhestand seit 1. 1. 2007. Seit damals als freier Mitarbeiter am Naturhistorischen Museum Wien weiter aktiv. Auch nach dem offiziellen Ruhestand weiter an der Mineralogie intensiv interessiert und regelmäßiger Besucher und Vortragender von diversen Mineralienveranstaltungen (Börsen, Tagungen,...).

Gerhard Niedermayr hat - über 40 Jahre lang - mehrere Generationen von Sammlern durch seine offene und freundschaftliche Art an die Wissenschaft gebunden. Er hatte die Gabe, die wissenschaftliche Mineralogie populärwissenschaftlich verkaufen zu können, und dadurch auch zahllose Hobbysammler begeistert, und diese in weiterer Folge durch deren Funde zu wichtigen Mitarbeitern der Erforschung der österreichischen Mineralogie gemacht.

Hauptschwerpunkt der Arbeit waren Sedimentpetrologie permo-skythischer Serien der Alpen, topographische Mineralogie Österreichs (mit Schwerpunkt alpine Kluftmineralisationen und Kärnten); Mineralisationen im Himalaja und in Namibia (v.a. alpinotype Klüfte und Pegmatite), Einschlußdiagnostik von Edel- und Schmucksteinen und das Mineral Quarz.

Das Cadmium-Kupfersulfat-Mineral Niedermayrit (Typlokalität Laurion, Griechenland) wurde 1998 ihm zu Ehren benannt.

Fachgruppenleiter Mineralogie und Geologie und Vorstandsmitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten. Seit 1999 war er Korrespondent der Geologischen Bundesanstalt und seit 2001 Ehrenmitglied der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft und der Österreichischen Gemmologischen Gesellschaft. Chefredakteur der Zeitschrift Mineralienwelt bis 2014. Zahlreiche Exkursion und Projekte im In- und Ausland. Unter anderem Exkursionen nach Grönland, Namibia und Nepal. Poulärwissenschaftliche Reisen z.B. für die Freunde des Naturhistorischen Museums Wien u.a. nach Vorarlberg und Kärnten. Unzählige Vorträge im Rahmen von Tagungen und bei mineralogischen Vereinen.

Publikationen: Mehrere hundert Veröffentlichungen. Nach dem plötzlichen Tod von Heinz Meixner Leitung des Autorenkollektives für die Neuen Mineralfunde aus Österreich in der Reihe Carinthia II seit 1983. Zahlreiche Artikel in diversen Mineralienzeitschriften.

Auszugsweise einige wichtige Publikationen: Alpine Kluftmineralisationen im Nationalpark Hohe Tauern und ihre Beziehung zur alpidischen Metamorphose. - Wiss. Mitt. NP Hohe Tauern 1 (1993) Mineralien Kärntens. - Naturwiss. Verein f. Kärnten, 232 S. (1995) Die alpinotypen Klüfte aus der Gamsberg-Region. In: Namibia, Zauberwelt edler Steine und Kristalle, Bode-Verlag, Haltern/Westfalen (2001) Geheimnisvolle Welt: Einschlüsse im Quarz (Magic World: Inclusions in Quartz), Bode-Verlag, Haltern/Westfalen (2003),

Letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.

(Markus S., Juli 2015)


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