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Ochsenius, Carl

Dr. Carl Christian Ochsenius (* 9. März 1830 Kassel; † 9. Dezember 1906 Marburg an der Lahn) war ein deutscher Geologe.

Nach dem Besuch des Gymnasiums und des Polytechnikums in Kassel arbeitete er 1847-51 als Bergwerkseleve in verschiedenen Berg- und Hüttenwerken Deutschlands.

Aufgrund schlechter Berufsaussichten reiste er auf Empfehlung von Robert Bunsen als Assistent von Rudolf Philippi (1808–1904) nach Chile. Die gemeinschaftliche Erforschung der Kordilleren, bei der O. für die Geologie und den Aufbau von naturwissenschaftlichen Sammlungen zuständig war, dauerte sechs Jahre. Nachdem Philippi an die Univ. Santiago de Chile berufen wurde, leitete O. 1856/57 dessen Hazienda. 1858 war er bei den Cousiño-Kohlewerken in Coronel zunächst als Montangeologe tätig, übernahm diese Firma ein Jahr später als selbständiger Unternehmer und leitete sie bis 1869. Zudem bekleidete Ochsenius in Chile diverse öffentliche Ämter. 1865 bereiste er die Ölgebiete Nordamerikas, 1866 erstellte er geologische Gutachten in Tunis. 1867 begutachtete er bolivianische Guano- und Kohlevorkommen, 1869 Schwefelgruben in Sizilien, 1870 Erzlager in Peru. 1878/79 folgten Gutachtertätigkeiten für ein franz. Bankenkonsortium in Utah und Nevada.

Der Verlust seiner in chilenischen Papieren angelegten Ersparnisse durch Staatsbankrott zwang ihn, seit 1885 als Gutachter bei der Firma Kali-Bergbau tätig zu werden.

1871 hatte sich O. als Privatgelehrter in Marburg niedergelassen und sein wissenschaftliches Material ausgewertet. 1877 erschien sein Hauptwerk: „Die Bildung der Steinsalzlager und ihrer Mutterlaugensalze“.

Ochsenius wurde bekannt durch seine Barrentheorie: Entstehung von Salzlagerstätten in Trockenklimaten in durch untermeerischen Barren fast abgeschlossenen Meeresbuchten, in denen sich die Salze infolge Verdunstung anreichern und ausgescheiden.

O. gilt als Pionier der hannoverschen Kali-Industrie. Nach ihm gab sein Lehrer und Mentor Philippi einer Schnecke, einer Geraniumpflanze und einer Muschel den Artnamen „ochsenii“.|


Literatur:

  • Ochsenius, C. (1877). Die Bildung der Steinsalzlager und ihrer Mutterlaugensalze unter specieller Berücksichtigung der Flötze von Douglashall in der Egeln'schen Mulde. S.156-60. Buch, 172 S.
  • Ochsenius, C. (1884). Chile, Land u. Leute.
  • Ochsenius, C. (1887). Die Bildung d. Natronsalpeters aus Mutterlaugensalzen.
  • Ochsenius, C. (1892). Zur Bildung v. Kohleflözen, in: Zs. d. dt. geol. Ges. 44, S.84.
  • Mayr, Helmut (1999). "Ochsenius, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 19, S.413 f.

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