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China – Mineralien, Fundstellen, Lagerstätten

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  • Autor: Berthold Ottens (2008)
  • Verlag: C. Weise, München, in Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg. Sammlung: Schloss Freudenstein.
  • 552 Seiten. Format: 24,5 x 28,5 cm. 2,84 kg.
  • ISBN: 9783921656747
  • Preis : 59,- Euro

Inhaltsbeschreibung

Durch den enormen wirtschaftlichen Aufschwung in China (der Weltanteil an der Erzeugung z.B. von Baryt beträgt 51%, Graphit 65%, Blei 49%, Seltene Erden 97% (!), Wolfram 83%....) kamen die phantastischen chinesischen Mineralien auch immer stärker auf den Markt und ins Bewusstsein der Sammler. Beschränkten sich vor 25 Jahren die bekannten chinesischen Mineralien auf getrommelte Achate und Zinnober, so lässt das Mineralien-Angebot heute keine Wünsche übrig, sei es die Größe, die Schönheit, die Ausprägung der Kristalle oder die Vielfalt der Mineralarten. In den letzten Jahren kamen auch noch bemerkenswerte Fossil-Funde auf den Markt. Und dementsprechend ist das Sammler-Interesse gestiegen.

Das China-Buch von Ottens ist noch vor dem großen Indien-Band entstanden und offenbart durch seinen Reichtum an Bildern der schönsten Mineralien ihrer Art und vieler Fundstellen einen Prachtband und zugleich Enzyklopädie chinesischer Mineralien. Man merkt schnell, dass der Autor große Detailkenntnisse der Fundstellen und Mineralien hat und in diesem Band findet man Bilder der besten Sammlungsstücke von vielen Sammlungen: Neben seiner eigenen, insbesondere der Geowissenschaftlichen Sammlung der Bergakademie Freiberg sowie der Pohl-Sammlung in Schloss Freudenstein. Die Schönheit der Stufen lenkte in der ersten Zeit, also in den 80er Jahren davon ab, dass keine verlässlichen Informationen über die Herkunft und die Fundstellen zu bekommen waren. Grund waren Desinteresse der Händler, fehlende Sammeltraditionen und vermeintliche Wettbewerbsvorteile. Erste Reisen von Sammlern und Händlern halfen, verlässliche Angaben zu bekommen. Und darunter war auch Berthold Ottens, der in der Folgezeit viele Artikel über chinesische Mineralien und deren Fundstellen publizierte. Die bekanntesten Lagerstätte wie Fengjiashan, Yaogangxian oder Xianghualing wurden öfter von ausländischen Händlern besucht und durch die reichlich zur Verfügung stehende, meist chinesische geologische Literatur kristallisierte sich zusammen mit zahlreichen Mineralstufen, ein gutes Bild. Dadurch ist es möglich, Stufen mit fraglicher Zuordnung richtig einzuordnen. Bei weniger bekannten Abbauen oder auch Mineralfundpunkten ohne Rohstoffförderung, beschrieben ebenfalls Händler nähere Einzelheiten, sodass man heute auch ein brauchbares Bild für die Zuordnung unbekannter Fundortangaben hat. Bei der 3. Art von Fundstellen handelt es sich um kleine, nur gelegentlich Sammlerstufen liefernde Fundorte, von denen man bis heute wenig weiß, sodass nachträgliche Identifikationen kaum möglich sind. Der Autor will u.A. mit seinem Buch durch systematische Darstellung eine wichtige Orientierungshilfe bei der Identifikation und Zuordnung liefern. Dem dient ein bebilderter Index sowie eine gezielte Darstellung der für die jeweilige Lagerstätte charakteristischen Formen und Vergesellschaftungen. Für das bessere Verständnis der Fundortangaben gibt es gebietsübergreifende Karten. Der Autor geht bewusst ganzheitlich vor, indem er zum Verständnis der Mineralisationen erstmals die Geologie näher erklärt und zum besseren Verständnis der Fundumstände und Rahmenbedingungen viele Fundortbilder und Bilder des Landes und seiner Menschen einfügt. Insgesamt gibt es über 1000 Bilder in dem Werk. Auch die Rohstoffseiten verdienen Beachtung, verschleierte doch das Land, je mehr man zeitlich zurück blickt, nach kommunistischer Tradition diesen Teil. Interessant für den Sammler sind Mineralien. Hier welche, die mir besonders aufgefallen sind: Dort ist Ferberit von Yaogangxian, Scheelit von Dongshan, Piaotang und Xuebaoding, Kassiterit von Ximeng, Piaotang und Xuebaoding, Pyromorphit von Daoping, Galenit von Kangjiawang, Fluorite von vielen Fundstellen, Rubine, Spinelle von Ailaoshan, Saphir aus Changle, Zinnober von Tongren, Pääkonenit und Kermesit aus Daufeng, Apophyllit und Inesit von Fengjiashan, Euklas aus dem Dayugebirge, Topas, Verdelith und Aquamarin aus Gaoligongshan, Wulfenit aus Kuruktag, Berggold aus Shandong, Antimonit aus Lushi, Smaragd und Wolframit vom Berg Dayokon, Mimetesit aus Pingtouling......


Beurteilung

Dieses Buch schließt eine Lücke, weil es bisher keine umfassende Übersicht über chinesische Mineralien gab. Insgesamt gefällt mir das Buch sehr, da es in der Darstellung eigentlich keinen Wunsch mehr offen lässt. Aber zum Lesen, wie ein Roman, ist es durch seinen Umfang, weniger geeignet, obwohl es fasziniert von der ersten bis zur letzten Seite.


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