'._('einklappen').'
 

PGE

Engl.: Platinum Group Elements



Internationale mineralogisch-lagerstättenkundlich-metallurgische Terminologie für die Elemente der Platingruppe: Platin (Pt), Palladium (Pd), Rhodium (Rh), Osmium (Os), Iridium (Ir) und Ruthenium (Ru).
Ein charakteristisches Merkmal der PGE-Erze ist die große Anzahl von Begleitelementen (inklusive seltene Metalle, welche jedoch oft nur in wenigen Prozenten oder in wenige mm großen Partikeln enthalten sind). Die wichtigsten Begleitelemente sind Cu, Ni, Fe, Pb und S in Sulfiden; Ag und Au in Ag-Erzen; Pt, Pd, As, Sb und Sn in den eigentlichen PGE-Erzen (d.h. 12 Elemente, bzw. mehr als 10% der Elemente des Periodensystems). PGM sind oft mit miteinander oder mit Gold legiert.

Zur Unterscheidung: PGM (Platinum Group Metals) sind Mineralien/Erze, welche einen wesentlichen Bestandteil an PGE haben. Zur Zeit sind ca. 109 (2002) PGM-Mineralspezies dokumentiert.

In der Wirtschaft (Metallmärkte, Commodities) wird in der Regel Bezug auf den Metallaspekt der PGE genommen und der Begriff PGM gewöhnlich nur für die Metalle selbst benutzt.


Lagerstätten

PGE kommen sowohl alluvial als auch in geosynklinalen basischen/ultrabasischen Gesteinen, intrakontinentalen Rifts, basisch/ultrabasischen Intrusionen, Carbonatiten und in Ophiolithen vor. Die weltweit wichtigsten Lagerstätten sind Sudbury (Ontario, Kanada), Noril'sk (Tajmyr, Russland), Goodnews Bay (Alaska, USA), Bushveld (Merensky Reef/Witwatersrand, Südafrika), Rovaniemi (Finnland, in Exploration).
Die südafrikanischen Vorkommen sind die größten der Welt; Noril'sk ist das weltgrößte Palladium-Vorkommen und der weltweit zweitgrößte Anbeiter von PGE nach dem Bushveld. Desweiteren das weltwichtige Au-PGE-Vorkommen von der Serra Pelada, Region Carajas, Brasilien.


Geschichte

Platin war bereits in der Antike (1.400 v.Chr. in Ägypten, im 7.Jh. v.Chr. in Griechenland) bekannt; es gibt präkolumbianische (ca. 800 n.Chr.) Schmuckstücke aus Gold, die mit Platin überzogen sind, welches aus alluvialen Vorkommen in den Flüssen Ecuadors gefunden wurden. Seit 1730 waren vergoldete Platinmünzen und Platinbarren im kolonialen Südamerika im Umlauf, die von den Spaniern jedoch als Fälschungen erkannt und ins Meer geworfen wurden. Seit dem 18.Jh. wurde Platin ein begehrtes Material zur Herstellung von Schmuck und Kunstobjekten.


Anwendung

Die PGE haben unzählige industrielle Verwendungsmöglichkeiten, wobei Platin (Pt-Rh) als Katalysator bei chemischen Reaktionen (z.B. bei der Salpetersäureherstellung) die wichtigste Rolle spielt. Die außergewöhnlichen Eigenschaften der PGE werden auch bei Injektionsnadeln, Zahnfüllungen, Thermometern, Zündmagneten mit hoher Spannung, U-Boot-Detektoren und in der Raumfahrttechnologie genutzt.


Literatur

  • The Mineralogy and Beneficiation of PGM–Cu–Ni Ores. Themenheft des Can. Mineral. Jhrg.49 Nr.6 (2011) S.1345-1710. Inhaltsverzeichnis siehe http://canmin.geoscienceworld.org/content/vol49/issue6/?etoc (zuletzt aufgerufen am 15.3.2012)
  • Cabri, L.J., (Hrsg.), 2002; The platinum-group minerals. Geology, Geochemistry, Mineralogy and Mineral Beneficiation of Platinum-Group Elements; CIM Spec. Vol. 54, 852 S., 13-129
  • GSA Geol. Soc. of America; 2001; Annual meting; abstracts ( Nov. 5-8, 2001 )
  • Mitchell, A.H.G., Carson, M.S.; 1981; Mineral deposits and global tectonic settings
  • St. John, J., 1984; Noble metals ; Time-Life Books ; 116-137

Quellangaben


Einordnung