'._('einklappen').'
 

Karsten POREZAG (2017). "...edle Gänge an Kupffer Ertz sich reichlich zeigen..." Kupfererzbergbau und Kupferhüttenwesen um Wetzlar 1607 – 1897.

Historische Forschung zur Regional-, Montan- und Technikgeschichte.

BILD:1523609920

  • Autor: Karsten POREZAG (2017).
  • Verlag: Eigenverlag, Lahnstr.35, 35578 Wetzlar.
  • Preis: 49,- Euro.
  • 2 Bde., 700 S. 430 Farbbilder.
  • ISBN: 9783877071175

Inhaltsbeschreibung

Eine interessante Einband-Decke des Buches sprach mich auf der Börse direkt an. Und dann erst einmal eine Portion Skepsis: Kupfererzbergbau im Kreis Wetzlar? Eisenerze ja – aber von Kupfer hatte ich noch nie gehört! Aber der Name des Autors sagte mir was: Ich hatte schon Bücher ähnlichen Themenkreises aus seiner Feder gesehen. Und dies ist jetzt sein 15. Buch!

Das Werk ist in 6 größere Einheiten unterteilt und fängt an mit „I. Allgemeinem zum Kupfererzbergbau“. Hier erhält auch der weniger versierte Leser eine gute Einführung zum Thema. Der Autor beschreibt sehr detailliert die besonderen Eigenschaften und Verwendungen vom Metall Kupfer und der daraus resultierenden Bronze-Legierungen. Man merkt den lokalen Historiker mit seinen besonderen Ausführungen zu historischen Glocken und Kanonen. Ein Unterkapitel widmet sich dem regionalen Kupfererzbergbau, einschließlich der Geologie. Einige Bilder von regionalen Kupfererzen vervollständigen das Bild. Für den Altkreis Wetzlar ist Kupferbergbau spätestens ab 1607 mit der gräflich Solms-Braunfels’schen „Goldtgrube“ bei Berghausen belegt. Ein wichtiges Unterkapitel widmet sich dem Bergregal als rechtliche Grundlage des Bergbaus und dem Übergang zum Preußischen Berggesetz 1815. Dies alles ist sehr akribisch an Hand lokaler Ereignisse dargestellt.

Das II. Kapitel behandelt den „Kupfererzbergbau im Altkreis Wetzlar“. POREZAG gelang es, viele historischen Unterlagen zu sichten und eingehend darzustellen. Dabei geht er systematisch nach Bergwerksverleihungen vor. Hier wird deutlich, wo lagerstättenbedingt ein nachhaltiger Bergbau entstehen konnte und wo man über Untersuchungsarbeiten nicht hinaus kam. Dies ist, wie das ganze Werk, mit vielen Karten, Übersichten und Original-Belegen, angereichert. Es kristallisierten sich dabei die Gebiete um Asslar, Braunfels, Ehringshausen, Hohenahr etc. heraus. Nach dem Kupfererzbergbau folgt als weiterer Schwerpunkt die „III. Historische Kupfererzverhüttung“, die in ihrem Ablauf zuerst allgemein dargestellt wird. Historische Baukosten-Akten einer regionalen Schmelzhütte von 1562 ermöglicht einen direkten Vergleich zu diesem Thema im bekannten Buch „De re metallica Libri XII“ von Georg Agricola (1556). Präzise wie in den vorherigen Kapiteln werden jetzt einige regionale Kupferschmelzen besprochen. Als Abschluss an diese 3 Zentral-Kapitel erfolgt bei IV. Einordnung und Wertung. Die hier erstmalig erfassten Erkenntnisse werden hier zusammengefasst und mit benachbarten Kupferrevieren verglichen und bewertet. Da sind z.B. die verschiedenen Lagerstättentypen vorgestellt, wobei im Altkreis Wetzlar und im Nassauischen Dillgebiet sog. „Reicherze“ aus massivem Kupferkies vorkommen. Diese Gewinnung und Verhüttung hat die regionale Entwicklung des Wetzlarer Raumes mitgeprägt.

Im Kapitel V. Exkurse bespricht der Autor verschiedene Bergbau-Themen wie Quecksilbererze, Eisenerze, Silber und Gold, Münzprägungen, historische Persönlichkeiten, Bergsagen etwas genauer. Auch dem Naturforscher Denis Papin und seinen bergmännischen Hebvorrichtungen widmet er einige Seiten. Ein „Anhang“ als Teil VI. erklärt sehr genau bergmännische Begriffe. Danach werden Maße, Gewichte und Münzverhältnisse gegenüber gestellt.


Beurteilung

Ein primär auf den Kreis Wetzlar bezogenes Buch über den historischen Kupferbergbau und die entsprechende Verhüttung. Das Buch ist empfehlenswert, weil es ausgehend von sehr genauen Lokalangaben u.a. auf übergeordnete Verhältnisse schließen lässt.


Besprochen von


Einordnung