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Isurus (RAFINESQUE, 1810)

Synonyme: Cosmopolitodus (GLIKMAN, 1964) (nur für Isurus hastalis und Isurus planus)

Im Augenblick wird von wissenschaftlicher Seite geklärt, welcher Gattungsname (Isurus oder Cosmopolitodus) in Zukunft für diese Arten verwendet werden soll. Bis zur Klärung wird in der nächsten Zeit noch der allgemein gebräuchliche Gattungsname Isurus in diesem Portrait verwendet.

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Isurus oxyrinchus
Oberkiefer-Frontzahn, ca. 5cm
Miozän, Hemmorium
Bremen, Deutschland
Foto: AZRAEL

Allgemeines

Am Anfang des Tertiär entstand eine Gruppe von Makrelenhaien, die sich im Laufe der nächsten Jahrmillionen zu einer der erfolgreichsten Gattungen in der Geschichte der Haie entwickelte. Es waren die Makohaie, oder mit dem wissenschaftlichem Namen Isurus sp. Auch heute noch, knapp 60 Millionen Jahre nach ihrem ersten Auftreten, gibt es Vertreter der Makos, wie sie auch genannt werden. Am Ende des Miozäns entwickelte sich aus einer Art der Gattung Isurus gar der heute gefürchtete weiße Hai, Carcharodon Carcharias. Darauf wird aber im Abschnitt Evolution noch näher eingegangen.

Zähne der Makohaie wurden weltweit in nahezu allen fossilen Meeresablagerungen ab dem Paläozän gefunden. Sie kommen so häufig vor, dass nicht wenige Sammler ausschließlich Zähne der Gattung Isurus sammeln.

Wenn man die noch heute lebende Art Isurus oxyrinchus und deren Verhalten betrachtet, kann man viel über die ausgestorbenen Arten der Gattung erfahren: Makos waren und sind mittelgroße bis große Haie, die sowohl in küstennahen als auch in ozeanischen Gewässern leben. Sie bevorzugen warme Gewässer, deren Temperatur nicht unter ca. 16° Celsius liegen darf und ernähren sich hauptsächlich von mittelgroßen Fischen und Tintenfischen, machen aber auch vor anderer Nahrung wie Thunfischen nicht Halt und verspeisen sogar andere Haiarten. Dies verdeutlicht auch ihre typische Zahnform (siehe auch Abschnitt "Zahnbeschreibung"). Bemerkenswert ist auch die außerordentliche Geschwindigkeit der Makohaie: Sie gehören zu den schnellsten Fischen der Welt und erreichen Geschwindigkeiten von über 80 km/h. Darüber hinaus sind sie auch äußerst ausdauernd: Es wurden Haie der Art Isurus oxyrinchus beobachtet, die in ungefähr 40 Tagen mehr als 2.000 Kilometer wanderten.

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Isurus hastalis
Lateralzahn, ca. 3,5 cm
Miozän, Langefeldium
Sittensen, Deutschland
Foto: AZRAEL

Evolution

Die Evolution der Gattung Isurus zu beschreiben ist nicht ganz einfach, da es mehrere Verzweigungen in ihrem Stammbaum gibt und auch Teile der Entwicklung von einigen Wissenschaftlern heftig umstritten sind.

Ein wahrscheinlicher Vorfahre der Makohaie ist die Gattung Cretolamna sp., die in der Kreide mit mehreren Arten vertreten war. Diese starben ungefähr zeitgleich mit dem ersten Erscheinen der Makos aus. Die erste Art, die den Namen Isurus trägt, ist Isurus schoutedeni aus dem oberen Paleozän. Sie entwickelte sich relativ schnell, am Anfang des Eozäns, zu Isurus praecursor. Diese Art lebte unverändert bis zum Oligozän. Dort aber veränderte sich Isurus praecursor.

Einige Wissenschaftler meinen, im unteren Oligozän wäre die Art Isurus desori entstanden, aus der sich dann mehrere Abspaltungen entwickelten, die aber selbst auch bis zum mittleren Pliozän existierte, wo sie sich zu Isurus oxyrinchus entwickelte.

Eine andere Theorie, gestützt auf Untersuchungen von Reinecke im Jahr 2005 besagt, dass Isurus desori in Wahrheit nur im unteren Oligozän existiert hat und mit der Unterart Isurus desori flandricus aus dem Oligozän Europas im oberen Oligozän dann zu Isurus oxyrinchus wurde. Da dies im Moment als die wahrscheinlichere Möglichkeit gilt, werden wir an dieser Stelle mit Reineckes Theorie von der Entwicklung der Makohaie arbeiten.

Isurus praecursor entwickelte sich im unteren Oligozän zu Isurus desori, der rasch zu Isurus desori flandricus wurde. Diese Unterart wiederum entwickelte sich zu Isurus oxyrinchus. Isurus oxyrinchus war der wahrscheinlich erfolgreichste Hai der Gattung, denn aus ihr entsprangen später mehrere Entwicklungslinien. Isurus oxyrinchus selbst existiert bis heute.

Im untersten Miozän spaltete sich aus einer Gruppe von Isurus oxyrinchus die frühe Version von Isurus hastalis ab, der wohl bekanntesten und häufigsten Art der Makohaie. Nahezu gleichzeitig entwickelte sich aus Isurus oxyrinchus aber auch die Art Isurus retroflexus, die unverändert bis ins mittlere Pliozän lebte, um sich dort zu Isurus paucus zu entwickeln, einer Art, die zusammen mit Isurus oxyrinchus auch heute noch in den Meeren vertreten ist. Aus Isurus hastalis jedoch entwickelten sich wiederum einige neue Versionen der Makohaie.

Im mittleren Miozän spalteten sich zwei neue Arten von Isurus hastalis ab. Eine ist Isurus planus, die schon im oberen Miozän ausstarb, die andere ist Isurus escheri. Isurus escheri hatte eine nicht sonderlich stark ausgeprägte Zackung der Schneidekanten. Diese war vermutlich nicht effektiv genug bei der Beutejagd und so starb auch Isurus escheri gemeinsam mit Isurus hastalis im mittleren Pliozän aus.

Allerdings noch vor alledem, im unteren Miozän, hatte sich eine weitere Art aus Isurus hastalis entwickelt, nämlich Isurus xiphodon, die Breitform des Hastalis. Aus Isurus xiphodon, der als eigene Art bis an die Grenze unteres/ mittleres Pliozän überlebte, wurde im oberen Miozän der große weiße Hai, Carcharodon carcharias. Transitionen (Übergangsformen) von Isurus xiphodon zu Carcharodon carcharias, lassen sich u.a. in Chile finden. Der weiße Hai lebt bis heute unverändert.

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Isurus retroflexus
Lateralzahn, ca. 3,5 cm
Miozän, Hemmorium
Bremen, Deutschland
Foto: AZRAEL

Arten

  • Isurus schoutedeni (HERMAN, 1972), Paleozän
  • Isurus praecursor (LERICHE, 1905), Eozän
  • Isurus desori (SISMONDA, 1849), Oligozän
  • Isurus desori flandricus (LERICHE 1910), Oligozän
  • Isurus oxyrinchus (RAFINESQUE, 1809), ob. Oligozän-rezent
  • Isurus planus (AGASSIZ, 1856), Miozän
  • Isurus xiphodon (AGASSIZ, 1843), Miozän
  • Isurus retroflexus (AGASSIZ, 1843), Miozän-Pliozän
  • Isurus hastalis (AGASSIZ, 1843), Miozän-Pliozän
  • Isurus escheri (AGASSIZ, 1844), Miozän-Pliozän
  • Isurus paucus (GUITART MANDAY, 1966) Pliozän-rezent

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Isurus oxyrinchus
Unterkiefer-Frontzahn, ca. 4,5 cm
Miozän, Hemmorium
Bremen, Deutschland
Foto: AZRAEL

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Isurus hastalis
ca. 4,5 cm
Miozän
Mill, Niederlande
Foto: bardenoki

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Isurus hastalis
Miozän, Hemmorium
Oberkiefer-Frontzahn, ca. 4 cm
Bremen, Deutschland
Foto: AZRAEL

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Isurus hastalis
Oberkiefer-Frontzahn, ca. 4,5 cm
Miozän, Langhien
Loupian,Frankreich
Foto: AZRAEL

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Isurus hastalis
ca. 5,5 cm
Miozän
Mill, Niederlande
Foto: Grenzton

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Isurus planus
Lateralzahn, ca. 4cm
Miozän, Sharktooth Area
Kalifornien, USA
Foto: AZRAEL

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Isurus escheri
ca. 3,5 cm
Miozän, Langefeldium
Sittensen, Deutschland
Foto: AZRAEL

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Isurus escheri
ca. 3,7 cm
Miozän
Mill, Niederlande
Foto: Grenzton

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Isurus retroflexus
Lateralzahn, ca. 2,5 cm
Miozän, Hemmorium
Bremen, Deutschland
Foto: AZRAEL


Quellenangaben