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Notorhynchus (AYRES, 1855)

Synonyme: Notidanion (JORDAN & HANNIBAL, 1923)

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Notorhynchus primigenius
Lateralzahn, ca. 2,5 cm
Mio./Pliozän
Pungo River/Yorktown frm.
Lee Creek, Aurora, NC, USA
Foto: AZRAEL

Allgemeines

Die Gattung Notorhynchus kommt mit einer Art Notorhynchus cepedianus Péron vorwiegend in gemäßigten Meeren des Südatlantik bis zum mittleren und östlichen Indopazifik vor. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Fisch, wobei der Anteil an anderen Haien, sogar von seiner eigenen Art, beträchtlich ist. Der bis zu 3 m groß werdende Hai lebt bis zu einer Tiefe von 50 m. Aufgrund seiner sehr attraktiven Zähne ist diese Art bei Sportanglern sehr beliebt, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch der letzte Vertreter einer uralten Gattung für immer verschwunden ist.

Evolution

Es wird im Augenblick sehr heftig diskutiert, welche Gattung der Hexanchiden aus dem Jura als direkter Vorläufer für die Gattung Notorhynchus in Frage kommt. Nach bestehender Ansicht kommt die Gattung Notidanus (MÜNSTER 1843) durchaus in Betracht. Zähne dieser Gattung wurden aus allen Formationen des Juras gemeldet. Allerdings durchweg als sehr seltene Einzelfunde. Der erste sichere Vertreter aus der Gattung Notorhynchus ist Notorhynchus aptiensis (PICTET, 1865). Diese Art wurde in den Kreideschichten des Alb/Santon gefunden. Aufgrund der Tatsache, dass alle typischen Gattungsmerkmale sehr ausgeprägt sind und sein fast weltweites Vorkommen z.B. in Deutschland, Frankreich, Australien und den USA, kann man davon ausgehen, dass der Ursprung wesentlich weiter zurückliegt.

In der oberen Kreide ist diese Gattung momentan noch nicht nachgewiesen worden, erscheint aber wieder mit der Art Notorhynchus serratissimus (AGASSIZ, 1844) im unteren Ypres/Eozän. Bekannte Fundorte sind z.B. Egem in Belgien, besonders aber in Sheppey, England, wo diese Art recht häufig gefunden werden kann.

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Notorhynchus kempi
Lateralzahn, ca. 2,5 cm
Eozän, Barton
Tushbair, Kasachstan
Foto: AZRAEL

Aus dem oberen Eozän, Barton, England, beschrieb David Ward 1979 die wesentlich größere Art Notorhynchus kempi. Der Verbreitungsschwerpunkt dieser Art war das Gebiet Manghyshlak im heutigen Kasachstan. In Europa ist Notorhynchus kempi in vielen Ländern, u.a. Deutschland, wenn auch recht selten, nachgewiesen worden. Man kann diese Art durchaus als direkten Vorfahren von Notorhynchus primigenius ansehen. Notorhynchus primigenius (AGASSIZ, 1843) war im Oligozän, aber auch im Miozän weltweit verbreitet. Es gibt wohl kaum eine größere marine Fundstelle, wo diese Art noch nicht gefunden wurde. Bemerkenswert ist, dass Zähne von Notorhynchus primigenius aus dem Oligozän, z.B. im Mainzer Becken, wesentlich größer und kräftiger gebaut sind, als Exemplare dieser Art aus dem Miozän.

Die übereinstimmenden Merkmale der Zähne von Notorhynchus primigenius und der heutigen Art Notorhynchus cepedianus machen es im Augenblick sehr schwer, eine klare Trennung zwischen beiden Arten vornehmen zu können. Der Status von Notorhynchus lawleyi (FULGOSI, 1984) aus dem Pliozän von Italien ist wohl nur ein Synonym von Notorhynchus primigenius bzw. Notorhynchus cepedianus.

Zahnbeschreibung

Die Zähne sind nicht sehr dick und weniger breit (bis zu 3 cm) als bei Hexanchus. Bei jedem Zahn gibt es eine gleichmäßige Abnahme der Größe der Spitzen, beginnend mit der Hauptspitze, die nicht sehr viel höher ist als die erste anschließende Nebenspitze. 4-5 Nebenspitzen können vorkommen. Die Wurzel ist hoch und flach, mit einem geradlinigen Basalrand. Der Symphysenzahn, welcher schmal ist, hat eine gerade Spitze und eine sehr hohe und dicke Wurzel.


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Notorhynchus aptiensis
Kreide, ob. Apt, Gargasium
Carniol, Frankreich
Foto: AZRAEL

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Notorhynchus kempi
Lateralzahn, ca. 2,7 cm
Eozän, Barton
Sary-Nijaz, Kasachstan
Foto: AZRAEL

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Notorhynchus serratissimus
Lateralzahn, ca. 0,8 cm
Eozän, Ypres, London Clay
Essex, England
Foto: AZRAEL

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Notorhynchus primigenius
Lateralzahn, ca. 1,7 cm
ob.Oligozän, Chatt, Kassel-Formation
Kassel, Deutschland
Foto: AZRAEL

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Notorhynchus primigenius
Unterkieferlateralzahn, ca. 2,5 cm
Miozän, Hemmorium
Bremen, Deutschland
Foto: AZRAEL

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Notorhynchus primigenius
Oberkieferlateralzahn, ca. 1,9 cm
Miozän, Hemmorium
Bremen, Deutschland
Foto: AZRAEL

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Notorhynchus primigenius
Symhysenzahn, 1,3 cm
Oligozän
Eckelsheim, Mainzer Becken
Foto: CARCHARIAS


Quellenangaben