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Weltonia (WARD, 1979)

Synonym: Notidanus (ARAMBOURG, 1952)

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Weltonia ancistrodon
Lateralzahn, ca. 1,4 cm
Eozän, Ypres
Khouribga, Marokko
Foto: AZRAEL

Allgemeines

Arambourg beschrieb diese Gattung 1952 als Notidanus, aus den Phosphatlagerstätten von Ouled Abdoun, Marokko. Auf jeder größeren Börse werden zahlreiche Zähne dieser Gattung zum Kauf angeboten. Leider achten die einheimischen Sammler und Händler nicht auf stratigraphische Unterschiede bei den Aufsammlungen. Aus Marokko werden zwei verschiedene Formen auf den Börsen angeboten: eine Form mit ausgeprägter, geschwungener Hauptspitze (Conus) bzw. mit einer kurzen Hauptspitze, die Parallelen zu der Gattung Heptranchias (RAFINESQUE, 1810) aufweist.

Sammler diskutieren schon seit einiger Zeit, ob es sich um zwei unterschiedliche Arten handelt, die aus verschiedenen Schichten stammen. Ebenso könnte es sich um geschlechtsspezifische Unterschiede handeln. Bei mehreren heutigen Haigattungen ist es erwiesen, dass die Weibchen, z.B. bei der Gattungen Notorhynchus und Hexanchus, eine dickere Haut haben, um bei den Paarungsbissen keine ernsthaften Verletzungen davon zu tragen. Bei vergleichenden Studien stellte sich bei der Art Weltonia burnhamensis (WARD, 1979) aus dem Eozän von England heraus, dass auch bei dieser Art zwei Formen - diesmal gesichert aus der selben Schicht (London Clay, Ypres) - gleichzeitig auftreten. WARD schrieb allerdings 1979 die Form mit der kurzen Hauptspitze einer anderen Gattung, nämlich Hexanchus hookeri (WARD, 1979), zu.

Evolution

Durch die übereinstimmende Zahnmorphologie kann man davon ausgehen, dass die Vorläufer in der Gattung Hexanchus zu suchen sind. Erste Vertreter aus der Gattung Weltonia stammen aus der oberen Kreide der Lampert Formation (Maastricht) von Hornby Island, Kanada. Weltonia ancistrodon (ARAMBOURG, 1952) wurde aus dem Dan von Limhamn bis zum Paläozän/Eozän von Marokko nachgewiesen. Diese Art wurde im Ypres (Eozän) von der Art Weltonia burnhamensis (WARD, 1979) abgelöst. Es bedarf dringend einer Revision dieser Gattung.

Sporadische Funde weltweit, meist handelt es sich lediglich um Fragmente, zeugen von einer wechselvollen Entwicklungsgeschichte, die kaum bekannt ist.

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Weltonia burnhamensis
Oberkieferzahn, ca. 0,6 cm
Eozän, Ypres, London Clay
Burnham-on-Crouch, England
Foto: AZRAEL

Zahnbeschreibung (nach Cappetta)

Die bis zu 1,5 cm breiten unteren Zähne dieser Gattung sind charakterisiert durch extrem verlängerte Hauptspitzen mit deutlich s-förmigen Umriss. Ihre vorderen Schneidekanten haben im allgemeinen einige unregelmäßige und leicht gewellte Riffelungen an ihrer Basis, die auch höher reichen können. Die hintere Schneidekante ist durchgehend glatt, kann aber vor der Basis der Hauptspitze aufhören.

Die äußere Seite ist etwas weniger konvex als die innere. 3-8 Nebenspitzen kommen vor und nehmen stetig nach hinten an Größe ab. Die erste Nebenspitze ist bereits wesentlich kürzer als die Hauptspitze. Die Nebenspitzen sind sehr scharf und nach hinten gebogen. Ihre äußeren Seiten sind fast ebenso konvex wie ihre inneren.

Von hinten gesehen, sind diese Nebenspitzen nach außen gerichtet, während die Kronenspitze der Hauptspitze nach innen gerichtet ist. Die Wurzel ist im Umriss trapezförmig und vorn höher als hinten. Die Kerbe ist deutlich ausgeprägt und flach. Die innere Wölbung ragt ziemlich weit hervor und die innere Seite der Wurzel ist deutlich ausgeprägt. Die Basalseite ist flach, jedoch leicht komprimiert unterhalb der Wölbung. Die äußere Seite ist sehr flach.

Arten

  • Weltonia sp., Kreide, Maastricht
  • Weltonia ancistrodon (ARAMBOURG, 1952), Paläozän-Eozän
  • Weltonia burnhamensis (WARD, 1979), Eozän-Ypres

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Weltonia ancistrodon
Lateralzahn, ca. 1,3 cm
Eozän, Ypres
Khouribga, Marokko
Foto: AZRAEL

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Weltonia sp.
Lateralzahn, ca. 1,3 cm
Kreide, Maastricht, Lampert Frm.
Hornby Island, Kanada.
Foto: AZRAEL

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Weltonia burnhamensis
Unterkieferlateralzahn, ca. 0,9 cm
Eozän, Ypres, London Clay
Burnham-on-Crouch, England
Foto: AZRAEL


Quellenangaben