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Casapalca

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Peru / Lima, Region / Huarochiri, Provinz / Casapalca, Revier

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Casapalca liegt ca. 100 km E von Lima, auf einer Höhe von 4.125 m unterhalb eines 5.200 m hohen Bergmassivs

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Erste Bergbauaktivitäten durch Backus und Johnston in den späten 1800er Jahren; danach durch die Cerro de Pasco Corp. 1919 waren die bedeutendsten Gruben Carlos Francisco, gefolgt von Agua Calientes, Carmen, Colquecheca, Germania, San Antonio und Chuquichuccho. Seit 1991 Bergbaurechte bei Centromin.

Geo­lo­gie

Kalksteine aus der Oberen Kreide, tertiäre andesitische Tuffe und intrudierte Syenite und Diorite unbekannten Alters. Polymetallische Lagerstätte mit epithermalen Silbererzen (Akanthit, Proustit, Pyrargyrit und Miargyrit) und Pyrit in Pyrit-silikatischen Gängen

Verkürzte Mineralienatlas URL

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Verkürzte Pfadangabe

Casapalca, Huarochiri, Lima, PE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Casapalca
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Casapalca

Die beste Art der Fortbewegung in den Bergbaurevieren der Hochanden; Straße nach Casapalca

Copyright: Collector
Beitrag: Collector 2006-01-03

Ausführliche Beschreibung

Eines der wichtigsten peruanischen Cu-Pb-Zn-Ag-Bergbaureviere.

Eingrenzung: Casapalca - Pacococha - Morococha - San Cristobal -Revier, wobei Casapalca in der Provinz Huarochiri, Department Lima und Morococha und San Cristobal in der Provinz Yauli, Department Junin liegen. (Yauli wird tw. auch als Bergbaugebiet bezeichnet). Von den gelogischen Gegebenheiten und von den polymetallischen Erzkörpern her werden hier die einzelnen Revier als eine übergeordnete Lagerstätte betrachtet.


Lage

Casapalca liegt ca. 100 km E von Lima, auf einer Höhe von 4.125 m unterhalb eines 5.200 m hohen Bergmassivs. Morococha liegt 17 km ENE von Casapalca; die Mina San Cristobal ca. 19km SE von Casapalca und Pacococha ca. 20 km SW von Casapalca. Casapalca ist in ca. 4 Stunden Autofahrt von Lima aus erreichbar.


Bergbau und Geschichte

  • Casapalca (Stadt Casapalca 4.200m)
    Erste Bergbauaktivitäten durch Backus und Johnston in den späten 1800er Jahren; danach durch die Cerro de Pasco Corp. 1919 waren die bedeutendsten Gruben Carlos Francisco, gefolgt von Agua Calientes, Carmen, Colquecheca, Germania, San Antonio und Chuquichuccho. Seit 1991 Bergbaurechte bei Centromin.
    Zum Casapalca-Revier gehört auch die ca. 6 km E von und oberhalb Casapalca liegende Mina Santa Rita, welche durch ausgezeichnete Rhodochrositstufen bekannt geworden ist.
  • Pacococha (zwischen 4.600 und 5.200m)
    Bergbau seit der kolonialen Zeit. Moderner Abbau seit den 1950er Jahren. Die Hauptgrube in den 70er Jahren war Purisima, gefolgt von (nach Größe): San Alejandro, Incataycuna, San David, Reserva, Carolina, Colquechaca, Santiago Mayor und Santiago Menor. Die Reserven waren gegen 1997 erschöpft. Zum Pacococha-Revier wird auch die Lagerstätte San Juan de Millotingo gezählt (4km NE von Pacococha).
  • Morococha (4.400m)
    Bergbau wurde bereits vor 1634 von Portugiesen betrieben, dann nach langer Unterbrechung 1760 reaktiviert; 1915 wurden die Bergbaurechte von der Cerro de Pasco Corporation gekauft. 1970 existierten sieben Gruben, von welchen drei aktiv waren (Alpamina, Arapa, Galera, Potosi, Santa Catalina, Sacracancha und Volcan). Komplexer Über- und Untertage-Bergbau. Die gesamte Förderstrecke betrug 560km, von welchen jedoch nur 80km genutzt wurden. 1984 begann die Mina Huacracocha zu produzieren. Der Morococha-Bergbaukomplex wurde 1980 durch die Guerilla des "Sendero Luminoso" zerstört; ab 1990 wieder aufgebaut, jedoch mit einer verringerten Kapazität von nur 63%.
  • San Cristobal (4.700m)
    Das Vorkommen wurde seit den frühen 1900er Jahren nahe der Schneegrenze, tw. nur gering unter der Oberfläche, auf Silber abgebaut. Das Gebiet gehörte einst zum Yauli-Bergbaurevier, wobei Yauli jedoch ca. 10km N der MIna San Cristobal im Yauli-Tal liegt. Die wichtigsten Gruben waren: San Cristobal, Huaripampa, Carahuacra, Santa Rita, Toldorrumi und Andaychagua. Der Abbau erstreckt sich auf eine Höhe von 5.000m; über der Bergarbeitersiedlung liegen Gletscher. 1929 von der Cerro de Pasco Corp. gekauft; seit 1991 liegen die Bergbaurechte bei Centromin.

Geologie und Lagerstätte

Das gesamte Gebiet ist Teil der zentralperuanischen metallogenetischen Subprovinz, zu welcher Casapalca, Morococha, Yauli und Cerro de Pasco gehören.

  • Casapalca
    Kalksteine aus der Oberen Kreide, tertiäre andesitische Tuffe und intrudierte Syenite und Diorite unbekannten Alters. Polymetallische Lagerstätte mit epithermalen Silbererzen (Akanthit, Proustit, Pyrargyrit und Miargyrit) und Pyrit in Pyrit-silikatischen Gängen
  • Pacococha
    Känozoische andesitische Lavaströme mit einer Mächtigkeit zwischen 700-1000m, dazwischenliegend Tuffe und Rhyolithe, welche durch mehrere feinkörnige pyritisiserte, silikatische, kaolinisierte Diabase oder Dioritstöcke intrudiert wurden. Gangförmige Lagerstätte mit Gängen von 500-1000m und einer Mächtigkeit von 1 bis 1,5m.
  • Morococha
    Permische Vulkanite und jurassisch-cretazäische Kalkstein- und Dolomitformationen aus der Oberen Kreide, intrudierte Quarz-Monzonite. Eine subvulkanische Erzlagerstätte mit Erzgängen und Erzdecken (mantos).
  • San Cristobal
    Monzonit-Porphyr-Stöcke und Dikes, welche Phyllite und überliegende Vulkanite intrudieren. Gangförmige Lagerstätte; Carahuacra ist ein Manto-Typ Erzkörper (Verdrängungslagerstätte).

Mineralien

Aus dem gesamten Revier kamen in den 80er bis Ende der 90er Jahre hervorragender Calcit, Dolomit, Pyrit, Galenit, Tetraedrit und Sphalerit, meist ein oder zwei Mineralarten miteinander vergesellschaftet. Rhodochrosit von der Mina Manuelita nahe Morococha in scharfkantigen, rhomboedrischen, tiefhimbeerroten Kristallen bis 5 cm und von der Mina Santa Rita zahlreiche Stufen mit Kristallen bis über 2,5 cm. Die meisten Rhodochrosite kamen unter dem Fundortnamen Morococha in den Handel. Von Millotingo und San Cristobal hervorragende Pyrargyrite in idiomorphen Kristallen bis mehrere cm. Aus Casapalca weltbeste Tetraedrite mit Kristallen bis über 12 cm, tw. sehr attraktiv in langnadelige Quarzkristalle eingebettet, goldbraune bis bernsteinfarbene und rötliche, hochglänzende Sphalerite bis über 10 cm (Gang Carlos Francisco), glasklare, grobblättrige Baryte mit Stibnitnadeln sowie sehr große Manganocalcite mit feiner rosaroter Färbung. Von San Cristobal feine haar- bis lockenförmige Silberaggregate auf Galenit und mit Pyrargyrit. Aus der Mina Alpamina fast transparenter Sphalerit, vergesellschaftet mit Freibergit. Von Sacracancha hochglänzender skelettartiger Galenit in Kristallen bis über 5 cm.

Mineralien (Anzahl: 52)

Mineralbilder (16 Bilder gesamt)

Sphalerit, Quarz, Tennantit
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Sphalerit, Quarz, Tennantit

Sphalerit, Quarz, Tennantit, 12,5 x 10,5 x 4,7 cm, Bildbreite ca. 4,8 cm, Casapalca, Peru.

Sammlung: si-sucher
Copyright: kraukl
Beitrag: si-sucher 2011-12-21
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Rhodochrosit, Quarz
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Rhodochrosit, Quarz

Rhodochrosit, Quarz, 13,8 x 7,2 x 3,5 cm, Bildbreite ca. 5,2 cm, Casapalca, Peru.

Sammlung: si-sucher
Copyright: kraukl
Beitrag: si-sucher 2011-12-21
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Pyrit, Quarz, Sphalerit, Galenit
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Pyrit, Quarz, Sphalerit, Galenit

Pyrit, gestreift, Quarz, Sphalerit, Galenit, Pyrit XX bis 0,9 cm, 6,7 x 5,1 x 4,0 cm, Casapakca, Peru.

Sammlung: si-sucher
Copyright: kraukl
Beitrag: si-sucher 2011-07-27
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Gesteine (Anzahl: 9)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Mc Laughlin, D.H., Moses, J.H. (1945). Geology of the mining region in Peru; Mining and Metallurgy, 26, 512-19.
  • Ly, P., Arce, S. (1965). Pacococha in Boggio, M.S., (1985) Peru: A Mining Country; vol. 4, Ore deposits, Part 2, 486-90
  • Petersen, U. (1965). Regional geology and major ore deposits in the Andes of Central Peru; in Boggio, M.S. (1985); Peru: A mining country, vol. 4, Ore deposits, Part 1, 17-94.
  • Fisher, J. (1977). Minas y Mineros en el Peru Colonial 1776-1824.
  • Seroka, P. (1980). Peru - Mineralfundstellen in den Anden; Lapis :5, 9, 9-16.
  • Crowley, J.A., Currier, R.H., Szenics, T. (1997). Mines and Minerals of Peru.
  • Hyrsl, J. (2015). Über die neuen Mineralienfunde in Peru. Min.-Welt, Jg.26, H.2, S.26-53.
  • Hyrsl, J. (2016). Mineralien-Eldorado Anden. Min.-Welt, Jg.27, H.6, S.42-69.

Quellangaben

  • Verfasser (mehrfache Besuche des Bergbaugebietes und der Gruben zwischen 1980 und 2002 sowie auszugsweise aus dem o.a. in Lapis veröffentlichten Artikel): Collector

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