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Quarzsteinbruch Stanislaw

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Polen / Niederschlesien (Dolnoslaskie), Woiwodschaft / Hirschberg (Jelenia Góra), Powiat / Schreiberhau (Szklarska Poręba) / Jakobsthal (Jakuszyce) / Quarzsteinbruch Stanislaw

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Am besten wählt man die Anfahrt vom tschechischen Harracho in Richtung Norden über den dortigen Grenzübergang nach Polen. Kurz hinter der Grenze befindet sich die kleine Ansiedelung Jakuszyce. Am nodöstlichen Ortsende befindet sich rechtsseitig eine Tankstelle, in deren Bereich man parken kann. Der zu wählende Weg (Sandecke) beginnt unmittelbar gegenüber der Tankstelle (ein Befahren des Weges ist laut Schild nicht gestattet). Man verfolgt diesen immer leicht ansteigenden Weg nach NW, mit herrlichen Fernsichten zum hinterücksliegenden Riesengebirge.

Nach ca. 2,5 km trifft man auf ein Wegekreuz, wo man sich rechtsseitig nach NE wendet und nach weiteren ca. 2,5 km ansteigenden Weges durch Waldgebiet auf das Steinbruchgelände stößt. Schon auf dem letzten Wegstück sind linkseitig große Halden gebrochen weißen Gesteins zu erkennen. Auf dem eigentlichen Betriebs- bzw. Lagerplatz mit benachbarter Brechanlage steht das ganze Gelände bei Sonnenschein in einem unwahrscheinlich gleißend hellem Licht, bedingt durch das überall liegende, weiße Quarzgestein. Den eigentlichen Bruch erreicht man durch das Umrunden der Bergkuppe, um dann von NE her in den großen Steinbruch zu gelangen.

Der Steinbruch selbst befindet sich auf dem Luftbild im nordwestlichen Teil. Im Süden und Südosten befinden sich zwei schneeweiße Quarzhalden.

Fund­s­tel­len­typ

Tagebau/Steinbruch (aktiv)

Geo­lo­gie

Iser-Riesengebirgs-Kristallin Komplex; Quarzgang (10 km). Hierin vor allem Milchquarze bis 20 cm.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Frei zugänglich, Betretungserlaubnis am Wochenende problemlos vor Ort erhalten.

Letz­ter Be­such

September 2004

GPS-Ko­or­di­na­ten

Jakuszyce - Quarzsteinbruch Stanislaw - N 50° 51' 4" E 15° 26' 30"



Jakuszyce - Quarzsteinbruch Stanislaw

WGS 84: 
Lat.: 50,85111111° N, 
Long: 15,44166667° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 51' 4" N,
   Long: 15° 26' 30" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Jizerske Hory – Krkonose – Západ M. 1: 50 000 (2003). Cartography Shocart, spol.s.r.o

Krkonose - Zapa Riesengebirge West M. 1: 25 000. Vojenský katografický ústav,s.p.,Harmanec.

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=1073
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Verkürzte Pfadangabe

Quarzsteinbruch Stanislaw, Jakobsthal, Schreiberhau, Hirschberg, Powiat, Niederschlesien, Woiwodschaft, PL
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (11 Bilder gesamt)

Steinbruch SW Wandende
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Steinbruch SW Wandende

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

Copyright: mima
Beitrag: mima 2007-01-17
Steinbruchsohle Quarzgang
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Steinbruchsohle Quarzgang

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

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Beitrag: mima 2007-01-17
Steinbruch NE Seite
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Steinbruch NE Seite

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

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Beitrag: mima 2007-01-17

Ausführliche Beschreibung

BILD:1169051296

Südwestseite

BILD:1169050349

Steinbruch Stanislaw

BILD:1169050732

Fernblick zum Steinbruch Stanislaw


Beschreibung

Der Steinbruch Stanislaw soll der höchstgelegene von Europa sein, was aber nicht stimmt, in der Schweiz gibt es höhere. Nach Höhenabgriff aus der Karte liegt er etwa bei ca. 1000 m NN. Seine Dimensionen sind beeindruckend. Auf ca. 60m Tiefe verfolgt er das SW-NE Streichen eines gewaltigen Quarzganges von 15-20m Breite. Die NW-Seite des Bruches wird von verschiedenen Gneisarten gebildet, den SE-Stoß bildet Hornfels (Biotit-Hornfels) als metamorphes Umwandlungsgestein.

Der Quarz tritt massig auf, vereinzelt drusig. Er ist von großer Reinheit. Seine Farben reichen je nach Beimengung von weiß über hellblau, rot - rosa bis gelblich. An den Salbändern tritt besonders Pyrit auf. Die gewonnenen Quarzbrocken werden anschließend in einer örtlichen Brecheranlage auf bestimmte Körnungen gebrochen. Verwendung findet Quarz in der Glas-, Hütten- und Keramikindustrie.


Geologie

Iser- und Riesengebirge gehören aus geologischer Sicht zum Iser-Riesengebirgs-Kristallin Komplex. Paläozoische Schiefer wurde infolgte der kaledonischen Faltung verändert, was bestimmend für die Hauptrichtung des Iser-Riesengebirgs-Kristallins wurde. Während der späteren variszischen (hercynischen) Faltung indrudierte Granitmagma (Mitte Karbon) in den Kern der kystallinen Schiefer, wobei sich das sogenannte Iser-Riesengebirgs-Granitmassiv (Granitpluton von 5km Dicke) bildete.

Der Granit blieb in der Tiefe stecken und erreichte die Oberfläche als heutige Bergkuppen erst später, durch Verwitterung und Abtragung des Deckgesteins. Auf Grund der Abkühlungsprozesse des Granitplutons ist dieser dreidimensional von Abkühlungsflächen/Rissen/Spalten durchzogen, die später beim oberflächigen Anstehen des Granits, in Folge der Verwitterung, zu den typischen Formen der Wollsackverwitterung führten. Zugleich tangierten die glühenden Granitmassen im Kontaet die alten kristallinen Schiefer, führten zu deren Strukturveränderung und verursachten die Bildung neuer Minerale (z.B. Hornstein) sowie Erzlagern (Zinn). Die alpide Faltung hob das Riesengebirge letztendlich auf heutiges Niveau.

Auch nach heutigem Kenntnisstand bleiben speziell die Westsudeten ein schwer durchschaubares Mosaik einzelner isolierter Schollen und deren Tektonik (Schönberg/Neugebauer 1997).

Das Fundgebiet liegt an der nördlichen Abdachung des polnischen Teils des Isergebirges. An der Grenze Riesengebirgsgranit zum Gneis setzt eine ca.10 km lange SW-NE streichende, ca.15-80 m breite, verkieselte Verwerfungsspalte (Gangquarz) auf, die kurz vor der tschechischen Grenze ausstreicht. Diese ist älter als der Riesengebirgsgranit (BERG). Nach neueren Untersuchungen wird die Störung der variszischen Gebirgsbildung zugeordnet. Ein ähnliches Gegenstück bildet hierzu der sogenannte bayerische "Pfahl".

Mineralien (Anzahl: 8)

Mineralbilder (3 Bilder gesamt)

Quarz xx
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Quarz xx

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

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Beitrag: mima 2007-01-17
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Pyrit Salband
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Pyrit Salband

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

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Beitrag: mima 2007-01-17
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Rosenquarz
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Rosenquarz

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

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Gesteine (Anzahl: 5)

Gesteinsbilder (2 Bilder gesamt)

Gneis
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Gneis

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

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Quarzit
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Quarzit

Quarzsteinbruch Stanislaw bei Jakuszyce

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Beitrag: mima 2007-01-17
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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Berg, G. (1922): Die Gesteine des Isergebirges.
  • Böhme, I. (1930): Der Formenschatz im Isergebirge. In: Firgenwald. Vierteljahresschrift für Geologie und Erdkunde der Sudetenländer. 3.Jg. H.1 und 2.
  • Brinkmann, R. (1991): Abriß der Geologie. Bd. 2 Historische Geologie: Erd- und Lebensgeschichre / neu bearb. von Karl Krömmelbein.-14. Aufl., ISBN 3-432-80604-3.
  • Dlugoszewska, A. (2005): Minerals from Pegmatoids of the N Part of the Karkonosze Massiv cover.Towarzystow Mineralogiczne-Prace Specjalne Min. Society of Poland-Spec. Papers Zeszyt 26, 2005; Vol.26.
  • Dvorak, J., Jirasko, F. & Stursa, J. (1996): Krkonose – Guide to the Krkonose Mountains. Gentiana (Vlg.) Jilemnice. ISBN 80-902133-2-4.
  • Liebe, M. & S. (1983): Vom Isergebirge zur Schneekoppe. Brockhaus Verlag Leipzig.
  • Römmelbein, K. (1991): Brinkmanns Abriß der Geolodie. 2. Bd. Historische Geologie. (Darin Sudeten). Ferd. Enke Vlg. Stuttgart.
  • Schönberg, R. & Neugebauer, J. (1997): Einführung in die Geologie Europas. Rombach Verlag. ISBN:3793091473.
  • Walther, J. (1921): Geologie von Deutschland (Darin S.372-81 Die Sudeten).
  • Zora, P. (1981): Jizerské Hory. CTK-Pressfoto, Prag.

Quellenangaben

Einordnung