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Porzellan

Brennt man Kaolin, Quarz und Feldspat, so erhält man ein festes Produkt, das Porzellan. Dieses wurde im frühen Mittelalter in China gefertigt und ausserhalb wußte man wegen der Geheimhaltung lange nicht, wie und woraus man es produziert. Erst Böttger fand 1708 einen Weg, das begehrte Produkt zu erzeugen. Er gilt als der Begründer des europäischen Porzellans und der Meissener Porzellanmanufaktur. Quarz spielt die Rolle des Magerungsmittels, Feldspat die des Flußmittels.

Verwendet man einen größeren Anteil an Kaolin (ca.50% Kaolin, ca. 25% Quarz, ca. 25% Feldspat), so erhält man beim Brennen das Hartporzellan. Vermehrt man dagegen den Anteil an Quarz und Feldspat (ca. 25% Kaolin, ca. 45% Quarz, ca. 30% Feldspat), so entsteht Weichporzellan.

Die Trommelmühle ist das Kennzeichen der feinkeramischen Technologie.

Weichporzellan:

Infolge des größeren Flußmittelgehaltes kann man bei niedrigerer Temperatur (1200 - 1300 Grad) brennen. Hierbei entsteht eine größere Verzierfähigkeit, weil die meisten Porzellanfarben zwar die Brenntemperaturen des Weichporzellans, nicht aber die des Hartporzellans aushalten. Farbenprächtige Porzellane bestehen daher aus Weichporzellan. Hierher gehören die normalen Haushalts-Essgeschirre wie auch das japanische und chinesische Porzellan.

Hartporzellan:

Zur Herstellung von Hartporzellan werden die Rohmaterialien gut vermahlen. Die Verarbeitung erfolgt entweder durch die Drehscheibe oder durch Giessen. Elektrotechnische Kleinteile werden meist feucht gepresst. Die vorgetrockneten Gegenstände werden bei 900 Grad rohgebrannt. Dann erfolgt das Eintauchen in einen Glasurbrei und damit brennt man ein 2.Mal bei 1400 - 1500 Grad "fertig" (Garbrannt, Glattbrand). Eine farbige Verzierung kann durch "Scharffeuerfarben" jetzt oder auch vor der Glasur erfolgen. Danach nochmaliger Brannt bei 600 - 900 Grad in Muffelöfen. Nur wenige oxidische Farbpigmente sind hier brauchbar: Kobaltoxid für Blau, Chromoxid für Grün, Eisenoxid für Braun, Thenardsblau für Blau.


Literatur:

  • Gustav Weiß: Keramik-Lexikon: Praktisches Wissen griffbereit. Haupt, Bern/ Stuttgart/ Wien 1998, ISBN 3-258-05871-7.
  • Sven Frotscher: dtv-Atlas: Keramik und Porzellan. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2003, ISBN 3-423-03258-8.
  • Julius Matusz: Porzellan: Betrachtungen aus der Geschichte der ältesten Manufakturen Europas. Insel, Frankfurt am Main/ Leipzig 1996, ISBN 3-458-33460-2.
  • Wilhelm Mrazek, Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan 1718-1864. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1970.
  • Emanuel Poche: Porzellanmarken: Porzellanmarken aus aller Welt. 13.Aufl. Dausien, Hanau 2002, ISBN 3-7684-1489-2.
  • Robert E. Röntgen: Deutsche Porzellanmarken von 1710 bis heute. Battenberg, München 2007, ISBN 978-3-86646-013-3.
  • Li Zhiyan, Cheng Wen: Keramik und Porzellan in China: Vom Tontopf der Steinzeitmenschen zur Porzellankunst. Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 1996, ISBN 7-119-01314-9.

Weblinks:



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