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Rötel

Rötel ist ein Gemisch aus wasserfreiem Eisenoxid (meist Hämatit) und Tonerde (bzw. verwittertem Feldspat mit oder ohne Kalkanteil, bzw. Al-haltigen Silikaten, Oxiden und Hydroxiden). Der Eisenoxidgehalt kann bis zu 32% betragen. Das Gemisch ist natürlich fest, fühlt sich tonig-fettig an, hat eine gute Haftfähigkeit und ist wasserabweisend. Rötel wurde auch als roter Bolus bezeichnet.

Rötel ist im Prinzip eine rote Varietät von > Ocker, welcher anstelle von Eisenoxidhydrat wasserfreies Eisenoxid enthält und nicht gelb bis braungelb, sondern rot gefärbt ist.
Wie Limonit kommt auch Rötel oft in Form von Konkretionen vor, bzw. häufig als Füllung von solchen.


Geschichte und Verwendung

Rötel wurde seit vielen tausend Jahren bereits in der Höhlenmalerei benutzt; berühmt sind die bis heute gut erhaltenen Tierzeichnungen von Altamira in Spanien und Laschaux in Südfrankreich. Das rote Gemisch wurde als Heilmittel gegen Geschwüre und - mit Honig vermischt, gegen Mundfäule (Herpes) verwendet sowie als Gegengift bei Schlangenbissen benutzt.

Seit der Zeit der alten Römer bis ins 19. Jh. war geglühter Rötel, vermischt mit Öl, ein bekannter und geschätzter, Meerwasser unempfindlicher Schutzanstrich für Schiffsplanken und wurde von den Schiffsbauern vom englischen Kanal über Frankreich bis nach Spanien verwendet. Der Rötel kam zum großen Teil aus dem nördlichen Saarland, wo er über- und untertage abgebaut und zwischen Frühjahr und Sommer mit Esels- oder Pferdefuhrwerken in ganz Mitteleuropa verbracht wurde. Ein wichtiges Vorkommen war auch Troschenreuth bei Pegnitz (Oberpfalz). Die besten Rötel-Käufer saßen in den Häfen von Marseille, Nordspanien und an der Nordsee; einige Rötelkrämer hatten Kunden in Oberschlesien und Ostpreußen.

Die zweitwichtigste Verwendung fand Rötel in Form von Skizzierstiften, welche ähnlich Kreidestiften aus der roten Tonerde herausgeschnitten wurden und sich hervorragend zum Zeichnen eignen. (da die Rötelzeichnung nicht wischfest ist, muss sie fixiert werden).


Bilder

Hämatit
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Hämatit

Hämatit-Konkretion, „Rötel“, außen & „Trennwände“ in Limonit umgewandelt; Dm. ca. 4 cm. Scherzhaft als "Schminkdose" bezeichnet; Sitzendorf, Bez. Hollabrunn, NÖ, 2012; Hollabrunn-Mistelbach-...

Sammlung: Oliver S.
Copyright: oliverOliver
Beitrag: oliverOliver 2014-02-11
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Rötel
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Rötel

Fundort: Freihung, Landkreis Amberg-Sulzbach, Bayern, Deutschland; Funddatum: 26.09.1961 in der Nähe des Rötelweihers; Größe: 45 x 30 x 20 mm

Copyright: rtbstone
Beitrag: rtbstone 2007-05-31
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Ocker, Hämatit, Goethit

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