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Radiolarien

Radiolarien oder "Strahlentierchen" sind wenig-(ein)- zellige, heterotrophe eukaryothische Lebewesen, welche zum Reich der Protisten gehören; d.h. eines der sechs Reiche (Monera (Archaebakteria und Eubakteria), Protista, Fungi, Animalia und Plantae (Whittacker, 1969). Zu den Protisten gehören ein- oder wenigzellige Algen, Schleimpilze und einzellige Protozoen.

Die Radiolarien werden wie folgt systematisiert.

  • Klassifikation: Lebewesen
  • Domäne: Eukaryota (Eukaryoten)
  • Reich: Protisten (Protista), bzw. Protozoen oder Protoctisten
  • Unterreich: Rhizaria (hierzu gehören u.a. auch die Foraminiferen)
  • Stamm: Acanthopoda
  • Klassen

Radiolarien besitzen radial abstehende Cytoplasma-Fortsätze, die von innen mit dünnen, starren Stacheln aus Siliziumdioxid (in Form von Opal (wasserhaltiges amorphes SiO2) und aus Protein bestehenden Bündel von Mikrotubuli gestützt werden. Die SiO2-Stützen gehen strahlenförmig von einem ebenfalls aus SiO2 bestehenden Innenskelett aus, ds aus einer sphärischen, durchlöcherten Kapsel oder mehreren konzentrisch angeordneten Kapseln besteht.

Ausnahmen bilden Acantharea, deren Innenskelett aus Strontiumsulfatkristallen (SrSO4), bzw. dem Mineral Coelestin besteht. Neben SiO2 (bzw. SrSO4) enthalten die Skelette auch organische Bestandteile.

Radiolarien gehören neben Schwämmen und Kieselalgen zu den gesteinsbildenden Organismen mit Opalskelett (Opal A). Sind ihre Ablagerungen massenhaft angereichert, bilden sie kieselige biogene Sedimente. Radiolarien kommen in den Meeren in sehr großen Mengen vor und entnehmen dem Wasser Siliziumdioxid zum Bau ihrer Skelette. Nach ihrem Absterben sinken sie ab, wobei die organischen Bestandteile zersetzt werden und nur das Skelettmaterial erhalten bleibt. Am Meeresboden bildet sich ein rotbrauner, grünlicher oder grauschwarzer Radiolarienschlamm aus Skelettopal (wasserhaltiges, amorphes SiO2). Radiolarienschlämme bedecken etwa 2,6 % der Meeresböden (Hauptverbreitungsgebiet im äquatorialen Westpazifik) und bestehen zu 30 – 80 % aus Radiolarienskelettmaterial, durchschnittlich enthalten sie etwa 55 % kieselige Bestandteile, der restliche Sedimentanteil besteht überwiegend aus Kalk, der zum größten Teil aus den Schalen von Foraminiferen stammt.

Unter dem Druck der auflagernden Schichten verfestigt sich das Sediment und der organisch entstandene, instabile Opal wird mit fortschreitender Diagenese (Gesteinsbildung) schrittweise zu Opal CT und schließlich zu stabilem Mikroquarz umgewandelt. Es entstehen Radiolarite, auch Hornstein genannt. Schwarzer Hornstein wird häufig als Lydit oder, etwas irreführend, als Kieselschiefer bezeichnet. Berühmt sind die Zeichnungen von Radiolarien, welche Ernst Haeckel 1861 angefertigt und 1862 veröffentlicht hat sowie die Zeichnungen aus den Berichten der wissenschaftlichen Reise der HMS Challenger während der Jahre 1873-1876, veröffentlicht 1885-1895.

BILD:1154241576

Radiolarien
Bild aus dem Bericht "Report of the scientific results
of the exploring voyage of HMS Challenger during the
years 1873-1876.
Bildrechte: Public Domain


Quellenangabe

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