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Ramdohr, Paul

Prof. Dr. Paul Ramdohr (* 1. Januar 1890 Überlingen; † 8. März 1985 Weinheim) war ein deutscher Mineraloge, Lagerstätten-Forscher und ein Pionier der Erz-Mikroskopie.

L.: Prof. Ramdohr, r.: H.-W. Bültemann
L.: Prof. Ramdohr, r.: H.-W. Bültemann

Grube: unbekannt. (Urangrube). Menzenschwand? Anfang 60er Jahre.

Holger Bültemann
Prof. Dr. Paul Ramdohr
Prof. Dr. Paul Ramdohr

70er-Jahre

Archiv: Doc Diether
V. links n. rechts: H.W. Bültemann, Prof. P. Ramdohr und Prof. G.C. Amstutz
V. links n. rechts: H.W. Bültemann, Prof. P. Ramdohr und Prof. G.C. Amstutz

in der Uran-Grube Menzenschwand. Anfang 80er Jahre. (1982?)

Holger Bültemann
Prof. Dr. Paul Ramdohr
Prof. Dr. Paul Ramdohr

an seinem Arbeitsplatz, mit Mikroskop. Heidelberg. 70er Jahre.

Archiv: Doc Diether

Ramdohr verbrachte seine frühen Jahre in SW Deutschland. Nach 2 Jahren Studium an der Universität Heidelberg nahm er aktiv am 1. WK teil und promovierte daher erst 1919 an der Universität Göttingen über den Basalt der Blauen Kuppe bei Eschwege.

Er war von 1919-21 Assistent in Darmstadt, danach von 1921-26 in Clausthal. Hier wurde sein Interesse an der Lagerstättenkunde und erzmikroskopischen Untersuchungen geweckt, was sein ganzes Leben bestimmen sollte. 1926 folgte er einem Ruf an die RWTH in Aachen auf einen Lehrstuhl für Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 1934 verließ er Aachen und folgte einem Ruf an die Humboldt-Universität nach Berlin. Karl Strunz war sein Assistent von 1935 bis 1950. Er wechselte 1951 an den Lehrstuhl für Mineralogie und Petrologie, den er bis zu seiner Emeritierung 1958 inne hatte. Ab 1950 begann seine produktivste Phase. Danach legte er seinen Interessenschwerpunkt auf erzmikroskopische Untersuchungen von Meteoriten. Hier entdeckte er mehrere neue Mineralien. Er erhielt von der NASA Mondgestein zur Untersuchung.

Er erhielt mehrere Ehrendoktorwürden, Preise und Medaillen, verfaßte viele wissenschaftliche Artikel und war als Lehrbuchautor erfolgreich. Von ihm und Klockmann stammt das Lehrbuch der Mineralogie, eine Mineral- und Lagerstättenkunde sowie das Standardwerk "Die Erzmineralien und ihre Verwachsungen".

Das Mineral Ramdohrit wurde nach ihm benannt. Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft verleiht jährlich den Paul Ramdohr-Preis an junge Nachwuchs-Mineralogen. Er war viele Jahre im Vorstand der VFMG und wurde 1967 Ehrenmitglied.


Literatur:

  • Ramdohr, P. (1919). Über die Blaue Kuppe bei Eschwege und benachbarte Basaltvorkommen. Jb. kgl. preuß. geol. LA, Jg.38, S.284-355.
  • 1928: Über den Mineralbestand und die Strukturen der Erze des Rammelbergs.
  • 1931–1934: Lehrbuch der Erzmikroskopie Band 1 und 2 zusammen mit Hans Schneiderhöhn.
  • 1936: Lehrbuch der Mineralogie zusammen mit Friedrich Klockmann.
  • 1950: Die Erzmineralien und ihre Verwachsungen 1. Auflage.
  • 1955: Petrografie Göschen-Band 4. Auflage.
  • Lieber, W. (1979). Paul Ramdohr zum 90. Geburtstag am 1.1.1980. Lapis, Jg.4, Nr.12, S.4.
  • Strunz, H. (1980). Paul Ramdohr - Zum 1. Januar 1890 und 1980. Aufschluss, Jg.31, Nr.1, S.1-3.
  • Strunz, H. (1985). Paul Ramdohr - 1890 - 1985. Aufschluss, Jg.36, Nr.5, S.141-42.

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