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Reiff, Winfried

Prof. Dr. Winfried Reiff (* 01.09.1930 Stuittgart; ; † 22.08.2014 Leinfelden-Echterdingen) war ein deutscher Geologe.

Winfried Reiff besuchte von 1937 bis 1941 die Falkert-Volkschule und von 1941 bis 1950 das Karls-Gymnasium in Stuttgart, wo er auch sein Abitur ablegte. Ab dem Wintersemester 1950/51 begann sein Studium an der TH Stuttgart für das Höhere Lehramt mit dem Hauptfach Geologie. Sein Diplom erwarb er 1955 mit der Arbeit „Über den pleistozänen Sauerwasserkalk von Stuttgart-Münster-Bad Cannstatt“. Seine Doktorarbeit „Beiträge zur Geologie des Albuchs und der Heidenheimer Alb (Württemberg)“ legte er an der Technischen Hochschule Stuttgart (heute Univ. Stuttgart) am 19.6.1958 vor. Seine berufliche Laufbahn begann mit Zeitverträgen beim Geologischen Landesamt in Stuttgart und einer befristeten Arbeit bei einem Ingenieurbüro. Er wurde im Herbst 1960 beim Staatlichen Sonderbauamt Stuttgart, Planungsgruppe Depot, angestellt und beriet bau-grundgeologisch die Bauten des Bundes in den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen. 1962 wurde seine Stelle dem Geologischen Landesamt übertragen. Winfried Reiff wurde schon 1975 zum Leitenden Regierungsdirektor (später: Leitender Geologiedirektor) ernannt. In seiner Amtszeit wuchs das Personal der Zweigstelle auf etwa 35 Bedienstete. Krankheitsbedingt trat er 1992 in den Ruhestand. Er hatte mehrere Lehraufträge für Ingenieurgeologie. Reiff wurde 1975 von der Universität Stuttgart zum Honorarprofessor ernannt.

Seine wichtigsten geologischen Arbeiten beschäftigten sich mit dem Steinheimer Becken. Als 1960 die beiden US-amerikanischen Geologen E.M. Shoemaker und E.C.T. Chao erkannten, dass das Nördlinger Ries durch einen Meteoriteneinschlag entstanden war, schien auch die Form und der Untergrund des Steinheimer Beckens auf einen Meteoriteneinschlag hinzuweisen. Da Winfried Reiff das Blatt 7326 Heidenheim an der Brenz mit dem Steinheimer Becken geologisch kartiert hatte, kannte er sich dort bestens aus. So gelang es ihm und seinem Kollegen am Landesamt, Dr. Paul Groschopf, durch 30 Tiefbohrungen das Entstehen des Steinheimer Beckens auf einen Meteoriteneinschlag zurückzuführen. Diese Erkenntnis führte zusammen mit dem schon bekannten Fossilreichtum der Kraterablagerungen dazu, dass ein Meteorkratermuseum im Ortsteil Steinheim-Sontheim eingerichtet wurde. Dies geschah unter maßgeblicher Mitarbeit von Winfried Reiff zusammen mit Prof. Dr. K.D. Adam und Dr. E.P.J. Heizmann vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart. Auch bei der Konzeption des Geologischen Lehrpfads und des Meteorkrater-Rundwanderwegs war Winfried Reiff stark beteiligt.

Ein 2. wichtiges Forschungsfeld war der schon in seiner Diplomarbeit behandelte Travertin von Bad Cannstatt. Weitere Forschungsfelder Winfried Reiffs waren die Landschaftsgeschichte, Korallen im Oberjura, Rohstoffgewinnung, Hydrogeologie und Ingenieurgeologie, hier besonders die Rutschungen. Insgesamt hat Winfried Reiff ca. 160 wissenschaftliche Veröffentlichungen geschrieben.

Für seine Verdienste um das Steinheimer Becken wurde er Ehrenbürger der Stadt Steinheim.


Literatur:

  • Reiff, W. (1974). Einschlagkrater kosmischer Körper auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Aufschluss, Jg.25, Nr.7/8, S.368-80.
  • GROSCHOPF, P. & REIFF, W. (1966). Ergebnisse neuerer Untersuchungen im Steinheimer Becken (Württemberg). Jh. Ver. vaterl. Naturkde. Württemberg, 121, S.155—68, Stuttgart.
  • GROSCHOPF, P. & REIFF, W. (1971). Vorläufige Ergebnisse der Forschungsbohrungen 1970 im Steinheimer Becken (Schwäbische Alb). Jh. geol. LA Baden-Württemberg, 13, S.223-26, Freiburg.
  • Elmar P.J. Heizmann, Winfried Reiff, Gemeinde Steinheim am Albuch (Hrsg.): Der Steinheimer Meteorkrater, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2002.
  • Armin Scherzinger, Winfried Reiff, Elmar P.J. Heizmann, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (Hrsg.): Geologischer Lehrpfad: Gemeinde Steinheim am Albuch.

Weblinks:


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