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Libysches Wüstenglas (Ливийское стекло)

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Wüstenglas
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Wüstenglas

Fundort: Libysche Wüste, Ägypten - Größe: 7 x 5 x 3,5 cm

Sammlung: Mineralroli
Copyright: Mineralroli
Beitrag: Mineralroli 2008-07-05
Wüstenglas
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Wüstenglas

Wüstenglas - ein klastitfreies glasiges Impaktschmelzgestein;
aus einem Impakt vor ca. 28-30 mio Jahren;
Fundort: Nahe Oase Koufra, Libysche Wüste, Ägypten;
Größe: 7 x 10 cm

Sammlung: Peter Seroka
Copyright: Peter Seroka
Beitrag: Collector 2006-02-12
Libysches Wüstenglas
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Libysches Wüstenglas

Größe: 10,6 x 8,4 cm; Fundort: Libysche Wüste, Ägypten

Sammlung: British Museum of Natural History
Copyright: Rock Currier
Beitrag: slugslayer 2011-07-31
Wüstenglas
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Wüstenglas

Libysche Wüste in Ägypten, vom Wüstensand poliert (Windschliff), 37 x 30 x 13 mm

Sammlung: Embarak
Copyright: Embarak
Beitrag: Embarak 2013-08-21
Lybisches Wüstenglas
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Lybisches Wüstenglas (SNr: 1763)

Lybische Wüste, Ägypten, BB 70 mm

Sammlung: Reinhold
Copyright: Reinhold
Beitrag: Reinhold 2014-12-16
Lybisches Wüstenglas
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Lybisches Wüstenglas (SNr: 1763)

Lybische Wüste, Ägypten, BB 70 mm

Sammlung: Reinhold
Copyright: Reinhold
Beitrag: Reinhold 2014-12-16

Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Sedimentäre Gesteine und Sedimente  ⇒ Klastische Sedimente  ⇒ Impaktgläser

Andere Sprachen

Russisch

Ливийское стекло

Englisch

libyan desert glass

Deutsch

Libysches Wüstenglas

Französisch

Verre Libyque

Italienisch

Vetro del deserto libico

Ausführliche Beschreibung

Neu definiert als metamorphes, klastitfreies, glasiges Impakt-Schmelzgestein (IUGS-SCMR, 2004).

Libysches Wüstenglas (LWG ; engl.: LDG = Libyan Desert Glass)

Auf der Welt einzigartig ist Wüstenglas aus der Libyschen Wüste in Ägypten (im Grenzgebiet zu Libyen, nicht in Libyen!). Das Vorkommen liegt in einem ca. 50x80 km großen Gebiet (Wüstenglasgebiet, 25°30' Ost; 25°30' Nord) der östlichen Sahara, nahe der Oase Koufra, im Bereich des N'Giffel Khabir (Gilf Khebir) (arab.: Großes Sandmeer), einem der trockensten Gebiete der Welt im SW von Ägypten. Wüstenglas ist je nach Auffassung verschiedener Autoren ein Tektit oder ein Impaktit, bzw. ein Produkt als Folge eines Meteoriten- oder Asteroideneinschlages (Impakt) vor ca. 28-30 Mio Jahren auf der Erdoberfläche.

Nachdem im Jahr 2006 Mitarbeiter der Boston University den Doppelring-Einschlagkrater mit einem Durchmesser von 31 km entdeckten, wird angenommen, dass dieses Glas bei diesem Impakt entstanden ist. In Anlehnung an das Gebiet "Gilf Khebir", in welchem der Krater liegt, wird er als Khebir-Krater bezeichnet. Das Terrain, in welchem der Khebir-Krater entstand, ist ein mehr als 100 mio Jahre alter Sandstein. Das Alter des Kraters wurde bis heute (2009) noch nicht bestimmt.

Das libysche Wüstenglas ist farblos, honig-, hell-mittelgelb (tw. leicht grünlich), transparent bis semitransparent, auch milchig-weiß bis schwarzgrau, nichtkristallin, mit muscheligem Bruch. Es gehört zu den natürlichen Quarz-Gläsern.

Nasschemische und Fission-Track-Analysen ergaben eine Zusammensetzung aus

  • 98,4% SiO2
  • 1,02% Al2O3
  • 0,18% Fe2O3
  • 0,20% (Mg,Ca)O
  • 0,07% (Na,K)2O
  • 0,13% TiO2
  • sowie Spuren von Iridium (bis 4-6 ng/g) und Metalle der Platinfamilie.

Die Zusammensetzung entspricht etwa der von Chondriten

Der Schmelzpunkt liegt bei 1.700 °C

Nicht selten sind bis zu 4 mm große Einschlüsse von Gasblasen. Die gefundenen Stücke wiegen zwischen wenigen Gramm bis 25 kg. Die im Wüstenboden steckenden Stücke sind oft mit Sand verbacken und wirken wie zerfressen; die vom Wind freigelegten Stücke sind glattgeschliffen, aber tw. erodiert.

Libysche Wüstengläser wurden bereits im Neolithikum zu Artefakten bearbeitet (Pfeilspitzen, Keile); auch als Schmuckstein verschliffen. Das berühmteste Beispiel ist der grünliche Skarabäus des Mondpektorals des Pharaos Tut-anch-Amun (welches ursprünglich als Chalcedon bezeichnet wurde, 1998 jedoch als Wüstenglas analysiert werden konnte).

Erste Fundberichte 1850 von Fresnel.

Zwischen den Jahren 1934 bis 2005 wurden verschiedene Expeditionen in das Fundgebiet durchgeführt. Mittlerweile wird libysches Wüstenglas recht häufig auf dem Markt zu relativ hohen Preisen (meist nach Gewicht) angeboten. In manchen Vermarktungsangeboten wird libysches Wüstenglas als "seltener als Diamant" bezeichnet.


Links


Literatur

  • de Michele, V., (ed.); 1997; Proceedings of the Silica '96 Meeting on Libyan Desert Glass and related desert events, Bologna, 1997
  • Diemer, E., 1996; Le verre libyque: une impactite ? Beitrag zum Kongress Silica 96 (Bologna)
  • Frondel, Clifford (1962), The System of Mineralogy of James Dwight Dana and Edward Salisbury Dana Yale University 1837-1892, Seventh edition, Volume III: 325.
  • GEO ; 2000; der Stein des Tut-anch-Amun; 10 / 2000
  • Greshake, Koeberl, Fritz, Reimold; Meteoritics & Planetary Science, Vol. 45, Issue 6, pages 973–989, June 2010
    Brownish inclusions and dark streaks in Libyan Desert Glass: Evidence for high-temperature melting of the target rock (pdf + full article HTML)
  • Gucsik, Koeberl, Brandstätter, Libowitzky, Zhang; Meteoritics & Planetary Science, Vol. 39, Issue 8, pages 1273–1285, August 2004
    Infrared, Raman, and cathodoluminescence studies of impact glasses (full pdf)
  • Kleinmann, B., (1968); The breakdown of zircon observed in the Libyan desert glass as evidence of its impact origin. Earth and Planetary Science Letters 5, 497-501.
  • Kleinmann, B., Horn, P., Langenhorst, F., (2001); Evidence for shock metamorphism in sandstones from the Libyan Desert Glass strewn field. Meteoritics & Planetary Science 36, 1277-1282
  • Koeberl, Rampino, Jalufka, Winiarski; Third International Conference on Large Meteorite Impacts, August 2003, Nördlingen, Germany, abstract no.4079
    A 2003 Expedition into the Libyan Desert Glass Strewn Field, Great Sand Sea, Western Egypt (pdf)
  • Kramers, J., Block, D., Andreoli, M., (2013). First ever evidence of a comet striking Earth. Wits University.
  • Kramers, J.D et al (2013); Unique chemistry of a diamond-bearing pebble from the Libyan Desert Glass strewnfield, SW Egypt: Evidence for a shocked comet fragment. Earth and Planetary Science Letters 382, 21-31
  • Pratesi, G., Viti, C., Cipriani, C., Mellini, M., (2002); Silicate-silicate liquid immiscibility and graphite ribbons in Libyan desert glass. Geochimica et Cosmochimica Acta 66, 903-911.
  • Rogers, A.F. (1930), A unique occurrence of lechatelierite or silica glass, American Journal of Science: 19: 195-202.
  • Seebaugh, W. R., Strauss, A. M. (1984); Libyan Desert Glass: Remnants of an Impact Melt Sheet. LUNAR AND PLANETARY SCIENCE XV, 744-745. [Abstract.]
  • Weeks, R. (1984); Libyan Desert glass: A review. Journal of Non-Crystalline Solids, 67, 593-619.

Quellenangaben

Gesteinszuordnungen (0)