'._('einklappen').'
 

Fulgurit

Weitere Funktionen

Bilder (4 Bilder gesamt)

Fulgurit
Aufrufe (Bild: 1215277550): 8890
Fulgurit

Fundort: Libysche Wüste, Libyen - Größe: 14 x 2 cm

Sammlung: Mineralroli
Copyright: Mineralroli
Beitrag: Mineralroli 2008-07-05
Fulgurit
Aufrufe (Bild: 1094648776): 9880
Fulgurit

Fo: Deutschland/Senne/Holte-Stuckenbrook

Copyright: thothie
Beitrag: Mineralienatlas 2004-09-08
Fulgurit
Aufrufe (Bild: 1148008048): 9032
Fulgurit

Fulgurit (Blitzröhre), durch Blitzeinschlag in Sand; entstanden; Fundort: Sahara

Copyright: Topgeo
Beitrag: Collector 2006-05-19
Lechatelierit
Aufrufe (Bild: 1458803199): 615
Lechatelierit

Lechatelierit, entstanden durch einen Hochspannungs-Lichtbogen auf steinigem Boden

Copyright: Kessmess
Beitrag: Collector 2016-03-24
Weitere Bilder

Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Metamorphe Gesteine  ⇒ Kontaktmetamorphe Gesteine  ⇒ Pyrometamorphe Gesteine

Andere Sprachen

niederländisch

Fulguriet

Deutsch

Fulgurit

Spanisch

fulgurita

Englisch

fulgurite

Polnisch

Fulguryt

Ausführliche Beschreibung

Fulgurite sind röhrenförmige Aggregate, welche durch Blitzeinschlag in Lockersedimenten, Graniten, Gneisen und Vulkaniten und durch extrem rasche Abkühlung gebildet werden. Sie werden auch als Blitzröhren bezeichnet.

Nach Art des intrudierten Gesteins wird in Sand- und Fels-Fulgurite unterschieden.

Wenn der Blitz, welcher bis zu 100.000 Ampère stark sein kann und dessen Spannung zwischen den Gewitterwolken und der Erdoberfläche einige mio Volt beträgt, in den Boden eintritt, werden die Bodenpartikel entlang der Einschlagsbahn erhitzt, schmelzen tw. auf und kühlen sehr rasch ab. In feinkörnigen Sedimenten findet oft auch eine Verschweißung der Sandkörner statt.

Die Fulgurite sind innen hohl, die innere Wand ist glasig, meist mit verschweißten Quarzpartikeln; der äußere Rand ist schmelzgesintert und nicht selten mit einer Schicht verbackener Sandkörner bedeckt.

Die weltweit wohl größten (montierten) Blitzröhren befinden sich im Naturkundehaus des Lippischen Landesmuseums in Detmold (5,40 m) sowie im Dresdner Naturkundemuseum (aus den miozänen Guteborner Glassanden, Länge 4,60 m). Die laut Guiness-Buch der Rekorde weltweit größte Sammlung von Blitzröhren besitzt ein deutscher Sammler am Niederrhein.

Eine Besonderheit sind Glasschichten, welche durch Blitzschlag-Impakte auf Gesteinen entstanden sind, jedoch keine Röhren bilden.

Gegendarstellung
Die Blitzröhren bei der Ortsgemeinde Battenberg im zur Region Pfalz gehörenden Leiningerland (Rheinland-Pfalz) sind unter der Listennummer ND-7332-480 als Naturdenkmal eingestuft. Den Namen erhielten sie, weil ihre Entstehung anfänglich auf den Einschlag von Blitzen zurückgeführt wurde. Wissenschaftliche Untersuchungen haben diese Annahme jedoch widerlegt, so dass die geologische Rarität heute als mineralogische Erscheinung gilt, die auf Versinterung und Erosion zurückgeht.

Während des Tertiärs lagerten sich im Bereich des heutigen Oberrheins Sedimente ab, die sich anschließend verfestigten. Als sich beim Einbruch des Oberrheingrabens der ehemalige Meeresboden an den Grabenschultern allmählich hob, wurde vor etwa 32 Millionen Jahren der Sandstein von Battenberg durch Erosion nach Süden hin freigelegt. Er ist von röhrenförmigen Eisenschwarten durchzogen, deren Inneres mit losem rotem bis braunem Sand verfüllt ist.

Entgegen den früheren Vermutungen handelt es sich nicht um durch Blitzeinwirkung erzeugte Schmelzspuren, die Fulgurite genannt werden, sondern um Ausfällung und Sinterbildung von kieselsauren Eisenlösungen, die auf den Sand erst längere Zeit nach dessen Ablagerung einwirkten. Eine Gesteinsprobe ist im Pfalzmuseum für Naturkunde in der nahen Kreisstadt Bad Dürkheim ausgestellt. Die Beschriftung der Vitrine erläutert die Entstehung:

"Wasser, das eisenhaltige Stoffe gelöst hatte, durchdrang die Sandschichten. Das mitgeführte Eisen wurde schalig (konzentrisch) ausgeschieden und verwandelte im Bereich der Ablagerung den losen Sand in einen festen Sandstein, der bis zu 30 Prozent Eisen enthalten kann." (Quelle: Die „Blitzröhren“. Pfalzmuseum für Naturkunde, Bad Dürkheim, abgerufen am 18. Oktober 2010.ann. / wikipedia)

Sammlerhinweis

Fulgurite sind keine Mineralien und keine Quarz-Modifikationen ! Fulgurit ist auch nicht dasselbe wie Lechatelierit.

Die meisten der im Mineralienhandel befindlichen Blitzröhren entsprechen nicht ihrer natürlichen Länge, sondern sind Bruchstücke, bzw. am oberen Ende abgebrochene Fragmente.


Fundorte

  • Deutschland: Rheinufer und Teverner Heide; Senne (Lippe): Oesterholz, Augustdorf; Sachsen: Guteborn; Schwarzwald
  • Polen: Schlesien: Töppelberg bei Massel, nahe Trebnitz
  • Russland: Nigoziro, Karelien
  • Ägypten: Oase El Khoufra, Libysche Wüste
  • Niger: Sahara
  • Uruguay

Literatur

  • Fischer, W., 1927; N.Jhb. f. Min., Geol., Paläont., :56, 69-98
  • Springhorn, R., 2005; Die Blitzröhre des Lippischen Landesmuseums
  • VDE; 2005; Fulguriten-Auf der Suche nach dem Blitzeinschlag

Links

Lechatelierit, Glas, Impaktit, Tektit, Libysches Wüstenglas, Stoßwellenmetamorphose


Quellangaben

Verfasser: Collector

Gesteinszuordnungen (0)

Fundstellen (3)

Liste aktualisieren | Anzeigeebene: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - Alles aufklappenAktualität: 24. Sep 2016 - 18:42:05