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Kännelkohle

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Sandstein mit kohligen Pflanzenresten
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Sandstein mit kohligen Pflanzenresten

Corbieres, Greyerzbezirk, Freiburg (Fribourg), Kanton, Schweiz.

Sammlung: Naturhistorisches Museum Friburg
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2018-07-04
Fundstelle: Greyerzbezirk / Freiburg (Fribourg), Kanton / Schweiz
Kännelkohle
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Kännelkohle

England. Breite ca. 8 cm

Sammlung: Norbert Stötzel (Kristalle unterm Krönchen)
Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2018-11-27
Fundstelle: England / UK

Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Sedimentäre Gesteine und Sedimente  ⇒ Klastische Sedimente  ⇒ Pelit  ⇒ Schieferton  ⇒ Ölschiefer

Namen

Kännelkohle

Ausführliche Beschreibung

Kännelkohle

Kännelkohle (engl. Cannel coal oder candle coal) ist aufgrund ihrer Morphologie und wegen ihres geringen Mineralgehaltes eine Art kohlenwasserstoffreiche braune bis schwarze Kohle, welche jedoch aufgrund ihres schieferigen Gefüges und ihrer Zusammensetzung aus organischen Bestandteilen als terrestrischer Ölschiefer definiert wird. (HUTTON, (1987), DYNI (2006), SPEIGHT (2012), HAN et al. (1999). Sie besteht aus Harzen, Sporen, Wachsen, cutinartigen und korkigen Materialien, welche von terrestrischen vaskularen Pflanzen stammen, sowie aus wechselnden Anteilen von Vitrinit und Inertinit .

Kännelkohle ist derb, mit großmuscheligem bis ebenem Bruch, schwach fettglänzend od. matt; gräulich bis samt- u. pechschwarz; das spezifische Gewicht beträgt 1,23 bis 1,28. Kännelkohle findet sich in eigenen Lagerstätten oder in Begleitung der Schieferkohle, bes. in Wigan in Lancashire, Whitehaven, Clee Hill in Shropshire, Athercliff u. anderen Orten Englands, in Clydesdale u. Edinburg in Schottland, Neukirchen bei Saarbrücken, Waldenburg in Schlesien.

Der Name "cannel coal" oder "candle coal" ist auf die englische Bezeichnung "candle" = (Kerze) zurückzuführen, weil kleine Splitter dieser Kohlenart, angezündet, mit heller, rußender Flamme weiterbrennen.

Die Kännelkohle ist eine Abart der Mattkohle (Durit, eine harte, aber nur matt glänzende, liptinitreiche Humuskohle), die neben Glanzkohle (Vitrit, eine vitrinitreiche Humuskohle) und Faserkohle (Fusit, weicher, besteht zu einem hohen Anteil aus Fusinit) an dem streifenartigen Aufbau der Kohlenflöze beteiligt ist. Im Vergleich mit der tiefschwarz-glänzenden, sehr harten und spröden Glanzkohle ist die Mattkohle mitunter seidenglänzend (matt), ebenfalls sehr hart und zäh, aber auch tiefschwarz. Sie besteht aus einer schwarzen, undurchsichtigen Grundmasse, in der Pflanzengewebeteile, insbesondere Sporen und Harz- oder Bitumenkörper, eingebettet sind. Ist die Mattkohle nur oder fast nur aus Mikrosporen und Pollen aufgebaut, so liegt Kännelkohle vor. Diese hat einen außergewöhnlich hohen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen, bzw. sie ist reich an schweren Kohlenwasserstoffen.

Was die Entstehung der Kännelkohle betrifft, kam man nach eingehenden speziellen Untersuchungen zu der Auffassung, daß sich innerhalb der Steinkohlensumpfmoore kleine, fast zuflusslose, etwa 2 m tiefe Seen bildeten. In diesen konnten sich Sporen, Pollen, Pflanzenhäcksel und mineralische Sinkstoffe absetzen. Da diese Bedingungen nur selten während der Steinkohlenbildungszeit gegeben waren, kam es auch nur selten zur Bildung von Kännelkohle. In anderen Kohlegebieten, wie z. B. in England, tritt die Kännelkohle verhältnismäßig häufig auf.

Andere Verwendung

Dadurch, daß die Kännelkohle so zäh und homogen ist, läßt sie sich schnitzen, schleifen und polieren. Diese Eigenschaften hat man schon vor langer Zeit erkannt und fertigt aus der Kännelkohle die verschiedensten Gebrauchsgegenstände, Zier- und Schmuckstücke an, wie Achenbecher, Standuhrengehäuse, Dosen, Broschen, Zigarrenspitzen usw.

Kännelkohle im Saarland

Innerhalb des durchschnittlich 1,30 m mächtigen Flözes Tauentzien (=Fettkohlenflöz 16) in der Grube Heinitz lag eine durchschnittlich 9 cm mächtige Kohlenlage von mattem Aussehen und sehr homogener Struktur, welche man Kännelkohle nennt. Aber nicht überall führt das Flöz Tauentzien diese Kännelkohlenlage, sondern sie kommt nur in einem ziemlich deutlich abgegrenzten Feldesteil vor. In den übrigen Saar- und lothringischen Gruben wurde sie bis jetzt noch nicht gefunden. (GUTHÖRL, P.) Kännelkohle vom Riedberg ist seit dem 5./6. Jtsd. v.Chr. bekannt und wurde durch Datierungen von Grabbeigaben nachgewiesen. Zusätzliche Daterungen ergaben, dass es die Kännelkohlenbank im Flöz Tauentzien war, welche im 3. Jh. n.Chr. abgebaut wurde, um aus dem Material Schmuck zu fertigen.

Literatur

  • Han, Zhiwen; Kruge, Michale A.; Crelling, John C.; Bensley, David F. (1999). Classification of torbanite and cannel coal: I. Insights from petrographic analysis of density fractions. International Journal of Coal Geology (Amsterdam: Elsevier) 38 (3): 181–202. doi:10.1016/S0166-5162(98)00013-5. ISSN 0166-5162.
  • Hutton, A.C. (1987). Petrographic classification of oil shales. International Journal of Coal Geology (Amsterdam: Elsevier) 8 (3): 203–231. doi:10.1016/0166-5162(87)90032-2. ISSN 0166-5162.
  • Speight, James G. (2012). Shale Oil Production Processes. Gulf Professional Publishing. ISBN 9780124017214.
  • Stach, Erich (1975). Stach's Textbook of coal petrology (2 ed.). Berlin: Gebrüder Bornträger. ISBN 9783443010188.
  • http://www.gasmaschinenzentrale-heinitz.de/keltengrube.html

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