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Kuckersit

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Kuckersit
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Kuckersit

Ölschiefer-Varietät Kuckersit von Estland (ordovizisch)

Copyright: Mark A. Wilson
Beitrag: Collector 2013-04-23
Bryozoen in bituminösem Schiefer (Kuckersit)
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Bryozoen in bituminösem Schiefer (Kuckersit)

Kuckers (Kukruse), Ida-Viru, Kreis; Estland. Ca.16cm.

Sammlung: Senckenberg-Museum, Frankfurt
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2018-01-04
Fundstelle: Kuckers (Kukruse) / Ida-Viru, Kreis / Estland
Moostierchen in Kuckersit
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Moostierchen in Kuckersit

Kuckers (Kukruse), Ida-Viru, Kreis; Estland. Ca.11cm.

Sammlung: Naturwiss. Bildungszentrum Ulm
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2018-07-20
Fundstelle: Kuckers (Kukruse) / Ida-Viru, Kreis / Estland

Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Sedimentäre Gesteine und Sedimente  ⇒ Klastische Sedimente  ⇒ Pelit  ⇒ Schieferton  ⇒ Ölschiefer

Andere Sprachen

Deutsch

Kuckersit

Englisch

kukersite

alternativ genutzter Name

Deutsch

Kukersit

Ausführliche Beschreibung

Kuckersit oder Kukersit (nach dem Dorf Kukruse, dt. Kuckers) ist ein rotbraunes Sedimentgestein aus dem Ordovizium von Estland und Nordwest-Russland, das aufgrund seines hohen Ölgehalts brennbar ist und zu den Ölschiefern gerechnet wird.

Kuckersit ist ein schiefriges, überwiegend feinkörniges Gestein von hell- bis dunkelbrauner Farbe. An manchen Stellen sind unregelmäßige schwarze Linsen von bituminösem Material erkennbar. Das Gestein ist reich an Öl, der Ölgehalt kann bis zu 46 % des Gesteins ausmachen und ist damit weltweit einer der höchsten Ölgehalte in Ölschiefern. Neben organischen Stoffen kommen Silikate und Alumosilikate vor sowie ein für einen Ölschiefer hoher Kalkgehalt.

Im Ordovizium waren weite Teile des Kontinentalbereichs überflutet. In Mittel- und Nordeuropa entstanden Kalkablagerungen in flachen Meeren, so auch im Baltikum. Im Gebiet des heutigen Kuckersits wurden große Menge von Blaualgen der Art Gloeocapsomorpha prisca im Flachmeer abgelagert, es bildete sich eine marine Gyttja. Aufgrund von Vergleichen mit gleichartigen modernen Ablagerungen wird eine Tiefe von nicht mehr als vier Metern für den Meeresbereich angenommen, in dem der Kuckersit entstand.

Kuckersit kommt flächenhaft verbreitet an der Ostspitze des Finnischen Meerbusens als vielfach wiederholte Einschaltung in Kalksteinen der Kõrgekallas- und Viivikonna-Formation des Mittleren Ordoviziums von Estland und Russland vor. In diesen 20 bis 30 m mächtigen Kalksteinfolgen wurden bis zu 50 Einzelschichten von Kuckersit und Kuckersit-ähnlichen Gesteinen gezählt, die wenige Zentimeter bis maximal zwei bis drei Meter Mächtigkeit aufweisen. Über dem im unteren Teil dieser Abfolge in Estland und Russland aufgeschlossenen Hauptvorkommen, das den größten Teil der Abbautätigkeiten auf sich zieht, existiert im oberen Teil der Abfolge das so genannte Tapa-Lager, welches vor allem südlich von Tapa in Estland vorkommt.

Das Gestein ist über mehr als 90 Kilometer von Tallinn bis Sankt Petersburg aufgeschlossen, alleine in Estland beträgt die Fläche seines Verbreitungsgebietes mehr als 50.000 km2hochgestellter Text. Die Gesteinsschichten fallen flach nach Südwesten ein und sind durch Bohrungen bis etwa 60 Kilometer südlich der Küste nachgewiesen. Die Gesamtvorräte in Estland werden je nach Quelle auf etwa 6 bis 21 Milliarden Tonnen geschätzt.

Der Ölschiefer war den Bewohnern am Finnischen Meerbusen schon lange bekannt und wurde von ihnen als Brennstoff verwendet.[ Die erste große Anlage zur Gewinnung von Öl aus Kuckersit wurde 1924 in Kohtla-Järve in Betrieb genommen. Bis 1940 wurden vor allem Diesel und Schmierstoffe erzeugt sowie Holzschutzmittel und Bitumen aus Schieferöl. Zu dieser Zeit wurden fast 10 % der estnischen Exporterlöse aus Schieferöl erzielt. Heute deckt Kuckersit 62 % des Ölbedarfs von Estland und ist vor allem im Bereich der Energieversorgung von Bedeutung. Ende der 1990er Jahre bestanden noch sechs Bergwerke bis 80 m Tiefe und vier Tagebaue. Größere Vorkommen sind vor allem noch westlich von Kohtla-Järve nachgewiesen, die jedoch noch nicht abgebaut wurden (Stand 1999). In Russland ist Kuckersit ebenfalls abgebaut worden, jedoch nicht in so großem Ausmaß wie in Estland. Auch heute bestehen noch Abbaustellen zwischen St. Petersburg und der estnischen Grenze.

Referenzen, Verweise und Literatur

Weblinks

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