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Reticulit

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Reticulit
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Reticulit

Reticulit Fundort: Vulkan Kilauea, Big Island, Hawaii

Copyright: McSchuerf
Beitrag: Mineralienatlas 2005-03-26
Peles Haar
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Peles Haar

Reticulit. Kilauea Vulkan, Hawai Insel, Hawai, USA.

Sammlung: Naturmuseum Augsburg
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2016-10-11

Zusatzangaben / Zusammenfassung

Reticulit (lat.: reticulum = feines Netzwerk)

Engl.: Reticulite oder Syn. Thread-Lace Scoria (Dana)

Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Magmatisches Gestein und Sediment  ⇒ Kristallin magmatisches Gestein  ⇒ Normal kristallines Gestein  ⇒ Feinkörnig kristallines Gestein  ⇒ Glasiges magmatisches Gestein  ⇒ Bimsstein

Andere Sprachen

Deutsch

Reticulit

Spanisch

reticulita

Englisch

reticulite

Ausführliche Beschreibung

Definition 1)

Reticulit ist ein vulkanisches Gesteinsglas-Gesteinsgefüge (bei einigen Autoren als eine extrem blasenreiche Bims-Varietät bezeichnet). Das Gesteinsgefüge entsteht nur sehr selten während der Eruption, am Außenbereich von Vulkankratern beim Austreten von hochliquider, unter extremem inneren Gasdruck stehender Magma. Die sehr gasreiche und geringviskose Lava wird dabei fontänenartig eruptiert. Es kommt dabei innerhalb kürzester Zeit zur vollständigen Druckentlastung und damit auch zur Abkühlung. Es folgt die mit extremer Volumenexpansion einhergehende Entgasung der Schmelze und ihre Erstarrung nahezu gleichzeitig (Prinzip eines Kompressors).

In diesem sehr schnell ablaufenden Prozess bilden sich in der in Abkühlung befindlichen Gesteinsschmelze zunächst zahlreiche Blasenhohlräume (Vesikel). Deren Größe und Anteil am Gesteinsvolumen nimmt mit fortschreitender Entgasung der Schmelze rapide zu. In der nunmehr schaumartigen Lava kollabieren schließlich die die einzelnen Gasbläschen trennenden Wände. Nur die 'Zwickelfüllungen' an Berührungspunkten von drei oder mehr Gasbläschen bleiben als schlanke, ein dreidimensionales Netzwerk bildende Säulen übrig.


Definition 2)

Ein extrem leichtes pyroklastisches Gesteinsgefüge, welches aus Glasfäden besteht, welche skelettartige, mehrflächige Raumgitter bilden (sceletal polyhedral space lattices). Es entsteht aus Bims, dessen Wände der aneinandergrenzenden Blasenhohlräume (vesicles) kollabiert sind und die verbleibenden Fäden als Perimeter der polygonalen Flächen verbleiben. Die Fäden sind gewöhnlich dreikantig.


Anmerkung

In vom Verfasser der 2. Definition gesammelten Proben (verschiedene Fundpunkte im S und SW Kilauea-Gebiet und dessen Zentralkrater) bilden die Skelette multiple Fadengerüste mit jeweils identischen Kanten und Hohlraumflächen, sodass hier wahrscheinlich von einem Fragmentationsprozess von unregelmäßigen Oberflächenstrukturen als Übergang zu regulären polygonalen Mustern geschlossen werden kann (dendritisches Wachstum/Hele-Shaw/mbroy-Kristalle ?).


Dichte

Durch Flächenauszählung im Dünnschliff wurde festgestellt, dass im Reticulit das eigentliche Gesteinsglas nur etwa 0,5 bis 1,5 Volumenprozent einnimmt, der Rest sind einfach nur luftgefüllte Hohlräume. Damit kann die Dichte des gesamten Gesteins auf durchschnittlich ca 0,02 bis 0,03 g/ccm geschätzt werden.

Trotz seiner außergewöhnlichen Leichtigkeit kann Reticulit nicht schwimmen, weil seine Blasenhohlräume offen und miteinander verbunden sind.

Typlokalität Pu'u Huluhulu Crater, südl. des Kilauea Craters, Hawaii (Big Island), Hawaii / USA.

Referenzen, Verweise und Literatur

Quellenangabe

  • Nasdala, L., 1997; Mineralienwelt 1, S. 53 von Lutz Nasdala, Freiberg
  • Definition 1 und Rest: McSchuerf
  • Definition 2 und Hypothese: Collector

Literatur:

  • Nasdala, L. (1997). Reticulit- das leichteste Gestein? Min.-Welt, Jg.8, Nr.1, S.47-54.

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